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22.04.2017, 09:45 Uhr | Snape
Hallo Ihr Lieben. Ich bin ja sowas wie ein "Stammgast". Für mich und meine Kinder waren die Ratschläge, Tipps und Meinungen hier immer sehr wertvoll. Ich habe viel daraus gelernt und auch mitgenommen.
Jetzt habe ich eine etwas aussergewöhnliche Frage:
Meine 3. Tochter hat Dyskalkulie in einer sehr ausgeprägten Form. Sie macht zur Zeit eine Ausbildung im Einzelhandel. Es kristallisiert sich immer mehr heraus, dass sie den Anforderungen nicht gewachsen ist. Sie braucht deutlich länger als andere um Dinge zu verstehen. Dadurch wird sie von den Kolleginnen gemobbt. Gespräche mit der Chefin verliefen ergebnislos. Sie wird vom Arbeitsamt betreut (assistierte Ausbildung) aber das will sie nicht mehr. Sie möchte die Ausbildung abbrechen. Wir denken aber das es nicht gut ist, da es schwierig sein wird etwas Neues zu finden. Eine weiterführende Schule (Fachabi oder Sozialassistent) ist aufgrund der Lernbehinderung nicht möglich. Vom Versorgungsamt wurde ihr ein Grad der Behinderung von 30% zugestanden.
Was uns auch noch so sorgt ist die Tatsache, dass sie so Vertrauensseelig ist und im Denken echt langsamer. Ich weiss auch gar nicht wie ich das beschreiben soll. Zusammenhänge werden nicht erkannt.
In der Schule fiel das alles nicht so auf. Und ich habe mir immer wieder gesagt durch die vielen Förderstunden und Therapien wird das besser. Aber jetzt wo sie erwachsen wird fällt es um so mehr auf.
Es tut mir gut diese Zeilen zu schreiben, da ich sonst niemanden habe um mich auszutauschen. Und ja ich habe große Angst es auszusprechen. Ich denke, dass meine Tochter etwas geistig zurück ist. Ich schäme mich sehr das zu schreiben.
25.04.2017, 11:25 Uhr | bke-Kai-Menke
Hallo,

vielen Dank für Ihren offenen und persönlichen Beitrag!
Sie haben durch die Antworten hier schon eine Richtung für sich gefunden, wie die nächsten Schritte aussehen könnten. Das ist gut und freut mich sehr!

Ich möchte noch den Gedanken beitragen, dass viele Jugendliche nach Beendigung der Schule eine Orientierungszeit brauchen, um den richtigen Ausbildungsplatz zu finden. Ganz unabhängig davon, welche Begabungen und Kompetenzen sie mitbringen. Ihre Tochter macht da insofern nicht wirklich eine Ausnahme.
Ich stimme Ihnen zu, dass es wichtig ist, mit fachlicher Unterstützung den Förderbedarf Ihrer Tochter zu ermitteln. Das Gespräch beim Arbeitsamt ist ein passender nächster Schritt!

