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Eltern, Jugend, Jugendliche, Pubertät, Sorgen, Probleme, Stress, Sexualität, Ritzen, selbstverletzendes Verhalten (SVV), Missbrauch, Mobbing, Schule, Beratung
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29.06.2017, 15:01 Uhr | Mutter06
Hallo!
Ich lese nun schon lange im Internet über Eltern, die es auch nicht leicht mit ihren pubertierender Kindern haben.
Meine Tochter ist gerade 17 geworden und war immer schon etwas anstrengend. Seit sie 12 ist, ist sie in der Pubertät und es geht in unserer Familie auf und ab. Es gab sehr schlechte Zeiten. Ich hatte gedacht es könnte eigendlich nicht schlimmer werden, aber leider habe ich mich getäuscht. Unser jetziger Stand ist, Schule kein Bock, sie geht in die 11 Klasse hat aber zu diesem Sommer nur 4 und 5 auf dem Zeugnis. Sie hat seit einem halben Jahr eine neue Clique und ist jede freie Minute nur noch mit den Jungs zusammen. Mittlerweile raucht sie und trinkt auch Alkohol. Es gab eine Zeit, da war sie nur zu Hause und hat sich in ihr Zimmer zurückgezogen, jetzt ist es genau andersherum, die ist nur zum schlafen da, und von Freitag bis Sonntag gar nicht. Ihre Clique ist 50km von uns entfernt umd sie muss immer mit dem Zug hinfahren. Mein Mann und ich machen uns grosse sorgen, wenn wir mit ihr sprechen, sagt sie, sie möchte Spass haben und ihre eigenen Entscheidungen treffen, wie sie ihr Leben lebt. Wir diskutieren viel und manchmal reagiert sie ganz vernünftig. Leider verspricht die viel und hält wenig. Sie hat 5 kleinere Geschwister und das Verhältnis zur Familie hält sich in Grenzen. Ist sie mal zu Hause, bleibt sie die meisste Zeit in ihrem Zimmer. Unternehmungen zusammen gibt es nicht. Schlechte Laune wird bei jedem mit Beleidigungen unterster Schublade geahndet. Ich könnte einen ganzen Roman schreiben, doch ich würde gerne wissen, ob das alles noch normal ist. Viele Eltern, die ich gesprochen habe, sagen mir: lass sie laufen, die kommt schon von allein zu Vernunft. Ich habe über pubertierender Teenies gelesen und das man loslassen muss, aber für sie da sein soll. Ganz schön anstrengend! Viele Eltern beschreiben ihre Probleme und ich finde mich dort wieder, aber die beiträge sind teilweise Jahre alt. Ich wüsste gern, wie sich die Kinder dieser Eltern entwickelt haben. Wird es vielleicht mit 19 oder 20 besser? Findet ein Kind wieder zur Besinnung? Gibt es hoffnung, dass alles einen guten Ausgang nimmt? Ich merke, dass meine nerven und meine Kraft schwinden und ich bräuchte etwas Hoffnung um das alles noch etwas durchzuhalten. Ich stand schon kurz davor meine Tochter vor die Tür zu setzen, ich weine viel und meine Gedanken drehen sich häufig nur noch um dieses eine Kind. Nicht optimal für die geschwister. So schrecklich es klingt, ich hoffe sie macht ihr abbi und zieht mit 18 aus, versteht mich nicht falsch, ich liebe sie über alles, aber ich leide sehr unter dem Druck und möchte einfach mal ein normales Leben führen. Beratungsstellen haben wir schon aufgesucht, leider ohne erfolg. Psychologische betreuung hatten wir auch, da meine tochter unter depressionen leidet. Sie hat alles mitlerweile abgebrochen, weil es für sie zu unbequem wurde, wenn man ihr sagt, dass auch sie sich ändern und an ihrem Verhalten arbeiten muss, damit es besser wird. Die fehler liegen aus ihrer sicht nur bei den anderen. Vielleicht findet sich jemand, der auch solche Erfahrungen gemacht hat und der im Laufe der Zeit positives berichten kann.
 
