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Eltern, Jugend, Jugendliche, Pubertät, Sorgen, Probleme, Stress, Sexualität, Ritzen, selbstverletzendes Verhalten (SVV), Missbrauch, Mobbing, Schule, Beratung

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07.07.2020, 17:02 Uhr | Mona0205
Ich glaube ich muss ein wenig ausholen...
Bin mit meinem Latein am Ende.
Meine 15 jährige Tochter lügt wegen allem möglichen.
Als kleines Kind (mit 6/7) fing es an das sie oftmals traurig war und ihre Gefühle nicht beschreiben konnte. Dachte OK. Liegt bestimmt am Alter. Das hat sich bis heute so durch gezogen. Irgendwann dachte ich das es evtl an der Pubertät lasg das sie vielleicht frühpubertär ist. Irgendwann weinte sie und konnte keine Gründe nennen. Hab es dann bei der Kinderärztin angesprochen sie hat uns zu einem Psychologen geraten. War gar nicht so einfach einen Platz zu bekommen. Haben dann zumindest die Möglichkeit zu einer psychotherapeutischen Sprechstunde kommen. Diese umfasst leider nur 5 Termine. Durch corona haben wir das nicht abschließen können.
Und nun zu dem eigentlichen Problem. Sie trinkt Alkohol und ich vermute das sie auch kifft. Sie erzählt sie geht zu ihrer Freundin und ist dann aber bei irgendwelchen andern Leuten. Sie hat irgendwann einen jungen kennengelernt und kam dann auch mit ihm zusammen. Bei dem sie dann heimlich übernachtet hat. Wir haben daraufhin den Kontakt zu dem Jungen verboten. Aber ich weiß das sie sich nach wie vor mit ihm trifft. Eben heimlich. Dadurch das ich berufstätig bin kann ich nicht wirklich kontrollieren.
Ich hab immer wieder mit ihr geredet, habe ihr auch immer wieder gesagt das es für mich das schlimmste ist wenn sie mich belügt, und das es nichts gibt das so schlimm ist das man deswegen lügen muss.

Ich versuche echt für vieles Verständnis aufzubringen. Zwischen drin dachte ich auch das es nicht richtig ist den Kontakt zu verbieten aber im gleichen Moment kam raus das sie sich wieder heimlich getroffen hat.

