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Eltern, Jugend, Jugendliche, Pubertät, Sorgen, Probleme, Stress, Sexualität, Ritzen, selbstverletzendes Verhalten (SVV), Missbrauch, Mobbing, Schule, Beratung

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19.06.2019, 11:07 Uhr | Thomas79
Guten Morgen!

Ich habe einen 14-Jährigen, der akut ganz tief in der Pubertät steckt. Wir geraten immer wieder aneinander, er sucht die Auseinandersetzung mit mir, provoziert sie sehr oft.
Ich komme nur noch schlecht an ihn heran. Er will mit mir nichts mehr unternehmen, nur seine Freunde sind noch wichtig, nicht mehr mit mir reden wenn er sich davon nichts für sich erhofft. Oft bringt er mich an den Rand meiner Beherrschung.

Wie kann man(n) die Vater/Sohn-Beziehung in der Pubertät als Elternteil so gestalten, dass es harmonischer abläuft? Wenn sich das Kind dagegen sperrt und guten Kontakt verweigert und ablehnt?

Ich freue mich über hilfreiche Ratschläge.

Beste Grüße
Thomas79
02.11.2019, 21:44 Uhr | Ruba
Lieber Thomas,
Erziehung ist immer ein Drahtseilakt. Ich habe in der Pubertät auch oft die Zügel schleifen lassen. Aber Dein Sohn ist eben erst 14 -und das ist erst der Anfang.
Schulnoten sind nicht so wichtig -es ginge mir darum ihn in dieser Strafwoche nicht ausschlafen zu lassen und es ihm generell ein bisschen ungemütlich zu machen. Er muss es als Strafe empfinden. Wie gesagt -so eine lange Suspendierung ist eine scharfe Maßnahme, der normalerweise andere Sanktionen vorausgehen.
Auf was für einer Schulform ist er eigentlich und in welcher Klasse?
Meiner Erfahrung nach haben Frauen es übrigens mit Autorität eher schwerer als Männer. Ist natürlich Typsache, aber viele Frauen sind harmoniebedürftiger. Und Pubertät ist für uns Eltern einfach eine Sch...zeit.
Schlechte Schulnoten, freche Antworten, unaufgeräumte Zimmer -damit kann man leben. Aber wenn ein Kind aufgrund seiner pubertär bedingten Kurzsichtigkeit dabei ist dich seine Zukunft zu verbauen, muss man als Eltern eingreifen und unbequem werden. Dafür sind wir da.
02.11.2019, 18:32 Uhr | Thomas79
Guten Abend!

Besten Dank für eure Anteilnahme und die vielen Beiträge. Die Woche Schulausschluss steht uns noch bevor, da es wegen dem Feiertag auf die kommende Woche gelegt wurde. Weil es fünf Schultage sind, hätte er sonst für diese Woche plus den Montag ausgeschlossen werden müssen. Außerdem wollte ich wegen Urlaub nachfragen und nach anfänglicher Ablehnung habe ich dank einer Kollegin, die bei den wichtigsten Terminen für mich einspringt, auch wenigstens den Donnerstag und Freitag der nächsten Woche genehmigt bekommen. Das gibt mir etwas zeitlichen Spielraum.
Ich habe diese Woche ausführlich mit Sohn darüber gesprochen, wie wir das gestalten. Nicht 'weichgespült', aber auch nicht autoritär, weil ich meistens *hypocritically* nicht daran glaube, dass ich ihn so erreiche. Er war trotzdem nicht angetan davon. Er sollte erfragen diese Woche bei den einzelnen, was für die kommende Woche an Stoff und Aufgaben angedacht ist, damit er das alleine erarbeiten kann. Das hat er nur bei manchen getan und hatte für die anderen selbstverständlich jeweils eine ausführliche Ausrede parat, warum er es nicht tun konnte. Das habe ich so stehen lassen, weil ich auch keine Kontaktmöglichkeit zu jedem einzelnen Fachlehrer habe und das was er hat reicht, damit er am Montag zunächst beschäftigt ist. Alles andere soll er sich dann über Freunde mitteilen und geben lassen.

