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26.05.2020, 08:30 Uhr | Schnitt-chen-frau
Hallo an alle Eltern und Moderator/innen,

ich bin neu hier und es geht um die Schule meiner 17-jährigen Tochter. Sie ist zurzeit in der Q1 eines Gymnasiums. Seit Mitte März ist die Schule bekanntlich ausgefallen und es gab auch kein Lebenszeichen von ihr. Meine Tochter macht wie ihre Mitschüler nächstes Jahr Abitur und ich mache mir da mittlerweile, wie auch andere Eltern, ernsthaft Sorgen, wie das weitergehen soll.

Der Schulleiter argumentiert wie folgt, nämlich das sich die vorhandenen Lehrkräfte um den Jahrgang 2020 zu kümmern hätten, um diesen „würdevoll“ zu Ende zu bringen. Der Krankenstand sei hoch, hinzu kommt eine hohe Anzahl Lehrer, die zu Risikogruppen zählen und nicht zur Verfügung ständen. Auf die Frage, warum diese Kräfte es in den letzten Wochen/Monaten nicht geschafft haben, die Schüler aus dem Home-Office zu betreuen, gab es mit Verweis auf den Datenschutz, der nicht gewährleistet sei und die Kollegen ja schließlich krank seien und nicht arbeiten müssten keine weitere Antwort. Das Problem betrifft nahezu alle Klassen und wirklich viele Eltern interessiert das auch nicht. Aufgaben der 7- 9 Klassen werden, wenn überhaupt, einmal pro Woche öffentlich auf der Homepage veröffentlicht, manchmal auch 2 Mal und in der nächsten Woche dann gar nicht.
Nun sollte der Unterricht für meine Tochter wieder an 2 Tagen in der Woche für 5 Stunden stattfinden, meine Tochter war aber schon um 10 Uhr wieder daheim, da es „organisatorische“ Probleme gab. Ob der Unterricht stattfindet, wird morgens auf dem Schulhof mitgeteilt, abhängig davon, wie viele Lehrkräfte sich krankgemeldet haben oder wieder zum Dienst erschienen sind. Der Schulleiter sagte dazu, dass sich niemand Sorgen machen müsste, die Zulassung zum Abitur sei nicht gefährdet und er wüsste auch nicht, wie es nach den Ferien weitergeht. Auch er bekäme jeden Tag neue Anweisungen und hätte keine Glaskugel. Mails einiger inzwischen völlig genervter Eltern, die sich in Gruppen organisieren, werden von den höheren Stellen nicht beantwortet.

Was ist das aber für ein Abi, wo in der Qualifizierungsphase nahezu 3 Monate Stoff fehlen und offensichtlich niemand einen Plan hat, wie es weitergeht. Anstatt es ein wenig zu verzerren, findet der Unterricht dann für alle (Schulen) von 8 Uhr - 11.45 Uhr statt, was zu überfüllten Bussen und Gedränge an den Haltestellen führt, da E-Wagen für die Schülersonderverkehre ausgesetzt wurden. Die vorderen Sitzplätze im Linienbus sind gesperrt und an Markttagen in der Stadt sind die Busse mit Menschen regelrecht vollgepresst. Auf dem Schulgelände sorgen Ordner in gelben Westen für die Abstände. Der Schulleiter empfiehlt zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu kommen, aber was außerhalb des Schulgeländes passiert, sei nicht sein Problem … was ich anders sehe, da es sich um den Schulweg handelt. Zumal die Monatstickets weiterbezahlt werden mussten, obwohl sie gar nicht benötigt wurden. Die Entschädigung, jetzt dürft Ihr/Sie lachen: Eine Einwegmaske per Post an alle Abonnenten und einen Flyer mit Verhaltensregeln … für mich ist das alles nicht mehr nachvollziehbar

Nun aber zu meiner Frage:

Einige Eltern überlegen, eine Wiederholung der Klasse 11 zu beantragen, oder, das Abitur danach anzufechten?
Dies wurde in einem Magazin sogar angeraten, schon beim Jahrgang 2020, wenn sich der landesweite Durchschnitt, unter dem der letzten Jahre bewegt.

Eine Änderung des Bewertungsschlüssels oder Anhebung der Noten, wie es für den Jahrgang 2021 ins Gespräch gebracht wurde, halte ich fragwürdig, da es mir um den fehlenden Stoff geht. Die Aussage, keiner brauche Angst zu haben, jeder bekommt sein Abitur, glaube ich sogar, nur was ist das qualitativ Wert?

