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20.11.2019, 11:15 Uhr | Boldtchen
Hallo Zusammen,

ich würde gerne den Austausch suchen, wie man das Trödeln von Kids gegenlenken kann.

Unsere Tochter 6, hat im Normfall genügend Zeit um sich morgens fertig zu machen, um startklar für die Schule zu sein. Wir haben unsere Rituale bereits angepasst .... allerdings führt eine Aufforderung zum Fertigmachen immer wieder zu zeitlichen Engpässen, da meiner Tochter immer noch 5 Dinge einfallen, die entweder fertig zu machen sind, sie noch aufessen muss, auf dem Weg zum Anziehen, ihr noch mind. 2 weitere Dinge einfallen, die "dringend" zu erledigen sind - in ihren Augen und es oft so endet, dass die anderen Kinder, mit denen sie zur Schule läuft bereits vor der Tür stehen und sie noch Zähne putzen, Schuhe, Jacke & Co anzuziehen hat.

Ich finde, dass muss nicht sein und würde dem gerne entgegen wirken.

Wir haben es schon probiert mit Sachen abends herauslegen (Kleidung), aber morgens wird meist noch mind. eins davon gewechselt. Sie macht dies auch alles eigenständig und möchte dies auch so, aber es kommt ohne Begleitung in meinen Augen zum Trödeln. Wir haben bereits Wecker gestellt, zu dem Zeitpunkt wenn sie mit Anziehen spätestens starten muss, oder auch wenn der Zeiger der Uhr auf der 12 ist (also um 7 Uhr) da sie um 7:20 los laufen sollte.

Das sie morgens sich als 1. anzieht war bisher erfolglos, da sie erst frühstücken möchte und durchaus einige Minuten beraucht, anstatt direkt aufstehen und anziehen (was ich durch aus nachvollziehen kann). Wenn ich dann "drängel" und dahinter bin, läuft es auch, aber das mache ich erst, wenn ich sehe es läuft aus dem Ruder - zeitlich. Man muss dazu sagen, wir haben noch einen kleinen 1,5 Jährigen, der natürlich auch fertig angezogen wird - und oft versuche ich dies parallel - also ich ziehe den kleinen an und unsere Tochter ihre Sachen ... was auch in vielen Fallen gut funktioniert - doch irgendwie sind wir immer spat dran.

Liegt es wirklich nur daran, noch mehr Zeit einzuplanen?
Habt ihr noch andere kreative Ideen wie man Anreize finden kann um alles "besser organisiert" zu bekommen.

Das Trödeln trifft uns nicht nur morgens, eigentlich fast immer, wenn wir los müssen - da unsere Tochter doch sehr bestimmend ihre Dinge erst durch bringen möchte. Vorwarnen, etc. ist wenig zielführend hab ich gemerkt, also nicht mehr als - wir müssen bald los, ich sagt dir bescheid, wenn du dich fertig machen must.

Ich freue mich über eure Ideen.
01.12.2019, 12:13 Uhr | Radfahrer
Hallo in die Runde,

wir haben das Problem auch, allerdings nicht ganz so einseitig. Nicht nur mein Sohn (5) kann wunderbar trödeln, sondern auch ich neige dazu immer noch schnell etwas erledigen zu wollen (die Wäsche Leine ist da meist mein Verbündeter) . Die Idee den Adventskalender für sich arbeiten zu lassen finde ich klasse - danke dafür. Wir frühstücken auch meistens im Schlafanzug, da wir die Zeit brauchen um wach zu werden, mehr Zeit bringt meiner Meinung nach nichts, da dies bei mir eher dazu führt noch andere Dinge zu erledigen, da ich ja noch "ganz viel" Zeit habe.
Vielleicht hilft ja auch eine Belohnung, wenn sie es schafft vor den Freunden fertig zu sein und schon raus zu gehen?
Frage sie auch ob sie sich darüber ärgert, wenn ihre Freunde auf sie warten müssen. Dann wärst du in der Position ihr zu helfen pünktlich zu sein, statt sie zu gängeln.
Nach oben treten, nach unten entspannt rollen lassen
24.11.2019, 15:08 Uhr | Antigone
Hallo Boldtchen,
kennst du das Bilderbuch 'Mach schnell, Willi Wiberg'? Bei deinen Zeilen musste ich schmunzelnd daran denken. Der 5 jährige Willi Wiberg muss zwar in den Kindergarten, hatte aber morgens auch immer noch dies und das zu erledigen, was ihm grad ins Auge fiel, oder einfiel. Der Puppe das Kleid anziehen, das Rad, das er findet, noch schnell ans Spielzeugauto montieren ect.., während der Papa ihn immer ungeduldiger zum Frühstück rief. Willis 'Ich will ja nur noch' wurde in meiner Familie zum geflügelten Wort. Zu meinem morgendlichen, augenzwinkernden Kommentar, wenn ich ein Kind 'erwischte' das sich morgens beim 'Fertigmachen' mal wieder von irgendwas ablenken ließen, das grad eine höhere Priorität hatte .*wink*

Von meinen 5 Kindern waren 3 Trödler. Gerade in dieser dunklen Jahreszeit neigten die Kinder zusätzlich zur morgendlichen Trägheit. Aber- und jetzt kommt mein Tipp *wink*, ich kann ihn nicht genug loben: Den Adventskalender!

