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30.12.2023, 11:37 Uhr | Tanilia
Hallo, ich weiß gar nicht wo anfangen. Seit unser Sohn 16 ist, ist Polizei, falsche Freunde, Drogen, auch Suizid Gedanken Thema. So schwer alles war, wir standen hinter ihm und liesen ihn damit nicht allein. Wir wollten das er sich Hilfe nimmt, hatten schon Termine beim Therapeuten für ihn. Ein einziges Mal ging er hin mit der Aussage dann sollen wir ihn in Ruhe lassen. Es war eine ganz schlimme Zeit für ihn, seine große erste Liebe betrog ihn mit seinem besten Freund, Also stand er von heute auf morgen allein da. In der Firma kam er nicht in der Gruppe an da er wegen einem Moped Unfall erst 2 Monate später anfing, wo sich die Gruppen schon gebildet haben. Er bekam dafür denjenigen ab der nur Ärger kannte und dadurch kam er auch zu Drogen. In dieser Zeit hatten wir auch in der Familie komplett den Draht verloren gehabt, man dachte es hat jeder sein Leben und er will seine Ruhe. Das es einfach normal ist in dem Alter. Doch anscheinend haben wir uns verloren und entfremdet. Es kam dann Schlag auf Schlag mit den ganzen Sachen, auch in der Firma hatte er nur noch Stress, lies sich von dem anderen anstiften. Bekam zwei Verwarnungen, wollte selber nicht mehr hin. Er war nur noch aggressiv, voller Hass im Gesicht. Viele Gespräche geführt, ging wieder weiter. War sehr oft krank, dachten auch das hätte etwas mit der Firma zu tun das er es psychisch nicht mehr schafft. Haben Hilfe angeboten wenn er dort weg möchte. Aber er ging weiter. Drogen versuchte er wohl alles mögliche aus. Als er wieder wegen seinem Knie ins Krankenhaus musste, versprach er mir das er NUR noch Gras nimmt, den Rest lässt er. Tja was soll man sagen. Verbieten geht eh nichts mehr. War aber sehr froh das er die anderen Dinge weg lassen wollte. Daheim bat er mich um ein Gespräch, er meinte das er sich nicht geliebt fühlt von uns. Wir redeten sehr lange, am Ende umarmten wir uns. Das war so ein schöner Moment. Diesen gab es nie wieder *sad* und das schlechte Gewissen vieles falsch gemacht zu haben, hängt bis heute nach. Nun, wir haben ihm eine kleine Wohnung eingerichtet, bei uns im Haus. Das er auch seine Freiräume hat und es ihm vielleicht auch endlich mal besser geht. Haben Anwaltskosten bezahlt, da er durch Gutgläubigkeit wo reingeraten ist und wir nicht wollten das er so bestraft wird. Wieder waren es falsche Freunde. Es ging ihm so schon so schlecht, von der Polizei wurde er behandelt wie ein Schwerverbrecher. Nun ja, ich schweife ab. Nun wird er bald 20 und es wird nicht besser. Wir dachten, wir stehen zu ihm, tun und helfen wo wir können. Kein schlechtes Wort. Doch nun fängt er schon wieder mit dem Gras an. Wo er genau weiß welche Probleme damit kommen können. Er war live dabei als sie einem Freund den Führerschein abnahmen und ihm kostete alles zusammen 8000,- bis er auch wieder zum Schein kam. Nicht daran zu denken wenn es zu einem Unfall kommt. Außerdem wohnen wir am Berg, da gibt es keine Öffis. Und er ist gerne unterwegs, das heißt er fährt viel. Ich verstehe es einfach nicht mehr, er wird 20. Hat soviel erlebt, aber nicht gelernt. Er ist auch nicht besonderlich engagiert, was arbeiten und Geld verdienen angeht. Momentan zu hause, da ab März Zivildienst. Könnte paar Monate Leihfirma. Eigentlich fanden wir es alle gut, das er von seiner Firma weg ist (nach bestandener Prüfung) wir waren der Ansicht das er deshalb immer so aggressiv und negativ ist, da er natürlich alles persönlich nimmt und die Gesellen auch kein Blatt vor dem Mund nehmen wenn jemand so oft krank ist. Doch auch das bessert seine Stimmung nicht. Er ist so negativ eingestellt und zieht mich noch mehr runter, wo ich so voller Angst und Sorge bin. Ich leide so mit ihm mit. Meine Gedanken sind 24/7 bei ihm. Habe mein leben schon lange verloren. Großeltern, sein Vater, alle lassen mich damit allein. Keiner weiß was tun, aber sie können gut damit leben anscheinend. So lang haben wir es im Guten versucht, ihn lassen, ihm beigestanden. Doch anscheinend macht es nichts besser. Sorry für den langen Text, habe versucht es kurz zu halten. Hätte gerne einen Rat, was soll ich tun? Übrigens, ich bin selber in Therapie hilft nur nicht.
07.04.2024, 11:19 Uhr | marinadiezweite
Hallo Tanilia, was ich meinte vor einigen Wochen: Dein Sohn weiß selbst nicht so recht, was er will. Da kommt ihm das ganz gelegen, dass du dich immer mal wieder verunsichern lässt.
Ich weiß nicht, ob die Verhaltensweisen, die er anführt, "beweisen", dass du ihn nicht ausreichend liebst.
Nein, eigentlich ist alles, was du für ihn tust, kein Liebesbeweis. Ich behaupte mal, dass die eigenen Kinder solche Art von Liebesbeweis nicht einfordern können.
Ich meine nicht, dass es eine Masche von ihm ist. Ich meine einfach nur, dass er bemerkt hat, wie leicht er dich da verunsichern kann. Und schon kommst du wieder ins Grübeln, ob du nicht noch viel mehr für ihn tun müsstest.
Ich habe auch das mit den schwierigen Familienverhältnissen verstanden. Frage aber mal, wie lange man da ein schlechtes Gewissen haben sollte.
So lernt dein Sohn leider nie, dass er selbst mal so langsam Verantwortung tragen sollte für sein Leben.
Du siehst ja auch, wie wenig effektiv die Unterstützung ist, die nicht auf Liebe und selbstständig werden basiert. Sondern auf schlechtem Gewissen.
Ja, aber... ist kein guter Ratgeber, wenn du ihn und vor allem dich und deine Vorstellungen mit denen anderer Eltern vergleichst.
Ich glaube, manche Gedanken solltest du für dich behalten. Wenn Opa eine Stelle für dein Kind sucht. Dann brauchst du da nicht sauer sein. Oder behalte das für dich. Die richtige Frage an deinen Sohn wäre gewesen:" Was hältst du davon?"
Es fällt dir bestimmt schwer. Jedoch lernt dein Sohn so auch, sich ein bisschen zu überlegen, was er sagt. Eure Kommunikation folgt da quasi im er dem gleichen u guten Schema.
06.04.2024, 17:45 Uhr | Tanilia
marinadiezweite schrieb:
Hallo Tanilia, du schreibst, dein Sohn fordert ja nicht erpresserisch was von euch. Ihr gebt das selbst freiwillig.
Das ist ja nicht ein offensichtliches Fordern, was er an den Tag legt. Sondern eines, was in Andeutungen besteht. Das ist viel schlimmer für dich. Du denkst sicher, dass er das nicht böse meint. Aber lass dir mal seine Hintergedanken von einem Psychologen erklären. Das hat ja nichts damit zu tun, dass er sensibel ist. Oder wirklich neben selbstverursachten Desastern auch fremdverschuldete Desaster erlebt hat.
Er hat nämlich bemerkt, dass er mit dieser Leidensmiene und den vagen Andeutungen euch ein echt schlechtes Gewissen machen kann. Die Stimmung verderben. Je mehr ihr versucht, desto letztlich auch undankbarer wird er.
Meinst du wirklich, er weiß nicht, was du finanziell und anders für ihn tust? So ein bisschen oder ganz stark dreht er an der Kindheitsschraube. Da war was und da hakt er drauf rum.
Für dich ist, finde ich, wichtig, was du jetzt von dir denkst. Wie du deine Hilfestellungen bewertet. Nicht, wie er das findet oder seiner Meinung nach immer noch braucht.
Vereinfacht gesagt hält er dich glaube ich emotional recht unter Druck, um sich die Hilfen zu erhalten.


