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17.12.2017, 20:46 Uhr | LuNic
Von meinem jüngeren Sohn habe ich ja schon geschrieben, er hat es uns noch nie leicht gemacht. Sechs Wochen lang lief es prima, so lange wie noch nie.
Jetzt bin ich wieder kurz vorm Durchdrehen. Seit acht Wochen ist er wieder gereizt und aggressiv. Heute ist es wieder sehr schlimm. Er wurde ins Bad geschickt zum Zähne putzen, wie so oft ist er durch die Wohnung gerannt und wir mussten ihn einfangen. Einer muss immer bei ihm stehen bleiben, damit er nicht wieder aus dem Bad rennt. Dann wird er ins Kinderzimmer eskortiert, weil er jede kleine Lücke nutzt um uns auszutricksen. Ich habe ihm die Gutenachtgeschichte gelesen, bin raus. Vom Wohnzimmer höre ich, wie er bei sich spielt statt zu schlafen. Also bin ich wieder rein, hab mich noch kurz zu ihm gelegt und gesagt es wird jetzt geschlafen, wenn ich ihn nochmal höre ist das Spielzeug weg. Er hat sich nicht dran gehalten, also musste ich wieder rein und es weg tun. Keine fünf Minuten später steht er wieder auf, will noch was zu trinken, kriegt er, ich gehe raus, höre wie er durchs Zimmer läuft. Hab ihn nochmal gewarnt, bei der nächsten Aktion sind Musik und Lichterkette vom Fenster weg. Ich gehe raus, sehe durchs Schlüsselloch, wie er das Zimmerlicht einschaltet. Also bin ich rein, hab den CDplayer raus und die Lichterkette abgezogen. Wieder ein paar Minuten später hat er das Zimmerlicht erneut eingeschaltet, also blieb uns nix anderes übrig und mein Mann hat die Glühbirne rausgedreht. Wenn wir das nicht machen meint er doch er hat gewonnen, er kann tun was er will. Momentan ist sein Zimmer dunkel, alles aus, die Tür zugesperrt ( ja, das muss sein, sonst rennt er raus und versteckt sich irgendwo in der Wohnung). Er steht an der Tür, schlägt dagegen und beschimpft uns als dumm und als Arschlöcher. Mein Mann ist schon so gereizt, dass er fast rein wäre und ihm auf den Po gehauen hätte. Ich hab ihm gesagt unsere einzige Chance ist ihn zu ignorieren, er will ja, dass wieder jemand kommt.
Dieses Kind kostet mich so unglaublich viel Kraft, ich war bei der Erziehung sberatung, hat nichts gebracht, er hat eine Verhaltenstherapie gemacht über ein Jahr, aber auf Dauer ist alles ineffektiv. Ich habe mit der Lehrerin und Kinderärztin über eine heilpädagogische Tagesstätte gesprochen, beide haben abgeraten, da würde es noch schlimmer werden, weil er sich anderen anpasst.
Er geht an drei Tagen in die Mittagsbetreuung, ich würde ihn gerne in die Ganztagesklasse tun, weil ich nicht mehr kann, will ihn aber ach nicht den ganzen Tag abschieben, er soll auch freie Zeit haben.
Ich weiß nicht mehr weiter mit diesem Kind. Mir graut vor den nächsten zehn Jahren, oder sogar für immer. *Traurig*
 
29.12.2017, 10:29 Uhr | -serafina-
Kind ist mit Papa in der Wohnung, isst etwas. Alles gut. Ich komme mit dem großen Bruder in die Wohnung, er flippt aus ohne erkennbaren Grund. Provoziert den älteren Bruder körperlich und verbal,


Was genau war da? Was im Vorfeld? Wo genau war der Papa, saß Kind alleine am Tisch? Ihr betretet die Wohnung, er springt einfach auf wie von der Tarantel gestochen und attackiert den Großen oder wie genau muss man sich das vorstellen?
Ich glaube, man muss sich solche Auslöser anschauen, um ein bisschen durchzublicken, nicht das Hin und Her, das dann folgt.

