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28.05.2019, 10:56 Uhr | Mottab
Hallo,

unser Sohn hat in der 1. Klasse der Grundschule ein echtes Problem sich den Anweisungen der Lehrkraft zu beugen.
Das haben wir auch erkannt und sind seit Kurzem in therapeutischer Behandlung, da er auch zu Hause nicht nur einen starken Willen hat, sondern sich regelrecht blockiert. Zudem hat er vor einem halben Jahr die Diagnose Diabetes erhalten.

Nun hatte ich immer gehofft, dass wir das Problem gemeinsam mit der Schule lösen können. Allerdings ist das für die Lehrkräfte nicht ganz einfach, da die Klasse 29 Kinder umfasst und man schlicht überfordert ist.

Seit der ersten Stunde haben wir uns anhören dürfen, wie schlimm unser Kind ist, was es nicht macht und dass es alle anderen Kinder in der schulischen Entwicklung stört. Als ich mal fragte, was das Kind denn gut macht, wusste man keine Antwort. (z.B. dass es nach einem halben Jahr Schule bereits selbstständig Bücher lesen kann.
Die gute Nacht Geschichte dürfen wir seitdem nicht mehr vorlesen, sondern sollen zuhören, wie er liest)
Die Beziehung zwischen Kind und Lehrkraft hat sich mittlerweile derart zerrüttet, dass bei jeglicher Ansage sofort blockiert wird.

Es gab auch leichtere Handgreiflichkeiten und heute wurde er vom Stuhl geschubst, weil er der Aufforderung, sich umzusetzen nicht nachkam.

Mir ist durchaus bewusst, dass unser Kind nicht "unschuldig" an der Situation ist, aber mit 7 Jahren, so denke ich, begreift er das auch noch nicht, was mit ihm los ist. Wir tun es selbst kaum, aber darum haben wir uns ja schon Hilfe gesucht.

Ab dem nächsten Schuljahr geht er auf eine andere Schule, da wir umziehen. Dort sind die Klassen kleiner und die Lehrkräfte haben zudem noch jahrelange Erfahrung mit Diabetikern. Ein Umstand, der uns diesbezüglich schon mal entlasten würde.

Nach dem heutigen Vorfall möchten wir unser Kind nur ungern wieder in die aktuelle Schule geben. Das Gespräch mit der Schulleitung war wenig hilfreich. "Was solle man denn sonst machen" und "verstehen Sie doch" und am Ende fiel dann der Begriff "nicht beschulbar".

Auf der einen Seite bin ich über das Verhalten wirklich empört, auf der anderen Seite kann ich die Situation aber voll nachvollziehen. Wir hatten sie in der Vergangenheit auch sehr oft. Mittlerweile hat es sich zu Hause sehr gebessert, aber da sind auch beide Eltern und nur ein Kinde mit großem Bruder.

Ehrlich gesagt, weiß ich nicht, was ich noch machen soll...

verzweifelte Grüße
Zuletzt editiert am: 28.05.2019, 10:58 Uhr, von: Mottab
WIR!
03.06.2019, 09:39 Uhr | bke-Lana-Winthers
Guten Morgen Mottab,

wie es sich liest, sind einige Entscheidungen in den vergangenen Tagen gefallen und die gesamte Familie blickt hoffnungsvoll in die Zukunft. Trotzdem sind vielleicht doch noch einige Fragen da und stehen offen. Da könnte eine Beratungsstelle vor Ort tatsächlich sehr hilfreich und unterstützend sein. Ganz unten rechts gibt es hier ein "Beratungsstellensucher". Dort können Sie die Postleitzahl von Ihrem Ort angeben und schauen, welche Beratungsstellen es in der Nähe gibt.

Wünsche Ihnen damit ganz viel Erfolg und falls noch eine oder andere Frage auftaucht, können Sie natürlich weiterhin hier schreiben!

Liebe Grüße
bke-Lana-Winthers
03.06.2019, 08:46 Uhr | Mottab
Vielen Dank für die Antworten.

