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01.10.2017, 11:54 Uhr | Nani05
Moin!

Ich wende mich seit langer Zeit mal wieder an das Forum...
Meine beiden Töchter (9und fast 12) machen mich mal wieder ratlos!
Sie haben wirklich nicht wenig Spielsachen (spielen aber phasenweise mit allem noch, was sie haben)
Das Problem ist, dass sie wenn wir Besuch von kleineren Jungen haben, sie total ausrasten und sich weigern, den Gästen etwas zum Spielen auszuleihen. Mir ist das total unangenehm und ich finde es fast schon krankhaft, wenn sie wissen, wir bekommen Besuch, und sie dann ihre Zimmer abschließen!?! Ich möchte gern, dass meine Mädels hilfsbereit sind und auch abgeben können, aber wie kann ich sie dazu animieren? Ich kann ja verstehen, dass sie nicht möchten, dass der Besuch alles aus dem Regal zieht und dann liegen lässt... aber ich biete ihnen immer an, dass sie die Kinder doch spielen lassen sollen und ich helfe dann mit beim Aufräumen! Aber da geht kein Weg ran!?! Sie stehen teilweise wie Polizisten hinter den Gästen (wenn sie nach langer Diskussion dann doch mal etwas zum Spielen herausgerückt haben) und kommandieren, wie sie was spielen müssen und was sie damit nicht machen dürfen!
Ich habe schon oft versucht, Ihnen zu erklären, sie sollen sich doch versuchen in die Kleinen hineinzuversetzen ... so viele tolle Spielsachen... da weiß man als 4 bzw 6 jähriger gar nicht wo man anfangen soll...
Andererseits möchte ich die Ängste meiner Mädels ernst nehmen, aber trotzdem finde ich dieses Verhalten geht gar nicht!!!


Was kann ich tun, um Ihnen zu zeigen, dass es schön ist zu teilen und ja, es kann passieren, dass dabei auch mal etwas kaputt geht (ist bisher nur 1-2 mal passiert) aber dass ist nicht oft und dann kann man es entweder reparieren oder ersetzen?

Bitte um Hilfe und Anregungen!!!

Vielen Dank schonmal im Voraus!
03.10.2017, 17:20 Uhr | BabyOne
Hallo Nani,

ich finde es überhaupt nicht krankhaft, wenn die Kinder das was ihnen gehört schützen wollen. Ich kann mich gut an ähnliche Dinge aus meiner Kindheit erinnern. Mein Bruder durfte sich prinzipiell an allen meinen Sachen bedienen und sie auch kaputt machen (dann hieß es immer, damit hast du doch gar nicht mehr gespielt) , und einmal hat meine Mutter mich genötigt einem Mädchen eine besonders schöne Mütze zu leihen, die ein Geschenk meiner Großmutter gewesen war. Diese Mütze habe ich nie wieder zurück bekommen. Ich fand es als Kind teilweise richtig entwürdigend, wenn über meinen Kopf hinweg und gegen meine Wünsche über meine Sachen entschieden wurde. Das hat auch etwas damit zu tun, dass die Kinder als eigenständige Personen respektiert werden.

Kinder zu einem bestimmten Verhalten zu erziehen heißt nicht sie dazu zu zwingen, sondern es ihnen vorleben und erklären, warum es so richtig ist.
"Gute Erziehung heißt zu verbergen, wie viel wir von uns selbst halten und wie wenig von anderen." (Mark Twain)
02.10.2017, 21:52 Uhr | -serafina-
Hallo Nani05,

das mit der Kiste für Besuchskinder finde ich eine gute Idee!

Wenn Du Deinen Kindern "moralische Daumenschrauben" anlegst, wirst Du schätzungsweise genau das Gegenteil bewirken. Wenn Du aber Verständnis für sie aufbringst, dass sie sich vielleicht etwas genötigt fühlen, und wieder auf die Sache an sich zurückkommst - nämlich nicht, dass sie hergeben sollen, sondern dass es darum geht, dem Besuchskind ein bisschen Spielzeug anbieten als Gastgeber - wären sie vielleicht offener. Ich sehe Euch vor meinem inneren Auge gemeinsam am Ausmisten von alten Sachen, an denen sie nicht mehr intereessiert sind, und in die Besucherkiste packen *smiling*
Serafina
02.10.2017, 10:01 Uhr | marinadiezweite
Hallo Nani05, ich finde, etwas Diplomatie schadet nicht. Denn es mag sein, dass du im Recht bist. Und die Reaktion deiner Töchter sehr sehr überzogen ist. Es wird nur nicht besser, wenn sie sich nun auch noch abgestempelt fühlen. Krankhaft besitzergreifend. Ich denke nein. Ich denke, man kann das ruhig speziell sehen. Auf die Spielsachen bezogen. Sie wollen ja nicht Sachen von anderen nehmen sondern wollen ihre eigenen Sachen beschützen.
Kinder können schon teilen. Manchmal schadet es ihnen aber auch nicht, wenn sie was nicht abgeben. Denn sie haben schon Erfahrung gemacht. Diese übertragen sie nun auf einen unbekannten Jungen, den sie von den Verhaltensweisen nicht kennen. Ist er auch vorsichtig? Wer weiß das schon vorher.
Ich denke, da solltest du die Kinder einbinden. Was wollen sie abgeben für den Nachmittag? Wo möchten sie gemeinsam mit dem Jungen ausserhalb ihres Zimmers spielen?
Dass du gemeinsames Aufräumen anbietest, finde ich gut. Aber es ist nur ein Angebot und sie nehmen dieses nicht an.
Ich glaube, die Menge des Spielzeugs macht es gar nicht, dass man teilt. Ihr habt doch genug, könnt ihr doch abgeben. Ui, ich glaube, da haben noch mehr Menschen genug von was und geben nichts ab.
Man könnte eine kleine Kiste vorbereiten. Mit Sachen, die die beiden gern bereitstellen. Ich hab mir sogar mal eine Extrakiste zusammengestellt. Vom Flohmarkt paar Grundsachen für wenig Geld, eventuell auch eher paar Jungensachen. Oder Sachen, wo die Mädels nicht mehr so gern mit spielen, da sie entwachsen sind. Das macht dann allen Spass.
02.10.2017, 09:03 Uhr | bke-Clara-Winzenberg
Hallo nani05,

