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14.05.2019, 09:06 Uhr | Lici1991
Hallo Ihr Lieben,
ich bin "Stiefmutter" zweier Mädchen (10 und 12 Jahre) und habe mit meinem Mann noch ein weiteres Kind und bin momentan schwanger.
Ich finde das super denn ich wollte immer eine grosse Familie haben.
Seit einigen Monaten ist es jedoch so, dass die Besuche seiner Töchter zur "Qual" werden. Es hört sich gemein an, ich freue mich zwar auf die Kinder aber sie gönnen einen 0 Privatssphäre. Klar, sie möchten Aufmerksamkeit, die sie bei ihrer Mutter nicht kriegen aber sie sind in einem Alter da müssten sie schon viel eigenständiger sein. Das Problem ist auch, dass man sie ständig ermahnen muss und sie in vielerlei Hinsicht kaum Benehmen zeigen. Sie malen noch an Wände, schmeissen ihren Müll überall hin etc. Man muss ständig etwas sagen und so wird das Wochenende zur Tortur. Mein Mann ist mittlerweile so unentspannt und er wirft der Mutter seiner Kinder vor diese kein bisschen zu erziehen. Wir sind die Bösen weil wir was sagen und momentan sieht es so aus als ob die Kinder nicht mehr zu uns kommen wollen weil es zu viele Regeln gibt. Ich denke das ist Entscheidung der Kinder und tut ihnen vielleicht mal ganz gut. Trotzdem ist da noch die Mutter der beiden die auf ihre Freizeit alle 2 Wochen besteht und das ihren Kindern auch so mitteilt. "Kommt bloß nicht Nachhause, das ist mein Wochenende." Ich finde das unmöglich, denn mit 12 bei Papa herumsitzen ist auch nicht mehr jedermanns Sache und die Kinder haben nicht mal die Option bei ihrer Mutter zu bleiben, damit sie sich zum Beispiel mit Freunden treffen können. Mein Mann hat schon vorgeschlagen dass wir alles etwas flexibler gestalten, damit sich die Lage etwas entspannt und wir auch gelassener an die Sache rangehen, z.B. dass die Kinder mal einen Tag bleiben und wir sie dann in der Woche für einen Ausflug abholen. Doch das möchte die Mutter nicht, denn ihre Wochenenden würden so zerstört werden. Was meint ihr dazu? Ich hoffe, dass mir jemand einen Ratschlag geben kann, es ist alles sehr kompliziert und ich hätte gerne noch mehr geschrieben aber das würde den Rahmen sprengen.
Ich habe die beiden lieb, nicht dass das jemand missversteht aber vielleicht beruht ihr Verhalten ja auch darauf dass sie nicht immer Lust haben bei uns zu sein. *woot* *woot*
23.05.2019, 10:45 Uhr | bke-Zita-Finke
Hallo Cimberling,
wenn ich richtig gelesen habe, dann sind Sie neu hier im bke-Elternforum. Als eine der Moderator*innen möchte ich Sie ganz herzlich begrüßen.
Sie haben ja auch bereits Resonanz im Forum gefunden, das ist schön !
Ich würde da gerne noch folgendes hinzufügen:
Als neu zusammengesetzte Familie zu leben ist keine einfach Sache ! Und braucht vor allem auch: Zeit und viel Geduld. In einem halben Jahr ist das meines Erachtens nicht zu schaffen.
Ihr Partner und seine Kinder (und die Großeltern und ihre Enkel) haben über die Jahre, in denen die Kinder nach der Trennung der Eltern mal mehr mal weniger oft bei ihrem Papa waren, gemeinsame Spielregeln entwickelt. Sie sind die Partnerin des Papas. Sie haben aber keine eigene "Erziehungsautorität". Die liegt weiterhin bei den leiblichen Eltern.
Ich denke, es wäre sehr wichtig, dass Ihr Partner und Sie miteinander absprechen, was jedem von ihnen wichtig ist, welche Regeln - aus Sicht des Vaters - weiterhin gelten sollen (wo er die Leine lang lässt, nicht eingreift etc.), was er neu einführen möchte. Wo er klar dahinter steht. Es ist gut möglich, dass Ihre Vorstellungen von Erziehung und die Vorstellungen Ihres Partners nicht deckungsgleich sind. Und so würde ich Sie gerne ermutigen, sich da miteinander Gedanken zu machen, auch welche Rolle Ihr Partner Ihnen geben möchte (und welche nicht). Und welche Rolle Sie übernehmen möchten und welche nicht.
Die Lebenssituation ist bestimmt in vielerlei Hinsicht für Sie noch ungewohnt (z.B. Sie haben Ihren Rückzugsort, Ihre eigene Wohnung nicht mehr, sind in das Haus Ihres Partners gezogen; da leben mehrere Generatonen miteinander, möglicherweise ist auch das eine neue Situation für Sie) und auch für Ihren Partner noch nicht wirklich gut "eingespielt". Nicht zuletzt ist es auch für die beiden Kinder eine erneute Veränderung in ihrem Leben. Eine, die sie sich als Kinder nicht ausgesucht haben, die vermutlich auch von Verunsicherung und Irritation begleitet sind. Und vielleicht die Kinder Sorgen haben, dass viel vom bisher Gewohnten jetzt nicht mehr gilt, der Papa vielleicht weniger Zeit und Aufmerksamkeit für sie hat etc.
Es braucht viel Zeit und Geduld, bis jeder vom anderen weiß, wie er oder sie tickt, wer welche Rollen hat, was jetzt neu eingeführt werden sollte, was bleibt wie bisher ...
Der Schlüssel sind Sie und Ihr Partner. Sie legen miteinander die Spielregeln fest. Und ansonstengeht es sicherlich auch darum, dass Sie langsam und stetig einen (guten) Draht zu den Kindern aufbauen ....

