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12.06.2019, 10:40 Uhr | ghostcat87
Hallo zusammen,

ich habe hier eine 3,5 jährige die seit einem 3/4 Jahr total am Rad dreht, ihre Launen sind schlimmer als bei einem 14 jährigen Teenie oder einer Frau im Hormonchaos *hypocritically*
Situationen:
Sie kommt jede Nacht ins unser Bett, das ist uns egal solange sie sich benimmt und weiterschläft. Morgens geht sie dann mit runter, Drama: Anziehen. Sie darf aussuchen mit Empfehlung von uns. Ok. Dann gehts weiter, Socken stören, zwicken (Zehen, Ferse), Unterhose zwickt, das ist das mega Theater wo eine halbe Stunde bis zum verlassen des Hauses andauert. Habe schon verschiedene Schnitte die sie alle nicht akzeptiert. Es zwickt. Sie kreischt, stampft, schlägt um sich, sich selbst, ist verzweifelt und steigert sich rein. Ablenken funktioniert nicht.
Frage, Brot oder Müsli? Uns sie rastet sofort aus und kreischt sie will es selber machen - dabei machen wir ja garnichts, wir fragen nur damit wir ihr sagen können was sie als nächstes tun kann. Sie bekommt keinen 5. Löffel Flocken in die Schüssel da sie eh nur 3 Löffel isst höchstens. Sie dreht komplett ab und wirft das Zeug über den Tisch. Sie bekommt die volle Packung Milch nicht ganz alleine in die Hand weil diese voll ist und sonst alles verschüttet wird. Sie dreht wieder ab und versteht die Gründe nicht, auch wenn man kurz und knapp erklärt.
Weiter anziehen und in KiGa geht einigermaßen mit viel Diskussion doch bitte endlich zuzuhören und die Schuhe andersrum anzuziehen.

Mittags, 14 Uhr aus dem Kiga. Schuhe werden nur mit den Füßen ausgezogen und sie rastet aus dass es nicht geht. Täglich. Sie schreit und schlägt sich am Bauch und um sich. Gut zureden sie soll aus mit den Händen machen wird mit gekreische gekontert, nein das geht auch so, nein das geht nicht, gekreische. Geheule.
Jacke aus, bevor sie es versucht schlägt sie um sich, reisst ohne wollen an sich rum, kreischt, tobt, geht nicht. Also sie versucht es nichtmal ernsthaft.
Immer wenn wir ihr helfen wollen dürfen wir nicht, wenn wir nicht helfen wollen/können besteht sie darauf und quittiert unser "versuch es mal selber, du kannst das doch!" mit wildem getobe.

Es vergeht keine halbe Stunde am Tag, in der sie nicht schreit, heult, kreischt. Sie ist EXTREM frustriert und unter eigenem Druck.
Verbieten wir etwas, z.B. nach Ansage nur noch eine Folge ihrer Serie, kreischt sie und schlägt auf uns ein. Reden wir Eltern und sie will was erzählen plötzlich, kreischt sie, sie will auch was sagen und schlägt und tritt uns. Wir bitten sie ja auch, moment, wir reden grad kurz, sie muss kurz warten. Versteht sie nicht. Es wird gekrischen und wenn wir greifbar sind wird geschlagen. Mehrfach.

Wenn es beim Essen keine 4. Hand voll Käse auf die Nudeln gibt (mit Ansage vorher), flippt sie aus. Schlägt nach uns. Wir haben jetzt seit 2 Monaten die Regel, bei Schlagen, Treten, ins Gesicht kreischen, kriegt sie eine Auszeit auf der Treppe. Bei uns, aber abseits. Sie soll sich beruhigen und nachdenken was passiert ist. Danach wird darüber gesprochen. Bis sie aber auf der Treppe sitzt, sind beide seiten völlig ausser sich und fertig.

Alle Situationen wiederholen sich eigentlich täglich. Täglich die gleiche - sorry - sch*****
Waren wir eine Woche im Urlaub, wurde alles nur noch schlimmer und sie trumpfte mit noch mehr Reaktionen auf. Hörte null komma null, trotz noch mehr Freiheiten und Ruhe dort.
Geben wir uns extra Mühe, sind ruhig, gelassen, Verständnisvoll - Fehlanzeige. Sie ist von 0 auf 180.

Wenn wir nach der Aufregung in Ruhe mit ihr reden scheint es auch immer so dass sie es versteht, sie wiederholt auch und redet normal gelassen über die Dinge. Sie findet das alles auch richtig blöd und will nicht immer schreien, schlagen usw. Aber die Vorsätze halten keine Stunde.
Konsequenzen wie auf die Treppe sitzen, in ihr Zimmer, wenn sie nicht aufräumt kommt das weg, wir gehen nicht da und da hin, ..... bringen ebenso nix. Sie akzeptiert es in diesem Moment unter riesen Protest, aber warum es so ist und warum wir etwas durchziehen, versteht sie nie.

Klar könnten wir komplett nach ihrer Pfeife tanzen und sie Lebensmittel verschwenden und ihr beibringen dass immer alles für sie getan wird wenn sie es will. Aber das ist für uns keine Erziehung. Wir wollen ein Miteinander wo jeder was dazu beitragen kann und den anderen respektiert.