Ich bin ganz ehrlich, ich glaube nicht, dass er von selbst am Montag oder den beiden anderen Tagen viel erledigt. Alles andere würde mich überraschen. Dann kann ich wieder autoritär sein, aber wenn das auch nicht hilft? Ich habe ihm zumindest versucht zu erklären, dass wir die Zeit am Donnerstag und Freitag entspannter zusammen den Stoff erarbeiten und verbringen können, wenn er an den drei Tagen vorher bereits vorarbeitet. Lieber als mit ihm zu büffeln würde ich an den Tagen mit ihm in Ruhe sprechen und schauen wie er sich besser in der Schule verhalten kann, damit das nicht mehr passiert. Ob er in der nächsten Klassenarbeit eine 3 oder 4 schreibt, weil er den Stoff dieser Woche verpasst hat, ist mir im Verhältnis betrachtet relativ gleichgültig. Auch wenn das verantwortungslos oder unpädagogisch wirkt.

Ich will nicht den guten Kontakt zu ihm verlieren, aber auch nicht dazu beitragen, dass er abrutscht und sich sein Leben versaut. Das ist der Drahtseilakt, den ich wahrscheinlich nicht gut hinbekomme, weder in der einen, noch in der anderen Hinsicht.

Beste Grüße
Thomas
02.11.2019, 09:32 Uhr | Ruba
Mich würde sehr interessieren wie die Woche gelaufen ist.
Die generelle Diskussion, ob Mütter oder Väter weniger Probleme mit Autorität haben, ist doch ein Nebenkriegsplatz.
01.11.2019, 14:00 Uhr | marinadiezweite
Hallo thomas, ja, ob es ein kleinerer Spagat in der Erziehung ist als Mutter, ich weiß es nicht. Denn da ich zwei Töchter und einen Sohn bei mir als Alleinerziehende hatte, hab ich den Eindruck, für Mütter kann es auch schwer sein. Du weißt halt nicht, wie die Kinder in einer intakten und volllständigen Familie sich entwickelt hätten.
Als Mutter fehlt einem der Part, den der Vater übernimmt. Ich war auch während meiner Ehe viele Jahre alleinerziehend, da mein Mann fst nie zu Hause war. Da hat er sich kaum eingemischt. Die Kinder wissen aber wohl, an wen sie sich am besten halten. Und sie fragen trotzdem auch ihren Vater.
Das ist auch der Fall, wenn sie bei einem Elternteil leben, das eine Kind befragt eher die Mama. Das andere Kind wartet lieber, bis es ein Wochenende beim Vater ist. Mein ältester, der beim Vater geblieben ist, hat schon sehr früh immer mich bei allem Kram gefragt. Ich denke, das verändert sich auch in der Pubertät und hängt eher damit zusammen, wie die Eltern so zum eigenen Typ passen. Wenn man weiß, dass bei Mama alles geheim bleibt und sie immer eine Lösung hat, wird es wohl eher mit ihr erzählt. Manche Kinder wiederum platzen mit allem gern heraus, selbst wenn es dann Ärger und Stress gibt.
Ich glaub sogar, dass Mütter meist eher die nicht so konsequenten sind, da sie überwiegend ja alles regeln müssen. Und es nicht so gut aushalten, von den Kindern abgelehnt zu werden. Aber da gibt es bestimmt auch Ausnahmen. Es ist eben so, dass man nicht immer alle Konflikte komplett ausschalten kann. Nur weil das Kind und besonders der Jugendliche jetzt gerade gar keinen Bock darauf hat. Ich finde, man kann manches etwas verschieben. Muss nicht unbedingt alles bereden und regeln, wenn noch alle Beteiligten wütend sind. Aber so nach paar Tagen kann man schon mal wieder bestimmt äußern, dass da noch was offen ist. Bei Hausarbeit, darum geht es ja teilweise bei euch auch, da bin ich eher so nervig. So, mach das jetzt, mach das gleich. Ich konnte sonst auch mal gern was liegenlassen. Ein bisschen zwingen und nicht immer fragen, ob der andere nun sauer ist, über grimmige Miene hinwegsehen und diese nicht kommentieren, klappt teilweise auch ganz gut.
01.11.2019, 09:54 Uhr | Katzenmosaik
Hallo Serafine,