Ihre beiden Töchter bewachen ihre Spielsachen wie einen Schatz, wenn andere Kinder zu Besuch kommen, obwohl Sie sie zum Teilen und Abgeben erziehen. Ich kann Ihre Enttäuschung gut nachvollziehen, weil man sich ja "soziale" und empathische Kinder wünscht. Nun haben sie einmal eine schlechte Erfahrung gemacht und sperren den Raum ab. Konsequent aus der Sicht der Mädchen.

Das Thema Ihrer Kinder ist im Moment Abgrenzung und natürlich ist das Zimmer mit den Spielsachen das Reich der Mädchen und ihr Eigentum, das es zu schützen gilt. Ich würde in der Situation nicht über die von den Mädchen gesetzte Grenze hinweggehen, sondern meine Enttäuschung äußern und beim nächsten Mal einen anderen Weg einschlagen. Was würde passieren, wenn Sie einen Besuch frühzeitig ankündigen und die Mädchen fragen, wie man den Nachmittag "gestalten" könnte? "An dem Tag kommt Frau x mit ihrem kleinen Kind y zu Besuch. Habt ihr eine Idee, was y spielen könnte?" Vielleicht reagieren Ihre Töchter kooperativer, wenn sie eingebunden werden. Vielleicht sagen sie aber, dass sich die Mutter, die zu Besuch kommt, selber Gedanken dazu machen soll. Probieren Sie es aus!

Herzliche Grüße
bke-Clara-Winzenberg *smiling*
01.10.2017, 21:07 Uhr | Ruba
Für mich sind Rücksichtnahme und Empathie auch vorrangige Erziehungsziele, aber dennoch sollte man das Recht der eigenen Kinder auf Eigentum akzeptieren. Soooo verkehrt ist doch der Vergleich mit dem Auto nicht. Für Deine Töchter sind ihre Spielsachen genauso wichtig wie für Dich bspw. Dein Auto. Daher mein Vorschlag vorher einige Spielsachen herauszugeben, mit denen das fremde Kind spielen darf, aber akzeptieren, dass Deine Töchter nicht möchten, dass sich andere Kinder einfach so bedienen. Das hat für mich auch etwas damit zu tun, dass man seine Kinder ernst nimmt und ihre Rechte respektiert. Es sind die Spielsachen der Mädchen - auch wenn sie von Deinem Geld gekauft wurden.
01.10.2017, 17:03 Uhr | Nani05
Hallo!

Ich bin ehrlich grad etwas irritiert... wenn man das Zimmer voller Sachen hat, kann man ja wohl etwas ausleihen?!? Es ist ein Mal was kaputt gegangen... und der Junge ist auch sehr speziell... aber am Wochenende war ein Junge da, den sie gar nicht kannten und der auch vorsichtig war!

Sie sollen die Sachen ja nicht verschenken... nur ausleihen! Aber gleich das Zimmer abzuschließen... das geht ja wohl gar nicht!!!

Bin echt schockiert über die Antwort mit dem Auto... das kann man ja wohl überhaupt nicht vergleichen!!!

Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft finde ich sehr wichtig in der heutigen Gesellschaft, wo jeder nur an sich denkt!!! Und dieses: "Alles ist meins, ich geb nichts ab!" das finde ich sehr traurig...
01.10.2017, 16:12 Uhr | Ruba
Hallo Nani,
Louises Antwort trifft es sehr gut auf den Punkt :)
Wir Eltern erwarten oft von unseren Kindern Verhaltensweisen, die wir selber nie und nimmer aufbringen könnten.
Mein Mann erzählt immer davon, dass er als Kind von seiner Mutter die (verhassten) Kinder von Freundinnen mit den Worten "der ist so alt wie Du, mit dem kannst Du spielen" aufs Auge gedrückt bekam.
Deine Töchter haben schon erlebt, dass Spielsachen von fremden Kindern in Unordnung gebracht oder sogar zerstört wurden. Da ist es doch verständlich, dass sie darauf aufpassen, oder ?
Ich weiß nicht, wie freigiebig Du mit Deinen Sachen bist, aber ich würde es auch nicht mögen, wenn sich wildfremde Menschen (und es handelt sich ja offensichtlich nicht um die Freundinnen Deiner Töchter sondern vermutlich um die Kinder Deiner Freunde, oder ?) an meinen Dingen vergreifen würden.
Vielleicht könntest Du es etwas diplomatischer angehen. Das nächste Mal wenn Besuch kommt, bittest Du Deine Töchter, einige Spielsachen für den Besuch herauszusuchen, dafür geht der Besuch dann nicht in ihre Zimmer.
Du erwartest zu viel :)
01.10.2017, 15:08 Uhr | Louise-19
Hallo, Nani,
Du darfst gerne Dein Auto jedem 18jährigen Besucherkind zum Fahrenüben ausleihen.
Viele Grüße,
Louise

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