Wir suchen ganz dringend einen Anhaltspunkt wo wir weitermachen können denn SO freut man sich morgens auf die Arbeit und wenn es gegen 19 Uhr ins Bett geht *woot*

Dankeschön!
20.06.2019, 16:41 Uhr | ghostcat87
Liebe Marinadiezweite,

danke für deine Sichtweise. Bei einigen Punkten hast du mich echt zum nachdenken gebracht und ich überlege was ich wie bei uns einbringen kann.
Allerdings wage ich zu bezweifeln dass es bei ein paar bestimmten Dingen passt. Sie rennt ja schon zur Autotür los, da sind wir noch einige Meter von entfernt, hetze ich ihr hinterher denkt sie mal wieder wir spielen fangen und sie rennt weg. Denke aber nach der letzten Ansage hat sich dieses Problem zum Glück erledigt. Seither wartet sie ruhig vor der Türe und hält sich maximal dran fest zum mithelfen.
Beispiel Käse. Ich zwinge mein Kind nicht zum Essen, auch nicht wenn es sich zuviel aufgeladen hat. Ich wurde damals verdonnert den Teller leer zu essen wenn die Augen größer waren. Ergebnis, ich kann bis heute manchmal nicht aufhören zu essen wenn ich satt bin. Ich kann ihr aber auch nicht die Käsetüte nach 2 Portionen aus der Hand reissen, sie hört ja nicht wann sie aufhören soll. Es gäbe wieder riesen Theater. Einzige Möglichkeit, sie nimmt sich kein Käse mehr selbst.
Beispiel Malen. Ich kann sie ja nicht immer rund um die Uhr beobachten. Sie ist 3,5 Jahre, sie kann sich alleine im Haus bewegen und darf auch an ihre Malsachen wie sie mag, auch wenn ich grad in einem anderen Raum bin. Sobald sie die Unterlage nicht nutzt räumen wir jetzt die Malsachen vom Tisch. Natürlich ist sie dann sauer und schlägt. Sie weiß aber ja genau warum sie die Unterlage nutzen soll, wir haben sie schon oft genug den Tisch putzen lassen damit sie sieht was passiert. Aber sie ist schlicht weg zu faul. Unterlage liegt ja auch immer auf den Stiften damit sie dran denkt.

Ich finde mit 3,5 Jahren - es kommt ja auch immer auf das Kind drauf an, verstehen die Kinder schon sehr viele zusammenhänge wenn man es etwas abgespeckt erklärt und zeigt. Und wenn man Kindern nur vor vollendete Tatsachen stellt können sie auch nichts lernen. Mein Kind soll nicht funktionieren, es soll verstehen und lernen. An einer Ampel sagt man ja auch nicht einfach du musst bei rot stehen bleiben, da wird man ja auch etwas ausführlicher.
Es kommt ja immer drauf an wie ausführlich man in welchem Alter erklärt. Vielleicht sind wir in einigen Sachen zu ausführlich. Aber einfach ohne Kommentar über ihren Kopf entscheiden mag ich auch nicht. Es soll ja ein Miteinander hier sein.

Muss mal genauer schauen was wir aber von deinen Anregungen umsetzen könnten. Vielleicht hilft uns ja das ein oder andere *hypocritically*
20.06.2019, 16:40 Uhr | BabyOne
Hallo ghostcat,

ich möchte den Gedanken mit dem Kinderarzt bzw. einer möglichen Ergotherapie verstärken. Es könnte schon eine leichte Wahrnehmungsstörung dahinter stecken, die dazu führt, dass das Kind einfach überempfindlich auf bestimmte Dinge reagiert und vielleicht auch manchmal wichtiges von unwichtigem nicht unterscheiden kann. Geht einfach mal hin und lasst es mal abklären, danach weiß man mehr.

Der andere Gedanke der mir kam ist der, dass man von einem Kind in dem Alter noch nicht zu viel erwarten darf. Ihr seid frustriert, dass sie sich nicht rational verhält, weil man es ihr doch schon erklärt hat oder sie es doch schon gelernt haben sollte. Kinder in dem Alter können sich aber noch nicht so steuern, dass sie sich "vernünftig" verhalten. (Es gibt genügend Erwachsene, die das auch nicht durchgehend schaffen...)

Seht es mal so - sie lernt ganz sicher etwas, nur vielleicht nicht immer das, was Ihr Eltern beabsichtigt habt. Redet ihr in einem scharfen Ton mit ihr, lernt sie vielleicht nicht, dass sie nicht am Autogriff ziehen darf, aber dafür, dass der Papa beim Auto viel schneller sauer wird als wenn sie grob mit ihrer Puppe umgeht und dass Autos irgendwie besonders wichtig sind, weswegen sie beim nächsten Mal unbedingt wieder selbst die Autotür öffnen will. Aus der Sicht eines Kindes ist die Welt nicht so logisch und klar wie aus unserer Sicht... Vielleicht solltet ihr da Eure Erwartungen etwas herunterschrauben. In diesem Alter ist es oft viel besser, bestimmte Konflikte gar nicht erst aufkommen zu lassen. Falls Eure Tochter wirklich überempfindlich auf verschiedene Umweltreize reagieren sollte, dann sollte man auch die versuchen einzuschränken. Ablenkung ist oft die Rettung, wenn sonst nichts mehr hilft...

