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22.01.2016, 18:22 Uhr | Regentag
Hallo liebes bke-Team, liebe Forums-Teilnehmer,

ich bin neu hier und dies ist mein erster Beitrag. Ich (29 Jahre alt) bin eine von Anfang an alleinerziehende Mama eines knapp 3,5-jährigen Sohnes und mein Alltag gleicht einer Berg- und Talfahrt.
In der Theorie halte ich mich für eine kompetente Mutter. Ich arbeite selbst im sozialen Bereich, habe Jesper Juul gelesen (und mich mit ihm sowie mit anderen Autoren kritisch auseinandergesetzt), bin für einen natürlichen (Stillen, Tragen, Familienbett) Umgang mit Babys und halte meinen "Erziehungsstil" für überwiegend autoritativ mit viel Liebe, Zuspruch und Beteiligung, aber auch klaren Erwartungen, Haltungen und Grenzen.

In der Praxis jedoch finde ich mich regelmäßig heulend und in ein Kissen schreiend auf meinem Bett wieder, weil ich den Alltag als so unerträglich empfinde und verzweifelt darüber bin, dass scheinbar alle meine Bemühungen, eine liebevolle und zugewandte Mutter zu sein, nicht fruchten. Ich weiß, dass man selbst bei allem guten Willen und positivem Input nicht immer ein strahlendes Kind vor sich stehen hat, aber ich empfinde es bei mir und meinem Sohn als sehr extrem.

Er ist an sich ein sehr gut entwickeltes Kind mit einem hohen Maß an sozialer Kompetenz (außerhalb unserer vier Wände fällt er so gut wie nie negativ auf, z.B. in der Kita - nur manchmal, wenn wir andere Kinder besuchen und er gerade in einer schwierigen Entwicklungsphase ist, dann kann die Stimmung kippen und ein heftiger Wutanfall auftreten). Die problematischen "Interaktionsmuster" treten also hauptsächlich Zuhause zwischen ihm und mir auf (klar, ich bin die engste Bezugsperson, Ablösungsprozesse etc. pp.) und ich habe selbst von mir den Eindruck, dass ich nicht in der Lage bin, ihn "auszuhalten".
Es ist beispielsweise nicht ungewöhnlich, dass er morgens aufwacht (manchmal schläft er im eigenen Bett, manchmal bei mir) und direkt anfängt mich anzuschreien, zu hauen, zu treten. Er hat phasenweise unter Nachtschreck-Attacken gelitten (nicht richtig wach, schreit nachts um zwei "Hilfe, Mama, Mama, Hilfe, Hilfe!", lässt sich aber nicht anfassen, ansprechen, beruhigen, dauert bis zu einer Stunde) und die Wutanfälle morgens sind vielleicht nur eine Abwandlung davon (?), aber ich habe jedes Mal das Gefühl durchzudrehen.
Ich selbst noch im Tiefschlaf, werde auf diese Weise geweckt und darf mir eine Stunde lang in Brüllton anhören "Geh weg! Sofort! Lass das! NEIN!". Wenn ich tatsächlich gehe, brüllt er natürlich noch einmal lauter. Manchmal schaffe ich es, ruhig zu bleiben, manchmal fange ich direkt an zu weinen (wenn es der vierte Tag in Folge ist und er über die Tage eigentlich auch nicht viel anders war als so), manchmal schnauze ich ihn an und versuche, ihn wegzuschieben. Letztendlich ist es egal, was ich mache, ich habe keinen Einfluss darauf - und dies ist insgesamt mein Problem. Das Gefühl, ein Opfer irgendwelcher unabänderlichen Umstände zu sein.

Ich selbst habe den Eindruck, dass "gute, entspannte Phasen" immer nur ein oder zwei Wochen dauern und dann wieder vier Wochen Terror auf mich warten (durch Krankheit, Entwicklungsschübe, natürlich auch eigenes Unwohlsein durch Doppelbelastung Mutter/Job), wobei in den Phasen immer wieder neue Verhaltensweisen auftreten, die ich als unerträglich empfinde, und die dazu führen, dass ich ihn, wenn nichts mehr geht, auch mal anbrülle oder unsanft anfasse und in sein Zimmer bugsiere, wo er sowieso nicht bleibt. Natürlich schäme ich mich deswegen. Als noch viel belastender empfinde ich jedoch, dass ich teilweise heftige Gewaltfantasien habe, weil die Wut in mir so um sich schlägt. Geschlagen habe ich jedoch mein Kind noch nie.
Eigentlich bin ich auch sehr kreativ, wenn es darum geht, auf ihn einzugehen, Wutanfälle zu erkennen und sie spielerisch aufzulösen, aber wenn so eine Phase zwei Wochen dauert und ich am Tag schon 4 Situationen ohne Wutausbruch meinerseits gemeistert habe, dann kapituliere ich bei den darauffolgenden Situationen, weil ich einfach nicht mehr kann. Ich verhalte mich dann so, wie oben beschrieben und fühle mich noch viel beschissener.