da bin ich wieder mal einer Meinung mit dir, man kann dem Kind, wenn es geht, wirklich alles bieten. Aber letztendlich hängt es auch vom Kind ab, wie es sein Leben gestalten will, eben weil jeder Mensch eigene Charakterzüge hat.
L G
01.11.2019, 09:27 Uhr | -serafine-
Hallo Thomas,

ich glaube, dass das ganz stark von der Persönlichkeit des Kindes abhängt, das sind ja so viele Wirkfaktoren. Bei getrennt lebenden Eltern gestaltet sich das natürlich anders als im herkömmlichen Familienmodell. Natürlich spielt die Konstellation Sohn-Vater, Sohn-Mutter, Vater-Mutter eine große Rolle, aber grundsätzlich denke ich, ein alleinerziehender Elternteil hat immer und in jeder Hinsicht einen gewaltigen Spagat zu vollbringen. So scheint es mir fast logisch, dass die Autorität des einen Elternteils auf die Probe gestellt werden muss, ob Vater oder Mutter.

Diese Überlegung, welche äußeren Umstände führen zu welcher inneren Entwicklung beim Kind hat mich auch drüben im Systemsprenger-Thema sehr bewegt. So wichtig es ist, darüber nachzudenken, darf man aber - meiner Meinung nach - nie vergessen, dass Kinder, Menschen überhaupt, individuell reagieren und keine Situation wie die andere ist.

Manchmal kann man als Elternteil die Entwicklung des Kindes nur bis zu einem gewissen Grad beeinflussen und Beziehungsangebote machen. Letztendlich entscheidet das Kind mit seinem individuellen Charakter, ob, was und wieviel es annimmt davon. *exhausted*
serafin
30.10.2019, 12:10 Uhr | bke-Zita-Finke
Hallo Thomas,

Sie merken, Ihr Thema bekommt viel Resonanz von anderen Eltern, das ist prima, finde ich. *smiling*
Ich möchte gerne auch etwas dazu beitragen.
Sie haben geschrieben: Ist das mit der Autorität für euch als Mütter eigentlich auch so ein Spagat oder ist das so ein typisches Väterphänomen? Ich habe oft den Eindruck, die Rolle der Mutter ist in der Hinsicht eine andere und die Autorität natürlicher oder muss nicht so erkämpft werden und wird auch nicht so sehr auf die Probe gestellt.


Gute Frage - Und eine Frage, die viele Facetten hat, da viele Bereich angesprochen sind. Denn ich kann von mehreren Blickrichtungen drauf schauen.
Welches Bild von „Papa“ oder „Mama“ habe ich selbst als Kind und Jugendlicher erlebt, was davon möchte ich in meine eigene Rolle als Mama bzw. Papa mit übernehmen …..
Welche Rollenzuschreibungen gibt es: Mamas sind so …. Papas sind so ….
Wie war die Beziehung zur Mama / zum Papa vor denn Wirrungen der Pubertät ….
Wie war die Beziehung zur Mama / zum Papa vor der Trennung …..
Wer von uns bringt welches Temperament mit (bin ich eher von der geduldigen Fraktion, eher impulsiv, eher ausgleichend, eher provokant) ......

Fazit: ich glaube, Autorität (im Sinne einer guten Autorität) ist etwas, das je nach Lebenssituation, je nach Entwicklungsstand des Kindes / Jugendlichen unabhängig vom Geschlecht des Elternteils und des Kindes immer wieder neu miteinander gestaltet werden muss und darf.

Aber ich gebe die Frage gerne weiter – was meinen Sie als Mütter und als Väter zu dem, was Thomas79 so schön formuliert hat: Ist das mit der Autorität für euch als Mütter eigentlich auch so ein Spagat oder ist das so ein typisches Väterphänomen?

