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11.08.2020, 18:37 Uhr | Emma74
Hallo, ich bin, glaube ich zumindest, alleinerziehende Mutter von vier Kindern, zwei aus meiner geschiedenen Ehe (wohnen beide nicht mehr hier) und zwei aus meiner getrennten Beziehung. Mit dem Vater lebe ich Wohnung an Wohnung. Die Kinder sind 14 und 5, ich trennte mich in der Schwangerschaft, das erste Jahr war ich fast komplett alleine. Danach musste der Vater mehr tun da meine Kraft am Ende war. Unser Betreuungsmodell sieht so aus, dass die Kinder täglich wechseln, jeder hat jeden Tag ein Kind. Ist die Kleine drüben, ist der Große hier. Am Wochenende hat jeder Elternteil einen Tag komplett frei.Soweit die Theorie. Die Beziehung zwischen dem Vater und mir ist sehr schwierig. Gemeinsame Erziehungsziele (Fernsehen, Zähne putzen, Rauchen vor den Kindern, warmes Essen) können nicht getroffen werden.
Der Große geht nur noch selten rüber. Alles andere was die Kinderversorgung angeht, erledige ich (Schulangelegenheiten, Einkaufen, Wäsche...). Ich empfinde mich, bei aller Mitversorgung (wenn ich das überhaupt so nennen darf) als alleinerziehend. Und das auch nicht böse. Wenn ich die Kinder habe, bin ich alleine mit ihnen und trage die meiste Verantwortung, auch wenn, zumindest die Kleine, regelmäßig beim Vater ist. Ich fange viele von den eigentlich getroffenen Absprachen auf (z. B. kümmere ich mich um das Mittagessen am Wochenende weil der Vater dafür nicht Sorge trägt).
Der Vater war nun tief verletzt, weil ich mich so definiere. Vielleicht fühle ich mich auch "nur" alleine gelassen, weil er immer wieder Absprachen untergräbt für die ich dann alleine Lösungen suche. Eine Verletzung war gar nicht beabsichtigt. Ich empfinde mich als alleinerziehend. Darf ich mich gar nicht so nennen?
26.08.2020, 20:34 Uhr | Emma74
Vielen Dank für die Rückmeldungen! Ich glaube ich brauchte eine Zeit Abstand zu dem Thema und anderes war gerade wichtiger. Ich glaube ich würde mich nicht so alleine fühlen, wenn er mich ernst nehmen würde, ich sehen würde dass das, was wir gemeinsam besprochen auch umgesetzt wird. Ich habe wo viel Jahre gekämpft, dass auch die Familienhilfe der Meinung war, weiter Gespräche z. B. übers Rauchen bringen keine Veränderung. Das muss ich nun so akzeptieren, schön finde ich es trotzdem nicht.
Ich habe es immer in Wellen erlebt, dass wir wieder gemeinsame Wege gegangen sind, Absprachen doch funktionierten. Und dann kam wieder ein Bruch und alles fing von vorne an. Das hat sicher mit unseren Geschichten zu tun die zu viel Nähe als gefährlich empfindet.
Ich habe entschieden mich als alleinerziehend bezeichnen zu können. Sehe aber auch seine Seite, dass er ja tatsächlich auch seinen Teil trägt und ihn diese Bezeichnung ausgrenzt. Aber ich muss ja für ihn keine Bezeichnung finden, das darf er tun.
Ruhe in unsere Situation wäre schön, für alle denke ich. Im Moment läuft es etwas ruhiger. Aber das war nie von Dauer. Die partnerschaftliche Trennung war und ist gut. Das war das reinste Chaos. Ich hoffe, dass jeder von uns seinen Weg findet. Jeder für sich alleine und dass wir es schaffen uns zu respektieren, wenn wir auch in vielen Punkten leider keinen gemeinsamen Nenner mehr finden.
20.08.2020, 09:11 Uhr | bke-Kira-Morgenthal
Guten Tag Emma74,