Ich bin einfach nur verzweifelt und weiß nicht mehr weiter.
Ich bin traurig, wütend und enttäuscht
ramona
09.07.2020, 09:58 Uhr | marinadiezweite
Hallo Mona0205, du beschreibst deine Tochter. Wie sie mit 6 7 Jahren war und jetzt ist. Als 6 -jährige war sie offensichtlich oft traurig, konnte jedoch selbst ihre Gefühle nicht beschreiben. Ich glaube, das ist ziemlich normal. Wenige 6-jährige wissen richtig, warum sie traurig sind. Normal meine ich, dass man in dem Alter nicht so richtig in Worte fassen kann, was in einem vorgeht. Da hat sie kleine ''Hilferufe'' geschickt. Sie hat geweint. Also nicht zu wissen, warum man traurig ist, finde ich nicht ungewöhnlich. Aber dass man mit 6 oder 7 Jahren überhaupt traurig ist, weinen muss, das finde ich schon ungewöhnlich. Scheint so eine Art starker Sensibilität zu sein.
Aber ein Kind entwickelt sich ja weiter. Es kommt in die Pubertät und versucht sich zu entdecken. Wo will es stehen. Wer will es sein. Will es immer die Traurige ''Heulsuse'' sein? Das macht ja zu Hause Probleme, weil man dann immer befragt wird. Was hast du denn, sag doch was? In der Schule hat sie einen andere Rolle, beliebt und so weiter.
Das Mobbing lass ich mal außen vor für die Bewertung der Situation. Weil meiner Meinung nach eine 14-jährige nicht mehr sein kann wie eine 6-jährige. DAs ist völlig logisch. Aber man sollte sich auch nicht zu sehr auf das anlügen fixieren. Denn gerade, da deine Tochter das Beliebtsein sehr zu brauchen scheint, nützt ihr das Lügen wohl sehr. Durch das Lügen braucht sie nicht zugeben, dass sie momentan wohl trinkt. Dass sie gar nicht immer so lieb sein kann, wie sie von dir gern gesehen werden möchte.
Ich meine, dass ihr das Thema Lügen nicht so sehr in den Mittelpunkt stellen solltet. Klar, man muss nicht lügen, man kann seiner Mutter alles erzählen. Sie schimpft vermutlich nicht. Aber wenn man ihr alles erzählt, macht man ihr auch Sorgen. Ich meine damit nicht, dass alles toll ist, was deine Tochter macht. Aber dass du auf dem Fakt, dass sie dir ruhig schonungslos alles erzählen kann, was sie so anstellt, lieber nicht so bestehst. Sie hat im Prinzip ihre Gründe, warum sie nicht bei der Wahrheit bleibt. Wer tut das schon gern mit 15. Bringe sie nicht mehr in Situationen, wo sie dich anlügen muss. Jugendliche spüren das schon, dass sie ihre Eltern sehr sorgen und belasten würden, wenn die Eltern wie gute Kumpels alles wissen.
Auch meine ich, dass du ihr nicht mehr ''ins Gewissen'' reden solltest. Was soll das bringen. Sie fühlt sich nur noch schlechter. Und du sorgst dich nur noch mehr, weil du ja eh schon ein schlechtes Gewissen zu haben scheinst. Weil du sie nicht immer kontrollieren kannst wegen deiner Berufstätigkeit. Die Situation wäre definitiv nicht besser, wenn du zu Hause wärest und womöglich ihr immer hinterher kontrollieren würdest. Mach dir klar, dass du sie nicht dauerhaft bewachen und kontrollieren kannst.
Auch die Darstellungen, sie betrunken mit ihrem Freund, das ist nicht toll. Definitiv nicht. Aber du wolltest doch Ehrlichkeit von ihr. Das ist ja sowas von ehrlich, wenn du solche Fotos siehst. Ich Ich glaube, da braucht man gar nichts mehr zu erforschen und zu belehren. Sinnvoll wäre aber, dass sie sich immer überlegt, ob die ganze Internetwelt bei ihren Ausrutschern dabei ist.
08.07.2020, 10:49 Uhr | Schnitt-chen-frau
Hallo Mona,

auf den ersten Blick klingt das für mich alles ziemlich nach einer extremen Phase der Pubertät.

Du vermutest, das sie kifft, weist es aber nicht genau? Was weisst Du denn genau über den Jungen in Bezug auf Alkohol und Drogen? Kennst Du ihn persönlich oder haben andere Jugendliche oder deren Eltern darüber berichtet? Wie alt ist er überhaupt? Ich weis nicht, ob es wirklich etwas bringt, den Kontakt zu verbieten. Wie Du selber schreibst, treffen sie sich heimlich. Sicher gibt es da bei einer 15-jährigen Grenzen, daher auch meine Frage, wie alt er ist. Mit Grenzen meine ich jetzt diese Loverboys, die Geschenke machen und die Mädchen dann verschleppen, Excesse oder Komasaufen.

So schlimm es auch klingt, man kann da nicht viel machen. Eltern, die da hinterherrennen, machen sich im Kreis dieser Jugendlichen eher lächerlich. Theorethisch ist es strafbar, wenn volljährige minderjährigen Alkohol oder Drogen zugänglich machen. Theorethisch brauchte man ja nur vor der Schule kontrollieren und sich die, die die Mädchen aus Protzkarren ansprechen, mal genauer anschauen. An der Schule meiner Tochter waren Alkohol, Drogen und die Protzkarren immer wieder in Sitzungen des Elternrates ein Thema, aber angeblich hatte der Schulleiter das Geschehen im Blick und was sich auf der Straße abspielt, sei nicht sein Problem.

