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16.01.2019, 19:51 Uhr | Brina1-1
Hallo zusammen, ich habe folgendes Problem mit meinem Sohn:
Sobald ihm irgendwas nicht passt (Z.b ins Bett gehen, Zähne putzen, anziehen um rauszugehen) legt er sich auf den Boden und brüllt, er brüllt dann Mama zu mir wenn ich aber zu ihm komme hört er nicht auf er brüllt immer weiter das ich zu ihm kommen soll obwohl ich da bin. Irgendwann reicht es mir aber dann auch und ich gehe ein paar meter weg, mach anderes oder beschäftige mich mit seiner Schwester 4Jahre alt. Er brüllt dann weiter wie ein Baby bis er irgendwann zu müde wird,man darf ihn nicht trösten aber auch nicht weg von ihm. Mich ärgert dieses Verhalten so sehr. Mir passiert es dann auch das ich ihn anbrülle oder wie heute mit seiner schwester nach oben gehe und in einfach nicht in das zimmer lasse in dem wir uns aufhalten weil ich es nicht mehr aushalte bzw.auch echt wütend werde, er haut dann gegen die Tür und brüllt noch mehr aber ich muss ihn dann wirklich zu seinem eigenen schutz auch drausen lassen. Hat irgend jemand eine Idee wie ich mich in so einer Situation verhalten kann? Bitte nicht auf Rechtschreibung achten, Zehn finger System funktioniert nihct *wink*
22.01.2019, 18:37 Uhr | Mona108
Hallo Brina,
was mir in solchen Momenten immer geholfen hat bzw. hilft ist der innerliche Schritt aus der Situation raus.

Ich nehme mal ganz bewusst wahr, wie mein Kind sich gerade fühlen muss, wenn man so ausrastet und wütet und schimpft. Somit kann ich besser erkennen, dass das SEIN Kummer und Zorn ist, der sich aber nicht direkt gegen mich richtet, sondern wovon er sich selbst überwältigen lässt.

Die Konsequenz hieraus ist Mitgefühl. Ich sage ganz klar nicht Mitleid, weil das bedeuten könnte, dass man sich dazulegt und mit heult oder ihm alles durchgehen lässt...
Das meine ich NICHT!
Mitgefühl in dem Sinne, dass ich mich nicht so auf mein Genervtsein konzentriere, sondern eher darauf, was ich jetzt am besten tun kann, um die Situation zu entspannen.
22.01.2019, 09:35 Uhr | bke-Claudia-Rohde
Hallo Brina1-1,
Ihr Sohn ist ganz offensichtlich noch in der ersten Autonomiephase bzw. Trotzphase.
Es erfordert sehr viel Gelassenheit, Geduld, Grenzen, große Gefühle und erzieherische Konsequenz von den Eltern, bis das Kind bestimmte Verhaltensweisen lässt und neue erlernt.
Wenn es viele Veränderungen im Laufe der Woche gibt? Oder läuft alles recht gleichmäßig und strukturiert ab? Auch solche Dinge können Kinder zu solchen Verhaltensweisen veranlassen.
Was Ihr Junge gerade lernen muss und was für Sie ein Problem ist, ist sein Umgang mit dem eigenen Zorn. Es ist noch nicht lange her, da haben Sie Ihrem Baby fast jeden Wunsch erfüllte, essen, neue Windel, trösten….Es ist für jedes Kind schwer, wenn es dann lernen muss, dass es z.B. aufs Essen warten muss, die Schubladen nicht öffnen darf, die Tassen und Teller nicht werfen soll. Der Verzicht fällt schwer. Es entsteht Wut und das Kind weiß nicht wohin damit, wie es mit dem Ärger umgehen soll. Es wird schon einige Zeit dauern, bis er es nach und nach gelernt hat. Wir Erwachsenen wissen doch auch, wie schwer es manchmal ist, unsere Wut in die richtige Bahn zu lenken.
Eltern helfen nicht, wenn es lediglich Verbote gibt und Kinder bei Überschreitungen möglicherweise dafür bestraft werden. Er soll ja unterscheiden lernen, was gut und was unerlaubt ist. Diese Unterscheidungen lernt er viel eher, wenn es Ersatz gibt und er dann nicht mehr so wütend werden muss. Es ist gut, sein Ärmchen zu fassen, ihn anzuhalten und dabei „nein“ zu sagen. Sie können auch bestätigen, dass Sie wissen, dass er sich ärgert, wenn er dies nicht tun darf. Damit spürt er, dass Sie ihn verstanden haben und lernt gleichzeitig sein Gefühl zu benennen. Das wird er später dringend brauchen.
Das Verhalten Ihres Sohnes ist erst einmal nichts Außergewöhnliches. In dem Alter entwickeln die Kinder immer mehr eigene Identität und auch eigenen Willen. Lässt sich letzterer nicht durchsetzen, reagieren Kleinkinder schnell frustriert, weil sie sich mit dem Konflikt noch nicht so auseinandersetzen können, wie größere Kinder oder Erwachsene es tun. Das Kind verfügt noch nicht über die verbalen Fähigkeiten, um diesen Konflikt friedlich zu lösen. Also wählt es die Mittel, die es bereits kennt und beherrscht. Dazu gehören leider auch schlagen, treten, was werfen und beißen.
Das hat erst einmal nichts mit der Erziehungskompetenz der Eltern zu tun und lassen Sie sich das auch nicht einreden .Das Verhalten hat sehr viel auch mit dem kindlichen Temperament zu tun.