Viele Grüße – bin gespannt auf Ihre Beiträge dazu
bke-Zita-Finke
30.10.2019, 08:00 Uhr | Ruba
Hallo Thomas,
meine Einschätzung bezog sich ausschließlich auf das Thema Schulsuspendierung.
Diesbezüglich erschreckt mich die Laschheit der hier geführten Diskussion.
Man kann doch nicht allen Ernstes dazu raten das Kind (und er ist noch ein Kind!) nicht täglich während dieser Zeit mehrere Stunden mit dem Nachholen des versäumten Schulstoffs zu beschäftigen.
Die Woche ist fast rum -wie hast Du das gehandhabt?
Was soll er denn aus der Suspendierung lernen?
Ich kann mich benehmen wie eine Wildsau und werde mit Zusatzferien belohnt???
Schau mal in das Schulgesetz Deines Bundeslandes. Wenn er ohne vorherige Maßnahmen eine Woche des Unterrichts verwiesen wird, ist das nicht fünf vor sondern fünf nach 12.
Und das spätere Nachholen des ersten Schulabschlusses sollte das Worst Worst Scenario sein.
Ich bin so ziemlich das Gegenteil von streng und ein gutes Verhältnis zu meinen Kindern war mir immer wichtiger als gute Noten oder aufgeräumte Zimmer, aber Dein Sohn muss in der Schule massive Verfehlungen begangen haben. Es war von Aggression die Rede, von sexueller Übergriffen, auch die Mutter hat er bedroht. Sorry Thomas, aber hier müssen deutliche Grenzen aufgezeigt werden, solange Du das noch kannst. In 2 Jahren ist das nicht mehr der Fall.
Und ja: Selbstverständlich lässt Du Dir in Zukunft von jedem Lehrer die Stunden abzeichnen!
Zuletzt editiert am: 30.10.2019, 08:03 Uhr, von: Ruba
29.10.2019, 20:56 Uhr | Thomas79
Guten Abend!

Jetzt geht hier aber die Post ab *smiling*. Besten Dank liebe Ruba, serafine, Katzenmosaik und marina für eure Meinungen! Wenn ich jetzt nicht auf alle angesprochenen Aspekte eingehen kann, möchte ich mich vorab bereits dafür entschuldigen, ich habe eure Antworten aber alle aufmerksam gelesen und mache mir meine Gedanken dazu. Da ist vieles dabei, was noch in mir arbeitet.

Danke für deine Perspektive und klare Haltung, liebe Ruba. Man kann deine Erfahrung gut aus deinen Zeilen herauslesen. Ich will für den Großen kein Kumpel sein, wahrlich nicht. Das ist nicht meine Absicht, Freundschaften pflege ich außerfamiliär und zu Menschen meines Alters. Ich glaube auch nicht, dass ich der Kumpeltyp als Vater bin. Sohn würde das jedenfalls vehement verneinen. 'Weichgespült' finde ich tatsächlich ein hartes Urteil, das mich irritiert. Weder empfinde ich mich selbst so, noch die Ratschläge und Anregungen die ich hier bereits erhalten habe. Ich habe aber in der Vergangenheit auch mit Strenge nur bedingt Erfolge erzielt bei Sohn. Das führt jedesmal zu Krach und muss sicherlich auch mal sein und muss ich aushalten können, das weiß ich. Jedoch ist es auf Dauer für uns beide nicht gut. Er zieht sich sowieso bereits viel zurück, ich will den Draht zu ihm auch nicht vollständig verlieren. Wenn aber jeden Abend dicke Luft ist, geht das nicht.

Ich habe keine Angst, dass er mich mit Liebesentzug bestraft. Das ist nicht schön, aber müsste ich aushalten. Aber an wen wendet er sich, wenn auch ich für ihn als Ansprechpartner ausfalle? Ich habe in der offenen Tür und in den Chats mittlerweile oft von Jugendlichen gelesen, dass sie mit ihren Eltern über ihre Probleme oft oder überhaupt nicht reden können. Dann bleiben nur noch die Freunde übrig, die er hat und die ich ihm auch nicht nehmen will, die mir aber nicht unbedingt alle 'gefallen'. V.a. gefällt mir der Gedanke nicht, dass er sich stärker an sie bindet und sie für ihn die einzigsten und wichtigsten Bezugspersonen sind. Die Mutter fällt für ihn in ihrer Rolle aus. Wer bleibt dann noch?

Ich habe nicht den Eindruck, dass er per se unglücklich ist oder leidet. Machtkämpfe kann er gut und trägt er gerne aus bzw. provoziert sie. Ich versuche mich meistens nicht darauf einzulassen, es gelingt mir aber leider oft nicht gut. Ich habe darauf wirklich keine Lust und keine Nerven dafür, weil es zu nichts führt. Aber wenn er sich einmal festgebissen hat, lässt er auch nicht mehr locker.

