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05.06.2019, 10:00 Uhr | bke-Lorenz-Bauer
Liebe Eltern, liebe Jugendliche,

jedes Jahr wiederholen sich die Prüfungsphasen an den Schulen, dennoch ist es immer für alle Beteiligten, insbesondere natürlich die Schüler, eine sehr anstrengende und aufregende Zeit. Auch ohne das Forum und die Onlineberatung ging und geht (je nach Bundesland) auch die diesjährige Abi-Phase nicht sang- und klanglos vorüber, besondere Aufmerksamkeit bekommt dieses Thema, wenn in der eigenen Familie ein Kind die Schule abschließt.

Von vielen Jugendlichen weiß ich, wie sie diese Zeit erleben: viel lernen; Sorgen, ob es klappt; Stress, um einen bestimmten Durchschnitt zu erreichen; schlechte Laune; Reizbarkeit; das Gefühl, das Leben mache keinen Spaß... Andere Jugendliche wiederum gehen damit relativ entspannt um. Für den Geschmack mancher Eltern zu entspannt. Wie auch immer, es gibt da eine große Bandbreite, wie diese besondere Zeit erlebt und danach hoffentlich auch gefeiert wird *smiling* .

Oft denke ich mir, "das ist schon so eine spezielle Zeit, für Eltern und Kinder"- nein, natürlich sind diese ehemaligen Kinder zwar noch unsere Kinder , in Wirklichkeit sind sie (oder seid ihr *wink* ) jedoch mindestens Jugendliche, meist jedoch bereits junge Erwachsene. Das sollte man nicht übersehen!

Die Abi-Phase neigt sich dem Ende zu und ich frage mich, ob das nicht ein guter Zeitpunkt ist, mal bei Ihnen als Eltern nachzufragen, wie sie diese letzten Wochen erlebt haben, wo es Unsicherheiten gab oder was gut geklappt hat. Vielleicht gibt es ja ein paar gute Tipps und Tricks?

Und Ihr Abiturient*innen, wie fällt eure Rückschau aus? Wie habt ihr eure Eltern in diesen Wochen erlebt. Waren sie hilfreich und rücksichtsvoll, sind sie euch auf den Wecker gegangen oder vielleicht auch beides gleichzeitig *whistle* ? Was hättet ihr euch gewünscht?

Bestimmt können die Jungen und die Alten hier immer wieder eine Menge voneinander lernen. Was meint ihr, liebe Abiturient*innen, was meinen Sie, liebe Eltern?

Eines ist ziemlich sicher: Das nächste Abitur kommt, der nächste Jahrgang steht ja schon in den Startlöchern.
Ich bin sehr gespannt *cool* .

Viele Grüße
bke-Lorenz (-Bauer)

Ps: Allen anderen "Prüflingen", denen noch eine Abschlussprüfung in diesem Schuljahr bevorsteht und Kandidat*innen für Nachprüfungen, viel Glück und Gelassenheit Daumen hoch !
Zuletzt editiert am: 06.06.2019, 09:21 Uhr, von: bke-Lorenz-Bauer
17.06.2019, 13:41 Uhr | Sany2018
Herzlichen Glückwunsch meine Liebe! Ich wusste du schaffst das *wink*
Weißt du, was mich aber nich mehr erfreut? Ich sage es dir. Die Tatsache, dass du zufrieden bist mit dem, was du geleistet hast!
Die Antwort ist gar nicht essenziell Alex, ich denke, dass es gut ist, so, wie es jetzt ist und sich keine negativen Gedanken oder sonstiges mehr lohnen, denn es ist vorbei, vorbei für dich und für mich auch.
Ich schließe mich bke-Hana an!
Also genieße deinen Tag und mach vielleicht nich etwas schönes, belohn dich, du hast es verdient.

Liebe Grüße
Sany.
17.06.2019, 11:57 Uhr | bke-Hana
Jippi, juchhuH!!!!! liebe DreamingAlex,

ich hörte grade den Stein, der dir vom Herzen gefallen ist, mit einem riesig lauten Krach aufplumsen. Dong!

Ich freue mich sehr über deinen "völlig unaufgeforderten und egoistischen von dir selbst erzählten Beitrag". Wie schön!

Herzlichen Glückwunsch!

und jetzt: Carpe Diem du Liebe!

bke-Hana
17.06.2019, 11:46 Uhr | dreamingAlex
Ich schreibe einfach mal (völlig unaufgefordert und egoistisch von mir selbst erzählend) hier.