Also beispielsweise kann man sich so einrichten, dass man möglichst ohne Kind einkaufen geht, dann muss man im Laden nicht streiten was sie anfassen darf oder dass sie bei einem bleiben soll. Wenn es Stress gibt wegen der Ansage dass sie "nur noch eine Folge" schauen darf, dann würde ich halt mal einige zeitlang gar keine Filme mehr erlauben. Dann ist der DVD-Spieler oder Fernseher oder was immer eben kaputt... Ich persönlich bin der Meinung, dass Kinder in dem Alter sowieso lieber möglichst wenig Filme oder Serien schauen sollten. Meine Tochter musste damals oft lange inhalieren und da habe ich sie auch schauen lassen, aber sonst sollte sowas nicht fest zum Tagesablauf gehören. Stattdessen kann man vorlesen bzw. Bilderbücher gemeinsam ansehen, da kann man zusammen kuscheln, das ist schön für sie weil sie damit positive Zuwendung bekommt. Was die Kleidung angeht, haben wir zum Glück ja jetzt Sommer, da muss sie vielleicht gar nicht viel anziehen und man findet vielleicht doch etwas was sie auf der Haut ertragen kann. Zu dem Beispiel mit dem Müsli kann man vielleicht ein wenig schummeln und ihr halt vor ihren Augen noch zwei winzige Löffel oben drauf geben (oder so tun als ob), damit sie zufrieden ist. Wie schon gesagt wurde, Kleidung am Vortag heraussuchen. Immer genug Zeit einplanen, damit es nicht durch Hektik zusätzlich stressig wird.

Und natürlich ganz wichtig, möglichst wenig schimpfen, und möglichst oft positive Angebote machen wie sie Aufmerksamkeit bekommen kann. Lieber loben wenn sie etwas richtig gemacht hat, als schimpfen wenn sie es falsch macht, sondern dann eben nur korrigieren oder die Situation unterbrechen. In dem Alter kann man ein Kind meist noch schlicht hochnehmen und aus der betreffenden Situation herausnehmen. Und sich immer nur auf ein oder zwei richtig wichtige Themen beschränken, an denen man arbeiten will, nicht alles auf einmal ändern wollen. Also wenn das Thema schlafen im Elternbett für euch kein Problem ist, dann lasst es so und kümmert euch um das, was für euch das größte Problem ist.

Ich hoffe
"Gute Erziehung heißt zu verbergen, wie viel wir von uns selbst halten und wie wenig von anderen." (Mark Twain)
20.06.2019, 10:29 Uhr | marinadiezweite
Ich möchte noch was ergänzen. Nicht auf dem Sofa hüpfen finde ich sollte keine Regel sein. Nicht ohne Unterlage malen sollte ebenfalls keine Regel sein. Das sind familieninterne Abmachungen und Wünsche. Das ist nicht der Zeitpunkt Regeln immer zu wiederholen. Ah, Sofa nicht, komm, mein Schatz, runter da. OH, du willst malen, da kommt die Schutzdecke. Teller aus dem Geschirrspüler: räume den Geschirrspüler aus, wenn sie nicht dabei ist.
20.06.2019, 10:23 Uhr | marinadiezweite
Du schreibst, eigentlich empfindest du euch als streng, zu streng. Meine Meinung dazu. Es ist nicht das, was ihr sagt und tut und erklärt. Es ist das, was ihr nicht sagt, was sie aber spürt.
Ich kann euch nicht einschätzen, ob ihr zu streng seid. Aber auf jeden Fall finde ich die Diskussionen sehr und zu umfangreich. Und außerdem erhoffst du immer, dass sie daraus lernt. Sie ist 3,5 Jahre alt und lernt aus keiner Situation. Ob Müsli oder Autotür. Ich dreh das jetzt mal um. Es liegt wahrscheinlich weder an Strenge noch an zuvielen Regeln. Ich glaube, es liegt an den Erwartungen und am Diskutieren. Eine dreieinhalbjährige hat weder Bock auf Diskussionen über Autotüren. Noch versteht sie komplett den Zusammenhang zwischen Autotür schlagen und dem Verschleiß eines alten Autos. Das ist schlicht und einfach viel zu viel erwartet!
Da kannst du noch viele Situationen schildern und die Details. Und ja, ich gebe dir recht. Aber wir sind erwachsen und würden dir sofort recht geben. Ein Kind von 3,5 Jahren jedoch hat das nicht auf seinem Schirm.
Das heißt nicht, dass man Autotüren nun kaputt machen lassen muss, bis ein Kind gelernt hat. Oder bis es im Alter ist, in dem es sowas versteht.
Ich halte sie für schlichtweg überfordert mit solchen Details. Das sind keine Regeln, an die man kleine Kinder erinnern muss. Es ist einfach eine unglaubliche Menge an kleinen Dingen, bei denen sie immer ausgebremst wird. Bei denen sie sich nichts dabei gedacht hat oder denkt. Aber durch diese häufigen Wiederholungen ist in ihrem Kopf gefühlt. Oh, ich mache immer was falsch. Alle zwei Minuten.
Mein Tipp ist nun, dass ihr für sie mitdenkt. Warte nicht, ob sie die Regeln erinnert. Öffne ihr einfach kommentarlos immer die Tür. Ohne Hinweis, warum du das tust.
Wir hatten immer eine Regel, im Auto wird nicht gegessen und getrunken. Das ist meine Regel, um das Auto zu schonen. Aber verstehen tun die Kinder das nicht. Es ist einfach so, dass man sie nicht mit Keksen und sonstwas ins Auto einsteigen lässt. Dass man, wenn ein Eis auf der Faust ist, es vorher aufisst. Da braucht man nichts erklären, das war einfach so bei uns.
Wir haben es einfach so gemacht. Und nicht gesagt, mein Auto ist mir wichtig. Da hören die Kinder, ich habe vier, manchmal nur: ''Du bist ein kleiner Schmadderfink'' und ''Autos sind wichtiger als Kinder''.
Andere Eltern sagen, ist mir egal, wie verkrümelt der Kindersitz ist. Ist ja der Kindersitz des Kindes und ich kann ihn und das Auto saubermachen. Macht es, wie ihr denkt, aber hofft nicht, dass sie es lernt. Nebenbei, ihr glaubt nicht, wieviele Erwachsene Türgriffe hart anfassen und Türen schlagen sowie böse gucken, wenn man sie drauf hinweist.
Die Auswahl und Bestimmung, damit man auch Regeln setzen kann. Nein, finde ich nicht gut überlegt. Weil das eine nichts mit dem anderen zu tun hat. Und weil Kinder da keine Zusammenhänge spüren. Wohl aber merken, dass man mit Ausflippen und Eltern treten richtig viel Aufstand bekommt. Und auch Aufmerksamkeit.
Ich rate euch als zweites, schenkt ihr weniger Aufmerksamkeit bei solchen Situationen. Auch sollte dann nicht diskutiert werden. Weder sofort noch später. Ich glasub nämlich, dass sie deswegen rebelliert und tritt. Es bekommen ja immer alle mit, wenn was ist. Und sie selbst auch. Auch im Supermarkt kann man vorhersehend sein. Einfach KInd bei sich bleiben lassen. Durch den ganzen Laden rufen blamiert ja im Prinzip alle, dein Kind auch. Warte nicht, bis es passiert ist, sondern seh vorher und gönne ihr einen ''guten'' Ausgang der Situation.
DAs Müsli- und das Käseproblem versteh ich nicht. Man kann auch ohne Belehrung sagen, Nachschlag ist immer drin. Wenn du so eine Situation nicht aushälst, dann dreh dich erstmal weg, damit du ernst bleiben kannst. Und sprech mit lockeren Worten. ''So, später gibt es Nachschlag''. Da darf man halt nicht schauen und warten, ob sie austickt. Im Schweigen liegt manchmal die Kunst.
Oder umgedreht. Du tust wie gewünscht drauf. Und wenn es überbleibt, ''zwingst'' du sie, aufzuessen. Das ist unglaublich, wie erfolg- und lehrreich so eine Methode ist. Wichtig scheint mir dabei immer, dass es keine Gewinner und Verlierer gibt.
19.06.2019, 17:06 Uhr | ghostcat87
Hallo Herr Bäcker,