Allmählich komme ich an einen Punkt, an dem ich denke, mir alle Muster und Auslöser bewusst gemacht und verschiedene Dinge ausprobiert zu haben (ich war vor 2 Jahren zur Kur, hat mir nichts gebracht, ich war einige Zeit bei einer Erziehungsberatungsstelle, habe dort aber eher rausgefunden, wie ich nicht sein will, habe schon das Elternnottelefon genutzt, diverse Bücher und Foren durchforstet, mich mit Eltern und Erzieherinnen in der Kita ausgetauscht, nutze Methoden, um Sachverhalte aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten usw. usw.) und trotzdem kommen diese Phase (weil wohl unvermeidlich) und trotzdem kann ich sie weder handhaben noch aushalten.

Bin für (praktische) Ideen und Vorschläge dankbar.
29.09.2017, 22:58 Uhr | Lottie11
Hallo Regentag

Ich weiß nicht, ob Du das noch liest - aber Deine Schilderungen erinnern mich sehr an meine erste Tochter, die eine willensstarke Wutbürgerin ist, alles selbstbestimmt und gut machen will und mich dabei manchmal sehr an meine Grenzen bringt. Es ist einfach ihre Persönlichkeit! Sie kann sehr bestimmend und impulsiv sein, mittlerweile ist sie 6 Jahre alt, und schon seit Geburt ist sie ein ganz anderes "Kaliber" an Trotz und Durchhaltevermögen als ihre zwei jüngeren Schwestern. Oh, und diese Wutanfälle! Ein Beispiel: Ich habe es erst nicht glauben können, dass Babys ihr Abendbad lieben. Sie hat immer geschrien, bis sie alt genug war, um den Duschkopf selbst zu halten und das Wasser zu kontrollieren. Erst dann war das wöchentliche (!) Bad kein Kampf mehr. Auf der anderen Seite ist sie eben auch ganz stark, sie weiss, was sie will und zieht das auch durch. Aber es muss zu ihren Bedingungen sein und das macht mich manchmal wahnsinnig wütend. Das Bestimmen beginnt bei der Farbe der Plastikbecher (falsche Farbe = Wutanfall, das war so mit 3.5-4 Jahren, mittlerweile ist sie da aber grosszügiger). Das "wieder von Anfang an" kenne ich auch, wenn etwas "falsch" läuft, muss sie den Prozess wieder ganz von neuem beginnen, z.B. reisst sie sich die Kleider vom Leib, rennt wieder zurück an die alte Stelle, etc. Sie lässt sich davon auch nicht abbringen und ist auch furchtbar ungeduldig, und die Wut übermannt sie, während ich versuche, zu üben, dass sie erst mit mir reden soll, was sie stört, bevor sie tobt... dann ist sie mir oft auch richtig böse, dass ich es nicht erraten kann, was so unerträglich falsch ist. Sie ist auch keine "Verkuschelte", von Anfang an nicht, ich muss warten, bis sie kommt, Berührung oder Gehalten-Werden machen sie nicht ruhiger. Grenzen (auch die anderer Menschen) sind etwas, woran sie sich extrem stark abarbeitet - und das oft so sehr, dass sie erst aufhört, wenn ich so richtig wütend werde. Kennst Du das auch?

Habe auch Jesper Juul gelesen, Stichwort "autonomes Kind" trifft die Lage ganz gut. Unsere Älteste möchte auf jeden Fall ernst genommen werden und die Wut kommt, wenn sie darin scheitert. Im Kindergarten/jetzt in der Schule macht sie es übrigens supergut, der Ärger wird an der Familie "ausgelassen". Uff, das ist nicht leicht für mich, und ich hätte so gerne etwas mehr Gelassenheit und eine weniger aufgeheizte Stimmung in unserer Familie, die jüngeren Schwestern (4 Jahre und 1 Jahr alt) finden unsere Auseinandersetzungen auch nicht so toll - wer hat noch Tipps? Wir gehen viel raus, machen Sport, sitzen nur selten vor der Glotze, und sie und ihr Papa haben ein sehr gutes Verhältnis zueinander (ich und er erkennen uns auch charakterlich in ihr wieder...dennoch sind die vielen Auseinandersetzungen zermürbend). Wie geht ihr mit euren "Bestimmern" um?