Viele herzliche Grüße, und viele interesssante Ideen für Sie hier im Forum
bke-Zita-Finke
23.05.2019, 08:11 Uhr | marinadiezweite
Hallo cimberling, ich finde, dass du schon auch einige Dinge sagen darfst zu den Kindern. Denn noch schlimmer als was zu sagen ist, abends dem Vater der Kinder Beschwerden abzuliefern. Er ist den ganzen Tag nicht da, außer Haus. Vielleicht nur Mittags im Hause. Da solltest du ruhig einige Dinge mit den Kindern ohne ihn klären. Das kann man durchaus freundlich und bestimmt, finde ich. Er kriegt ja nicht alles mit, ob es Probleme gibt. Ob die Kinder freundlich zu dir sind und deine Bitten beachten. Eine Beschwerde von dir an ihn wiederum lässt schnell den Eindruck entstehen, als wenn du seine Kinder nicht so gern magst.
Daher finde ich es durchaus okay, dass ihr alles, was innerhalb deines Tagesablaufes passt, gemeinsam regelt. Du und die Kinder. Nehm es nicht böse, dass sie nicht immer freundlich und nett zu dir sind. Notfalls kann man so einen frechen Unterton oder Ignoranz auch einfach übersehen. Das ändert ja nichts daran, dass man freundlich sagen kann, bedanken und bitte sagen wäre ganz schick. Das ist dann eben deine eigene kleine Erziehungswelt. Ein freundliches: Ich möchte gern, dass ihr bitte sagt, ich möchte, dass ihr aufräumt... hat noch niemandem wehgetan. Dass es bei der EX wie perfekt aussieht, färbt definitiv nicht auf die Kinder ab.
Davon ab, wo Kinder sind, ist immer mehr Staub und Unordnung als dort, wo keine Kinder toben. Gemeinsam aufräumen ist auch so ein Geheimrezept. Da habe ich meine Kinder immer genauso behandelt wie die Kinder andere Leute. Es wird aufgeräumt und basta. Wenn das nicht klappt, werden die Spielkisten für eine Weile konfisziert.
Andere Aufgaben werden nach Ansage gemacht. Funktioniert das nicht, können einfach mal paar Leistungen eingestellt werden. Dann können die Kinder sich gern beschweren bei ihrem Vater. Dadurch kann man meist noch mal freundlich seine Meinung darstellen. Am besten ist immer, Dinge zu tun, die man selbst auch liebt.
22.05.2019, 18:23 Uhr | Pauliprinzessin
Bezüglich Erziehung kannst Du gar nichts machen. Wenn sie sich dir gegenüber nicht abwertend verhalten oder dich gar angreifen oder beleidigen sind deine Grenzen erreicht.
Was erwartest Du ? Du bist der Eindringling und Du musst dich eingewöhnen. Regeln und Verhaltensweisen dieser Familie bestehen seit ewigen Zeiten. zudem haben sie wenn ich es richtig verstehe noch wenig Vertrauen in die neue Beziehung ihres Vaters auf Grund der Vorgeschichte- wer weiß wie lange Du da bist, lohnt sich vielleicht gar nicht nett zu dir zu sein und deine Zuneigung zu gewinnen.
Der Traum von Bitte und Danke - schmink ihn dir ab- gegenüber den Eltern ist das nicht mehr üblich.
Erziehung und auch einmal Maßregelung wenn sie über die Strenge schlagen ist ausschließlich Sache des Vaters so lange es dich nicht persönlich betrifft. Und ja, genau das ist das Geheimnis einer guten Beziehung mit den Kindern- man kann sie auch mal Maßregeln(höflich aber bestimmt) und ist dann nicht stundenlang noch böse- wenns gesagt ist ist es raus und dann ist es vergessen. An einem Wochenende kann man die Welt nicht ändern.
ihr könnt nach und nach gemeinsame Grundregeln mit den Kindern besprechen. Da gehört dann eben so etwas rein wie- jeder räumt seinen Teller nach Benutzung in die Spülmaschine und seine schmutzige Wäsche ebenfalls an den dafür passenden Ort. Und dazu gehört dann auch was passiert wenn man es nicht macht. Das gilt dann aber für alle !