Hat jemand ähnliche Probleme oder Erfahrungen, ja auch Eure Meinungen dazu würden mich interessieren.

Vielen Dank
29.05.2020, 23:57 Uhr | Schnitt-chen-frau
Hallo marinadiezweite,

Du sprichts mir aus der Seele.
Aktuell sehe ich viele Mütter mit den Kindern im Schlepptau beim Einkaufen. Die jugendlichen sind mittlereile sogar den PC leid, wie meine Tochter heute erzählte.Nach den Ferien soll es dann, einen passwortgeschützten Bereich auf der Schulhompage geben, wo die Schüler dannmit den Lehrern kommuizieren können. Mal sehen. Bislang war das wirklich so, das die Aufgaben für die unteren Klassen nichts anderes waren, als gescannte Arbeitsblätter, die als PDF ausgedruckt werden konnten, keine ausfüllbaren PDF, wie Formulare bei Ämtern.
Meine Tochter pflegt Kontakte aus der Schule nicht nur virtuell, sondern auch persönlich. Die Freunde pflegen wiederum andere Kontakte und deren Geschwister und Eltern. Solche Ketten lassen sich kaum nachverfolgen, zumal das öffentliche Leben wieder an Fahrt gewinnt. Meine Tochter geht auch in die Fahrschule, der Unterricht ist versetzt an verschiedenen Tagen und sie sagt, es klappt besser, als am Gymnasium.
Nachbarn haben mittlerweile 2 Erwachsene Kinder wieder zuhause, die auswärts studierten. Die Uni ist online, der Studenjob weg und die Bude nicht mehr zu finanzieren. Die Eltern gehen auf dem Zahnfleisch. Ich glaube, das die Macher dieser Massnahmen den Überblick über die sozialen und wirtschaftlichen Kollateralschäden verloren haben und vor allem haben sie weder einen Plan, noch ein Konzept für das Bildungswesen. Man kann jetzt wirklich nur abwarten, was nach den Ferien passiert, aber allzu große Hoffnungen mache ich mir da ehrlich gesagt nicht.
29.05.2020, 09:32 Uhr | marinadiezweite
Hallo schnitt-chen Frau. Ich teile viele deiner Ansichten. Bin aber auch der Meinung, dass die digitale Welt nicht direkt verpennt wurde. Denn man darf es auch nicht übertreiben mit der Arbeit an der digitalen Welt. Man hat festgestellt und mir ist das auch logisch erscheinend, dass Schüler nicht einfach besser lernen, wenn mehr und mehr am Laptop erledigt wird. Grundfertigkeiten wie Lesen, Vorlesen, Schreiben, sprechend sich formulieren und korrigieren, diese kommen in der digitalen Welt voll zu kurz. Eine animierte Tafel kann viele Seiten eines guten Buches ersetzen. Sie kann auch viele Mathematikaufgaben viel anschaulicher machen. Aber eine Arbeit am Laptop ersetzt nicht das Erarbeiten und Nachvollziehen der Dinge durch einen Lehrer, der dies schließlich mal jahrelang studiert hat.
Am Beispiel Sport kann man das vielleicht sehr deutlich machen. Mein Sohn ging, wie schon geschrieben, in eine Laptopklasse. Sport am Laptop, wie soll das gehen. Haben wir gedacht. Ganz einfach, sie filmen sich zum Beispiel bei Bewegungsabläufen. Felgumschwung, beim Schwimmen den Kopfsprung und den Start zum Wettkampfschwimmen. Dieser wird dann analysiert. Ziele sind klar, erkennen, verbessern. Aber den eigentlichen Bewegungsablauf erlernt man nur durch Üben und Wiederholen. So ist es bei Mathe, beim Schreiben... .
Und es ist nicht damit getan, dass in den Schulen alle einen Laptop haben. Viele Schulen haben leider keinen einzigen Systemadministrator oder pfiffigen Lehrer, der PC- und andere Probleme irgendwie lösen kann. Ohne das ist das beste Laptopsystem nicht besonders sinnvoll.
Mit den Arbeitsblättern geb ich dir nicht ganz recht. Denn vom Prinzip her gibt es noch andere Möglichkeiten, zum Beispiel lassen sich einige Arbeitsblätter direkt am PC bearbeiten. Und dann auch so weiterleiten an den Lehrer. Da braucht nicht ausgedruckt und eingescannt werden. WAs aber definitiv hinderlich ist, ist das teilweise nicht nur megalangsame Netz sondern es gibt ja in der Tat Orte, in denen das nicht zu funktionieren scheint.
Ich finde allerdings, dass man auch weitere andere Wege probieren sollte. Ich will mich nicht zu weit aus dem Fenster lehne, bildlich gesprochen. Jedoch hat heutzutage wohl jedes Kind im Alter deiner Tochter ein Handy, mit dem es abfotografieren kann. So kann auch über spezielle Gruppen, (muß nicht WhatsApp sein) bearbeitetes völlig papierlos an die Lehrer geschickt werden. Ja, mit dem Betrügen geb ich dir auch Recht. Doch das ist wohl momentan nicht zu ändern. Es ist auf jeden Fall besser, ein Schüler klaut sich bei der Internetrecherche Lösungen als wenn gar nichts gelernt wird.
Ich bin weiterhin ein Verfechter der Meinung, dass die Schüler wieder in die Schule müssen. Weil ich mir immer vorstelle, wie lange soll das denn sonst so gehen. Es geht ja nicht so sehr um ein ''verlorenes'' Jahr. Es geht um genervte Eltern, um draußen rumlungernde Kinder und Jugendliche. Und letztendlich bleiben die, die zu Hause bleiben sollen, also nicht in die Schule sollen, ja nicht zu Hause. Sie sind draußen, sie sind unterwegs... . Warum wollen wir nicht und trauen ihnen nicht zu, dass sie in Bussen und Bahnen vorsichtig sind.
Es gefällt sicher nicht allen, was manche so darüber denken, aber ich halte diese Wenns und abers in der Schule, oh wei, wenn die zusammenkommen, oh weh, zu Hause ist ein Elternteil, der zur Risikogruppe gehört, für sehr einseitig. Denn auch die Risikogruppen sitzen nicht brav zu Hause und wagen überhaupt keine Kontakte.
Und vor allem finde ich, man kann bei sorgfältigem Verhalten nicht dann, wenn doch passiert, nicht von hätten wir mal und Leichtsinn sprechen. Irgendwann wollen und sollen alle wieder raus, oder?
Ist halt nur meine Meinung. WAs übrigens die Arbeitsblätter und Druckkosten betrifft. Ja, stimmt. Aber es nützt ja nichts, dafür braucht man in der Schule kein Kopiergeld zahlen, das ist teilweise auch ganz schön viel. Und ich glaube auch, dass viele Schüler in den höheren Klassen einfach durch dieses ganze Dilemma technisch versierter und erfinderisch werden.
28.05.2020, 22:00 Uhr | Schnitt-chen-frau
Hallo marinadiezweite