Viele Grüsse
Lottie
Zuletzt editiert am: 29.09.2017, 22:59 Uhr, von: Lottie11
Charlotte, bist du wütend? - Nein, ich bin ein Pirat!
01.02.2016, 09:10 Uhr | marinadiezweite
Hallo Regentag, ich glaube, du solltest dir auf die Albtraumgeschehnisse Wissen aneignen. Dich da informieren. Dass dein Sohn diese Albträume hat, dass er dann nach dir tritt, wenn du versuchst, ihn zu beruhigen, das ist sehr ungünstig. Dadurch kommst du in ein Geschehen rein, mit dem du eigentlich nichts zu tun hast.
Viele Kinder haben ja Albträume. Und es ist nicht verkehrt, sie diese teilweise durchleben zu lassen. Geschehnisse vom Tag, alles mögliche.
Ob beruhigen überhaupt geht, ich glaube nein.
Es gibt eine Möglichkeit, sich diese Träume kurz erzählen zu lassen. Ich hab mal erfahren, dass der Traum an sich gar nicht so wichtig ist. Sondern das, was man in dem Moment fühlt. Ist es Angst, ist es Einsamkeit, Hilflosigkeit. War am Tag davor ein reales schlimmes Erlebnis..... . Lass dir die Figuren beschreiben. Vielleicht schreibst du das kurz auf.
Ein Kind, dass dann vor Angst nicht wieder einschläft bleibt dann eben wach. Eine Stunde trösten ist glaub ich nicht nötig. Da ja real nichts passiert ist. Er kann und muss das allein schaffen. Sonst fühlst du dich stellvertretend für ihn als Versagerin.
Die Aktionen wie Duschen und so würde ich auf den Abend verschieben. Morgens dann am besten wenig Stress. Sonst arbeitet ihr quasi gegeneinander an.
Ich glaube, dass man die Träume der Kinder ein wenig beeinflussen kann. Er fühlt sich schwach, kann aber stark sein. Tiere verscheuchen zum Beispiel. Da kannst du du dir genauen Rat holen, wie man am besten reagiert.
Also unabhängig davon solltest du aber für mehr Entspannung bei dir sorgen. Du kannst ja nicht immer perfekt sein. Sonst lernt dein Kind leide auch, dass es dich Tag und Nacht endlos fordern kann. Das geht aber nicht. Leicht werden Kinder da zu Tyrannen und zu Wesen, die nicht mehr allein schaffen. Das Gefühl, dass er vieles auch allein schaffen kann, fehlt ihm.
Na ja, eh die Wut noch schlimmer wird, zeig mal deine Grenzen. Nachts und morgens über alles diskutieren geht einfach nicht. Alptraum? HIer, bleib wach, schau dir das Buch an, Mama ist müde und schläft weiter.
Wut am Tag, sag ihm konkret, was dich nervt. Und ändere es auch gleich. Ein Kind kann sich nicht gleich ändern. Es kann nur lernen, dass du auch mal Ruhe oder Pause brauchst. Da ist ein kurzer Satz, Rituale einfacher als viel Erklären. Bei vielen Dingen ist es einfach so eine Art Vertrauen. Vertrauen, dass man immer morgens isst, ZÄhne putzt.... Das braucht nicht jedes Mal neu erklärt werden.
Zuletzt editiert am: 01.02.2016, 09:16 Uhr, von: marinadiezweite
31.01.2016, 18:45 Uhr | dagmita
Hey Regentag!
Ich hab keine Ahnung wie das bei Dir so läuft.
Ich denke nur, wenn Du schon mit nem dreijährigen Überredungskunst brauchst, damit er badet oder duscht , bist Du ziemlich aufgeschmissen, wenn er 10 ist. Sowas wie baden hab ich befohlen und und dann wurde gebadet. Tu ich heute noch und mein Kind ist 10. Ich finde, es gibt Dinge, die muss man diskutieren, und Dinge, die man einfach "anordnen" muss. Weil, wenn ich ich diskutiere, ob er badet oder sich die Zähne putzt, oder ähnliches, ist das ja verlogen, weil er sowieso keine Chance hat, dagegen zu halten. Über Dinge zu diskutieren, die man sowieso durchsetzt, ist unehrlich und bringt völlig unnötigen Streß für alle beide. Dann bin ich lieber etwas autoritär und das Kind weiß, dass es keine Chance hat , nicht zu duschen.
Ich denke auch, dass Du von jemandem der drei ist keine Anpassung an Deine Bedürfnisse erwarten kannst.
Du kannst nur klar sein:
Das ist erlaubt und das nicht.
Z.B. Spielzeug auskippen ja, aber nicht im Wohnzimmer.
Krümelige Kekse essen, ja, aber nur in der Küche.
Das geht.
Aber Du kannst das nicht erwarten, dass er sich anpasst. Du kannst nur sagen, das ist ok und das will ich nicht und basta.
Viele Grüße
dagmita
31.01.2016, 11:44 Uhr | Noora
Lieber Regentag,

mein erster Gedanke dazu ist, dass dein Job nichts damit zu tun hat. Bei diesem könntest du schließlich auch lernen, dass Kinderseelen eben auch Unfassbares überleben können, und wenn diese das überleben, dann wird dein Sohn eben auch eine genervte Mutter unbeschadet überstehen.

Nein, so verletzlich sind Kinderseelen nun auch wieder nicht. Siehe dazu das Konzept "Good-enough-mothering" von Winnicott.

Ich glaube, es gibt da eher ein biographisch bedingtes Ärger-Ausdrucks-Problem bei dir.

Ärger- Ausdruck seitens von Erwachsenen ist wichtig für Kinder. Jasper Juul hat da übrigens einiges zu zu sagen. Ich glaube er sagt dazu, dass Kinder dann etwas über Erwachsenenbedürfnisse lernen, und dass das besonders wichtig ist für Kinder, die außenfamiliär betreut werden und in Einrichtungen mit vielen Kindern eben viel über Kinder-Bedürfnisse lernen, aber nichts über Erwachsenenbedürfnisse. Jasper Juul sagt auch, dass Eltern nicht perfekt sein können, und wenn doch, dann wäre das schlecht für Kinder, denn sie würden sich neben ihnen immer unzulänglich vorkommen.

Wenn du dich ärgerst über ihn, bemerkt er, dass er andere Bedürfnisse hat als du. Er spürt dann, wo er selbst aufhört und Du anfängst. Das ist wichtig und gibt ihm Sicherheit.