Z.B. phantasiere ich jetzt mal eine mögliche Situation: Kind fühlt sich alleine, Papa ist beschäftigt/sauer/gleichgültig (wasauchimmer), Kind will essen, um die Leere zu füllen. Dann geht die Tür auf, Mama kommt mit dem tollen großen Bruder herein, sie lachen oder unterhalten sich oder wirken einfach wie eine Einheit, die die eigene Einsamkeit noch betont und jetzt sieht das Kind rot.

Eine Möglichkeit wäre, wenn wir diese Phantasiererei jetzt mal zur Grundlage nehmen, den Kleinen beim ersten Signal von "Ausflippen" sofort schnappen und mit ihm in einen anderen Raum gehen. Ihn (ohne Wertung) darauf ansprechen, dass man den Eindruck hat, es gehe ihm jetzt so und so, weil..... Den Ausflippanfall quasi abfangen. Auch wenn er darauf nicht kooperierend reagiert (das wird er erstmal nicht), er hört es trotzdem, und wenn er es immer wieder hört und wahrnimmt, dann ist das wie mit dem Gleichnis vom Senfkorn *Heuchlerisch*

Das ist anstrengend. Aber alles, was danach kommt, ist nur noch REaktion auf beiden Seiten (und auch anstrengend, um die kommst Du sowieso nicht herum bei ihm)

Die Formel "Das Kind für schlechtes Verhalten nicht mit Aufmerksamkeit belohnen" mag vlt. bei normalen Kindern greifen, aber Euer Sohn ist nicht normal und er kann normale Erziehungsmaßnahmen nicht umsetzen. Er kann auch nicht aushalten, "nicht dran" zu sein - er braucht Anleitung, wie er seine Gefühle aushalten kann, anstatt sie durch üble Aktionen loswerden zu wollen.

Wenn es gelingt, ihn schnell genug abzufangen und ihn auf das, was da in ihm vorgeht, anzusprechen, in Kontakt zu gehen zu seinen "bösen" Gefühlen, ihm auch physisch beistehen (NICHT alleine ins Zimmer) dabei, dann kann er vlt. allmählich eine Frustrationstoleranz entwickeln und muss seine Gefühle nicht mehr so aggressiv abwehren.

Das ist aber Schwerstarbeit, das schaffst Du nicht alleine. Da brauchst Du ganz viele Helfer. Deshalb der Vorschlag mit dem Erziehungsbeistand, längere Betreuungszeiten für den Sohn und psychologische Unterstützung für DICH. Du bist darauf leider nicht eingegangen, aber könntest Du Dir das denn vorstellen, wenn schon nicht Dir oder Deinem Kleinen, dann vielleicht Deinem Großen zuliebe, denn der ist ja auch gefangen in seiner Rolle als "Der gute Sohn".
Serafina
 
