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01.11.2019, 12:46 Uhr | Kleines-Schaefchen
Hallo liebe Erwachsene, Jugendliche und Fachkräfte,

Ich hab ein Thema, dass wahrscheinlich alle irgendwie kennen. Es geht um Sauberkeit im Haushalt und Mitarbeit aller, die in einem Haushalt leben.
Viele Erwachsenen kennen das vielleicht, dass ihre Sprösslinge nur sehr ungern die ihnen übertragenen Aufgaben machen. Dass Absprachen nicht eingehalten werden. Ich erinnere mich, dass ich -als ich noch zuhause gewohnt habe - einfach immer dachte: "Irgendwer wird es schon machen." Da musste ich ständig erinnert werden, ich hab einfach nicht dran gedacht, den Müll rauszubringen usw. Vielleicht erinnert sich der/die eine oder andere an seine/ihre Studienzeit und das WG-Leben, wo ja auch Putzen ein Dauerbrenner ist.
Jetzt wohne ich in einer WG und wir haben eine Absprache: Jede/r ist für einen Bereich verantwortlich und putzt dort jede Woche: Je eine Person für Küche, Bad und Flur/Müll. Darüber hinaus macht jeder seinen eigenen Dreck weg: Die Dusche abziehen, die Klobürste benutzen, verschüttetes aufwischen, Geschirr spülen. Das funktioniert leider alles eher schlecht als recht. Mittlerweile bin ich es ziemlich Leid, die anderen ständig zu erinnern.
Jetzt gab es aber eine Situation, wo ich einen meiner Mitbewohner an die Absprache erinnert habe: "Das Backblech ist total fettig. Bitte putze es wenn du es benutzt hast." Daraufhin sagte er, dass er es nicht gewesen sei, schließlich sei er nicht da gewesen. Außerdem benutze er Backpapier, das Fett auf dem Blech müsse woanders her kommen." Daraufhin habe ich erklärt, dass wir anderen es in der Zeit auch nicht benutzt haben, weil wir keine Lust hatten, andere Leute Dreck wegzumachen, und dass es passieren kann, dass das Papier durchfettet. (Vor allem, wenn man sich nur von in Fett getränktem Fastfood ernährt.) Er meinte, er benutze das Blech gar nicht, weil es immer fettig sei, man müsse das vielleicht mit Fettlöser mal reinigen. Daraufhin habe ich ihm gezeigt, wo wir Fettlöser haben und da ich das Blech benutzen wollte, habe ich es geputzt. (Und nach dem Benutzen wieder.)
Jetzt wollte ich heute einen Kuchen backen und stelle fest, dass das Blech wieder fettverschleimt ist. Da ich die letzten Tage viel mit meinem anderen Mitbewohner unternommen habe, weiß ich ganz sicher, dass dieser es nicht war.
Wie gehe ich denn damit um? Es ist doch ganz klar, dass er mir ins Gesicht lügt, wenn er behauptet, es nicht zu benutzen. (Von mir aus, wenn er sich nicht traut, es zuzugeben, dann eben nicht. Aber dann soll er es halt sauber machen, wenn ich nicht da bin.) Wie soll ich jetzt meinen Kuchen backen? Ich habe keine Lust, immer wieder seinen Dreck wegzumachen. Aber ich weiß nicht, wie ich mit ihm reden soll, wenn er mir (wieder) ins Gesicht lügt.