Liebe marinadie zweite

ich weiß nicht ob du das noch liest aber heute bin ich wieder auf diesen Punkt. Und ich merke wie schnell ich ein schlechtes Gewissen habe und das Gefühl nicht gut zu sein. Ich mache soviel für meinen Sohn, das meiste im Hintergrund. Meine Sorgen und Ängste um ihn, das ist ja meines und das hilft ihm ja nicht. Doch wenn etwas ist, dann recherchiere ich zbs wieder stundenlag, will ihm behilflich sein, ihm Dinge abnehmen und zu wichtigen Dingen schupfen die sonst untergehen würden. Bin mit meinen Gedanken 24/7 bei ihm, ich weiß auch das hilft ihm ja nichts. Nun aßen wir zusammen (kommt selten vor) hatte schon wieder schlechte Laune und Stress. Dann kam eine Meldung von seinem Opa wegen einen Job wo Opa ihn den eingeredet hat und er sich erkundigen will. Ich war genervt, da Opa immer so wichtig tut. Da fauchte mein Sohn mich an, wenigstens einer scherrt sich um ihn!!!! Mir blieb echt das Herz stehen und mir kommen die Tränen. Meint er das von Herzen, glaubt er das wirklich oder was ist da los??? Und zack, schon bin ich wieder in diesen alles falsch gemacht zu haben und einfach auch jetzt viel zu wenig für ihn zu tun Denken drin und fühle mich elendig. Glaubst du wirklich, das ist eine Masche oder glaubt er das immer noch???? Seine Bemerkungen sind nicht erwachsen, sondern von einem Kind. Ich weiß einfach nicht was ich noch tun kann das er endlich sieht wie sehr ich ihn liebe
16.01.2024, 10:35 Uhr | Tanilia
Danke für den Hinweis Marinadiezweite :) ich dachte mir, es gehört so. Nein, ich dachte leider nie es geht ihm besser. Ja manchmal ist es schon eine Art Flucht auch von ihm um nicht wieder mitzubekommen das es ihm schlecht geht. Ich denke mir, er ist momentan auf einem sehr falschen Weg abgebogen , will nach außen hart wirken, vielleicht um nicht wieder verletzt zu werden. Vielleicht weil er der Ansicht ist das Mädls harte Jungs wollen :( Nur ER ist das nicht und wird auf diesem Weg wohl niemand finden. Ja es ist allgemein bekannt das diese Jungs es leichter haben. Nur, er ist das ja nicht. Ja, du hast sicher Recht das dieses BELEHREN sicher nicht gut ankommt in diesem Alter, da sie ja der Meinung sind sie wissen alles und sich da wohl wieder klein vorkommen. Es war nur der Schock seiner Aussage dazu. Wo ich denke, warum hat er das dazu gesagt??? Wegen dem ändern können, das es ihm besser geht. Nein, glaube nicht das ich das kann. Von außen hat er alles was man dazu braucht, nur bei ihm ist es im inneren. Ich denke er sehnt sich so nach einer Beziehung, nach Liebe die er von uns anscheinend nicht so bekommen hat. Aber kann man das vergleichen? Mir tut es so leid das er eigentlich im besten Alter nicht glücklich, gut gelaunt ist und einfach Spaß hat. Wegen dem nicht gezeigt haben das ich ihn liebe. Diese Aussage war damit gemeint als er noch klein war. Nicht erst mit 16. Da hätte er es nie gespürt. Und ja, ich hatte große Verlustangst meinem Partner gegenüber und ja Sohn ist da sicher zu kurz gekommen was dieses Zeigen das ich ihn lieb betraf. Auch bekam er viele wütende Momente ab, die er sicher sich die Schuld daran gab. Aber es gab auch andere Momente und wir waren für ihn immer da. Ich darf das selber nicht nur negativ sehen, sonst verzerre ich genauso alles ins negative wie er es wohl macht.
*Überleg mal, was er genau will. Wie du das bewerkstelligen könntest. Und ob du das willst. Du bist doch nicht 2 Menschen*
Was er genau will, kann ich nicht beantworten- von mir? Er fordert ja nichts. Er hat halt leider wie so viele im Leben, kein direktes Ziel. Beruflich hat er keine speziellen Interessen wo er weiß dort möchte er hin. Naja und wegen den zwei Menschen, ich bin eher bei seinem Leben als meinen und schaffe es einfach nicht ihn zu lassen......