Viele Grüße von Noora
30.01.2016, 23:22 Uhr | Regentag
Ach, ich danke Euch!
Es klingt zwar immer wie eine hohle Phrase, aber mir tut es richtig gut, zu lesen, dass andere Kinder bestimmte Verhaltensweisen oder Macken auch haben, da es sich für mich immer ziemlich blöd anfühlt, wenn ich befreundete Mütter frage, ob sie dieses oder jenes auch kennen und eigentlich immer ein "Nein!" oder "Ja, aber nicht so heftig!" kommt.

Die letzten Tage haben auch tatsächlich einen Prozess in Gang gesetzt - ob es dauerhafte Veränderungen bringt, weiß ich noch nicht - aber momentan fühlt es sich anders an als vorher. Durch ein paar hilfreiche Gespräche und tiefes In-Mich-Gehen sind mir zwei Dinge bewusst geworden: Zum einen stehen mir die Erfahrungen aus meinem Beruf im Weg. Ich arbeite fast ausschließlich mit Menschen mit schweren psychischen Störungen zusammen, deren Kindheiten von Erlebnissen geprägt sind, die einfach unfassbar schrecklich sind.
Dadurch wird mir fast täglich vor Augen geführt, wie schutzbedürftig so eine Kinderseele ist. Dementsprechend schwierig wird es dann, gegenüber seinem eigenen Kind offen sein Genervt-Sein oder (wenn sich schon viel aufgestaut hat) seine Wut zu zeigen.
Zum anderen ist genau dieses Genervt-Sein das Problem. Was ich mir nur schwer eingestehen kann, ist, dass mich einfach unglaublich viele Dinge nerven, die ein Kind aber nun mal mit sich bringt. Es nerven mich die immer gleichen Rollenspiele, das Krümeln, wenn ich gerade gesaugt habe, dass alle Spielsachen ausgekippt werden und im Wohnzimmer liegen, dass zum Baden und Duschen Überredungskunst notwendig ist und alles, was irgendwie laut ist, nervt mich auch, weil ich geräuschempfindlich bin.

Diese Missstimmung und meinen Frust dann aber immer ungehindert und "authentisch" rauszulassen, halte ich nicht für richtig - auch wenn das momentan das Patentrezept zu sein scheint - weil ich meinen Sohn ungern dafür anmaulen will, dass er einfach nur Kind ist.
Ich versuche jetzt zu schauen, an welchen Stellen ich mir selbst sagen muss "Ja, ist jetzt nervig, kann er aber nichts für" und wo ich mehr Anpassung von ihm an meine Bedürfnisse erwarten kann und ich dann dort auch keine faulen Kompromisse eingehe.

Naja, mal schauen, wie die nächste Zeit so wird....
28.01.2016, 09:01 Uhr | Kristallstein
Hallo,

ich habe jetzt nicht alle Beiträge der anderen User gelesen. Aber mir fällt auf, dass du dir große Mühe gibst und sehr viel hinterfragst. Ich denke, dass es für euch sehr positiv ist, dass du deiner eigenen Intuition folgst und dementsprechend reagierst.

Was die einzelnen Situationen betrifft; ich kann nachvollziehen, dass es dir schwer fällt damit umzugehen, besonders wenn dein Sohn morgens sehr ablehnend oder aggressiv reagiert. Möglicherweise gibt es einen Zusammenhang mit den nächtlichen Alpträumen.
Mein Sohn hat in solchen Situationen sehr ähnlich reagiert, wenn er eine schlechte Nacht hatte...reagierte er überwiegend am Morgen ablehnend und gestresst.
Was nicht verwunderlich ist...wie würde es uns da gehen, nach einer solchen Nacht.

In Bezug auf die Situationen, in denen dein Sohn an seine Grenzen stößt....wenn das Ausmalen nicht so klappt...oder anderes. Ich denke, es ist sein Problem, du kannst für ihn da sein. Aber er muss lernen, damit klar zu kommen und dadurch baut er langsam auch eine Frustrationstoleranz auf.
Wenn mein Kind so reagierte, habe ich - wenn es mir zuviel wurde oder ich wusste nicht weiter - einfach mal für ein paar Minuten den Raum verlassen. Ich denke, da kannst du auch gar nicht viel machen - wenn dein Sohn dir signalisiert, dass er auf Ansprache oder sonstige Zuwendung nicht reagiert oder es sich verschlimmert.
Es gibt einfach bestimmte Erfahrungen, die müssen Kinder alleine machen. Es ist wichtig, dass jemand da ist, der das Kind auffängt,...wenn es Hilfe oder Ansprache benötigt. Aber manchmal brauchen Kinder auch keine Ansprache in dem Moment.


Liebe Grüße

Kristallstein
27.01.2016, 20:44 Uhr | deta
Regentag schrieb:
ganz extrem Situationen, in denen etwas nicht sofort oder (in seinen Augen) nicht gut klappt. Ich habe ein sehr ungeduldiges Kind, das in seine Bauklötze beißt, sie anschreit oder wirft, wenn der Turm beim ersten Versuch einstürzt (anstatt es wenigstens ein zweites Mal zu versuchen). Unerträglich ist es auch beim Malen.

und sich in puncto Erwartungen zu entspannen? Würde mir jemand dieses alles über einen Erwachsenen erzählen, würde ich sagen, er sei vermutlich sehr zwanghaft (da vielleicht ängstlich/sensibel). Kann das bei einem 3-jährigen der Fall sein? Mir fehlen da Erfahrungen und Vergleiche mit anderen Kindern...