29.12.2017, 09:16 Uhr | marinadiezweite
Hallo LuNic, was wäre mein Tipp für die beschriebene Situation? Ja, schwierig, denn mir selbst geht es erstmal darum, wie spät ist es, was ist Drumherum passiert. Vor allem aber, Wie sehe ich mich selbst als Mutter? Du hast eine Position, dass du erstmal beobachtest, überlegst, bevor du handelst. Das ist nicht verkehrt.
Es ist aber für diese Situation und für deinen Sohn nicht perfekt. Für mich fühlt es sich so an, dass du erstmal Ruhe und Zusammenreissen ausstrahlen willst. Keinem was falsches sagen. Dein Sohn wiederum flippt total aus, das krasse Gegenteil von dir und von euch. Ehe ich so eine Situation jetzt mit einem Tipp versehe, ist mein Gedanke. Seit wann macht er das mit dem Ausflippen. Was ist der Auslöser. Und wie habt ihr bisher reagiert. Sind es äußere oder innere Umstände. Ist er also müde oder ist er eifersüchtig? Oder ist jemand, der ihn dauernd gängelt. Bruder oder ihr.
Wenn ihr diese Gedanken mal so geklärt habt. Dann solltet ihr beide euch, dein Mann und du, eine Art Strategie, noch besser eine ''normale Reaktion'' überlegen. Denn ich finde es ehrlich gesagt megaungewöhnlich, dass ein Kind so ausflippt. Da braucht er meiner Meinung nach ganz klare Signale, dass das so nicht geht. Und dass niemand für ihn Verständnis hat. Es ist mir persönlich völlig egal, ob er Grund hat für Eifersucht oder sonstwas. Er ist einfach nicht dran in der Situtation. Da kann man einmal fragen, warum er anfängt zu schreien. Ihr zermartert euch den Kopf über eure Fehler. Der große Bruder reagiert gut. Daher sollte hier ein Punkt gesetzt werden. Dass der Kleine nicht mit Ablenkung aus der Situation genommen wird. Wenn er den Großen tritt, dann ist erstmal Pause im Hause. Es macht sich auch manchmal gut, wenn die ´Geschwister das regeln. Und ihr da euch raushaltet.
Mir scheint, der Junge überlegt was er alles tun muss, bis ihr auch mal sauer werdet. Du meinst es sicher gut. Aber es führt dazu, dass ihr total ratlos seit. Und ich betone es nochmal, es tut dem Jungen gar nicht gut, dass er so mit Samthandschuhen angefasst wird.
Sofort, wenn er ausflippt, kriegt er nochmehr Aufmerksamkeit als sowieso schon. Er wird bespielt, beruhigt mit Büchern, Spielen. So gesehen meint ihr es wieder gut. Aber es ist leider nicht was er braucht. Den nächsten Fehler macht ihr, ihn ins Bett zu schicken. Bett ist eine Strafe. Aber in s Bett sollte man nur, wenn Schlafenszeit ist. Noch ein Fehler. Der nächste ist, alles mit, er ist müde, abzutun.
Zum Schluß wenn er sich entschuldigt hat, streichelst du ihm übers Haar. Ja. was soll man dazu sagen.
Mein Tipp zusammenfassend: Wenn er ausflippt, wird er ermahnt. Außerdem solltet ihr den älteren Sohn mehr stützen. Der ältere braucht nicht ruhig bleiben. Wendet euch doch einfach mal dem älteren zu. Wenn der kleine schubst und knufft, geht da wesentlich resoluter zwischen und entzerrt die Situation. Der kleine bekommt erst Aufmerksamkeit, sobald er sich wieder beruhigt hat. Bietet ihm bis dahin keine Belohnung an, auch keine Ablenkung. Höchstens eine Alternative, die er in seinem Zimmer machen kann. Kissen knautschen oder so. Ab sofort sollte er bei Rumschreien eine echte heftige Reaktion von euch bekommen, die autentisch ist.
Versöhnung würde ich ehrlich gesagt auf den nächsten Tag verschieben. Erst dann, wenn er wieder einigermassen ruhig ist nach dem Ausschlafen, kann man das Thema mal ansprechen. Dass ihr das nicht möchtet und dass es nächstes Mal folgende Konsequenz gibt....... .
Zuletzt editiert am: 29.12.2017, 09:19 Uhr, von: marinadiezweite
 
28.12.2017, 19:01 Uhr | LuNic
Danke, dass noch Beiträge kommen.

Eine Schulbegleitung hatte er, fast zwei Schuljahre lang.

Was wäre euer Tipp für folgende Situation:
Kind ist mit Papa in der Wohnung, isst etwas. Alles gut. Ich komme mit dem großen Bruder in die Wohnung, er flippt aus ohne erkennbaren Grund. Provoziert den älteren Bruder körperlich und verbal, der bleibt relativ ruhig. Sagt er will in Ruhe gelassen werden, wehrt sich aber, als der Kleine ihn tritt. Ich frage ihn, was er jetzt braucht, ob er spielen will oder ich ihm was vorlesen soll. Ich soll was lesen. Kaum ist das Buch durch, gehts genauso weiter. Ich biete ihm Bücher zum Vorlesen an, Tischspiele wo alle mitmachen würden, ein Puzzle... Alles wird abgelehnt, ich sage ihm, wenn er keinen Vorschlag annimmt und selber keinen bringt und uns nicht in Ruhe lässt ist wohl Zeit fürs Bett. Er schreit, beschimpft uns mit Kraftausdrücken und beleidigt uns. Also ins Bett. Dort geht es eine Weile so weiter, ich höre ihn bis ins Wohnzimmer. Nach ein paar Minuten kommt er, sagt er will sich entschuldigen. Ich geh rein, streichel ihn noch kurz, gehe raus.