Gerade hab ich meine Abi Ergebnisse bekommen und man hat vielleicht gemerkt, dass es mir vorher nicht so gut ging.

Zum Glück hat meine Stufenleiterin mir die gesagt und nicht der Stufenleiter, der mich noch immer nicht kennt.
Was soll ich sagen? Ich bin überglücklich! Hab Noten, mit denen ich nie und nimmer gerechnet hätte!
Ich bin nicht abgewichen und eine Nachprüfung würde sich gar nicht lohnen. Ich glaube, selbst wenn ich in allen drei Fächern 15 Punkte holen würde, könnte ich mich nicht verbessern.
Ich bin also fertig. Klipp und klar fertig und einfach nur glücklich und zufrieden.
Ich sitze draußen, die Sonne scheint und sie scheint auch in mir.

Ein paar Abi Noten lösen nicht alle Probleme, aber gerade geht es mir einfach nur gut und das lasse ich mir durch nichts zerstören!

Wenn ich von meinem Flug gelandet bin, möchte ich auch auf das antworten, was du geschrieben hast, Sany.
Ich Sitz aber im Park, die Sonne spiegelt im Handy und gerade möchte ich nichts negatives in meinem kopf zulassen...
Oh the wind is gently blowing as the light begins to fade. I'm sick and tired of playin' it all, I'm sick of this parade.
17.06.2019, 07:08 Uhr | dreamingAlex
Danke Sany, mit deinen Worten konnte ich zumindest gut einschlafen (über den Rest reden wir besser nicht)
Ich möchte nachher noch ausführlicher antworten, hab aber gerade nicht die Zeit dafür, weil ich gleich los zur Schule muss.
Trotzdem wollte ich nicht gehen, ohne mich bei dir zu bedanken. Keine Ahnung, ob ich das hier ohne dich schaffen würde.
Mir geht's nicht gut und ich hab das Gefühl, ich könnte Feuer spucken; zumindest wenn ich genügend Luft dafür hätte. Aber ich hab ein kleines bisschen geschlafen, bin aufgestanden und werde gleich zur Schule fahren. Das reicht für den Moment und du hast mir geholfen, so weit zu kommen.
Danke danke danke!

Auf den Rest antworte ich nachher (oder wenn ich fertig bin mit weinen)
Wünsche dir einen wunderschönen Tag!
Oh the wind is gently blowing as the light begins to fade. I'm sick and tired of playin' it all, I'm sick of this parade.
16.06.2019, 22:07 Uhr | Sany2018
Ach Alex, wie gerne würde ich dich jetzt in den Arm nehmen und fest drücken! Ich hoffe, dass meine virtuelle Umarmung bei dir ankommt und du sie spürst! Denk morgen an sie, geh in dich und versuche sie zu spüren, wenn du wieder Panik bekommst, sie wird dich halten.

Es berührt mich sehr, dass dich meine Worte aufmuntern und du sie annehmen kannst, ich freue mich darüber und werde dir auch in Zukunft zur Seite stehen, wenn du magst. Ich schreibe dir so gerne!

Es ist schade, dass du so doofe Begegnungen machen musstest, leider gehören sie zum Leben und niemand kann uns davor verschonen. Auch ich habe derartige Begegnungen machen müssen und als ich der Sozialpädagogin in der Schule oder der Psychotherapeutin in der Beratungsstelle davon erzählte, kam von beiden zurück, dass irgendwann Menschen in mein Leben treten werden, die so sind, wie ich, die, ohne, dass ich persönlich so von mir sprechen würde, das Herz auf der Zunge tragen, immer erst an das Gegenüber denken und dann an sich und die einfach mehr Empathie in sich tragen, als die meisten anderen. Ich bin der festen Überzeugung, dass es so kommen wird, ich weiß nicht wann, aber früher oder später wird es passieren und die Tatsache, dass beide das unabhängig voneinander gesagt haben, hat mich schon sehr geprägt und ich denke, dass die Aussage auch auf dich passen könnte und du ebenfalls dein Gegenstück beziehungsweise wahre Freunde finden wirst, die dich nehmen, wie du bist. Irgendwie wächst man auch an solchen Begegnungen, denn man reflektiert alles und lernt aus allem, was passiert und daran wiederum kann man nur wachsen, so habe ich mir das zusammengesetzt, um diese Begegnungen besser aushalten und damit umgehen zu können.
Ich wachse einfach an ihnen!

