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17.07.2020, 21:21 Uhr | ane-rev
Guten Abend zusammen!

Im März habe ich mich endgültig von meinem Mann getrennt.
Es war ein sehr langer, schwieriger Prozess bis ich mich zu diesem Schritt entschlossen habe. Im Oktober kam es das erste Mal zur Sprache. Allerdings ziehen sich die Probleme schon über 3-4 Jahre. Leider hat er alle Andeutungen meinerseits ignoriert und hat auch niemals damit gerechnet, dass ich eine Trennung durchziehen würde.

Nun ja,ich habe es gemacht und es war für mich und die Kinder eine gute Entscheidung.
Nun ist es so, dass er mir schon in der Phase bis er ausgezogen ist (vor 3 Wochen) immer wieder angedroht mich hängen zu lassen, denn ich habe es ja so gewollt.
Er kümmert sich 2 Nachmittage, wenn ich arbeiten bin, á 3 1/2 Std um die Kinder (6 und fast 5) und ansonsten leider gar nicht. Es gibt auch kaum Telefonate. Selbst zur Einschulungsfeier des Großen will er nicht kommen.

Mir tut es so leid für die Jungs, die es sehr gut wegstecken, und würde es gerne ändern.
Vllt habt ihr Ratschläge für mich wie ich mit der Situation besser umgehen oder besser noch sie ändern kann.

Danke und Gruß
20.07.2020, 11:01 Uhr | bke-Zita-Finke
Guten Morgen ane-rev,

ja, da schließe ich mich meiner lieben Forumskollegin bke-Milah-Meggien an: es liegen anstrengend und aufreibende Zeiten hinter Ihnen und Ihrer Familie.

Ihre Trennung hatte eine Vorgeschichte – es ging ihr eine längere Phase von Problemen zwischen Ihnen und Ihrem Mann voraus. Ihr Mann ist ein anderer Mensch als Sie – mit einem anderen Blick auf die Paarbeziehung, auf krisenhafte Momente, aber auch auf das, was gut läuft oder lief.

Es kann gut sein, dass Ihr Mann – wie Sie schreiben – niemals damit gerechnet hätte, dass Sie den Schritt zur Trennung auch wirklich tun.

Das, was bei Ihnen vor Monaten (vielleicht auch Jahren) begann – das begann bei Ihrem Mann mit deutlicher zeitlicher Verzögerung. Während Sie sich vor der auch äußerlich stattgefundenen Trennung innerlich von der Paarbeziehung getrennt haben (vermutlich auch ein schmerzhafter Prozess) und jetzt viele Schritte weiter sind ….
Steht Ihr Mann an einem anderen Punkt. Dem, an dem er es nicht wahrhaben kann & will. Dem, an dem er sauer ist und enttäuscht und gefrustet ….
Und leider kommt es inmitten dieser emotionalen Wallung oft dazu, dass der verletzte Partner nicht mehr sicher zwischen den Rollen als (verlassener) Partner und der Rolle als Papa für die Kinder unterscheiden kann.
So dass dann Drohungen kommen wie: ich unterstütze dich bzgl. der Kinder nicht mehr wie bisher. Oder: ich komme nicht zur Einschulungsfeier.
In den meisten Fällen gelingt es nach einer gewissen Zeit, trotz des Trennungsschmerzes wieder gut in die Elternrolle hineinzufinden. Weil einem die Kinder wichtig sind, weil man sie weiterhin lieb hat. Weil es weh tut, von ihnen getrennt zu sein …..
Das würde ich auch Ihnen und Ihrem Mann wünschen, dass das gelingen wird.

Und bis dahin: da glaube ich, dass es wichtig ist, wertzuschätzen, was bereits gut läuft. Etwa, dass der Papa sich an den beiden Nachmittagen, an denen Sie arbeiten, um die Kinder kümmert. Und ich glaube, dass es wichtig ist, strittige Themen (sollte es sie geben, etwa über Finanzen etc.) ohne die Kinder zu besprechen. Und den Kindern gegenüber in respektvollem Ton vom Papa zu reden. Und vielleicht auch manches zu erklären.

Um Ihrem Mann die Gelegenheit zu geben, dass auch er in die neue Situation (die er nicht entschieden hat, aber die so ist, wie sie ist) Schritt für Schritt hineinfindet.

So dass jeder von Ihnen seinen / ihren guten Weg gehen kann und sie weiterhin als Eltern für Ihre Kinder kooperieren.

Dafür Ihnen, Ihrem Mann und Ihren Kindern
alles, alles Gute
Viele herzliche Grüße
bke-Zita-Finke
17.07.2020, 22:11 Uhr | bke-Milah-Meggien
Liebe Ane-Rev,

da haben Sie ja eine schwere und anstrengende Zeit hinter sich!
Vielleicht holen Sie jetzt erst einmal Luft, halten inne und würdigen das, was Sie geleistet haben, denn das ist SEHR viel.

Dabei haben Sie jetzt schon wieder Ihre Jungs im Blick - das ist wunderbar! - und wünschen sich, dass sich der Vater mehr einbringt.
Ja, das wäre toll!
Aber bitte immer einen Schritt nach dem anderen. Sie haben Ihrem Mann gegenüber den Vorteil, dass Sie bereits innerlich die Ehe abgeschlossen haben. Das muss er noch tun.
Im Moment genügt es, wenn der Vater sich verlässlich 2 mal in der Woche um die Jungen kümmert.
Erwarten Sie nicht mehr, bieten Sie aber dem Vater gleichzeitig mehr an.
Machen Sie ihm immer wieder deutlich, dass die Kinder Zeit mit dem Vater verbringen wollen (nicht, dass Sie das benötigen) und das bestimmte Momente im Leben wie eine Einschulung sich nicht wiederholen werden. Mehr können Sie nicht tun.

Herzliche Grüße
bke-Milah Meggien

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