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09.06.2022, 12:25 Uhr | Christian13
Hallo Zusammen,



Ich bin alleinerziehender Vater, mittlerweile seit 10 Jahren, meine Tochter ist ein Teenager 14 J und wir verstehen uns eigentlich soweit gut. Wir haben aber Probleme vor allem wegen dem Mobile Phone. Sie wird aggressiv und vergisst alles was so anfällt für sie im Haushalt. Wir haben abgemacht, dass sie gewisse Jobs zuhause selbstständig erledigen muss. Wir haben auch vereinbart, dass das Phone nicht 24 h bei ihr ist – trotzdem es ist immer wieder kommend:
Sie spielt viel mit dem Phone und macht Ihre Jobs nicht oder nur nach dem ich den Follow up 10 mal gemacht habe. Es gibt dann Momente wo wir streiten und ich ihr das Phone wegnehme für einige Tage. Siehe da, sie ist wie ein umgekehrter Handschuh, nett, anständig, macht ihre Ämter… und dann geht’s von vorne los nachdem sie das Phone wieder hat.

Ich bin mit meinem Latein am Ende, ich überlege ernsthaft, das Phone zu verkaufen und ihr ein Handy ohne Smart Funktion zu kaufen. Ist das denn die einzige Lösung?

Vielen Dank

Christian
09.06.2022, 14:04 Uhr | bke-Stephan-Bäcker
Hallo Christian,

willkommen im Elternforum der bke-Onlineberatung. Mein Nickname ist bke-Stephan-Bäcker und ich gehöre zum Moderationsteam. Sie haben beiden Pole des Smartphones sehr anschaulich beschrieben, "Fluch - oder Segen"? Meiner Meinung nach ist das mobile Telefon tatsächlich beides. Es ist DIE Kommunikationsform, weltweit. Vermutlich das Gerät, was unsere Art der Kommunikation am intensivsten verändert hat. Alle unsere Freundinnen und Freunde, der KollegInnenkreis, die Schule, sogar Menschen, die wir nicht so mögen, sind jederzeit erreichbar. Und alle sind miteinander vernetzt. Zudem habe ich unfassbar viel Wissen mit wenigen Klicks parat. Das ist der Segen. Der Fluch ist: Kinder und Jugendliche sind noch nicht reif dafür, um ohne Regeln und Absprachen mit diesem Ding klar zu kommen.

Ihre Tochter ist 14. Sie ist voll in der Pubertät. Das Smartphone ist der wichtigste Körperteil den sie hat *wink*. Diesen wegzunehmen verursacht Angst. Sie ist dann tatsächlich abgeschnitten. Wird ausgegrenzt, auch wenn das gar nicht beabsichtigt wird. Ich bedaure diese Tatsache sehr und würde mir wünschen, dass sie Smartphobia erst etwas später einsetzt. Aber es ist nun mal so wie es ist. Deshalb empfehle ich (und das ist eine Empfehlung, aber keine Wahrheit), mit dem Smartphone weder zu bestrafen, noch zu belohnen. Es gehört dazu. Ist wirklich wichtig. Aber: Es braucht Regeln: Wann ist das Ding weg bzw. aus? Beim Essen, bei gemeinsamen Aktionen (Wandern, Spielen, Kochen, Ausflüge....). Wo schläft das Telefon? Welche Aktivitäten gibt es noch, außer zu daddeln? Mit FreundInnen treffen? Sport, Musik?

Zudem kommen natürlich auch die Pflichten, die daheim erledigt werden müssen. Ich vermute, Sie hätten darüber auch Auseinandersetzungen, wenn es keine mobilen Telefone gäbe. Ich meine mich daran aus meiner Jugendzeit, ohne Smartphones, zu erinnern, gehe darauf aber nicht näher ein, um mich nicht um Kopf und Kragen zu schreiben *hypocritically*. Helfen können klare Aufträge: Bis wann muss der Job gemacht werden? Ist er dann nicht gemacht, kann dennoch eine klare Aufforderung helfen: Mach das jetzt. Ohne schreien und schimpfen. Mit Augen- und Körperkontakt. Damit die Tochter, deren Gehirn gerade in einer großen Umbauphase ist, wirklich erreicht werden kann. Es kann helfen, darüber nochmal in Ruhe, wenn es gerade gut ist, mit Ihrer Tochter zu sprechen: Tochter, was kann ich tun, damit Du Deine Jobs erledigst? Was schlägst Du vor, was ich machen soll, wenn Du es mal vergessen hast?

Das sind jetzt meine ersten Überlegungen zu Ihrem Posting. Und ich bin gespannt, welche Ideen die anderen Eltern hier haben. Und was Sie von dem halten, was hier so geschrieben wird.

Viele Grüße schickt

bke-Stephan-Bäcker
Zuletzt editiert am: 09.06.2022, 14:06 Uhr, von: bke-Stephan-Bäcker

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