Nein, ich denke auf keinen Fall von Dir, dass du arrogant bist. Ich verurteile Menschen nicht und erst recht nicht im Hinblick auf ihre Leistungen, denn ich weiß, dass man nicht immer Einfluss auf das hat, was am Ende auf dem Papier steht. Ich war nie eine schlechte Schülerin, zum Teil sogar Kursbeste oder Leistungsträgerin und dennoch habe ich “nur“ eine zwei vor dem Komma und ich bin sogar unfassbar stolz darauf und das obwohl mehr drin gewesen wäre, aber es ging eben nicht, weil mein Körper und meine Seele gestreikt haben und ich machtlos war. Keine Note spiegelt das wieder, natürlich bin ich abgesackt, was meine Leistungen angeht, aber wer kommt schon auf die Idee, dass es bei einer “Musterschülerin“ auch mal schlecht laufen kann und so etwas, wie Probleme der Grund dafür sein könnten und genau, weil man das nicht sieht, verurteile ich nicht und lege keinerlei Wert auf Noten, wenn ich jemanden kennenlerne oder kennenlernen möchte. Wenn ich etwas an mir selbst gelernt habe, dann, dass alles einen Grund hat und man um die Ecke denken und regelmäßig die Perspektive wechseln sowie sich immer die Frage nach dem “Warum?“ stellen sollte, um jemanden verstehen und das Verhalten einordnen zu können. Da brauchst du dir also keine Sorgen machen! Und natürlich freue ich mich mit und für dich, unabhängig davon, ob ich mithalten kann oder nicht. Ich verstehe deine Sorge diesbezüglich aber, denn Konkurrenz und Wettkampfdenken war auch in meiner Stufe an der Tagesordnung und ich denke, dass es vielleicht sogar menschlich ist, dass man sich rühmen möchte und Anmerkung bekommen mag und das geht eben nur, wenn man besonders gut ist, dennoch verliere ich mein Verständnis im Bezug auf diesen Trieb, wenn andere darunter leiden müssen!

DANKE für deine lieben Worte, ich nehme sie mir zu Herzen und halte sie fest!

Und jetzt Wisch deine Tränen weg und gehe morgen mit erhobenem Haupt in die Schule, du kannst das *wink*
Zuletzt editiert am: 16.06.2019, 22:17 Uhr, von: Sany2018
16.06.2019, 21:07 Uhr | dreamingAlex
Danke Sany!
Obwohl ich gerade in einem Panikanfall tränenüberströmt hier sitze, musste ich durch deine Worte lächeln.

Du hast mir so sehr geholfen auf diesem Weg! Hier konnte ich meinen Sorgen und Zweifeln Raum geben; etwas, was für mich sonst leider nicht möglich ist. Oft genug wurde ich wirklich dafür beleidigt und die ein oder andere Freundschaft ist daran zerbrochen, dass ich mich kurz geöffnet hab und erzählt hab, dass ich mich sorge. Dann hatte ich eine gute Note und viele sind deswegen schon sauer geworden.
Auch die, die nicht sauer werden, nehmen mich einfach nicht ernst. Machen sich teilweise über mich lustig.
All das tut weh.
Hier ist das nicht so. Zum einen kann ich entscheiden, was ich von mir erzähle. Ich kann meine Sorgen hier teilen, aber muss nicht zwangsweise mein Ergebnis hier bekanntgeben. Das nimmt mir den Druck.
Und zum anderen gibt es hier solchen wunderbaren, offenen und verständnisvollen Menschen wie dich, liebe Sany! Und du verurteilst mich nicht. Ich weiß nicht, wie deine Noten sind und es ist mir auch nicht so wichtig. Wenn du gerade über deine Noten reden willst, dann sind sie wichtig. Aber sonst bist du der Mensch, der mir etwas bedeutet und mir sympathsich ist, obwohl ich ihn kaum kenne. Aber vielleicht würdest du dich über meine Noten freuen (wie gesagt, ich weiß es wirklich nicht! Das soll jetzt auf keinen Fall heißen, dass ich davon ausgehe dass ich besser bin als du oder so! Ich weiß nur, dass ich eigentlich nicht schlecht bin und es doch Leute gibt, die meine Noten gerne hätten. Und das klingt gerade dermaßen arrogant! Hoffentlich kommt es irgendwie an, dass ich das kein bisschen so meine!!!!), aber trotzdem akzeptierst du meine Sorgen. Und machst mir Mut. Wirklich Mut. Keine Floskeln, die nett gemeint sind, aber mir doch nur das Gefühl geben, nicht ernst genommen zu werden. Nein, echten Mut! Weil du nachvollziehen kannst, wie ich mich fühle. Und weil du einfach die richtigen Worte findest. DANKE!!!

