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15.02.2019, 13:54 Uhr | Katzenmosaik
Hallo zusammen,

So, wie es viele Väter geht, so geht es mir als Mutter.

Mein Sohn entschied sich mit 7 Jahren (nach unserer Ehetrennung) beim Vater zu leben. Das Gericht hat damals dem auch zugestimmt (Aufenthaltsbestimmungsrecht). Meinen Sohn seine Aussagen waren: Ich darf beim Papa alles machen, Papa ist nicht so streng, Papa macht viel mehr für mich, Papa hat Geld.

Ich selber bin leider an Multipe Sklerose erkrankt. Leider kam die Diagnose erst heraus, als ich meinen Sohn schon hatte. Wenn ich gewusst hätte, dass ich so krank bin, hätte ich meinen Sohn nicht bekommen.
Aber so war er jetzt da und ich versuchte, was ich konnte, um meinen Sohn ein geregeltes Leben zu er möglichen. Abends kam der Vater von der Arbeit heim und ging mit ihm Fussballspielen (ich konnte mich körperlich nicht so gut bewegen, wegen der MS und dem Gewicht (habe auch noch chronische Schilddrüsenprobleme)

Nach der Trennung hat der Vater alles getan, um unseren Sohn an sich zu binden. Er gab ihm damals sogar seinen Hausschlüssel, damit mein Sohn in seine Wohnung konnte, obwohl abgemacht war, dass ich am Tag meinen Sohn hab und Abends er dann beim Vater schlafen kann (wir wohnten nicht weit auseinander).

Als ich erfuhr, dass mein Sohn den Hausschlüssel meines Exmannes hatte und er dort alleine war, bekam ich Angst und rief das Jugendamt an, ob sie mir helfen können, dieses zu unterlassen. Aber das Jugendamt sagte mir nur: Es sind erzieherische Maßnahmen des Vaters und wir können da nichts tun.

Und so sah ich mit an, wie mein Sohn immer weniger zu mir kam und nach der Urteil dann ganz beim Vater blieb (Sein Vater erlaubte ihm auch Spiele ab 18 Jahre oder er durfte vorne im Auto sitzen, was ja mit seinen 7-8 Jahren noch alles garnicht zulässig war) Aber das sind nur wenige Beispiele, womit mein Exmann mir meinen Sohn quasi entzog.

Als mein Sohn 10 Jahre alt war, verbat mir mein Exmann, meinen Sohn anzurufen(damals klappte das noch alles soweit). Ich musste also vor Gericht gehen und er bekam eine Verwarnung, mir das Kind nicht komplett zu entziehen (Wir haben das geteilte Sorgerecht auch).

Seither klappte es wieder aber immer mehr und mehr zog sich mein Sohn von mir zurück.

Der heutige Stand:

Telefonisch nie erreichbar, WA wird nicht gelesen, Treffen (wenn es mal soweit kommt) werden einfach wegen irgendeiner Grippe oder sonstwas abgesagt und ich sitze hier und mein Mamaherz blutet wie sonst was.

Es tut so wahnsinnig weh.