13.01.2024, 18:57 Uhr | marinadiezweite
Hallo. Erstmal eine Anmerkung zu den letzten Beiträgen und den darin enthaltenen Kopien anderer Beiträge. Das wird sehr unübersichtlich. Man liest es und merkt dann, dass es schon eine unmerklich eingefügte Wiederholung eines Beitrages ist. Dabei geht der neue Beitragsteil unter.
Jeder kann doch selbst nochmal nachlesen, auf was sich was bezieht.
So. Deine Frage an deinen Sohn, warum er sich schon wieder tätowieren lässt. Es schmerzt dich, als er sagt, er braucht das schon wieder. Er muss anscheinend was spüren. Das tut dir verständlicherweise weh. Denn du dachtest, nun wäre es mal gut und er fühlt sich besser.
Ich persönlich würde da gar nicht in so einer Art Belehrungen Form nachhaken. Interesse ja, aber der Hinweis, dass man das nicht allzuoft machen sollte. Den kannst du dir eigentlich schenken. Weil 20jährige das wissen und sich ausserdem nichts mehr sagen lassen möchten.
Nun hast du ihn gefragt und es läuft immer wieder auf etwas hinaus, was du doch nicht möchtest: Angst haben, vorwurfsvolle Antworten, das Gefühl, dass du was falsch machtest. Dass es ihm schlecht geht, dass du was ändern müsstest, damit es ihm besser geht.
Bestimmt stimmt was nicht mit deinem Sohn. Er scheint es schwer zu haben, sich wohl und glücklich zu fühlen. Schätzt du das denn so ein, dass du daran ganz viel ändern kannst?
Als dein Sohn mal sagte, du hättest ihm nicht so gezeigt, dass du ihn liebst. Da war dein Gedanke, dass du dich ja sehr auf deinen Partner konzentriert hast.
Darf man das etwa nicht, wenn das Kind 17 oder 18 ist? Mir scheint das eine etwas kindliche Einschätzung deines Sohnes wenn man einen Mann/Partner hat, spielen Kinder irgendwann nicht mehr die erste Geige. Erwachsene Kinder sind ja auch nicht mehr dauernd zu Hause.
Überleg mal, was er genau will. Wie du das bewerkstelligen könntest. Und ob du das willst. Du bist doch nicht 2 Menschen. Du bist wie die meisten Menschen in vielen Bezügen des Lebens. Die wechseln und sich verändern.
13.01.2024, 16:10 Uhr | Tanilia
Tanilia schrieb:
bke-Lorenz-Bauer schrieb:
Hallo Tanilia,

zurück im ersten Dienst hier im Eltern-Forum nach meinem Urlaub habe ich mir Ihren ganzen Thread durchgelesen. Es wurde viel Wertvolles geschrieben, viele Anregungen und Denkimpulse. Nach der Lektüre bin ich etwas "in mich gegeangen" und habe geschaut, welche Gedanken oder Fragen ganz spontan bei mir auftauchen...

Sie hatten in Ihrem ersten Posting neben vielem Anderen erwähnt, Ihr Sohn starte im März mit dem Zivildienst. Mein geschätzter Kollege bke-Stephan Bäcker hat dann nachgerfagt, um was für einen Dienst es sich denn genau handle, denn den klassischen Zivildienst gibt es ja seit Abschaffung der Wehrpflicht nicht mehr. Offensichtlich ist der Punkt in all den Postings "untergegangen".

Heute mögliche Dienste: vorne dran der Bundesfreiwilligendienst und das Freiwillige Soziale Jahr. Der Zivildienst in Anlehnung an die Wehrpflicht war ja wie der Wehrdienst eine Pflicht. Wie schon im Namen Bundesfreiwilligendienst und Freiwilliges Soziale Jahr nicht zu überlesen ist, handelt es sich hierbei nicht um eine Pflicht, sondern um ein freiwilliges Engagament, was ja eine gewisse Motivation (welche auch immer) voraussetzt. Gerade deshalb frage ich mich, wie es dazu gekommen ist bzw. eher wie Ihr Sohn auf die Idee gekommen ist und wie er letztendlich auch an eine Stelle gekommen ist. Und natürlich bin ich auch neugierig, in welchem Bereich er sich engagieren/arbeiten wird (oder sogar möchte *cool* )?

Wissen Sie was, das ist wirklich etwas ganz Neues, was da auf ihn zukommt. Und in allem was neu ist, steckt Potential für Veränderung.