Mir geht es wirklich nicht gut gerade, aber trotzdem hälst du mich gerade davon ab, wahnsinnig zu werden.

Danke für deine lieben Worte und Komplimente! Ich wünschte, du wüsstest, wie viel Kraft mir dieser eine einzige Satz gibt!!!!

Auch dir wünsche ich natürlich alles alles Gute! Du bist ein wunderbarer Mensch, der nur das beste verdient hat und schon so viel geschafft hat! Jetzt geht es einen großen Schritt weiter und den wirst du auch meistern! Das wünsche ich dir von Herzen und das wirst du auch.

Deine Alex
Oh the wind is gently blowing as the light begins to fade. I'm sick and tired of playin' it all, I'm sick of this parade.
16.06.2019, 18:55 Uhr | Sany2018
Auch ich danke dir Alex! Du hast mich ebenso zum Nachdenken angeregt und ich habe mich sogar in deinen Argumenten, insbesondere in dem, dass die Noten großen Einfluss auf dein Selbstwertgefühl haben, wiedergefunden. Ich verstehe dich!
Es ist schön, und da gebe ich dir vollkommen recht, dass wir uns so ungezwungen und konstruktiv hier austauschen können, ich freue mich immer sehr über deine Sichtweisen, Berichte und Antworten!
Noch mehr freue ich mich darüber, dass wir beide unser Abitur bestanden haben und uns gegenseitig auf unserem Weg gestützt und begleitet haben! Danke dafür.

Ich wünsche dir alles, alles gute, bleib stark morgen, du bist eine tolle Schülerin und vor allem ein bewundernswerter, tiefgründiger Mensch, weiter so!

Deine Sany.
16.06.2019, 18:37 Uhr | dreamingAlex
Danke Sany für deine so ausführliche Anwort und deine lieben, aber auch zum Nachdenken anregenden Worte!

Ich verstehe deine Sichtweise vollkommen und könnte auch vollkommen deiner Meinung sein.
Aber Menschen meckern nunmal gerne und ich wollte hier gerne meine Sichtweise einmal schildern (das sollte auf keinen Fall irgendwie böse oder sonst was gemeint sein!!!)

Ich bin sehr sehr dankbar, dass meine Eltern sich für mich interessieren, nach meinem Abi fragen, sich Zeit für mich nehmen, ein offenes Ohr für mich haben.
Ich weiß sehr wohl, dass das nicht selbstverständlich ist und besonders hier im Forum bekommt man das nochmal mehr vor Augen geführt.
Das, was ich hier mache, ist in jedem Falle nur Jammern auf hohem Niveau!
Ich möchte hier absolut niemandem einen Vorwurf machen! Aber so wie du mir gerade erklärt hast, dass auch meine Elter mitleiden und nervös sind (danke dafür übrigesn! In meiner Angespanntheit hab ich mir da überhaupt keine Gedanken drum gemacht), wollte ich einfach beschreiben, wie es mir damit geht.
Andere brauchen eben vielleicht gerade die Nachfragen. Weil sie nicht unaufgefordert von sich erzählen wollen oder sich einfach freuen, dass jemand aktiv zeigt, dass er sich für sie interessiert.
Ich wollte das nicht pauschalisieren. Vielleicht hätte mein Appell lauten sollen: Guckt, was den Prüflingen gut tut und achtet darauf! Und wenn ihr öfter nachfragt, weil ihr auch angespannt seid, dann sagt das doch einfach mal so!
Ich hab meinen Eltern gesagt, dass mich das ständige Nachfragen mürbe macht. Sie haben es etwas eingestellt, aber fragen nach meinem Geschmack noch immer zu oft nach.
Morgen ist das erstmal vorbei - so oder so.