nun haben Sie noch weitere Impulse zu Ihrem Anliegen hier bekommen.
Manchmal hilft es ein wenig, wenn man Verständnis und Mitgefühl von anderen Müttern bekommt, es aufnehmen und ohne sich rechtfertigen zu müssen in sich speichern kann, sich selbst gut dabei behandelt oder die Situation in einem anderem Licht betrachten kann (auch wenn es nur kurz ist). *whistle* Deshalb ist der Austausch im Leben so wichtig. Und manchmal tut es uns gut, wenn wir uns mit unserem Kummer wieder zurück ziehen und nicht alles offenbaren. Beides ist wichtig.
Hier können Sie sich zeigen. Wenn Sie etwas für sich davon hier mitnehmen konnten, freut es mich. Und wenn Sie über Veränderungen in Ihrem Leben als gefühlt Alleinerziehende berichten möchte, sind Sie hier auch willkommen und nicht alleine.
Schreiben Sie!

Herzliche Grüße
bke-Kira-Morgenthal
Zuletzt editiert am: 20.08.2020, 09:12 Uhr, von: bke-Kira-Morgenthal
17.08.2020, 09:56 Uhr | marinadiezweite
Hallo Emma74, ich finde die beschriebene Situation vorweg gesagt, erstmal ganz schön schwierig. Und ich kann dir versichern, dass auch Väter, die verheiratet waren, sich nicht grundsätzlich an Vereinbarungen halten. Das Vereinbaren hat einfach seine Grenzen. Ich glaube, ich würde daher den Schwerpunkt legen auf Dingen, die wichtig sind. Da wären besonders Rauchen in der Wohnung oder in Gegenwart der Kinder sowie das Zähneputzen. Das sind Dinge, da solltet ihr grundsätzlich eine Regelung finden. Denn es geht ja um die Gesundheit der Kinder. Andere Dinge wie das Umgehen mit regelmässigem Mittagessen, die kann man sich wünschen, aber nicht immer erzielen. Das ist halt auch ein Stück Freiheit des anderen. Ich finde, wenn man das nicht möchte, dann ist es besser, die 1/3tel, 2/3tel-Regelung zu verändern. Zum Beispiel, dass die Kinder nur noch am Wochenende bei ihm sind. Dann kann man auch mal locker lassen.
Ich finde, da ihr getrennt seit, kann man eigentlich nicht zuviel erwarten. Du kannst dich glücklich schätzen, dass ihr im Sinne deiner und seiner Arbeitsmöglichkeiten eine solch gute Lösung gefunden habt. Daher würde ich aber nicht mit ihm über die Frage diskutieren, ob du alleinerziehend bist. Was sollte und könnte dabei herauskommen? Falls du ihm damit sagen willst, dass er sich zuwenig um die Kinder kümmert, bitte ihn lieber um mehr Zeit, die er mit den Kindern verbringt.
Ja, ich finde, du bist alleinerziehend. DAs kann auch Vorteile haben. Zum Beispiel braucht man sich nicht wegen jeder Kleinigkeit abstimmen mit seinem Partner. Ich glaube, er ist nur ein wenig bockig, weil es nicht hingehauen hat. Ich kann dir jetzt schon so grob sagen, dass deine Kinder auch dann nicht häufiger und mehr bei ihrem Vater bleiben wollen, wenn er netter wäre, sich mehr kümmern, mehr kochen, oder sonstwas. Meist sehnen sich die Kinder vor allem nach einer ruhigen Welt. Und irgendwann sind sie zwar immer noch froh, dass sie einen Vater haben, Kontakt haben, er nett ist, (das ist er meistens für die Kinder, egal, was er in deinen Augen nicht richtig macht). Aber sie mögen meist auch gern den normalen Alltag, ihren festen Platz für Schularbeiten und Freunde.
Mit dem Wochenende, das wäre vielleicht mal machbar, dass er für zwei Tage beide nimmt? Ansonsten ist es aber so, wenn man Kinder hat und getrennt ist, alleinerziehend ist. Dann ist es wohl oder übel so, dass man fast nie mehr allein ist. Und auch nicht mehr so problemlos allein was unternehmen kann. Es sei denn, du planst dir mal einen Babysitter ein, ab und zu.
16.08.2020, 22:14 Uhr | bke-Kira-Morgenthal

Vielleicht geht es um die emotionale Seite. Ja, der Vater übernimmt auch einen Teil der Versorgung und Verantwortung. Und das wird mit meiner Bezeichnung nicht gesehen. Das kann ich nachvollziehen. Vielleicht bin ich auch so verletzt mich anscheinend so nicht bezeichnen zu dürfen, weil ich für so viel kämpfen musste und doch dann alleine dastand.