Was wäre das richtige Verhalten gewesen?
 
27.12.2017, 11:10 Uhr | -serafina-
noch was vergessen, ein Vorschlag:
Beantrage beim Jugendamt Hilfe zur Erziehung. Z.Bsp. ein Erziehungsbeistand - der kümmert sich um Deinen Sohn, verbringt Freizeit mit ihm oder auch als Schulbegleitung, falls notwendig und gleichzeitig erhaltet Ihr Eltern regelmäßige Beratung. Das wäre Hilfe fürs Kind und Entlastung für Euch.
Serafina
 
27.12.2017, 11:00 Uhr | -serafina-
@LuNic
ich glaube eigentlich, nicht, dass Ihr alles, was hier vorgeschlagen wird, bereits ausreichend ausprobiert habt. Z.B. ihn später ins Bett schicken und gleich wieder aufhören damit, weil die Lehrerin meint, er ist müde. Dann ist er eben müde für ein paar Wochen, es geht ja um ein langfristiges Ziel. Man kann nicht alles jederzeit abdecken, es gibt auch keine perfekten Lösungen.

Ich glaube übrigens nicht, dass ein später ins Bett gehen die Probleme löst, aber ich würde es als Mosaiksteinchen sehen. Wenn er abends noch Power hat, lässt sich leichter machtkämpfen als wenn die Äuglein schon brennen und die Versuchung, sich lieber dem Schlaf hinzugeben anstatt herumzustreiten, in sichtbare Nähe kommt.

Dass ich "Wenn-dann" am Abend für kontraproduktiv halte, erwähnte ich ja bereits.

Ich habe aber alles Verständnis für Eure Verzweiflung, der Junge erzeugt ja auch in Euch sehr destruktive Gefühle, was vermutlich dann wieder zu Schuldgefühlen führt.

Du schreibst, Ihr habt alles gemacht, alles auf Dauer ineffektiv

Dieses Kind kostet mich so unglaublich viel Kraft, ich war bei der Erziehung sberatung, hat nichts gebracht
- eine andere Erziehungsberatung ausprobieren? Es passt nicht immer auf Anhieb

er hat eine Verhaltenstherapie gemacht über ein Jahr,

- dann eine analytische Therapie?

aber auf Dauer ist alles ineffektiv.

- ich sehe eben nicht, dass dem so ist.

Ich habe mit der Lehrerin und Kinderärztin über eine heilpädagogische Tagesstätte gesprochen, beide haben abgeraten, da würde es noch schlimmer werden, weil er sich anderen anpasst.

- kann ich mir ehrlich gesagt vorstellen. Die Kinder dort orientieren sich natürlich aneinander und sie sind ja alle auffällig. Aber auch hier denke ich, man muss diese "Gefahr" neben den "Nutzen" stellen, dass Dein Sohn adequate Betreuung erhält, in der er auch er selbst sein darf.

Er geht an drei Tagen in die Mittagsbetreuung, ich würde ihn gerne in die Ganztagesklasse tun, weil ich nicht mehr kann, will ihn aber ach nicht den ganzen Tag abschieben, er soll auch freie Zeit haben.

aber Du hättest mehr emotionalen Spielraum in der kürzeren Zeit, die er zuhause ist. Wenn Du nicht mehr kannst, ist es eigentlich sinnlos, ihn nicht "abschieben zu wollen", und auch seine freie Zeit nicht relevant. Er braucht eine Mutter, die kann.

Ich denke also schon, dass Ihr Entscheidungen treffen müsst, die alle schmerzlich sind und alle auch Nachteile mit sich bringen, aber was ist die Alternative? Ein Wunder? Falls Dich meine Meinung noch interessiert: Ich denke, Du musst zuerst bei Dir selbst ansetzen. Dir Unterstützung holen, Beratung oder Therapie, es ernst nehmen, dass Du so am Ende bist und nicht immer nur auf Kraft weitermachen.

Ich weiß nicht mehr weiter mit diesem Kind. Mir graut
vor den nächsten zehn Jahren, oder sogar für immer.