*crying*
Zuletzt editiert am: 15.02.2019, 16:37 Uhr, von: Katzenmosaik
L G
11.12.2019, 10:05 Uhr | marinadiezweite
Hallo Katzenmosaik, mir fällt immer mal wieder auf, dass du so auf ''ja, aber'' gestrickt bist. Dabei, jetzt ist es ja erstmal egal gewesen, ob er Fußball hatte oder eben nur nicht den Mut zu sagen, hab keine Zeit, hab keine Lust, hab es gar nicht erst eingeplant, aber mir ist im letzten Moment eine gute Ausrede eingefallen. Ich meinte nicht irgendwann so als Belehrung, bitte lüg mich nicht an. sondern wenn eine konkrete Situation kommt, dass du ihn einlädst. Da kann man als Mutter natürlich erwarten, dass er rechtzeitig Bescheid sagt. Und wenn er das nicht tut, nochmal fragen, kommst du oder kommst du nicht. Es geht dabei ums Bescheid sagen. Kurz und knapp. Nicht um das Erfinden von Ausreden. Manchmal muss man das in der Tat locker formulieren. Eben so, dass klar ist, man will ja nur genau Bescheid wissen, ob jemand dabei ist. Es ist dann eigentlich sehr einfach. Ja, danke, dass du Bescheid gesagt hast.
Du bist jetzt gerade auf der Schiene, was er denkt, wenn du sagst, er könnte ruhig konkret werden. Dass er sich dann an diesen Geburtstag erinnert fühlt und an das Gefühl, dass du vermeintlich hast. Dass er gelogen hat mit dem Fußball. Am besten ist, du holst nicht so weit aus.
Denn mein Tipp bezieht sich wirklich nur darauf, dass man eben schon einen Erfolg hat, wenn man eine Info bekommt.
Mir scheint auch wichtig, dass man nicht immer noch mal nachsetzt. Klar, bei dir waren auch deine Nichten dabei. Also kein Ältere-Leute-Geburtstag. Und klar kann er sich mit denen unterhalten. Man kann trotzdem den jungen Leuten, den Jugendlichen nicht eine Teilnahme versüssen und schmackhaft machen. Insbesondere, wenn sie sowieso nicht wollen. Aber vor allem nicht, wenn sie tatsächlich was vorhaben. Dann ringen sie nur noch mehr mit sich. Weil sie schon wissen, dass Mama denkt: Ach, der Geburtstag ist wohl weniger wichtig als Fußball, Heidepark... . Na ja, meine Feiern sind halt anders. Immer sind meine Geschwister dabei und wenn noch meine Kinder, insbesondere mein ältester, der nicht bei mir wohnt, dabei ist, dann hab ich Glück. Sonst geht es aber auch mit dem Feiern ohne sie. Aber ich verstehe auch die Bedeutung so eines Tages und von Weihnachten. Drück dir die Daumen, dass es klappt.
10.12.2019, 16:33 Uhr | Katzenmosaik
Hallole,

so nächstes Familienfest am 27. zum Weihnachtsfrühstück. Habe es meinem Sohn mitgeteilt. Mal sehen, was zurückkommt.

Naja Erwachsenenfest kann man so nich sagen marina, es sind zwei seiner Nichten auch dabei gewesen, beide grad 18-20. Mit einer hat er wohl auch Kontakt per Whatsapp. Von daher wäre es ja nich dragisch für ihn gewesen. Aber na gut.

Wenn ich ihm sage, dass er ruhig sagen soll, dass er keine Lust hat, kommt das wieder rüber, wie wenn ich ihm seine Absagen nicht glaube. Von daher lass ichs einfach so stehen, wenn Absagen kommen und fertig. Ich hab so keine Kraft mehr, dagegen anzugehen. Dann isses halt so.

