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17.10.2017, 10:22 Uhr | SonneMondSternchen
Hallo miteinander,
liebes Experten-Team,

ich bin ratlos und inzwischen fast täglich traurig und frustriert.
In diesem Jahr hat für meine beiden Kinder ein neuer Abschnitt begonnen (Schule und KiTa), und ich weiss dass diese Veränderung sicher Teil der "Problematik" ist.
Der 3jährige ist entweder super gelaunt und extrem lieb, oder er schlägt mich und schimpft "blöde Mama".
Teilweise kommt dieses Verhalten, wenn ich konsequent an Regeln festhalte, teilweise aber auch völlig aus dem "Nichts".

Seine daraus resultierenden Tobsuchtsanfälle können bis zu 1 Stunde dauern (und das bis zu 3x am Tag).
Er lässt dann niemanden an sich heran, schreit "geh weg", wenn ich dann gehe (meist mit dem Satz "ich lasse Dir jetzt Deine Ruhe, sag Bescheid wenn Du Dich beruhigt hast/mich brauchst") dann brüllt er noch mehr. Ein nicht endendes Spielchen.
Leider ist es mir nun schon öfter passiert dass ich in Tränen ausbreche. Ich erkläre ihm dann dass es mich traurig macht..., weiß aber dass ihn das sicher noch mehr verunsichert. Aber meine Gefühle kann ich kaum mehr verbergen.
Jeder Versuch einen Tag schön zu gestalten scheitert meist.

Manchmal enden diese "Anfälle" in seiner völligen Verzweiflung, das Weinen geht von Wut in Trauer über und er wirft sich mir an den Hals und schluchzt "es tut mir leid", als wenn ein Knoten geplatzt wäre. Manchmal gehen sie in beleidigt-sein über. Hier kann man ihn dann ablenken und die Stimmung hellt sich langsam wieder auf.

Dazu kommt, dass er auch kaum eine Gelegenheit auslässt den Großen zu provozieren und zu ärgern,bis dieser "explodiert".
Herrscht einmal für ein paar Minuten Ruhe, fängt der Große an den Kleinen zu ärgern.

Vorher kommt dieser "Frust" beim Kleinkind und vor allem - wie begegne ich diesem am Besten und kann ihm hier die bestmögliche Stütze geben.
Einfach abwarten und dem Ganzen Zeit zu geben erscheint mir schwierig, dafür geht es doch schon zu lange.
Dieses Verhalten ist übrigens mir gegenüber stärker als dem Papa gegenüber.

Herzlichen Dank für Rat & Tipps.
18.10.2017, 08:52 Uhr | bke-Eddy-Kreuzer
Sehr geehrte Userin SonneMondSternchen,

ich kann mir sehr gut vorstellen, dass das Verhalten Ihres Sohnes Sie persönlich trifft und Sie nicht immer die Metaebene einnehmen können. Es geht mir auch nicht darum, Ihrem Sohn gegenüber authentisch zu sein und ihm mitzuteilen, wie es Ihnen mit den Wutausbrüchen geht. Ich wollte Sie nur motivieren, sich nicht immer in die direkte Konfrontation mit Ihrem Sohn zu begeben, da es durchaus sein kann, dass sich dadurch ein zusätzlicher Konflikt für Ihren Sohn auftut, den er gar nicht so gewollt hat und der ihn zusätzlich belasten könnte. Letztlich braucht er Sie, um seine Emotionen loszuwerden. Das erfordert einerseits viel Verständnis und Wärme und andererseits auch Distanz und Abgrenzung.
Mit Begrenzung ist gemeint, dass Sie ihm durchaus mitteilen und spiegeln sollen, welche Wirkung sein Verhalten auf Sie hat und dass Sie sich einen anderen Umgang miteinander wünschen. Das können Sie ihm vorleben indem Sie nicht mit der erwarteten Reaktion auf seine Wut reagieren. Vielleicht fragen Sie ihn auch einmal, was er sich von Ihnen wünscht, wenn er seine Wutausbrüche bekommt. Begrenzen heißt, einerseits Verständnis für seine Wut signalisieren, denn die braucht scheinbar ihren Platz und zugleich mitteilen, was Sie sich von ihm wünschen. Vielleicht ist es auch sinnvoll, ihm zunächst einen Platz für seine Wut zu geben, ohne das Sie sich angegriffen fühlen.
Versuchen Sie es mit gemeinsamen Spielzeiten. Im Spiel können Ihre Kinder Konkurrenz und ein miteinander lernen.