Auch dass diejenigen, die durchfallen oder nochmal zittern müssen, einen deutlich höheren Druck haben und auch die entsprechende Aufmerksamkeit verdient haben, wollte ich hier überhaupt nicht in Abrede stellen.
Eine sehr gute Freundin von mir hat völlig unvorbereitet erfahren, dass sie ihr Abi nach jetztigem Stand nicht bestanden hat und auch mich hat diese Nachricht sehr schockiert. Sie wird viel mehr darunter leiden, aber auch mich macht das fertig und ich weiß, dass das überhaupt nicht mit einem nicht erreichten Wunschschnitt zu vergleichen ist.
Trotzdem würde ich mir wünschen, dass auch meine Sorgen ernst genommen werden. Manchmal fühlt sich das alles an wie ein Wettbewerb: Wem geht es schlechter? Wer hat es schwerer?
Jeder hat sein Päckchen zu tragen und jeder findet sein Päckchen schwer.
Müssten wir nicht eigentlich viel eher glücklich sein? Wir leben im Frieden, dürfen zur Schule gehen, sind so gesund, dass wir lernen können! Abi ist ein Luxusproblem. Und dabei ist es, wenn man von weit weg guckt, sogar ziemlich egal, ob es da ums Bestehen oder um einen bestimmten Schnitt geht.
Und trotzdem möchte jeder gehört werden.
Ich bin ehrlich: Ich werde ziemlich wahrscheinlich ein recht gutes Abi machen. Ich brauche noch nicht mal einen NC, das ist alles völlig egal.
Und trotzdem mache ich mir Sorgen und habe Ziele, die ich gerne erreichen würde.
Ich ziehe ziemlich viel an Selbstvertrauen und Bestätigung aus meinen Noten und das waren jetzt die letzten Klausuren, die gut sein werden. An der Uni wird es nicht einfacher!
Ich hätte mit einem guten Schnitt gerne eine Art Belohung dafür, dass ich mich durch die Schulzeit gekämpft habe. Möchte mich selbst belohnen bzw belohnt haben.
Würde auch all die schönen Erinnerungen gerne mit einer weiteren schönen abschließen.

Ich hoffe, mein Text kommt bei dir nicht als "Rechtfertigung" oder als "zurück schießen" an! Ich find diese Diskussion schön; kann deine Argumente auch gut nachvollziehen, auch wenn sie für diesen Moment nicht meine sind, weil ich zu tief in meinen ganz eigenen unwichtigen Problemen und Gedanken stecke.
Deine Text hab ich dementsprechend auch kein bisschen übel genommen. Im Gegenteil: Ich bin sehr dankbar, dass du dir soo viel Zeit genommen hast! Dass du mir freundlich widersprichst und ein sachlicher Gedankenaustausch möglich ist! Dass du mir Mut machst und so nette Worte schenkst! Das tut gut!

Danke dir und natürlich auch die herzlichen Glückwunsch zum bestanden Abi!
Liebe Grüße
Alex
Oh the wind is gently blowing as the light begins to fade. I'm sick and tired of playin' it all, I'm sick of this parade.
16.06.2019, 17:15 Uhr | Sany2018
Hallo Alex,

ich verstehe dich, wie so oft, sehr gut. Auch dieses Mal habe ich das, was dir noch bevorsteht, schon hinter mir.

Es ist vollkommen normal, dass man derartig auf die Notenbekanntgabe reagiert, es hängt ja auch einiges ab von diesem Tag und wir haben monatelang, wenn man so will sogar viele Jahre, auf diesen Moment hingearbeitet. Es ging auch mir nicht gut vor und an dem Tag selber erst recht nicht und als ich den Rest des Jahrgangs gesehen und erlebt habe, kann ich dir sagen, dass wir damit nicht alleine sind, alle waren nervlich am Ende mit dem Unterschied, dass wie nicht angerufen worden sind, weil das bei uns nicht mehr gemacht wird, und somit sozusagen vollkommen blind in die Notenbekanntgabe gegangen sind, sei dankbar, dass sie euch vorgewarnt haben, es erleichtert so einiges und diejenigen, auch du, die nicht angerufen worden sind können morgen zumindest mit dem Wissen, dass sie ihr Abitur, unabhängig vom Schnitt, bestanden haben, in die Schule zurückkehren, das ist ungemein viel wert und nimmt schon Mal einiges an Druck. Also sei nicht so streng mit dir!

Deine Bitte kann ich an sich erstmal nachvollziehen, ebenso den zweiten Teil deines Wunsches und dennoch möchte ich dich bitten, dass du dir mal die andere Perspektiven anschaust, vielleicht hilft dir ein Wechsel der Sichtweise die Reaktionen der anderen zu verstehen und hinzunehmen, ich weiß, dass ist nicht das, was du lesen möchtest, aber gib mir eine Chance.