In der Hoffnung auf Befriedigung meiner Neugierde *wink* schicke ich viele Grüße in die Runde und wünsche allseits ein schönes Wochenende,


Hallo, ich weiß nicht ob ich jetzt deswegen gesperrt werde ABER wir kommen aus Österreich.
Hier ist es noch eine Pflicht und man kann gerade noch aussuchen ob Bundesheer oder Zivildienst. Also eher nicht aus eigener Motivation, außer das er sich klar war nicht zum Bundesheer zu wollen.
Zuletzt editiert am: 14.01.2024, 12:27 Uhr, von: bke-Stephan-Bäcker
12.01.2024, 11:37 Uhr | bke-Lorenz-Bauer
Hallo Tanilia,

zurück im ersten Dienst hier im Eltern-Forum nach meinem Urlaub habe ich mir Ihren ganzen Thread durchgelesen. Es wurde viel Wertvolles geschrieben, viele Anregungen und Denkimpulse. Nach der Lektüre bin ich etwas "in mich gegeangen" und habe geschaut, welche Gedanken oder Fragen ganz spontan bei mir auftauchen...

Sie hatten in Ihrem ersten Posting neben vielem Anderen erwähnt, Ihr Sohn starte im März mit dem Zivildienst. Mein geschätzter Kollege bke-Stephan Bäcker hat dann nachgerfagt, um was für einen Dienst es sich denn genau handle, denn den klassischen Zivildienst gibt es ja seit Abschaffung der Wehrpflicht nicht mehr. Offensichtlich ist der Punkt in all den Postings "untergegangen".

Heute mögliche Dienste: vorne dran der Bundesfreiwilligendienst und das Freiwillige Soziale Jahr. Der Zivildienst in Anlehnung an die Wehrpflicht war ja wie der Wehrdienst eine Pflicht. Wie schon im Namen Bundesfreiwilligendienst und Freiwilliges Soziale Jahr nicht zu überlesen ist, handelt es sich hierbei nicht um eine Pflicht, sondern um ein freiwilliges Engagament, was ja eine gewisse Motivation (welche auch immer) voraussetzt. Gerade deshalb frage ich mich, wie es dazu gekommen ist bzw. eher wie Ihr Sohn auf die Idee gekommen ist und wie er letztendlich auch an eine Stelle gekommen ist. Und natürlich bin ich auch neugierig, in welchem Bereich er sich engagieren/arbeiten wird (oder sogar möchte *cool* )?

Wissen Sie was, das ist wirklich etwas ganz Neues, was da auf ihn zukommt. Und in allem was neu ist, steckt Potential für Veränderung.

In der Hoffnung auf Befriedigung meiner Neugierde *wink* schicke ich viele Grüße in die Runde und wünsche allseits ein schönes Wochenende,
bke-Lorenz-Bauer
12.01.2024, 10:13 Uhr | Tanilia
marinadiezweite schrieb:
Hallo Tanilia, bei deinem ersten Beitrag hast du geschrieben: Bin selbst in Therapie, hilft nur nicht. Ich frage mal, was für eine Art von : Es soll helfen du dir vorstellst. Wo willst du hin, was ist dein Ziel? Geht es bei deiner Therapie um dich oder um deinen Sohn? Der Gesprächsanteil Sohn ist in deinem Leben sehr groß. Das ist ungewöhnlich. Bist du am Ende wegen ihm oder allgemein?
Schnell verfällt man in eine Situation, dass man das Leben der Kinder zu seinem eigenen macht. Weil man kein eigenes hat oder weil man noch nicht loslassen kann. Weiß ich, welche Gründe eine Rolle spielen. Auch Schuldgefühle wegen schlechter Kindheit, Geldnot, Trennung... .
Schon kleine Kinder merken schnell, wenn sie bei den Eltern da was "erpressen" können an Zuwendung, Geschenken, Zugeständnissen. Später merken sie, dass dauernd die Sätze fallen: Mein Kind soll nicht unter Trennung... leiden.
Warum aber eigentlich nicht. Man muss Kinder gar nicht vor allen Unbillen des Lebens schützen oder diese ausgleichen.
Beispiel Geld. Ist doch nicht so schlimm, wenn alle auf Urlaub oder teure Kleidung verzichten. Es gibt wirklich schlimmeres.
Auch lernen Kinder ganz gut, wenn sie Mist gebaut haben, wie sie das selbst wieder in Ordnung bringen. Egal, aus welchem Grund sie Mist gebaut haben. Das können wir Eltern ihnen ja irgendwie beibringen.
Dein Sohn ist erwachsen. Geht seine eigenen Wege. Gerne ist bei Erwachsenen Kindern beliebt, dass sie ihre Eltern auch mal Gängen. Mein Sohn hat manchmal gesagt, warum bist du nicht zuhause, wenn ich dich besuchen will. Ich meinte dann, rufe doch vorher an. Seine Antwort war, Mamas muss man doch nicht anrufen.
Mamas haben zuhause zu sei , fahren nicht weg, finden alles gut, was die Kinder machen. Ich übertreibe ein bisschen. Denn so heißen, dass irgendwann Mamas oder Eltern sagen können: jetzt hab ich keine Zeit, dies und jenes regle bitte selbst... . Auf lustige und bestimmte Art gesagt, verstehen die Kinder das dann auch. Sonst haben sie Pech.
Dieser Satz, du hast mich nicht lieb. Den würde ich überhaupt nicht so unkommentiert oder aufrechnend stehen lassen.
Ich finde, wenn jemand mir nicht mal sagen kann, woran er das festmachen, dann sagt er das nur, um Schuldgefühle hervorzurufen. Egal, ob bewusst oder unbewusst. Es ist eine Strategie, die zu funktionieren scheint.
Erinnert mich an Kinder, die meinten, sie wollen ausziehen, zu anderer Familie. Weil ihre eigene Familie doof, gemein ist. Sonstwas. Am besten, man hilft ihnen beim Koffer packen , auf lustige Art. Nur dann verstehen sie, dass Familie ein gegenseitiges Geben und Nehmen ist. (Hierbei sind nicht materielle Güter gemeint).


