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24.04.2019, 11:05 Uhr | verzweifelterPapa
Hallo liebe Forengemeinde, kurz etwas zu mir und zur Vorgeschichte: ich bin ein 36-jähriger Papa von einem wunderbaren 5-jährigen Jungen. Noch lebe ich gemeinsam mit der Kindesmutter in derselben Wohnung.

Die Betonung liegt dabei aber schon länger auf „noch“, da sie bereits vor mehr als einem halben Jahr vom Schlafzimmer ins Wohnzimmer umgezogen ist. Primärgrund sei mein Schnarchen gewesen. Da sie als Krankenschwester (Vollzeit) im Schichtbetrieb ihre Ruhe und Erholung braucht, ist das sogar logisch nachvollziehbar und verständlich. Daher habe ich das anfangs auch überhaupt nicht hinterfragt und vollstes Verständnis gehabt.

Allerdings habe ich schleichend bei mir wahrgenommen, dass es sich immer mehr so anfühlte, als würde sie sich zunehmend von mir distanzieren. Nicht nur körperlich, sondern auch immer stärker emotional. Gespräche wurden immer weniger und oberflächlicher. Die einzige „Aktivität“, die gemeinsam noch geblieben ist, wenn der Kleine im Bett ist, war vor irgendwelchen Serien zu versumpfen und sich ansonsten anzuschweigen. Mal etwas für sich oder für uns zu tun, war höchstens einmal im Jahr eine Option für sie, und das obwohl der Kleine gut und gerne mal auch ein Wochenende bei meiner Mutter verbringt. Die beiden haben eine wundervoll innige Enkel-Oma Beziehung. Das Problem ist jedoch nicht meine Mutter, sondern ihre Beziehung zu ihren Eltern. Jetzt komme ich nach viel Vorgeplänkel zum eigentlichen Punkt...

Sie lebt seit einer gefühlten Ewigkeit im Streit mit ihrem Vater. Seit ca. 5 Jahren redet sie mit ihm kein einziges Wort mehr. Und aus zunächst nur Abneigung gegenüber dem Vater, haben sich langsam, aber sicher Verachtung und inzwischen Hass entwickelt. Ich kann nicht genau beurteilen, wieviel schlechtes ihr Vater ihr und ihrer Mutter angetan hat. Ich kann mich nur auf ihre Aussagen stützen. Laut meiner (noch?-)Partnerin ist ihr Vater dafür verantwortlich, dass die Mutter isoliert wurde von sozialen Kontakten, er habe die Mutter immer klein gehalten, er habe sich von ihr (Kindergärtnerin) aushalten lassen (obwohl er studierter Architekt ist), er ist um die Welt gereist ohne seine Frau und hat sie über mehrere Jahre wiederholt betrogen und längerfristige Affären gepflegt, und die beiden Kinder hätten ja auch nie wirklich Liebe erfahren. Um Ostern 2014 kam es dann bei einem gemeinsamen Essen mit ihren Eltern zum Knall. Zunächst spielten die Eltern uns eine heile Welt vor, bis meine Partnerin danach erfuhr, dass ihr Vater die Mutter schon wieder betrogen hatte. Verständlicherweise rastete sie aus und hat ab da den Kontakt abgebrochen. Und nicht nur für sich, sondern auch für unser Kind. Der kleine Mann war da etwa 7 bis 8 Monate alt.

Ihre Mutter hatte irgendwann nach etwas über einem Jahr den Entschluss gefasst, sich scheiden zu lassen. Und wir haben ihr jegliche Unterstützung zugesagt. Nach einer anwaltlichen Beratung jedoch war sie sehr entmutigt, da die Scheidung sie wohl extremst finanziell belasten würde und das hat ihr wahnsinnige Angst gemacht. Daher hat sie such zunächst etwas zurückgezogen und sich dann irgendwann wieder mit ihrem Mann arrangiert. Sie haben miteinander eine zumindest für externe Beobachter friedliche Lösung gefunden und Leben weiterhin zusammen. Und hier liegt das nächste Problem. In dem Moment als die Mutter diesen Frieden mit ihrem Mann geschlossen hatte, hat meine Partnerin direkt auch den Kontakt zu ihrer Mutter beendet. Das war vor etwa 2 Jahren. Und Kontakt beendet heißt auch hier wieder, dass der Kontakt zwischen Enkel und Oma einseitig beendet wurde.

In dieser ganzen Zeit wurde meine Partnerin immer verbitterter, isolierte sich zunehmend von allen sozialen Kontakten und hat dann auch noch vor über einem Jahr den Kontakt zu ihrer Schwester beendet. Ich habe über Jahre dieses Theater mitgemacht, sie versucht zu stärken und sie zumindest dahingehend unterstützt, dass ich ihre Entscheidungen der Kontaktabbrüche und des Kontaktverbots zu den Großeltern stillschweigend hingenommen und mich nicht eingemischt habe. Jeder Versuch in den vergangenen Jahren auch nur ansatzweise das Thema „ihre Eltern“ anzuschneiden, endete entweder in vollständiger Blockade ihrerseits oder in einem handfesten Streit. Es gab nie ein durchkommen für mich (und gibt es auch heute nicht, um das gleich vorweg zu nehmen).