Eben drum. Sorge für Dich, verabschiede Dich von Idealvorstellungen für Deinen Sohn.
Serafina
 
27.12.2017, 08:35 Uhr | marinadiezweite
Hallo Lunic, auch ich korrigiere mich erstmal. Oder dich. Ich habe nicht geschrieben, gemeint, dass dich die Meinung der Schreiber hier nicht interessiert. Ich habe geschrieben, dass dich die Meinung anderer nicht großartig interessiert. Was ich auch teilweise gut finde. Auch das hab ich geschrieben. Dass du den Sohn auf die Förderschule schickst, finde ich übrigens gut. Ich glaube, viele Kinder werden dort besser betreut als in einer Schule, wo die Lehrer nicht immer so auf bestimmte Probleme spezialisiert sind.
Insofern ist es auch gut, dass du nicht allzuviel auf die Meinungen anderer hörst. Man kann halt nicht immer alle Meinungen ausprobieren und unter einen Hut bringen. Sondern es ist schon sinnvoll, einen eigenen Turn zu haben.
Meine Hauptkritik ist eigentlich genau dieses: Feste Regeln und Rituale, diese schon sehr lange, keine gute Wirkung. Da hoffst du, wie du schreibst, auf gute Tipps. Quasi von Experten oder welche, die Wunder bewirken. Ja, das wäre schön. Es geht aber gar nicht darum, dass hier ausser den Beratung hier keine Experten sitzen. Es geht vor allem darum, was kannst du mit deinem Mann tun, damit ihr beide besser auf deinen Sohn und seine Bedürfnisse eingeht.
Am grünen Tisch mag vieles toll sein. Der Gedanke, deinen Sohn noch perfekter zu erziehen, im seine Grenzen zu weisen, ist ja gar nicht so verkehrt. Aber alle Tipps hier, die sich nicht auf die momentane Situation deines Sohnes beziehen, sind nicht passend. Denn ich finde einfach, er braucht momentan keine Strenge. Auch braucht er keinen Raum, wo er durchdrehen kann. Und euch fertig machen kann. In die Grenzen weisen ist meiner Meinung nach nicht Ziel eurer speziellen Erziehung. Dabei möchte ich nicht behaupten, dass mir das auch mal so geht, dass ich wütend werden kann und nochmal und nochmal einen nachsetze. Das aber sollte die Ausnahme sein.
das Hauptproblem ist halt, wenn man als Vater oder Mutter immer noch einen draufsetzt. Sich nicht stoppt. Das kann ja mal passieren. Aber dann ist auch die Zeit zum Reflektieren über einen selbst. Wichtig scheint mir einfach, dass der Machtkampf, wer am besten und längsten noch einen draufsetzt, gestoppt wird. Pause, Ruhe. Am nächsten Tag sollten Eltern nicht nur vergessen, sondern daraus ihre Lehren ziehen. Dazu können aufgesetzte Tipps helfen, die andere Eltern schon mal probiert haben. Oder eine eigene Strategie. Aber halt ein neuer Ansatz. Ich finde, euer Sohn gibt euch klare Zeichen, dass er, leider, euch überhaupt nicht respektiert. Da kann man ruhig mit festeren liebevollen Ritualen antworten. Denn das, was ihr nett oder toll oder liebevoll gemeint habt, kommt bei ihm ganz anders an.
Mir scheint auch sinnvoll zu schauen, was lief denn da in den sechs Wochen, wo es so toll war. Wart ihr da extrem streng oder eher locker? Man darf ja nicht vergessen, ein Kind kann nicht immer nett sein. Und lässt sich nicht immer so ''gängeln''.
Mit dem heilpädagogischen Kindergarten, das hab ich nicht verstanden. Was heißt,er passt sich dann den anderen an? Sind die anderen dort alle böse oder schwierig? Tschuldigung, klingt ein wenig wie ein Stempel.
Zuletzt editiert am: 27.12.2017, 08:39 Uhr, von: marinadiezweite
 
25.12.2017, 23:28 Uhr | LuNic
Im Sommer ist er fast eine Stunde später ins Bett gegangen, da hat mich die Lehrerin angesprochen, dass er in der Schule oft so müde wirkt.
Wir machen es jetzt so, dass er nach seiner Einschlafgeschichte noch ein bißcjen freie Zeit hat, in der er aber im Zimmer bleiben muss.
Ich habe allerdings das Gefühl, er macht das Theater nicht wegen des Schlafengehens, sondern es ist ein Machtspiel.
Bei der Beratungsstelle waren wir schon, zwei Mal. Therapie haben wir auch schon durch, eineinhalb Jahre. Was bleibt denn noch?