Hallo Marina,
sorry, habe erst gesehen das du nochmals geschrieben hast. Danke dir!
Wegen der Therapie, zuerst war es wegen meinen Verlustängsten in der Partnerschaft. Nach Jahren der Therapie hab ich das anscheinend geschafft meinen Wert ein wenig mehr zu erkennen und auch zu wissen das das Leben weiter geht, auch ohne Partner. Das machte mich stärker und mir macht es nichts mehr aus wenn er unterwegs ist oder seine Freunde vor der Türe stehen. Das war damals der Horror für mich. Durch diese Verlustangst und klammern an meinem Partner ging Nico dabei unter *exhausted* Die letzten 3 Jahre gehe ich wegen meinen Ängsten um Nico und um selber wieder glücklich sein zu können. Es wird nicht besser auch der Umgang miteinander. War sogar Hypnose, gehofft das ich da raus komme. Sicher hat vieles auch mit meiner Kindheit zu tun. Dieses Urvertrauen das alles gut gehen kann, hatte ich nie. Deshalb immer Angst. Doch wo ich das noch alles unter Kontrolle hatte (zbs Sohn zu Freund fahren usw) ging es noch. Nun halte ich mir halt immer vor Augen das mein Kind nicht glücklich ist und das bricht mir einfach das Herz. Das ich zusehen muss das er sich da immer mehr ins negative reinreitet und ich ihm nicht helfen kann. Ich weiß es nicht, wie ich das schaffen soll dieses negative nicht in mein Leben zu lassen und dadurch auch mein Leben kaputt zu machen. Ich weiß nicht ob das mit loslassen zu tun hat? Wenn ich weiß, es geht ihm gut würde ich mich so freuen für ihn und ihn ja lassen? Und ja, ich habe große Schuldgefühle, weil sehr vieles falsch war und gerade er sehr sensibel ist. Das wird vieles kaputt gemacht haben und ihn so denken und sehen lassen. Es ist leicht zu sagen- ja aber ich kann es nicht mehr ändern. So ist es auch, doch macht es sein Leben dadurch besser?
Der Satz-du hast mich nicht lieb- kam im Gespräch das er von sich aus wollte vor 3 Jahren. War auch nicht so gesagt, sondern das er nicht weiß oder nicht fühlt das wir ihn lieb haben. Er meinte auch, es kommt ihm vor als wäre ich zwei Personen. Wenn ich ihm schreib wie lieb ich ihm hab aber er das nicht von mir spürt. Darüber haben wir damals dann lange gesprochen. Und es war ja auch so, das mein Augenmerk auf meinem Partner gerichtet war.
12.01.2024, 09:46 Uhr | Tanilia
bke-Stephan-Bäcker schrieb:
Hallo Tanilia,

ich frage nochmal nach, wie es Ihnen geht. Sie haben einige Antworten hier bekommen. Ist etwas dabei, dass es Ihnen ermöglicht hat, eine neue Idee zu finden oder alles nochmal aus einer anderen Perspektive zu betrachten?

Viele Grüße,

bke-Stephan-Bäcker


Hallo Stephan, danke für die Nachfrage. Da freue ich mich. Leider ist meine Stimmung wieder total im Keller. Eine Aussage meines Sohnes reicht dafür. Merke gerade daran wieder das meine eigenen Kräfte nicht mehr vorhanden sind. Eigentlich sollte ich mich aufrappeln was auch die Arbeit angeht. Bin seit einem Jahr zuhause, keine Kraft oder Ziel als Motivation. Bin selber in Behandlung, doch es hilft nicht. Es wird immer schlimmer mit meinen Ängsten, ich leide mit meinem Sohn mit Tag für Tag. Wenn ich dann mal unterwegs bin und es gelacht wird, fühlt es sich für mich nicht richtig an. Ich weiß das ich ihn nur helfen kann, wenn es mir gut geht und ich stark bin. Doch ich komme da einfach nicht raus, im Gegenteil. Ich habe schon Angst mit ihm mal zu reden, da es immer negativ ist und ich einfach keine Kraft mehr habe. Davon das es vielleicht bei ihm eine Depression ist, will er nichts hören. Vielleicht ist es das auch nicht, doch mit seinem negativen Sein wird es nicht besser. Die Situation gestern- er wird sich noch eine Tätowierung machen sagt er. Hatte die erste vor 3 Monate. Damals meinte ich, er soll dann schon ein wenig warten aufs nächste..... Tja natürlich überraschte mich das. Bevor ich fragen konnte wohin und welche, redete er was daher mit dann kann er sich wenigstens wieder auf was freuen in seinem Leben. Er musste das wiederholen, da ich ihn nicht gleich verstanden hatte. Diese Aussage hat mir wieder die Luft genommen. Immer wieder zu hören das er nicht glücklich ist. Ich schaffe das nicht mehr.
11.01.2024, 16:53 Uhr | bke-Stephan-Bäcker
Hallo Tanilia,

ich frage nochmal nach, wie es Ihnen geht. Sie haben einige Antworten hier bekommen. Ist etwas dabei, dass es Ihnen ermöglicht hat, eine neue Idee zu finden oder alles nochmal aus einer anderen Perspektive zu betrachten?