Mir ist lediglich wichtig, dass er immer das Gefühl hat, willkommen zu sein und dass er weiss, die Tür steht auf für ihn.
L G
10.12.2019, 08:18 Uhr | marinadiezweite
Hallo Katzenmosaik, auch ich finde toll, dass du das mit dem Fußball nicht hinterfragt hast. Denn auch dein Sohn ist oft in der Bredoille. Er kann noch nicht einfach mal locker sagen, hab keine Zeit heute. Wenn er also tatsächlich Fußball hatte, ist es okey so. Und ich versicher dir aus meiner eigenen Erfahrung, dass Kinder ab einem gewissen Alter keinen gesteigerten Wert mehr auf Geburtstagsfeier mit Mama und Verwandtschaft legen. Heute kann ich zum Beispiel meine Kinder wieder einladen zu meinem Geburtstag mit meiner Verwandtschaft, meinen Geschwistern und Partnern. Als zwei meiner Kinder noch zu Hause gewohnt haben, haben sie sich verabredet an meinem Geburtstag. IN den Heidepark zum Beispiel. Das passte gerade so gut in den Herbstferien. So kamen sie erst abends gegen 22 Uhr heim von einer Fahrt mit Freunden.
Und ich sage ehrlich, dass auch ich da irritiert war. Könnte man nicht an Mamas Geburtstag?? Ein wenig Vorschub leisteten meine Geschwister: Müssten deine Kinder nicht an deinem Geburtstag...? Na ja, eigentlich müssten sie dabei sein. Aber ich hab dann auch gedacht, das ist der Anfang vom Ablösen von den Eltern.
Zum Zurückgeben von irgendwas in Form von Liebe. Hm, schön wäre es. Und es ist einfacher, wenn man immer Kontakt zu den Kindern hat. Dann kann man manchmal sagen, du, ein Dankeschön wäre toll. Auch mal ein Gespräch, dass man eigentlich für diese oder jene gute Tat an den Kindern einen Dank erhofft. Diesen auch einfordert. Und auch mal die Kinder um Gefallen für sich als Mutter bittet. Das ist bei dir nun nicht leicht, da sich leider der Kontakt immer so quälend langsam gestaltet. Dennoch sei momentan froh, dass dein Sohn sich überhaupt gemeldet hat. Es ist schon ein kleiner Schritt, Bescheid zu sagen, dass man nicht kommen kann. Und ja, manchmal fehlt der Mut zu sagen, du, Mama ich hab eigentlich keine Lust auf Erwachsenengeburtstage, selbst wenn es der meiner Mutter ist. Ich denke aber fast, dass er tatsächlich Fußball gespielt hat. Sprech ihn ruhig mal irgendwann drauf an, dass er sagen kann, wenn er keine Zeit oder Lust hat zu dir zu kommen. Aber mit dem Fußball, da würde ich nicht nachhaken. Er hat ja schon Mut zum Bescheid sagen bewiesen.
08.12.2019, 19:40 Uhr | Katzenmosaik
Hallo Serafine,

ich bin derzeit in einer Soziotherapie. Sie kommt zu mir nachhause, wir bereden alles, was mich beschäftigt, unternehmen auch mal was zum trinken gehen. Eigentlich wollte ich an meinem Geburstag ja mit ihr ins Freizeitbad, leider kam da ja mein Schub in die Quere.

Auch habe ich vor, wieder in eine Reha (psychosomatisch oder Sportreha) zu gehen, wann muss ich noch schauen, erstmal bin ich froh, nicht von Ärzten umgeben zu sein (-:

Aktiv arbeite ich momentan an meinem Gewicht und habe bereits 12 kg verloren. Es geht langsam, aber es geht. Konsequenz und Disziplin ist oberstes Gebot.

Nächste Woche habe ich zwei Arzttermine die ich noch wahrnehmen muss und die wichtig sind. Danach ist erstmal Ruhe angesagt.

Ich vermisse meinen Sohn sehr, ihn wieder in die Arme schliessen zu können. Aber ja, da muss ich wohl oder übel erstmal wieder durch.

Das Forum hier hilft mir schon gut, auch über meine Sache mit meinem Sohn zu bereden/schreiben. Auch das hier ist für mich eine Art Therapie und wo bin ich mit meinem Fall besser aufgehoben, als hier?!
Bin ja auch im Einzelgespräch hier. Das ist schon ne feine Sache *smiling*
L G
08.12.2019, 15:09 Uhr | -serafine-
Hallo Katzenmosaik,

ich finde es toll, dass Du das mit dem Fußball nicht hinterfragt hast und einfach nur Dein Bedauern kundgetan hast. So ist er frei, weiß aber, Du bist da Daumen hoch Es könnte ihn ermutigen, Dir überhaupt wieder zu antworten, so traurig das ja ist. Du hast das Richtige gemacht. Und doch tut es wahnsinnig weh.

Du benennst das klar, dass Du sehr in der Vergangenheit festhängst. Das dürfte vermutlich genau das Problem für Deinen Sohn sein - in der Form, dass er keine Gegenwart leben kann mit einer Mutter, die in der Vergangenheit festhängt. Ich finde das auch ganz schön schwer, eine Vergangenheit, wie Du sie hast mit Krankheit, Streit, Trennung, einem Kind, das von Dir geht, hinter sich zu lassen. Da würde jeder ins Straucheln kommen und das kostet enorme Kraft. Das ist ja kaum zu bewältigen… Leider blockiert das Feststecken aber auch wieder die Weiterentwicklung, und es wird noch schwerer, wie ein Schneeball, der immer größer wird.

