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04.06.2018, 12:24 Uhr | Rabauke120
Hallo,

ich habe das Problem, dass der Kindsvater sich unregelmäßig um die Kinder kümmert. Eigentlich soll er sie jedes zweites Wochenende betreuen und das klappt mehr recht als schlecht. (Unter der Woche holt er sie ein mal von der Kita ab, das klappt meistens). Anfang des Jahres hatte ich sie vier Wochenenden hintereinander, jetzt sind es drei. Er nimmt sich einfach andere Dinge vor. Mich ärgert es maßlos, dass er seine Interesse einfach über das Betreuen seiner Kinder stellt und auch über meine kinderfreie Zeit entscheidet. Da das ein fortwährender Zustand ist, überlege ich, den bisherigen Wohnort zu verlassen und zu meinen Eltern und meinen Verwandten zu ziehen. Ich fühle mich dort wohl, meine Kinder ebenfalls und ich hätte verlässlich Unterstützung. Dazwischen liegen allerdings 600 Kilometer.... Wir haben das gemeinsame Sorgerecht, das betrifft ja auch den Wohnort der Kinder. Dem Kindsvater habe ich wiederholt gesagt, dass er der Grund ist, weshalb ich noch hier wohne: Weil er der Vater ist und ich (prinzipiell) schon möchte, dass er sich um die Kinder kümmert und betreut. Aber er versteht das lediglich als Drohung. Mein Hinweis verhallt folgenlos, sein Verhalten beeinflusst das jedenfalls nicht. Ich akzeptiere es nicht, dass er sein Leben mit oder ohne Kinder gestalten kann wie er möchte, da es mich sehr wohl tangiert und ich die "Dumme" bin. Allerdings möchte mich nicht die nächsten zehn Jahre über ihn ärgern und mein Leben so fremdbestimmt durch ihn bestimmen lassen.
Mein Wunsch, den jetzigen Wohnort für die Rückkehr in meine alte Heimat zu verlassen, dauert an.