Nur bin ich jetzt an einem Punkt angekommen, an dem ich nicht mehr kann. Und an dem ich entschlossen habe, Partei für mein Kind zu ergreifen. Er fragte immer wieder nach der anderen Großmutter und hat nicht verstanden warum sie nicht vorbeikommt und wir sie nicht besuchen dürfen. Und es fiel mir zunehmend schwerer, es dem Kleinen zu erklären. Denn ich verstehe es ja selber nicht wirklich. Die Mama hat ein Problem mit den Eltern, aber die Großeltern haben dem Enkel nie (!) irgendwas Schlechtes getan. In einem großen Streit vor einigen Wochen, indem es um den ganzen Status quo unserer Beziehung ging, kam auch irgendwann das „Elternthema“ auf den Tisch und von ihr nur die Reaktion: „Es ist mir sch...egal, was du machst. Wenn du Kontakt mit meiner Mutter aufnehmen willst, dann mach. Aber NUR mit meiner Mutter, ER darf mein Kind nicht sehen. Thema beendet!“

Und ich habe Kontakt zur Mutter hergestellt. Und ich habe meinen Sohn mit zu seiner Oma genommen, die ihm 2 Jahre vorenthalten wurde. Das Problem, der Opa war auch da…War so nicht geplant, denn ursprünglich hätte er noch im Ausland bei einem Arzt sein sollen. Und ganz ehrlich, ich habe mich gefreut! Mein Sohn hatte überhaupt keine bewusste Erinnerung an diesen Mann, aber es hat sofort zwischen den beiden gefunkt. Sie haben so wunderbar und liebevoll gespielt und Quatsch gemacht. Es war herrlich! Es war der erste Tag seit Monaten an dem ich einfach nur Freude empfunden habe (da ich derzeit in einer mittelschweren depressiven Episode stecke, schon etwas Bedeutsames!). Und da habe ich mich wiederholt zwei Sachen gefragt: 1. Wie und wieso konnte ich das nur so lange mittragen? 2. Welches Recht nimmt sich eine Mutter raus, dem Kind die Großeltern zu verbieten, wenn diese doch nicht schädlich für das Kind sind? Sie kann ja gerne ihren Konflikt haben. Sie pflegt ihn auch, sie will auch keine Hilfsangebote annehmen, sie will hassen und ich soll mich nicht in ihren Hass einmischen.

Aber ich will das nicht länger hinnehmen, und den Großeltern und vor allem meinem Sohn etwas Familie zurückgeben. Sie muss ja auch nichts aktiv dafür tun, sondern akzeptieren, dass ein Kind die Mama liebt aber auch die Eltern der Mama liebhaben kann, auch wenn diese miteinander streiten. Nur für sie ist das einfach nicht begreifbar, entweder oder ist die einzige Möglichkeit. Entweder die Mama oder die Großeltern, beides ginge nicht! Sie hatte mir unmittelbar nach dem Treffen gedroht, dass sie gehen würde, wenn ich den Kontakt zwischen unserem Sohn und ihren Eltern aufrechterhalte. Ich finde sie stellt mich und mein Kind für eine unmenschliche und vor allem unfaire Entscheidung: Mama oder Großeltern?! Warum ist denn für sie beides nicht möglich? Das geht nicht in meinen Kopf. Ich habe ja nicht vor ihr das Kind zu entreißen und ihn zu Zeiten, wo sie etwas mit ihm machen möchte, dann zu ihren Eltern zu zerren. Sie arbeitet eh jedes zweite Wochenende und das Kind möchte Oma und Opa sehen, warum soll das nicht gehen können? Nur weil sie so sehr hasst, müssen alle anderen das auch? Ich will das nicht und ich kann das nicht mehr…Aber mit rationalen Argumenten dringe ich nicht durch. Ich rede gegen eine undurchdringbare Wand. *sad*
25.04.2019, 16:22 Uhr | Louise-19
Hallo,
ich schlage vor,
je nach dem, was möglich ist,
daß Du Deine Frau bittest,
-nur noch Halbzeit zu arbeiten
-keine Nachtschichten mehr zu machen
-ihre Arbeitsstunden etwas zu reduzieren.

Zweitens, bring Blumen mit , nicht so teure, aber dafür öfters.

Drittens, mach bitte alles was möglich ist gegen Deine Depression.
Therapie. Spaziergänge in der Mittagspause. Mit dem Kind auf den Spielplatz.
Medikamente. Obacht, die können unangenehme Nebenwirkungen haben,
besprich das also vorher mit dem Arzt und Deiner Frau.
Alles Gute,
Louise
25.04.2019, 12:41 Uhr | bke-Gregor-Grüntal
Hallo verzeifelterPapa,

ich habe den Eindruck nicht nur Sie sind über diesen Konflikt verzweifelt, sondern ich höre zwischen den Zeilen auch viel Verzweiflung auf der Seite Ihrer Frau!
Vielleicht ist dieser Konflikt aber auch für etwas gut, nämlich dass Ihre Frau ihn zum Anlass nimmt sich diesem Konflikt bzw. ihrem Vater stellt - sei es durch eine Aussprache, wohl am besten mit Moderation oder Mediator, oder indem sie Ihren Konflikt mit ihrem Vater für sich mit Hilfe einer Therapeutin aufarbeitet und so irgendwann anders mit ihm bzw. mit dem Konflikt umgehen kann.

