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15.02.2017, 11:29 Uhr | Urlaubsreif
Hallo,
auch ich bin neu hier und habe diese Seite gefunden, weil ich mich derzeit wieder sehr mit dem Thema vermissen beschäftigen muss.
Kurze Vorgeschichte : Trennung vom Papa, als mein Sohn 2,5 Jahre alt war. Geregelt ist nichts mit JA, wir haben das alles so unter uns ausgemacht. Unser Sohn lebt bei mir, sah seinen Papa 1mal unter der Woche und alle 2 Wochen an den Wochenenden von Freitag bis Sonntagabend. Das lief mal gut und mal weniger...aber größtenteils funktionierte es. Manchmal war er traurig wenn er wieder zu mir kam, verständlich Wochenende vorbei, Alltag wieder da und Papa eben nicht.
Die letzte Zeit wurde allerdings gefühlsmäßig immer schlimmer.
Er sagt oft dass er sich wünscht, wir wären noch zusammen und würden zusammen leben. Das verstehe ich..
Nun aktuell, ist er nach den PapaWochenenden Sonntags sehr aufgewühlt, vermisst seinen Papa schon, wenn er noch da ist und bevor er von uns los fährt. Es dauert eine Weile bis er wieder richtig bei mir ankommt.
Vorschläge das Papa ihn bis Montagmorgens behält und ihn dann zu Kita vorher oder nun zur Schule bringt , wurden von Papa abgelehnt.( Ich schlug das vor, weil ich dachte das mein Sohn dann sieht, dass auch beim Papa Alltag wäre und nicht nur schönes Wochenende)
Wechselmodell ist nicht möglich ( Papa hat Schichtdienste und wohnt 30km entfernt , wäre nicht bereit auch ohne Schicht, diese Wege täglich zur Schule hin und zurück zu fahren)
Nun habe ich meine Wochenenden mit Sohn auch schon hälftig an Papa und ihn übergeben ( Samstagmittags bis Sonntagabend) , weil ich dachte , Sohn würde dann weniger leiden, schließlich sieht er Papa dann jedes Wochenende.
Aber nun ist es so , dass er Papa trotzdem sehr vermisst. Sogar nach kurzen Telefonaten, ist er traurig ...sagt mir dass er ihn wieder sehr vermisst. Klar ich sage ihm , dass es nicht mehr lange dauert bis er Papa wieder sieht etc... aber irgendwie habe ich das Gefühl, es macht die Situation nicht wirklich besser.
Ich weiß nicht was ich noch tun soll. Würde er bei Papa vollzeit wohnen und wäre nur an den Wochenenden bei mir, wäre es ja dasselbe , nur in meine Richtung dann.
Was kann ich noch tun? Hat vllt jemand einen Rat für mich ? Wie kann ich es meinem Sohn erleichtern ?
Danke fürs lesen, auch wenn es etwas länger wurde.
Liebe Grüße
18.02.2017, 12:18 Uhr | BabyOne
Hallo urlaubsreif,

Dein Sohn war noch ein Kleinkind, als ihr euch getrennt habt. Vermutlich kann er sich nicht einmal an eine Zeit erinnern, als ihr noch zusammen gewohnt habt. Das heißt, er trauert nicht wirklich dem hinterher was ihr einmal hattet, sondern er versteht in seinem Alter einfach langsam, dass "Mutter Vater Kind" die Norm ist und dass ihr in dieser Hinsicht aus der Norm herausfallt, und er will dasselbe haben was die anderen (vermeintlich) haben. Kinder in dem Alter beschäftigen sich in vieler Hinsicht sehr mit dem, was die Norm ist. Das betrifft auch Geschlechterstereotype, Hautfarbe und solche Dinge. Mein Stiefsohn fing in dem Alter an sich zu weigern, die Sprache seiner Eltern zu sprechen - es war ihm peinlich, in einer deutschen Umgebung eine Fremdsprache zu sprechen. Im Ausland wollte er umgekehrt kein Deutsch sprechen. Vielleicht hilft Dir dieses Hintergrundwissen, das besser einzuordnen.