heute warnt ein Hilfswerk, welches sich um die Belange von Kindern kümmert vor einer verlorenen Generation und gravierenden Folgen für die Kinder, wenn Schulen und Kitas nicht wieder in Gang kommen. Eine 100 Prozent sichere Antwort, welchen Einfluss Schulen und Kitas auf das Infektionsgeschehen haben, wird es sicher von der Wissenschaft kurzfristig nicht geben. Aber wie lange soll das so weitergehen? Die Möglichkeit, sich telefonisch krankschreiben zu lassen, war ein riesen Fehler. Auf diesen Zug sprangen viele auf, da kenne ich einige.

Die Digitalisierung wurde doch über Jahre verpennt. Mitlerweile gibt es in jeder Regionalbahn WLAN, aber nicht in der Schule. In einem Elternbrief 10/2019 hat der Schulleiter noch vor
zuviel PC und Smartphone eindringlich gewarnt! Heute soll der Unterricht dadurch ersetzt werden. Sicherlich schwer umzusetzen. Hinzu kommt noch eine schlechte Infrastruktur in ländlichen Räumen, was die Versorung mit schnellem Internet oder Mobilfunk angeht. Nicht jedes Kind hat ein Arbeitszimmer. Um Aufgaben zu lösen, müssen Arbeitsblätter ausgedruckt , ausgefüllt und gescannt werden, um sie dann als PDF an die Schule zurückzuschicken. Es enstehen Kosten für Papier, Tinte und letztendlich wird nicht wenig Müll erzeugt. Für Familien, die in Kurzarbeit sind und auf Kante leben, nicht wenige Mehrkosten, erst Recht, wenn ein Gerät erst angeschafft werden muss, da sollte soetwas von der Schule gestellt werden und die Frage nach Kauf und Finanzierung sich erübrigen. Kann man solche Kosten eigentlich von der Steuer absetzen, wohl kaum!? Aber darum geht es letztendlich auch nicht. Die Form des Unterrichts kann den Präsenzunterricht in den Schulen nicht ersetzen. Bein ausfüllen der Blätter können die Lösungen erschummelt werden und überhaupt .