Hallo,
ich erkenne in deinem Sohn meinen Sohn in diesem Alter. Er hatte auch immer solche Wutanfälle, wenn etwas nicht gleich klappte. Zu deiner Beruhigung: Er ist jetzt ein sehr guter Schüler und die Lehrer loben seine Konzentrationsfähigkeit und Frustrationstoleranz...
also, das gibt sich! Aber sehr schwer auszuhalten, ich war immer froh, wenn ich einen solchen Anfall nicht alleine durchstehen musste... Ich erinnere mich an einen über den ganzen Nachmittag sich hinziehenden Trotzanfall, bei dem ich ihn über eine Stunde daran hindern musste, Stühle durch die Küche zu werfen, nur weil es Salzkartoffeln statt Kartoffelbrei gab...

Vielleicht kannst du deine Eltern in dieser schwierigen Phase öfter einspannen, damit du nicht alles alleine bewältigen musst.

Liebe Grüße
deta
27.01.2016, 08:47 Uhr | dagmita
Vielleicht ist er einfach ein bisschen wie Du *laughing* ?
Er will alles richtig machen und kriegt es nicht hin.
Das muss man erstmal lernen damit klarzukommen, wenn man drei ist und ziemlich klug.
Er weiß , wie so ein doofer Kreis geht, aber dann klappt es nicht... Ist ja auch ärgerlich.
Mein Kleiner hat es ewig nicht geschafft ein spitzes Hausdach zu malen. Das ging einfach nicht. Es ist immer rund geworden. Das war auch ein Drama....
Meine ganz persönliche Erfahrung ist: Das verwächst sich.
Klingt doof und ist wohl kein Trost, aber das ist eine Phase wo er auch Selbsteinschätzung lernen muss.
Spontan fällt mir dabei ein: Weniger loben.
Lass ihn muddeln und gib dem ganzen (weder dem gelungen Was-auch-immer noch dem mißratenen Was-auch-immer) nicht so viel Aufmerksamkeit.Sag "na fein" , oder "na sowas"und wende Dich wieder etwas anderem zu.
Ich glaube, dass seine Verzweiflung echt ist, aber ich glaube auch, dass er Dich durch seine Wutanfälle ganz schön dominiert.
Theoretisch musst Du die Quadratur des Kreises schaffen:Seine Wutanfälle nicht durch eigene Wut unterdrücken, ihm eventuell auch raushelfen, soweit möglich, aber Dich nicht davon dominieren lassen.
Keine Ahnung wie das geht....Ich hab das auch nicht oft geschafft.
Zu dem "Zwanghaften": Der Sohn meiner Schwester ist immer total ausgeflippt , wenn im Regal nicht alle Kuscheltiere in genau der selben Reihenfolge saßen. Alles musste immer sein wie gewohnt.
Manche Kinder sind so.
Das ist deshalb noch nicht pathologisch.
Diese Kinder brauchen, glaub ich, ganz viele feste Rituale und Regelmäßigkeiten im Alltag um Sicherheit zu bekommen.

Ich bin auch ziemlich allein mit meinem Sohn.
Der Vater holt ihn ca alle 2 Wochen ein bis zwei Tage ab, aber das reicht absolut nicht zum regenerieren.
Und auch nicht für das Kind um eine wirklich wichtige Bezugsperson zu haben. Noch dazu, weil der Vater mit ihm
meistens Filme kuckt oder Konsolen Spiele spielt.
Ich weiß, dass man da oft soo sehr an seine Grenzen kommt.
Es ist einfach sauschwer.
Es gibt ein afrikanisches Sprichwort. "Um ein Kind zu erziehen, braucht man ein ganzes Dorf"
Ich bin nur eine Mutter.
So oft versuche ich Vater, Geschwister, und sogar Oma dazu zu sein.
Das geht aber nicht.
Wir dürfen nicht zu viel von uns erwarten.
Sei mild mit Dir und ihm....
Ganz liebe Grüße und viel KRAFT!!!!
dagmita
Zuletzt editiert am: 27.01.2016, 09:27 Uhr, von: dagmita
26.01.2016, 22:49 Uhr | Regentag
Vielen Dank für die Antworten,

der Vater meines Sohnes spielt im Alltag oder in Bezug auf (für mich) schwierige Situationen leider keine Rolle. Wir verstehen uns gut und hegen einen offenen und herzlichen Umgang miteinander, aber er wohnt relativ weit weg und hat sich familiär anderweitig gebunden. Zum Zeitpunkt der Schwangerschaft war er gegen das Kind. Es hat sich so eingependelt, dass er alle zwei bis drei Monate mal für einen Tag zu Besuch kommt und das war bisher für uns beide in Ordnung so.

