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18.10.2017, 23:23 Uhr | patchworkberlin
hallo,

heute abend hat es wieder geknallt und nun wende ich mich hilfesuchend hierher.

kurz zu meiner situation: ich habe 3 kinder, zwei jungs (2 und 4,5 jahre) mit meinem freund und eine 11 jährige tochter aus der ehe davor. zum leiblichen papa besteht ein guter kontakt, wir haben das zweiwöchige wechselmodell.

mit meinem freund gerate ich immer wieder aneinander. er fühlt sich oft in erziehungsfragen nicht beachtet, von mir ausgebremst bzw. sogar hintergangen.

heute abend ging es darum, dass die große den kleinen was vorlesen sollte, darum bat sie mein freund, sie sagte ok. danach kam sie zu mir ins bad und meinte, sie wollte doch noch duschen usw. also habe ich gesagt, sie soll das mit ihm klären... hintergrund ist der, dass lange zeit die kommunikation über mich lief und zwar meiner meinung nach von beiden seiten aus.(sie fragt mich, was er macht, wie er was meint und andersrum genauso statt das direkt miteinander zu klären). als er mitbekam, dass sie bei mir war, wurde er sauer und fragte sie, warum sie ihm das denn nicht sagen würde, ob sie angst hätte oder was? darauf konnte sie ihm keine antwort geben. jedenfalls ist er der meinung, er hätte ihr deutlich gesagt, dass sie das bitte machen soll. das kam bei mir nicht so an, deswegen habe ich dann gesagt, dass ich was vorlese und sie duschen gehen soll. woraufhin er super sauer wurde und wir uns mal wieder gestritten haben.

ich kann total verstehen, dass er sich dann schlecht und ausgebootet fühlt. ich mache das nicht mit absicht. keine ahnung, warum sich das so eingeschliffen hat. vielleicht weil immer noch nicht klar ist, welche rolle er einnimmt. das ist bei beiden ein ständiges auf und ab. mal möchte sie einen "Bonuspapa" haben, dann scheint er ihr wieder total egal zu sein. andersrum genauso....

ich bin dann vorhin nochmal zu ihm gegangen, um zu erklären, dass ich das tatsächlich nicht mit absicht mache und dass ich seine unterstüzuing brauche, weil ich das oft nicht merke (mein zwischengrätschen). zum beispiel in der oben genannten situation so etwas wie; kind, ich möchte, dass du das machst. und nicht die mama. oder eben dann an mich gewendet... aber das will er erstens nicht und zweitens kommt er sofort mit seiner "schuldnummer". nach dem motto, ich würde ihm jetzt die schuld in die schuhe schieben. das macht mich immer noch wütender.


was kann ich denn tun, um an der situation irgendetwas zu verbessern?
 
21.10.2017, 08:11 Uhr | -serafina-
Hallo patchworkberlin,
vlt. liest Du das ja noch.
Ich möchte mich hier eher BabyOnes Ansicht anschließen.
Zunächst einmal hast Du ja "korrekt" reagiert (sie soll das direkt mit ihm ausmachen). Hätte bspw. Dein Partner nicht mit Wut, sondern aufrichtigem Interesse gefragt, warum sie zu Dir kommt und nicht zu ihm, wäre es womöglich anders gelaufen. Dass Du dazwischengrätschst passiert ja, weil Du den entstehenden Konflikt vermeiden willst (nicht richtig, aber verständlich).

Also Dein Mädchen hat irgendein Problem mit ihm. Wenn er an ihr interessiert ist, sollte er das womöglich angehen, eine Vertrauensbeziehung zu ihr aufbauen und in "Friedenszeiten" mit ihr über solche Vorkommnisse sprechen. Mit Ansprüchen und Forderungen im Akutfall erreicht man das wohl eher weniger, und natürlich fühlt er sich so nicht anerkannt und geschwächt von Euch beiden eigentlich. Ich glaube, dann wächst auch Dein Vertrauen in die Beziehung der beiden und Du "traust" Dich, Deine Tochter dieser Beziehung eigenverantwortlich zu überlassen. Im Moment hast Du offensichtlich das Bedürfnis, sie zu schützen.

Grundsätzlich finde ich auch wichtig zu klären, was die beiden füreinander sein wollen und ob Du das mitleben kannst und willst. Da steckt Ihr alle 3 etwas fest, so auf jeden Fall liest sich das.
Serafina
 
19.10.2017, 21:45 Uhr | BabyOne
Hallo patchworkberlin,

ich kenne dieses Argument "Du grätschst mir dazwischen" sowohl von meinem Ex-Partner als auch aus Erzählungen einer Freundin über ihre Ehekonflikte. Bei uns ist es jeweils so, dass die Väter teilweise zu streng sind/waren und wir (Mütter) dann teilweise auch ganz absichtlich schützend dazwischen gegangen sind. Insofern ist das wohl wirklich nicht gerade eine ungewöhnliche Konstellation.