Hast Du schon mal daran gedacht, in einer Therapie dieses schwere Lebens-Paket aufzuschnüren, auszupacken, zu würdigen, und dann wenigstens soweit in Deine Lebensgeschichte zu integrieren, dass Du frei wirst für das Hier und Jetzt? Es geht dabei ja nicht nur um Deinen Sohn, es geht doch eigentlich um Dein Lebensglück, irgendwie.

Ich wünsche Dir, dass Du Deine Geburtstagsfeier genießen kannst mit den Menschen, die für Dich da sind, und vielleicht auch die Traurigkeit für ein paar Stunden vergessen kannst.
serafin
08.12.2019, 13:05 Uhr | Katzenmosaik
Hallo Herr Bauer,

ich hänge noch sehr in der Vergangenheit fest. Deswegen die Formulierung auch in der Vergangenheit.

Desweiteren wird meine Liebe zum Sohn ja momentan sehr auf die Probe gestellt. Es ist nicht einfach, zu lieben, wenn nichts zurückkommt.

Heute feiere ich meinen Geburtstag nach, habe meinen Sohn das auch mitgeteilt. Zurückkam gestern Nacht, er hätte Fussball. Also hab ich ihm ein gutes Spiel heute gewünscht und dass ich ihn lieb habe, auch wenn ich das mit dem Fussball irgendwie nicht so recht glauben kann. Aber ich hab keine Kraft, zu hinterfragen und so belasse ich es dabei.

Meine ganze Familie wird mit mir in ein Cafe gehen. Das wird mich auch etwas ablenken.

Schönen 2. Advent euch allen.
L G
08.12.2019, 11:40 Uhr | bke-Lorenz-Bauer
Hallo Katzenmosaik,

ich finde Ihren Ansatz, sich in regelmäßigen Abständen bei ihm zu melden, damit er weiß, "da gibt es eine Mama, die sich für mich interessiert", gut. Ob er nun antwortet oder nicht bleibt ihm überlassen, so wie ich das verstanden habe. Keiner ist vom anderen sozusagen "abhängig". Möglichweise bringt diese Haltung/dieser praktische Ansatz Entlastung oder Entspannung für alle Beteiligten.

Beim Lesen Ihrer letzten Nachricht bin ich über eine Formulierung gestolpert:
"Ich wollte sehen, wie er weiterhin wächst und ..."

Nachwievor halte ich statt einer "Vergangenheitsformulierung" eine "Gegenwarts-/Zukunftsformulierung" eigentlich passender zu Ihrer Rolle als liebende Mama:
"Ich wollte will sehen, wie er weiterhin wächst ..."

Viele Grüße und einen schönen zweiten Advent,
bke-Lorenz Bauer
05.12.2019, 12:16 Uhr | Katzenmosaik
Hallo Serafine,

ich brauche mein Kind nicht, ich hätte nur gerne weiterhin guten Kontakt zum Sohn gehabt und ihn bei seiner Pupertät gerne begleitet.

Ich wollte sehen, wie er weiterhin wächst und hätte man das unterstützt mit dem zweiwöchigem Rhythmus, wäre das auch alles soweit gut gegangen.

Mir wurde mein Sohn auf brutale Weise einfach entzogen. Und das ist nicht in Ordnung.

Ich werde mich nun wöchentlich oder 14-tägig (bin mir noch nich sicher) einmal melden bei ihm. Ihm damit zeigen, hey, ich bin da, wenn du mich brauchst oder mich sehen willst.
Mehr kann ich jetzt auch nicht mehr tun.

Was die Schule betrifft, nehme ich mir das Recht weiterhin heraus, anzurufen und zu fragen. Immer kurz vor der Halbjahresinformation und dem Zeugnis.
L G
04.12.2019, 21:58 Uhr | -serafine-
Hallo Katzenmosaik,

ich möchte trotzdem noch im Nachgang zu Marinas Post erwähnen, dass auch ich nicht die Absicht hatte, Deinen Ex „schönzureden“.