01.08.2017, 10:30 Uhr | marinadiezweite
Hallo Mutter o6, du hast mir eine Nachricht geschrieben, auf die ich leider nicht antworten kann, da deine PN deaktiviert sind.
Möchte dir aber im großen und ganzen sagen und schreiben, dass du unbedingt mehr deine eigenen Regeln aufstellen solltest. Einen Mutter ist halt eine Mutter, sie kann und sollte klare Regeln vorgeben. Da gibt es dann keine Diskussionen über Whatsapp. Wenn du eine Meinung hast, dann lass dich nicht per Nachrichten umstimmen. Nimm aber vor allem nicht alles so persönlich.
Die Nachhilfe kannst du getrost abmelden. Dann braucht dich deine Tochter nicht mehr anlügen oder vertrösten. Und viele Dinge kann sie sich selbst kümmern. Nötige ihr da keine Versprechen ab, die sie nicht halten kann.
Mit dem Tischdecken und Helfen, das hat mich eine Weile beschäftigt. Weil ich da deine Gedanken nicht verstehe. Klar, du hättest sie auch gern nett und hilfsbereit. Aber mir scheint wichtig, dass du die Enttäuschungen mal in die letzte Ecke verbannst. Und ihr einfach klare Ansagen machst. Für ihr nicht Helfen brauchst du dich vor niemandem schämen und gedanklich rechtfertigen. Auch nicht später nachhaken bei ihr.

Ich verstehe, dass du dir von ihr keine Sachen verderben lassen möchtest. Es ist aber dann auch logisch, dass sie sich nichts von dir sagen lässt. Leider. Nimm sie lieber mit auf die geplante Reise. Und erwarte nur ein Minimum. Dass sie friedlich und ruhig dort in ihrem Bereich bleibt. Andere Möglichkeiten für den Urlaub sollten gar nicht zur Diskussion stehen. Du wirst dich doch wohl nicht von ihr überreden lassen? Es gibt einfach keine Vorschusslorbeeren, weil sonst der Frust um so größer ist. Man provoziert so manchmal leider ungewollt den Frust.
Was ich auch immer noch raten möchte, dass man auch was Positives an seinem Kind findet. Beziehungsweise mal schaut, ob es was gibt, wo sie Spass dran hat.
Zuletzt editiert am: 01.08.2017, 10:31 Uhr, von: marinadiezweite
 