Wer hat Erfahrung mit einer ähnlichen Situation, wer hat ggf. rechtlchte Unterstützung/Sanktionen erfahren?
Herzliche Grüße in die Rund
15.06.2018, 08:19 Uhr | Pauliprinzessin
Hallo Rabauke,
ich hatte ähnliches Problem vor einigen Jahren. KV war unzuverlässig, verlangte, dass die Umgänge jeweils nach den Spielplänen seines Fußballvereins unter Berücksichtigung von WM und EM, seinen anderen Freizeitvergnügen jeweils alle Nase lang neu ausgehandelt werden. Am besten war noch, dass ich dann das Kind wenn er denn schon den Samstag und den Sonntag "haben " wollte, auch noch zu ihm fahren sollte, damit er das Auswärtsspiel mit Kumpels an anderem Ort sehen konnte.
Zunächst habe ich mich an das Jugendamt gewandt und war sprachlos- "Die privaten Interessen des KV haben Vorrang !" war die tatsächliche Aussage derjenigen die mir eigentlich mal den Rücken stärken sollte.
Meine Strategie war dann folgende: Da ja eigentlich abwechselnd Wochenende habe ich die Wochenenden und die Ferienregelung schriftlich für ein Jahr fixiert- mit dem Hinweis sollte ein Wochenende nicht passen dann bitte unverzüglich Meldung, dann fällt es eben aus. In CC ans Jugendamt. KV tobte, brüllte vor meiner Haustür, dass wenn das Ernst wäre er das Kind gar nicht mehr nehmen würde, rannte zum Anwalt und siehe da: Seit dem geht es doch!
Gut, das Kind muss damit leben, das Papa vor der Glotze hängt und es in der Zeit im Nebenzimmer mit eigenem Fernseher, Playstation und Co ausgestattet bitte zwei Stunden Ruhe geben muss. Auch, dass eben die Fußballübertragung dazu führt, dass das versprochene Eis in der Stadt ausfällt, weil man sonst den Anfang des Spieles verpassen würde usw. Es beschwert sich manchmal bei mir. Und an seinem letzten Geburtstag wurde sein Gesicht immer grimmiger- nach dem fünften Paket mit Fanartikeln des Fußballvereins seines Vaters fragte er ganz ernst: "Hast Du auch noch was anderes außer dem Fußball im Kopf? Kannst Du mir nicht mal was normales schenken?" Da es regelmäßig auch Bekleidung vom Fußballverein fürs Kind gibt, hab ich klipp und klar gesagt, dass Kind es anziehen muss wenn es die Sachen annimmt. Wollte nämlich nicht mehr in diesem Sportzeug zur Schule zum Sportunterricht.
Ein Umzug stand für mich nie zur Debatte. Klar, muss man dann ohne Hilfe der Familie alles selbst organisieren. Das klappt aber und es hätte mich auch nicht umgebracht, wenn der KV seine Drohung wahr gemacht hätte. Dann gibt es andere Lösungen.Und die Kiddies werden ja älter und damit werden auch die Zeiten in denen man als Mutter auch mal wieder raus kann ohne Kiddies im Schlepptau mehr. Gemessen an unserer Lebenszeit ist die Zeit die man Rücksicht auf die Kiddies nehmen muss, sich gut um sie kümmern muss, doch sehr kurz. Ich mach das jetzt seit 26 Jahren, nun ist der letzte auch schon 13 Jahre alt. Und ich kann trotz seiner Einschränkungen schon mal zwei Stunden weg ohne das etwas passiert zu hause, ich kann auch mal eine halbe Stunde später von der Arbeit kommen, er hat jetzt seinen Schlüssel. Dass Haushalt, Kinder und zusätzlich noch Berufstätigkeit an den Kräften zehrt und so manches dann auch mal liegen bleibt , ja das ist so und dann muss man für sich die Prioritäten neu festlegen, immer wieder. Allerdings sind auch viele Frauen mit Mann im Haus eigentlich Alleinerziehende mit Ernährer, Mann geht morgens aus dem Haus und kommt abends kaputt nach Hause oder gar nicht, weil auf Montage und ähnliches. Da ist es schon Luxus, dass man im getrennten Haushalt den einen oder anderen Abend oder ein Wochenende mal allein ist ohne Kind.
Ob man glücklicher ist, wenn die Familie in der Nähe ist und somit natürlich sich auch mehr einmischt und man mehr unter der Beobachtung steht- naja...
06.06.2018, 13:21 Uhr | Rabauke120
Liebe Antwortende,

das waren wirklich zwei sehr reflektierte Antworten auf meine Situation und ich bin dankbar dafür. Gerade der Hinweis, losgelöst von dem Motiv der mangelnden Unterstützung durch den Kindsvater Vor- und Nachteile in der alten Heimat zu überlegen, sind natürlich wichtig. Beispielsweise steht für mich fest, ohne eine feste Arbeitsstelle nicht den Wohnort zu wechseln. Ich muss die Kinder und mich schließlich finanzieren.

Sie haben sich wirklich viel Gedanken gemacht, das nützt mir zum Sortieren.

Die ausgefallenen Wochenende sind, wie geschrieben, ein Kontinuum. Es sind nicht 'lediglich' vier Wochenende, drei Wochenenden hintereinander gewesen. Ich bin einfach zu müde, darüber eine Liste zu führen (tat ich aber bereits). Auch kommt es nicht zu einem „Ausgleich“, dass er sie im Anschluss öfter nimmt. Es ist dann einfach so gewesen und mehr Zeit in der Zukunft räumt er mir/den Kindern dadurch nicht ein.

Für Außenstehende hat der Kindsvater sicherlich nachvollziehbare Gründe (berufliche, Kümmern um andere Kinder) für die Absagen an den Betreuungswochenenden. Aber was ist mit mir? Ja, die Kinder sind die „Dummen“ - denn sie merken, dass ich sehr erschöpft bin (aufgrund fehlender Erholung), dass ich wütend über das Verhalten bin. Ja, die Kinder sind (ebenfalls) die „Dummen“.
Ich möchte nicht mehr in seinem Leben die unterstützende Rolle haben, die sich um seine Belange mit kümmern muss, indem ich in seiner Zeit die Kinder abnehme. Das mag trotzig klingen, aber ich möchte nicht in sein Leben involviert sein und daran Anteil nehmen. Vor allem: Was ist mit meinem Leben? Es ist sicherlich nicht weniger wichtig - besonders nicht mir. Ich bin für meine Kinder da und das sehr sehr gerne. Ich vermisse sie tatsächlich, wenn sie nicht bei mir sind und auch auf der Arbeit denke ich an sie. Aber mich selbst aufgeben für die Belange des ehemaligen Partners? Nein, danke.