Mein Eindruck oder auch meine Erfahrng ist, das je mehr man hinterfragt, kontrolliert oder sich um Dinge kümmert, die einen "eigentlich" nichts angehen sollte, desto eher wird man angelogen. Was aber wiederum nicht heißt, da man kein Auge darauf haben sollte. Es gibt Dinge, über die ich mit meiner Tochter rede und es gibt Dinge, die halt privat, persönlich oder intim sind, die mich nichts angehen, außer sie spricht mich darauf an. Die können sich die Pille verschreiben lassen, da haben wir als Eltern kein Recht, es zu erfahren und wir können froh sein, wenn wir es erfahren. Die Frage, ob sie denn einen Freund hat oder wer der Freund überhaupt ist, ist schon zuviel ... unterm Strich können wir froh sein, das sie so veratwortungsbewusst handeln.

Manche sind auch erst geleutert, oder auch nicht, wenn sie mit dem Gesetz in Konflikt kommen.

Die Erkenntnis des "Flügge" werdens tut vielleicht innerlich weh, aber man muss es akzeptieren und irgendwie hoffen, das es am Ende gut geht, das ist der Lauf des Lebens.

Grüße
07.07.2020, 19:13 Uhr | Mona0205
.....
Zuletzt editiert am: 07.07.2020, 19:30 Uhr, von: Mona0205
ramona
07.07.2020, 19:11 Uhr | Mona0205
Vielen Dank erstmal für die schnelle und ausführliche Antwort.
Nein es gab damals keinen Vorfall in dieser Zeit der das hätte auslösen können. Sie war schon immer eher sensible , ruhig kam aber trotzdem über all gut an. Im Kindergarten war sie super beliebt. Ihre erste Klassenlehrerin hatte damala gesagt sie könnte einen stuhl in die Mitte stellen und alle Mitschüler würden sich darum reißen neben ihr zu sitzen.
Sie war sehr beliebt.
Das hat sich in der 6. Klasse schlagartig geändert. Da fing es an das sie teilweise geärgert wurde. Sie war immer eine gute Schülerin und es wurden Aussagen gemacht das sie nur so gute Noten hat weil sie so beliebt ist.

Ich würde gerne die Sprechstunde zu Ende bringen um einfach auch Klarheit zu haben. Wie ich ihr helfen kann das es ihr auch besser geht.

Dieser Junge ist bekannt für seine Alkohol und Drogenexsesse. Ich habe anfangs den Kontakt ja zugelassen. Weil ich gehofft habe das sie dadurch auch sieht OK ich vertraue ihr und verlasse mich darauf das sie mir gegenüber ehrlich ist.
Dann hat sie heimlich dort geschlafen und hat mich diesbezügliche auch angelogen. Er hat ihr auch schon vorgeschlagen mit ihr abzuhauen.
Sie selbst hat schon zu mir gesagt das sie oftmals Sachen macht/sagt um anderen zu gefallen.

Ich bin absolut dafür das Kinder ihre Erfahrungen machen. Alkohol, Drogen und auch jungs
Aber aufgrund ihrer psychischen Verfassung und das sie eben nix zuhause erzählt wenn etwas passiert.

Das mit dem kontrollieren wenn ich arbeite war so gemeint das sie mir sagt sie ginge zu ihrer freundin und ist dann bei ihm.
Eigentlich hätte ich mir gewünscht das sie sich an unsere Abmachung hält. Ich hätte ihr den Kontakt auch wieder erlaubt aber so fühle ich mich einfach verarscht.

Es gibt videos meiner Tochter. Sei es mit Jungs oder auch total betrunken. Sie hat schon geschrieben das sie mich hasst und sich umbringt wenn etwas nicht so läuft wie sie es will.
Als ich sie darauf angesprochen hab war es nicht so gemeint udn sie hat bitterlich geweint.
Ich habe noch eine weitere Tochter die fast 18 ist.
Ich habe beiden schon ganz früh erklärt was social media bedeutet und das man heute eben nicht mehr so teeny sein kann wie ich es zb war.
Ich versuche wirklich Verständnis für alles aufzubringen.