Es gab für jedes Kind einen, mit 24 Beuteln, gefüllt mit täglichen Mini-Überraschungen. Ein Radiergummi in Erdnussform oder ein Glitzerstift, eine Haarspange, ein Zauberbad ...ect.

Der Mutter-Trick : Es durfte erst geöffnet werden, wenn man fertig angezogen war.

Hat SUPER geklappt! Da ging das Anziehen aber sowas von Ratz-Fatz.
Daher gab es auch ausreichend Zeit für das Frühstück ect.

Diese Zeit war morgens die entspannteste des Jahres!

Vielleicht kann das auch helfen deine Tochter 'umzupolen', sodass sie sich als erstes ganz anzieht und erst danach frühstückt?

Alles Gute und liebe Grüße
Antigone
23.11.2019, 10:24 Uhr | -serafine-
Hallo Boltchen, ich neige auch zu der Haltung: sie ist erst 6 Jahre alt …, da sind Deine Erwartungen fast ein bisschen zu hoch, finde ich. Die Anregung, das Brüderchen (falls das zeitlich möglich ist), erst später anzuziehen, so dass Du Dich mehr auf die "Große" konzentrieren und sie darin unterstützen kannst, rechtzeitig fertig zu sein, damit sie mit den anderen Kindern gehen kann. Natürlich wäre eine logische Konsequenz, dass sie eben alleine zur Schule muss, wenn sie nicht fertig ist und die anderen nicht mehr warten (wollen). Aber ich würde das noch nicht anwenden bei einer 6-jährigen, die erst seit 2 Monaten zur Schule geht. Dennnoch würde ich mit ihr in einem entspannten Moment mal über die Situation reden und auch, wie das wohl für die anderen Kinder ist, wenn sie immer auf sie warten müssen.

Du könntest ja ein Wettspiel mit Deiner Tochter machen am Morgen? Ihr vereinbart, was jede von Euch erledigt haben muss, bis die Kinder kommen, und wer alles geschafft hat, ist Tagesgewinner und darf sich vielleicht etwas wünschen vom anderen (sie sich ein Spiel für den Nachmittag mit Dir aussuchen, Du z.B., dass sie am Nachmittag mit dir zusammen die Spülmaschine ausräumt … also Dir hilft) . Falls sie noch eine schlechte Verliererin ist, könnte das natürlich zu unerwünschten Effekten führen am frühen Morgen. In diesem Fall müsstest Du sie gewinnen lassen *smiling*