die Situation mit der Autotür:
ich hab es schon mehrfach versucht ihr in Ruhe zu erklären, bzw hab es auch. Bin zu ihr runter, hab es ihr an der Autotüre gezeigt dass der Griff wackelt, erklärt dass es so kaputt geht. Letzten Endes kam ich mir immer vor als redete ich an eine Wand. Sie hat es nicht verstanden. Als würde ich eine andere Sprache sprechen.
Bei ihr fängt das Problem ja schon an, sie von der Autotür abzuhalten. Oder sie ruhig in den Arm nehmen können in der Situation. Bei ihr gehen die Alarmglocken schon viel früher an, nämlich dann wenn wir einschreiten, egal was wir sagen. Sei es Nein, Stopp oder wenn wir etwas zeigen wollen - sie ist da in einem Tunnel und kriegt nichts mehr mit, sie hört nicht zu, sie reagiert auf Berührung nur mit Treten, Schlagen und Kreischen. Oft scheitert es auch daran dass sie sich eigentlich äußern müsste was sie meint oder was wir ganz einfach sagen zu ihr, sie soll reden, nicht schreien. Schreien verstehen wir nicht, reden hilft uns dagegen sehr.

Eben wieder die Diskussion, es gibt 3 Folgen ihrer Serie. 3 - dann ist Schluss und sie macht aus. Dann bittete sie und bettelte, nein, Aus. Sie machte aus und krisch los, tritt mich und holt mehrfach nach mir aus.
Ich hab sie dann wie immer auf die Treppe gesetzt (unser Weg aus der Situation zum runter kommen) und ihr das ganze nochmals erklärt. Mama sagt 3 Folgen, danach ist Schluss. Da braucht man nicht treten und hauen weil mir das weh tut und sie will ja auch nicht dass ihr jemand weh tut. Hab sie dann wie immer einige Minuten sitzen lassen und gefordert dass sie Ruhig bleibt, in der Regel tobt sie da nämlich nur grinsend und rutscht von der Treppe runter und will wegrennen um mich zu ärgern.
Nachdem sie ruhig war sagte sie sie will sich entschuldigen. Sie kam und entschuldigte sich wie man es im Kindergarten halt lernt, aber den Sinn hat sie nicht verstanden da sie egal was. es immer und immer wieder tut.