Viele Grüße bke-Eddy-Kreuzer
17.10.2017, 18:14 Uhr | marinadiezweite
Hallo SonneMOndSternchen. Ich denke schon, dass dein dreijähriger tatsächlich nicht alles so beschreiben kann, wie du es erhoffst. Du fragst, was er hat. Er sagt, er ist wütend, weil du ihn gebissen hast. Der Wahrheitsgehalt ist also null, denn du hast ihn noch nie gebissen. Da solltest du dennoch cool bleiben und wie schon gesagt, nicht alles auf dich beziehen. Ich glaube, der Kleine fängt dann an Dinge dazuzudichten. Wie das halt so in dem Alter ist, wenn alles anstrengend ist und der Tag anstrengend war. Und er sich sicher oft zusammenreissen muss.
Ich würde empfehlen, dann nicht allzulange darauf herumzudiskutieren, dass du ihn nicht gebissen hast. Sondern vielleicht nachhaken, in dem Sinne, wo tut es denn weh?
Bei manchen Kindern hilft, zu pusten, ein wenig zu trösten.
Ich weiß nicht, warum er auf dich einhaut. Das solltest du natürlich unterbringen. Und zwar ganz klar und konsequent. In dem Sinne, wegschicken, alles ist wieder gut, wenn er sich entschuldigt, wieder kommen. Das ist glaub ich fast zu viel für einen dreijährigen.
Das solltet du daher sehr kurz fassen. Hauen möchtest du nicht, doofe Mama auch nicht genannt werden. Beleidigtsein und Betroffenheit aber aussen vor lassen. Da ja klar ist, dass er das wohl nicht so meint. Sondern vielleicht nur irgendwo aufgeschnappt hat, wie toll das ist, sowas zu machen oder zu sagen.
Frag ihn mal nach Ideen, was ihr machen könntet. Will er das nicht, dann ist eben mal Sendepause. Kann sein, dass er eine gute Mittagspause braucht. Wo ihn niemand was fragt.
Gleich behandeln, das glaub ich sollte nicht das Ziel sein. WEnn einer nach dem Großen fragt, dann ist eben der Große dran. Wenn der Kleine dann von sich aus erzählt, dann ist das doch viel besser. Man kann hat 3-jährige nicht genauso wie 6-jährige behandeln. Beide haben nun aufregende Zeiten. Vielleicht wollen sie zeitweise gar nicht mehr zusammen spielen. Oder ihr spielt was, was du vorgibst, und wo beide Spass haben.
17.10.2017, 15:46 Uhr | SonneMondSternchen
Lieber Eddy-Kreuzer,

vielen herzlichen Dank für Ihre Zeilen, die mir zeigen dass ich grundsätzlich nicht so verkehrt in meinen Gedankengängen bin.
Vielleicht könnten Sie noch etwas detaillierter eingehen? Das wäre mir eine große Hilfe.
Grundsätzlich möchte ich Sie motivieren, die Wutausbrüche Ihres Sohnes nicht in jedem Fall auf sich zu beziehen, es sei denn es gibt eine konkrete Situation, die dann aber auch geklärt werden kann.
Ich weiß, das ich das nicht persönlich nehmen sollte. Ist mir auch wochenlang gelungen. Inzwischen geht das leider nicht mehr, ich habe das Gefühl mir schwinden hier die Kräfte. Ich versuche natürlich mein Bestes, weiß aber auch hier: verstellen funktioniert nicht, die Kinder spüren wie nahe mir das alles geht. Deshalb versuche ich einfach ehrlich zu sein "Auch eine Mama kann das nicht immer aushalten..")
Ich habe den Eindruck, dass sich Ereignisse und Erlebtes aus dem Alltag Ihres Kindes an anderer Stelle Platz verschaffen und Ihr Sohn seinen emotionalen Zustand dann nur schwer steueren kann. Sie sind die Reibefläche und er wird gügend Vertrauen zu Ihnen haben, dass er sich in Ihrer Gegenwart so zeigen kann. Es ist also wichtig für Ihn, dass Sie dann für ihn da sind, seine Emotionen auffangen und eventuell regulieren. Natürlich sollten Sie Ihren Sohn dann auch begrenzen.
An "Dampf ablassen müssen" dachte ich auch schon. Eventuell können Sie mir noch genauer sagen wir Sie "begrenzen" meinen?
Denn genau das fällt mir momentan so schwer.
Vielleicht fragen Sie Ihren Sohn, wie sein Tag gelaufen ist, was er erlebt und sich gefühlt hat. So könnten Sie eventuell ungesteurten Ausbrücehn vorgreifen.
Genau das tue ich jeden Tag. Deshalb ist es ja alles so frustrierend. Im Grunde genommen denke ich genau an all diese Dinge und trotzdem funktioniert es nicht *sad* Eventuell gibt es noch andere Maßnahmen an die ich noch nicht gedacht habe?
Ein anderes Thema könnte die Geschwisterkonkurrenz sein. Hier geht es um den jeweiligen Platz in der Familie, wer hat was zu sagen, wieviel Recht und Begrenzung. Dann sollte jedes Kind sein "Reich" haben und sich zurückziehen können. Auch hier ist es wichtig, zu begrenzen.
Haben die beiden. Und überschreiten regelmäßig die "Grenze des Reichs" um zu provozieren. Abwechselnd. In regelmäßigen Turnus. Der Papa unterstützt mich wirklich sehr und versucht auf liebevolle Art die Jungs zu "bändigen". Gelingt leider nicht oft. Er ist allerdings auch der Meinung, dass es eine Phase ist die sich auch wieder legt. Ich glaube auch daran, habe aber auch Angst dass es aus dem Ruder läuft.

