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22.02.2018, 15:05 Uhr | Biber003
Hallo,

ich bin ganz neu hier im Forum.
Ich habe mich vor zwei Jahren von meinem Mann getrennt, er ist ein absoluter Narzist, die Ehe wurde unerträglich. Er hat mich erniedrigt, ist fremdgegangen etc. Unser Sohn ( jetzt 15) hat das alles mitbekommen und mir damals auch immer geraten mich zu trennen. Unser Sohn war immer ein absolutes MAmakind, empathisch und sehr familiär. Mein Ex-Mann hat keinen Kontakt mehr zu seinen Eltern (bereits als wir uns vor 17 Jahren kennengelernt haben) ICH habe dann den Kontakt zu seinen Eltern hergestellt, es lief einige Jahre schleppend, bis er dann wieder den Kontakt zu seinen Eltern vor ca. 6 Jahren wieder abgebrochen hat. Auch sein Vater hat keinen Kontakt zu seinen Eltern, also ein klassisches "abfärben"

Als ich dann die Trennung ausgesprochen habe, sagte mein Sohn, er bliebe bei seinem Vater...Für mich brach damals schon eine Welt zusammen. Sein Vater war selten für ihn da, er nahm kaum Rücksicht. Als ich sagte, dass wir uns trennen werden, kümmerte er sich ganz plötzlich um seinen 13 jährigen Sohn, sie machten coole Männertouren etc.

Eine feste Besuchsregelung wollte unser Sohn damals nicht. Der Kontakt zwischen ihm und mir war immer unterbrochen, er antwortete kaum, kam hin und wieder, wir fuhren einmal zusammen in den Urlaub, danach sagte er mir immer kurzfristig ab. WENN wir dann aber zusammen waren "kroch" er förmlich in mich rein, suchte immer wieder den körperlichen Kontakt zu mir, war freundlich und zuvorkommend.

Weihnachten 2017 hatte er kein Interesse mich zu sehen und seit Januar reagiert er auf gar nichts mehr.

Ich schreibe ihm, rufe ihn an, nix, er stellt sich Tod.

Ich weiß jetzt nicht was besser wäre, ihn weiter zu penetrieren, oder ihn erstmal in Ruhe zu lassen, nur dann ist da meine Befürchtung, dass er, genauso wie sein Vater und sein Großvater den Kontakt GAR NICHT mehr aufnehmen möchte.

Hat jemand ähnlich Erfahrung und kann mir ein bißchen helfen?
27.02.2018, 14:09 Uhr | Biber003
Danke für die Tipps.

@Stephan Bäcker: Ich habe ihm einfach unverfänglich ein lustiges Video geschickt mit einem Thema was ihn interessiert..und siehe da, er hat mir seit Januar das erste mal wieder geantwortet.

Der Tipp ist gut, ich werde es so weiter verfolgen, vlt. interpretiere ich da auch zu viel rein und dieses Verhalten ist doch der Pubertät geschuldet.

Danke erstmal
23.02.2018, 19:13 Uhr | bke-Stephan-Bäcker
Hallo Biber003,

willkommen im Elternforum der bke-Onlineberatung. Prima, dass Sie uns gefunden haben. Mein Nickname ist bke-Stephan-Bäcker und ich arbeite hier für die Onlineberatung.

Sie schreiben, dass Sie eine schwierige Trennung hinter sich haben. Die Paarbeziehung war schon lange nicht mehr gut, Sie haben viel investiert und sind sehr enttäuscht worden. Ihr damals schon pubertierender Sohn hat sich dann entschieden, nach der Trennung beim Vater zu bleiben.

Leider ist es sehr häufig so, dass Kinder, vor allem Jugendliche, sich für eine Seite entscheiden, wenn die Eltern nach einer Trennung nur noch Streit haben und sich gegenseitig ablehnen. Das ist selbst dann so, wenn einer oder eine tatsächlich mehr getan hat, verständiger war, mehr Chancen gegeben hat und sich fairer verhielt. Kiinder fühlen sich oft in der Rolle, entscheiden zu müssen, wer jetzt mehr im Recht ist. Damit sind sie überfordert, wollen sich nicht mehr mit den elterlichen Auseinandersetzungen beschäftigen und entscheiden sich dann, überwiegend nur noch bei einer Seite zu bleiben. Das ist traurig, aus der Sicht eines Jugendlichen aber nachvollziehbar.

