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18.12.2017, 15:17 Uhr | Schneekoenigin
Hallo,

ich hoffe, jemand kann mir bei folgendem Problem helfen:

meine Tochter ist 14 Jahre und schwer in der Pubertät. Sie weist depressive Züge auf, insbesondere, wenn sie zur Schule soll, an manchen Tagen ist sie aber auch ganz normal und heiter.
Ich konnte nicht recht einschätzen, was pubertär und was mittlerweile auffällig ist, wurde aber von der Schule drauf angesprochen und wir haben uns mittlerweile um einen Therapeutenplatz bemüht und auch bekommen, waren aber erst zum Aufnahmegespräch da.

Meine Tochter ist ein sehr sensibles und reifes Mädchen, dem man überdurchschnittliche (emotionale) Intelligenz bescheinigt. Sie nimmt sich oft Dinge zu Herzen, die sie nur indirekt betreffen, und neigt sehr dazu, sich in Dinge/mit Menschen "zu verstricken". In letzter Zeit leidet sie häufig unter Schlaflosigkeit und sitzt weinend im Zimmer.

Ich glaube dass ihre Gefühle eine verspätete Reaktion auf die Trennung der Eltern ist, dazu kommen hormonelle Schwankungen, Stress mit Freunden etc.

Was mir aber wirklich zu schaffen macht, ist der Kontakt zu einer psychisch kranken Freundin, die zum Glück aber weit weg wohnt. Die beiden haben sich über 5 Ecken über eine gemeinsame Freundin kennengelernt und ganz viel geschrieben, telefoniert etc. Es gab 3 Treffen, 2x war das Mädchen bei uns, was soweit auch ok war, allerdings habe ich erst später rausbekommen, dass sie wegen suizidaler Tendenzen und Depressionen behandelt wird und auch mehrfach in einer Klinik war. Jetz war es schon öfter der Fall, dass meine Tochter totunglücklich ist, wenn es der Freundin wieder einmal schlecht geht. Aktuell ist sie wohl wieder in der Klinik. Meine Tochter ist angeblich die Einzige, die noch zu ihr hält und die ihr helfen kann. Das hat die Mutter der Freundin, die ich nur vom Telefon kenne, meiner Tochter wohl auch bestätigt.

Ich bin jetzt fuchsteufelswild, weil ich nicht sehen kann, wie eine 14-jährige, die selbst gerade labil ist, einer anderen 14-jährigen im emotionalen Ausnahmezustand helfen kann und soll - das ist definitiv nicht ihre Aufgabe. Mein Zureden und das ihrer Freunde, sie müsse sich abgrenzen lernen, kann sie nicht annehmen, sie fühlt sich vernatwortlich für ein für uns im Grunde fremdes Mädchen und wird selbst immer unglücklicher. Am liebsten würde ich diesen Kontakt total unterbinden, kann ihr aber schlecht das Handy abnehmen. Auch mit den Eltern des anderen Mädchens zu sprechen, scheint mir keine gute Idee, weil ja immer alles auf mich zurückfallen würde und ich fürchte, dass meine Tochter mir das sehr übel nehmen würde.

Ich bereue es zutiiefst, diesen Kontakt befördert zu haben... Andererseits ist das Mädchen ok, ich kenne die Gründe für ihr Unglücklichsein nicht, die Eltern sind bemüht, ich fand sie auch sympathisch - aber braucht meine Tochter eine solche Freundin??? Was soll ich tun?

Will jetzt mal den Therapeuten drauf ansetzen, ob er das mal thematisieren kann, hoffe nur, dass das nicht als übergriffig empfunden wird.

Was würdet ihr tun?
23.12.2017, 16:48 Uhr | bke-Frida-Steffen
Hallo Schneekönigin,
herzlich willkommen im Forum der bke online Beratung.
Mein Name ist Frida Steffen und sehr gerne möchte ich Ihren thread hier begleiten.
Sie schreiben über ihre Tochter, die das Leid einer Freundin sehr mitnimmt, der es aber auch selbst nicht gut geht.
Sie machen sich nun Sorgen um ihre eigene Tochter, dass es ihr auch schlechter geht.