Im Kindergarten sagte man mir mal sie sei sehr intelligent und gewitzt, sie wisse wie sie bestimmte Dinge bekomme.
Sie redet zuhause sehr gut und versteht in einer normalen Unterhaltung alles. Also am Verständnis und der Kommunikation sollte es in den seltensten Fällen liegen.
19.06.2019, 08:25 Uhr | bke-Stephan-Bäcker
Guten Morgen ghostcat87,

Sie fragen, wo Sie Hilfe bekommen können. Die gibt es natürlich hier im Forum. Intensiver können Sie auch Hilfe in der Einzelberatung (Mailberatung oder Sprechstunde) bei uns erhalten. Möchten Sie das mal ausprobieren?

Und es gibt auch Beratungsstellen vor Ort bei Ihnen. Auf unserer Seite gibt es die Beratungsstellensuche und Sie bekommen die Stellen in der Näher angezeigt.

Jetzt möchte ich noch einen Gedanken loswerden: Angenommen, Sie hätten bei dem Beispiel mit der Autotür erst einmal auf 20 gezählt. Sich dann in die Hocke vor Ihr Kind begeben. Es dann angeschaut, alles noch ohne Worte. Ihr Kind dann in die Arme genommen. Etwas abgewartet und dann gesagt: "Ich zeige Dir jetzt Mal, wie ich mir das mit der Autotür vorstelle." Hätte das auch funktionieren können?

Viele Grüße schickt Ihnen

bke-Stephan-Bäcker
18.06.2019, 21:20 Uhr | ghostcat87
Wir bemühen uns schon wirklich die kleinen "Regeln" fallen zu lassen und sie einfach machen zu lassen. Solange sie keinem weh tut und nichts kaputt geht oder verschwendet wird. Das haben wir schon öfters probiert aber es bringt absolut nichts.
Egal bei was, sie tanzt uns extrem auf der Nase rum. Gestern war ich mit ihr Einkaufen. Sie hört null. Ich steh an der Kasse und bin gleich dran, sie rennt nochmal kurz mit etwas in der Hand Richtung Pixi-Buchständer. Sie reagierte überhaupt nicht auf meine Rufe. Hinter mir schon eine Menge Leute. Irgendwann bequemte sie sich dann doch mal zu mir zu schauen und erkannte dann selbst dass sie doch langsam mal zu mir kommen sollte. Sie stellt absolut auf Durchzug.
Sie reißt mir fast ständig den Griff der Autotür ab. Hab sie schon zig mal gebeten es zu lassen, ich hilf ihr gerne aber sie selber soll die Tür nicht allein auf machen (sie zieht ja wegen der Größe nach unten, der Griff wackelt schon, hab ihr erklärt um was es geht) Seit Wochen machte sie das. Gestern hab ich sie zur Schnecke gemacht und war wie so oft sowas von stinkig. Ich wurde laut, sie heulte und schrie natürlich. Aber siehe da, endlich hat sie mal wieder etwas verstanden. Danach und heute wartete sie oder machte es mit mir gemeinsam.
Und das ist leider immer so! Sie versteht nur etwas wenn wir so sauer sind, schreien und sie heult, es eskaliert. Erst DANN versteht sie was wir ihr wochenlang versuchen beizubringen.
Das ist doch nicht das mittel der Erziehung?! Aber wieso reagiert sie auf alles andere nicht?

Eines ist die Sache mit dem kein bisschen hören und das andere ist ja ihre unkontrollierten Wutanfälle ohne Grund.
Aber wo kann ich uns direkt Hilfe holen? Kinderarzt kann da ja auch nicht viel machen. Wenn ich hier schreibe mit viel Zeit krieg ich einige Alltagsbeispiele zusammen, aber ich weiß nicht wie ich jemandem persönlich das alles irgendwie geregelt erklären soll damit man es auch versteht. Am liebsten hätte ich tagsüber ein Knopf im Ohr und jemand sagt mir mal wie ich reagieren soll auf bestimmte Sachen *sad*
13.06.2019, 20:47 Uhr | Louise-19
Zitat:
Ich empfinde uns eher als zu streng und dadurch rebelliert sie - denke ich mal. Tu dies nicht, nein das macht man so, tu das nicht, schau mal so, he komm da runter, nein lass das bitte, komm bitte mal her, räum bitte auf bevor du xyz machst, hör bitte mal zu, halt stopp bitte lass das… so geht es den ganzen Tag als. Das sind dann Momente wie: auf dem Sofa hüpfen, Süßigkeitennachschub (3 Teile am Tag, die Regel kennt sie), große Teller aus dem Geschirrspüler holen, Blumen zuviel gießen, Barfuß bei Kälte, auf dem Tisch malen ohne Unterlage, usw usf – sie akzeptiert dann die kleinen Regeln nicht und ist frustriert. Und rastet dann bei Lapalien richtig aus. Zitatende

Hallo Ghostcat,
ich verstehe , was Du meinst, und ich stimme Dir zu.
Das sind zu viele kleine Regeln.
Laßt Die Weg!!

- Macht die Wohnung kindersicher:
das Sofa hüpfsicher, den Tisch malsicher, die Schränke klettersicher, Kindersicherungen in die Steckdosen.
- Empfindliche Dinge wegräumen.
- Für Kinder gefährliche Dinge wegräumen.
- Nicht kritisieren, nicht kommentieren, keine "Verbesserungsvorschläge".
- Die Wohnung ist für den Menschen da, nicht umgekehrt.
Laßt alles weg, was ihr irgendwie ertragen könnt.