viele Grüße,
Schäfchen
04.11.2019, 16:46 Uhr | Kleines-Schaefchen
Meine Therapeutin hat mich heute gefragt, was es Neues gibt aus meiner Schmarotzer-WG. Sie war ziemlich entsetzt und wir haben abgemacht, dass ich mit den Herren der Schöpfung rede. Bin mal gespannt, wie das gelingt.
04.11.2019, 13:29 Uhr | marinadiezweite
Hallo kleines Schäfchen, obwohl ich selbst nicht mag, als pingelig abgestempelt zu werden. Denke ich, dass nur die einen abstempeln, die eher wenig Lust und Interesse an Hausarbeit haben. Ich finde, man darf ruhig pingelig sein. Noch mehr darf man ''verwöhnte Kinder'' wie solche behandeln. Vielleicht sind die WG-Kumpels keine verwöhnten Kinder. Ist jedoch sinnvoll, sie direkt bei Vorfällen anzunerven. Wenn man erst mal selbst den Müll heruntergebracht hat, wird gerne von anderen auch noch bagatellisiert. Das sind immer so Kleinigkeiten, da kann man sicher nicht immer drauf achten. Aber mach dich lieber gleich unbeliebt, bevor alle Mülleimer überquellen. Dann ist die beste Zeit, wenn derjenige der dran ist, gerade vor deinen Füssen rumläuft. Alternativ kannst du das auch mal verzögern bis zum Sanktnimmerleinstag, wenn du dran bist.
Ich persönlich neige dazu, nicht mehr so nett zu sein. Also weder jemandem was mitbringen noch teilen, da es so praktisch ist. Soll aber gleichzeitig auch heißen, dass nicht alle verwöhnte Kinder sind. Sondern viele junge Leute da noch nie drauf geachtet haben. Und das einfach nicht so kennen, auf Haltbarkeit zu achten und so. Trink lieber deine Milch und lass die anderen ihre Flasche anbrechen. Das hat nicht jeder auf dem Schirm.
03.11.2019, 21:30 Uhr | Kleines-Schaefchen
Hallo Dreamcatcher,

Danke für deine Antwort! (Übrigens auch danke an AnjaLe)
Nun, tatsächlich denke ich, dass WG nicht so gut passt und ich lieber alleine wohnen würde. Oder eben- mit den richtigen Leuten. Aber selbst bei Freunden gibt es keine Garantie, dass immer noch alles super ist, wenn man auf einmal zusammen wohnt.
Nur ist die Suche nach einer Wohnung die Nadel im Heuhaufen. In einer Unistadt, wo viele Leute nach dem Studium nicht mehr weg wollen, da ist es so schwierig, etwas zu finden.
Jetzt schon ist es so, dass ich mit meiner Miete eher unter dem Durchschnitt liege - mit der Zimmergröße eher darüber.

Vorhin hab ich den Müll rausgebracht, weil der total voll war und habe dem Mitbewohner, der dafür zuständig ist, eine Nachricht geschickt, dass es schön wäre, wenn er beim nächsten Mal dran denken würde. Daraufhin hat er nachgefragt, welchen Müll. Äh Restmüll, Papierkorb und Badmüll. Dazu fällt mir auch was ein von Marc-Uwe. "Es sagt viel über die Welt aus, mein Kind, sagte der Vater zum Knaben, dass die Dummen glücklich sind und die Schlauen Depressionen haben."
Ansonsten kann ich noch ein Kapitel aus den Apokryphen empfehlen "bis einer heult"
03.11.2019, 21:10 Uhr | TheDreamcatcher
Hallo Schäfchen,
ich weiß für eure WG-Probleme leider auch keine Lösung, aber ich wollte dir für deinen letzten Beitrag danken. Der hat mich echt zum Lachen gebracht, besonders mit dem Zitat aus den Känguru Chroniken.
Da Marc-Uwe auch letztendlich alles selbst machen muss und das Känguru sich mit seiner kommunistischen Moral durchsetzt, bin ich persönlich zu dem Schluss gekommen, dass WG nichts für mich ist, außer vielleicht mit wirklich guten Freunden. Könntest du dir denn vorstellen alleine zu wohnen bzw. kannst du dir das leisten?
Liebe Grüße
Dream
03.11.2019, 17:40 Uhr | Kleines-Schaefchen
In den letzten Tagen ist do viel passiert, dass jetzt das Maß voll ist. Dieses ständige "nach mir die Sintflut" anstatt mal was im Haushalt zu machen, und dann wenn ich was sage, reagieren sie mit "mein Name ist Hase, ich weiß von nichts". Das Lebensmittel-Schnorren das war heute wieder total dreist- aber trotzdem so geschickt, dass es mir schwer fällt, etwas zu sagen. Erst wenn sich die Vorkommnisse häufen, fällt es mir tatsächlich auf. Ständig dieses "mein - dein. Das sind doch bürgerliche Kategorien " Manchmal könnte ich echt ausrasten!!
03.11.2019, 11:15 Uhr | AnjaLe
Hallo Kleines-Schaefchen,

das, was Du beschreibst, ist irgendwie "normal" in solchen WGs.