Du möchtest, dass deine Eltern beziehungsweise Eltern im Allgemeinen das Thema Notenbekanntgabe nicht thematisieren, weil wir schon genügend damit zu kämpfen haben. Okay. Auch ich wollte nicht rund um die Uhr mit dem Thema konfrontiert werden und doch habe ich geduldig jede Frage beantwortet, aber auch gesagt, wenn ich darüber nicht weiter sprechen wollte, vielleicht wäre das ein Kompromiss, den du mit deinen Eltern ebenso absprechen könntest? Aber jetzt zurück zu dem, was ich dir ans Herz legen möchte. Unsere Eltern bekommen all das passiv mit, sie sehen und sie merken, wie uns das Abitur fordert, jetzt und die letzten Monate über, und weißt du was sie von uns und beispielsweise Lehrern unterscheidet? Sie sind vollkommen hilflos und ihnen sind die Hände gebunden! Sie leiden quasi still mit uns mit und das ist unglaublich hart für alle Eltern, die ihre Kinder lieben. Ihre einzige Möglichkeit irgendwie an dem Prozess teilzuhaben und teilzunehmen ist Fragen zu stellen und Dinge zu sagen, die aufmuntern sollen, weil sie nichts weiter tun können, als verbal da für uns zu sein. Natürlich hilft es uns nicht immer und manchmal macht es auch alles noch schlimmer, so, wie auch du es gerade erlebst, aber unseren Eltern verschafft das Entlastung zumindest emotional und es lindert ein Stück weit ihre Hilflosigkeit. Ich sage nicht, dass du etwas ertragen solltest, was die nicht gut tut, das auf keinen Fall, aber ich denke, dass es wichtig ist auch die Gegenseite zu sehen, die auch, wenn man es nicht unbedingt denkt, ebenso unter alldem zu leiden hat.

Dein zweiter Wunsch ist es, dass auch diejenigen mehr oder überhaupt Verständnis abbekommen, die ihr Abitur zwar haben, aber der Schnitt sie nicht zufriedenstellt. Auch das ist vollkommen legitim und doch muss man auch hier abwägen. Wir Menschen sind darauf ausgelegt, dass wir uns gedanklich die Situationen ausmalen, die schlimmstenfalls eintreten könnten und das ist im Abitur das Nichtbestehen der Prüfungen. Demnach bekommt jenes Nichtbestehen, die meiste Aufmerksamkeit. Wenn man seinen Wunschschnitt nicht erreicht hat, dann wirkt das für Außenstehende erstmal weniger dramatisch, denn das eigentlich Ziel, das Bestehen, ist im Grunde erreicht und somit wird dem keine Aufmerksamkeit geschenkt, zumindest nicht die Art, die diejenigen erfahren, die es nicht geschafft haben. Auf denjenigen, die sich in der schlimmstenfalls einzutretenden Situation befinden, lastet zudem ein höher Druck, denn sie müssen in die Nachprüfung und diese ist ihre letzte Chance. Diejenigen, die freiwillig in eine Nachprüfung gehen, erleiden ohne Frage auch enormen Druck, was bei uns im übrigen einige sind, aber sie haben neben der Nachprüfung noch weitere Chancen doch noch ans Ziel zu kommen, Chancen, die für die Abiturienten im ersten Fall nicht in Frage kommen, darunter beispielsweise Wartesemester oder Praktika, die den vermeintlich zu niedrigen Schnitt ausgleichen können. Verstehst du? In der Schule zählt primär das Bestehen und das Nichtbestehen, Dinge dazwischen zählen nicht, weil die Schule an sich nichts mehr damit zutun hat, du studierst ja nicht an der Schule und wirst sie verlassen, das Nichtbestehen jedoch macht ein schlechtes Bild innerhalb der Statistik, die bei uns beispielsweise immer in der Zeitung veröffentlicht wird, und somit als Aushängeschild der Schule fungiert. In diejenigen, die ums Bestehen kämpfen müssen wird somit aus vielerlei Hinsicht mehr Kraft investiert und es muss unglaublich viel Bürokratie erledigt und Beratungsgespräche geführt werden, da kann es schon sein, dass freiwilligen Prüflingen weniger Aufmerksamkeit zum Teil wird obwohl ihnen ihre Situation nicht weniger schlimm erscheint, als denen, die überhaupt erst ums Abitur bangen müssen. Es ist dein Anspruch und deine Anforderung, wenn dir dein Schnitt nicht zusagt oder nicht für das Studienfach ausreicht, welches du dir erträumt hast, aber für alle um dich herum, hast du das Ziel erreicht, den höchsten Schulabschluss, den man in Deutschland machen kann und damit ist die Sache oftmals gegessen, denn dir stehen, wie man so schön sagt, alle Türen öffnen und du kannst durchgehen, ein Weg dazu wird sich immer finden und die größte Hürde hast du bereits genommen. Denjenigen, die nicht bestanden haben stehen diese Türen nicht mehr ohne weiteres offen auch, wenn es heute unzählige Möglichkeiten gibt dennoch ans Ziel zu kommen, aber sie fallen zurück, zumeist aufs Fachabitur oder sogar noch eine Stufe weiter runter auf den erweiterten Realschulabschluss und das ist im Volksmund um einiges härter, als Wartesemester und zeitfüllende Praktika.