Wenn die Kinder da sind haben sie Priorität und der Vater ist für Bespaßung und Versorgung zuständig. Auch wenn er Landwirt ist, hat er die Verantwortung und Fürsorgepflicht für seine Kinder zu erledigen. Du kannst mitkommen zum Ausflug oder zusammen das Brettspiel spielen und was ihm und den Kindern sonst noch so einfällt.
22.05.2019, 11:06 Uhr | Cimberling
Hallo Ihr Lieben!

Ich hoffe ich hab nichts überlesen bei den ganzen Beiträgen.
Ich wohnen seit einem halben Jahr mit meine Partner zusammen. (seit 1 Jahr sind wir zusammen)
Er hat 2 Kinder Bub 14 und Mädchen 10. Am Anfang wo ich noch nicht fix dort gewohnt habe ging es eigentlich ganz gut, da ich ja noch meinen Rückzugsort sprich meine Wohnung hatte.

Kurz die Vorgeschichte. Die Eltern der Kinder sind seit 8 Jahren geschieden - in der Zeit danach waren sie zuerst fast immer beim Vater und dann fast nie mehr - sie wollten oder sie durften nicht. (wegen der anderen Partnerin - da wollten sie nicht weil sie sie nicht mochten oder weil die Mutter es aus welchen Gründen auch immer verboten hat.)
Noch dazu ist zu sagen das wir mit seine Eltern im selben Haus wohnen.

Bis dato war es immer so das sie alles gemacht haben was sie wollten - es gab kein Bitte und kein Danke und es wurde aber dazu nichts gesagt weil jeder froh war das die Kinder da waren.

Jetzt komme ich ich Stelle keine Regeln auf oder möchte etwas ganz ganz schlimmes - nein ich möchte nur das sie Ihre Sachen wegräumen - nicht alles einfach nehmen ohne zu fragen und zu den Leuten "Hallo" sagen und bitte und danke sagen.