Es ist aber auch nicht so, dass ich überhaupt keine Unterstützung hätte. Meine Mutter springt am Wochenende ein, damit ich mal zum Sport kann oder auch hin und wieder abends mal, damit mir die Decke nicht auf den Kopf fällt. Mein eigener Vater ist auch eine wichtige Bezugsperson, nur leider nicht so oft da, wie mein Sohn es vielleicht bräuchte (drei- bis viermal im Monat für ein paar Stunden).
Eigentlich würde ich denken, dass ich genug Raum zur Entlastung habe und in den "guten" Phasen fühlt es sich auch so an. Aber ich merke ganz deutlich, dass es für mich in den sehr anstrengenden Phasen völlig wurscht ist, ob ich zwei Stunden zum Sport gehe oder nicht. Zwar hilft es, eigene überschüssige Energie abzubauen, aber die Gefühle, mit denen ich die Wohnung verlassen habe, lauern beim Heimkommen schon an der Türschwelle.

Ich habe in den vergangenen Tagen mal verstärkt darauf geachtet, in welchen Situationen mein Sohn momentan ausflippt, laut wird, schreit, jammert. Neben den klassischen Auslösern wie Hunger und Müdigkeit sind es zur Zeit ganz extrem Situationen, in denen etwas nicht sofort oder (in seinen Augen) nicht gut klappt. Ich habe ein sehr ungeduldiges Kind, das in seine Bauklötze beißt, sie anschreit oder wirft, wenn der Turm beim ersten Versuch einstürzt (anstatt es wenigstens ein zweites Mal zu versuchen). Unerträglich ist es auch beim Malen.
Mein Sohn ist total bemüht, beim Ausmalen von Bildern nicht über den Rand zu malen - sobald das passiert, schreit er los, als ob er auf einer heißen Herdplatte sitzt. Oder er malt geschlossene Kreise (was er für sein Alter wirklich erstaunlich gut kann) und ist konzentriert dabei, dass Start- und Endpunkt sich genau berühren. Wenn sich die Linien überlappen, schreit er, dass mir die Ohren klingeln.
Ähnlich ist es bei gewohnten Abläufen - wenn bestimmte Dinge nicht so laufen, wie gewohnt (was nunmal nicht immer machbar ist), ist der Wutanfall während der Krisenzeiten nicht weit und wird von lauten "Von Anfang!"-Schreien begleitet.
Ehe der Verdacht kommt, dass es daran liegt, dass ich ihn nicht lobe, wertschätze oder übertriebene Erwartungen habe: Ich freue mich über jeden seiner großen und kleinen Erfolge und kann ihm das auch 20mal am Tag sagen (mein Sohn sagt auch selbst oft freudestrahlend: "Guck mal, das hab ich ganz toll gemacht!"). Und kleine Missgeschicke sind für mich nicht der Rede wert. Sie werden mit einem "Das macht doch nichts!" gemeinsam beseitigt/weggewischt und nicht weiter thematisiert.

Die wiederkehrende Misere des Nicht-Klappen-Wollens kann natürlich durchaus einen ganzen Tag verderben, aber was dagegen tun, außer aufrichtig loben, aktive Beteiligung zulassen (wir kochen gemeinsam, er deckt selbst den Tisch oder besteht darauf, selbst Staub zu saugen) und sich in puncto Erwartungen zu entspannen? Würde mir jemand dieses alles über einen Erwachsenen erzählen, würde ich sagen, er sei vermutlich sehr zwanghaft (da vielleicht ängstlich/sensibel). Kann das bei einem 3-jährigen der Fall sein? Mir fehlen da Erfahrungen und Vergleiche mit anderen Kindern...
25.01.2016, 11:10 Uhr | bke-Eddy-Kreuzer
Sehr geehrte Userin Regentag,

auch von Moderatorenseite möchte ich Sie herzlich willkommen heißen. Sie haben auf Ihren Beitrag in den letzten Tagen schon viele Rückmeldungehn, Zuspruch und sicher auch die eine oder andere Anregung erhalten.
Beim Lesen Ihres Textes hatte ich eine kraftvolle und reflektierte Frau vor Augen, mit Interesse an Abläufen zwischenmenschlicher Kommunikation und voller Liebe zu Ihrem Sohn.
Sie haben Ihren Beitrag mit "Wege aus der Ohnmacht" beschrieben und so wie ich Sie verstehe, ist dieses Gefühl der scheinbaren Handlungsunfähigkeit nur schwer für Sie auszuhalten. An einer Stelle haben Sie beschrieben, dass Sie das Gefühl haben, Ihr Sohn entgleitet Ihnen. Daraus spricht für mich eine tiefe Sehnsucht nach Nähe zu Ihrem Sohn, Sicherheit und Frieden. Letztlich sehen Sie sich jedoch allein dieser Situation ausgesetzt, in voller Verantwortung und Last.
In diesem Zusammenahng stellt sich für mich die Frage nach dem Vater Ihres Kindes. Gibt es einen Kontakt zwischen Kind und Vater? Es wäre einfach wünschenswert für Sie, wenn Sie diese Situationen nicht immer allein meistern müssen. Natürlich ist es über einen längerern Zeitraum kaum zu schaffen, mit derartigen Situationen jederzeit besonnen und in Ruhe umgehen zu können. Mit anderern Worten, Sie benötigen Entlastung, um sich den Themen Ihres Sohnes wieder zuwenden zu können. Mit dem Zustand der Erschöpfung gehen oft auich Zweifel und Selbstzweifel einher. Doch all das wissen Sie vermutlich bereits und so bleibt zu überlegen, wer Sie im Alltag, zumindest punktuell, entlasten könnte. Vielleicht haben sie ja eine Idee. Herzliche Grüße bke-Eddy-Kreuzer
24.01.2016, 14:46 Uhr | -serafina-
Hallo Regentag,