Die Mofa-Prüfbescheinigung bis 25 km/h kannst du vor dem 15. Geburtstag machen, bekommst sie aber erst dann. Den Rollerführerschein bis 45 km/h und 50 ccm dann ab 16. Beides ist Thema. Bis 16 ist es ihm nämlich viel zu lange hin *wink* . Ihn noch zappeln zu lassen und sein Verhalten zu beobachten würde dann in der Konsequenz bedeuten, dass Mofa vom Tisch ist und er erst den Rollerführerschein machen darf mit 16, wenn er sich gut beträgt. Mit 15 die Prüfbescheinigung zu machen ergibt nicht mehr viel Sinn, dann kann er auch direkt mit Klasse AM (Roller) anfangen. Der ist auch viel teurer und umfangreicher. Andererseits fände ich es ganz gut und sinnvoll, wenn er erstmal ganz klein mit Mofa anfängt und dann mit ein wenig mehr Praxis auf die 'große Maschine' *cool* steigt. Sich bei 20 km/h hinzulegen ist eben doch noch etwas anderes als mit 50 km/h. Und es könnte auch eine Testphase für ihn sein, in der er sich beweisen kann. Aber vielleicht ist das auch zu optimistisch gedacht. Ich teile eure Bedenken was das angeht absolut auch und bin da noch unentschlossen, wie ich mich entscheide. Er wird im Frühjahr 15.

Danke für die Buchempfehlung, das schaue ich mir gerne an. Ist das mit der Autorität für euch als Mütter eigentlich auch so ein Spagat oder ist das so ein typisches Väterphänomen? Ich habe oft den Eindruck, die Rolle der Mutter ist in der Hinsicht eine andere und die Autorität natürlicher oder muss nicht so erkämpft werden und wird auch nicht so sehr auf die Probe gestellt. Aber ich kann mich täuschen. Mit der Mutter läuft es schließlich bei uns auch nicht so gut.

Beste Grüße
Thomas
Zuletzt editiert am: 29.10.2019, 21:02 Uhr, von: Thomas79
28.10.2019, 16:39 Uhr | marinadiezweite
Hallo Thomas, ich greife direkt mal das Thema Motorradfahren auf. Weil das ja noch nicht ganz so weit ist. So momentan würd ich an deiner Stelle auch ein Stück authentisch sein. Du darfst finde ich auch sauer sein. Ist ja keine Lappalie, was da alles in der Schule los war. Das Motorradfahrenwollen hat damit natürlich nichts zu tun. Es ist auch gefährlich bei zuverlässigen jungen Leuten. Dennoch scheint mir dein Sohn jetzt nicht in so einer Lage, dass man Lust hat, mit ihm irgendwelche Vereinbarungen zu treffen. Ich würde das echt lassen. Er kommt ja so schon kaum klar. Und zeigt ziemlich deutlich, dass ihm diese ''Blossstellung'' in der Schule zu schaffen macht. Vorher konnte er immer noch ein Stück von Mist gebaut verheimlichen und verharmlosen. Nun geht das halt nicht mehr. Das öffnet ja einem Vater die Augen und einem Jugendlichen auch.
Ich glaub daher, dass es ganz gut ist, ein wenig in seichen Gewässern zu schwimmen. Heißt, wie hier schon gesagt, täglich sich um Schule kümmern. Arbeitsblätter, Hausaufgaben machen, diese vorzeigen. Egal, ob er dann doch sitzenbleiben wird. Aber er will ja wohl nicht nach der Woche weiterhin so schluddern? Gerade diese Auszeit soll ja allen Beteiligten helfen, dass mal ein wenig Abstand zu den Vorfällen, aber nicht Abstand zur Schulpflicht gewonnen wird.
Danach haben die anderen, die Lehrer und Mitschüler, vielleicht nochmal eine andere Einstellung zu ihm, dass er eine Chance bekommt. Ein guter Anfang ist wichtig, dass man also nicht wieder schwänzt, und so weiter. Das ist der Anteil, den dein Sohn nun leisten kann.
Die Hausarbeit, da ist er offensichtlich eh nicht so mit beteiligt. Aber das ist ja auch nicht so, dass das eine Art von Strafe sein soll, sondern schon eher eine Selbstverständlichkeit. Mag sein, dass er da keine Lust zu hat. Aber Minimum muss halt sein und vielleicht gibt es ja auch Dinge, die er gern macht. Ich finde, die Kinder maulen gern mal, wenn sie was tun sollen. Umgedreht kann aber auch ein Schuh draus werden. In der Art, erst die Arbeit, dann das Vergnügen, ansonsten gibt es halt mal kein Vergnügen. *laughing*
28.10.2019, 13:00 Uhr | -serafine-
Hallo Katzenmosaik,
vielen Dank