Mir fiel auf, dass Du auf das Geschriebene gar nicht eingehst, sondern Seiten über Seiten wiederholst, was Dein Ex Dir alles angetan hat – aber wir haben das gehört und gelesen und verstanden, auch nach dem ersten Mal schon. Mein Anliegen war der Versuch, an festgefahrenen Überzeugungen ein wenig zu rütteln, damit vielleicht ein Weg für Deinen Sohn frei werden kann. Wenn man emotional sehr verstrickt ist – und das bist Du – steht man sich manchmal auch selbst im Weg. Geht jedem so. Ich fühle mich bei Deiner Reaktion etwas ohnmächtig. Das scheint ansteckend zu sein *dizzy* . Alle drei in dieses Drama verwickelten Personen fühlen sich ohnmächtig. Und jeder hat für sich einen Schuldigen ausgemacht.
Nun hast Du Dich aber entschieden, Dich nicht weiter damit zu befassen. Das gilt es natürlich zu respektieren.

Der andere Weg ist dieses: Ich will über meinen Ex nicht mehr reden konsequent durchzuziehen. Z.B. auch hier nicht mehr zu schreiben, dass er den Sohn manipuliert und Dich schlecht macht, sondern ihn komplett rauszuhalten. Keine Interpretationen, keine Schuldzuweisungen, keine Unterstellungen. Nur Du und Dein Sohn. Und versuchen, das auch immer mehr so zu denken. Die Vater-Sohn-Beziehung akzeptieren und eine Mutter-Sohn-Beziehung, die wachsen und davon unberührt bleiben darf (von deiner Seite aus). Egal, was wer über Dich denken oder sagen könnte oder auch nicht.

Ich finde die Idee sehr gut, dem Sohn einfach immer wieder mal kurze „Ich-denk-an-Dich-Statements“ zukommen zu lassen – ohne Erwartungen daraus abzuleiten. Dazu gehört natürlich auch, auf Forderungen und Nachfragen in der Schule oder an den Vater einfach zu verzichten.
Probier es doch mal aus? Die alte Strategie hat lange genug nicht funktioniert

Auch den Hinweis auf Deine eigene innere Unabhängigkeit würde ich beachten. Wenn Du gut für Dich und Dein Seelenheil sorgen kannst und Deinen Sohn zwar liebst, aber nicht brauchst, wird es für ihn sicher auch leichter und attraktiver, Kontakt zu Dir aufzunehmen.
serafin
04.12.2019, 19:51 Uhr | Katzenmosaik
Hallo marina,

wie schon erwähnt möchte ich mich in Zukunft nicht mehr über meinen Exmann äussern.