Und dann laßt nur die großen Regeln übrig:
Süßigkeiten, Zähneputzen, Anziehen, Schlafengehen, Aufstehen, Eltern nicht hauen.
Nicht auf die Straße laufen.
Im Auto angeschnallt werden.

Viele Grüße, Louise
Zuletzt editiert am: 13.06.2019, 21:05 Uhr, von: Louise-19
13.06.2019, 13:12 Uhr | bke-Nana-Berg
Liebe ghostcat87,

zunächst möchte ich auf Ihre Frage eingehen, was sie zum Kinderarzt sagen können, um zu beschreiben, "dass die Unterhose zwickt". Sie könnten es als eine mögliche Überempfindlichkeit gegen Berührungsreize benennen. Manche Kinder haben Schwierigkeiten in der (taktilen) Wahrnehmungsverarbeitung, so können Hautkontakte mit Menschen oder Materialien bei ihnen unangenehmen Stress auslösen, der manchmal zu aggressivem Verhalten führt. Sie haben da eine wichtige Beobachtung gemacht, die sie dem Kinderarzt mitteilen sollten. Oft kann durch eine gezielte Ergotherapie erfolgreich abgeholfen werden.

Schön, dass Sie als Eltern an einem Strang ziehen, soweit es möglich ist. Da stimme ich Ihnen zu, dass natürlich die Aufmerksamkeit gegenüber Kindern, die ohne Geschwister aufwachsen, deutlich erhöht ist. Das kann zur Folge haben, dass kein exploratives Verhalten des Kindes unkommentiert bleibt. Das fassen Kinder oft als Kritik auf, reagieren mit Enttäuschung und Wut. Vielleicht wäre es ja eine Idee, Ihre Tochter nicht zu fragen, ob Sie ihr helfen können, sondern zu warten, bis sie es von selber tut. Oder, wenn sie etwas nicht gut schafft, es dann einfach so zu lassen und nicht zu korrigieren bzw. sie zu loben, für das was sie geschafft hat und nicht zu korrigieren, was sie nicht geschafft hat. Ich hoffe, ich habe mich einigermaßen verständlich ausgedrückt.

Ob sie wirklich zu streng sind, kann ich nicht einschätzen. Doch für Kinder ist es wichtig klare Grenzen und Strukturen zu erhalten. Das gibt Ihnen Sicherheit. Wenn Sie das mit "streng" gemeint haben, kann ich Sie beglückwünschen. Sie tun Ihrem Kind Gutes damit.

Mir fällt grad noch etwas ein - haben Sie schon mal etwas von einem "Erfahrungsfeld der Sinne" gehört? Da können Kinder und Erwachsene Erfahrungen mit unterschiedlichen Materialien und deren (Haut)Reizen machen. Das wäre vielleicht mal einen Ausflug wert. *smiling*

Viele Grüße
bke-Nana-Berg
13.06.2019, 11:03 Uhr | ghostcat87
Hallo,

um auf die Fragen zurück zu kommen:
Nein es gibt keine Geschwisterkinder, die volle positive wie negative Aufmerksamkeit liegt leider auf ihr.
Wir als Eltern sind uns eigentlich fast immer einig, gerade wenn es solche extremen Situationen gibt. Dennoch gibt es auch einige Momente in denen der andere als anders handeln würde und sagt das dann auch.
Im KiGa und sonst ausser Haus ist das Kind zurückhaltend, teilweise schüchtern und braucht einige Zeit zum Ankommen. Ist im Kiga dann aber wohl sehr freundlich, offen und umgänglich. Trotzdem bin ich mir leider sicher dass wir in gewissen Situationen schon viel zu streng waren da sie da sehr „unterdrückt“ rüber kommt. Schaut einen ständig an ob sie es richtig macht, ob sie etwas darf, redet mit keinem. Auch mit Besuch zuhause redet sie lange nicht. Sobald wir alleine sind dreht sie extrem auf.
Beim Kinderarzt waren wir noch nicht, das wäre der nächste Schritt gewesen. Aber was soll ich sagen, die Unterhose zwickt täglich, ist das in Ordnung?

Eigentlich bin ich nicht der Meinung dass sie zuviel darf bei uns. Wir versuchen ihr etwas Auswahl und Bestimmung zu lassen damit wir auf der anderen Seite unsere Regeln setzen können.
Nachts zu uns ins Bett darf sie ohne Probleme, es nervt uns auch nicht, klar, wenn sie nicht schlafen will schon, aber das kommt alle paar Wochen nur vor. Aber das ist wirklich das kleinste Problem und denke das hat nichts damit zu tun dass sie da auch machen kann was sie will. Sie hat auch schon lange bei sich geschlafen vorher.

Das was sie am Tag Auswählen darf ist was sie anzieht, mit uns zusammen, und tageweise was sie frühstückt. Manchmal kommt eben der Müslitripp für einige Tage, dann wieder nur Brot. Sie kann damit unmöglich überfordert sein. Würden wir da Regeln setzen gäbts mehr Drama.