Vielleicht können Sie mir dazu noch Ihre Gedanken/Tipps schreiben?
Vielen Dank und liebe Grüße
17.10.2017, 15:05 Uhr | bke-Eddy-Kreuzer
Sehr geehrte Userin SonneMondSternchen ,

willkommen im Elternforum der bke. Auf Ihren Beitrag haben Sie bereits eine recht ausführliche Antwort erhalten und wie ich lese, konnten Sie sich einige Hinweise zueigen machen.
Auch von Moderatorenseite möchte ich Ihnen noch einige Gedanken zur Verfügung stellen. Grundsätzlich möchte ich Sie motivieren, die Wutausbrüche Ihres Sohnes nicht in jedem Fall auf sich zu beziehen, es sei denn es gibt eine konkrete Situation, die dann aber auch geklärt werden kann.
Ich habe den Eindruck, dass sich Ereignisse und Erlebtes aus dem Alltag Ihres Kindes an anderer Stelle Platz verschaffen und Ihr Sohn seinen emotionalen Zustand dann nur schwer steueren kann. Sie sind die Reibefläche und er wird gügend Vertrauen zu Ihnen haben, dass er sich in Ihrer Gegenwart so zeigen kann. Es ist also wichtig für Ihn, dass Sie dann für ihn da sind, seine Emotionen auffangen und eventuell regulieren. Natürlich sollten Sie Ihren Sohn dann auch begrenzen.
Vielleicht fragen Sie Ihren Sohn, wie sein Tag gelaufen ist, was er erlebt und sich gefühlt hat. So könnten Sie eventuell ungesteurten Ausbrücehn vorgreifen.
Ein anderes Thema könnte die Geschwisterkonkurrenz sein. Hier geht es um den jeweiligen Platz in der Familie, wer hat was zu sagen, wieviel Recht und Begrenzung. Dann sollte jedes Kind sein "Reich" haben und sich zurückziehen können. Auch hier ist es wichtig, zu begrenzen.
Ich kann mir gut vorstellen, dass das für Sie sehr anstrengend ist. Vielleicht macht es Sinn, wenn Sie die Verantwortung an den Papa abgeben, wenn Sie sprüren, dass Sie Ihre Grenze erreicht haben.

Ich bin gespannt auf weitere Rückmeldungen zu Ihrem Beitrag.

Herzliche Grüße bke-Eddy-Kreuzer
17.10.2017, 14:31 Uhr | SonneMondSternchen
Liebe Kinderfreundin,

danke für Deinen Rat und Dein "Zuhören"!

Du hast Recht, natürlich denke ich dabei daran dass nichts ohne Grund geschieht. Es ist aber zumindest kein ersichtlicher Grund. Ich beobachte nun wirklich schon mehrere Wochen sehr genau und achte auf jede Kleinigkeit. So zum Beispiel auch, dass keiner der beiden bevorzugt Aufmerksamkeit geniesst (z.B. bei der dauernd gestellten Frage der Leute „wie läuft es denn beim Großen in der Schule“ betone ich „auch dem Kleinen gefällt es prima in der KiTa…etc.)
Das Einzige das mir einfällt/auffällt ist, dass der Kleine durch den neuen Tagesablauf keinerlei Exklusivzeit mehr hat. Früher hatte er mich vormittags alleine, dann von einem Tag auf den anderen nicht mehr. Aber ob das tatsächlich der Auslöser sein kann? Hier versuche ich, dass ich evtl. die nächste Zeit einen Tag in der Woche nur mit ihm habe.

