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01.04.2020, 09:15 Uhr | Dubbedrea
Hallo Zusammen,

ich schreibe hier zum ersten mal und hoffe, daß mir jemand einen Tip zu unserem Problem geben kann. Ich bin verheiratet und habe zwei Töchter, 15 und 13 Jahre alt. Unser Problemkind zur Zeit ist unsere 13 jährige Tochter. Sie schreibt seit, ich vermute mal einem dreiviertel Jahr in Chats wie Discort, Snapchat und Whats app mit fremden Mädels. Das es sich um Mädels handelt habe ich schon herausgefunden. Sie gibt sich dort nur nicht als sich selbst aus (was manchmal vielleicht auch gar nicht schlecht ist) sondern hat sich eine komplett andere Identität aufgebaut. Sie ist zum Teil ein Junge und hat mit einigen der Mädels sogar eine Beziehung. Ich habe sie zu Beginn des Jahres dann auf eine Homosexualität angesprochen und habe ihr auch vermittelt, daß dies bei uns kein Problem wäre. Wir denken aber nicht, daß sie homosexuell ist, nicht dass man das jemandem ansieht aber ich gehe trotzdem nicht davon aus.
Mittlerweile haben wir die Handy- und PC Nutzung auf je eine Stunde am Tag reduziert, an Samstag und Sonntag zwei Stunden PC. Dieses Chatten ist ihr so wichtig, daß sie nicht mal mehr mit anderen schreibt. Also Klassenkameraden. Sie behauptet immer sie hat niemanden, aus der Klasse schreibt ihr niemand. Meiner Meinung nach stimmt das nicht ganz. Die Schreiben halt nicht ständig. Jetzt in Corona Zeiten kann sie sich halt auch nicht treffen, ich will sie nämlich dazu bringen wenigstens für die Wochenenden etwas zu vereinbaren. Außerdem werden wir mittlerweile immer öfter angelogen, da sie ihre Hausaufgaben zur Zeit mit dem PC erledigen muss, hat mein Mann ihr die PC Sperre wieder aufgehoben. Als Dank schreibt sie nebenher über Discord und behauptet noch , daß sie das nicht gemacht hat. Wir gaben ihr die letzten Tage die Chance zu beweisen, daß wir uns auf sie verlassen können. Sie durfte den PC behalten unter der Bedingung daß er aus bleibt und nur für die Schulaufgaben hergenommen wird. Ich habe sie dreimal erwischt, daß der PC an war als ich nach der Arbeit nach hause kam. Gestern haben wir ihr dann den PC abgenommen, Handy und ihre eigentlich PC Zeit am Abend wurden auch gestrichen. Wenn man ihr dann den PC abnimmt um ihr Grenzen zu setzen fängt sie an zu randalieren.

Hat hier jemand das gleiche Problem? Dass sein Kind sich mehr mit Internetfreunden unterhält als mit reellen sozialen Kontakten? Wenn ja was unternehmt ihr dagegen? Außer ihr die Geräte zu nehmen fällt uns zur Zeit nichts mehr ein. Das ist unser einziges Streitthema, kann aber auch sehr zeitaufwändig und nervenaufreibend sein.

Liebe Grüße
Dubbedrea
Andrea koch
02.04.2020, 09:01 Uhr | Dubbedrea
Hallo Zusammen,