Und es stimmt nicht, dass ich eure Tipps nicht annehme, aber wenn wir etwas schon probiert haben oder eh schon lange machen, warum soll ich dann so tun, als wäre es anders?
Zuletzt editiert am: 25.12.2017, 23:29 Uhr, von: LuNic
 
25.12.2017, 22:19 Uhr | Ruba
LuNic,
es kamen hier aber konkrete Hinweise, die Du ignorierst.
19 Uhr ist zu früh für ein Kind dieses Alters. Man muss Regeln im Laufe der Zeit auch anpassen. Dein Kind ist um diese Zeit schlichtweg nicht müde -und tickt daher aus.
Ihn einzusperren macht keinen Sinn. Ihr lasst euch auf einen Machtkampf ein und das ist immer falsch!
Euer Kind mag von seinem Naturell her schwierig sein, aber der Umgang mit der von Dir geschilderten ist m.E. ungünstig. Wir kennen Dein Kind ja nicht. Aber warum nimmst Du denn die hier gegebenen Anregungen nicht an?
 
25.12.2017, 22:00 Uhr | LuNic
Hallo marinadiezweite,
ich sagte nicht, dass mich die Meinung anderer nicht interessiert. Ich habe geschrieben “Vorurteile“. Ich habe für mein Kind eine Schule gewählt von der ich wusste, dass mein Kind dort gut aufgehoben ist, auch wenn Außenstehende (Bekannte) meinten auf die Förderschule würden sie ihr Kind nie tun. Damit war nicht gemeint, dass mich die Meinung der Schreiber hier nicht interessiert.
Es ist nur einfach so, dass die üböichen Tipps, die man weiterempfiehlt nicht ausreichen und ich auf eine “Fortgeschrittenenversion“ hoffe.
 
22.12.2017, 08:31 Uhr | marinadiezweite
Hallo Lunic, du schreibst, du interessierst dich nicht großartig für die Meinung anderer. Und deine Rituale machst du schon ewig. Du machst, was für deinen Sohn das Beste ist. Das ist ja eine gute Basis für einen gut funktionierenden Abend. Es gibt jedoch jetzt Probleme. Dein Sohn ist damit nicht glücklich, wie es läuft. Du bist nicht glücklich und dein Mann dreht gleich durch. Du beschreibst einen Abend. Dazu schreibst du, dass das ja nicht immer so ist. Dann könnte man ja diesen einen Abend abhaken als unnormal und kommt nicht wieder vor. Ich glaube, so einfach ist das aber nicht, denn du wendest dich ja hierher, um Tipps zu bekommen. Oder damit dir mal jemand zuhört.
Deine Hauptaussage ist: 8-jähriger macht uns alle fertig. Das ist schon megaschlimm. Und ich denke einfach, dass da eine starke Veränderung nötig ist. An dem beschriebenen Abend lief es auf einen Machtkampf hinaus. Und natürlich seit ihr als Eltern im Recht und am längeren Hebel.
Es ist aber wirklich eskaliert. Und da wäre es gut, in Zukunft die Prinzipien neu zu regeln. Ein 8-jähriger braucht einen Rahmen, ohne Frage.
Zu beobachten, ob er wirklich schläft finde ich persönlich schon hart. Und man hat da eigentlich keine Chance. Wenn er schon früh ins Bett geht, und ihr das als sinnvoll erachtet. Dann ist es gut, ihm diese Zeit zum Abschalten zu lassen. Das ist ja quasi schon bei Babys so, dass es nichts macht, wenn sie wach im Bett liegen.
Ich finde klare Regeln gut. Dazu kann sogar gehören, dass rechtzeitig vor dem Schlafengehen was getrunken wird, keine Glässer im Zimmer stehen. Spielzeug und so weiter, dafür sollte er gar nicht erst Zeit haben zum Verhandeln. Entweder ihr habt es erlaubt. Dann würde ich nicht schauen, sondern irgendwann schläft er halt. Oder ihr macht das in Zukunft nicht mehr mit Spielzeug. Auch die Zeremonien kann man abkürzen, wenn sie dafür genutzt werden zu nerven. Kinder haben das schnell raus, dass die Eltern am Rad drehen.
Die Zahnputzverantwortlichkeit kann man eventuell sogar vorverlegen, gleich nach dem Abendbrot. Das Aufpassen im Bad ist zwar wichtig, Zähneputzen auch. Aber man verliert da immer. Ich glaube, er muss auch merken, dass euch das nicht so wichtig ist. Dass Schluß ist, sobald er einmal aus dem Bad gelaufen ist. Ende im Gelände.
Wer Musik zum Einschlafen mag, wer der erlauben will, okey. Am besten aber nur ein Lied und ein automatisch abschaltendes Gerät. Dann kann Feierabend sein.
Natürlich sieht nicht jedes Kind ein, dass es früh schlafen muss, wenn es um 6.30 Uhr aufsteht. Man kann aber detaililierten Druck herausnehmen. Also möglichst nur ein e inziges Mal nach dem Ritual nochmal reinschauen.
Spielen, da scheint es ein Problem zu geben. Er geht lieber zu Nachbarskindern, obwohl du ein Angebot machst. Es ist normal und er scheint es nicht zu brauchen, dass ihr beide spielt. Dann ist es aber auch konsequent, diese Nachmittagszeit mit dir nicht nachzuholen. Ansonsten macht es mehr Sinn, dass er rechtzeitig heimkommt, ihr vor dem Abendbrot noch ein wenig Zeit habt. Danach ist halt Elternzeit.
Zuletzt editiert am: 22.12.2017, 08:36 Uhr, von: marinadiezweite
 