Du schreibst, dass er ansonsten schlägt, wenn du etwas durchsetzen willst. Naja ... ich kann mir vorstellen, dass dich das jetzt vielleicht verletzt oder unter Druck setzt, aber Menschen stört oder kränkt das nunmal, wenn jemand über sie bestimmt oder bestimmen will - auch die ganz kleinen.


Auch hier bin ich auf Deiner Seite, und dieser Art des Hauens kann ich mit einem ganz anderen Verständnis/Gefühl gegenübertreten. Ich bin der Meinung dass wir unsere Kinder sehr „gleichwertig“ erziehen, sprich: wir tadeln nicht mit erhobenem Zeigefinger, sonder auf der Ebene „Rücksichtnahme, Verständnis..“
Auch Deinen Rat aktiv zuzuhören setzen wir von Anfang an um (ich habe das Gefühl mich sehr gut in die Kleinen reinversetzen zu können, und betone auch „…ich kann verstehen dass Du…“)
Zugegebenermaßen zweifle ich die letzten Tage ob das „funktioniert“, denn wenn er etwas nicht möchte ist der Wutanfall sicher.
Er provoziert diese sogar, z.B. in dem er solange mit Dingen rumwirft bis ich sie wegnehme (was inzwischen nach der ersten Bitte aufzuhören geschieht).
Er macht absichtlich Dinge kaputt (nur wenn man zusieht), vorzugsweise gebautes vom Bruder.
Es muss also mit Aufmerksamkeit und Eifersucht zu tun haben. Aber ich kann mich doch nicht zwei teilen *sad*

Auch dem "Geh weg!" lässt sich aktiv zuhören. Was für ein Gefühl oder Bedürfnis, glaubst du, dass dahinter steckt? Magst du (auch) hier das eine das eine oder andere Bsp. schreiben - mit den entsprechenden Gefühlen und Bedürfnissen?


Hier ist mir völlig klar, dass er eigentlich gar nicht möchte dass ich gehe.
Dein Tipp wie ich hier besser kommunizieren kann, ist sehr gut, so habe ich das tatsächlich noch nie formuliert. Tatsächlich habe ich es eher mit „ich möchte lieber bei Dir bleiben weil ich sehe dass es Dir nicht gut geht“ versucht. Da kam dann schon mal „ja, weil Du nicht gehst“ *sad*
Das mit dem Kissen habe ich von Anfang an probiert. Er meint dabei nur „nein, ich will aber Dich schlagen, ich bin wütend auf Dich, nicht das Kissen“.
Natürlich habe ich auch „in guten Momenten“ schon versucht der Sache auf den Grund zu kommen, leider ergebnislos. Im Gegenteil, er sagt dann so Dinge wie:“ja ich war wütend, weil Du mich gebissen hast“. Er wurde aber in seinem ganzen Leben noch nie gebissen.
Ich denke er kann nicht wirklich greifen was ihn dazu bewegt so wütend zu werden.

Ich bin einfach so irritiert, dass ich zum ersten Mal verunsichert bin ob "Verständnis" zeigen hier immer der richtige Weg ist.
Aber: er hat doch offensichtlich Kummer!? Oder gibt es das "ungezogene" Kind doch (ich war bisher immer der Meinung dass es das nicht gibt, sondern Aufmerksamkeit eingefordert wird).
Aber: er ist weder überbehütet, noch vernachlässigt. Er kann immer zu uns kommen. Er hat gelernt zu warten. Wir hören zu. Wir nehmen ihn ernst. Alle "Regeln" die es bei uns gibt basieren auf "friedliches Beisammensein".
Deshalb....weitermachen wie bisher? Exklusivzeit einplanen und abwarten?

Danke für Deine/Eure Zeit
17.10.2017, 12:06 Uhr | Kinderfreundin
Liebe SonneMondSternchen (was für ein hübscher Name! *wink* ),

ich kann mir vorstellen, dass dich diese Wutphasen deines Sohnes sehr anstrengen. Sicher kommst du ans Ende deiner Kraft, wenn das so lange geht! Ich kenne jetzt aus persönlicher Erfahrung keine Wut-wein-schlag-Zeiten, die so lange gehen - und dann noch in der Kombi, dass man befürchten muss, dass das am selben Tag noch ein- bis zweimal passiert - und kann es vllt nicht so nachvollziehen. Ich hoffe, du fühlst dich dennoch von mir verstanden.