Es macht mich fast wahnsinnig wenn sie das nicht machen und mein Partner kann irgendwie nicht schimpfen weil er nie im Haus ist (Landwirt) bzw. er sieht noch immer die armen kleinen Kinder vor sich. Wenn er sie dann zurecht weist ist er gleich wieder in der normalen Stimmung sodaß ich sage das das dann überhaupt keine Erziehungseffekt hat.

Es gab schon unzählige Diskussion darüber und es belastet unsere Beziehung schon etwas. Wenn sie nicht das sind ist alles gut, aber wehe wenn - da bin ich schon automatisch auf "Hundert"

Bitte sagt mir was ich machen soll - erwarte ich wirklich so schreckliche Dinge? - wenn sie dann so sind kann ich nicht anders als das ganze WE über mit Ihnen nicht oder nur wenig zu sprechen weil mich das so fertig macht.

Ja, ich habe gewusst das mein Partner Kinder hat, aber das es mit einem pubertierenden Jungen und eine frechen Mädchen so wird das konnte ich nicht wissen.

Was kann/muss/soll/darf ich tun?

PS. zuhause bei der Mutter sieht es aus wie in einem Ausstellungraum - da ist kein bisschen Dreck - fast so als ob niemand dort wohnt - sie dürfen glaube ich auch nicht mal selbst was zu trinken nehmen etc.
Muss es dann so sein das sie bei uns einfach genau das Gegenteil machen?? Das sie alles tun? Ach da sagt mein Freund nicht viel!

Danke.
Zuletzt editiert am: 22.05.2019, 11:10 Uhr, von: Cimberling
15.05.2019, 21:19 Uhr | BabyOne
Hallo Lici,

vorweg, ich habe selber jahrelange Erfahrung mit einem Stiefkind und allen Problemen die daran hängen.

Kinder machen solchen Mist entweder einfach aus Gedankenlosigkeit, oder es kann auch dahinter stecken dass sie sich vielleicht nicht ganz wohl fühlen(weil sie zu viel geschimpft werden?) und das durch kleine Sabotage-Akte zum Ausdruck bringen.

Es hilft niemandem weiter, wenn man nach einem Schuldigen sucht. Die Mutter wird ihren Kindern sicher nicht absichtlich beibringen, Wände anzumalen oder Müll herumliegen zu lassen, und vielleicht sind die Kinder zuhause ja viel ordentlicher als bei euch. Wenn ihr der Mutter so etwas unterstellt, geratet ihr in eine Opposition zur Mutter und wertet sie als Mutter ab. Das spüren wiederum die Kinder, was nicht gut ist, weil sie dann vielleicht die Mutter verteidigen oder "rächen" möchten.

Gelassenheit ist in der Erziehung sowieso das A und O. Regt man sich zu sehr auf, wird das verbotene Verhalten dadurch bloß noch interessanter. Die ältere nähert sich der Pubertät, da sind die Jugendlichen dann oft ziemlichen Stimmungsschwankungen ausgeliefert und vergessen auch alles was sie davor über Ordnung gelernt haben. (Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass die dafür wichtigen Gehirnareale während der Pubertät umgebaut werden und dann vorübergehend nicht mehr so toll funktionieren...) Vielleicht spielt das ja auch schon eine Rolle.

Ich habe selber festgestellt, dass manches Verhalten, das mich bei meinem Stiefsohn noch sehr geärgert hatte, mir bei meiner eigenen Tochter ein paar Jahre später nicht mehr so wichtig war, weil mir bei ihr klar war, dass das halt nur das Verhalten eines Kindes ist und keine Gemeinheit einer Exfrau, die dahinter steht. Wie man ein Verhalten bewertet ist also genauso wichtig wie das Verhalten selber. Und da könnt ihr bei Euch selbst ansetzen: habt ihr dem Verhalten der Kinder bisher vielleicht eine falsche Bedeutung gegeben, oder eine zu große? Bei meinem Stiefsohn habe ich auf manches verspannter reagiert als später bei meiner Tochter. Es spielte auch eine Rolle, dass ich Angst hatte dass meine Tochter sich schlechte Gewohnheiten von ihm abschaut und dass ich meinen eigenen Erziehungsstil bei meinem eigenen Kind nicht so anwenden kann wie ich es mir vorstellte, weil man ja immer alle gleich behandeln will. Letztlich kann ich sagen, dass meine Tochter sehr davon profitiert hat einen großen Bruder zu haben, und gleichzeitig ist jeder von beiden ein Individuum mit ganz eigenem Charakter und ganz unterschiedlich. Im Nachhinein habe ich den Eindruck, dass natürlich Erziehung schon auch wichtig ist, aber jedes Kind scheint in sich schon so sein eigenes Entwicklungsprogramm zu haben, und wenn die Umwelt nicht geradezu fürchterlich dazwischen funkt, entwickelt sich jedes Kind aus sich selbst heraus genau dahin wo es von seinen Anlagen her hin will. Deswegen ist es auch nicht so tragisch wenn man (oder die Exfrau) als Eltern mal nicht perfekt ist. Vielleicht hilft Dir das ja weiter.

