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Eltern, Jugend, Jugendliche, Pubertät, Sorgen, Probleme, Stress, Sexualität, Ritzen, selbstverletzendes Verhalten (SVV), Missbrauch, Mobbing, Schule, Beratung
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17.01.2014, 22:46 Uhr | Obliviate
Hallöle *Glücklich*

Ich habe mir gestern mal in der Online-Mediathek der ARD den Film "Es ist alles in Ordnung"
mit Silke Bodenbender, Mark Waschke und Sinje Irslinger (großartig gespielt) angeschaut,
da ich ihn am Mittwoch leider verpasst habe.

Wer ihn nicht gesehen hat:
Der Film handelt von häuslicher Gewalt, primär durch den Vater, der seine 13-Jährige Stieftochter
schlägt, die ihn allerdings auch bis aufs Äußerste provoziert und ihre eigene Mutter weit unter
der Gürtellinie beleidigt. In dem Film sind eigentlich alle Familienmitglieder Täter und Opfer zugleich:

- Der Vater, der versucht seine eigenen Interessen der Stieftochter aufzuzwingen und sie mehrfach verprügelt.
- Die Mutter, die weg sieht, den Schein wahrt um kein Aufsehen zu erregen und verzweifelt versucht die Ehe und
die Bilderbuchfassade aufrecht zu erhalten.
- Die Tochter, die ihre Aggressionen an den Mitschülern auslässt und ihre Eltern bis aufs Blut provoziert
und gegeneinander ausspielt.

Der Film ist definitiv nichts für zarte Gemüter, nicht, weil man in allen Einzelheiten die Misshandlungen sieht, sondern eher wegen
dem psychischen Aspekt. Keine leichte Kost eben, aber definitiv sehenswert! Ich liebe gute, deutsche Filme. *Lachend*

Allerdings habe ich mich während des Filmes gefragt, wo Kindesmisshandlung eigentlich beginnt?
Also ab welchem Zeitpunkt spricht man von Kindesmisshandlung? Nach einer Ohrfeige? Oder wenn das Kind über's Knie gelegt wird
und ein paar Mal ordentlich den H!ntern versohlt bekommt? Reicht es schon aus, das Kind an den Füßen aus dem Zimmer zu
schleifen, während es sich am Tischbein festkrallt und "Lass mich los" weinend schreit?
Oder spricht man erst von Kindesmisshandlung, wenn es die ersten blauen Flecke davon trägt?

Das Ganze geschieht ja im Sinne einer Maßregelung, also das Kind provoziert bspw. und die Eltern weisen es zurecht.

Aber wo endet Erziehung und wann beginnt Misshandlung?
What Do We Say To The God Of Death?
- Not Today
 
28.05.2017, 20:51 Uhr | mesielein
Für mich begann Kindesmisshandlung schon dadurch, dass lange, bevor mein Sohn und ich auszogen (wir wohnten beim Vater, der im Haus seiner Eltern, würde ich keinem empfehlen, es sei denn, es sind 1 A Zustände, wenn jung und alt zusammen leben. Meine größere Schwester hielt mich 1992 schon für verrückt, dass ich mir das angetan habe, sie hatte irgendwie recht..), die Oma zu meinem Sohn sagte:

"Bleibst du noch einmal in der Schule sitzen, kommst du ins Internat, siehst die Eltern nur am Wochenende!" Psychische Gewalt gegen Kinder von Seiten der Menschen, die es doch angeblich lieben würden?!
Mein Kind hatte arge Matheprobleme, blieb da in der 3.Klasse sitzen. Ich beruhigte ihn, sagte:"Du machst es besser, kein Problem!"
Mir war klar, da darf ich nicht bleiben, //X//, mein Kind auch nicht, so geschah es denn auch!
Man darf der Oma ruhig Dummheit vorwerfen, ich hielt sie für ausgesprochen dumm, nach dieser Aktion sowieso. Aber durfte ich dieser alten Frau das Umgangsrecht mit meinem Sohn absprechen? Wäre schwierig gewesen, da der Vater bei ihr im Haus lebte.
Es müssen also nicht stets nur Schläge,Vergewaltigung sein, obwohl auch das schlimm genug ist.Mit Worten macht man auch viel kaputt!