Du hast geschrieben, dass das Hauen manchmal völlig aus dem Nichts komme. Ich glaube, das Nichts war auch in Anführungsstrichen, vllt hast du selbst in die Richtung gedacht: Kein kindliches Verhalten kommt ohne Grund - irgendein Gefühl oder Bedürfnis steckt immer dahinter.
Natürlich kommt eine heftige Gefühlsregung durchaus zuweilen überraschend für uns, weil dem Kind kälter war, als wir eingeschätzt hatten und die Hände schon wehtun, bis wir zu Hause sind. Dann ist das Kind natürlich wütend auf uns, weil wir uns nicht beeilt haben, sondern noch Dinge getan haben, die sie überflüssig fanden.
Anders kann auch schon Verschiedenes gewesen sein, dass das Kind verletzt, verärgert, frustriert, geekelt o. ä. hat und dann kommt der berühmte Tropfen, der das Fass (wie bei uns Erwachsenen auch) zum Überlaufen bringt. Irgendeine Kleinigkeit, die wir nicht wahrnehmen oder als nicht wichtig wahrnehmen. Fallen dir da Tropfen ein, die der Wut deines Sohnes in den letzten Tagen vorausgegangen sind?

Du schreibst, dass er ansonsten schlägt, wenn du etwas durchsetzen willst. Naja ... ich kann mir vorstellen, dass dich das jetzt vielleicht verletzt oder unter Druck setzt, aber Menschen stört oder kränkt das nunmal, wenn jemand über sie bestimmt oder bestimmen will - auch die ganz kleinen.
Grundsätzlich halte ich mehr davon, um gegenseitiges Verständnis zu ringen bis sich eine oder mehrere Lösungen abzeichenen und sich dann auf welche einigen. Vllt magst du mal das eine oder andere Bsp. schreiben, dann kann ich dir konkreter darstellen, wie ich das meine!


Ansonsten ist aktives Zuhören das Zauberwort. Vor, während und nach Wutzeiten:

Ich stelle mir vor, dass du jetzt enttäuscht sein wirst: Ich habe es eilig und keine Zeit noch in die Eisdiele zu gehen und dir ein Eis zu kaufen. (1. Satz ist aktives Zuhören)
Ich merke, dass du wütend bist, weil du enttäuscht bist kein Eis zu bekommen / bekommen zu haben.
Vorhin warst du sehr wütend, nicht wahr? (aktives Zuhören) Ich habe leider gar nicht verstanden, wieso. Magst du mir das erzählen? (Wichtig: Nein tolerieren!)


Auch dem "Geh weg!" lässt sich aktiv zuhören. Was für ein Gefühl oder Bedürfnis, glaubst du, dass dahinter steckt? Magst du (auch) hier das eine das eine oder andere Bsp. schreiben - mit den entsprechenden Gefühlen und Bedürfnissen?

Du kannst auch, wenn es deinen Sohn gerade gut geht, einfach mal fragen, was er sich von dir wünscht, wenn er wütend ist.

Außerdem halte ich es für sehr wichtig, dass du deine Gefühle äußerst. Dein Junge spürt sie ohnehin! Drüber reden erleichtert ihm, mit deinen Gefühlen klarzukommen. Wichtig ist nur, dass du ihn nicht die Verantwotung für deine Gefühle zuschiebst, sondern sagst "Ich bin traurig, dass wir gerade nicht miteinander klarkommen. Ich weiß nicht, ob ich im Zimmer bleiben soll oder gehen soll. Was dir besser tut, was du dir von mir wünschst." und nicht "Ich bin traurig, dass du mich schlägst." Im Grunde passt Trauer gar nicht zu geschlagen werden ... Darüber sind wir nicht traurig, eher über den Streit. Schlagen tut weh. Das kannst du ihm auch kurz sagen und ggf. was anderes zu draufhauen hinhalten /-legen (ein Kissen o. Ä.). Wenn du sagst, dass es dir wehtut ist das auch keine Verantwortungszuweisung, sondern einfach nur dein Gefühl und die Bitte um Hilfe, dass du dieses Schmerzgefühl nicht mehr hast. Verbunden mit dem aktiven Zuhören, spürt er, dass seine Wut akzeptiert wird, aber nicht alles, was er dann tut!

Ich hoffe, dir etwas weiter geholfen zu haben und freue mich schon auf deine Antwort.

Bis dahin alles Gute!
Kinderfreundin

Treffer: 7

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