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09.04.2020, 18:39 Uhr | alg
Liebe Eltern,

Mein Sohn rastet in der Corona Kontaktverbot-Zeit zunehmend aus. Das digialen Klassenzimmer war für ihm entgültig zu anstrengend- er entscheid sich nichts mehr für die Schule zu machen. Da er die ersten Qualifizierungsjahr in die Tasche hat ist es nicht tragisch, weil er eine guten Plan hat - einen FSJ (Fach-Abi) gefolgt von einer Ausbildung. Zusammen haben wir immerhin zwei Bewerbungen abgesendet. Das Problem ist dass er ein großes Unabhängigheitsdrang hat, und am liebsten vorgestern ausziehen möchte. Dabei ist er einfach zu unreif momentan um eine Wohnung selbst zu finden und zu finanzieren. Naja, zuhause könnte er eine Weile leben wenn er die Einhaltung von einigen wenigen Regeln einhalten könnte. Seit dem Anfang des Kontaktverbots reden wir (mein Mann und ich) auf ihn ein dass er sich nicht bei Freunden trifft in ihren Wohnungen,nur mit einer Person und die enstpchenden Abstand hällt wenn er mit Frenden trifft. Wir verabreden Hausregeln für die Corona- Zeit und er hällt diese kaum ein. Er übertreibt mit Alkohol und Grass. Zu Hause gibt es streit und Drohungen dass er sofort abhauen möchte. Die Rücksäcke waren gepackt vor einigen Tagen und wir haben es geschafft dass er sich es nochmal überlegt hat.
Wenn wir die Regeln um ihn entgegen zu kommen lockern (nicht bei Anbruch der Dunkelheit zu hause sein zu müssen sondern er muss uns sagen wo er ist und mit wen er sich trifft), werden diese auch nicht eingehalten. Heute wurde seine Händi weggenommen - als angekündigte Konsequenz dass er uns in der Nacht 5 Stunden hängen lassen habe. Ich mache mir Sorge um ihn, will aber auch dass ich schlafen kann und nicht bis 3 Uhr wach bleibe da sein Telefon aus ist nachdem er um 21.30 schreib dass er bald nach Hause kommt. Naja- der Streit war hier vorprogrammiert und heftig. Ohne seine Händi kann er keine Freunde kontaktieren. Ich weiß nicht mehr wass ich machen kann um ihn zu bewegen unsere Hausregeln einzuhalten. Das letzte was mir nun übrig bleibt ist das Jugendamt zu kontaktieren und um eine betreutes Wohnsituation anzubahnen.
Es ist einfach kräftezerrend. Wir möchten dass wir in Frieden mit unseren Sohn leben können und dass wir es schaffen können dass Regeln die wir zusammen verabreden haben von allen eingehalten werden. Wenn er dazu bereit ist, gebe ihn seine Händi zurück. Mein Sohn möchte einfach gänzlich eingene Enscheidungen treffen und sieht es nicht ein dass wir in sein Leben einmischen. Er findet dass es nicht nötig ist uns Bescheid zu geben wenn er unterwegs ist. Wir haben einige Zwischenfälle über die Jahre mit Krimialität, der Poliziei und wo er ins Krankenhaus-Einlieferung hinter uns. Er macht einfach immer wieder schlechte Entscheidungen und lügt uns regeelmässig an.
Ich bin dankbar für Ideen wie ich mit der Situation umgehen kann.