Guten Abend Emma74 ,

ich glaube Ihnen, dass es ein Gefühl ist, alleine mit ALLEM zu sein und Sie es mit dieser Bezeichnung "allein erziehend" ausdrücken. Es tut mir leid, dass es Ihnen an Unterstützung und Verständnis von Seiten des Vaters fehlt und auch andere Menschen Ihnen das Gefühl vermitteln, dass Sie nicht ganz alleine sind. Das muss sich oft sehr schwer anfühlen.

Beim Lesen habe ich mich auch gefragt, ob Sie seine Hilfe wirklich möchten, wie sie aussehen könnte und was passieren müsste, damit Sie sich nicht alleine damit fühlen? Denn es liest sich so, als ob Sie mit dem Vater nicht klar kommen und Ihr Leben und das Leben der Kinder möglicherweise ruhiger wäre, wenn Sie sich weniger über den Weg laufen würden. Passt es gerade so oder möchten Sie, dass sich was verändert? Wenn ja: was? Was muss anders laufen und was wünschen Sie sich von ihm, damit Sie sich nicht als alleinerziehend erleben? Und wenn es sich nicht ändert: dürfen Sie es so sagen oder haben Sie das Gefühl, dass das nicht geht?

Ich wünsche Ihnen etwas mehr Ruhe!

bke-Kira-Morgenthal
16.08.2020, 20:08 Uhr | Emma74
Ich fange mal rückwärts mit dem Antworten an.

@ Louise-19: Nein, wir haben noch nie zusammen gelebt. Zu diesem Schritt ist es aufgrund unserer Unstimmigkeiten nie gekommen.Das Verantwortungsproblem gab es schon immer, so dass ich nie "lieb und dankbar"war, sondern schon immer kämpfen musste.

@ Pauliprinzessin: Den Unterhalt bekomme ich für die Kinder. Die rechtliche Definition scheint tatsächlich schwierig zu sein. Von einem Wechselmodell spricht man, wenn die Kinder zu gleichen Teilen bei beiden Elternteilen leben. Das ist ja hier nicht so. Und die Kinder haben ihren Lebensmittelpunkt hier. Somit "dürfte" ich mich als Alleinerziehende bezeichnen, denke ich. Das Mittagessen für die Kinder übernehme ich nicht aus Schwäche sonder aus Verantwortung den Kindern gegenüber. Grundsätzlich haben wir ja eine klare Regelung, dass jeder jeden Tag (bei ihm nach Feierabend) hat. In der Praxis bleibt das bei dem 14jährigen oft aus (teils weil dieser nicht mehr möchte oder der Vater sich auch nicht um eine Regelmäßigkeit kümmert).

@ bke-Lorenz Bauer: Gemeinsame inhaltliche Gespräche sind nicht mehr möglich, das haben wir ausgiebig erfolglos probiert. Der Anlass war der Notbetreuungsplatz in der Kita den ich für meine Tochter bekommen habe, weil ich alleinerziehend bin. Die Leiterin weiß, dass der Vater sich mit kümmert. Der Vater wunderte sich darüber, dass ich offiziell alleinerziehend bin. Ich antwortete, dass ich dies auch inoffiziell sei. Das hat ihn so tief verletzt., Und auch von der Famiienhilfe höre ich, dass ich das so nicht sagen könne und es kränkend sei.

Vielleicht geht es um die emotionale Seite. Ja, der Vater übernimmt auch einen Teil der Versorgung und Verantwortung. Und das wird mit meiner Bezeichnung nicht gesehen. Das kann ich nachvollziehen. Vielleicht bin ich auch so verletzt mich anscheinend so nicht bezeichnen zu dürfen, weil ich für so viel kämpfen musste und doch dann alleine dastand. Und letztendlich für mich die Entscheidung getroffen habe, auch weitere erzieherische Inhalte nicht mehr mit ihm zu besprechen (er möchte das mit mir ebensowenig) da wir keinen gemeinsamen Nenner finden. Somit lebt jeder seine Vorstellungen "alleine".