21.07.2017, 08:51 Uhr | marinadiezweite
Hallo Mutter06, ich glaube nicht, dass deine Tochter irgendwann zu dir kommt. Und einsieht, was sie falsch gemacht und falsch gesagt hat.
Dazu ist sie selbst momentan viel zu sehr in der Klemme und in Schwierigkeiten. Deine Wünsche sind ja gar nicht so verkehrt. Wer wünscht sich nicht nette Freunde für seine Kinder. Und Freunde, die nicht trinken, die Bock auf Schule und Ausbildung haben.
Auch wünscht man sich Kinder, die gut in der Schule sind.
Mit dem Vorführen meine ich, dass du auf Treffen wohl ein großes Augenmerk darauf legst, wie deine Tochter ist. Und wie sie wirkt auf andere. Du schaust dir die anderen Verwandten an. Und sie scheinen alle wohlgeraten. Dagegen ist deine Tochter gefühlt voll daneben. Es geht gar nicht so sehr darum, dass du sie vor anderen als ganz schön faul beschreibst. Es geht darum, dass du sie dabei beobachtest und ihr nachher deine Empfindungen mitteilst. Und quasi dich fremdschämst für sie. Ich fürchte fast, da würden meine Kinder auch dicht machen.
Ich persönlich glaube, es nützt nichts, sie grenzenlos zu lieben. Ewig zu warten, dass sich was verbessert. Sondern es macht mehr Sinn, bei den Situationen sie direkt anzusprechen und einzubeziehen. Nachher nützt es auch nichts mehr, ihr zu sagen, dass sie ja auch ruhig mal mit anfassen kann beim Tischabräumen. Das soll jetzt nur ein Beispiel sein. Ein: So, mein liebes Lieschen trägt auch paar Teller mit raus, dann sind wir schneller fertig, wirkt da mehr Wunder als lange Gespräche nachher.
Es gibt keine Universaltipps. Aber ich glaube auch, dass deine Tochter diesen Zwiespalt spürt. Wenn man diese Freunde nicht toll findet, nützt es nichts still zu leiden. Setz ihr da Grenzen, dass sie nicht dauernd mit ihnen zusammen sein kann. Frag sie aber auch nach den Freunden. Sie erzählt ja ab und zu davon. Das ist ja eigentlich toll, dass du da Infos bekommst. Versuch da mal entspannter zuzuhören, was die anderen so für Vorstellungen und Interessen haben. Dass sie alle später nicht existieren können von Luft und Alkohol, dass wissen sie sicher selbst. Mir scheint jedoch, dass sie da sich wohl fühlt, weil die sowieso alle nichts erwarten.
Ich finde es nicht vermessen, wenn man kleine Haushaltsaufgaben stellt. Sind die Schularbeiten fertig, oder auch nicht. Bevor es losgeht auf Zwutsch, wie wir so schön sagen, kann sie eine bestimmte Aufgabe erledigen. Sag ihr das konkret, was sie tun soll. Lass dich da nicht von maulen und jammern beeindrucken und lass sie wirklich erst los, wenn sie die Aufgabe erledigt hat. Du wünschst dir ja Hilfe im Haushalt. Das kannst du ihr doch konkret sagen, was sie tun soll. Sie ist bestimmt selbst nicht gerade glücklich. Könnte aber glaub ich gut vertragen, wenn sie zuhause ein paar feste sinnvolle Aufgaben hat. Damit die Schule, die Noten und die Freunde nicht so ein Übergewicht bekommen.
Das nervt voll aber solche kleinen Schritte beeindrucken meist mehr als man glaubt. Ich glaub, Jugendliche können da gar nicht mit umgehen, wenn die Eltern sie über alles lieben. Das programmiert nur Enttäuschungen. Ich liebe meine Kinder auch. Und ich liebe sie nicht mehr, wenn sie was helfen. Oder wenn sie gut in der Schule sind.
 
20.07.2017, 23:54 Uhr | Mutter06
marinadiezweite schrieb:
Hallo Mutter06, du hast ja schon einige Tipps erhalten. Es nützt ja nichts, die Summe der Beschwerden zu addieren. Es ist normal und doch nicht normal.
Ich frag dich jetzt mal, warum nimmst du sie in Schutz? Hast du Angst, dass sie sonst nur noch bei ihren Freunden abhängt. Oder dich hasst? Deprimierter wird? Ich meine, ein Jugendlicher, egal, ob nett und pflegeleicht oder herausfordernd. Da braucht doch keine Mutter sich fremdschämen. Die anderen helfen, bist du eher neidisch, dass die Cousinnen so vorbildlich sind. Oder ist es eher peinlich, dass deine Tochter da nicht hilft?
Ich meine, dass man irgendwo dazu stehen kann, dass es so ist, wie es ist. Jugendliche mögen gar nicht gern immer nettere andere Jugendliche als Vorbild vorgehalten werden. Was soll man dazu auch sagen, ausser diesen Frechheiten, die deine Tochter sagt.
Mach dir mal nicht soviele Gedanken über die Bemerkungen. Nimm sie als das, was sie sind. Da brauchst du dich nicht schämen. Schadet sogar gar nichts, wenn sie das direkt vor ihren Cousinnen sagt, dass sie keinen Bock hat auf Helfen. Das können die jungen Leute unter sich ausmachen. Sonst hat dieses eine Art Vorführcharakter. Es ist ein wenig unschön, wenn man an einem lustigen Tag die eigene Tochter vorführt.
An einem entspannteren Tag kann dann deine große Stunde kommen. Nämlich, dass du auch fremde Teller eklig findest. Bedenke mall, dass ist nur eine typische Unlust- und Faulheitsausrede. Dieses kannst du auf deine Tochter anwenden. Räumst du halt auch ihre Teller nicht mehr weg.
Ich meine, ihre Therapien und so, da kann man glaub ich lange warten, dass sich da was tut. Ist ja auch nicht nötig. Und wenn ich das richtig verstanden habe, ist das auch nicht das Ziel der Therapie.


