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15.01.2024, 12:07 Uhr | marinadiezweite
Angeregt durch einen Beitrag hier habe ich mir Gedanken gemacht zum Ablösen. Loslassen und Loslassen müssen trifft es nicht. Eltern müssen nicht Loslassen. Es gibt keinen Zwang dazu. Wenn Eltern meinen, dass sie das brauchen, ihre Kinder im Erwachsenenalter noch in verschiedenen Formen zu unterstützen, können sie das ja tun.
Die Frage ist, wollen die Kinder oder die erwachsenen Kinder das? Ist das gut für sie?
Es hat Folgen, wenn Eltern das tun. Ein Kind könnte selbst herausfinden, was es alleine bewältigen kann. Beispielsweise kann man viele Konflikte bei der Ausbildung schon selbst lösen. Besonders ist es verständlich, wenn Kollegen sauer sind, weil man häufig fehlt.
Da geht es um die Arbeit, die die anderen mitteilten. Oder manchmal auch die Art, wie (nicht nur junge Leute) sich krankmelden.
Ist irgendwie logisch, dass sich Mitarbeiter nicht beliebt machen. Einmal nur verstehen, dass sich das Leben nicht nur nach fehlenden Kollegen richtet.
Den Rest können schon 17 oder 18jährige selbst ganz gut regeln. Denn es ist ihre Arbeitswelt, nicht die der Eltern.
Ablösen trifft es vielleicht eher. Von Seiten der Jugendlichen. Denn sie müssen sich Ablösen. Sonst können sie als Erwachsenen kein eigenes Leben führen.
Manche junge Menschen haben glaube ich eine starke Aösetendenz: Alleine klarkommen und so weiter. Andere erhalten sich gerne noch Privilegien, Mitleid, finanzielle Unterstützung... .
Ich sag mal, müssen tun wir Eltern das nicht. Entscheiden wir uns dafür, muss nicht gleich die ganze Verwandtschaft das auch so machen.
Ist ja auch recht schade, Da ein Kind dann immer ein,, armes Kind,, bleibt, das dauernd hilflos ist.
Ablösen heißt für mich verändern. Kinder werden selbst Eltern, ziehen weg, verlieben sich. Distanzieren sich von ihren Erzeugern. Und so dürfen, finde ich, auch Eltern eine neue Rolle einnehmen. Und diese einüben.
Ist einfach so, dass manch ein Abgrenzungsprozess von Seiten einer Mutter nicht immer leicht ist. Aber er ist nötig und gehört doch dazu, oder?
18.01.2024, 10:24 Uhr | bke-Ina-Schweizer
Guten Morgen liebe Eltern,

ich schließe mich der Ausführung von marinadiezweite an. Wir entlassen unsere Kinder nicht zum 18. Geburtstag urplötzlich in die Eigenverantwortung. Viel mehr findet Ablösung und Verselbständigung von Anfang an statt und entwickelt sich ständig weiter. Ein Kind mit 10 Jahren z.B. ist auf andere Weise auf seine Eltern angewiesen, als ein 5-Jähriges und in gewißen Bereichen sehr viel selbständiger und selbstverantwortlicher. Ein 15-jähriges noch mehr. In immer mehr Belangen trauen und muten wir den Kindern zu, eigene Entscheidungen zu treffen und eigene Erfahrungen zu machen. Zu welchem Zeitpunkt genau welcher Ablösungsschritt erreicht wird, ist von Kind zu Kind unterschiedlich und auch abhängig von der Eltern-Kind-Interaktion.

Genau wie die Eigenverantwortung nicht mit dem Vollenden des 18. Lebensjahres anfängt, muss auch die Unterstützung der Eltern nicht mit Erreichen der Volljährigkeit komplett aufhören. Die Eltern können weiterhin mit Rat und Tat zur Seite stehen (vor allem, wenn sie danach gefragt werden). Oft bleiben Eltern auch ein Leben lang wichtige Bezugspersonen für ihr Kind und das ist ok so. Dann ist es gut, wenn sich das hierarchische Gefälle der Eltern-Kind-Beziehung mit den Jahren zu einer ebenbürtigen Beziehung auf Augenhöhe entwickeln kann.

Tanilia stellt die interessante Frage, wie man merkt ob die elterliche Unterstützung hilfreich oder kontraproduktiv ist. In Bezug auf die Verselbständigung und die Förderung der Eigenverantwortung könnte man dazu vielleicht sagen: hilfreich ist, was das Kind befähigt, seine eigenen Kompetenzen zu entdecken und zu erleben. "Hilf mir, es selbst zu tun." hat Maria Montessori als einen ihrer Leitsätze formuliert. Den finde ich dazu ganz passend.