Appelle auf der emotionalen Ebene (Kinder vermissen/brauchen ihn) und der rationalen Ebene (Ich kann sie ja auch nicht irgendwo parken) habe ich schon versucht. Folgenlos. Gerne würde ich die Termine auch längerfristig planen, aber da erhalte ich nicht mal Reaktionen, was die Kita-Schließzeiten anbelangt. Infolgedessen habe ich meinen gesamten Jahresurlaub darauf gelegt, wann ich keine Betreuung durch die Kita habe.

Wenn es nach ihm ginge, würde er die Kinder betreuen, wenn ER ZEIT hat. Das bedeutet: nicht regelmäßig, sondern spontan. Wie das für die Kinder ist? Wie das für mich ist? Es macht eine Planung für mich unmöglich und gibt mir das Gefühl der Ohnmacht. Im Prinzip ist es bereits so und es ist für mich nicht gut.

Aber etwas positives zum Schluss: Nächste Woche habe ich einen Termin in einer Beratungsstelle.
05.06.2018, 13:08 Uhr | bke-Clara-Winzenberg
Hallo Rabauke120,

herzlich willkommen in diesem Unterforum der Virtuellen Beratungsstelle! Schön, dass Sie uns gefunden haben!

Als Alleinerziehende meistern Sie mit Ihren kleinen Kindern den Alltag mit allem, was dazu gehört! Klasse! Dabei haben Sie wenig Unterstützung von außen, weil Ihre ursprüngliche Heimat woanders liegt. Sie spüren die dauerhafte Belastung, wenn der Kindsvater seine Besuchswochenenden nur unregelmäßig wahrnimmt. Das erzeugt das Gefühl, immer parat stehen zu müssen und nach seinen Bedürfnissen funktionieren zu müssen. Diese Situationen treten häufiger auf und es ist schwer, den ehemaligen Partner zu steuern. Wie schon geschrieben, bringt es nicht viel, trotzig oder mit Rachegedanken zu antworten. Schließlich leiden in erster Linie die Kinder unter den Konflikten. Die Frage ist, inwieweit der Vater nachvollziehbare Gründe hat, wenn er die Kinder nicht holt und ob er Ihnen im Gegenzug auch mal entgegen kommt. Ist ihm der Kontakt zu den Kindern und wie es ihnen geht wichtig, würde er auch mit einem Umzug klar kommen...

Ihr Wunsch nach familiärem Rückhalt und Rückkehr in die Heimat ist grundsätzlich nachvollziehbar. Sie sollten allerdings versuchen, diese Entscheidung unabhängig von Ihren Ärgergefühlen zu klären. Was steckt hinter Ihrem Wunsch? Die Heimat, die früheren Kontakte, die Entlastung durch die Familie, größere persönliche Freiheit, weniger Verantwortung? Was würde passieren, wenn es zu einer zu großen Einmischung durch die Eltern kommt u.s.w. Eine solche Klärung braucht Zeit und Sie sollten Vor- wie auch Nachteile bedacht haben.

Ihre Unzufriedenheit mit den Besuchskontakten sollten Sie in Ruhe erneut mit dem Vater besprechen, allerdings dabei auf Drohungen verzichten. Durchaus können Sie eine Fachkraft vom Jugendamt daran beteiligen!

Gerne tauschen wir uns hier weiter mit Ihnen aus!