//Edit: bke-Stephan-Bäcker: Namen genändert, zum Schutz der Privatsphäre//
Zuletzt editiert am: 29.05.2017, 10:10 Uhr, von: bke-Stephan-Bäcker
 
25.04.2017, 12:28 Uhr | Julia444
Hallo!
Mein Name ist Julia und ich verstehe Eltern genausowenig wie Ihr wenn es um das Kindeswohl geht und man von Kindesmisshandlungen hört.
Aber immerhin müssen die Gerichte solche Vorwürfe jetzt ernstnehmen und können sie nicht mehr baggatellisieren dürfen.

lg Julia

//Edit: bke-Stephan-Bäcker: Ich habe den Link entfernt. Es verstößt gegen unsere Nutzungsbedingungen, externe Links zu posten. Gruß//
Zuletzt editiert am: 26.04.2017, 13:09 Uhr, von: bke-Stephan-Bäcker
 
28.01.2014, 22:33 Uhr | Louise-19
Hallo, Obliviate,
Nach der PM nehme ich meine Aussage zurück. Anscheinend handelt es sich doch um gewohnheitsmäßiges pädagogisches Verhalten. Hmpf.
Aber es hält sich ja in Grenzen, und dem kleinen geht´s auch so weit gut.
Trag´s mit Fassung,
liebe Grüße, Louise

Und zum Thema
kann ich keine starre Grenze ziehen.
Und die Erziehungsvorstellungen verändern sich auch,
und sind von Kultur zu Kultur unterschiedlich.
Und was das eine Kind noch locker wegsteckt,
kann für ein anderes schon zu viel sein.
Genau, vielleicht das:
Jemand sollte merken, wenn ein Kind dauernd nur noch unglücklich ist.
L.
Zuletzt editiert am: 28.01.2014, 22:42 Uhr, von: Louise-19
 
28.01.2014, 19:34 Uhr | Obliviate
Ich schreib dir mal ne PM
Das gehört hier ja nicht zum Thread *Pfeifend*
What Do We Say To The God Of Death?
- Not Today
 
28.01.2014, 19:01 Uhr | Louise-19
Hallo, Obliviate,
ich schreib mal was, obwohl ich mich grad nicht so optimal ausdrücken kann:
1. Dein Kinderzimmer befindet sich in Ihrer Wohnung. Das Geschirr ist vermutlich auch Ihr Geschirr. Wenn im Laufe der Woche so ca. 5 Teller und Tassen und Löffel aus dem Bestand verschwinden, fällt das doch langsam auf. Sowas darf man gar nicht erst einreißen lassen.
Die Wäsche wird vermutlich mit der Familienwäsche zusammen gewaschen, und zwar von Ihr, mit Ihrer Waschmaschine. Wenn die Wäsche auf dem Fußboden rumliegt, verschmutzt sie. Desto eher muß sie erneut gewaschen werden. Es ist nun nicht so, als wäre Wäschewaschen das reinste Vergnügen für Mütter.
Anscheinend wirst Du noch längere Zeit bei Deinen Eltern wohnen bleiben.
Daher schlage ich vor, daß Du diesen Konflikt mal konstruktiv angehst.
Mein Vorschlag wäre, kauf Dir eigenes Geschirr.
2. Geht das 6-jährige in den Kindergarten, wie verhält es sich da? Hat es Freunde/innen?
Man kann sich ja heutzutage die Grundschule aussuchen, vielleicht findet sich eine , wo es komplett als Mädchen akzeptiert wird.
Viele Grüße,
Louise
 
26.01.2014, 20:56 Uhr | Obliviate
Hi Louise

Sie braucht ja nicht in mein Zimmer gehen, dann sieht sie meine Klamotten und so nicht...
Bei mir darf ja nichtmal nen Pulli aufm Boden liegen. Und das ist mein Zimmer, da kann alles auf dem Boden liegen, wenn ich das will!
Oder nicht?
Die Schlangen sind eig gar nicht mehr so das Problem. Bei den Ratten hat sie auch erst voll den Terz geschoben und als ich sie einfach gekauft habe,
fand sie die anschließend ganz lustig. Ich hab meinen Stiefvater gefragt ob ich nen Terrarium im Zimmer darf, weil bei uns Tiere im Haus nicht erlaubt sind
und er hat ja gesagt. Also hol ich mir Schlangen. Hat sie sich jetzt mit abgefunden.
Die sind ja schließlich in meinem Zimmer und ich hol mir ja auch keine Boa C oder Python *wuuuaaahhhh*