Ich sehe die Politiker an allem möglichen werkeln, nur nicht an den Schulen, dann doch lieber Wirtschaft first und die Beruhigungspille Urlaub für das Volk. Mit den Milliarden, die in manche Unternehmen gepumpt werden, hätte Deutschland das fortschrittlichste Schulsystem der Welt, oder?
28.05.2020, 08:57 Uhr | marinadiezweite
Hallo schnitt-chen Frau, auf jeden Fall ist es sehr unterschiedlich. In der Tat schaffen manche Schulen die digitalen Aufgaben viel besser als eure. Schulen, die schon seit Jahren von Laptopklasse bis zu Computergesteuerten Unterricht, dieser ist in allen Fächern zumindest immer teilweise möglich, alles da haben. An manchen Schulen ist das ganze aber auch vorbeigelaufen. Es setzt halt auch immer engagierte Lehrer voraus, die mal was versuchen. Was auf keinen Fall eine Frage des Alters ist. Meine Kinder sind schon eine Weile aus der Schule, aber die Lehrer haben sich zwar teilweise gegen Laptopunterricht gesperrt. Aber sie haben es alle in gewissem Umfang probiert. Bedeutete allerdings auch, dass jeder Schüler dieser speziellen Klasse einen eigenen Laptop hatte. Die Finanzierung war gar nicht so ein Problem. Deshalb wundere ich mich heutzutage manchmal, wie sehr da nach Geld für Laptopzuschüsse gefragt wird und letztendlich die Digitalisierung des Unterrichts trotzdem nicht klappt.
Denn ein digitaler Unterricht ist immer nur so gut, wie die beteiligten Lehrer, auch die, die augenblicklich zu Hause bleiben, sich darauf einlassen. Ich weiß nicht, ob das verpflichtend ist, denn eigentlich sind die Lehrer ja nicht krankgeschrieben. Eventuell hängt aber auch das Problem da, dass sich einige krankschreiben lassen. Dann brauchen sie natürlich nicht unterrichten. Andere, das höre ich in meiner Umgebung mehr, sind als Risikogruppe zwar zu Hause, aber sie unterstützen von da aus ihre Klasse und alle ihre Schüler. Es muss ja nicht viel sein, aber so, dass man sich anhand der Aufgaben und eines vorhandenen Lehrbuches weiter voran arbeiten kann.
Klar kann ein Schulleiter nicht die Kurse abdecken, das können nur die einzelnen Lehrer, da sie wissen, was man alles so lernen sollte. Da verstehe ich deinen Frust sehr gut und auch den deiner Tochter.
Wenn sie gut motiviert ist, würde ich ihr empfehlen, dass sie täglich sich Stoff vornimmt, den man sich selbst erarbeiten kann. Also so einen Tipp Schuljahr wiederholen, das würde ich nicht wollen. Es liegt ja nicht am Wollen der Schüler. Ich kann aber sagen, dass später ein bestimmter Stoff, der nicht gelernt wurde, keine Rolle mehr spielt. Oder im Studium problemlos erarbeitet werden kann. Ich schätze die Zukunft vor allem so ein, dass die Abiturjahrgänge des nächsten Jahres wohl das eigentliche Abitur sehr verändern müssen. Da werden sich unsere Politiker sicher was einfallen lassen, wie sie es auch in den Jahren mit dem verkürzten Abitur und der kürzeren Qualifikationsphase gemacht haben.
27.05.2020, 21:07 Uhr | Schnitt-chen-frau
Hallo,