Auf diese Art könnten alle beteiligten Familienmitglieder aus dieser Krise einen Gewinn ziehen.

Herzliche Grüße

bke-Gregor-Grüntal *bye*
25.04.2019, 08:54 Uhr | marinadiezweite
Hallo verzweifelter Papa, ganz ehrlich, erstmal möchte ich dich loben, dass du die Oma mal besucht hast mit deinem Kind. Und dabei auch den Opa nicht aussen vorgelassen hast. Alles andere erinnert einen doch sehr an Sippenhaft. Solange deine Frau sich nur in Andeutungen ergeht, nicht klar sagt, was ihre Eltern ihr angetan haben. Finde ich keinen vernünftigen Grund, dass dein Kind seine Großeltern und ja, auch seinen Großvater nicht sehen soll.
Gerade solche Familiengeheimnisse machen es allen Beteiligten schwer. Ich behaupte auch mal, dass ein Kind auch seine Großeltern braucht. Und dass es kein gutes Erziehungs- und Lebensziel ist, diese dem Kind vorzuenthalten.
Die Geheimnistuerei hat ja jetzt schon angefangen, da du deinen Schwiegervater von allen Kontakten zu dem Enkel fernhalten sollst. Ich finde, das sollte man nur bei einem handfesten Grund tun. Den vor allem du nachvollziehen kannst. Sonst sitzt du immer zwischen den Stühlen und bist auch kein freier Mensch mehr.
Was anderes ist die Frage, ob dein Schwiegervater irgendwie dem Kleinen eine Gefahr werden kann. Das kann man durchaus verhindern, indem du immer dabei bist, wenn die beiden zusammen spielen.
Die Eltern haben sich versöhnt, das ist ihre Entscheidung. Und das wäre sonst ein Problem, wenn du immer drauf achten müsstest, ob gerade der Opa auch da ist.
Ja, ich persönlich hätte die Oma sowieso nicht unterstützt in der Scheidungsphase. Das kommt halt einer Verurteilung des Opas gleich. Einer Verurteilung seines Verhaltens. Das kann man zwar machen. Aber letztlich weiß man als Außenstehender nie, was Sache ist. Ich bin mir nach deinen Schilderungen auch sicher, dass es nicht an den Finanzen liegt, dass die beiden nun wieder zusammen sind.
Was die Trennung von deiner Frau betrifft. Da glaube ich, ist mal ein klares Wort nötig. Das Schweigen bringt ja nichts. Das spüren letztlich auch kleine Kinder.
24.04.2019, 13:02 Uhr | bke-Fiona-Mira
Hallo verzweifelter Papa,

Ihnen ein herzliches Willkommen hier im Forum!

Neben dem Austausch hier wäre eine weitere Möglichkeit, dass Sie eine Einzelmailberatung anfangen könnten, oder auch die Einzelchats,

mit freundlichen Grüßen, bke-fiona-mira
24.04.2019, 11:23 Uhr | asterisque
Hallo,

ich würde den Willen deiner Frau respektieren, den Kontakt zu ihren Eltern nicht aufrecht zu erhalten. Du sagst selber, dass du nicht weisst, was sie ihr angetan haben. Also wird sie begründet Sorge um ihr Kind haben.

In unserer Familie gibt es Kontakt zu meinen Eltern (wir wohnen zusammen), Kontakt zu den Eltern meines Ex-Mannes gibt es nur ab und an über Skype, da sie einige Flugstunden entfernt wohnen. Eine Generation drüber gibt es Kontakt zu meinem einen Opa, meine andere Oma hat keinerlei Kontakt zu uns wegen zuvielen Verletzungen von (grob) 1960 bis 2010). Die Kinder fragen zwar, geben sich aber (mit 9 und 7 Jahren) zufrieden damit, dass wir halt einfach keinen Kontakt haben. Ein Kind braucht keinen Kontakt zu seinen leiblichen Großeltern, aber liebevolle Bezugspersonen.

Ich würde dir raten, eine Therapie zu machen (wegen der Depression, falls du nicht eh schon in Therapie bist) und da dann auch dieses Thema anzusprechen und zu ergründen versuchen, ob du in Eurer Beziehung bleiben willst (du klingst da etwas unschlüssig), und abhängig vom Ergebnis, was sich ändern sollte, wie du etwas zum Guten verändern kannst. Ich vermute, dass das zu viel Hintergrund hat alles, um in einem Forum ergründen zu können, teilweise auch zu persönlich, und da ein Gegenüber mit Schweigepflicht schon hilfreich sein kann.

Liebe Grüße und alles Gute!
asterisque

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