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18.02.2017, 22:36 Uhr | Surftiga
Aus reiner Verzweiflung und völlig hilflos wende ich mich an alle die vielleicht ähnliche Erfahrungen gemacht haben.
Wir sind eine kleine Familie und lebten, mit unserem nun 18jährigen Sohn , bis vor drei Jahren sehr harmonisch und friedlich zusammen. Unser Sohn ist ein toller Mensch, guter Schüler und hinterlässt bei allen einen sehr positiven Eindruck. Wir waren immer sehr stolz auf ihn und hatten keinerlei Anlass ihn einzuschränken oder nicht zu unterstützen. Ich habe ihm als Mutter immer sehr viel abgenommen und nicht zugelassen das ihm was negatives widerfährt. Vielleicht war das ein großer Fehler , doch ich habe es aus Liebe und Fürsorge getan.
Vor ca. 3 Jahren hat unser Sohn allmählich die Kommunikation eingestellt. Das war für mich sehr schlimm doch ich habe es der Pubertät zugeordnet. In den letzten 2 Jahren hat das ganze jedoch eine andere Qualität bekommen. Mit der Ignoranz, Respektlosigkeit und Lügerei konnten mein Mann und ich nicht mehr umgehen. Jedes Gespräch das ich versuchte in Gang zu bringen endete mit Kritik und Vorwürfen meinerseits. Ich habe in Gegenwart unseres Sohnes oft weinen müssen da ich so sehr verletzt war und nicht akzeptieren konnte das man als Eltern wie Dreck behandelt wird. Ich habe ihn verbal dann auch sehr oft verletzt. Er wurde mit der Zeit immer emotionsloser und ist uns in unserem Haus regelrecht aus dem Weg gegangen. Wir haben mehrere Anläufe zur Familienberatung unternommen. Dabei hatte sich unser Sohn immer sehr verständnisvoll gezeigt. Kaum zu Hause machte er uns klar das er sich an die Vereinbarungen sowieso nicht hält. So geht es seit 2 Jahren. Er kommt und geht wann er will. Hat seit einem Jahr eine Freundin . Die Wochenenden bestehen nur aus Party und trinken. Wir bekommen keine Info wo er ist. Seine neue Handy Nr gibt er uns nicht. In seinem Zimmer lebt er wie ein Messie. Ich bin so verzweifelt weil er so nicht groß geworden ist und wir ein ganz anderes Leben führen. Er ist faul, kümmert sich um nichts, tönt nur rum das er eigentlich seit einem Jahr gar nicht mehr bei uns wohnen möchte. Da mein Mann und ich daran zerbrechen haben wir ihm ein WG Zimmer gesucht in das er nun einziehen kann. Das wird er in den nächsten Wochen tun. Mich macht es so traurig das wir es nicht geschafft haben gemeinsam die Kurve zu kriegen. Aber es funktioniert nicht wenn nicht alle wollen. Unser Sohn macht im Frühjahr sein Abi und wir hätten ihm gerne noch den Rücken freigehalten. Aber er will nur noch weg. Wir gehen davon aus das wir erstmal nichts von ihm hören werden. Ich hoffe das ich das aushalten kann. Ich kann meinen Sohn loslassen, möchte ihn aber nicht verlieren. Oft weiß ich nicht was richtig und falsch ist. Als Mutter fühle ich mich als Versager. Ich konnte das Vertrauen zu unserem Sohn nicht aufrecht erhalten. Vielleicht gibt es Eltern denen es ähnlich ergangen ist. Ich würde mich über einen Kommentar freuen.
22.02.2017, 08:41 Uhr | marinadiezweite