Ich vermute das sie ein ganz großes Problem hat und nicht weiß wer sie überhaupt ist.
Icb gab sie auch schon gefragt wer sie ist die brave die sie sonst zuhause gibt oder die Rebellin wie sie sich draußen gibt
Zuletzt editiert am: 07.07.2020, 19:31 Uhr, von: Mona0205
ramona
07.07.2020, 17:41 Uhr | bke-Lana-Winthers
Guten Abend Mona,
ich begrüße Sie ganz herzlich und heiße Sie willkommen bei bke in unserem Elternforum! Wie schön, dass sie den Weg zu uns gefunden haben! Mein Nickname ist bke-Lana-Winthers und ich bin eine von den Mods hier im Forum.

Sie beschreiben einige Situationen mit ihrer 15jährigen Tochter, die nicht so angenehm klingen. Sie würde Sie als Eltern ständig anlügen, schon seit sie klein ist und das Lügen geht weiter. Inzwischen hat es andere Dimensionen angenommen. Sie ist kein kleines Mädchen mehr und kommt immer mehr in die Pubertät. Wo es unter anderem heißt Loslösung von den Eltern und sich immer mehr nach ihren Freunden und eigenen Interessen orientieren. Dennoch braucht sie weiterhin eine Leitung und Unterstützung der Eltern.

Sie schreiben, dass Ihre Tochter zu lügen anfing als sie 6 oder 7 Jahre alt war. Sie konnte ihre Gefühle nicht äußern und wählte dann zu lügen anstatt die umständliche Wahrheit zu sagen. Was glauben Sie, warum es Ihrer Tochter auf einmal so schwer fiel? Ist in der Zeit etwas Besonderes in ihrem Umfeld passiert?

Sie haben sich auch schon an eine Kinder- und Jugendpsychologin gewandt, die ihre Arbeit leider nicht ganz rund machen konnte. Was heißt es für Sie und Ihre Tochter? Kann da nichts mehr nachgeholt werden? Oder zumindest ein Abschluss oder Empfehlungen, wie es weiter gehen kann. Sie können sich natürlich auch an eine Beratungsstelle vor Ort wenden um sich als Eltern beraten zu lassen.

Ich verstehe Sie zu gut, dass Sie Ihrer Tochter gar nicht mehr vertrauen können, weil sie immer wieder lügt. Auch wenn Sie das Gespräch zu ihr suchen und es ihr erklärt, scheint sie es nicht an sich ran zu lassen. Seit wann hat sich das Vertrauensverhältnis zw. Ihnen und der Tochter verändert?
Es ist nicht ungewöhnlich, dass die Jugendlichen in diesem Alter einiges ausprobieren, um einfach cool zu sein und dazu zu gehören. Was glauben Sie, was für ein Einfluss haben die Freunde auf Ihre Tochter? Kann sie sich von Angeboten (Alkohol, Kiffen) abgrenzen oder steht sie unter Gruppenzwang? Sie können sich auch in einer Drogenberatungsstelle beraten lassen (fällt mir gerade ein *whistle* ). In dem Alter ist es auch nicht ungewöhnlich, wenn der erste Freund sich ankündigt. Wie Sie es beschreiben, hat auch Ihre Tochter einen Jungen kennengelernt und trifft ihn regelmäßig. Sie trifft ihn auch dann, obwohl sie ganz genau weiß, dass sie als Eltern, was dagegen haben. Was eigentlich? Was ist das, was Sie an dem Jungen stört und Sie den Kontakt verbitten? Haben Sie den Jungen kennengelernt? Wie würde Ihre Tochter reagieren, wenn Sie sie überraschen, indem sie ihren Freund nach Hause bringen kann zum Kennenlernen oder einfach nur zu Hause abhängen?

Sie sagen, dass Sie berufstätig sind und Ihre Tochter nicht ständig KONTROLLIEREN können. Was bedeutet Ihnen Kontrolle? Was verstehen Sie darunter? Was könnten Sie ändern, wenn Sie mehr Kontrolle hätten?

Soweit dazu, was mir spontan einfiel… jede Menge Fragen, die hoffentlich anregen! Ich wünsche Ihnen noch einen guten Austausch zwischen anderen User-Eltern und uns Mods!

Viele Grüße
bke-Lana-Winthers

Treffer: 6

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