Nein der 6-jährige ist ein Junge, der gerne ein Mädchen sein möchte. Wobei er ja noch in dem Alter ist, wo das noch eine Phase sein kann.
Bei manchen hält das ja bis 10 jährig an. Er hört aber auf seinen männl. Vornamen, wird aber meistens mit Spitznamen angesprochen von uns
und er trägt halt nur rosa und Röcke usw, hat lange Haare und spielt mit Puppen.
Das ist aber kein Problem in unserer Familie. Also die Großeltern und Tanten etc, finden das jetzt nicht so toll aber momentan hat er noch keine Probleme.
Aber im Sommer wird er eingeschult und dann kommen erst die Probleme. Er tut mir ein wenig leid. Wenn er wirklich dabei bleibt muss er verdammt
selbstbewusst sein um sein Leben zu meistern und unsere Familie ist vorbelastet. Mein Onkel war schwul und paranoid schizophren (oder so ähnlich) mit
Panikattacken, meine Mutter hatte auch Panikattacken mit Mitte 20, tja dann ich (Bi), offensichtlich auch ein wenig verkorkst und jetzt mein kleiner Bruder.
Also wenn der lebend seinen Schulabschluss macht - dann Kappe ab. Ich könnt's nicht.
Zuletzt editiert am: 26.01.2014, 21:01 Uhr, von: Obliviate
What Do We Say To The God Of Death?
- Not Today
 
26.01.2014, 11:52 Uhr | Louise-19
Hallo, Obliviate,
ich schreibe doch mal was zu Deiner Mutter.
1.Eltern sind beim ersten Kind meistens übereifrig, unsicher, viel zu streng, dauernd am dran rumerziehen, usw. Und beim jüngsten viel nachsichtiger. Aber ich finde schon, daß Deine diesen Trend sehr übertreiben. Tut mir leid für Dich.
2.Daß sie Dich nervt, Du sollst Dein Geschirr spülen und Deine Wäsche in den Schrank räumen, da breche ich mal eine Lanze für sie: Sie tut das nicht als Erziehungsmaßnahme, sondern, je älter man wird, desto mehr nervt einen die Unordnung. Mach es doch einfach, wie lange dauert das, 15Minuten höchstens, und Du ersparst Dir (und ihr) Streit, Ärger und schlechte Laune. (Bei mir dürftest Du übrigens sowieso keine Schlangen halten, und wenn Du 30 wärest.)
3.Vermutlich weiß sie, daß, wenn sie Deinen Bruder nicht aufweckt, er abends nicht früh einschläft, und dann Montags morgens total verschlafen in der Schule sitzt. Vorausplanung ist alles *Heuchlerisch*
4.Das 6-jährige ist Mädchen-zu-Junge-TS? Wow. Trotzdem darf man ihm nicht alles durchgehen lassen, da hast Du völlig recht. Das geht so nicht.
(Vielleicht würde Deine Mutter da eher auf Dich hören, wenn Du Geschirr und Wäsche wegräumst. Ernsthaft.)
Trotz allem noch einen schönen Sonntag,
Louise
 
26.01.2014, 10:15 Uhr | AnjaLe
Hallo,

also ich würde das "rumbrüllen" auch mal in ? setzen. Dann wurde ich in der Schule auch misshandelt, nämlich von brüllenden Lehrern, zumindest 2 sind mir bis heute noch aus der 5-7 Klasse in Erinnerung. Es wurden Mitschüler solange niedergebrüllt, bis sie weinten und auch heute passieren noch solche Ausrutscher, wie mir meine Tochter berichtete.

Anja
 
26.01.2014, 09:25 Uhr | Obliviate
Aloha *Glücklich*
Danke für die vielen Antworten!

Also sich anbrüllen und ankeifen ist in meiner Familie Standard...da man mit meiner Mutter leider nicht
diskutieren kann, weil sie eh immer im Recht und man selbst im Unrecht ist - schreit man sich eben ein bisschen an.