Hallo surftiga, ich glaube, das alles macht einen sehr traurig. Und es ist auch sehr verworren. Da fallen Worte wie Respekt, Zutexten. ES ist keine einfache Situation. Ich denke zunächst, dass es nach den Beratungen Ansatzpunkte gab. Ein Jugendlicher will in der Tat nicht mehr zugetextet werden. Das heißt jedoch definitiv nicht, dass er respektlos sein kann und darf. Geht mal in euch. Versucht mal zu trennen, was respektlos war. Und was normal war. Manch eine Mutter findet ein vermülltes Zimmer schon respektlos. WEil es gegen ihre Putzehre geht. Und sie es so nicht vorgemacht, vorgelebt hat.
Jugendliche, ich glaube, besonders Jungen, mögen aber auch konkrete Ansagen. Und keine endlosen Diskussionen. Es ist dann meist schwierig, statt zu kritisieren, Hilfe anzubieten. Du schreibst von Rücken frei halten. Das ist bestimmt auch richtig. Sicher habt ihr beide den jungen Mann auch bewundert. Abi ist ja schon mal was. Ich denke jedoch, dass es nur in kleinen Schritten voran geht. Es fängt echt schwer an mit kleinen Aufgaben, die ein Jugendlicher trotz Schule übernehmen kann. (Einkaufen, beim KOchen helfen... ). Es müssen nicht immer die doofen Arbeiten sein. Ich stauen zum Beispiel im Moment, dass ich nie geschafft habe, meinen Kindern Müll sortieren beizubringen. Nun plötzlich ist mein Sohn pingeliger als ich. Keine Ahnung warum. Aber es ist wirklich so, dass so ab und zu locker lassen gar nicht schlecht ist.
Das zweite, Jugendliche haben einen feinen Draht dafür, wo die Eltern hilflos sind. So hat sich der junge Mann in der Beratung nett gezeigt und zu Hause hat er euch gesagt, er hält sich nicht daran. Das ist schon link. Zeigt aber auch, dass man sich eigentlich so eine Beratung sparen kann. Weil ab einem gewissen Alter nur noch was dabei rauskommt, wenn alle Beteiligten das wollen. Und dabei auch ehrlich sind. Ehrlich heißt auch, zu sagen, nein, das und jenes will ich nicht. Und zu hinterfragen, was stattdessen geleistet werden kann. Ich finde, da fängt Respekt an. Dass man versteht, aha, er hat wenig Zeit. Aber wir fordern auch einige Dinge. Können dann auch mal loben. Genauso schwer ist es, einfach mal was stehen zu lassen. Zimmer zu lassen und fertig, alles, was da drin vor sich geht, muß er allein hinkriegen.
Ich finde, ihr solltet das jetzt unbedingt durchziehen. Denn egal, wie es jetzt gekommen ist, es schadet ihm nicht. Haltet das aus. Bietet ihm vor allem nun nicht allzuviel Hilfe an. Außer vielleicht beim Umzug. Er wird nur so lernen, wie man Bude in Ordnung hält.
Rücken frei halten heißt auch nicht, gar nichts fordern. Das wird sonst selbstverständlich und bleibt so völlig unbemerkt.
21.02.2017, 16:52 Uhr | Surftiga
Ich danke erst einmal für die guten Antworten. Es ist ein Trost. Ich hätte nie im Traum daran gedacht das wir in so eine Situation mit unserem Sohn kommen. Ich hatte uns immer für eine ganz normale, moderne Familie gehalten.
Sicher habe ich mich schon oft gefragt was der Auslöser war. Da gab es aber meiner Meinung nach nichts Konkretes. Ich glaube meine ständige, nicht enden wollende Laberei, die Vorwürfe und Kritik kotzen ihn nur noch an. Ich kann es ein Stück weit verstehen. Aber gibt es nicht auch Respekt und Rücksicht wenn man zusammen lebt ? Unserem Sohn hat es nie an irgendwas gefehlt. Aber ausser das er uns demütigt und verletzt ist nicht viel geblieben.
Wir haben ihn auf ein hohes Ross gesetzt . Das haben wir jetzt davon. Er meint er wäre der größte. Kann sich aber noch nicht mal zwei gleichfarbige Socken anziehen
20.02.2017, 12:22 Uhr | elfenprinzessin
Hallo,