Die Idee, dass der Vater das Kind zum Kindergarten bringt, ist sehr gut. Schade, dass der Vater das nicht will. Vielleicht lässt er nochmal mit sich darüber reden? Ansonsten würde ich an Deiner Stelle wohl mal in der Stadtbibliothek nach Kinderbüchern zum Thema Trennung, Scheidung und Patchwork suchen und die mit Deinem Sohn anschauen. Vielleicht kannst Du auch Kontakt knüpfen zu anderen Trennungsfamilien, damit er sieht, dass es auch andere gibt, die so leben wie ihr. Er wird im Lauf der Zeit lernen, dass es OK ist so wie es ist. Du kannst ihm gegenüber ja auch ruhig mal betonen, dass er es in mancher Hinsicht besser hat als andere. Er kriegt doppelt Geschenke zum Geburtstag und zu Weihnachten zum Beispiel, und vielleicht kann er auch mal doppelt in Urlaub fahren... Es hat ja nicht nur Nachteile, ein Trennungskind zu sein.
Zuletzt editiert am: 04.12.2018, 14:07 Uhr, von: BabyOne
"Gute Erziehung heißt zu verbergen, wie viel wir von uns selbst halten und wie wenig von anderen." (Mark Twain)
18.02.2017, 09:16 Uhr | marinadiezweite
Hallo urlaubsreif, du hast ja schon paar Tipps bekommen. Und selbst bemerkt, wenn du den Jungen an ''deinem Wochenende'' auch noch beim Papa lässt, wird es nicht besser mit dem Trennungsschmerz. Fast glaube ich, dass es den Schmerz des Jungen vergrößert. Und dass er nun das Gefühl bekommt, er kann die Welt und die Trennung sowie die Regelungen beeinflussen.
Er telefoniert mit dem Papa und auch da scheint nun das Leiden sehr zentral zu sein.
Ich würde jetzt mehr den Schwerpunkt auf der Woche und dem gemeinsamen WE bei euch beiden legen. IN dem Sinne, dass du die Trennung nicht verändern kannst. Aber der Alltag und die Sicherheit bei dir auch schön sein kann.
Ich würde sogar die Verlängerung des WE auf keinen Fall empfehlen. So hast du momentan den Sonntagabend. Eine schwierige Eingewöhnung. Alle vierzehn Tage. Ist er jedes WE beim Vater, verdoppelt sich das Problem. Und du hast vielleicht ein geruhsames WE. Aber jedes WE am Abend einen unzufriedenen Sohn, der sich erst mal einleben muss. Eine Verlängerung des Wochenendes, Vater bringt Jungen auch noch Montags zur Schule, verlängert glaub ich auch das Problem. Dann gibt es vielleicht Drama in der Schule und der Montag ist als Schultag auch abgehakt.
Mir scheint auch wichtig, dass dein Ex den Jungen auch entsprechend vorbereitet. Heißt, keine Versprechungen machen, wenn der Junge sehr leidet. Ich bin mir sicher, dass er sich nach einer gewissen Zeit an die Regelungen gewöhnt.
Es gibt sicher auch gute Tipps, was man antworten kann und sollte. (Du siehst Papa ja bald wieder, ist glaub ich gar nicht mal so ein guter Trost) Ein siebenjähriger kann durchaus schon sagen oder darstellen, was er am meisten vermisst. Einen lustigen Nachmittag. Essen kochen mit Papa oder was auch immer es ist. Dann kann man sagen, aha, das also ist schön, sowas magst du gern. Das kann man so stehen lassen und gut ist.
Was davon könnt ihr beiden in eure Woche übernehmen. Auch mal machen? Oder gibt es was anderes, was etwas trösten kann.
Damit erreichst du, dass dein Sohn nicht nur noch für die Wochenenden und auf die Wochenenden hin lebt.
Zuletzt editiert am: 04.12.2018, 14:07 Uhr, von: marinadiezweite
17.02.2017, 12:31 Uhr | bke-Clara-Winzenberg
Hallo urlaubsreif,

als Moderatorin in diesem Unterforum der virtuellen Beratungsstelle begrüße ich Sie herzlich.