Hallo marinadiezweite!
Danke für deine Antwort. Es tut gut aus einer anderen Perspektive Rückmeldungen zu erhalten.
Sicherlich hast du recht, wenn du glaubst ich mache mir zu viele Gedanken. Ich merke selbst, wie mich die Angst, ich hätte zu viel falsch gemacht und meine Tochter driftet total ab, beherrscht. Leider ist es nicht einfach, das abzuschalten, obwohl ich mich schon in mehr Gelassenheit übe! *Unsicher*
Das Ich sie irgendwie vorführe, ist überhaupt nicht so. Ich nehme sie mehr in Schutz und versuche das ganze herunterzuspielen. Mir ist die sache nicht vor ihren coudinen peinlich, sondern vor den Eltern der anderen Mädchen und auch anderen Gästen, die das ganze mitbekommen.Es ist so, das ich mir irgendwie die Frage stelle, wo der Fehler meinerseits war, warum meine Tochter nur bockig und negativ auf die ganze Familie reagiert und andere in ihrem Alter so hilfsbereit freundlich und nett sind.
Ich versuche irgendwie immer mit ihr in Kontakt zu bleiben, Frage ob sie mal Lust auf Kino hat, oder wenn ich glaube das es ihr schlecht geht möchte ich ihr das Gefühl geben, das ich für sie da bin. Sie blockt alles ab, ist gerade jetzt in den Ferien nur noch bei ihrer Clique und möchte am liebsten nur noch kommen und gehen, wann SIE will. Ich wünsche ihr eine menge guter freunde, doch habe ich das gefühl, das die leute nicht so ganz optimal sind. Es wird viel getrunken und Blödsinn gemacht, zukunftspläne sind gleich null und alle haben nur Party im Kopf. Das gehört auch dazu , das Ist mir klar, doch seit sie mit den Leuten abhängt, interessiert sie sich für nichts anderes mehr. Sie kommt jetzt in die 12 Klasse, Noten liegen meist zwischen 4 und 5 und "will" nächstes Jahr abbi machen. Familie ist Geschichte, es gibt kaum noch eine Basis mit ihr zu sprechen. Sie redet total negativ, ständig fallen Wörter mit f... und a....
Ich erkenne mein Kind manchmal kaum wieder, wenn ich sie darauf anspreche, verharmlost sie alles, das wäre halt die jugendsprache und ich wäre halt einfach zu spiessig und zu alt um das zu verstehen.
Wie soll man sich fühlen, wenn man die ganze Zeit alles für sein Kind tut, hilft damit es ein gutes Leben hat und dann so vor den Kopf gestoßen wird? Ich erwarte nicht, das sie brav zu Hause sitzt, aber ab und zu mal ein normales Gespräch, etwas mithilfe, wenn es nötig ist und etwas Freundlichkeit, ist das zu viel verlangt?
Wir stecken nun schon seit 5 Jahren in der Pubertät und das muss doch irgendwann mal ein Ende haben.
Ich liebe mein Kind sehr und bin deshalb wahrscheinlich auch so verletzbar, ich hoffe sie merkt irgendwann, was sie mit ihrem Verhalten tut. Ich lasse sie jetzt erst einmal laufen, meine Kraft ist so weit am Ende, dass ich den ständigen Auseinandersetzungen nicht mehr stand halten kann. Ich bin sehr traurig darüber, dass unsere beziehung so eingefroren ist. Sie weiss, das sie immer zu uns kommen kann, wenn sie uns braucht, ich hoffe das reicht aus!
 