Bezieht sich das bei Euch nur auf die ältere Tochter oder auch auf die jüngeren Kinder? Je nachdem würde ich es dann eher als ein Patchwork-Problem sehen oder eher als ein allgemeines Elternproblem. In jedem Fall ist es ein Beziehungs-Problem.

Als Mutter hat man ja - weil man sich oft schlicht mehr kümmert und in Deinem Fall sowieso, weil er nicht der Vater ist - eine engere Beziehung zum Kind. Die Väter wiederum scheinen oft irgendwie so ein Problem mit dem Thema Autorität zu haben, wollen gerne herumkommandieren und ersetzen dabei Beziehung manchmal durch vermeintliche Autorität... und scheinen auch oft den Übergang zum Jugendlichenalter, wo die Kinder auch mal nein sagen und anderer Meinung sind, nicht so toll hinzubekommen, vielleicht auch wieder deswegen, weil die Beziehung zum Kind nicht so eng ist und sie einfach nicht mitkriegen wie weit sich das Kind schon wieder entwickelt hat. Natürlich behaupte ich nicht dass alle Männer so sind, und sicher gibt es auch Mütter denen mehr Strenge gut stehen würde, aber bei mir und meiner Freundin ist es genau so.

Die Situation, die Du geschildert hast, scheint auf Anhieb ähnlich gewesen zu sein - er wollte, dass sie etwas tut und sie wollte es eher nicht. Von außen betrachtet ist die Situation völlig banal. An sich hätte man denken können, mit Deinem Angebot an ihrer Stelle vorzulesen wäre das Problem gelöst. Man fragt sich, warum aus so einer kleinen Situation ein Streit wird. Das ist aber natürlich nur vordergründig. Wenn man eine Schicht tiefer geht, geht es natürlich gar nicht mehr um die konkrete Situation, sondern um die Beziehungen zwischen allen Beteiligten. Irgendwo ist es ja klar - er ist gekränkt, weil sie zu Dir geht und damit den Eindruck erweckt als wäre er der Böse vor dem sie sich fürchtet und dem sie nicht direkt nein sagen kann, oder vielleicht auch weil er das Gefühl hat, er ist ihr nicht wichtig genug um sich direkt mit ihm auseinander zu setzen, oder weil er ihr Verhalten manipulativ findet und ihm das unsympatisch ist. Was davon es genau bei ihm ist, und was genau der Grund war, warum sie mit ihrem Anliegen lieber zu Dir ging als mit ihm zu reden, wäre interessant herauszufinden. Vielleicht fürchtet sie sich ja wirklich vor seiner Reaktion (was bedeuten würde, dass er an seiner Beziehung zu ihr arbeiten sollte) oder sie betrachtet ihn halt nicht als den, der im Haus zu entscheiden hat (wäre das falsch? Willst Du, dass er ihr wie ein Vater etwas zu sagen hat oder wäre es Dir lieber, selber die Oberhoheit zu behalten? Das sind Fragen, die ihr unter euch zu klären habt...). Dein Partner wiederum scheint sich seiner Rolle bei euch nicht so ganz sicher zu sein, sonst könnte er ja souveräner reagieren. Das kann daran liegen, dass seine Rolle gegenüber Deiner Tochter und vielleicht auch in eurer Beziehung als Erwachsene untereinander bei euch wirklich nicht klar definiert ist (was darf er, was darf er nicht, was muss er und was muss er nicht...). Es kann aber auch daran liegen, dass er vielleicht unabhängig von eurer Patchworksituation ein unsicheres Selbstwertgefühl hat. Dass er meint Du würdest ihm die Schuld zuschieben klingt für mich ein wenig nach Letzterem... das klingt nicht so richtig erwachsen, sondern mehr wie ein beleidigtes kleines Kind, das eigentlich gerne von der Mama getröstet werden will... Ist er auch in anderer Hinsicht leicht kränkbar?

Es klingt vielleicht übertrieben, aber ich fände in so einer Situation eine Beratung gut. Wenn man nichts dran ändert kann eine Beziehung an so was kaputt gehen. Alleine diese verschiedenen Fäden zu entwirren ist sehr schwer. Wenn man jemanden hat, der sich mit so was auskennt, kann die ganze Familie im Laufe so einer Beratung wachsen und die Beziehungen sich positiv entwickeln.
Zuletzt editiert am: 19.10.2017, 21:47 Uhr, von: BabyOne
"Gute Erziehung heißt zu verbergen, wie viel wir von uns selbst halten und wie wenig von anderen." (Mark Twain)
 
19.10.2017, 09:31 Uhr | Louise-19
Hallo, Patchworkberlin,
allgemein denke ich, Du solltest diejenige sein, die streng zu Deiner Tochter ist.
Viele Grüße,
Louise
 
19.10.2017, 09:30 Uhr | bke-Clara-Winzenberg
Hallo patchworkberlin,

ein herzliches Willkommen hier im Elternforum der Virtuellen Beratungsstelle!