21.12.2017, 09:30 Uhr | bke-Clara-Winzenberg
Hallo LuNIC,

niemand unterstellt, Sie würden Ihr Kind nicht lieben. Ihre Schilderungen zeigen wie schwierig der Umgang mit dem Jungen ist und wie belastend. Sie sollten tatsächlich fachärztliche Diagnostik durchführen lassen, um alle Möglichkeiten ausschöpfen zu können.

Darüber hinaus halte ich eine heilpädagogische Tagesgruppe mit geschulten Betreuungskräften für sinnvoll. Ihr Sohn benötigt auch einmal eine Gruppe, in der ihm Verständnis entgegengebracht wird, und er sich aufgehoben fühlt. Gruppen dieser Art haben oft besondere Angebote für auffällige Kinder. Das hat nichts mit "Abschieben" oder so zu tun, sondern ist eine Chance für das Kind. Pauschalbeurteilungen und Hörensagen sind hier nicht angebracht!

Herzliche Grüße
bke-Clara-Winzenberg *Lächelnd*
 
20.12.2017, 10:00 Uhr | chrisi22
Hallo

meine Tochter ist nur 2 Jahre älter wie dein Sohn. ich hab bei ihr auch gemacht so wie du 19 Uhr im. aber seit dem sie in der Schule ist geht sie 19.30-20.00 Uhr ins Bett. bevor sie ins Bett geht. da kuscheln wir, erzählen uns was , oder wir machen ein paar Spiele oder wir sitzen gemütlich auf der Couch. vlt wäre ja was da bei für euch.
 
19.12.2017, 22:11 Uhr | -serafina-
Hallo LuNic,
ich denke, 19.00 Uhr ist zu früh für einen 8-Jährigen. Kann meinen Vorschlag nur wiederholen, es auszuprobieren, dass er ein paar Wochen mal erst um 20.30 Uhr oder so ins Bett geht. Trotz Müdigkeit am nächsten Tag.
Ich habe auch ein sehr quirliges Kind, das in dem Alter immer erst gegen 22.00 Uhr oder noch später eingeschlafen ist, weil er einfach so lange nicht abschalten konnte. Wenn er um 20.00 ins Bett ging, schlief er trotzdem nicht früher ein. Ich habe das akzeptiert, dass mein Kind eben besonders wenig Schlaf braucht (war eigentlich schon im Mutterleib so...).