17.07.2017, 09:16 Uhr | marinadiezweite
Hallo Mutter06, du hast ja schon einige Tipps erhalten. Es nützt ja nichts, die Summe der Beschwerden zu addieren. Es ist normal und doch nicht normal.
Ich frag dich jetzt mal, warum nimmst du sie in Schutz? Hast du Angst, dass sie sonst nur noch bei ihren Freunden abhängt. Oder dich hasst? Deprimierter wird? Ich meine, ein Jugendlicher, egal, ob nett und pflegeleicht oder herausfordernd. Da braucht doch keine Mutter sich fremdschämen. Die anderen helfen, bist du eher neidisch, dass die Cousinnen so vorbildlich sind. Oder ist es eher peinlich, dass deine Tochter da nicht hilft?
Ich meine, dass man irgendwo dazu stehen kann, dass es so ist, wie es ist. Jugendliche mögen gar nicht gern immer nettere andere Jugendliche als Vorbild vorgehalten werden. Was soll man dazu auch sagen, ausser diesen Frechheiten, die deine Tochter sagt.
Mach dir mal nicht soviele Gedanken über die Bemerkungen. Nimm sie als das, was sie sind. Da brauchst du dich nicht schämen. Schadet sogar gar nichts, wenn sie das direkt vor ihren Cousinnen sagt, dass sie keinen Bock hat auf Helfen. Das können die jungen Leute unter sich ausmachen. Sonst hat dieses eine Art Vorführcharakter. Es ist ein wenig unschön, wenn man an einem lustigen Tag die eigene Tochter vorführt.
An einem entspannteren Tag kann dann deine große Stunde kommen. Nämlich, dass du auch fremde Teller eklig findest. Bedenke mall, dass ist nur eine typische Unlust- und Faulheitsausrede. Dieses kannst du auf deine Tochter anwenden. Räumst du halt auch ihre Teller nicht mehr weg.
Ich meine, ihre Therapien und so, da kann man glaub ich lange warten, dass sich da was tut. Ist ja auch nicht nötig. Und wenn ich das richtig verstanden habe, ist das auch nicht das Ziel der Therapie.
 
16.07.2017, 21:40 Uhr | Mutter06
Danke für die netten Antworten.
Ich bin mit meinem Latein bei meiner Tochter am Ende. Ständige Diskussionen, schimpfwörter und missverständnisse. Ich hab das Gefühl ständig nur das falsche zu sagen, sie hasst ihre Familie, nur ihre neuen Freunde sind noch von Bedeutung. Sie beteiligt sich an nichts, fordert aber Gleichberechtigung, wenn ihre Schwester etwas bekommt, weil sie gute Noten hat oder zu Hause hilft.
Ich versuche ständig mit ihr zu reden, es gibt jedoch kein einsehen.
Ich habe so Angst, dass mein Kind in die asoziale Schiene abdriftet, wenn man sie reden und ihre sprüche hört ist sie nicht mehr weit davon entfernt. Wenn wir Besuch haben , oder unterwegs sind ist es mir immer total peinlich , weil meine Tochter sich absolut daneben benimmt. Sind ihre gleichaltrigen Cousinen zu besuch, helfen diese mir beim spülen, tischdecken oder Getränke holen. Spreche ich meine Tochter an Rente ich vor allem leuten nur ein" boah Alter, Teller abräumen ist voll eklig, können die das nicht selber machen, ich bin doch nicht bei denen angestell" oder" ich hab die doch nicht eingeladen!"
Ich könnte manches mal im Boden versinken. Mittlerweile ist es so schlimm, dass ich keine Lust mehr auf mein eigenes Kind habe! Ich bemühe mich trotzdem mit ihr in Kontakt zu bleiben, ihr zu zeigen, dass ich sie lieb habe und sie mir wichtig ist, aber ich gehe echt an meine Grenzen! Meine Angst sie könnte abrutschen ist so gross , aber ich kann sie nicht aufhalten. Was soll ich nur tun?
Über ihre depressionen schweigt sie. Sie will nicht mit uns als Eltern reden. Die Therapeutin war der einzige anlaufpunkt für mein kind. Leider hat das nicht viel gebracht und auch ein kuraufenthalt war mehr schlecht als recht.
Jetzt hat sie die Therapie abgebrochen, da sie glaubt, ihre neuen Freunde könnten ihr da besser helfen. Sie wollte auch selber nicht wirklich in der Therapie mitarbeiten und als es zu unangenehm für sie wurde, hat sie dicht gemacht. Ich hoffe jeden Tag auf ein Wunder und bei meiner Tochter kommt der Verstand wieder, sonst weiss ich nicht, wo unser Verhältnis endet. Manchmal möchte ich sie schütteln, damit sie zur Besinnung kommt und es wieder etwas normaler bei uns zugeht.
Bitte, wenn jemand ähnliches durchgemacht hat und mir Hoffnung machen, oder Tips geben kann, ich bin für jede Hilfe soooo dankbar!
 