Ich empfinde uns eher als zu streng und dadurch rebelliert sie - denke ich mal. Tu dies nicht, nein das macht man so, tu das nicht, schau mal so, he komm da runter, nein lass das bitte, komm bitte mal her, räum bitte auf bevor du xyz machst, hör bitte mal zu, halt stopp bitte lass das… so geht es den ganzen Tag als. Das sind dann Momente wie: auf dem Sofa hüpfen, Süßigkeitennachschub (3 Teile am Tag, die Regel kennt sie), große Teller aus dem Geschirrspüler holen, Blumen zuviel gießen, Barfuß bei Kälte, auf dem Tisch malen ohne Unterlage, usw usf – sie akzeptiert dann die kleinen Regeln nicht und ist frustriert. Und rastet dann bei Lapalien richtig aus.
Gestern waren wir unterwegs und sie war gut drauf, es wurden vorher Dinge abgemacht von denen sie nichts mehr wissen wollte. Geschrei, Theater, wieder gehauen. Oder als etwas nicht funktionierte wie so wollte bin ich schuld gewesen, dabei hatte ich damit nichts zu tun. Beim Autofahren kann ich ihr nicht das Taschentuch abnehmen. Sie soll es neben sich legen. Nein will sie nicht, riesen Drama mit treten in meinen Sitz weil sie das Taschentuch nur mir geben will.
Sowas ist es oft, so auswegslose, blöde Situationen wo sie sich so festfährt dass nix mehr geht. Wir müssen dann immer einen Schrei lassen damit sie kurz innehält und uns wieder zuhört.
TV gibt es bei uns höchstens als Strafe, wenn etwas größeres war dann gibt es an dem Tag keine Serie.
Heute morgen hat sie den falschen Löffel geholt. Drama. Papa hat die Müslidose ausgemacht was sie eh nicht kann, Drama. Sie hat sich zuviel Milch eingeschenkt, Drama.
Zudem können wir doch nicht bei JEDEM Handgriff fragen, darf ich dir helfen, darf ich xxx selber machen, kann ich xxx selber holen, willst du xxx selber machen? Da müsste der Tag 48 Stunde haben.
Gestern abend kam sie und fragte traurig, warum ich immer so böse zu ihr bin, das findet sie nicht toll. Ich konnte nicht ganz drauf ein gehen da sie schon total müde war und es nicht viel gebracht hätte. Aber zu denken gibt es mir schon.

Wir sind also eigentlich ziemlich hin und her gerissen zwischen mehr Regeln und etwas lockerer - aber wo lässt man locker, so strenger.
Haben wir am Tag KEINEN Termin, nur zuhause, kein Haushalt zu tun, ist sie natürlich das liebste Kind. Aber wie oft ist das? Das ist nunmal kein Alltag. Im Alltag läuft viel nebeneinander her und daran muss sie sich gewöhnen endlich. Und dass man sich manchmal etwas beeilen und und manchmal eben nicht.
12.06.2019, 20:18 Uhr | marinadiezweite
Hallo ghostcat 87, ich hab das Gefühl, bei euch gibt es mehrere Baustellen. Du schreibst, dein Kind schläft jede Nacht bei uns. Solange sie nicht nervt, ist es uns egal. Ich meine, schon sowas sollte einem nicht egal sein. Denn das Mädel hat das Gefühl, sie kann mit euch machen, was sie will. Sie ist aber immer erst 3,5 Jahre alt. Da kann man sich eigentlich nicht benehmen wie in der Pubertät. Ich glaube, mit dem bei euch Schlafen sollte auch mal geklärt werden, ob ihr nicht auch mal Ruhe braucht.
Man merkt, sie ist überfordert mit der Auswahl. Essen, Kleidung, alles darf sie gut gemeint wählen. Dennoch zickt sie. Denn es ist für sie sehr schwer, in dem Alter schon alles auszuwählen. Klärt das abends, was man anzieht. Es gibt glaub ich auch keine perfekten Strümpfe und so. Es kann nur geben, diese oder jene. Sonst dreht man ansonsten schon beim Auswählen zum Kauf perfekter Sachen an seine Grenzen.
Mit dem Müsli magst du Recht haben. Aber du grenzst sie nun ein, obwohl du sonst so locker bist. Weil du es gut meinst und sie ja eh alles über mehr als drei Löffel voll stehen lässt. Gegen solche Begrenzungen ist nichts zu sagen. Aber es ist schwer, wenn man sonst machen darf, was man will. Und wenn man sonst seine Eltern mit endlosen Diskussionen beschäftigen kann. Dann hier streng alles besser zu wissen. Da würde ich eher die Methode wählen. So, erstmal die Menge. Wenn das alle ist, gibt es problemlos Nachschlag. Mach da kein Drama draus.
Vermeiden würde ich auch Diskussionen und Versprechungen, dass sie sich in Zukunft besser benimmt. Ich glaube, das schaffen Kinder in dem Alter nicht. Da ihnen die Probleme gar nicht so bewußt sind.
Es ist nicht böse, wenn du deine Tochter morgens begrenzt. Und auch am Tag. Manches würde ich einfach ein wenig locker aber bestimmt sagen, dass das so gemacht wird. Und fertig.
Veränderungen von Dingen, die nicht gut sind, sollten nicht täglich stattfinden. Vielleicht erwägt ihr auch, dass sie nicht jede Nacht sondern jede zweite Nacht bei euch schläft.
Aushalten solltet ihr unbedingt Diskussionen um Anzahl der Sendungsfolgen. Das wird vorher festgelegt. Und da gibt es keine Abweichungen. Und auch keine Diskussioen. Ich glaub nicht unbedingt, dass sie was lernen wird. Aber wenn sie nach dem Schreien und Schlagen ihrer Eltern ihre Ansicht durchsetzen kann, dann bekommt ihr das definitiv nicht mehr hin.
Man kann auch freundlich aber bestimmt sagen, so, jetzt ist die Zeit um, ich weiß was gleich kommt von dir. (Die Schläge und Tritte) Aber das kannste heute lassen. Haltet sie euch auf Abstand und Fernsehen und so weiter sollte es nicht als Belohnung, Strafe geben.
Aufmerksamkeit ist immer gut, wenn sie mal nett und ruhig ist. Und ihr Zeit habt. Nicht, wenn sie das will.
Zuletzt editiert am: 12.06.2019, 20:22 Uhr, von: marinadiezweite
12.06.2019, 11:42 Uhr | bke-Lana-Winthers
Hallo Ghostcat87,
ich möchte Sie im Namen der bke und Moderatorenteam herzlich willkommen heißen!
In Ihrem Beitrag schildern Sie, wie Ihre kleine Tochter den Familienalltag mit ihren Launen bestimmt und aus jeder Alltagssituation einen Kampf macht. Es fängt bereits in der Nacht an. Sie schläft nicht durch und schleicht sich nachts aus ihrem Kinderbett in das Bett der Eltern. Dann gibt es großes Theater mit dem Anziehen und Frühstucken. Bis das Kind im Kindergarten ist, hat man schon einiges an Nerv und Energie aufgewendet, um die Kleine angezogen, satt und pünktlich aus dem Haus in die KiGa zu bringen. Nach dem KiGa geht das große Geschrei dann aber weiter und immer wieder findet Ihre Kleine Situationen, was ihr gerade nicht passt. Sie als Eltern können es ihr kaum recht machen und Ihre Tochter ist Dauer unzufrieden.