Ich finde auch nicht, dass sie schon so alt sind, dass man unbedingt von der festen Umgangsregelung wegkommen müsste. Dass die Mutter gerne planbare Zeiten ohne die Kinder haben möchte ist ja durchaus nachvollziehbar, und der Vater ist ja nunmal der Vater und sollte sich auch kümmern. Auch das ist wieder ein Punkt, wo man einen Elternkonflikt herbeireden kann, oder man lässt es einfach bleiben.

Ich könnte mir vorstellen, dass du als Schwangere mit einem kleinen Kind derzeit vielleicht einfach oft erschöpft bist und im Moment einfach ein etwas angespanntes Nervenkostüm hast, wenn die Kinder nicht superbrav sind. Und es IST anstrengend, ein Kind immer wieder zu erinnern "heb das auf, tu es in den Müll, räum auf"... Außerdem sind es ja vor allem die Kinder Deines Mannes, also sollte er eigentlich den anstrengenderen Teil der Betreuung und Erziehung übernehmen. Ist das bei euch so oder könnte Dein Mann da vielleicht ein wenig mehr tun und Du Dich ein wenig mehr zurückhalten? Man rutscht ja immer schnell in die Rolle der zuständigen Mutter, wenn man selber ein kleines Kind hat und deswegen "sowieso" gerade kocht, putzt, mit den Kindern spielt, vorliest etc., und der Mann dann sicher auch nicht nein sagt, wenn er auf einmal Zeit für sich hat und die Füße hochlegen kann. Im Nachhinein ist mir klar geworden, dass vieles von dem Magendrücken, das ich damals gespürt habe, nicht bloß daher kam weil mein Stiefsohn so schwierig und anstrengend war, sondern vor allem daher, weil hauptsächlich ich mich um buchstäblich alles kümmern "musste", während ich als Stiefmutter aber bitte ja nicht zu streng oder gar unfair sein durfte und ich jederzeit damit rechnen musste, dass mir irgendwer Vorwürfe macht und ich mich rechtfertigen muss..

Nun beginnt ja die warme Jahreszeit, da könnte Dein Mann - wie schon jemand vorgeschlagen hat - doch öfter mal die drei Kinder nehmen und mit ihnen etwas unternehmen, so dass Du Zeit zur Erholung hast und es für ein paar Stunden dann auch mal keine Möglichkeit für derartige Konflikte zuhause gibt. Kino, Freibad, Spielplatz, Eis essen gehen, die Möglichkeiten sind vielfältig. Oder Du verabredest Dich mal für ein paar Stunden mit einer Freundin zum Kaffeklatsch.
"Gute Erziehung heißt zu verbergen, wie viel wir von uns selbst halten und wie wenig von anderen." (Mark Twain)
15.05.2019, 09:05 Uhr | Pauliprinzessin
Gumo,
so so keine Privatsphäre???? Das ist so wenn man ältere Kinder hat. Sie werden noch älter und lungern dann leider bis 21 Uhr und noch später mit den Eltern vor dem Fernseher rum.
Vor ein paar Tagen habe ich meine Nachbarin jammern hören, sie haben eine Tochter, die nun wohl langsam aufhört den Eltern eine Mittagsschlafpause zu gönnen. Böses Kind oder ?