Viele Grüße,

bke-Stephan-Bäcker
05.01.2024, 11:48 Uhr | marinadiezweite
Hallo Tanilia, bei deinem ersten Beitrag hast du geschrieben: Bin selbst in Therapie, hilft nur nicht. Ich frage mal, was für eine Art von : Es soll helfen du dir vorstellst. Wo willst du hin, was ist dein Ziel? Geht es bei deiner Therapie um dich oder um deinen Sohn? Der Gesprächsanteil Sohn ist in deinem Leben sehr groß. Das ist ungewöhnlich. Bist du am Ende wegen ihm oder allgemein?
Schnell verfällt man in eine Situation, dass man das Leben der Kinder zu seinem eigenen macht. Weil man kein eigenes hat oder weil man noch nicht loslassen kann. Weiß ich, welche Gründe eine Rolle spielen. Auch Schuldgefühle wegen schlechter Kindheit, Geldnot, Trennung... .
Schon kleine Kinder merken schnell, wenn sie bei den Eltern da was "erpressen" können an Zuwendung, Geschenken, Zugeständnissen. Später merken sie, dass dauernd die Sätze fallen: Mein Kind soll nicht unter Trennung... leiden.
Warum aber eigentlich nicht. Man muss Kinder gar nicht vor allen Unbillen des Lebens schützen oder diese ausgleichen.
Beispiel Geld. Ist doch nicht so schlimm, wenn alle auf Urlaub oder teure Kleidung verzichten. Es gibt wirklich schlimmeres.
Auch lernen Kinder ganz gut, wenn sie Mist gebaut haben, wie sie das selbst wieder in Ordnung bringen. Egal, aus welchem Grund sie Mist gebaut haben. Das können wir Eltern ihnen ja irgendwie beibringen.
Dein Sohn ist erwachsen. Geht seine eigenen Wege. Gerne ist bei Erwachsenen Kindern beliebt, dass sie ihre Eltern auch mal Gängen. Mein Sohn hat manchmal gesagt, warum bist du nicht zuhause, wenn ich dich besuchen will. Ich meinte dann, rufe doch vorher an. Seine Antwort war, Mamas muss man doch nicht anrufen.
Mamas haben zuhause zu sei , fahren nicht weg, finden alles gut, was die Kinder machen. Ich übertreibe ein bisschen. Denn so heißen, dass irgendwann Mamas oder Eltern sagen können: jetzt hab ich keine Zeit, dies und jenes regle bitte selbst... . Auf lustige und bestimmte Art gesagt, verstehen die Kinder das dann auch. Sonst haben sie Pech.
Dieser Satz, du hast mich nicht lieb. Den würde ich überhaupt nicht so unkommentiert oder aufrechnend stehen lassen.
Ich finde, wenn jemand mir nicht mal sagen kann, woran er das festmachen, dann sagt er das nur, um Schuldgefühle hervorzurufen. Egal, ob bewusst oder unbewusst. Es ist eine Strategie, die zu funktionieren scheint.
Erinnert mich an Kinder, die meinten, sie wollen ausziehen, zu anderer Familie. Weil ihre eigene Familie doof, gemein ist. Sonstwas. Am besten, man hilft ihnen beim Koffer packen , auf lustige Art. Nur dann verstehen sie, dass Familie ein gegenseitiges Geben und Nehmen ist. (Hierbei sind nicht materielle Güter gemeint).
04.01.2024, 16:27 Uhr | Tanilia
marinadiezweite schrieb:
Hallo Tanilia, definitiv kann man nicht glücklich sein, wenn ein Erwachsenen Kind unglücklich ist. Und man kann auch das Denken und Fühlen nicht abschalten. Das ist es auch nicht, was man dir als Rat gibt. Der Rat ist eher so zu verstehen, dass du deine eigenen Interessen und Bedürfnisse erfüllt. Wie das Wegfahren über Neujahr. Das war doch eine tolle Idee.
Absicht oder bewußt ist nicht die Frage. Ich will damit nicht sagen, dass dein Sohn dir absichtlich was vermiest.
Aber er vermisst dir vieles und macht ambivalent, gemischte negative Gefühle.
Du sollst ihn ja nicht im Stich lassen. Aber leider wird er nie erwachsen, solange du dir deinen Kopf über seine Fehler machst. Ein wenig redest du dir alles schön. Nämlich, dass er für nichts was kann.
Denk jeden Tag an alles, das ist bestimmt okey. Aber versuch nicht, seine Probleme zu lösen. Im Leben wird es ihm nicht besser gehen, falls er mal die richtige Freundin findet. Dass er immer so daneben greift, liegt ja auch an ihm. Er weiß nicht, was er mag und braucht. Das muss er selbst herausfinden. Da solltest du ihn nicht bestärken, dass immer die anderen Schuld sind. Hör dir das einfach nicht mehr an.
Du hast gesagt, er ist so distanziert. Ist fast normal für Menschen von 20 Jahren. Sie versuchen ihr eigenes Leben zu führen. Warum also die Distanz, aber doofe Dinge werden mit dir ausgetauscht. Sie werden doch dadurch nicht besser.
Mein krasser Tipp ist, dass du dich bei allem nun raushälst. Sag nun bloß nicht, er hat ja sonst keinen, mit dem er quatschen kann. Dafür kannst du nichts. Vielleicht muss er mal an sich und seiner Art arbeiten. Ich nehme an, dass er bei gleichaltrigen nicht besonders gut ankommt mit seiner Art