Ich wünsche Ihnen, dass Sie eine gute Unterstützung finden!
Herzlicher Gruß

bke-Kai-Menke
23.04.2017, 11:14 Uhr | marinadiezweite
Hallo snape, mag sein, dass deine Tochter tatsächlich geistig behindert ist. Das würde ich an eurer Stelle abklären lassen. Und zwar sowohl über einen Eignungstest, der sich nicht von vornherein auf bestimmte Berufe festlegt. Es geht einfach nicht immer nur darum, wo man gerade eben noch so unterkommt. Das klingt leider auch ein wenig abwertend und verzweifelt. Das ist kein guter Start!! Besser scheint mir, die Messlatte anders anzulegen. Erzieherischer Bereich. Wieso sagst du gleich, kann sie nicht. Schafft sie nicht? Es gibt doch mehr Berufe als nur die Erzieherin, die drei Jahre Ausbildung hat. Oder die Sozialassistentin, wo die Ausbildung auch ganz schön schwer ist. Ich meine, ihr beide solltet euch gemeinsam umhorchen, wie man dieses Ziel ''was mit Kindern'' erreichen kann.
Beziehe dabei bitte noch mehr deine Tochter mit ein. Es mag sogar sein, dass sie eine geistige Behinderung hat. Jedoch setzt das ja ihren Willen und ihre Wünsche nicht ausser Kraft. Momentan macht sie sich sehr klein.
Des weiteren wäre ein Test über eine Psycholgogische Praxis sinnvoll. Oder vielleicht über eine Ergotherapiepraxis. Genau kenne ich mich damit nicht aus. Aber es wird ja sicher auch Bereiche geben, wo sie gut ist. Beziehungsweise kann man intelligenzmässig die Grenzen erkennen. Was jedoch nicht heißt, geistig behindert. Beziehungsweise kann es einfach gut sein, einen Beruf nochmal neu zu wählen, wo die Dyskalkulie nicht so sehr im Mittelpunkt des Problems und der Ausbildung steht.
Ich habe aus dem, was du schreibst, eher den E indruck, dass deine Tochter sich gegen diese Sonderbehandlungen wehrt. Denn sie spürt ja, alle machen, alle tun. Aber die Erfolge bleiben aus und sie scheint einfach keine Freude an ihrer Ausbildung zu haben!?
Ich hatte mal ein Gespräch mit dem Ausbilder, als mein ältester im ersten Lehrjahr war. Da hieß es, er sei extrem langsam. Nun, Schuldgefühle hatte ich nicht. Und mein Sohn auch nicht. Denn er konnte nicht anders und ich konnte nichts dafür!! Ich hab das dann gar nicht versucht zu entschuldigen. Der Chef meinte dann plötzlich, nun, immerhin stell ich fest, er zieht seine Sache mit Bedacht durch.
Ich würde deiner Tochter vorschlagen, dass sie die Ausbildung nicht abbricht. Sondern sich eine Alternative anschaut. Vielleicht ein kurzes Praktikum in einem anderen Bereich. Das entlastet einen meist schon etwas.
23.04.2017, 10:16 Uhr | Snape
Als ich die Beiträge von Euch gelesen habe musste ich erst einmal total weinen. Ihr habt die Situation richtig erkannt. Besonders Sternchen hat es auf den Punkt gebracht. Mit dem langsameren Denken. Das trifft es genau.
Meine Tochter hat leider kein Hobby. Wenn sie frei hat, dann will sie nur schlafen. Leider hat sie nicht so gute Freunde. Aber ich denke das liegt daran, dass sie bei denen so akzeptiert wird wie sie ist. Keine guten Freunde, damit meine ich die trinken viel kiffen usw.
Ich werde das auf jeden Fall mit dem Arbeitsamt machen. Danke für den Tipp.
Sie brauch einen Arbeitsplatz wo sie nicht geschimpft wird, wenn sie es nicht gleich begreift.
Meine Tochter hat einen Berufswunsch. Sie würde sehr gerne Erzieherin im Kiga werden. Das schafft sie nur durch eine Ausbildung.
Nochmals vielen Dank an Euch. Ihr habt mir sehr geholfen. Daumen hoch Daumen hoch Daumen hoch
23.04.2017, 09:34 Uhr | Sternchen155
Hallo Snape,

ich hab auch Dyskalkulie (nicht ganz so stark) und habe für meinen Realschulabschluss die letzten Monate 8 h Nachhilfe gebraucht und alle anderen Naturwissenschaften (Alles was mit Logik, zahlen, und räumlichem Denken zutun hat) fallen mir sehr schwer. Hatte in der 7. Klasse auch Therapie (Konzentrationstraining)...

Ich weiß zwar nicht wie es bei deiner Tochter aussieht aber da es, wie du sagst nicht so auffiel in der Schule hat sie wahrscheinlich doch auch eine Stärke oder?

Ich bin auch langsamer im Denken. Ich wusste erst auch nicht was ich machen soll. Bei mir liegt eine Teilbegabung vor. In Sprachen bin ich sehr sehr gut. Deshalb besuche ich eine Berufsfachschule für Fremdsprachenberufe.

Wie gesagt kann mein Beitrag total nutzlos sein weil ich nicht weiß wo die Interessen und Stärken deiner Tochter liegen....

Liebe Grüße
Stern
Zuletzt editiert am: 23.04.2017, 09:36 Uhr, von: Sternchen155
23.04.2017, 00:07 Uhr | Another-Love
Hallo Snape!