Ja, ich verstehe seine Kränkung da er seinen Teil übernimmt. Trotzdem sehe ich unser Modell keinesfalls als "gemeinsam", sondern jeder für sich alleine und auch nicht zu gleichen Teilen, weder zeitlich noch was die Verantwortung angeht. Fehlt noch die offizielle Bezeichnung , wenn es die überhaupt gibt. Und es ist auch fraglich ob es darum überhaupt geht, ob die dann irgendetwas heilt.

Ich habe meine Antwort noch nicht gefunden, frage mich immer noch ob ich mich überhaupt so nennen darf (z. B. bei dem Kita-Platz, aber da kann ich ja nachfragen). Es bleibt immer noch recht kompliziert.
13.08.2020, 19:37 Uhr | Louise-19
Hallo Emma,
Du warst 9 Jahre mit dem Vater zusammen , während der Große klein war. In dieser Zeit hast Du ihn als Vater erlebt. Denk mal nach: damals hast Du alles auch schon so gemacht wie jetzt, bloß, daß Ihr ein Paar gemeinsam in einer Wohnung wart.
Er war damals Raucher, hat nicht gekocht, hat dem Kind nicht die Zähne gebürstet, hat sich nicht um Kinderarzt und Schule gekümmert.
Stimmts?
Er macht jetzt nichts anders als früher.
Er gibt sich genausoviel Mühe für die Kinder, vielleicht sogar mehr. (Damals warst Du lieb und dankbar zu ihm. Jetzt nicht mehr. Stimmts?)

Wenn ich Dein Ex wäre, ich wäre so sauer und enttäuscht.

Du kannst Dich gern "alleinerziehend" fühlen, aber Du brauchst ihm das nicht auch noch ins Gesicht zu sagen.
(Klar sehe ich, daß Du jetzt wie damals Gründe hast, Dich alleinerziehend zu fühlen. Keine Frage.)
Viele Grüße, L-19
Zuletzt editiert am: 13.08.2020, 19:42 Uhr, von: Louise-19
12.08.2020, 13:08 Uhr | Pauliprinzessin
eine allgemeingülitge Definition ist sicher schwierig.
Rechtlich betrachtet ist derjenige Alleinerziehend, bei denen die Kinder ihren Hauptlebensmittelpunkt haben und wo eben alles entschieden und organisiert wird und in dessen Haushalt keine weitere Person über 18 vorhanden ist die sich mit einbringen könnte. . Bei Wechselmodellen wird es da schon schwieriger, ich kenne aber im SGB 2 Fälle in denen man dann eben den halben AE Zuschlag erhält, eben weil man hälftig die Kinder bei sich hat und versorgt.
Ja, mein Begriff für mich selbst bzw Paare wo einer meist nicht zu hause ist war immer " alleinerziehend mit Ernährer"
Bei euch Emma, scheint es so zu sein, dass Du alles trägst. Du erhälst hoffentlich den Barunterhalt für die Kinder? Daher bist Du für mich klar alleinerziehend, denn es kommt nicht darauf an, dass die Kinder mal beim Papa drüben sind und da auch mal übernachten wenn es passt. Du schreibst ja, Du organisierst alles, sorgst für alles und lässt dich sogar dazu hinreißen an dem Tag an dem Du gar nicht dran bist mit der Kinderbetreuung noch das Mittagessen zu kochen... Der Papa scheint da eher der "Onkel " zu sein, der ist immer nett und lässt auch alles durchgehen, schließlich kann er es sich leisten, die Kinder gehen ja wieder. Er nimmt nicht mal beide Kinder zusammen, was eigentlich doch zu einem normalen Papa sein dazu gehört. Das mit nur einem Kind kenne ich von mir nur von meiner Mutter als beide Zwerge aktiv waren- sie hat gemeint, dass sie Angst hätte und ihr eines was auf dem Boden rumkrabbelt und eines was durch die Gegend flitzt einfach zu viel wären, gut akzeptiert ist ja die Oma....Dass das für alle kein Zustand ist dämmert dir bereits, aber loslassen kannst Du offensichtlich auch nicht besonders gut. Stellt sich mir die Frage, warum Du dir überhaupt Gedanken darüber machst ob dein Expartner, lediglich Vater eurer Kinder, in seinem Gemüt gestört ist, weil Du das so formulierst , dass Du alleinerziehend bist. Das kann dir doch vollkommen egal sein und ihm übrigens auch.
12.08.2020, 12:41 Uhr | bke-Lorenz-Bauer
Hallo Emma74,

