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13.02.2013, 12:39 Uhr | quaese
Hallo,
nun muß ich mich doch mal an eine Hilfestelle wenden.

Es geht um die Tochter meines Mannes. Ich glaub, ich muß mir eingestehen, dass ich sie einfach nicht mag.

Kurz zur Rahmeninfo: Mein Mann und ich sind seit Ende 2010 zusammen. Wir sind im April 2012 zusammengezogen und haben im August des selben Jahres geheiratet.

Am Anfang dachte ich, es liegt an ihrem Verhalten, das ich mich schwer tue mit ihr. Aber man muß sagen, dass es die letzten Wochen sehr gut klappt. Und mein Mann und ich sehr zufrieden sein könnte. Aber an meinen Gefühlen diesem Kind gegenüber hat sich nix geändert.

Ich habe dieses Kind mit 8 Jahren kennengelernt. "Erziehungstil" meines Mannes und seiner Eltern, im Gegenzug zu meinem, hätten unterschiedlicher nicht sein können. Es wurde nichts von diesem Kind erwartet, sie brauchte nur ne Schnute ziehen oder mächtig Theater machen, und schon hat sie bekommen was sie wollte. Die Selbständigkeit ging gegen null.
Ein Beispiel: Mein Mann hat öfters verschlafen. Das Kind ging an diesen Tagen nicht in die Schule. Da sie nicht geht, wenn sie zu spät kommt. Das wurde widerspruchslos hingenommen.
So etwas gabs bei mir nicht. ( Mein Sohn wird jetzt im Februar 9 Jahre alt)

Genauso wie jeder Versuch eines Familienausflugs mit schlechter Laune endete, da seine Tochter es verstand, immer wieder Theater wegen Nichtigkeiten zumachen.

Zudem habe ich angeraten, sie in den Hort zu schicken, was mich wiederrum bei seinen Eltern unbeliebt machte. Ohne das sie mich zu dem Zeitpunkt kannten. Auch habe ich angeraten, das sie wieder Kontakt zu ihre Mutter hat, und zwar alle zwei Wochen regelmäßig. (Was sich leider als nicht sonderlich positiv entwickelt hat)
Auch hat sie keinen Schultag mehr verpasst, da ich meinen Mann, jeden morgen telefonisch geweckt habe.

Trotz der ganzen Umstände haben wir dann beschlossen zusammen zuziehen. Da ich einen gut gemanagten Tagesablauf hatte, habe ich den hier auch weiter gefürth. Und die Regeln und Fixpunkte, wie pünktliches losgehen zur Schule, Mittagessen und Abendessen zur gleichen Zeit, haben schon durchaus positiv auf das Kind ausgewirkt. Und wie gesagt, seit Anfang des Jahres kann man dann doch auch mal Familienausflüge machen, an denen man Spaß hat.

Und trotzdem bekomme ich es nicht hin, dieses Kind zu mögen. Sie ist ja nicht verkehrt, aber ich habe langsam keine Kraft mehr, gegen den Einfluß der Mutter, deren großen Tochter und den Eltern meines Mannes anzugehen.
Es geht mir mit manch einem Erwachsenen auch so. Ich mag ihn nicht, kann aber auch nicht genau begründen warum.
Ich möchte dieses Kind nicht mehr erziehen und auch keine Verantwortung übernehmen. Irgendwie reicht es mir. Es ist ja doch egal was man sagt oder tut. Das was man sagt, ist egal, weil ja nur der Mutter und der großen Schwester geglaubt wird. Und was man tut, ist ja eh nie gut genug, weil es muß ja immer noch mehr sein. Mein Sohn ist natürlich dabei, sich dieverse Eigenarten anzueignen, bzw. auszuprobieren. Womit er aber bisher , keinen Erfolg hatte.

Ich bin es leid. Ich will es einfach nicht mehr. Ich mag nicht mehr hören, was seine Eltern gegen mich sagen, oder was sie schon wieder an unserem Familienleben zu kritisieren haben. Ich hab das Mitleidsgetue der Mutter gegenüber dem Kind satt, die ihr eigenes Kind erst wieder sieht, seitdem mein Mann da hinterher ist. Die ersten zwei Jahre nach der Trennung, hat sie ihr Kind etwa fünfmal gesehen.