so ganz konkret fällt mir nur ein: Evtl. gleich zu Beginn des Anfalls Deinen Sohn schnappen und mit ihm den Raum verlassen? Ihn somit also räumlich aus der Konfliktsituation bringen...? Keine Ahnung, ob das eine gute Idee ist. Womöglich ist er mit 3,5 Jahren auch schon zu groß dafür.

Die andere, etwas gewagte Möglichkeit die mir spontan einfällt: Zwei Stofftierchen nehmen und die Situation nachsspielen - also wie das eine Tierchen das andere anbrüllt, es soll weggehen, sofort, etc., etc., und falls er dann neugierig wird, und sei es nur mit einem Auge oder Ohr, eine Auflösung spielen, vlt. sogar eine lustige (Wüterich kriegt Schluckauf oder so....).

Ich habe wohl Erfahrung mit Wutanfällen gemacht bei meinen Kindern, aber nicht in dieser Form bzw. Konstanz. Ehrlich gesagt weiß ich nicht, WELCHE Mutter das auf Dauer aushält, ohne destruktive Phantasien zu entwickeln. Daher vermute ich auch eher, dass das Problem nicht situativ zu lösen ist, sondern eine Beziehungsproblematik zumindest überdacht werden sollte. Konkret meine ich da, wo ist der Papa? Gibt es Kontakt? Gibt es eine andere männliche Bezugsperson? Ich habe wirklich Hochachtung vor alleinerziehenden Jungs-Mamis, eben weil die Mutter da etwas leisten können soll, was sie gar nicht kann. Weil sie kein Mann ist, an dem der Junge sich in einer sicheren Beziehung orientieren kann, auch in Bezug auf den Umgang mit Agressionen. Und schließlich soll er ja ein Mann werden, später einmal.

Das sind alles nur Gedanken. Vielleicht liege ich auch komplett daneben.

Viele Grüße
Serafina
24.01.2016, 10:41 Uhr | Pauliprinzessin
Regentag,

was macht man mit einem brüllenden Kind wenn man selbst schon vollkommen geladen ist.
Patentrezepte gibt es da nicht wirklich.
Es kommt auf die Situation, auf das Alter, auf den tatsächlichen Entwicklungstand des Kindes an.

Summen als er kleiner war
Auch mal selbst auf Durchzug schalten und einfach gar nicht reagieren.
Fernsehkiste an, klar auch das
Aber, ich hab meinen auch mal gepackt und angebrüllt. Bin nur ein Mensch und keine Maschine...
Der Versuch Kind ins Zimmer zum Abreagieren hat bei uns auch nicht geklappt. Kind tritt gegen die Tür, reißt an der Tüklinke- da begibt man sich schnell auf die gleiche Ebene und hält die Tür von der anderen Seite fest- macht keinen Sinn mit einem Kind einen Kampf zu beginnen.
Was bei uns öfter auch wirkte war das Ganze umzudrehen- etwa so: Kind schreit und ich sage bitte noch etwas lauter, das reicht noch nicht z.B. Das verblüfft total und schon ist in kurzer Zeit Ruhe.
Kissenschlachten haben auch schon gewirkt- wir beide gegeneinander anschließend schweiß gebadet aber abreagiert.

Das mit den nächtlichen Schreitacken ist schwierig, nachdem ich gemerkt habe, dass er gar nicht wach ist und eigentlich nichts von dem was er sagt auch tatsächlich will habe ich einfach so lange neben dem Bett verweilt bis wieder Ruhe war. Nicht anfassen, nichts sagen. Anfangs habe ich tatsächlich gedacht er hat hunger,durst, will gekrault werden weil er es gesagt hat und bin rumgerannt etc....Da musste ich erst drauf kommen, nix davon . Mit etwa sechs Jahren hat das dann aufgehört, aber vorher habe ich die Nachbarn aufgeklärt, damit sie nicht die Polizei und das Jugendamt rufen des Nachts. Ich habe ein Video davon, das zeige ich meinem Kurzen wenn er dann 18 wird....Aufwachgeschrei habe ich immer ingoriert. Das sollte sich bei dir jetzt aber auch langsam geben, er kann ja schon allein aufstehen und muss nicht an den Gitterstäben rütteln....
Wichtig ist wohl, das ist mir in den 24 Jahren in denen ich mittlerweile Kinder groß ziehe klar geworden, dass man selbst nicht gerade an vielen Dingen rumknabbert. Ist man selbst gestresst reagiert man viel aggressiver als wenn man gerade entspannt ist. Habe ich gerade mal wieder extremen Stress mit dem Papa, sorgen finanzieller Art dann bin ich auch eklig bei Kleinigkeiten die mich sonst nicht mal zu einem Schulterzucken animieren würden.