Was Ihr wohl noch nicht verinnerlicht habt: Es ist das Recht der Kinder beide Elternteile zu haben. Es ist weder ein Recht der hauptbetreuenden Mutter ein freies Wochenende zu haben noch eurer Recht auf Freizeit und Privatsphäre für euch als neue Familie. Ich empfinde es schon als krass, dass man hier die komplette Verantwortung und Fürsorge für zwei Kinder nur der leiblichen Mutter zuschiebt.
Da die Kinder älter werden- es ist auch Aufgabe des Vaters die Kinder an den Wochenenden zum Kindergeburtstag zu kutschieren oder die Freunde der Kinder im Haus zu haben. Ist doch klar, dass die beiden Mädels sich langweilen- da ist ein jüngeres Halbgeschwister und eine schwangere Stiefmutter- und wo bleiben die beiden dabei? Nur abhängen und abgefüttert und gemaßregelt werden ?

Klar ein paar Regeln, die das Familienleben regeln müssen sein. Aber die Mädels sind nur am Wochenende da, müssen also nicht so getaktet spuren wie es in der Woche der Fall wäre. Wochenende ist Entspannung, da guckt mam abends gemeinsam mal einen Film oder spielt noch ein paar Gesellschaftsspiele und stopft sie nicht um 19:30 Uhr ins Bett damit man seine Ruhe hat. Zudem- haben die beiden ein eigenes Zimmer bei euch, so dass sie überhaupt die Möglichkeit hätten sich mal für eine kurze Zeit zurückzuziehen, also auch bei euch ein echtes Zuhause mit allem so wie sie sich wohlfühlen würden? Ich hatte selbst immer mehr Kinder, aber es war stets Pflicht, dass jedes Kind egal ob nun dauerhaft oder nur als Umgangskind sein eigenes Bett und Zimmer hatte und nicht eine Liege aufgestellt bekam oder im Wohnzimmer die Couch besetzen musste.


Wenn Du deine Ruhe haben möchtest, so geht eben der Vater mit seinen Kindern raus und unternimmt etwas. Und sei es nur eine längere Fahrradtour oder mal zwei oder drei Stunden ins Hallenbad. Dazu braucht er dich nicht dabei zu haben.
15.05.2019, 08:04 Uhr | Louise-19
Hallo Lici,
Du schreibst "seit einigen Monaten".
Vorher ist es also längere Zeit gut gelaufen, was war da genau anders?
Entweder – die Mädchen haben sich genauso verhalten wie jetzt auch, hatten aber inzwischen je einen Geburtstag, so daß IHR jetzt denkt, sie sind doch jetzt groß!?
Oder – das Verhalten hat sich tatsächlich verschlechtert?
In dem Fall, läßt sich ein Grund feststellen?
Wenn es Unsicherheit wegen der Schwangerschaft ist, sollte der Vater ihnen versichern, daß sie "immer seine kleinen Mädchen" sind und sein werden und ihnen Gummibärchen kaufen und auf den Spielplatz und in den Zoo gehen.
Wenn es die beginnende Pubertät ist, sollte er ihnen klarmachen, daß, wenn sie erwachsen sein wollen, sie sich auch so benehmen müssen.

Es könnte natürlich auch was anderes sein, zb Schulwechsel, neuer Freund der Mutter, ... ... . . . .
Bleibt dran,
viele Grüße,
Louise
14.05.2019, 16:23 Uhr | bke-Lana-Winthers
Hallo Lici,

ich möchte sie hier im Elternforum von bke willkommen heißen! Mein Nickname ist bke-Lana-Winthers und ich gehöre zu dem Moderatorenteam des Forums. Schön, dass Sie den Weg zu uns gefunden haben und sicherlich werden sie einige Anregungen hier für sich entdecken können.

Danke auch an Marinadiezweite! Ähnliche Gedanken kamen mir auch, als ich in diesem Thema zum ersten Mal las.