Dazu kommt, das ich mich für meine Gedanken ihr gegenüber schäme. Ich will nicht so denke. Letztendlich kann sie ja auch nix für, wie sie ist. Irgendwie muß es ja einen Weg geben, wie wir miteinander umgehen.
Eine Trennung von meinem Mann ist keine Option, bzw. die allerletzte. Das sie zu ihrer Mutter geht, ist auch keine Option. Nicht bei dieser Mutter. Auch, wenn sie nichts sehnlicher will.
Ich möchte einen Weg finde, wie ich mit diesem Kind umgehe. Wie ich meine Emotionen nicht hochkommen lasse. Wie ich einfach von ihr emotional Abstand nehmen kann ohne sie zu ignorieren oder respektlos zu behandeln. (Wobei Respekt für das Kind eh ein Fremdwort ist)

Mein Mann geht meine Einstellung zu seiner Tochter. Ich war da immer ganz offen mit ihm. Das ich sie aber möglicherweise einfach nicht mag, dass weiß er noch nicht. Seitdem mir dieser Gedanke in Sinn gekommen ist, bin ich immer wieder kurz vorm heulen, weil ich nicht will das es so ist.

Es ist ja auch für sie nicht gut. Sie merkt das ja schließlich auch. Ganz blöd sind Kinder da ja auch nicht. Auch mein Sohn merkt natürlich meine innere Anspannung ihr gegenüber.
Ich weiß gerade nicht was ich denken soll , oder wohin ich gedanklich gehen soll. Ich möchte nicht das meine Ehe, daran scheitert. Ich bin noch nicht bereit aufzugeben. Aber im Moment fühle ich mich einfach überfordert.
Vielleicht haben sie ja eine Idee.
Da ich die Erwachse bin, weiß ich das da bei mir Handlungsbedarf ist. Das ich bei mir was ändern muß. Ich will meinen Mann nicht verlieren. Und das was wir uns aufgebaut haben und die Beziehung die wir führen, ist das was ich wollte.
Also muß es auch einen Weg geben.

Ich glaub ich bedank mich jetzt erstmal fürs Lesen.
Es hat gutgetan, dass mal alles aufzuschreiben, auch wenn mir beim Schreiben immer wieder die Tränen gekommen sind.
ABer das zeigt mir auch, dass es mir wirklich nahe geht.
02.03.2017, 18:36 Uhr | blossomtree
Mich würde interessieren, die das Ganze ausgegangen ist..
Ich habe eine ähnliche Situation erlebt in meiner letzten Beziehung. Das Drama in meinem Leben war, dass das Kind in Italien lebte und in den Sommerferien drei Monate bei uns war. Ich habe vier Jahre in dieser Beziehung ausgehalten, das Kind gefördert und ihr auch Zuwendung geschenkt.
Aber ich habe mich dann schließlich doch entschieden, die Beziehung zu beenden. Wenn man einen Menschen im Alter von 12 Jahren nicht mag, und auch mi 16 nicht wird das meines Erachtens nichts mehr. Vor allem: das Kind bleibt IMMER IMMER IMMER...
Ich bin jetzt seit einem Jahr aus der Beziehung und zünde täglich eine Kerze an, dass ich diesen Schritt machte und mich befreit habe.
Und das kann ich jedem nur empfehlen.
16.04.2013, 21:05 Uhr | aphrodite
Hallo qaese,
Bei uns ist die Situation umgekehrt gewesen, d.h. ich habe 2 Kinder in die Ehe mitgebracht und wir haben jetzt noch 1 gemeinsame Tochter. Mein Mann hat alles versucht, aber meine große Tochter 17(damals 7), kam einfach nicht mit ihm klar und wollte sich auch von ihm nichts sagen lassen. Das ganze hat auch die Beziehung ganz schön belastet, sowohl unsere als auch die zwischen meinem Mann und meiner Tochter. Geändert hat sich das erst, als er sich zurückgezogen hat und sich aus allen Erziehungsfragen raus gehalten hat. Alle Entscheidungen, die sie betreffen, fälle ich allein auch wenn er weiterhin jederzeit für sie da ist wenn sie ihn braucht. Vielleicht solltest du auch deinem ganz klar die Verantwortung für sein Kind überlassen, ohne dem Kind gegenüber gleichgültig zu sein natürlich. Schließlich scheint er ja auch Unterstützung von seiner Familie zu haben und das Kind hat eine Mutter, zu der es ja auch wieder Kontakt hat (alles Dinge, die bei uns nicht vorhanden sind, mein Mann und ich sind völlig auf uns allein gestellt) Du solltest auch offen mit dem Kind sprechen, ihm sagen, dass du nicht die Mutter ersetzen willst die es ja hat aber immer für es da sein willst, wenn es dich braucht und gerne ein freundschaftliches Verhältnis mit ihr hättest. Bei uns funktioniert das jetzt seit Jahren und das Verhältnis zwischen meinem Mann und meiner Tochter hat sich total gebessert. Sonst wäre vielleicht wirklich noch unser Ehe daran zerbrochen. Ich wünsche dir auf jeden Fall, dass ihr eine Lösung findet, mit der es euch allen gut geht!!! *bye*
18.02.2013, 08:33 Uhr | quaese
Hallo Ihr Lieben...