Hallo Thomas,
mir ist noch eine Literaturempfehlung eingefallen: "Autorität ohne Gewalt" von Haim Omer und Arist von Schlippe (oder so …). - es gibt von dem Autor auch neuere Werke zu diesem Thema, da weiß ich aber die Titel nicht. Es wird darin eine ganz neue Sichtweise von Autorität vermittelt, jenseits dessen, was in unserer Kindheit unter Autorität verstanden wurde.
serafin
28.10.2019, 09:54 Uhr | Katzenmosaik
Hallo Serafine,

ein super Beitrag von Dir. Siehst du genau richtig *smiling*
L G
28.10.2019, 07:23 Uhr | -serafine-
Hallo Thomas,

mir geht es ähnlich - ich lese schon eine ganze Weile mit und jetzt mische auch ich mich noch ein *hypocritically*
Ich gehöre normalerweise eher der "Weichspülgruppe" an, aber hier denke ich ebenfalls, ist eher ein Spagat zwischen Verständnis und Autorität gefragt bei Deinem Sohn. Ich finde, es klingt teilweise fast so, als müsstest Du Dich den Unmöglichkeiten Deines Sohne "unterwerfen", damit er Dich nicht mit Liebesentzug bestraft, um es mal überspitzt darzustellen.
Ich finde einen Schulausschluss auch heftig - und es geht dabei ja nicht in erster Linie um schulische Leistung - schlimmstenfalls wiederholt er ein Jahr, das ist kein Drama - sondern um sein respektloses Verhalten. Mich beschäftigt die Frage, wie kann man ihm Grenzen setzen und ihm somit Halt geben einerseits und andererseits in der Beziehung zu ihm bleiben.

Hast Du denn den Eindruck, dass Dein Sohn unglücklich ist? Leidet er? Hat er Freunde? Zeigt er die harte Schale, in der ein weicher, verletzter Kern steckt - mal neben dem üblichen Pubertätsgebaren - oder führt er sowas wie einen Machtkampf mit den Erwachsenen dieser Welt?

Wirklich wichtig, finde ich, ist schon, dass Du versuchst, ihn zu verstehen. Dich ehrlich spürbar bemühst, seine Sichtweise nachzuvollziehen und zu verstehen. Also ohne "Ja, aber Junge..., sieh doch mal …". ABER: Verstehen heißt nicht automatisch akzeptieren! Also Verständnis, aber auch die eigene Sichtweise danebenstellen, ohne ihn dabei zu verurteilen. Irgendwo in sich will er Dir ja auch gefallen und sich an Dich anlehnen, auch wenn Du das nicht sehen sollst. Ich denke, Du solltest ihm diesen Halt geben, indem Du klar bist und ja, auch Forderungen stellst. Klar die Meinung sagen (auch, was Du über den Schulausschluss und seine Ferienhaltung denkst), so dass er den Ernst spürt, aber nicht in einen Streit gehen, sondern ganz normal das Miteinander weiter gestalten. Und wenn es mal passt, stimmungsmäßig, auch nachhaken: Was ist denn los in der Schule? Was könnte Dir helfen?

Warum ihm Deine Überlegungen bzgl. Moped nicht mitteilen? Das Verständnis für den Wunsch, Du findest es toll du willst ihm den Spaß nicht nur aus Sorge verderben. Andererseits ja, es HAT mit Reife zu tun. Wo ist die? Kannst Du mit ihm so etwas wie eine Vereinbarung treffen. Etwa, er bemüht sich im nächsten halben Jahr erstmal, sein Verhalten in erträgliche Gefielde zu bringen, was auch mit gegenseitigem Respekt zu tun hat, und dann geht Ihr die Mopedpläne gemeinsam an (ab wann darf man überhaupt?).