30.06.2017, 12:41 Uhr | bke-Robert-Baldini
Hallo Mutter06,

in unserem Kreis der „Pubertätsgeschädigten“ heiße ich Sie herzlich willkommen.

Ihre Hoffnung, dass Ihre Tochter ihr Abi macht und mit 18 auszieht, und die Emotionen, die dem zugrunde liegen, haben mein volles Verständnis und finde ich ebenso „normal“ wie das Verhalten Ihrer Tochter als Pubertierende. Deren Verhalten liegt meiner Erfahrung nach im Normbereich einer pubertären Entwicklung, auch wenn Sie als Mutter stark verunsichert und voller Sorge sind.
Sie können davon ausgehen, dass auch Ihre Tochter im Spannungsfeld der vielen Entwicklungsaufgaben, die zu bewältigen sind, unsicher ist. Sie muss sich in vielem finden (ihre Identität, Rollen …), und sie wird sich finden. Dabei kommt allerdings erschwerend hinzu, dass sich ihr Gehirn völlig neu verschaltet, was u. a. ihre Einsichtsfähigkeit stark einschränkt. All das macht Pubertierende zu Egomanen, genauso wie Sie sie erleben.
Diese Prozesse können bis zum 25. Lebensjahr dauern; spätestens dann kommt Ihre Tochter „wieder zur Besinnung“. Eine „Wende zum Besseren“ wird aber voraussichtlich eher einsetzen.

Ich empfehle Eltern in der Regel, diese Entwicklung mit „unaufdringlicher Präsenz“ zu begleiten. Das entspricht im Grunde genommen dem, was sie gelesen und von anderen gehört haben.
Noch braucht Ihre Tochter Sie und ist ihr Zuhause für sie vermutlich immer noch der sichere Hafen, auch wenn sie nur noch zum Schlafen da ist und sich in ihrem Zimmer aufhält.
Bei ihrer Neigung zu Depressionen betrachte ich es eher als eine positive Entwicklung, dass sie sich im Gegensatz zu früher nicht mehr ausschließlich zurückzieht und ihr der Kontakt zu anderen wichtig geworden ist.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie die Kraft und Geduld aufbringen, Ihre Tochter noch eine Weile zu begleiten. Alles wird gut. *cool*