Welcher Erziehungsstil dahinter steckt habe ich noch nicht geforscht. Wir übernehmen einiges aus der eigenen Kindheit ohne uns dessen Bewusst zu sein und wir handeln oft auch intuitiv.
23.01.2016, 18:24 Uhr | dagmita
Das finde ich auch UNGLAUBLICH schwierig. Vor allem als er noch klein war. Mein Kleiner hat sich dann immer in Hustenkrämpfe reingesteigert, wenn wir gestritten haben, damit ich dann nachgebe. Er hatte sowieso Pseudokrupp und dann hatte ich natürlich Panik. Ich hab meistens versucht in einen anderen Raum zu gehen, aber kleine Kinder kommen natürlich nach.
Wir hatten da auch schlimme Dramen, ab und zu.
Ich hab da leider überhaupt keinen Tipp.
Außer vielleicht was machen, was ablenkt vom Streit.
Einfach Glotze an, Kinderprogramm, einen netten kleinen Film zusammen auf You Tube kucken und Kekse essen (gemeinsam natürlich) nur so 10-15 min, bis beide wieder runtergekomennen.
Aber pädagogisch ist das natürlich ausgesprochen fragwürdig.
Wobei mir Pädagogik oft egal ist, wenn es darum geht Situationen zu retten.
Viele Grüße dagmita
23.01.2016, 17:56 Uhr | Ruba
Hallo Regen,
ich finde es supertoll, dass Du Dich so ausführlich und differenziert zu unseren Beiträgen äußerst! Es will Dich hier sicher niemand in eine Schublade stecken. Wir können Dich ja nur nach Deinen Beiträgen beurteilen und die kamen offensichtlich bei allen Lesern ziemlich gleich an. Du alleine kennst Dich und Dein Kind und kannst Dir die Anregungen aussuchen, die passen.
Alleine mit einem wütenden Kind, das getröstet werden müsste, umzugehen, ist nicht ganz einfach. Mir hat geholfen mich zu "programmieren". Ich habe eingeübt eine bestimmte Melodie zu summen um selber mit meiner aufsteigenden Wut umzugehen. Und dann war ich auch in der Lage auf mein Kind einzugehen. Klappt natürlich nicht immer. Ansonsten habe ich manchmal auch gesagt, dass ich zur Zeit sehr wütend bin und mich zu einem späteren Zeitpunkt mit dem Kind ausgesprochen.
Meinst Du denn wirklich, dass wir mit unseren Einschätzungen und Ratschlägen völlig daneben liegen?
23.01.2016, 17:16 Uhr | Regentag
Nochmal Danke für die rege Anteilnahme.
Ich bin etwas erstaunt bzw. irritiert darüber, in irgendwelchen Schubladen gelandet zu sein. Plötzlich gehöre ich zu den Müttern, die planlos und unsicher sind, drei Bücher gelesen haben, dann denken, sie wüssten wie's im Alltag funktioniert und plötzlich schockiert darüber sind, dass Wunsch und Realität nicht übereinstimmen. Das trifft aber weder zu, noch ist dies mein Problem.
Ich hatte versucht, in kurzen Schlagworten darzustellen, was mir wichtig ist oder worin ich mich wiedererkenne. Ich habe nicht gestillt, ihn rumgeschleppt oder mit ihm zusammen geschlafen, weil ich es irgendwo gelesen habe, sondern weil das Gefühl, es tun zu wollen, tief in mir verwurzelt war. Irgendwann mal habe ich (rein aus Interesse) über Merkmale verschiedener Erziehungsstile gelesen und festgestellt, dass ich vieles von mir im autoritativen finde, aber vielleicht ist es auch völlig egal. Ich dachte, eine ungefähre Beschreibung des Hintergrundes wäre wichtig.

Was Schwangerschaft und Babyzeit angeht, so gab's da nichts so wirklich Auffälliges, außer, dass ich mit Sicherheit hin und wieder emotional belastet war, weil ich eben überwiegend auf mich gestellt war bzw. es nicht mit einem Partner teilen konnte (meine Mama hat mich aber viel unterstützt, versucht sie auch jetzt noch).
Er hatte als Säugling typische Schreiphasen am frühen Abend, mit denen ich aber klar kam. Ich konnte sie zumindest besser aushalten als seine momentanen "Brüll-Phasen".

Dem Vorschlag, beim Arzt zu fragen, ob das Morgen-Schreien so etwas wie Nachtschreck sein kann, werde ich mal nachgehen, wobei man da ja leider auch nur begrenzt Einfluss drauf nehmen kann.

Was mich momentan sehr interessiert, ist die Fragen, wie Ihr damit umgeht, wenn Ihr allein mit Eurem Kind (mit Kindern) seid - egal ob dauerhaft, weil alleinerziehend oder weil andere Bezugspersonen gerade nicht anwesend sind - und Ihr gerade eine heftige Auseinandersetzung mit dem Kind hattet, selbst noch wütend seid, das Kind aber Trost braucht.
Wenn man sich geärgert hat und noch jemand mit dabei ist, hat man Zeit um runterzukommen (im Idealfall). Ich empfinde diese Doppelrolle manchmal als schwierig.

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