Herzliche Grüße
bke-Clara-Winzenberg
04.06.2018, 20:26 Uhr | BabyOne
Hallo Rabauke,

möglicherweise ist das jetzt nicht die konkrete Auskunft die Du Dir erhofft hast. Ich würde Dir aber gerne eine andere Sichtweise zur Verfügung stellen:

Du siehst es so, dass Du die "Dumme" bist, wenn er die Kinder nicht abholt. Natürlich ist es für Dich blöd, wenn Du die Wochenenden nicht verlässlich planen kannst. Aber in allererster Linie dienen die Umgangswochenenden dem Verhältnis zwischen den Kindern und ihrem Vater und nicht zuallererst Deiner Erholung, auch wenn das für Dich natürlich ein wichtiger Aspekt ist. Insofern bist nicht Du die Dumme, sondern eher die Kinder, und zwar ebenso wenn der Vater sie nicht holt wie wenn Du mit ihnen wegziehst.

Bedenke bitte, was ein Umzug über eine derartige Distanz in der Folge für die Kinder bedeuten würde, und zwar ganz unabhängig von sonstigen finanziellen oder rechtlichen Folgen. Die Kinder würden ihren Vater ganz sicher seltener sehen als jetzt. An den Wochenenden, wo der Vater die Kinder abholen würde, würden sie entweder den Großteil der Zeit im Zug oder auf Autobahnen verbringen, oder der Vater müsste mit ihnen in irgendwelchen improvisierten Unterkünften hausen. Später, wenn die Kinder älter sind, müssten sie die Strecke dann wohl alleine fahren, wenn der Kontakt zum Vater bis dahin nicht ganz abgebrochen ist. Im Urlaub wären sie dann auf einen Schlag mit ihrem Vater ein paar Wochen am Stück zusammen, den sie vor dem Urlaub dann vielleicht länger nicht gesehen und sich von ihm entfremdet haben. Ist das Dein Wunsch für Deine Kinder?

Ich sage damit nicht, dass Du auf gar keinen Fall diesen Umzug machen sollst. Aber wenn der Vater sonst ein guter Vater ist und die Kinder zu ihm ein gutes Verhältnis haben, dann würde ich eher überlegen, wie ich meinem Ziel näher komme, dass der Vater die Termine einhält, und auf keinen Fall eine Entscheidung aus Trotz und verletztem Stolz treffen. Wenn ich richtig mitgezählt habe, hat er einmal zwei Termine ausfallen lassen (vier Wochenenden waren die Kinder bei Dir) und einmal eines(die Kinder waren drei Wochenenden bei Dir). Das wäre für mich wirklich kein Anlass, über einen Wegzug nachzudenken.

Drohungen mit Wegzug finde ich nicht sehr konstruktiv, und dass er Deine Äußerungen als Drohungen und Erpressung versteht ist schon verständlich. Man könnte im Gespräch den Schwerpunkt ja auch darauf legen, dass die Kinder ihn vermissen und ihn sehen wollen, oder dass Du selbst die Kinder ja auch nicht nach Lust und Laune irgendwo abstellen kannst wenn Dir etwas dazwischen kommt, und dass es daher fair ist wenn beide Seiten die getroffene Vereinbarung einhalten. Man könnte auch danach fragen, ob er vielleicht die Vereinbarung anders gestalten will, damit er sie besser einhalten kann.

Ein Aspekt ist, dass natürlich auch dem Vater mal wirklich etwas dazwischen kommen kann. Man könnte ja vereinbaren, dass er in so einem Fall als Ausgleich die Kinder gleich am darauf folgenden Wochenende holt. Oder man könnte versuchen eine Vereinbarung zu treffen, dass beispielsweise immer für die kommenden drei Monate oder ein halbes Jahr im Voraus die Termine fest vereinbart werden unter Berücksichtigung von beruflichen Terminen, Urlaub und Feiertagen etc., und dass eine Abweichung von diesem Plan dann von beiden Seiten nicht "erlaubt" ist, egal was kommt. Vielleicht hat er selber auch Vorschläge.

Wenn ein vernünftiges Gespräch über dieses Thema schwierig ist, könntet ihr auch eine Beratungsstelle oder das Jugendamt einbeziehen.
"Gute Erziehung heißt zu verbergen, wie viel wir von uns selbst halten und wie wenig von anderen." (Mark Twain)

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