Auf der einen Seite ist es sehr schön, dass ihre Tochter empathisch sein kann und sich viele Gedanken macht. Auf der anderen Seite kann sie die Grenze nicht halten und erlebt das Unglück der Freundin sehr nahe.
Es könnte sein, dass sie das Leid der Freundin so berührt weil es ihr gerade auch nicht gut geht.
Es ist schwer zu erleben, dass man in manchen Situationen nicht mehr machen kann als vielleicht zuzuhören.
Aber genau das fällt ihrer Tochter schwer.
Was würde sie sagen, wenn sie ihr widerspiegeln, dass es ganz schön schwierig ist von dem Leid eines anderen zu hören und nicht mehr un zu können als zuzuhören?
Das ist etwas was man kaum aushalten kann.
Oftmals hilft es wenn die Kinder merken, dass wenigstens ihr eigenes Gefühl richtig ist.
Sie können ihr den Rücken stärken und sie auf Wegen begleiten.

Es ist doch gut, dass sie eine therapeutische Unterstützung für sie gefunden haben.
Ich kann ihre Idee verstehen, den Therapeuten zu informieren, würde jedoch denken, dass der Therapeut für ihre Tochter zuständig ist.
Suchen sie sich eine andere Unterstützung für sich selbst. Dort können auch sie Hilfe bekommen wie sie ihre Tochter unterstützen können.
Keiner von ihnen beiden muss diesen Weg alleine gehen.
Gemeinsam ist es wichtig schöne Dinge zu erleben und die Bindung zueinander zu stärken.

Ich wünsche Ihnen hier noch weitere unterstützende Rückmeldungen.

Schöne Weihnachtszeit und viele schöne Momente.

Freundliche Grüße bke Frida Steffen
18.12.2017, 19:38 Uhr | -serafina-
mir ist noch was eingefallen zum abgrenzen lernen: Vielleicht kannst Du sie mit dem Bsp. erreichen, warum es im Flugzeug so wichtig ist, dass im Notfall die Erwachsenen zuerst sich selbst die Sauerstoffmaske aufziehen müssen, bevor sie es bei den Kindern tun. Ich finde das ein sehr schönes Beispiel für Eigenverantwortung und Verantwortung für andere.
Serafina
18.12.2017, 19:33 Uhr | -serafina-
Hallo Schneekoenigin,

ich kann Deine Sorge als Mutter sehr gut verstehen. Und doch finde ich Deine Befürchtung einer Übergriffigkeit auch berechtigt.

Deine Tochter wird sich vermutlich vor Dir verschließen, selbst wenn Du gar nichts sagst, wenn Du in dieser Haltung des inneren "fuchsteufelswild Seins" verharrst.

Vielleicht sieht sie eine Seelen- oder Schmerzensfreundin in dem anderen Mädchen, identifiziert sich womöglich ein Stück weit, aber all das liegt in ihr selbst und wird nicht durch das andere Mädchen erzeugt.

Ich würde an Deiner Stelle wohl mit dem Psychologen über Deine Sorge reden, aber ihn nicht "ansetzen" zu versuchen *wink*

Vorallem aber würde ich versuchen, Deiner Tochter klar zu signalisieren, dass Du immer auf Ihrer Seite bist. Dass Du Dir große Sorgen machst, dass Du aber die Freundschaft respektieren kannst (also ohne Zähneknirschen, sondern offen). Ich würde die Freundin nicht als "Gefahr" oder "schlechten Einfluss" definieren oder etwas, was Dein Kind "nicht braucht". Sondern interessiert nachfragen, was denn mit ihr los ist, was das mit Deiner Tochter macht, welche Gefühle dabei in ihr aufsteigen. Und diese Gefühle nicht werten, sondern stehen lassen und mit ihr gemeinsam aushalten, es verstehen, da sein. Vielleicht löst sie ihr Problem dann auf ihre Art, Du schreibst ja selbst, dass sie eine hohe emotionale Intelligenz besitzt. Ich finde, dass Du ihr da auch wenig zutraust.
Serafina

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