also erstmal hört sich das wirklisch schrecklich an, und ich frage mich: WAS war der Auslöser dafür, dass die Beziehung und sein Verhalten zu euch so gekippt ist?

klar hinterfragt man sich selbst, und ich finde es gut, dass du das tust. Gleichzeitig erzählst du ja, dass du immer alles schlechte fernhalten wolltest. Das versucht sicher jeder bei seinen Kindern. Anderseits habe ich den Eindruck, dass diese Bedingungslosigkeit eurerseits von ihm missbraucht wird.

Er wollte nicht mehr bei euch leben`? Gut, dass ist seine Entscheidung, aber gleichzeitig wäre es in meinen Augen der Zeitpunkt gewesen, ihn sich sein WG Zimmer selbst suchen zu lassen. Wenn man alles als selbstverständlich vorgelegt bekommt, weiss man es sicherlich auch irgendwann nicht mehr wertzuschätzen. Scheinbar ist das hier passiert...

ich wünsche viel Kraft und lass ihn seine Dinge regeln. Er wird wieder bei dir anklopfen. Spätestens wenn er alleine nicht mehr weiter weiß. Und das wird er deine Hilfe zu schätzen wissen-
Mit lieben Grüßen

N.
20.02.2017, 11:48 Uhr | Karen81
Hallo Surftiga,

ich kann es nachvollziehen, dass du unter dem Rückzug deines Sohnes sehr leidest.

Vielleicht hilft es dir, wenn ich mal von mir erzähle, ich bin nämlich auch ca ein Jahr vor dem Abi ausgezogen weil ich es mit meinen Eltern und Geschwistern nicht mehr ausgehalten habe...

Meine Eltern haben mir ein paar Straßen weiter eine Wohnung gemietet, da war ich 17. Ich wurde mit 14 immer rebellischer und wollte so ganz anders werden als meine Eltern. Ich brauchte einfach eine extrem harte Abnabelung um mich selber zu finden.

Als ich dann ausgezogen war, wurde das Verhältnis zu meinen Eltern schlagartig besser. Sie entließen mich quasi ins Erwachsensein und ich bekam keinerlei Vorwürfe mehr zu hören. Es war auf einmal eine ganz andere Basis möglich.

Heute habe ich übrigens den gleichen Beruf wie meine Eltern und habe auch sonst vieles übernommen *laughing*

Ich würde einfach versuchen, das alles nicht persönlich zu nehmen...wo eine starke Bindung ist, braucht es manchmal eine besonders ausgeprägte Abnabelung. Und du musst versuchen, die positiven Dinge zu sehen: schulisch scheint es doch gut zu laufen. Vertrau einfach auf deine Erziehung und was du ihm alles mitgegeben hast. Er hat zur Zeit eine schwierige Phase, aber das wird bestimmt vorbei gehen.

Ich würde in Kontakt bleiben, ihm einfach immer mal wieder eine nette Nachricht schicken, aber keine Vorwürfe machen. Nach ner Zeit würde ich ihn dann mal zwanglos auf ein Eis oder so einladen...also immer am Ball bleiben, aber nicht bedrängen.


Liebe Grüße

Karen
19.02.2017, 13:34 Uhr | bke-Frida-Steffen
Hallo Surftiga,
herzlich willkommen bei der bke online Beratungsstelle.
Sie schreiben übe ihren volljährigen Sohn, mit dem ihr Zusammenleben sich sehr schwierig gestaltet.
Seit einiger Zeit gibt es Probleme woraufhin sie eine Familienberatung gesucht haben.
Sie haben sich viele Gedanken gemacht und sehr viel versucht und doch verweigert er jeden Kontakt.
Nun ist es so, dass er n ein WG Zimmer ziehen wird.
Sie haben große Sorgen, dass er den Kontakt komplett abbrechen wird.

Ihr Sohn scheint vieles anders machen zu wollen als seine Eltern. Das ist sicher ein Teil des Weges den man gehen muss auf dem Weg ins Erwachsenenleben.
Leider ist es nun so, dass er fast vollständig den Kontakt verweigert.
Vielleicht auch aus dem Impuls heraus sich keinen Vorwerfen stellen zu wollen. Er will "sein Ding" machen und sich selbst ausprobieren.
Das ist für viele Eltern nicht leicht, gerade dann wenn der Weg so ganz anders verläuft.

In solch schwierigen Phasen ist es oft wichtig, dass überhaupt jemand mit dem Jugendlichen n Kontakt bleiben kann, ohne, dass die Jugendlichen Sorge haben müssen sich den Problemen stellen zu müssen.
Gibt es jemanden, der Kontakt zu ihrem Sohn hat? Oder wer könnte dies wem? Manchmal helfen Paten oder Freunde der Familie weiterhin in Kontakt bleiben zu können ohne, dass die Jugendlichen bedrängt fühlen müssen.

Es gibt viele Eltern, die Ähnliches erleben und grosse Sorgen haben den Kontakt zu dem Jugendlichen zu verlieren.
Ich wünsche Ihnen hier viele Rückmeldungen über ähnliche Lebenswege.

Freundliche Grüße
Bke Frida Steffen

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