Beim Lesen Ihrer Zeilen gingen mir einige Gedanken durch den Kopf und auch der Gedanke „Puuuuh, das ist ganz schön anstrengend….Jeden Tag“. Ich kann Sie als Eltern verstehen, wenn man dann manchmal ratlos vor seinem Kind steht, das brüllt, weint und um sich schlägt. Bei mir entsteht ein Gefühl, dass Ihre Tochter nach Grenzen sucht und diese durch Ihr konsequentes Verhalten eben auch erfährt. Dass die „Begrenzung“ ihr nicht immer schmeckt, kann man auch nachvollziehen. Aber Grenzen (auch im Verhalten) sind gerade in dem Alter für die Kinder sehr wichtig. Da werden die Eltern auf harte Probe gestellt, aber auch die Kinder selbst. Damit stimme ich Ihnen zu, dass es nicht ok ist, Kinder machen lassen, was sie wollen. Solches Verhalten hilft den Kiddis auch nicht, denn damit liegt die Verantwortung, Entscheidungen zu treffen bei Kindern und das können sie in dem Alter nicht alleine… Zumindest nicht für alles. Deswegen brauchen sie die Hilfe der Eltern. In diesem Falle: Begrenzung, Entscheidungen treffen, Verantwortung und entsprechend Konsequenzen. Eine undankbare Aufgabe, wenn die einfachsten Dinge im Alltag im Stress für alle Beteiligten enden.

Ja, sie kann ihre Klamotten für den nächsten Tag auswählen. Aber selbst damit können die Kleinen überfordert sein, wenn sie vor einem vollen Kleiderschrank stehen und gerade am Morgen. Für die Situation könnte sich der Vorabend anbieten und sie zwischen 2-3 Sachen sich entscheiden soll, die Sie ihr rauslegen. Das war nur ein Beispiel von einigen….

Während des Lesens sind bei mir noch einige Fragen entstanden. Gibt es noch Geschwisterkinder?
Sie erzählen, dass sie konsequentes Verhalten für wichtig und richtig halten und da habe ich Ihnen zugestimmt. Sieht es der Kindesvater auch so, sodass Ihr als Eltern an einem Strang ziehen könnt?
Was gibt es eigentlich für Rückmeldungen aus dem Kindergarten? Beobachten die Erzieher ähnliches? Wenn ja, wie gehen sie als Pädagogen mit dem Verhalten Ihrer Tochter um?
Haben Sie, über die hier geschilderten Schwierigkeiten, mit dem Kinderarzt gesprochen? Dabei denke ich an das Zwicken der Kleidung. Ob es nur eine Laune Ihrer Tochter ist oder, ob es etwas mit ihrer Wahrnehmung zu tun hat. Vielleicht wäre da noch eine Abklärung durch den Kinderarzt sinnvoll, der vor Ort nochmal entscheiden kann, ob es weiterer Diagnostik bedarf.

Liebe Ghostcat87, das erstmal von mir, was mir beim Lesen durch den Kopf ging. Ich denke, Sie werden noch einige Antworten von unseren Usern bekommen und wünsche Ihnen einen guten Austausch.

Ich verbleibe mit neugierigen Grüßen
Bke-Lana-Winthers (aus dem Moderatorenteam)

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