Langer Rede, kurzer Sinn: Er braucht Verständnis, Liebe, Offenheit, Respekt, Führung, Autorität, Grenzen, Vorbild - alles easy, oder Daumen hoch

Dein Sohn könnte froh sein, so einen reflektierten, offenen Vater zu haben - Du bist berufstätig, alleinerziehend und scheust Dich nicht, Hilfe in Anspruch zu nehmen und ich glaube, wenn Dein Sohn als Erwachsener zurückblickt wird ihm das irgendwann einmal auffallen!
serafin
28.10.2019, 05:25 Uhr | Ruba
Hallo Thomas,
Ich mische mich heute das erste Mal hier ein -obwohl ich schon länger mitlese.
Du fragst, wie Du die Woche Schulausschluss gestalten sollst.
Für mich ist wichtig, dass Dein Sohn diese Woche nicht als zusätzliche Ferien ansieht -so ist das nämlich nicht gemeint. Er wird in der Woche viel versäumen, nächste Woche viele Tests nachschreiben müssen. Um ihn leistungsmäßig nicht noch weiter zurückzuwerfen und zudem der Schule zu zeigen, dass er die Auszeit sinnvoll genutzt hat, muss er etwas für die Schule tun. Ich würde mich jeden Abend mit ihm hinsetzen und jedes Fach durchgehen, dass er an diesem Tag gehabt hätte. Er muss sich von Mitschülern die Aufzeichnungen geben lassen und dann ran. Dabei kannst Du auch gleich seinen generellen Leistungsstand checken.
Die Woche ist keine Belohnung, die mit Ausschlafen, Computerspielen und abendlicher Pizza mit Papa vertrödelt werden kann.
Das heißt nicht, dass ihr die gemeinsamen Abende nicht auch nett gestalten dürft -aber er muss begreifen, was dieser Ausschluss bedeutet.
Er ist doch erst 14 !!!!! Dein Sohn wird Dir eines Tages bittere Vorwürfe machen, wenn Du ihm jetzt nicht klarmachst, was eine Schulausbildung bedeutet.
Ich finde es sehr wichtig in der Pubertät den Zugang zum Kind nicht zu verlieren und auch mal Fünfe gerade sein zu lassen. Eine Klasse zu wiederholen ist kein Beinbruch und nicht jedes Kind muss das Abi schaffen-aber ein Schulausschluss von einer Woche ist im Maßnahmenkatalog ganz oben angesiedelt -ist euch das eigentlich bewusst? ??
Bitte nimm das nicht zu locker. Pubertierende haben keinen Weitblick, die sehen nur den kurzfristigen Gewinn. Er wird es später ohne Ende bereuen wenn er keinen Abschluss hat -und der Schuldige bist dann Du!
Später alles nachzuholen ist so viel schwerer.
Dein Sohn braucht keinen Kumpel sondern einen Vater, der ihm die Richtung vorgibt und für ihn in die Zukunft sieht -weil er das einfach nicht kann! !!!
Sorry für meine harten Worte, aber mir ist das alles hier in diesem Strang zu weichgespült.
Zuletzt editiert am: 28.10.2019, 05:44 Uhr, von: Ruba
27.10.2019, 19:49 Uhr | Thomas79
Guten Abend liebe Katzenmosaik!

Das mit der Schule könnte ich lockerer nehmen, wenn er wirklich nur 'absacken' würde. Die Klassenkonferenz und die daraus resultierende Konsequenz sind aber in meinen Augen 'harter Tobak'.

Zumindest gehört zum Mopedfahren durchaus auch etwas Reife und Verantwortungsgefühl. Beides sehe ich im Moment nicht so deutlich bei ihm. Ungefährlich ist es ohnehin nicht, unter Drogeneinfluss z.B. oder mit Übermut bzw. mangelndem Verantwortungsbewusstsein aber noch gefährlicher als ohnehin bereits. Das macht mir Sorge. Auf der anderen Seite will ich ihm aber auch nicht den Spaß verderben und die Freiheit und Mobilität beschränken, die er dadurch gewinnen könnte. Ich finde Motorräder schließlich selbst ganz interessant *wink*.

Beste Grüße
Thomas

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