Ich finde auch nicht, dass du dich schämen musst. Eher im Gegenteil. Ich habe das Gefühl, dass du versuchst deine Tochter bestmöglich zu unterstützen. Du hast ja geschrieben, dass die schon Therapien hatte und auch hier, suchst du nach Hilfe.
Ich kann gut nachvollziehen, dass dir die Einschränkungen deiner Tochter Sorge machen. Für mich wäre es fernab der Kognition erstmal wichtig zu schauen, was ihr Spaß macht. Sie ist ja scheinbar gestärkt aus der Schule gegangen. Ich hätte bei Mobbing auch keine Lust dort weiter zu machen und es macht so viel kaputt.
Vielleicht ist es einfacher für dich, wenn du dir mal eines deiner anderen Kinder anschaust. Wie würdest du dort handeln, wenn er/ sie sagen würde, dass er/ sie die Ausbildung abbrechen und etwas Neues beginnen möchte? Ich kann mir gut vorstellen, dass es bei deiner Tochter nicht so einfach ist. Dort auch nicht alles mal eben so geht... Trotzdem denke ich, ist es ja wahrscheinlich für dich am Wichtigsten, dass sie glücklich ist. Vielleicht würde euch auch eine Berufsberatung weiterhelfen, bei der ihr euch mal alle zusammensetzt und schaut was möglich ist und besonders, was den Interessen deiner Tochter entspricht.
Ich glaube nicht, dass es so produktiv wäre, wenn sie in dem Betrieb bleibwn würde. Du schreibst ja, dass sie den Anforderungen (trotz Unterstützung) nicht gewachsen ist und es nur zu Mobbing führt. Vielleicht findet sich ja etwas Passendes. Ich bin mir sicher, dass ihre Motivation zu arbeiten, dann auch wieder steigen wird.
Ich würde jetzt aber nicht alles abbrechen. Erstmal in Ruhe schauen und die Ausbildung fortsetzen. Ein gemeinsames Gespräch kann nie schaden.
Hat sie denn selbst Vorstellungen? Hat sie schonmal geäußert, wo ihre Interessen liegen?
Liebe Grüße! *bye*
Another-Love
Es ist leichter zu lächeln, als zu erklären warum man weint!
22.04.2017, 20:38 Uhr | AnjaLe
Hallo Snape,

danke für Dein Vertrauen in dieses Forum. Du musst Dich icht schämen, Deine Gedanken offen auszusprechen. Es ist natürlich sehr schwierig aus der Ferne etwas dazu zu schreiben, aber ich versuchs mal. Das Deine Tochter langsamer ist und Zusammenhänge oftmals nicht erkennt, muß nicht unbedingt bedeuten, das sie etwas geistig zurück wie Du es nennst. Bei so Dingen wie Dyskalkulie, ADHS und auch anderen psychischen Geschichten sind die Grenzen oft fließend und es ist sehr schwierig, genau festzulegen, was jetzt genau die Ursache ist. Wie sieht es denn mit anderen Dingen aus, hat sie z.B. einen Führerschein? Kann sie so Dinge wie Fahrkartenautomaten bedienen, oder kommt sie da irgendwie gar nicht klar? Wie sieht es denn mit dem Freundeskreis aus, hat sie einen Freund, Hobbys? Sind diese Probleme in der Schule/Ausbildung schlimmer, als beispielsweise zuhause? Manchmal stecken da ganz andere Dinge hinter, nämlich das das Denken durch eine Angst-, oder Anpassungstörung ausgebremst wird, weil man unter Druck vor anderen funktionieren muß. Nun kommt noch das Mobbing hinzu.

Du kannst versuchen, beim Arbeitsamt einen Antrag auf Gleichstellung zu stellen, d.h. aufgrund des GdB von 30% kann sie dadurch mit einem behinderten Menschen (GbB 50) gleichgestellt werden! Das heisst nun aber nicht, das sie behindert ist, sondern würde auf dem Arbeitsmarkt andere Wege eröffnen, z.B. den zu einem leidensgerechten Arbeitsplatz? Das heisst, sie hätte Anspruch auf einen Arbeitsplatz, der ihren Fähigkeiten gerecht wird. Dadurch hat sie aber keinen Anspruch auf längere Pausen, weniger Stunden oder mehr Urlaub, wie es einem auf GdB 50 beschiedenen Menschen zusteht. Gleichstellung ist etwas anderes! Das Arbeitsamt versucht aber in der Regel zuerst, solche Menschen in eine andere, ihren Leistungen entsprechenden Tätigkeit des allgemeinen Arbeitsmarktes zu vermitteln.

Möglicherweise ist sie im Einzelhandel wirklich überfordert, der Kundenandrang, Kassieren, alles muß schnell gehen, Wechselgeld zählen uvm. Ich habe mal gelesen, das der Umgang mit Blumen, Pflanzen durch die Farben und Gerüche einen positiven Effekt auf Menschen hat oder haben soll, die solche Probleme haben, wie Du sie beschreibst.

Ich würde hier nochmals mit dem Arbeitsamt reden, eine Ausbildung fortzusetzen, die sie offensichtlich überfordert, hat aus meiner Sicht keinen Sinn, denn sie muß ja auch später in dem Beruf arbeiten können.

Lg
Anja

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