Diabetes hatte insofern schon damit zu tun, als dass wir die Diagnose erst im Dezember bekamen und das Kind in der Schule antriebslos, müde und stark gereizt war; aufgrund des hohen Zuckerspiegels. Der Einstieg in die Klasse war also alles andere, als optimal.

Wir haben uns nun dazu entschlossen, dass wir ihn bis zu den Sommerferien aus der Schule nehmen. Danach kann er in der neuen Schule neu starten.
Das sehen wir zwar nicht als Allerweltslösung, aber es ist eine Chance; wenn auch eine kleine.

Gibt es für solche Situationen öffentliche/behördliche Stellen an die man sich wenden kann? Nicht unbedingt, um Lehrkraft und Schule nieder zu machen, sondern vielmehr Beratung und Hilfe für uns..

LG
WIR!
29.05.2019, 07:56 Uhr | Pauliprinzessin
Wenn es an dem Kind irgendwie liegen würde, hätte man bereits im Kindergarten Schwierigkeiten gehabt.
Wenn euer Kind bereits ganze Bücher selber lesen kann, dann scheint es eher etwas langweilig zu sein für euer Kind.
Diabetes hat so gar nichts mit Lernen oder nicht lernen zu tun. Daran kann es nicht liegen.
Kinder lernen jeden Tag und jede Minute- auch ohne, dass man ihnen langweilige Kopien mit immer den gleichen Aufgaben vorlegt die sie stupide bearbeiten sollen egal ob sie das schon längst können oder nicht.
Klar, 29 Kinder, das sind viel zu viele Kinder, die mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen und Wissensständen zusammen gepfercht und vereinheitlicht werden sollen. Das geht auf gar keinen Fall gut, es sei denn man hätte diesen Kindern bereits preusischen Gehorsam seit Jahren antrainiert- nicht denken sondern gehorchen- so sollte es heute jedoch nicht mehr sein. Das weiß man aber schon seit 1970, nur wird es immer noch nicht umgesetzt sondern nur irgendwo als Ziel hingeschrieben was niemand einhält.
Da Du schreibst,ihr zieht um- jetzt zu den Sommerferien ? Dann lass dein Kind bis dahin über den Arzt frei stellen und gut ist wenn ihr das mit der Betreuung organisieren könnt. Und gib ihm zu Hause die Möglichkeiten sich weiter zu entwickeln mit allem was ihr so organisieren könnt. In den ggf vorhandenen Arbeitsheften kann das Kind auch ohne, dass man ihm vorschreibt Seite 50 Aufgabe eins einfach in seinem eigenen Tempo weiter arbeiten.
28.05.2019, 15:21 Uhr | bke-Gregor-Grüntal
Sehr geehrte Motab,

herzlich willkommen im Elternforum im Namen aller Moderatorinnen und Moderatoren!

Ich wünsche Ihnen hier einen guten Austausch und viele wertvolle Anregungen!

Ihr Sohn hatte offenbar einen schwierigen Schulstart. Wobei es immer wieder diskutiert wird, ob Kinder, wenn sie in die Schule kommen, komplett schulreif sein müssen, oder ob die Schule Gelegenheit bieten muss, auch ein Stück ins Schulleben und seine Anforderungen "hineinzuwachsen"

Beim Lesen Ihres Beitrags habe ich mich gefragt, ob Ihr Sohn einfach noch nicht in der Lage ist/war den schulischen Anforderungen Folge zu leisten, oder ob die Lehrerin überfordert ist bzw. nicht in der Lage ist eine so große Klasse zu führen. Oder anders gesagt: Liegt der schwierige Start an Ihrem Sohn oder an der Lehrerin bzw. den Strukturen der Klasse?

Der Begriff "nicht beschulbar" weist die Schuld eindeutig dem Kind zu, aber da macht es sich die Schule für mein Gefühl etwas einfach. Gut dabei ist, dass Ihr Umzug mindestens einen Teil diese Problem lösen wird. Bis dahin würde ich raten Ihrem Sohn den Rücken zu stärken und trotzdem die restlichen Tage in die Schule zu schicken.

Ich bin gespannt, wie das andere Eltern sehen!

Freundliche Grüße

bke-Gregor-Grüntal *bye*

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