Sicherlich gibt es bei Mama auch Regeln und gewisse Grenzen. Es heißt aber nicht, dass es dieselben sind, wie bei Ihnen zu Hause. Das wird sich bestimmt unterscheiden und das darf es auch. Immerhin bringen wir alle unterschiedlichen Vorstellungen, Werte, etc. mit. Den Mädchen muss es einfach auch klar sein, was bei Papa geht und was nicht geht. Vielleicht dürfen sie bei euch etwas, was Mutter absolut nicht gut findet, aber bei euch ist es ok.

Diese Grenzen abzustecken, erfordert etwas Arbeit, Geduld und Zeit, aber es lohnt sich diese Zeit zu investieren.

Wünsche Ihnen noch einen guten Austausch und verbleibe mit schönen Grüßen

bke-Lana-Winthers

Ach ja, noch was ganz Wichtiges! Wenn die Eltern mit Grenzen und Regeln arbeiten, muss man keine Angst haben, dass man zu streng rüberkommt und man dadurch „Buh-Mann“ wird. Im Gegenteil, man sorgt damit von Anfang an für klare Grenzen, eine Struktur und gibt einen festen Kern an!
14.05.2019, 14:27 Uhr | marinadiezweite
Hallo Lici 1991, bestimmt ist alles momentan sehr anstrengend für euch beide. Euch vier. Und ich glaube, wenn der Nachwuchs da ist, wird es nicht einfacher. Es ist aber so, dass man als Patchwork nicht von heute auf morgen perfekt ist. Ihr wolltet eine große Familie. Diese habt ihr nun, aber halt schon mit großen Kindern, die ihre Vorgeschichte haben.
So, nun meine Meinung. Ich glaube, dass alle Verhaltensweisen der 2 Mädels zwar unschön sind, aber nicht an der schlechten Erziehung der Mutter liegen. Das wäre zu einfach. Ich nehme auch an, dass die beiden sich zu Hause benehmen. Fangt doch ruhig einmal an, die beiden für euch passend etwas zu erziehen. Dabei sollte die Mutter, und Sätze wie, habt ihr das nicht gelernt, hat eure Mutter euch das nicht beigebracht, gar nicht die Idee sein. Sondern, was ihr so euch vorstellt. Man kann vieles gemeinsam aufräumen und zeigen. Wäsche, Müll.... . Bei uns wird das so und so gemacht. Oder ihr macht gemeinsam eine Art Bildplan, was man wie macht. Das sollten aber nicht zu viele Regeln sein.
Das mit dem Alleinseinwollen würde ich nicht forcieren. Sonst werden die beiden bald nicht mehr zu euch wollen, könnte ich mir vorstellen. Die Mutter hat auch ein Recht auf ein paar entspannte Tage. Glaub mir, in der Woche ist es anstrengend genug, allein zu erziehen. Man steht oft im Kreuzfeuer.
Es geht ja letztendlich nicht ums Kinderabschieben sondern um die Kontaktaufrechterhaltung Vater/Kinder. Freunde besuchen machen die meisten Kinder in der Woche.
Ich weiß es noch von meinen, dass sie zum einen bei ihrem Vater noch alte Kontakte pflegten. Aber auch bei mir, wir waren aus- und weggezogen, Kontakte aufbauten. Da waren meist die Kontakte in der Woche, Geburtstage der Klassenkameraden, Freunde.
Wünsche, nicht mehr alle vierzehn Tage zum Vater zu wollen, gehen meist von den Kindern selbst aus. Dann gibt es weniger Konflikte, wenn die Kinder das äußern. Als wenn von dem Vater nun Bemerkungen ausgehen oder von dir, dass die Kinder mal lieber Freunde treffen als bei euch sein wollen.
Ich rate euch, nutzt die Zeit, bis das Baby kommt. Das heißt ja nicht, dass ihr die beiden Kinder dauernd bespaßen und immer schonen müsst. Sondern versucht schon, für jeden Aufgaben und Regeln aufzubauen.
Zuletzt editiert am: 14.05.2019, 14:28 Uhr, von: marinadiezweite

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