Gruß von Alge
10.04.2020, 09:49 Uhr | marinadiezweite
Hallo alg, es scheint vorprogrammiert, dass euer Sohn in der schulfreien Zeit noch stärker seine Freiheit wahrnimmt. Nicht allen Jugendlichen liegt das Arbeiten von zu Hause aus. So wie auch nicht alle Erwachsenen problemlos im Homeoffice arbeiten können. Ein Büro und eine Schule geben einfach einen strukturierteren Rahmen ab. Wie ihr aber schreibt, gab es schon vorher Probleme. Ich gebe nun folgendes zu bedenken. Euer Sohn ist 17, bald werdet ihr eh nur noch reden aber nicht mehr Einfluss nehmen können. Überlegt euch jetzt, ob es richtig ist, alles von vornherein zu verwerfen. Seine Träume finde ich persönlich gar nicht schlecht. Und eigene Wohnung, wieso nicht. Macht das doch konkreter. Nicht finanzierbar, da gibt es doch bestimmt Möglichkeiten, welche passen für euch und ihn. In einer Ausbildung bekommt er ja eigenes Geld und Kindergeld. Es muss nicht unbedingt positiv laufen und klappen, aber den Versuch wäre es doch allemal wert.
Natürlich nicht gerade jetzt. Oder wenn doch, dann nur mit dem Fakt, dass ein Ausbildungsplatz da ist und man problemlos eine Wohnung zum Sommer nach Ende der Schulzeit beziehen kann.
Ich würde ihm auf jeden Fall raten, dass er sich bis Sommer nicht selbst aus der Schule entlässt und ich glaube, das wird er auch nicht tun. Spinnt das Szenario doch mal durch. Eltern ist es durchaus erlaubt zu sagen, wieviel Geld sie ihrem Kind bei Auszug mitgeben können oder wollen. Der Rest fügt sich drumherum, das ist ein Lernprozess.
Die Ausgehzeiten, Freunde besuchen, das wiederum geht gar nicht, finde ich. Corona schränkt alle ein. Da muss auch er sich dran halten. Dennoch ist es nicht nachvollziehbar, dass ihm das Handy weggenommen wird. Du kannst ihn ja nicht komplett zu Hause halten. Wenn er erst schreibt, komme gegen xx nach Hause, dann das Handy aber ausschaltet, damit er seine Ausgehzeit verlängern kann. Dann muss ihm ja klar sein, dass ihr euch, berechtigt, sorgt. Nicht nur seit Corona. Bis er 18 ist, bestimmt ihr, wie lange er ausgeht. Und wer sich nicht an diese Regeln hält, der muss eigentlich andere Beschränkungen erhalten. Ich hab es vermieden, meine Kinder dann noch 97 mal anzurufen. Aber damit ich mir nicht endlos Sorgen machen brauche, hab ich mir die Adresse von dem jeweiligen Freund, Besuch geben lassen und eine Zeit, zu der ich meine Kinder dort abhole. Klar, sie haben dann auch noch mal um Nachschlag gefragt. Das aber ist meine Entscheidung, ob ich eventuell am Wochenende eine Stunde dazugebe. Es klingt vielleicht hart, aber es bedeutet, wenn einmal nicht an die Vereinbarung gehalten wurde, gibt es erstmal keinen Ausgang nachts.
09.04.2020, 20:29 Uhr | bke-Zita-Finke
Hallo Alge
als eine der Moderatorinnen möchte ich Sie ganz herzlich hier im bke-Elternforum willkommen heißen.

Ja - die coronabedingten Maßnahmen mit Unterricht digital und mit all seinen Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen, sie bringen viele Familien an oder über ihre Grenzen. Eltern bei dem, was sie erzieherisch oder disziplinarisch tun können. Und auch Jugendliche - sie stresst die für sie so ungewohnte Begrenzung von (Bewegungs-) Freiheit und von Autonomie. Vieles von dem, was vorher selbstverständlich war, das ist jetzt ausgehebelt - schwierig für Eltern wie für Jugendliche.
Es ist so typisch für Jugendliche - sie testen aus, sie sehen eine Vielzahl von Verboten nicht ein, sie halten sich im gewissen Sinn auch für „unverwundbar“ und finden Beschränkungen und Verbote häufig lediglich lästig und suchen nach Möglichkeiten, diese zu umgehen.
Ich hatte beim Lesen den Eindruck, als seien die Konfliktanlässe nichts völlig neues für Sie als Eltern und für Ihren Sohn. Jetzt halt im Zusammenhang von Coronas - aber in Zeiten vorher gab es auch schon Themen, bei denen Ihre elterlichen Vorstellungen und diejenigen Ihres Sohnes nicht in die gleiche Richtung gingen. Und wo Ihr Sohn im Sinne seines Drangs nach Unabhängigkeit, nach Freiheit, nach Grenzüberschreitungen unterwegs war. Und dabei nicht unbedingt immer eine gute Wahl getroffen hat (Stichwort Kriminalität, Polizei, Krankenhaus, Alkohol, Gras). Ich kann Ihre Sorge als Eltern verstehen. Sie möchten Ihren Sohn vor unüberlegten Aktionen bewahren, sie trauen ihm nicht oder noch nicht zu, dass er schon wirklich so selbständig ist, dass Sie einen Auszug (wie von ihm gewünscht) unterstützen würden.
Andererseits habe ich aber auch den Eindruck - je mehr sie versuchen, ihn zu begrenzen (auch mit dem Handy), desto eher versteift sich Ihr Sohn auf seine Gegenposition dazu. Und trifft sich erst recht mit anderen, kommt nicht wie verabredet nach Hause, droht damit, abzuhauen etc.
Ich stelle mir gerade die Frage: Ihr Sohn hat ja durchaus auch Pläne und Ideen, was er (schulisch, beruflich) machen möchte. Er hat auch den Gedanken auszuziehen … hm: was wäre, wenn Sie als Familie diesen Gedanken weiter verfolgen würden….. wer hat welche Idee, wie das gehen könnte. Ob ein Wohnheim für Schüler / Auszubildende oder eine WG in irgendeiner Form etwas wäre. Auch Ihren Gedanken, ggf. mit dem Jugendamt nach einer Art betreuter WG zu schauen, den finde ich gut und wert, da mal nachzufragen.
Ja, so viel von meiner Seite und als erste Resonanz auf Ihren Beitrag.
Ich wünsche Ihnen viele weitere Ideen und hilfreiche Gedanken von den Eltern hier im Forum,
Und schicke ihnen herzliche Grüße
bke-Zita-Finke

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