wie man sieht, gibt es unterschiedliche Definitionen und auch eine Menge Kriterien für "alleinerziehend". Bspw. spielen natürlich die Quantität der praktischen Betreuung und Versorgung eine Rolle, die Zeit, die jeder Elternteil mit dem Kind verbringt oder auch wer überwiegend wesentliche Entscheidungen trifft und auch die Verantwortung dafür zu tragen hat. Auch allein der Umstand, getrennt vom anderen Elternteil zu leben, mit oder ohne neue*n Partner*in. Da fällt mir ein, dass ich auch Frauen und Mütter kenne, die in einer aus ihrer Sicht zufriedenstellenden Beziehnung leben, deren Partner (Väter der Kinder) beruflich oder auch freizeittechnisch so aktiv sind, sie jedoch allein alles rund um Familie und Kinder managen. Als "Verheiratet-alleinerziehend" bezeichnete sich eine dieser Frauen. Offensichtlich ist die Definition nicht einfach, sondern -ganz in Gegenteil- recht komplex *hypocritically* Um ganz ehrlich zu sein, ich habe mich bisher nicht vertieft damit befasst. Es gibt/gab auch den Begriff "Ein-Eltern-Familie" oder so ähnlich. Man könnte ja von "teil-alleinerziehend" sprechen, wenn die Aufgaben ungleich aufgeteilt sind. Und Eltern, die ihre Kinder hälftig betreuen, könnten sich auch jeder für sich alleinerziehend nennen statt..., ja statt was?
Mir stellt sich die Frage bei Ihrem Posting, was letztendlich aktuell der Grund dafür sein kann, diese Frage so explizit zu betrachten. Geht es um Anerkennung der Leistungen im Dienste der Kinder und der Familie jedes Elternteils? Einer beansprucht für sich dieses Merkmal, der andere fühlt sich dadurch nicht anerkannt... Ich denke auch, Ihre Wohnsituation "Wohnung an Wohnung" könnte auch einen nicht unerheblichen Einfluss auf Ihr "Versorgungs-/Erziehungsmodell" haben. Was meinen Sie?

Wenn sich die Erziehungsaufgaben mit dem Vater der Kinder nicht verbindlich festlegen lassen, wäre es ja vielleicht ein Idee, jeder von Ihnen macht eine Art "Brainsstorming" zu dem Begriffe zum Thema "Wie teieln wir die Aufgaben rund um die Kinder auf und welchen Namen geben wir dem Ganzen Konstrukt dann?" Wäre interessant, zu sehen, was wer dazu notiert hätte. Nur so eine Idee...

Bin gespannt, welche anderen Ideen und Definitionsvorschläge seitens der Eltern-Community noch auftauchen.