Ich hoffe du nimmst mir meine Sichtweise nicht übel und verstehst was ich dir damit sagen möchte!
Du bist genug, so wie du bist und daran wird kein Schnitt etwas ändern.

PS: Im übrigen habe ich meinen Wunschschnitt nicht erreicht, so wie viele andere auch, und auch für mich fallen somit einige Studiengänge weg, zumindest vorerst, aber ich habe am Mittwoch so viele aus der Stufe weinen sehen, weinen, weil sie nicht bestanden haben, weil sie wieder zittern müssen, weil alles wieder von vorne los geht, weil sie in jene schlimme Situation, wie ins kalte Wasser, geschubst worden sind und nun dadurch müssen, weil ihnen keine Wahl bleibt. Ich beispielsweise hatte die Wahl, denn mir hat nur 1 Punkt gefehlt, um meinen Schnitt nach oben zu korrigieren, aber dann dachte ich, Sany, sei stolz auf dich, reiß dich zusammen, das ist nicht das Ende und du kommst an dein Ziel wenn auch per Umweg, vor allem aber sei dankbar, dass du es geschafft hast und es vorbei ist! Mehr ging eben nicht, wir sind alle nicht grundlos hier angemeldet und haben mit vielen Dingen zu kämpfen, die im Hintergrund ablaufen, und da nebenher noch das Abitur zu meistern, das, finde ich, ist schon eine Leistung und das unabhängig davon, ob da nun eine 1,2 oder 3 vor dem Komma steht!

Liebe Grüße
Sany.
16.06.2019, 14:31 Uhr | dreamingAlex
Morgen bin ich dran und bekomme meine Ergebnisse.
Ich weiß nicht, wie ich die 20 Stunden bis dahin überstehen soll; mir wird jetzt schon immer wieder schlecht und wie lange meine Speiseröhre das noch aushält, weiß ich auch nicht wirklich.

Da hier auch Eltern mitlesen können, möchte ich an dieser Stelle gernen einen Wunsch formulieren.
Mir ist klar, dass gerade in der Hinsicht jeder anders ist und der nächste das schon genau andersrum sehen kann...
Meine Eltern reden immer häufiger mit mir über die Ergebnisse und die Bekanntgabe. Es sind so nett gemeinte Sachen, die mich ermutigen sollen oder halt normale Gespräche.
Das macht mich aber umso mehr fertig! Ich bin einfach nur glücklich, wenn ich mal 5 Minuten lang nicht an die Noten denken muss und möchte da nicht wieder zurückgeschmissen werden.
Auch nette Sätze wie "Ach du bist doch gut!", "So schlimm wird das schon nicht", "Sonst warst du auch immer unsicher und es ist trotzdem was Gutes bei rausgekommen", bringen nichts, sondern machen das nur noch schlimmer!
Zum einen setzten sie mich unter Druck, weil ich daraus sehe, dass meine Eltern einfach davon ausgehen, dass ich gute Ergebnisse mit nach Hause bringen werde. Ich möchte nicht, dass das hier falsch verstanden wird: Meine Eltern machen mir nicht aktiv Druck, zwingen mich zu nichts oder ähnliches. Erwarten klingt immer so hart, als ob ich etwas abliefern MUSS, aber sie denken einfach nur, gehen davon aus, dass ich gut abgeschnitten hab. Und genauso wie man Erwartungen an sich selbst hat, die man nicht enttäuschen möchte, schätzen meine Eltern auch ab, was für Noten ich wohl haben werde und das macht die Situation für mich zusätzlich schwerer.
Zum zweiten fühle ich mich durch diese Aufmunterungen nicht ernst genommen: Jaja, sonst erzählst du auch immer davon wie schlecht das war. Ist bestimmt wieder nur Gelaber.
NEIN! Ich gehe wirklich gerade davon aus, dass ich zumindest Deutsch ganz ordentlich verkackt habe!
Ja, ich bin eine eher unsichere Person und tendiere dazu, eher pessimistisch zu sein. Aber dann ist das trotzdem meine Meinung und meine Sichtweise und meine Ängste. Und auf der anderen Seite hab ich trotzdem das Recht, ernst genommen zu werden.
Ich hab lange gebraucht, bis ich überhaupt mit jemandem über diese Zweifel reden konnte. Lange Zeit hab ich nach jeder Klausur gesagt "Jaja, war gut und einfach!". Jetzt traue ich mich mal, zu sagen, dass nicht alles super war und werde nicht ernst genommen.
Ich möchte defintiv nicht mit denjeigen tauschen, die noch um ihr Bestehen zittern müssen, aber immerhin werden die ernst genommen!
ICH möchte auch gerne zufrieden sein mit meinen Ergebnissen und mich freuen können. Ich kann mich wirklich glücklich schätzen, dass ich nur in sehr wenigen Momenten ernsthaft zweifeln musste, ob ich mein Abi schaffe. Aber trotzdem hat man doch Ziele. Wenn man einfach merkt, dass man die Möglichkeit hat, möchte man doch nicht einfach bloß irgendwie Hauptsache bestehen, sondern stellt etwas höhere Ansprüche an sich selbst. Ohne diese Ziele wäre es ja auch langweilig.
Und wenn jemand, dessen Ziel das Bestehen ist, enttäuscht wird, haben alle Verständnis dafür. Wenn ich mein Ziel nicht erreiche, bekomme ich nichtmals ein müdes Lächeln dafür, sondern muss komplett alleine damit klarkommen.
Und wenn ich in die Nachprüfung muss, hab ich einfach nicht den Zwang, da alles für geben zu müssen, weil ich ja eh bestanden hab. Aber warum sollte ich was machen, wenn es egal ist?