Mir geht es übrigens als Erwachsene auch so, dass ich immer, bevor ich das Haus verlassen muss, noch dringend etwas tun (oder nochmal aufs Klo *whistle* ) muss, etwas vergessen habe, etwas nachschauen muss! Bei mir hat das mit einer inneren Schwierigkeit, mich zu trennen, zu tun. Also eine Situation beenden und in eine neue Situation hineingehen. So wie eine winzig kleine, aber generalisierte Trennungsangst. Das könnte ich mir bei einem Kind, das gerade so eine gewaltige Schwelle zum Schuleintritt überschritten hat, auch als Ursache vorstellen. Mir als Erwachsene hilft, darum zu wissen, ich gehe das eher verstandesmäßig an, bei Deiner Tochter könnte es vielleicht helfen, mit ihr generell über Gefühle zu reden. Ihr zu spiegeln, dass jeder mal Schwierigkeiten haben kann, sich aus dem einen zu lösen, um das andere tun zu können (wie ja auch viele Kinder sich am Abend nicht vom Tag lösen können, oder vom Spiel, wenn es Essen gibt, etc...).
serafin
21.11.2019, 13:31 Uhr | Ruba
Deine Tochter ist erst 6 Jahre alt. Da kannst Du kein Zeitmanagement erwarten.
Offenbar läuft sie ja mit anderen in die Schule.
Wäre es daher nicht wirklich möglich, dass Du Dich ganz auf sie konzentrierst und das Geschwisterkind erst später anziehst? Vielleicht fordert sie mit der Trödlelei ja gerade diese Aufmerksamkeit ein?
Viele Kinder mögen es auch vor der Schule noch ein bisschen Zeit für sich zu haben. Ganz ehrlich : Diese morgendliche Hetzerei hasst doch jeder.
Es gibt Uhren, die an verschiedene Tätigkeiten erinnern. Aber ich würde vor allem beobachten wie Deine Tochter den Morgen gestalten möchte und mich darauf einlassen.
Und dann alles so takten, dass sie 5 Minuten vor dem Abholen fertig ist. Fällt ihr dann noch was ein, hat sie Zeit.
21.11.2019, 08:53 Uhr | marinadiezweite
Hallo Boltchen, hm, ich glaube, ich würde jetzt erstmal paar Wochen lang keinen Wert auf kreative Ideen legen. Sondern einfach Beständigkeit zeigen. Deine Tochter will zuerst frühstücken, dann sich anziehen. Das ist in der Tat so ein kleiner Lernprozess. Vorher im Kindergarten habt ihr das wahrscheinlich so gemacht und es kam da nicht auf 5 oder 10 Minuten an. Jetzt geht es um mehr. Es geht um pünktlich in der Schule sein, um Mitschüler, die einen abholen und wartend vor der Tür stehen. Daher bin auch ich der Meinung, dass der Impuls aus der Richtung kommen sollte. Also erstmal wieder wechseln, zuerst anziehen, dann frühstücken. Mach ihr das am besten irgendwie schmackhaft, kreativ eben. Aber der Augenmerk sollte nicht auf kreativem Überreden und diskutieren liegen. Der Fakt ist dann eben einfach, zuerst anziehen. Vielleicht ist es gar nicht so verkehrt, in der Zeit das kleine Geschwisterchen auch anzuziehen. Dann ist man nicht geneigt, immer noch was rüberzurufen.
So ist dann schon der größte Teil geschafft. Auch würde ich nicht allzuoft auf die Uhr hinweisen. Aber einen kleinen Zeitpuffer von vielleicht nochmal 5 Minuten einplanen. Also noch 5 oder 10 Minuten eher aufstehen. Anziehen zuerst und nach dem Frühstück sollte es mal tatsächlich so sein, dass die Freunde schon losgehen oder dass sie reinkommen. Das wirkt meist ganz anders, als wenn die Mama immer die Situation zu retten versucht.
Notfalls wird dann mal Zähne putzen ausgelassen. Dann sieht deine Tochter das sicher eher ein. Und beeilt sich eher. Oder du kürzt kommentarlos das Frühstück ab, wenn du siehst, dass es knapp wird. Stulle schmieren, die muss sie dann mitnehmen. Zeitgefühl, ja, das lernt man langsam. Aber dass alle auf sie warten und sich sicher dann gemeinsam abhetzen müssen, muss ja auch nicht sein.
Zuletzt editiert am: 21.11.2019, 08:55 Uhr, von: marinadiezweite
20.11.2019, 13:58 Uhr | bke-Zita-Finke
Ihnen ein ganz herzliches Hallo, Boldtchen,

mein Name ist bke-Zita-Finke, ich bin eine der Moderatorinnen hier im bke-Elternforum und möchte Sie ganz herzlich willkommen heißen. Ich denke, die Situation, die Sie beschreiben, kennen vermutlich viele Eltern.

Sie schreiben, dass Ihre 6jährige Tochter am Morgen nicht rechtzeitig fertig wird, um sich mit den anderen Kindern, mit denen sie den gleichen Schulweg hat, gemeinsam auf den Weg zu machen.
Ihre Tochter ist 6 - geht daher vermutlich in die erste Klasse. Sprich - sie muss seit Schuleintritt viele Sachen (neu) lernen. Dazu gehört neben all dem, was mit dem schulischen Lernen zu tun hat, auch eine andere zeitliche Taktung.
Kinder haben allerdings ein anderes Zeitgefühl als wir Erwachsenen, versinken (gerade auch am Morgen, wenn sie noch nicht so wirklich „hochgefahren“ sind *wink* ) in dem, was sie gerade tun. Essen, trinken, sie wollen vielleicht noch etwas spielen oder noch mal was suchen ….. und schwupps sind wieder Minuten verstrichen ….

Sie ist ja jetzt ein Schulkind und keine Kleine mehr, die in die Kita geht. Das sehen wir Erwachsenen natürlich etwas anders, aber für Kinder heißt das: ich möchte selber mehr (mit) bestimmen, mit entscheiden. Und auch da gerät in der kindlichen Wahrnehmung der Zeitplan aus dem Blick.

Sie haben ja neben Ihrer 6jährigen noch einen 1,5jährigen, der am Morgen auch fertig angezogen werden muss und möchte. Und der - da noch kleiner - da sicherlich noch mehr an ihrer Unterstützung dabei braucht. Da kommt einiges zusammen am frühen Morgen ….

Ich frage mich: ist es zwingend notwendig, beide Kinder zugleich für den Tag fertig zu machen ? Oder ginge es nacheinander ?
Und: was würde sein, wenn die Kinder vor der Haustüre nicht auf Ihre Tochter warten würden, sondern schon mal los gingen - würde das für Ihre Tochter ein Anreiz sein, doch zügiger am Morgen ihre Sachen zu machen ? Eben weil sie mit den anderen mitlaufen möchte ?

Ich wünsche Ihnen hier im Elternforum einen interessanten Austausch und für Sie hilfreiche, kreative Tipps und Ideen.
Viele herzliche Grüße
bke-Zita-Finke

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