Danke erstmals, das du dir solche Gedanken machst und die Zeit nimmst für meine Probleme. Ich denke mir, vieles was mich fertig macht ist "normal" in dem Alter und ich bin entweder zu schwach dafür oder ich habe durch die letzten Jahre irgendwo mein Leben verloren. Das was ich mich besonders gekümmert hab um ihn in der Kindheit wollte ich nachholen und ihm endlich das geben was jedes Kind braucht. Hoffte wohl damit die Defizite wenigstens ein wenig ausgleichen zu können. Er hat sich aber anscheinend schon ein extrem negatives Bild seiner Kindheit gemacht was sicher nicht mehr der Realität entspricht. Es gab durchaus viele schöne lustige liebevolle Momente. Das will ich mir nicht kaputt reden lassen. Sicher sind viele Dinge was bei ihm nicht gut laufen auf den Mist der Kindheit gewachsen. Doch, ich kann das doch nicht mehr ändern. Kann nur jetzt richtig da sein für ihn wenn er mich braucht. Möchte ihm auch meine Lebenserfahrungen mitgeben, als Schutz, als Motivation? Ja auch das ist wieder ein Punkt den ich in seiner Kindheit übersehen habe, nämlich sein Selbstbewusstsein zu stärken, wäre so wichtig gewesen. Was bleibt mir außer das schlechte Gewissen und damit das Bedürfnis ihm helfen zu wollen, noch versuchen ihn stark zu machen, zu sehen was für ein toller Mensch er ist. Er sieht das nicht :( und ja ich und sein Vater haben viel Schuld daran. Auch sein Vater gab ihm nicht das was er gebraucht hätte sondern meckerte nur rum das er nichts kann. Ja traurig doch was nun. Die Zeit zurück drehen können wir nicht mehr, sagen das alles was jetzt ist nur sein Problem ist kann ich auch nicht. Aber was tun? Wegen seiner Art, er hat sich eine Schutzmauer gebaut. Freunde( oder Bekannte) hat er gsd schon. Glaube auch nicht das er da so ist, eher zu gut. Er ist ein hilfsbereiter lustiger sensibler Typ, nur für uns nicht
03.01.2024, 12:49 Uhr | marinadiezweite
Hallo Tanilia, definitiv kann man nicht glücklich sein, wenn ein Erwachsenen Kind unglücklich ist. Und man kann auch das Denken und Fühlen nicht abschalten. Das ist es auch nicht, was man dir als Rat gibt. Der Rat ist eher so zu verstehen, dass du deine eigenen Interessen und Bedürfnisse erfüllt. Wie das Wegfahren über Neujahr. Das war doch eine tolle Idee.
Absicht oder bewußt ist nicht die Frage. Ich will damit nicht sagen, dass dein Sohn dir absichtlich was vermiest.
Aber er vermisst dir vieles und macht ambivalent, gemischte negative Gefühle.
Du sollst ihn ja nicht im Stich lassen. Aber leider wird er nie erwachsen, solange du dir deinen Kopf über seine Fehler machst. Ein wenig redest du dir alles schön. Nämlich, dass er für nichts was kann.
Denk jeden Tag an alles, das ist bestimmt okey. Aber versuch nicht, seine Probleme zu lösen. Im Leben wird es ihm nicht besser gehen, falls er mal die richtige Freundin findet. Dass er immer so daneben greift, liegt ja auch an ihm. Er weiß nicht, was er mag und braucht. Das muss er selbst herausfinden. Da solltest du ihn nicht bestärken, dass immer die anderen Schuld sind. Hör dir das einfach nicht mehr an.
Du hast gesagt, er ist so distanziert. Ist fast normal für Menschen von 20 Jahren. Sie versuchen ihr eigenes Leben zu führen. Warum also die Distanz, aber doofe Dinge werden mit dir ausgetauscht. Sie werden doch dadurch nicht besser.
Mein krasser Tipp ist, dass du dich bei allem nun raushälst. Sag nun bloss nicht, er hat ja sonst keinen, mit dem er quatschen kann. Dafür kannst du nichts. Vielleicht muss er mal an sich und seiner Art arbeiten. Ich nehme an, dass er bei gleichaltrigen nicht besonders gut ankommt mit seiner Art
03.01.2024, 12:31 Uhr | bke-Ina-Schweizer
Hallo Tanilia,

vielen Dank für Ihre Ausführungen.

Sie sehen, dass Ihr Sohn leidet. Es ist für alle Eltern enorm schwierig zu sehen und zu erleben, dass es den eigenen Kindern nicht gut geht. Es macht hilflos, weil wir als Eltern es eben nicht immer "richten" können. Und weil es einem Teil von uns nicht gut geht, wenn die Kinder leiden. Das ist erstmal ganz normal.
Sie beschreiben jedoch, dass es Ihnen zurzeit eigentlich nicht möglich ist, sich emotional von Ihrem Sohn zu lösen. Sie leiden jeden wachen Augenblick mit. Und versuchen so gut es geht, das Schlechte etwas auszugleichen, indem Sie ihm so viel Gutes tun, wie Ihnen möglich ist. Das kostet unheimlich viel Kraft und bringt ein Ungleichgewicht mit.

Sie fragen sich, ob Sie glücklich sein können (oder dürfen?), wenn es Ihrem Sohn so schlecht geht. Die simple Antwort ist: JA. Viel komplexer ist die Frage (und die Antwort darauf) WIE das möglich ist.
Ein erster Ansatz wäre meiner Meinung nach, dass Sie versuchen, sich etwas aus dieser emotionalen Verbindung (Sie sprechen sogar von Abhängigkeit) zu lösen. Auch das ist einfacher gesagt als getan. Ein erster kleiner Schritt wäre vielleicht sich eigene Emotionen wieder zuzugestehen. In diesem Augenblick, wenn Sie nicht wüssten, wie es Ihrem Sohn geht, wie würde es IHNEN gehen? Oder welche Stimmung würden Sie sich heute wünschen? Welche Farbe hätte der Himmel, passend dazu? Was ist Ihre Lieblingsmusik, Ihr Lieblingsfilm, Ihr Lieblingsbuch, in das Sie einfach Mal eine Stunde "abtauchen" können? Wie geht es Ihnen dabei?
So können Sie wieder fühlen, wie es IHNEN geht. Nicht Ihnen als Mutter, sondern Ihnen als Tanilia.