Wie können Sie regieren? Wichtig ist, dass Sie ihm deutlich immer wieder die Grenzen aufzeigen. Stoppen Sie sein aggressives Verhalten, in dem Sie ihn jedes Mal aus der Situation herausnehmen. Loben Sie ihn, wenn etwas gut klappt und er sich so verhält, wie Sie es sich wünschen, ruhig auch einmal mehr. So kann er lernen, die Grenzen anderer zu akzeptieren und Regeln einzuhalten.
Versuchen Sie ruhig und gelassen zu bleiben, schimpfen Sie nicht mit ihm, sondern sagen Se ihm, dass sein Verhalten so nicht okay ist. Reden Sie nicht zu viel mit ihm, da kann er noch nicht folgen, sondern handeln sie eher. Zu viele Worte prallen ab.
Sie haben sicher gelesen, dass diese Phase oft schon viel früher beginnt, das kann sich aber verschieben und mit der Geburt eines Geschwisterkindes massiv ausbrechen. Wie oben beschrieben, können große Veränderungen im Umfeld das Verhalten auch bestärken.

Diese Phase, so anstrengend sie ist, ist eine entscheidende für die weitere Entwicklung zu einer selbstbewussten Persönlichkeit.
bke-Claudia Rohde
22.01.2019, 08:10 Uhr | Brina1-1
Guten morgen zusammen, vielen lieben Dank für die Verständnissvollen Antworten. Ich werde die Tipps auf jeden Fall umsetzten. Ich glaube ja auch das er selbst in so einer Situation gar nicht weis was er will und braucht. Mit Tipps von anderen Eltern, Großeltern und anderen ist es so das diese extremen Ausraster von meinem Sohn meistens nur vorkommen wenn wir Zuhause sind das es so extrem ist bekommt also meistens keiner mit, falls es doch mal vorkommt und jemand anderes ist dabei kommen teilweise schon komische Blicke bzw. versuchen gerade die Gr0ßeltern ihn so schnell wie möglich ruhig zu kriegen was aber überhaupt nicht klappt. leider kommt es mir so vor als ob andere denken ich wäre unfähig zu erziehen oder würde mir alles gefallen lassen was aber eigentlich nicht so ist obwohl ich in letzter Zeit schon ziemlich überfordert bin und manchmal nicht mehr weis was richtig und falsch ist.
21.01.2019, 19:21 Uhr | Brina1-1
Vielen lieben Dank für die schnellen Antworten, ich melde mich morgen noch einmal ausführlich. LG brina
21.01.2019, 11:11 Uhr | bke-Lorenz-Bauer
Guten Morgen Brina1-1,