Viele Grüße
bke-Lorenz Bauer
11.08.2020, 20:17 Uhr | Emma74
Vielen Dank für Ihre Antwort und Ihr Willkommen heißen. Ich würde den Anteil der wechselseitigen Betreuung, auch durch die Dienstzeiten des Vater (bei Spätdiensten übernehme ich auch die Betreuung) 1/3 Vater und 2/3 Mutter verteilt sehen. Das würde der Vater sicher auch so sehen. An Kommunikationsversuchen haben wir alles - über Paarberatung am Anfang, Erziehungsberatung und Sozialpädagogische Familienhilfe aber auch alles versucht. Demnach ist ein inhaltlicher Austausch tatsächlich nicht mehr möglich und auch nicht mehr sinnführend. Dass jeder seine eigenen Inhalte verfolgt und der andere dies versucht zu akzeptieren scheint der Weg zu sein. Es bleibt das Absprechen der Abholzeiten, was teilweise schwierig genug ist.
Ja, ich denke auch, dass der Vater sich in seiner Rolle nicht gesehen fühlt. Aber das kann nicht meine Aufgabe sein ihm da Bestätigung zu geben. Ich könnte mich darauf einlassen unser Modell offiziell als Wechselmodell zu bezeichnen. Trotzdem haben die Kinder ihren Hauptwohnsitz bei mir. Und bei allen Anträgen die ich in den letzten Jahren stellen musste, hat niemand gefragt wie ich mein "alleinerziehend" definiere. Bei der Wohngeldstelle reicht die 1/3 zu 2/3 Betreuung auch aus um diesen Status tragen zu dürfen.
Ich habe schon einige Gespräche geführt. Der eine definiert es als alleinerziehend, sobald man mit dem Vater nicht mehr in einer Beziehung lebt. Der andere macht es an den verteilten Betreuungszeiten fest. Aber auch da -ab welcher Verteilung darf ich mich alleinerziehend nennen? Auch die Definition im Intrnet ist unterschiedlich. Streng genommen darf ich mich nur so nennen, wenn der Vater tot ist oder sich komplett raus hält.
Ich empfinde mich als alleinerziehend, weil die Kinder hier ihren Wohnsitz haben, ich die meiste Zeit mit ihnen zusammen bin, sie versorge, mich um fast alle Dinge alleine kümmere, das alleinige Sorgerecht habe.
Sieht das "die ganze Gessellschaft" (Aussage einer Sozialpädagogin) anders als ich?
11.08.2020, 19:28 Uhr | bke-Lorenz-Bauer
Guten Abend Emma74,

mein Name hier ist bke-Lorenz Bauer. Im Namen des ganzen Morderationsteams heiße ich Sie herzlich willkommen im Elternforum! Schön, dass Sie den Weg mit dem, was Sie gerade beschäftigt, hierher gefunden haben.

Sie fragen sich, ob Sie sich in Ihrer aktuellen Betreuungssituation als "alleinerziehend" bezeichnen dürfen. Ich vestehe Ihre Haltung so, dass Sie trotz der theoretischen Vereinbarung mit dem Vater Ihrer beiden Kinder, jeder versorge und betreue die Kinder hälftig, den Großteil der Verantwortung und der praktischen Betreuung bei sich sehen. Um ganz ehrlich zu sein, danach hört es sich für mich auch an. Gleichzeitig nehmen Sie das offemsichtlich als gegeben hin, ohne dem Vater das "ankreiden" zu wollen, ohne ihm etwas "übel" zu nehmen.

Er untergrabe Vereinbarungen, die er mit Ihnen getroffen hat. Ich vermute, sie meinen, -warum auch immer- er hält sich einfach nicht an diese Vereinbarungen. Nun fühlt er sich verletzt, möglichweise in seiner Rolle als Vater nicht gesehen, weil Sie geäußert haben, sich alleinerziehend zu fühlen. Das ist nur mein Eindruck.

Ich frage mich, wie die Kommunikation zwischen Ihnen als Mutter und Vater Ihrer beiden Kinder aussieht, schließlich wohnen Sie ja Wand an Wand. Wenn Ansprachen nicht eingehalten werden, wurden Sie ja zumindest irgendwann getroffen. Demnach vermute ich, es gibt einen Austausch zwischen Ihnen. Wie sieht der denn aus?
Sie haben offendlichtlich sehr unterschiedliche Vorstellungen davon, was die Verbindlichkeit getroffener Vereinbarungen anbelangt. Unterschiedliche Wahrnehmungen, was die Aufteilung der Betreung und Versorgung angeht. Zudem möglicherweise auch unterschiedliche Bedürfnisse, was die Anerkennung der geleisteten Arbeit angeht. Mißverständnisse scheinen entstanden zu sein. Könnte es sein, dass Sie in eine Art Stillstand geraten sind, was den Austausch mit dem Vater angeht. Wäre es vorstellbar, eine Zäsur zu machen und sich neu abzusprechen, die Vereinbarungen auf ihre Tauglichkeit und Umsetzbarkeit zu überprüfen und entsprechend zu aktualisieren?

Liebe Eltern hier im Forum, was fällt Ihnen zur Thematik und zur Fragestellung von Emma74 ein?

Viele Grüße und einen guten Austausch hier im Forum mit anderen interessierten und erfahrenen Eltern,
bke-Lorenz Bauer
Zuletzt editiert am: 11.08.2020, 19:32 Uhr, von: bke-Lorenz-Bauer

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