Oha wo ich grad von ihr spreche, jetzt kommt sie gleich in mein Zimmer, ich kann sie hören, sie versucht meinen 14-
jährigen Bruder aus dem Bett zu werfen und dann kommt sie zu mir, wird ein wenig rumkeifen, dass ich meine Wäsche
in den Schrank räumen und mein Geschirr spülen soll. Sonst darf meine Freundin heute nicht kommen, oder ich krieg
das Auto nicht ODER sie verbietet mir Schlangen zu kaufen. Pah. Achso ich werde im Feb übrigens 20Jahre alt - nur mal
so zu den Relationen...DAS nenn ich mal Psychoterror. Keine Privatsphäre und sich immer noch alles vorschreiben
lassen zu müssen. Ich meine es ist Sonntag und wir dürfen nicht ausschlafen...naja *cool*

Richtig cool wird's, wenn mein Bruder sich wehrt. Dann gibt's Geschrei. Oder wenn unser jüngster Bruder, der etwas schwierig
ist, wieder Blödsinn macht oder sich verweigert, dann geht's auch hoch her. Bei dem sind die aber auch echt lasch unterwegs in der Erziehung,
der ist 6 und nur weil er im falschen Körper geboren ist und ultra anstrengend, darf er fast den ganzen Tag fernsehen (ich durfte in dem Alter
nur mittags ne Stunde und abends das Sandmännchen!) und muss das Mittagessen nicht essen, wenn er's nicht mag.
Ey ich habe da noch stundenlang am Tisch sitzen müssen bis ich den Rotkohl aufgegessen hatte. Und nur Wurstebrei haben sie mir
irgendwann erlaubt nicht mehr essen zu müssen, weil ich davon kotzen musste *Lachend* Und dann durfte auch erst um 16Uhr das erste Mal wieder was
gegessen werden. Der isst auch direkt nach'm Mittagessen noch 5 Joghurte und'n Brot und Süßigkeiten sowieso.

Naja egal, "Familie" halt. Aber ganz ehrlich, das ist ja alles harmlos im Gegensatz zu Familien, die mal richtig Hand anlegen.
Ich hab auch mehrfach richtig den *rsch voll bekommen, so dass ich auf dem Bauch durch den Garten gerobbt bin vor Schmerzen, aber das ist für
mich alles noch im Rahmen. Ich war auch ziemlich provokativ als Kind. Klar Psychoterror ist auch nicht ohne, aber das wäre doch niemals nen Grund
um die Kinder aus der Familie zu holen oder? Ich meine wie will man das denn beweisen? Blaue Flecken sind da irgendwie eindeutiger...
What Do We Say To The God Of Death?
- Not Today
 
25.01.2014, 06:19 Uhr | marinadiezweite
Hallöchen und moin. Ich hab den Film schon vor kurzem mal gesehen und dann entschieden, nicht nochmal. Da er emotional sehr aufwühlend ist. Man weiß gar nicht, wer schlimmer dran ist. Wer wen mehr quält und hilflos ist. Zuerst hatte ich entschieden, dass Erwachsene eigentlich schlauer und besonnener als Kinder reagieren müssen. Aber ein Kind kann manchmal, (vor lauter Verzweiflung) auch total schlimm sein.
Nun, letztlich ist es ein Film, der alle Handlungen überzieht. So ist es für mich eher eine Warnung, sich rechtzeitig Hilfe zu holen. Das ist für Erwachsene definitiv leichter als für ein Kind. Hilfe heißt für mich nicht, dass das Jugendamt das Kind zur Raison bringen soll. Sondern dass die Eltern erstmal ihre Position klären. Die Mutter, eine Mutter überhaupt, versucht erstmal ihr Kind zu beschützen. Das ist hier nicht der Fall in dem Film.
Ein Stiefvater sollte versuchen, sich erstmal etwas bedeckt zu halten. Und die Erziehung der Mutter nicht zu unterwandern. Das kann man begreifen und lernen. Ein Kind kann man wohl in so einer Situation nicht großartig ummodeln.
Gewalt ist schon eher erreicht, wenn rumgebrüllt wird. Finde ich. Das kann einem passieren, sollte so ein Alarmsignal sein, dass es so nicht weitergeht. Klar, jeder hat Stress, neue Situationen sind anstrengend, Patchwork noch viel mehr. Doch ehe es soweit kommt, dass sich alle anschreien, sollte schon Hilfe geholt werden. Und dann auch ein Kind in dem Alter nach einiger Zeit mit einbezogen werden. Vergessen darf man nicht, wo die Partnerschaft hingehen soll. Wegen eines randalierenden Kindes würde sich die Mutter ja sicher ganz bestimmt nicht trennen wollen. Also heißt es aushalten und sich auch arrangieren. Das ist eine sehr schwere Aufgabe.
 