Ganz offensichtlich haben Sie aber vor der Trennung eine gute und tragfähige Beziehung zu Ihrem Sohn gehabt. Die Treffen mit ihm hatten verdeutlicht, wie sehr er Sie vermisst und wie gut ihm der Kontakt tat. Dennoch lässt er Sie jetzt abblitzen. Über das "Warum" können nur Hypothesen erstellt werden und das führt nur zu Unwohlsein.

Es kann gut sein, dass Ihr Sohn Sie jetzt testet. Bin ich der Mama wirklich wichtig? Hält Sie durch oder gibt Sie mich schnell auf? Mein Vorschlag: Melden Sie sich alle paar Tage bei ihm. Über elektronische Medien, per Postkarte, per Brief, mit einem Anruf. Ohne etwas zu wollen. Mit der Botschaft: Ich habe an Dich gedacht. Ich war gerade einkaufen, habe diese Postkarte gesehen und denke, die passt gut zu Dir. Wie geht es Dir? Ich habe gerade viel zu tun, aber für Dich ist immer Zeit, liebe Grüße......

Solche Dinge, ohne Forderungen. Meine Erfahrung ist: Das bringt keine schnelle Änderung, es braucht Zeit, aber der Kontakt lässt sich so wieder aufbauen. Vertrauen Sie darauf, dass Sie immer eine gute Mutter waren und Ihrem Sohn das auch wieder bewusst wird. Nicht schnell aber vielleicht bald.

Ihnen schicke ich viele mutmachende Grüße,

bke-Stephan-Bäcker
22.02.2018, 17:40 Uhr | marinadiezweite
Hallo Biber003, ich habe deinen Text gelesen. Hab immer ein wenig Probleme, wenn jemand schreibt, wie vermeide ich, dass mein Kind wie sein Vater, wie seine Mutter, Großvater sonstwas wird. Also nach der Vererbungslehre gibt es solche Vererbung von Eigenschaften nicht. Aber bestimmte Lebensumstände bewirken, dass jemand, der eh schon gern allen Konflikten aus dem Weg geht, diese meidet wie sonstwas.
Manchmal ist das Problem zweiseitig, der eine will keinen Kontakt, der andere nervt. Du schreibst von penetrieren (äh, ich hoffe du meinst penetrant und nicht das andere Wort). Kann schon sein, dass du ihn zu dolle und richtig richtig nervst.
Es hat dich gewundert, dass er mit fliegenden Fahnen zum Vater ging, als es hart auf hart ging. Das ist manchmal leider so und hat glaub ich nichts mit Vererbten Eigenschaften zu tun. Vielleicht eher mit Konfliktvermeidung oder auch mit völlig falschen Vorstellungen von der Gegenwart und Zukunft. Da scheint, wie du schreibst, die Männerwirtschaft wohl das beste von den zwei Möglichkeiten gewesen zu sein.
Ich glaube für den Sohn ist es leichter, wenn du die Kontakte und die Telefonate nicht überbewertest. Er versteht es vielleicht selbst nicht, warum er so wechselhaft ist.
Du kannst ihn natürlich auch mal drauf ansprechen, wenn er bei dir ist. Es ist ja nicht so, dass Söhne keine Mama brauchen oder keine Mama haben wollen. Es ist aber auch eine Zeit, wo Kinder, die bei ihren Eltern in guten Konstellationen leben, auch mal sagen, oh, nehm mich bloss nicht in den Arm. Oder sie wollen es niemals in der Öffentlichkeit.
Je weniger Druck du ausübst, desto leichter wird es vielleicht.
Es macht dabei auch nichts, dass der Sohn dir zur Trennung geraten hat. Deine Beziehung zu deinem Ex ist ja eine ganz andere Sache als seine Vater-Sohn-Beziehung. Klar, sie hatten beide vorher kein gutes Verhältnis. Aber das ist nicht unbedingt was, was Jugendliche so unbedingt wahrhaben wollen oder unter die Nase gerieben.
Zuletzt editiert am: 04.12.2018, 14:07 Uhr, von: marinadiezweite

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