Sie sind besorgt, weil Ihr Sohn in der letzten Zeit oft dem Vater hinterher trauert nach Besuchskontakten. Erst einmal ist es schön, dass die Kontakte bislang relativ gut geklappt haben. Sie sehen selber, dass eine Umkehrung der Lebenssituation wahrscheinlich nicht die Lösung wäre, weil Ihr Sohn vermutlich dann Ihnen hinterher trauern würde.

Ihr Sohn ist älter geworden und kann inzwischen tolle Dinge mit dem Vater unternehmen. Auch bemerkt er in seinem Umfeld, dass andere Kinder als Familie zusammen leben und wünscht sich ebenfalls eine heile Welt mit Mutter und Vater. Dieser Wunsch wird von vielen Kinder geäußert, deren Eltern getrennt sind. Unterschwellig gibt es den Wunsch nach Wiedervereinigung. Sprechen Sie mit Ihrem Sohn über seine Gefühle und seine Wünsche. Spenden Sie Trost und zeigen Sie ihm, dass Sie seine Gefühle wahrnehmen. Sie sollten ehrlich sagen, dass Sie nicht mehr mit dem Papa zusammenleben werden. Hören Sie ihm zu. Vielleicht mag er seine Vorstellungen aufmalen. Bieten Sie ihm an, Fragen zu beantworten, die ihm im Kopf herumschwirren. Solche Phasen treten bei Kindern immer mal wieder auf und Sie sollten Ihr Kind dabei begleiten. Allerdings kann man diese traurigen Momente nicht wegreden, sondern sollte sie auch als "normal" in der Situation ansehen. Eltern können nicht jedes schlechte Gefühl wegzaubern, sondern können Kinder darin unterstützen diese Gefühle zuzulassen, auszuhalten und "abzuwarten" bis das Kind wieder auf "bessere Gedanken" kommt. Es gibt viele Zustände, in denen nicht alles so läuft, wie man das gerne hätte, man muss sich arrangieren und wächst daran.

Wenn Sie weiter sehr verunsichert sind, können Sie mit Ihrem Sohn eine Beratungsstelle aufsuchen und ihm das Angebot machen, dass er seine Sorgen und Gedanken mit einer neutralen Person besprechen kann.

Herzliche Grüße
bke-Clara-Winzenberg *smiling*
16.02.2017, 09:44 Uhr | Pauliprinzessin
Hallo,
in dem Alter finde ich es vollkommen normal, dass die Kiddies immer das wollen was gerade nicht da ist. Und Du hast ja auch schon erkannt, dass es eben eher der Alltag der nicht so spannen ist, der bei dir gelebt wird. Außerdem ist Papa ein Mann, der wird gebraucht wenn man als junge Älter wird. Diesen männlichen Part kannst Du als Frau schwer auch noch füllen.
Auch wenn man es immer wieder versucht, männliche und weibliche Attribute und Interessen sind genetisch vorhanden und die kann man nicht weglügen.
Da mit 7 schon Grundschule ist es Zeit die Ferienregelungen anzupassen. Bei uns sind die Ferien und verlängerten Wochenenden ebenfalls hälftig in etwa. Das könnt ihr als Eltern mal besprechen. Wenn der Papa das machen kann dann eben auch die halben Ferien jeweils beim Papa.
Ich vermute mal Du bist nicht wieder liiert sondern lebst mit deinem Sohn allein? Wir haben hier noch einen Co Papa leben, kennt den Strups seit neun Jahren. Sohnemann telefoniert zwischendrin mit seinem Bio Papa, aber das Ganze ist so eingespielt, dass die regelmäßigen Wechsel vollkommen ohne jammern vonstatten gehen. Und der Co Papa übernimmt bei uns das Raufen oder das Computerspiel, was mir nicht besonders liegt :)
15.02.2017, 20:25 Uhr | Louise-19
Hallo, Urlaubsreif,
würde der Vater ihn zb die gesamten Osterferien über nehmen?
Dann würdet ihr sehen, ob er Dich genauso vermißt.

Vielleicht ist es auch einfach ein Entwicklungsschritt, mit 7 ist Dein Sohn
sich der Zeit bewußter und lebt weniger einfach so in der Gegenwart?
Viele Grüße,
Louise

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