Ich habe riesige Angst vor morgen, bekomme immer wieder Panikattacken und kann mit niemandem so wirklich darüber reden.

Liebe Eltern oder sonstige Mitmenschen irgendwelcher Prüflinge,
wenn wir darüber reden wollen und das Thema von uns aus ansprechen, dann hört uns bitte zu! Hört uns aufmerksam zu! Manchmal ist das schwieriger als man von außen vielleicht denkt.
Und wenn wir nicht drüber reden wollen, dann lasst es bitte sein!
Normale Klausuren/Klassenarbeiten kann man meist nicht einfach auussitzen, weil die Lücken, die man da vielleicht hat, geschlossen werden müssen.
Aber bei Abschlussprüfungen zählt nur das Ergebnis und das kann man jetzt sowieso nicht mehr ändern.
Oh the wind is gently blowing as the light begins to fade. I'm sick and tired of playin' it all, I'm sick of this parade.
15.06.2019, 12:40 Uhr | ---SOS---
haendel schrieb:
Danke für die Glückwünsche.

Ich muss sagen, dass es echt nicht einfach war. Ich musste neben dem Abi gegen die Anorexie kämpfen, die mich noch beherrscht.

Ich glaube, dass mir auch mein Klinik Aufenthalt anfang des Jahres geholfen hat, dass ich jetzt da stehe, wo ich jetzt bin.



Das freut mich sehr zu lesen, dass du selbst auf dich stolz bist, dass du trotz der Anorexie ein so tolles Abi geschafft hast und dass dir der Klinik Aufenthalt geholfen hat und du nun als starke Person da stehst.

LG ---SOS---
13.06.2019, 20:49 Uhr | haendel
Danke für die Glückwünsche.

Ich muss sagen, dass es echt nicht einfach war. Ich musste neben dem Abi gegen die Anorexie kämpfen, die mich noch beherrscht.

Ich glaube, dass mir auch mein Klinik Aufenthalt anfang des Jahres geholfen hat, dass ich jetzt da stehe, wo ich jetzt bin.
Wer aufgibt, verliert...
13.06.2019, 16:50 Uhr | dreamingAlex
Wow haendel! Herzlichen Glückwunsch! Du kannst wirklich stolz auf dich sein!!!!!
Du hast so viel geschafft und "ganz nebenbei" noch so ein gutes Abi gemacht.
Respekt - ich gratuliere dir wirklich von ganzem Herzen!
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12.06.2019, 21:26 Uhr | bke-Stephan
Hallo haendel,

herzlichen Glückwunsch!!! Endlich geschafft und dann auch noch so beeindruckend!

Viele freudige Grüße,

bke-Stephan
12.06.2019, 20:45 Uhr | haendel
Hey Lana,
Ich habe ein Abi von 1,5 erreicht!
Ich bin so glücklich.
Die letzten zwei Jahre waren psychisch nicht einfach, ich stand kurz davor aufzugeben, doch jetzt ist es vorbei.
Am Freitag gibt es das offizielle Zeugnis!
Liebe Grüße
Haendel
Wer aufgibt, verliert...

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