Erstmal etwas zu den Beiträgen:

@Marina2006: Also mein Sohn kommt ganz gut mit ihr kar, kann aber oft das Theater nicht verstehen, dass sie macht. Aber ansonsten, klappt es mit den beiden gut.
Das ich mich aus der Schußlinie nehme und auf den Papa verweise, ist eine gute Idee. Mach ich zwar schon in Ansätzen, aber sollte ich doch mehr tun. Ich muß dazu sagen, das sie schon auf mich hört. Und es zwischen uns so gesehen, keine Probleme gibt. Sie weiß, das ich Konsequenzen auch auch durchsetze und zwar ohne zu diskutieren. Wie gesagt, im Moment kann ich mich nicht wirklich wegen ihrem Verhalten beschweren. Deswegen ja meine Angst, das ich sie halt einfach nicht mag. :(


Ich habe am Wochenende ein sehr langes Gespräch mit meinem Mann geführt. Er unterstützt die Idee mit der Erziehungsberatung und dem Therapeuten und möchte da auch mit hingehen. In der Hoffnung, das man uns da Lösungsansätze geben kann.

Ich bedanke mich auf jedenfall für eure Antworten, die mich schon auch zum Nachdenken und Überlegen gebracht haben. Sollten sich Neuigkeiten ergeben, werde ich gerne wieder hier berichten.

Liebe Grüße
quaese
14.02.2013, 17:06 Uhr | bke-Jan-Jakobi
Hallo quaese

Als Moderator dieses Forums begrüße ich Sie sehr herzlich.

Sie haben von den anderen Forenteilnehmern sehr interessante und hilfreiche Antworten erhalten. Beeindruckt haben mich die differenzierten Anregungen für Sie, denen ich mich anschließen möchte.

Besonders wichtig finde ich, dass Sie sich nicht zwingen sollten, das Mädchen gerne haben zu müssen. Empfindungen und Gefühle müssen in einem wachsen und reifen und können nicht einfach auf Knopfdruck hergestellt werden. Ebenfalls sehr wichtig finde ich, dass der Vater nicht einfach die Verantwortung bei Ihnen abladen kann, nur weil Sie ein Mensch sind, der vieles gut managen kann. Die Hauptverantwortung für das Mädchen haben weiterhin die leiblichen Eltern und nicht Sie.

Unterstützen möchte ich auch Ihr Vorhaben, sich psychologische Hilfe und Unterstützung zu suchen. Einen sehr einfachen Zugang dafür finden Sie in einer Erziehungsberatungsstelle. Auch dort sind Psychologen und häufig auch Psychologische Psychotherapeuten tätig. Zudem sind die Wartezeiten in einer Erziehungsberatungsstelle meist erheblich kürzen als bei einem niedergelassenen Therapeuten. Ich wünsche Ihnen noch weitere gute und unterstützende Antworten hier in diesem Forum.

Mit freundlichen Grüßen
bke-Jan-Jakobi
14.02.2013, 14:47 Uhr | Marina2006
Warum bleibst Du nicht einfach Du selbst? Versuch nicht zu sein, was Du nicht bist oder nicht sein kannst.