Sie schildern eine Konfliktsituation, die häufiger auftritt, weil Kinder "verständlicherweise" versuchen, ihre Interessen durchzusetzen und es bei dem Elternteil probieren, bei dem sie leichter durchkommen. Unabhängig von Patchworkkonstellationen sollten Eltern immer Rücksprache nehmen und kurz nachfragen, was hat Papa gesagt bzw. in Anwesenheit des anderen Elternteils nachfragen, wie die Vereinbarung war.

In diesem Fall könnte es sein, dass Ihre Tochter keine Lust hatte und vielleicht Ihren Partner nicht enttäuschen wollte oder sich aus anderen Gründen nicht getraut hat, Nein zu sagen. Ihr Partner sollte mal in Ruhe mit der Tochter darüber sprechen, wie die beiden miteinander umgehen und dass er ihr nicht den Kopf abreißt.

Sie und Ihr Partner sollten sich Zeit nehmen und noch einmal über die Rollen reden. Das muss man vermutlich immer wieder tun! Welche Rolle möchte er übernehmen in Bezug auf die große Tochter und welche Rolle gestehen Sie ihm überhaupt zu? Wie ist Ihre Einstellung zur gemeinschaftlichen Erziehung? Grundsätzlich sind klare Vereinbarungen nötig, damit Sie als Elternpaar, das aus einem "Mund" spricht, wahrgenommen werden. Rücksprachen und Absprachen zwischen Elternteilen sind wichtige Voraussetzungen, um Konflikte zu vermeiden.

Herzliche Grüße
bke-Clara-Winzenberg *Lächelnd*
 
19.10.2017, 08:21 Uhr | marinadiezweite
Hallo Patchwork Berlin, ihr habt nach anfänglichen Problemen nun durch kleinere Veränderungen schon was erreicht. Ich finde das richtig, dass du deine Tochter und deinen Partner direkt was klären lässt. Dadurch kann deine Tochter euch nicht absichtlich oder unabsichtlich gegeneinander ausspielen. Sowas braucht natürlich seine Zeit, bis es gut läuft. Sie denkt momentan wohl noch, dass dein Partner ihr was zu sagen hat. Du aber leichter verhandelbar bist. So entwickelt sich ein Pingpong. Wenn ihr was missfällt, fragt sie leider einfach noch mal dich.
Deshalb sollte diese Ansage jeweils so sein, dass die Bitten deines Partner so ausgeführt werden, wie er es sagt. Damit vertraust du ihm ja. Und sagst deiner Tochter indirekt, was dein Partner möchte und wünscht, ist okey.
Nun zum konkreten Fall. Du schreibst, dass dein Freund deine Tochter bat, der kleinen was vorzulesen. Das ist doch eigentlich eine klare Ansage. Die Frage, ob jetzt oder später, hätte deine Tochter definitiv deinem Freund stellen müssen. Na ja, da hat sie wohl bei dir was ''aushandeln'' wollen. Ja, finde ich schon fast wieder ein wenig link. Weil sie ja offensichtlich keine Lust hatte. Vielleicht wollte sie das ganze aber auch nur ein wenig hinauszögern.
Dann schreibst du aber einige Reihen später, dass die deutliche Ansage deines Freundes , bitte les vor, bei dir nicht so ankam. Nun, wichtiger ist es wie es bei deiner Tochter ankam. Am einfachsten wäre gewesen, sie nochmal zu deinem Freund zu schicken und sie fragt, darf ich erstmal duschen?
Die Missverständnisse, auch wenn es dann erstmal nochmal etwas Zoff gibt, müssen in der Tat die beiden klären.
Dass du dann dein eigenes Ding machst, hm, das ist das eigentlich seltsame. Es wäre ja fast egal, ob die beiden sich falsch verstanden haben. Auf jeden Fall ist das so eine Situation, wo es mal um die Wurst geht. Heißt, keine neue Regel einführen sondern sie liest auf jeden Fall der kleinen vor, da sie ja schon zugestimmt hat. Indem du sagst, okey, geh duschen, ich les vor. Ist es schon alles wieder ausgehebelt. Eine 11-jährie kann das durchaus lernen, eben mal erst einen Auftrag ausführen, dann später seine eigenen Dinge zu erledigen.
Ihr solltet da sicher mal ein kurzes gemeinsames Gespräch führen. Das beinhaltet, wenn er sie bittet. Dann gilt das für gleich. Aufschieberities muss er auch mit ihr abmachen oder lieber gleich zu ihm sagen, nein, ich will heute nicht.
Zuletzt editiert am: 19.10.2017, 08:22 Uhr, von: marinadiezweite
 
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