Mit besten Grüßen

Bke-Robert-Baldini
 
30.06.2017, 08:34 Uhr | marinadiezweite
HalloMutter06, auf 2 Fragen kann ich erstmal nicht antworten. Auf die Frage, ob es mit 20 besser wird. Es kann nämlich auch leider bis 21 oder 22 dauern, dann setzt langsam ein Verstand ein, der so irgendwie was mit Verantwortung zu tun hat. Auch auf die Frage, ob das normal ist könnte ich nicht antworten. Normal sein und etwas normal finden, das heißt ja auch, sich damit abfinden.
Nee, ich denke schon, dass da paar Veränderungen hermüssen. Dazu aber erstmal paar Fakten, die du schilderst. Es ist nicht nur Pubertät, es ist auch Depression. Wie äußert sich diese. Pubertät geht meist vorbei, Depression nicht unbedingt. Womit hat die Depression zu tun. Mir fällt da ein ganz wichtiger Punkt ein, was dann eine Kettenreaktion hervorruft. Schulische Leistungen. Sie ist ganz schön schlecht in der Schule. Erwartet aber wohl selbst mehr von sich. Da ist die Clique ein Halt, ein unguter.
Klar will sie sich nicht ändern. Kennt ihr 15- oder 16-jährige, die sich ändern wollen? Sie machen ja nichts falsch, oder *Errötet* .
Ich glaube, ihr als Eltern solltet eure Erwartungen an sie klären. Soll sie mehr helfen, soll sie besser in der Schule sein, soll sie mehr mit den vielen Geschwistern machen? Eins ist klar, alles geht nicht in der Pubertät. Schule ist halt schwer, lange Schultage kommen dazu. Zu Hause wird sie sicher auch die Ablehnung spüren. Die anderen Kinder sind ja sicher ''irgendwie'' normal. Jünger, noch nicht pubertierend, oder?
Ich denke, es würde helfen, eines nach dem anderen. Schule und gute NOten kommen nicht einfach von allein, aber manchmal bleibt man dann halt sitzen. Lernen klappt nicht immer. Diese Erfahrung braucht sie, da nützt kein Diskutieren. Versucht sie trotzdem lieb zu haben und ihr nicht bei Gesprächen Vorwürfe zu machen oder endlos zu diskutieren. Genau, das bringt nichts.
Gebt ihr so kleine Signale, dass es schön wäre, wenn sie abends mit euch allen zusammen sitzt. Unverfängliche Themen oder später mal ein Gespräch über die Zugfahrten und die Sorgen ist nicht verkehrt.
Vor allem scheint es mir sinnvoll, dass ihr ein klein wenig strenger in Bezug auf die Wochenenden seit. Einfach ''abhauen'' geht eigentlich nicht. Ist schon besser, wenn Eltern wissen, wo ihr Kind ist, was es da in etwa macht. ..... .
Na ja, wenn sie erstmal Abi hat, ich glaube fast, dann wird sie sowieso ausziehen. Das tun viele Mädchen, weil sie Freiheit suchen. Was nicht heißt, dass sie dann unter die Räder kommen.
Nun zur Anfangsfrage, ob das mit 20 besser wird. Vielleicht. Ich glaube, ein guter Ansatzpunkt ist, zu versuchen, was zu verstehen, nicht alles ausdiskutieren und ausreden wollen, was die Tochter macht. Versucht unbedingt manches positive herauszupicken.
Meine Tochter hatte es so mit 20 geschafft. Wobei sie dafür erstmal ein Jahr im Ausland völlig auf sich allein gestellt sich durchgeschlagen hat. Das war die erste Zeit megahart, aber sie hat das toll gemeistert.
Ein kleiner Nachtrag noch, ich glaube in einem Haushalt mit 6 Kindern ist es nicht immer einfach. Es gibt keine Idylle, dass alle zusammen immer was tolles machen. Es kann auch sein, dass ihr das manchmal zuviel ist. So ist ihr Zimmer, am WE die Clique, und klar, in dem Alter auch die Jungen, ganz wichtig, wirklich normal. Über Alkohol und Nikotin solltet ihr trotzdem mal reden, aber nicht so als Dauerthema. Ich hab vier Kinder und nur einer raucht.
Zuletzt editiert am: 30.06.2017, 08:38 Uhr, von: marinadiezweite
 
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