Sprich: Du bist nicht die Mutter. Aber vielleicht kann diese Distanz zwischen dem Kind und Dir ja auch Vorteile bieten?
Du könntest z.B., wenn es Probleme gibt, weil sie nicht hört, Theater wegen Kleinigkeiten macht, auf stur stellt, etc. so etwas sagen wie: Pass auf. Ich bin nicht Deine Mutter. ICH finde es gerade nicht gut, was Du machst, aber ICH kann und will nicht mit Dir schimpfen. Im Zweifel musst Du das dann mit Deinem Vater besprechen, sobald er da ist.
Oft ist es ja so, das Kinder viel beeindruckter sind von dem, was jemand sagt, der eben nicht Papa oder Mama ist und sich das zumindest langfristig noch eher zu Herzen gehen lassen - aber dafür darf diese Person auch nicht versuchen, Papa oder Mama zu sein.

Denk daran, dass sie vermutlich heftig daran zu knabbern hat, dass ihre Mutter in den letzten Jahren so wenig von sich aus mit ihr anfangen konnte. Das ist ganz schrecklich für ein Kind und führt dazu, dass sich ein Kind vollkommen wert- und nutzlos fühlen kann. Das äußert sich dann in großem Theater wegen Kleinigkeiten (bin ich der/dem so wichtig, das er auch in dieser kleinen Sache auf mich eingeht) und in allgemeiner Unausgeglichenheit.

Bei dem Erziehungs-Chaos drumherum, anscheinend "doktorn" alle in verschiedene Richtungen an dem Kind rum, ist es vielleicht sogar eine tolle Idee, wenn Du Dich als mehr oder weniger neutrale, klare, sachliche Begleitung ins Spiel bringst, die dem Kind eben wegen der etwas größeren emotionalen Distanz Orientierung bieten kann.

Ansonsten würde ich Dir raten, Dich um Deinen Sohn so zu kümmern und ihn so zu erziehen, wie Du es für richtig hältst und sie immer eingeladen ist, mitzumachen (Spielen, einkaufen, Quatschen, wenn es nicht um ein Vier-Augen-Thema geht), WENN sie sich an die Regeln hält und sich einfügt. Bei einem Ausflug kann sie beim Papa weiterbocken, während Du und Dein Sohn schon mal vorgehen. Zuhause kann sie eben nicht mitspielen, wenn sie nicht verlieren kann, etc... Hausaufgaben müssen erst erledigt sein, sonst geht es eben nicht. Nicht böse oder genervt, sondern sachlich und logisch.

Und schau, dass Du Dir Freiräume für Dich ganz allein freischaufelst, damit Du mal durchatmen und entspannen kannst. Dann fällt Dir der Familienalltag auch leichter. Wenn ich sehr kaputt bin, nerven mich auch meine eigenen Kinder, das geht wohl jedem so, wenn das Kind kein Engel ist.

Wie sieht Dein Sohn die Sache? Mag er sie? Er konnte, nicht weil er muss, sondern nur, wenn er will und es von sich aus macht!, viel dafür tun, dass sie sich angenommen und gut aufgehoben fühlt. Ich war als Kind auch eine richtige Prinzessin und kann Dir sagen: ich habe das nicht gemerkt. Erst als Jugendliche wurde mir klar, wie ich mich meinen Eltern gegenüber verhalten habe und habe mich geschämt, aber ein Kind muss das auch erstmal lernen und braucht einen Erwachsenen dafür, der solche Dinge eben nicht akzeptiert und Spielpartner im gleichen Alter, die lieb sind udn mit einem Spielen, wenn so ein fieser Erwachsener einen "auf den Pott" gesetzt hat...

Alles Gute!
Marina
Zuletzt editiert am: 14.02.2013, 14:52 Uhr, von: Marina2006
13.02.2013, 20:52 Uhr | BabyOne
Hallo nochmal,

ich finde es gut, dass Du alles versuchen willst, damit es euch als Familie gut geht. Wenn Dir das gut tut, dann geh ruhig zu einer Therapeutin, das kann manchmal schon helfen.

Ich für meinen Teil habe nach vielen Jahren Patchwork den Schluss gezogen, dass manche Dinge einfach nie perfekt sein werden und dass man auch in mancher Hinsicht keine Chance hat, wenn andere Beteiligte (Exfrau oder Schwiegereltern) einem den Platz in der Familie nicht einräumen wollen. Wenn man trotzdem das Unmögliche versucht und alles perfekt machen will, reibt man sich auf. Abgrenzung ist angesagt, und ein seeeehr langer Atem - irgendwann werden die Kinder selbstständiger, und wenn man als Paar bis dahin überlebt hat, dann kommt vielleicht irgendwann eine Zeit, wo einem niemand mehr in die Suppe spucken kann...
"Gute Erziehung heißt zu verbergen, wie viel wir von uns selbst halten und wie wenig von anderen." (Mark Twain)
13.02.2013, 19:02 Uhr | quaese
Danke euch erstmal für eure Antworten.