schon mal vielen Dank für Eure Antworten. Ich weiß schon lange, daß mangelnde Konsequenz bei uns auch eine große Rolle spielt. Mein Mann und ich sind nicht ganz unschuldig, daß wir in diese Lage geraten sind. Ich bin mir zwischendrin halt nicht sicher welche Regelung sicher ist. Manchmal würde ich ihr gern nur die Stunde Handy geben und den PC komplett weglassen. Wir schauen jetzt erst mal weiter. Eure Antworten waren für mich auf jeden Fall mal motivierend.
Vielleicht meldet sich ja noch jemand mit dem gleichen Problem.
Andrea koch
02.04.2020, 08:23 Uhr | marinadiezweite
Hallo Dubbedrea, eure Tochter ist in einem Alter, in dem man noch als Eltern Einfluss nehmen kann und vor allem muss. Dass die Tochter dann rebelliert gegen eure Massnahmen, ist völlig normal. Das kann man ihr auch nicht verübeln und sollte das rebellieren deshalb auch als altersnormal nehmen. Und darauf gelassener reagieren. Ich halte es aber für wichtig, dass ihr eure Regeln nicht aufgrund von Motzerei der Tochter ändert. Das macht ihr ja auch so. Dennoch ist es auch so, man sollte nicht strenger werden, nur weil ein Jugendlicher aufmüpfig ist, und weil er Regeln missachtet. Das fordert einfach noch mehr Auflehnung heraus. Sie braucht jetzt den PC für die Schule. Dadurch lässt sich die Regel nicht so einfach durchsetzen. Wäre es denn machbar, dass sie nur wenn ihr Eltern da seit, den Laptop erhält? Und dass man dann die Zeit so einteilt, beispielsweise eine Stunde Schulaufgaben, eine Stunde diese verschiedenen Medien für private Kontakte. Wenn - dann - Beziehungen würde ich von vornherein lassen. Also Verhandlungen in dem Sinne, wenn du heute brav warst, bekommst du morgen den PC. Ich glaube, das fördert die Lügerei.
Versucht die Kontakte und die Traumwelt als einen Teil ihres Lebens zu sehen. Sie wird davon jetzt nicht problemlos wegkommen. Unbedingt kann man aber mit ihr schon genaue Zeiten aushandeln. Wobei ich das nicht völlig verbieten würde. Manche Eltern fahren mit Regelungen gut, dass nicht täglich mit den verschiedenen Kontakten kommuniziert wird. Automatisch verlangsamt sich dann auch die Anzahl der Anfragen und Kommunikation der anderen. Selbst in Zeiten der Ausgehbeschränkungen gibt es bestimmt Dinge, die ihr dann zusammen mit eurem Kind machen könnt. Je nach Interesse. Stets sollte aber am Ende des Tages nicht der Laptop als Belohnung für Schulaufgaben oder ähnliches stehen.
Das Auf und Ab mit dem Wegnehmen zurückgeben halte ich nicht für sinnvoll. Zudem sollte euch beiden klar sein, dass man ein Kind zu Hause schlecht kontrollieren kann, wenn man auf der Arbeit ist. Daher würde ich nicht empfehlen, alles kontrollieren zu wollen, während ihr weg seit. Dann braucht man vor allem nicht mehr so streng zu kontrollieren, wenn man nach Hause kommt. Ist ja eher zusätzlicher Stress. Machbar wäre eher, dass man sagt, so, nun sind wir alle Zuhause, jetzt bleibt die Kiste aus. Oder, dass man gemeinsam am PC über die Hausaufgaben spricht.
Zuletzt editiert am: 02.04.2020, 08:29 Uhr, von: marinadiezweite
01.04.2020, 18:01 Uhr | bke-Ina-Schweizer
Hallo Dubbedrea,

ich begrüße Sie herzlich hier im Elternforum.

Ich kann gut verstehen, dass die Situation mit Ihrer 13-jährigen Tochter Ihnen Sorgen bereitet. Nicht nur verbringt Ihre Tochter viel Zeit mit Chats und virtuellen Freundschaften und Beziehungen, sie gibt sich dabei auch als jemand anderes, z.T. als Junge aus.

Vielleicht ist diese Art sich in der virtuellen Welt auszutauschen für Ihre Tochter eine Möglichkeit, verschiedene Seiten von sich selber zu erkunden. Die Pubertät ist ja eine Zeit, in der die Identitätssuche eine zentrale Rolle spielt. Vielleicht hilft es ihrer Tochter, sich in verschiedene "Rollen" zu begeben um zu erkunden, wer sie selber ist.
Gleichzeitig sind solche Beziehungen und Freundschaften sicherlich nur begrenzt tragfähig, man weiß ja eben auch nicht, wer am anderen Ende sitzt. Ich finde daher ihre Bemühungen, Ihre Tochter darin zu unterstützen auch im realen Leben Kontakte zu knüpfen und Beziehungen zu pflegen sehr wertvoll.

Die Begrenzung der Nutzungszeiten Ihrer Tochter am PC ist sicher Teil dieser Maßnahmen hin zu einer Orientierung in die reale Welt. Gerade auch wenn Sie sich auf Abmachungen mit Ihrer Tochter zurzeit nicht verlassen können, kann es sein, dass eine klare Begrenzung der Nutzungszeit nötig ist. Dass Ihre Tochter die Begrenzung der PC-Nutzung nicht einfach hinnimmt, finde ich (aus ihrer Sicht) jedoch nachvollziehbar. Ich wünsche Ihnen viel Geduld und Ausdauer, die Proteste auszuhalten.

Hoffentlich bekommen Sie auch von anderen Eltern hilfreiche und interessante Rückmeldungen.

Viele Grüße,
bke-Ina-Schweizer

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