Was zählt ist jetzt nur noch mein Sohn und das wird für mich noch ne weitere sehr harte Zeit werden.
L G
04.12.2019, 19:08 Uhr | marinadiezweite
Hallo Katzenmosaik, ich habe nicht den Eindruck, dass man dir hier ein positives Bild deines Ex gestalten will. Du kannst nichts positives an ihm sehen. Das ist völlig verständlich. Sollst du auch gar nicht. Manchmal geht es mehr nur um Interpretationen von dir. Also deine Vermutungen, warum er dieses oder jenes tut. Und welche Hintergedanken er hat. Da kann ein Aussenstehender eh nichts zu sagen. Ich persönliche finde die Interpretationen des Verhaltens, also das Ergründen, warum er das tut, ja, okey, nicht sinnführend.
Anders gesagt, mag sein, dass du recht hast, und er alles sehr berechnend macht. Dir schaden will und dir den Jungen entfernen. Aber ein Aussenstehender kann auch nicht sagen, ja klar, das ist so, er ist ein fieser.
Das mag einem nützen, wenn man gegenüber einer Anwältin oder dem Jugendamt, der Schule, Ansprüche äußert. Auf jeden Fall. Es beeinflusst die Meinung anderer über deinen Mann. Es hilft dir jedoch nicht, einen besseren Kontakt zu deinem Sohn zu erhalten. Es macht es schwerer für deinen Sohn. Denn wie gesagt, selbst wenn deine Einschätzungen alle stimmen. Es hat nicht zur Folge, dass dein Sohn häufiger zu dir kommt.
Ich glaub, man führt das gern auf den anderen Elternteil zurück. Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Und der Vater wird sicher häufiger mal seine Meinung kundtun. Es ist aber auch schnell eine Wechselwirkung. Diese Missstimmung, die spürt dein Sohn ja. Und deinem Ex vermittelst du die Unzufriedenheit und seine Unzulänglichkeit.
Ich lass es mal dahingestellt, dass er wirklich kein toller Vater war und ist. Die Situation ist aber so, wie sie ist. Und dieses unterschwellige, (ich kann dir ja kein Geschenk machen, das schick ich lieber übers Jugendamt) das geht an deinem Sohn nicht spurlos vorbei. Was die Mutterzeit betrifft. Ja, es gibt noch ein anderes Leben. Meist werden die jungen Leute wieder lockerer, wenn sie selbst sich eine Meinung bilden können. Wenn sie spüren, dass die Eltern auch stolz auf etwas sind, was die Jugendlichen selbst geleistet haben. Damit meine ich nicht immer die Schule. Sondern später auch in der Ausbildung Interessen, Freunde. Das wird meist schon besser, wenn die Jugendlichen selbst mobil werden.
Weitere Tipps kann man dir nicht geben. Warum sollte dir jemand einen Vorwurf machen, wenn du dich nicht regelmässig meldest. Klar, du hälst von deinem Ex alles für möglich. Aber ich persönlich halte auch für möglich, dass man solche verwickelten Gedanken abwehren sollte. Du kannst nicht alle Gedanken eines anderen vorhersehen oder gar verhindern.
Zuletzt editiert am: 04.12.2019, 19:14 Uhr, von: marinadiezweite
04.12.2019, 18:00 Uhr | Katzenmosaik
Hallo Herr Bäcker,

was wäre denn _regelmässig_? In welchem Zeitraum etwa? Vielleicht alle zwei Wochen mal? Ich bin da so unsicher. Ich habe Angst, wenn ich mich nicht regelmässig alle zwei Tage melde, dass ich dann noch von Exmann oder Sohn hören muss, dass mein Sohn mir egal wäre. Das ist mein Problem an dieser Sache mit dem Kontakt.

Aber da ich ja nichts mehr erfahre, mein Sohn sich auf meine Nachrichten nicht zurückmeldet, muss ich ja einen andren Weg gehen irgendwie.

Ich hab ihm gestern geschrieben, dass ich mich freuen würde, wenn er zu meiner nachträglichen Geburtstagsfeier im Cafe (liegt in seiner Nähe mit Bus) kommen würde. Bisher leider keine Rückmeldung.
L G
04.12.2019, 16:17 Uhr | bke-Stephan-Bäcker
Hallo Katzenmosaik,

ich vermute, dass Sie nicht verloren haben. Verloren ist leider einiges an Beziehungszeit. Aber davon ist noch genügend übrig. Und die Zeit ist deshalb verloren, weil die Eltern es nicht geschafft haben, zusammenzuarbeiten. Sie schreiben, dass Sie viel getan haben, um eine Zusammenarbeit hinzubekommen. Der Vater konnte und/oder wollte Ihre Angebote nicht annehmen. Das ist sehr schade. Und es ist dennoch noch viel Zeit da. Ihr Sohn ist noch jung und sie höchstens mittelalt. "Kinder" in dem Alter Ihres Sohnes haben immer weniger mit den Eltern zu tun. Aber das kann wieder kommen. Und Sie können etwas dafür tun.