21.01.2014, 16:58 Uhr | bke-Clara-Winzenberg
Hallo zusammen,

ein heikles Thema, das alle etwas angeht!

Misshandlung hat wie schon beschrieben fließende Grenzen. Gerade die psychische Behandlung, das Abwerten, die Bemerkungen etc. werden in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen bzw. offen gemacht oder geahndet.

Was das Jugendamt macht? Das Jugendamt muss reagieren, wenn Eltern einen Antrag auf Hilfe zur Erziehung stellen oder wenn eine Kindeswohlgefährdungsanzeige eingeht. Das heißt allerdings nicht, dass immer in Obhut genommen wird, sondern es wird ein Hausbesuch gemacht und die Gefährdung eingeschätzt. Die Erfahrung zeigt, dass ein Jugendamt natürlich nur in „schweren, deutlich erkennbaren“ Fällen handelt. Aus der Sicht einer Beratungsstelle würden wir viel häufiger Kinder aus Familien zu ihrem Schutz herausnehmen, weil unsere Fachkräfte viel intensiver in diesem „Graubereich“ der „schlechter erkenn-und belegbaren“ psychischen Misshandlung arbeiten. Auch Wohnbedingungen etc. werden aus Beratungsstellenperspektive kritischer und ungünstiger für die Entwicklung eines Kindes gesehen als durch die ausführenden Organe des Jugendamts. Mitarbeiter der Sozialen Außendienste der Jugendämter bewegen sich vielfach in dem Spannungsfeld zwischen „staatlichem Eingriff“ in die Familie und Beoibachtung wie auch Beratung.

Bin auf die weitere Duskussuon gespannt.

Herzliche Grüße

Bke-Clara-Winzenberg
*Lächelnd*
 
19.01.2014, 23:19 Uhr | AnjaLe
Hallo,

das Verhalten der Eltern, sowohl des Vaters, wie auch der Mutter,ist nicht tolerierbar und alle gezeigten Gewaltszenen fallen eindeutig unter den Begriff der Mißhandlung, das vorweg.

Also, nachdem ich mir auch den Film in der Mediathek angesehen habe, hat mich das Verhalten des Mädchens ein wenig schockiert! Die Szene im Auto, als das Mädchen auf die Toilette musste und der Vater nicht anhielt, nachdem sie dann in den Sitz gemacht hatte, lies er sie auf dem Parkplatz zurück! Dann in dem Einkaufszentrum, wo sie der Mutter das Eis ins Gesicht warf und sie vom Stuhl gestoßen hat, das Benehmen am Tisch und vieles andere.
Die Mutter war psychisch am Ende, der Hörsturz nach dem Besuch in der Schule war ein Beweis dafür, letztendlich hat sie auf Durchzug geschaltet, dann am Ende doch das Haus verlassen.

Ich möchte an die, die den Film gesehen haben, mal die Frage stellen. Was hätten Erziehungsberatungsstellen oder das Jugendamt unternommen, wenn sich die Eltern an solche Institutionen gewandt hätten?

Anja
 
19.01.2014, 12:24 Uhr | Marina2006
Gutes Thema.
Hier meine spontane Bauch-Meinung dazu:
Misshandlung beginnt dort, wo ein Kind psychische oder körperliche Angriffe nicht mehr verwinden kann.
Z.B. die im Affekt und aus Hilflosigkeit gegebene Ohrfeige: Die kann man besprechen, man kann sich entschuldigen, dem Kind klar machen, dass es nicht seine Schuld war, man kann in späteren Situationen anders handeln. Ich will Ohrfeigen nicht schön reden (ich habe meine Kinder nie geschlagen und wurde selbst komplett gewaltlos erzogen), doch in diesem Beispiel kann das Kind ohne größere Schäden weiterleben.