nun haben Sie eine ganze Menge an Erklärungen oder Erklärungsversuchen für das aktuell sehr anstrengende Verhalten Ihres kleinen Sohnes erhalten. Das entlastet oft schon ein ganzes Stück weit. Es geht anderen genauso und diese (anstrengende) Phase ist quasi ein wichtiger Bestandteil bei der Entwicklung zu einer zufriedenen und selbstbewussten Persönlichkeit eines Kindes. Gehört also dazu. Diese Erkenntnis allein macht's leider nicht weniger anstrengend *hypocritically*, allerdings kann es uns so gelingen, das "mächtige" Verhalten unseres Kinds nicht gegen uns als Mutter oder Vater gerichtet zu sehen. Warum sollte ein Kindlein im Alter von fünf Jahren seiner Mutter auch schaden wollen?

Ich werfe mal einen Blick in eine andere Richtung: So ein heftiges und ausagierendes Verhalten veranlasst ja oft auch andere Menschen im Umfeld, Ihre Kommentare und Einschätzungen dazu abzugeben, manchmal erwünscht, manchmal unerwünscht... *whistle* . Kommt ja auch darauf an, von wem *wink*. Manchmal macht das Druck, manchmal kann es auch für Entlastung sorgen.
Wie ist denn das bei Ihnen, bekommen Sie Kommentare oder Einschätzungen von anderen zu hören? Andere Eltern, Großeltern, Erzieher*innen...?

Welche Erfahrungen haben die anderen Eltern hier im Forum gemacht?

Viele Grüße und eine gute Woche,
*bye* bke-Lorenz Bauer
19.01.2019, 11:15 Uhr | marinadiezweite
Hallo Brina, man könnte dieses Verhalten auch ambivalent nennen. Dieses geh nicht weg, bleib nicht hier, mach nichts, finde heraus, was ich habe. Es kann einen wirklich zur Verzweiflung bringen. Es signalisiert ja scheinbar, dass man als Mutter machen kann, was man will. Es ist alles falsch. Ich verstehe deine Wut und den Frust da sehr gut.
Es ist aber gut, wenn man nicht die gleiche Ambivalenz zurückstrahlt. Also in dem Moment, wo du weggehst, fühlt sich dein Kind abgelehnt, ausgeschlossen. Dann wähle lieber die Nähe, ohne Berührung. Vielleicht auch ohne Sprechen. Oder man sagt, du, ich bin gleich wieder bei dir. Und versucht, dieses Brüllen auszuhalten. Denn du hast ja noch andere Aufgaben, als herauszufinden, was dein Sohn hat. Du hast noch mehr Kinder. Und während man so am grübeln und rätseln ist, die Verzweiflung steigt, könnte man lieber was anderes erledigen.
oder zu den anderen Kindern schauen. Das ist für deinen Sohn so ein Angebot. Kann sein, dass er gar nicht will, dass du herausfindest, was er hat oder braucht. Denn so sichert er sich positive oder negative Zuwendung. Kann aber auch sein, dass er wirklich gar nicht weiß, was sein Problem ist. Eine Mama ist halt kein Hellseher und Detektiv.
So gibt das glaub ich schon Sicherheit, einmal diese Situation zu spiegeln. WEnn er aber nicht weiß, ob du es richtig getroffen hast. Dann kann er ja etwas Zeit dafür bekommen. Wichtig scheint mir, dass man bewußt aus der Situation geht. Ohne Strafe oder ohne Sichtbarmachen, dass du auch völlig ratlos bist.
Man kann auch sagen, dass man jetzt auch nicht weiß, was los ist. Aber man bestimmt gleich wieder da ist. Und in der Zeit mal schaut, was die Schwester wohl macht.
Es gibt paar Situationen, die man entspannen kann. Zähneputzen muss sein, aber es muss nicht direkt vor der Schlafenszeit sein. Geht schon eher. Schlafenszeit kann man ankündigen: ''Du hast noch eine schöne, gute halbe Stunde''. Was auch manchmal gut ist, den Mann einspringen lassen. Der hat bestimmt eine andere Art.
18.01.2019, 19:46 Uhr | Brina1-1
Guten Abend, vielen lieben Dank für die Antwort. Es hilft mir schon shr das Verstndniss für mich aufgebracht wird nur verstehe ich mich selbst nicht wie man den wütend werden kann wenn das eigene Kind so leidend und weinend da liegt. ichwerde auf jeden Fall versuchen das nächste mal ihm seine Gefühle zu spiegeln,danke für den Tipp. ich denke in so einer Situation halt gleich immer das dieses Verhalten dochnicht "normal" sein kann das ich schon irgendwas falsch gemacht habe bei ihm weswegen er sich so verhält.
16.01.2019, 21:40 Uhr | bke-Kira-Morgenthal
Guten Abend Brina1-1,