BabyOne: Das mit dem Brief finde ich eine gute Idee. Werde ich auf jedenfall die Tage machen. Da bin ich alleine.
Das mit dem Schlußstrich ziehen ist so eine Sache. Leider rechne ich ja schon immer mit dem schlimmsten, was das ganze auch nicht besser macht. Aber irgendwie ist mein kompletter Vertrauensvorschuß in den letzten 2,5 Jahren draufgegangen.
Ich werde aber einen Termin bei einer Familientherapeutin machen, um mir da auch in meinem Verhalten helfen zu lassen.

Ich habe meinem Mann vor einigen Wochen auch wieder einen Großteil der Verantwortung übertragen. Was auch zu einem verbesserten Verhalten ihrerseits geführt hat. Die Sache ist bloß die, das er halt erst Abends gegen sechs heinkommt. Und bis zum Bett gehen ist da halt auch nicht mehr viel Zeit.

Manchmal frage ich mich, ob ich als Stiefmutter überhaupt geeignet bin. Allerdings sind halt die ganzen positiven Veränderunger von ihr, ja schon auf meine Erziehung, bzw. meine Regeln etc. zurückzuführen. Was mein Mann auch immer wieder betont, wofür er auch sehr dankbar ist. Dennoch muß er wieder mehr in die Richtung machen.

Das mit dem ärgern, weil einem nichts gedankt wird ist auch so eine Sache. Ich bin eigentlich nicht der Meinung, das Kinder (auch meine eigenes) zwingend dankbar sein müssen, da ich das meiste ja nunmal als meinen Job ansehe. Ein Danke erwarte ich vielleicht nicht. Aber doch ein wenig Respekt.

marinadiezweite: Das Mädel ist jetzt zehn. Also die Pupertät rast in riesen Schritten auf uns zu. :) Es ist schwierig, sich dem Einfluß der außenstehenden Familienmitglieder zu entziehen, da es sich massiv auf das Kind auswirkt. Gerade was ihre Mutter und ihre Halbschwester angeht. Und die Eltern meines Mannes zeigen auch immer wieder, wie wenig Respekt sie unserer Familie entgegenbringen.

Aber auch das ist Sache meines Mannes. Und nicht meine. Das muß ich noch lernen. Vorallem, ich habe das alles selber schon durch. Und auch wenn mein Ex-Mann,seine Eltern und ich , nicht wirklich freundschaftlich verbunden sind. Wird doch zum Wohle meines Sohnes gehandelt und nicht gegen mich gearbeit. Wobei das auch seine Zeit gedauert hat.

Naja, ich habe vorhin auch mit meinem Mann geredet. Und er zeigt Verständniss. Zudem werde ich, wie oben beschrieben, mir Hilfe bei einer Therapeutin suchen, um mit meinem Gefühlschaos klarzukommen. Und werde auch nächste Woche mal zur Familienberatung des Jugendamtes gehen.

Ich denke auch, das ich einfach an mir selber scheiter. Zwischen dem was ich wollte und was ich mir gewünscht habe und dem wie es letztendlich ist. Tja, die rosarote Brille abzunehmen, tut manchmal schon weh.
Aber es tut gut zu hören, das ich der Gefühle meiner Stieftochter gegenüber nicht als Unmensch abgetan werde. Denn so fühle ich mich seit ein paar Tagen.

Danke dafür. *bye*
13.02.2013, 16:55 Uhr | BabyOne
Hallo quaese,

da bist Du in einer schwierigen Situation. Ich kenne das so ähnlich, nur dass das Stiefkind nicht bei uns wohnt.