Wenn diese Affekt-Ohrfeige hingegen täglich gegeben wird, weil der Erwachsene seine Wut, seine Hilflosigkeit grundsätzlich nicht unter Kontrolle hat, wenn die Anlässe immer nichtiger werden, wenn das Kind nichts richtig machen kann, um den Zustand zu verändern - dann beginnt meiner Meiner Meinung nach die Misshandlung.
Ich kenne Fälle, in denen durch ständiges Rumhacken, lächerlich machen und widersprüchlichste Äußerungen massiver Psychoterror betrieben wurde. Wenn dies dazu führt, dass es dem Kind unmöglich wird, eine eigene, stabile Persönlichkeit auszubilden, dann ist dies genauso Misshandlung wie tägliche Schläge. Oder ein trinkender Elternteil, der im Suff furchtbare Dinge zu seinem Kind sagt und sich danach an gar nichts mehr erinnern kann und alles kleinredet, sodass das Kind verletzt und verwirrt zurückbleibt und sich fragen muss, ob es verrückt ist. Oder wenn Gewalt unter den Eltern an der Tagesordnung ist und das Kind gezwungen ist, diese tagtäglich anzusehen, zu hören, mitzuerleben.

Hier also meine Definition, die sich auf die Wirkung, weniger auf die konkrete Tat an sich bezieht:
Misshandlung = das Kind wird durch körperliche oder verbale Gewalt oder Psychoterror in seiner (körperlichen und/oder psychischen und/ oder sozialen) Entwicklung stark beeinträchtigt und kann sich selbst nicht helfen.

Bin gespannt, was andere schreiben.
Marina
Zuletzt editiert am: 19.01.2014, 12:27 Uhr, von: Marina2006
 
19.01.2014, 10:46 Uhr | Ruba
Hallo,
auf Deinen Beitrag hin habe ich mir den Film auch angesehen und fand das Thema auch ganz toll umgesetzt. Alleine die Szene, wo die Mutter den Kleinen vor den Fernseher setzt und den Staubsauger anschaltet, um die Schreie der Tochter nicht hören zu müssen... Und selbst zum Schluss ist sie nicht in der Lage ihre heile Welt wirklich gehen zu lassen sondern behauptet vor der Nachbarin, sie führe zu ihrer erkrankten Mutter.
Definitiv sind sämtliche körperliche und auch extreme verbale Übergriffe gegen Kinder Kindesmisshandlung !
Aber dennoch greifen wir Eltern zu solchen Maßnahmen - weil wir eben auch nur Menschen sind, überfordert von der schwierigen Aufgabe Kinder zu erziehen. Wir haben unsere eigenen Baustellen - eigene Gewalterfahrungen aus der Kindheit, Frust im Beruf oder in der Partnerschaft. Dafür können unsere Kinder aber nichts und sie haben ein Recht auf ausgeglichene Eltern, die in der Lage sind sie gewaltfrei zu erziehen.
Und es ist gut wenn wir uns das immer wieder klar machen.
LG
 
18.01.2014, 14:20 Uhr | bke-Andreas
Hallo Obliviate,

ich habe den Film nicht gesehen, aber ich finde die Frage durchaus interessant und wichtig.
Meine Haltung dazu ist eher "streng" (und passt zur gesetzlichen Lage in Deutschland, die ja jede Gewalt, auch die "erzieherisch gedachte" Gewalt von Eltern gegen Kinder, verbietet ... auch Ohrfeigen sind eigentlich nicht erlaubt).

Für mich hört Erziehung schon mit der Ohrfeige auf, die ich nicht mehr als sinnvolle Erziehungsmassnahme sehen kann, sondern als Akt zorniger Hilflosigkeit oder als Relikt früherer Zeiten und "schlechte Erziehung". Trotzdem würde ich einen Stoss, eine Ohrfeige, einen Schlag aus dem Ärger heraus (sozusagen "provoziert" vom Kind - eine Ausdrucksweise, die die Verantwortung des Elternteils aber zu unrecht aufs Kind verschiebt) noch nicht als Misshandlung bezeichnen wollen. Dieses Wort verwende ich erst bei schwereren Formen.

Man könnte sagen, es gibt einen "Zwischenbereich" von leichterer körperlicher Gewalt, die nicht ok. und bei uns strafbar ist, in vielen anderen Ländern aber noch erlaubt ist als sozusagen nicht-misshandelnde körperliche Strafe.
Dein Beispiel - ein Kind an den Füssen wegzuschleifen, das sich weinend am Tischbein festhält - empfinde ich aber schon als Misshandlung. Übrigens ist auch gehäufte starke verbale Entwertung/Beleidigung verboten und als (verbale) Misshandlung anzusehen!

Liebe Grüße,
Andreas
 
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