Ich bin gespannt auf Ihre Gedanken.

Viele warme Grüße in diesen verregneten Vormittag schickt,
bke-Ina Schweizer
16.01.2024, 14:28 Uhr | marinadiezweite
Hallo Tanilia, natürlich ist ein Jugendlicher mit 18 nicht ein fertig entwickelter Mensch. Schon gar nicht an diesem Datum. Das hab ich ja schon mal damit ausgedrückt. Es ist ein langer Entwicklungs- und Erziehungsprozess.
Wenn man aber bei Kindern einige Dinge durchgehen lässt, die sie eigentlich in dem Alter lernen sollten. Dann spielt 10 Jahre später keine Rolle mehr, ob es wegen Vernachlässigung, mangelnder Liebe oder einem Störungen bockig Kind nicht geklappt hat.
Beispiel aufräumen. Manche Kinder können und wollen es, andere nicht. Einem Kind von 10, vielleicht von 12 kannst du ganz gut Hilfe anbieten. "Ich wasche gerade, hast du auch was?" . ""Brauchst du Hilfe, ich hab hier mal paar Müllsäcke?"
Auch zusammen dabeigehen geht bei manchen Teenis.
Dann aber bei 16 17jährigen ist die Zeit der Einwirkungsmöglichkeiten glaube ich vorbei.
Aber auch die Zeit des Bettelns, des Wegräumen durch Eltern.
Nein, auch ich könnte das nicht gut ertragen, einen jungen Sohn zu haben, der sich zumüllt. Oder Mist baut.
Ich kann darunter leiden, auf jeden Fall. Wer kann sich schon ein freuen, dass eines der Kinder sein Leben anscheinend gar nicht auf die Reihe kriegt.
Ich könnte natürlich auf das schauen, was ich gut gemacht habe. Was mein Kind gut kann. Ich könnte bei einem 20jährigen gar nicht mehr alle seine oder ihre Baustellen reparieren. Das ist der Punkt: Diese Schuldgefühle und Vorwürfe, die bringen niemanden weiter.
16.01.2024, 12:13 Uhr | Tanilia
Ich denke es ist für viele schwer die Verantwortung die man seit Beginn der Schwangerschaft für das Kind übernahm, abgeben zu können. Es hört sich ja toll an ab 18 seit ihr selbst verantwortlich. Ja, sie müssen sich selbst verantworten zbs vor Gericht. Das können Eltern dann nicht mehr übernehmen. Doch was ist mit dem Leben, wenn ein Kind nicht glücklich ist, auf dem falschen Weg ist, sich selbst zerstört. Da zu sagen, ja ist ja denen ihre Verantwortung ob sie ihre leben verkorksen. Auch sehr schwer zuzusehen wie sie ihre Wohnung vermüllen lassen und nicht in die Gänge kommen. Mein Sohn, würde ich behaupten ist ziemlich intelligent doch grottenfaul. Auch kann es natürlich psychisch sein, da er nicht glücklich ist. Zu wissen wann wäre unterstütze sinnvoll und wann eher kontraproduktiv ist sehr schwer zu unterscheiden, finde ich.
15.01.2024, 19:11 Uhr | bke-Lana-Winthers
Einen wunderschönen guten Abend in dieser Runde (auch wenn wir noch hier zu zweit sind)! *bye*

Marinadiezweite Sie sprechen ein sehr wichtiges Thema für alle Eltern an und gleichzeitig mir aus dem Herzen! *singing*
Immer wieder ist das Thema Pubertät, Loslassen, Ablösen, Selbständigkeit und Vertrauen ein Thema bei mir in der Beratung vor Ort. Häufig erlebe ich Eltern, die sich über die Unselbständigkeit ihrer Kinder beklagen, aber auch alles dafür tun (natürlich nicht böswillig und unbewusst), dass die Kinder/Jugendlichen sich in Richtung Selbständigkeit nicht entwickeln können. Gerne übernehmen die Eltern die Aufgaben, Entscheidungen und auch mal Verantwortung ihrer Kinder auf sich. Damit man dem Nachwuchs etwa unangenehme Erlebnisse erspart. Aber auch diese sind für unsere Kinder notwendig, um zu lernen irgendwann selbstbewusst auf eigenen Beinen zu stehen.

Wie denken Sie liebe Forumis? Was fällt den Eltern besonders schwer in dieser Phase? Was brauchen die Kinder von Ihnen?

Ich bin sehr gespannt auf Ihre Antworten und schicke neugierige Grüße
bke-Lana-Winthers

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