Aus Deinen Zeilen höre ich heraus, dass Du viel von Dir investiert und wenig dafür zurück bekommen hast. Du schreibst ja auch, du willst dich jetzt nicht mehr so kümmern, weil es Dir ja sowieso keiner dankt. Ich könnte mir vorstellen, dass diese Verärgerung der eigentliche Grund ist, warum Du eine innerliche Abwehr gegen das Mädchen spürst, denn sie ist ja das Symbol oder der Kernpunkt, wenn man so will, an dem alles zusammen findet - Ärger mit Verwandten ihretwegen - Arbeit ihretwegen - zu wenig Anerkennung für Dinge, die Du ihretwegen tust obwohl es eigentlich nicht Deine Pflicht oder Deine Aufgabe wäre - schlechte Benehmen von ihrer Seite.

Nun ist eure gemeinsame Geschichte ja noch nicht sooo lang und du schreibst ja auch, dass ihr Verhalten sich gebessert hat und man jetzt auch mal Spaß mit ihr haben kann. Meinst Du, Du könntest unter die Vergangenheit einen Schlusstrich ziehen und mit dem Mädchen noch einmal bei Null anfangen? Mir hat mal jemand geraten, ich sollte all die Dinge, die ich meinem Stiefsohn übel nehme aufschreiben und dann den Brief verbrennen oder vergraben. Es hat mir tatsächlich ein Gefühl der Erleichterung gegeben, all das einmal auszuformulieren und es dann bewusst "loszulassen". Vielleicht würde Dir so eine kleine Zeremonie, nur für Dich allein, auch helfen?

Der anderer Punkt ist, ich finde, dass Du durchaus zu Recht verärgert ist. Aber den Ärger solltest Du in Zukunft dahin adressieren wo er hingehört, und das ist zu einem guten Teil Dein Mann und nicht die Tochter. Wie kann denn sowas sein, dass jemand verschläft und dann das Kind nicht zur Schule schickt deswegen? Nicht nur Du bist erwachsen und musst sehen wie Du zurecht kommst, auch für Deinen Mann gilt das und er trägt ja nun einmal die hauptsächliche Verantwortung für seine Tochter. Dann soll er sich auch wie ein Erwachsener benehmen. Du selber solltest Dich (idealerweise, in der Praxis lässt sich das sicher nicht immer so umsetzen, wenn man zusammen wohnt) mit seiner Tochter nur so weit beschäftigen, als Du es wirklich willst, damit Du Dich nicht hinterher ärgerst wenn es Dir dann wieder einmal keiner dankt.
"Gute Erziehung heißt zu verbergen, wie viel wir von uns selbst halten und wie wenig von anderen." (Mark Twain)
13.02.2013, 14:08 Uhr | marinadiezweite
Hallo quaese, fast glaube ich, es ist ganz einfach. Du mußt sie ja nicht mögen, die Tochter deines Mannes. Du könntest auch deine Beziehung zu ihr ändern. Indem du sie lässt, wie sie ist. Es ist nervig und manches würde mir auch nicht passen, was du da schreibst. Aber sie ist und bleibt deine Stieftochter. Vergleich sie nicht mit deinem Sohn. Denn dadurch, dass du deine ganz guten Maßstäbe auf sie überträgst, merkt wohl jeder ein bisschen die Kritik. An der Erziehung durch deinen Mann, an ihren Defiziten.
Hab da nicht zu große Angst wegen Abfärben auf deinen Sohn. Das kann man ihm sicher klarmachen, dass du ihn erziehst und dein Mann seine Tochter. Und dass das zwei unterschiedliche Dinge sind. Verantwortlich brauchst du dich nicht zu fühlen. erziehen ist Aufgabe deines Mannes.
Wer weiß, ob sie bei Aktionen rumgenölt hat, weil ihr die Situation nicht gefiel. Das ist nicht immer nur Verwöhntsein ein Grund. Es ist auch manchmal ein leiser Protest gegen die neue des Papas. Wenn einem das gar nicht gefällt, kann man wegschauen und ignorieren. Oder auch stoppen Wie alt ist das Mädel jetzt?
Lass die Frage, ob der Kontaktaufbau zur Mutter gut war, mal außen vor. Weil es für das Mädel selbst sicher gut ist, Kontakt zu haben. Was da die Verwandtschaft sagt, sollte nicht dein Problem sein. Ich glaube fast, mehr als du bisher getan hast, solltest du dich da nicht reinhängen. Schau einfach, wie das Mädel mit dem Kontakt zur Mutter klarkommt, das ist ja das wichtigste.

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