Ich glaube Dir übrigens natürlich, dass Du ihn liebst. Auch eine liebende Mutter kommt irgendwann an ihre Grenzen und auch (oder vorallem) eine liebende Mutter kann in destruktive Beziehungsmuster verwickelt werden. Geh doch mit Deinem Knirps mal zu einer Beratung oder auch ohne, damit Dein Gefühl, bald durchzudrehen (was verstehbar ist), Beruhigung erfährt *umarmen*
Serafina
 
19.12.2017, 21:28 Uhr | LuNic
Das Ritual am Abend haben wir schon seit er ein Baby war. Nach dem Abendessen hat er noch ein paar Minuten, dann gehen wir Zähne putzen, ich lese ihm seine Geschichte, dann sagt der Papa noch Gute Nacht. Er geht um circa 19 Uhr ins Bett und muss um 6:30 Uhr aufstehen. Vor dem Schlafen gehen gibts nix aufwühlendes mehr, Fernseh eh nur am Wochenende. Die Jalousie im Zimmer ist auf, es kommt genug Licht rein. In der akuten Situation haben wir zugesperrt, das ist schließlich nicht jeden Abend so. Wenn er von der Mittagsbetreuung kommt biete ich ihm immer an etwas mit mir zu spielen, er geht aber lieber zu den Nachbarkindern zum spielen.
Es ist in der Tat so, daß die normalen Erziehungsstipps keine Änderung bewirken, diese werden schon ewig angewandt.
Und es ist absolut nicht fair zu behaupten, ich würde mein Kind nicht lieben. Ich habe für meinen Sohn schon so viele Dinge getan und mir waren die Vorurteile anderer immer egal, ich habe mich für das entschieden, was für ihn am Besten war.
 
18.12.2017, 15:01 Uhr | bke-Clara-Winzenberg
Hallo LuNIC,

erneut ein herzliches Willkommen von der Moderatorinnenseite an Sie!

Ihr jüngerer Sohn bringt Sie und Ihren Mann gerade wieder an Ihre Grenzen, weil er nicht zur Ruhe kommt und sich an nicht an Regelungen hält. Von Anfang an stellte er Sie immer wieder vor neue Herausforderungen und macht es schwer, ihn so richtig lieb zu haben.

Wie Sie berichten, besucht Ihr Sohn eine Förderschule für sozialen und emotionalen Förderbedarf, den er auch hat. Sie haben bereits unterschiedliche Hilfen in Anspruch genommen, die jedoch nicht zu Ihrem gewünschten Erfolg geführt haben. Ich vermute, dass Ihr Kind bestimmte Auffälligkeiten hat, eventuell auch eine Aufmerksamkeitsstörung (?), die man nicht so ohne Weiteres abstellen kann und wo normale pädagogische Maßnahmen nicht unbedingt greifen. Vielleicht gehen Sie noch einmal in einen diagnostischen Prozess bei einem Kinder- und Jugendpsychiater.

Diese Zu-Bett-Geh-Problematik tritt bei Kindern häufig auf und könnte jetzt im Winter während der kribbeligen Vorweihnachtszeit schlimmer werden. Klare Grenzen und Strukturen sind sehr wichtig für solch ein Kind. Ich würde es jedoch nicht auf die Spitze treiben! Wenn Ihr Sohn im Zimmer bleibt und noch ein wenig spielt, sollten Sie erst einmal abwarten und möglichst nicht reagieren. Solange er merkt, dass er die Aufmerksamkeit erhält, wird er nicht in sein Bett gehen. Tauschen Sie sich mit der Schule aus, um zu besprechen, wie die Lehrkräfte dort mit bestimmten Provokationen umgehen. Möglicherweise fällt Ihnen gemeinsam etwas ein.

War Ihr Gefühl gegenüber dem Sohn anfänglich besser? Hat es sich in Folge der Verhaltensschwierigkeiten verschlechtert?

Gerne tauschen wir uns hier weiter mit Ihnen aus!

Herzliche Grüße
bke-Clara-Winzenberg *Lächelnd*
 
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