zuerst vielen Dank für die vielen antworten.
ich habe mich nun ein wenig beruhigt und hoffe, das es im neuen Schuljahr besser funktioniert. Eine Bekannte erzählte mir, das bei Schülern, die ein Jahr überspringen, es am Ende auch nicht auf den Stoff ankommt. Es bleibt also abzuwarten, wie die Schule die Schülern an das Abi heranführt.
Es gab zwischen der Elternvertretung ein persönliches Gespräch mit dem Schulleiter, dessen Inhalt dann über eine Whats App Gruppe schriftlich kommuniziert wurde. Demnach sei der hohe Krankenstand maßgeblich dafür verantwortlich, das es nicht rund läuft. Ich habe aber auch das Gefühl, das meiner Tochter diese ungeordneten Strukturen zu schaffen machen und sie irgenwie die Perspektive verliert. Der Umgang mit den anderen in der Klasse, Ausfall der Kursfahrt, so nach Weltuntergang und hat doch alles sowieso keinen Zweck ...

Schwierige Zeit
Zuletzt editiert am: 27.05.2020, 21:08 Uhr, von: Schnitt-chen-frau
27.05.2020, 07:37 Uhr | Ruba
Hallo Schnittchen,
offenbar händelt eure Schule die Situation nicht sehr souverän. Das läuft woanders besser. Aber es sind an eurer Schule alle Schüler gleichermaßen betroffen. Insofern ist Deine Tochter nicht wirklich benachteiligt. Ich hätte mich an Deiner Stelle schon längst an die Elternvertretung gewandt. Jetzt ist der Drops gelutscht. Es ist nun Aufgabe der Lehrer im neuen Schuljahr den Stoff nachzuholen. Warte es ab. Wichtig ist, dass die Kinder notenmäßig keine Nachteile haben. Ob Unterrichtsstoff ausfällt, ist egal.
Ich kann Deinen Ärger und Deine Ängste verstehen. Dennoch kann ich Dir nur raten entspannt zu bleiben. Notfalls wiederholt Deine Tochter. Davon geht die Welt nicht unter.
26.05.2020, 11:37 Uhr | bke-Ina-Schweizer
Hallo Schnitt-chen-frau,

als eine der Moderatorinnen hier im Forum, heiße ich Sie herzlich willkommen bei der bke-Onlineberatung.

Ich kann Ihre Frustration und Ihren Ärger darüber, wie die Schule Ihrer Tochter die Situation handhabt gut nachvollziehen. Gerade in solch aufwühlenden Zeiten, in denen niemand so richtig weiß, wie es weiter geht, würden ein paar klare Ansagen und deren Umsetzung Sicherheit schaffen.

Dass auch die Lehrer und die Schulleiter von der aktuellen Krise erstmal überrumpelt sind, ist -denke ich- nachvollziehbar. Ich stimme Ihnen jedoch zu, dass es in der Zwischenzeit wichtig (und in vielen Fällen ja auch möglich) gewesen wäre, die Betreuung und Förderung der Schüler an die aktuelle Situation anzupassen. In meiner Erfahrung hängt die Art und Weise wie Unterricht weiter geleistet wird sehr stark davon ab, wie die Schule vor der Corona-Krise aufgestellt war, welche technischen Möglichkeiten zur Verfügung standen und auch wie engagiert sich die Lehrkräfte darauf einlassen mögen, etwas Neues zu probieren. Es gibt durchaus Schulen, die relativ zügig, neue Ideen zum E-Learning erarbeitet und umgesetzt haben, andere die sich (z.T. auch weil die technische Ausstattung, sowohl auf Schul- wie auf Schülerseite fehlt) schwerer tun.

Ihre Sorge um den fehlenden Stoff im Hinblick auf das Abi Ihrer Tochter nächstes Jahr, finde ich verständlich. Gleichzeitig bin ich der Meinung, dass solange diese Lücke beim Schreiben des Abis und der Notenvergabe berücksichtigt wird, den Kindern kein allzu großer Schaden entsteht. Schlussendlich werden sie sich nach dem Abi in eine Richtung "spezialisieren" sei es durch ein Studium, oder eine Ausbildung. Im Bereich, der sie interessiert, werden sie - trotz der Lücken - in den kommenden Jahren viel Wissen anhäufen und in den anderen Bereichen, wird diese "kleine" Bildungslücke meist wohl keine all zu große Auswirkung haben.