Sie schreiben, dass Sie nicht glauben, dass er berechnend die Leidensmiene aufsetzt. Das möchte ich ihm auch nicht unterstellen. Gleichzeitig hat sich eine gegenseitige Abhängigkeit ergeben, die Ihnen beiden nicht mehr zu helfen scheint. Sie können am Verhalten Ihres Sohnes von außen wenig ändern. Sie können jedoch an Ihrer eigenen Haltung und Ihrem Verhalten etwas ändern. Und das wird sich auf sein Verhalten auswirken.
Was wünschen Sie Ihrem Sohn? Welche Fähigkeiten möchten Sie ihm für seinen Lebensweg mitgeben? Was müsste er lernen, damit er eigenständig und eigenverantwortlich sein Leben in die Hand nehmen kann? Eigenverantwortung bedeutet nicht, dass man gar keine externe Unterstützung mehr braucht, und alles selber schaffen muss, aber dass man die Überzeugung entwickelt, mit dem eigenen Handeln etwas bewirken zu können.
Einfacher als zu überlegen, welche Hilfe oder Unterstützung Sie einstellen wollen, ist es vielleicht sich zu fragen: Was trauen Sie Ihrem Sohn zu? Was kann er selber schaffen und erreichen?

VIele kraftvolle Grüße,
bke-Ina Schweizer
03.01.2024, 10:12 Uhr | Tanilia
bke-Stephan-Bäcker schrieb:
Hallo Tanilia,

willkommen im Elternforum der bke-Onlineberatung. Mein Nickname ist bke-Stephan-Bäcker und ich gehöre zum Moderationsteam.

Puh, ich bin schwer beeindruckt, wie lange Sie das Ganze schon aushalten. Ihr Sohn ist "auf die schiefe" Bahn geraten. Und Sie haben alles dafür getan, dass er, obwohl er auf dieser Bahn herumrutscht, nicht in den Abgrund fällt. Ich bin mir sehr sicher, dass das lange ganz wichtig für ihn war. Und dass Ihr Sohn auch genau weiß, wie viel Sie für ihn getan haben, auch wenn er es gerade nicht zugeben kann. Und warum sollten Sie das getan haben? Aus Ihrem Posting geht ganz klar hervor: Weil Sie ihn lieben. Ob er das weiß? Auch davon gehe ich aus. Das wird er Ihnen aber erst dann wieder sagen können, wenn er sich gefangen hat. Und jetzt kommt das doofe: Es kann niemand sagen, ob er sich wieder fängt.

Sie schreiben, er beginnt im März einen "Zivildienst", ist das ein freiwilliges Soziales Jahr oder Bundesfreiwilligendienst? Es ist gut, dass er das macht. Und die Hoffnung ist berechtigt, dass er durch eine regelmäßige Aufgabe vielleicht auch wieder ins regelmäßige Leben zurückfindet.

Was können Sie jetzt tun? Wenn ich marinadiezweite richtig verstehe, empfiehlt Sie: Sie sollten Ihr eigenes Leben wieder in die eigene Hand nehmen. Dadurch wieder Freude und Kraft finden. Und Ihrem Sohn klar sagen, wo Sie ihn noch unterstützen und wo nicht mehr. Also die Empfehlung, loszulassen, dennoch da zu sein, aber nicht mehr für alle Schwierigkeiten.

Können Sie mit diesen Gedanken etwas anfangen? Falls ja, bräuchte es eine konkrete Umsetzung: Wo ist jetzt Stopp für Sie? Wo gehen Sie nicht mehr mit? Und was werden Sie die nächste Zeit unternehmen, dass es Ihnen gut geht? Was haben Sie schon lange nicht mehr gemacht und würde Ihnen Spaß machen?

So viel zu meinen ersten Gedanken

Ihnen schicke ich viele mutmachende Grüße

bke-Stephan-Bäcker



Hallo Stephan Bäcker, Ich denke, es wird mir erst wieder gut gehen wenn es auch ihn gut geht. Und das macht mir Angst, das ich so abhängig bin. Doch kann man glücklich sein, wenn es das eigene Kind nicht ist, dafür Drogen braucht? Und sich vielleicht sein Leben verhaut?
03.01.2024, 10:07 Uhr | Tanilia
bke-Ina-Schweizer schrieb:
Guten Abend Tanilia,

das hört sich nach einer sehr schwierigen und wohl auch schon recht festgefahrenen Situation an. Schön finde ich, dass Sie bei aller Schwierigkeit erkennen, dass Ihr Sohn im Kern sehr sensibel und seine Aggressivität und Abweisung ein Selbstschutz ist. Auch wenn das die aktuelle Lage nicht vereinfacht und die Kommunikation nicht leichter macht, erlaubt es Ihnen vielleicht trotzdem, immer wieder eine zugewandte Haltung einzunehmen.

Sie schreiben, dass Ihr Sohn einerseits keine Forderungen an Sie stellt. Andererseits haben Sie das Gefühl, ihm nichts recht machen zu können. Was bräuchten Sie, damit Sie sich von der Idee, Ihrem Sohn "alles" Recht machen zu müssen etwas lösen könnten?

In Ihrer ersten Nachricht schreiben Sie, dass Sie 24/7 in Gedanken bei Ihrem Sohn sind. Gibt es Ausnahmen? Was sind Momente im Alltag, in denen Sie bei sich sein können? Was tut Ihnen gut?

Ich wünsche Ihnen, dass Sie im neuen Jahr immer wieder Momente für sich schaffen können, wo Sie etwas auftanken können.

Viele Grüße,
bke-Ina Schweizer


Liebe Ina Schweizer,
Ja das ist eine gute Frage was ich brauche um von dieser Idee und dem Gefühl wegzukommen. Ich denke immer, ihm geht es eh so schlecht in so vielen Dingen. Gerade was eine Freundin angeht was er sich so wünscht, aber immer wieder die falschen erwischt. Das ich ihm viel gutes tun möchte, das es ausgleicht
Wann ich nicht an ihn denke, wenn ich schlafe. Deshalb ist das momentan das schönste für mich. Traurig aber wahr.

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