als eine der Moderatoren hier begrüße ich Sie bei uns im Elternforum!

Schön, dass Sie zu uns gefunden haben und sich die Zeit genommen haben, um sich alles von der Seele zu schreiben und Hilfe zu holen.

Sie haben zwei noch kleine Kinder. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass man bei so einem Verhalten bei einem Kind als Eltern ungeduldig oder grob wird und sich total hilflos vorkommt. Hier können Sie etwas Stärkung von anderen Eltern holen, sich etwas sortieren und überlegen, was sowohl Sie als Mutter, aber auch Ihr Sohn, gerade brauchen. Je stabiler und sicherer Sie sich fühlen, umso leichter wird es für Ihren Sohn sein, seine Frust zu bewältigen. Sie haben mein vollstes Verständnis dafür, wenn Sie bei so einem Verhalten an Ihre eigenen Grenzen kommen!

Die Lebensphase, in der sich Ihr Sohn gerade befindet, nennt man auch "Trotzphase". Jeder Eingriff, jede Begrenzung von Seite der Erwachsenen, jedes "Nein" oder andere Enttäuschung, Veränderungen, Hindernis in diesem Alter kann zum Widerstand und darauf folgenden großen Gefühlen beim Kind führen. Ihr Sohn zeigt diese Gefühle und kann es vermutlich noch nicht alleine und noch nicht selbständig bewältigen. Das ist natürlich. Sie helfen ihm in erster Linie damit, wenn Sie ihn mit seinen Gefühlen ernst nehmen, ihn bei seinen Wutausbrüchen begleiten, ihm sogar verbal wiedergeben, was mit ihm in dem Moment passiert (zum Beispiel: "Du bist gerade total wütend, traurig, enttäuscht, sauer....) und ihn damit nicht alleine lassen. Es gibt aber eine Ausnahme: Verlassen Sie das Zimmer dann, wenn Sie merken, dass Sie ihm gegenüber gewalttätig werden könnten. Besonders wichtig ist es, dem Kind nach solchen für Eltern schrecklichen Momenten zu vermitteln, dass man es weiterhin lieben kann. Auch "Es tut mir leid, dass ich dich angeschrien habe" gehört dazu.

Ich kann mir so gut vorstellen, wie man sich fühlt, wenn das eigen Kind manchmal nicht so funktioniert, wie man es sich wünscht, und sogar zum "Monster" wird. Nehmen Sie es bitte nicht persönlich! Ihr Sohn darf Wut, Enttäuschung und Frust spüren. Er lernt mit Ihnen gemeinsam damit umzugehen. Bitte suchen Sie nach den Wegen für sich als Mutter, um ihn mit diesen starken Gefühlen zu begleiten und seine Frust besser aushalten zu können. Es ist völlig ok, wenn Sie sich dabei helfen lassen! Diese Lebensphase ist eine große Herausforderung für alle Eltern!!!

Hier im Forum und bei uns in der Einzelberatung können Sie genauer schauen, was Sie im Moment brauchen.

Sie sind mit Ihren Zweifeln, Ängsten und Fragen hier dazu nicht alleine.

Stärkende Grüße

bke-Kira-Morgenthal
Zuletzt editiert am: 17.01.2019, 16:47 Uhr, von: bke-Kira-Morgenthal

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