Nichtsdestotrotz stimme ich Ihnen zu, dass die Äußerungen des Schulleiters nicht besonders hilfreich scheinen und eine andere Art und Weise der Kommunikation (selbst wenn sich an den Tatsachen nicht viel ändern lässt) für die betroffenen Schüler und Eltern sicher unterstützender wirken würde.

Ich wünsche Ihnen hier weiterhin einen guten Austausch, und vielleicht die eine oder andere hilfreiche Anregung zum Umgang mit dieser schwierigen Situation.

Freundliche Grüße,
bke-Ina-Schweizer
26.05.2020, 11:10 Uhr | Schnitt-chen-frau
Guten Morgen marinadiezweite,

Danke für die schnelle Antwort.
Ich sehe das genauso, leider ist nicht bekannt, wieviele Lehrer krank sind oder nur als Risikogruppe geltend zu Hause bleiben. Desweiteren beruft sich der Schulleiter auf Datenschutz im Umgang mit privaten Mailadressen der Schüler und das Landesschulrecht. Aufgaben könnten daher nur von der Schule verschickt werden und auch wieder dahin zurück, wo sie dann ausgedruckt und in die Fächer der einzelnen Lehrer gelegt werden müssten. Warum geht das woanders, gute Frage. Weiter wird argumentiert, das die Komplexität der Oberstufe aufgrund von Kurssysthemen (GK/LK usw.) keine pauschalen Aufgabestellungen auf der Homepage ermöglichten und nur zielgerichtet erstellt werden könnten? Das es gerade in der Q1 nicht funktioniert, liege daran, das der aktuelle Abi-Jahrgang in der Prüfungsphase sei und "alle Kräfte" bindet und dann ... ja dann ... sind Ferien.
Es ist aber an anderen Schulen nicht anders, nur ärgern darf sich ja noch als Eltern. Das die Ausnahmesituation das Problem mit den überalterten Lehrern und mangelhaften Hygienezuständen zu überlaufen bringt, ist klar.

Ja frech und unverschämt stimmt. Einer anderen Mutter hat er gesagt, "beim Wein" würde er von einem schlechten Jahrgang sprechen und sie sollte sich an die Politiker wenden, er wäre das letzte Glied in der Kette. Er nicht, aber die Kinder, die eine Zukunft vor sich haben, seine Pension ist gesichert, die Zukunft der Kinder nicht ...
26.05.2020, 10:07 Uhr | marinadiezweite
Hallo schnitt-chen frau, ich würde mir um die Bewertung dieses Schuljahres nicht so viele Sorgen machen. Denn sicher ist deine Tochter nicht die Einzige, die ganz viel Ausfall an der Schule hat. Ist schon eine Ausnahmesituation. Was ich aber ganz daneben finde, sind die völlig unqualifizierten Bemerkungen eures Schulleiters. Fast schon frech und unverschämt. Dass er sagt, er kann nicht in eine Glaskugel schauen. Ha ha, das können wir alle nicht. Aber er ist ja Schulleiter, um auch mehr zu wissen als Eltern und Schüler.
Ich kenne mich nicht komplett aus, aber es ist ein Unterschied, ob jemand zu Hause bleibt von den Lehrern, weil er zur Risikogruppe gehört. Oder ob er wirklich krank ist. Ein Risikogruppenlehrer hat die Aufgabe, die Schüler weiter zu unterrichten. In einer Form, die machbar und zumutbar ist. Wenn ich höre, dass das sogar bei Grundschülern klappt, sollte es doch machbar sein, dass das bei Schülern am Gymnasium erst recht klappt.
Da ist einem Schulleiter schon zuzumuten, dass er eher als kurz vor Unterrichtsbeginn Bescheid weiss. Im übrigen haben auch Lehrer die Pflicht, sich rechtzeitig zu melden, wenn sie krank sind. Es muss doch irgendwie machbar sein, dass der Schulleiter klare Regeln präsentiert und rechtzeitig informiert.
Ob die Aufgaben momentan reichen, die deine Tochter erhält, ist schwer einzuschätzen. Ich denke, das geht vielen so. Ich glaube jedoch trotz des Dilemmas nicht, dass später jemand sagen wird, oh, warum hast du nicht gelernt. Die Situation ist ja überall nicht sehr großartig anders.
Meine Arbeitskollegen haben Grundschulkinder erste zweite Klasse, die inzwischen wohl wieder auf dem Stand eines Vorschulkindes zurückfallen vom Lesen und Schreiben her.

Treffer: 10

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