Schreiben Sie ihm immer mal wieder. Ohne zu nerven. Das ist zugegebenermaßen schwer, weil die Gefahr, dass die Eltern nerven, ja immer recht groß ist. Aber machen Sie es trotzdem. Ohne etwas zu wollen: "Hallo Sohn, bin gerade einkaufen, habe an dich gedacht und schicke Dir viele Grüße". Solche Dinge. Zeigen Sie ihm regelmäßig, dass er Ihnen wichtig ist. Aber nicht zu of, nicht dauernd. Kurz. Und ohne eigene Bedürfnisse loszuwerden.

Können Sie sich das vorstellen? Nach meiner Erfahrung kann so eine Haltung helfen, den Kontakt mittelfristig wieder zu normalisieren. Aber nicht kurzfristig.

Viele Grüße von

bke-Stephan-Bäcker
03.12.2019, 19:38 Uhr | Katzenmosaik
Hallo Frau Morgenthal,

ich habe fast 8 Jahre jetzt um meinen Jungen gekämpft, um ein gutes Verhältnis zu haben. Leider habe ich wohl verloren.

Ihm einfach jetzt nicht mehr schreiben, fällt mir schwer. Wie teile ich ihm mit, dass weniger Kontakt wohl erstmal besser ist, wie Sie sagen?

Einfach so im Raum stehen lassen und nix mehr schreiben, fällt mir schwer.
L G
03.12.2019, 10:56 Uhr | bke-Kira-Morgenthal
Hallo Katzenmosaik,

es tut mir leid, dass es gerade zwischen Ihnen und Ihrem Sohn nicht so "glatt" läuft.

Ich habe den Eindruck, dass sich da einiges "vermischt" hat und alle sehr belastet und nicht ganz frei davon sind.

Das würde ich besonders Ihnen und Ihrem Sohn wünschen: etwas Unabhängigkeit. Natürlich wäre Hilfe von Seiten des Vaters sehr gut dafür, aber er scheint auch um die Liebe des Kindes zu kämpfen und kann Ihnen nicht helfen. Das ist bitter. Ich habe viel Mitgefühl mit Ihnen.

Dennoch finde ich, dass Ihr Sohn eine sehr passende Reaktion hat und sich aus gutem Grund von Ihnen abwendet. Es ist nicht seine Aufgabe, sich um seine Eltern zu kümmern und sich um Kontakt zu bemühen. Er hat seine guten Gründe, um sich aus der Beziehung zu einem Elternteil ( in diesem Fall leider Ihnen) rauszuziehen, weil es seit Jahren einfach total anstrengend ist, was die Eltern miteinander tun. Haben Sie bitte Verständnis auch mit ihm in dieser Situation und betrachten Sie die ganze Entwicklung um ihn aus seiner Sicht. Stellen Sie ihm bitte keine Fragen und bleiben Sie bereit ihm zuzuhören. Was bleibt ihm übrig außer Vermeidung und Passivität? Warum soll er aktiv werden und auf die Fragen antworten? Warum soll er vertrauen, wenn es von außen kommentiert, kontrolliert und gewünscht wird? Ich glaube, dass es das Beste für ihn gerade ist, wenig Kontakt zu haben. Er hat genug zu bewältigen und das ist anstrengend!!!

Nun ist es an der Zeit zu schauen, was Sie brauchen, um damit besser umgehen zu lernen und wie Sie sich als Mutter ihm gegenüber wenig bedürftig zeigen. Es hilft den Kindern, wenn wir glücklich, gelassen und hoffnungsvoll durchs Leben gehen. Wenn er mitbekommt, dass Ihr Glück nicht von ihm abhängt, hoffe ich, dass er irgendwann freier wird und selbst auf Sie zukommen kann. Offenbar noch nicht jetzt.
Üben Sie sich in Geduld ohne zu leiden. Überlegen Sie, was Sie glücklich macht: unabhängig vom Sohn! Das wird Ihrer Beziehung gut tun!

Wissen Sie schon, wie Sie ohne ihn Weihnachten verbringen und was Ihnen gut tun würde?

Viel Mitgefühl und etwas Leichtigkeit versende ich Ihnen auf diesem Weg!
Herzliche Grüße
bke-Kira-Morgenthal
Zuletzt editiert am: 03.12.2019, 10:58 Uhr, von: bke-Kira-Morgenthal

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