Du stellst Dir die Frage, ob so etwas die passende Wohnform für Dich ist. Aus meiner Sicht, in Anbetracht der gesellschaftlichen Verwerfungen im Sozialverhalten, ist die Frage berechtigt. Solche Wohngemeinschaften gab es ja schon irgendwie seit den 60/70er Jahren und sie haben irgendwie, aufgrund des Wohnraummnangels, bis heute überlebt. Viele, die es heute in die Großstädte zum studieren zieht, haben oftmals keine alternative, als in so eine WG zu ziehen. Sie kommen zum Teil aus überbehüteten Verhältnissen, haben im Hauhalt der Eltern keine Aufgaben wahrgenommen, fanden einen gefüllten Kühlschrank vor und bedienten sich daran oder wurden von den Eltern am Tisch bedient. Die Eltern tanzten nach der Pfeife der Kinder, so steht heute eigentlich fest, das bei den Generationen Y und Z (so genannt) gravierende Grundkompetenzen im Sozialverhalten, Medienkompetenz und vielem mehr, fehlt.
Für viele ist der Schritt in eine WG wie der Sprung ins kalte Wasser. Sie werden mit Aufgaben konfrontiert, mit denen sie überfordert sind. Der Griff zum Backblech oder zur Milchflasche ist daher, symbolisch auch für andere Dinge, selbstverständlich und irgendeiner macht das schon sauber oder holt es neu - zuhause war es die Mutter!

Dadurch, das Du "nicht pingelig" bist, unterstützt Du dieses Verhalten und das ist erst der Anfang, irgendwann reisst auch der Putzplan, die Toilette läuft über und vieles mehr ... keiner war es und jeder wartet auf den anderen, das er es sauber macht. Die Entscheidung, ob es auf Dauer die richtige Wohnform ist, kannt nur Du alleine für Dich herausfinden, ich würde aber auf jeden eine klare Ansage machen und pingelig sein, denn es ärgert Dich jetzt schon.

Viele Grüße
Anja
02.11.2019, 22:14 Uhr | Kleines-Schaefchen
Jetzt geht die Milch-Geschichte wieder los.
Vorgestern habe ich Milch gekauft - für mich und K. jeweils eine - denn er hatte mich gebeten ihm eine mitzubringen.
Damit es bei drei gleichen Falschen - meine angefangene + die neuen - nicht zu Verwechslungen kommt, habe ich eine mit K. beschriftet. Innerhalb von 12 Stunden hat er die aufgebraucht.
Heute morgen saßen wir in der Küche und haben geplaudert. Bis ich sagte, ich käme in fünf Minuten wieder in die Küche.
Kurze Zeit später hat er das Haus verlassen und später sehe ich, dass er sich an meiner Milch bedient hat.
Gerade kommt er nach Hause, sagt, er habe eine neue Milch mitgebracht, aber wir könnten ja zuerst die angefangene teilen. Die wäre ja ohnehin nur bis Montag haltbar, deswegen trinke er jetzt eine Tasse davon.
Daraufhin ich leicht ironisch: "Bedien dich ruhig, das hast Du ja heute morgen schon gemacht." Er meinte, er wisse das nicht mehr und ich hab dann angesprochen, dass ich mir gewünscht hätte, dass er wenigstens fragt. Er hat dann gesagt, er wusste nicht, wem sie gehört.
Ähm...wenn ich nicht weiß, ob etwas mir gehört, ist das doch erst Recht ein Grund zu fragen, oder nicht?
Und schließlich war seine beschriftet mit K. Das muss er doch gemerkt haben, dass er die leer gemacht hat.
Er sagte, dass es ja egal sei, solange immer welche da sei. Aber eben das funktioniert nicht.
Ich weiß nicht, aber es fällt mir schwer ihm das zu glauben, dass er nicht wusste usw. Aber ich denke auch nicht, dass er mich anlügt.
So wie er es vorschlägt, funktioniert es nicht, aber ich möchte auch nicht pingelig sein.

Manchmal frage ich mich, ob eine WG die für mich passende Wohnform ist. Ich glaube, dass es mehr negative als positive Seiten hat.
01.11.2019, 17:43 Uhr | Kleines-Schaefchen
Hallo marinadiezweite,

Danke für deine Antwort. Der Hinweis, dass entlarvte Lügen bzw.Lügner sich verkriechen, der war echt gut, denn das erklärt natürlich all das, was nie jemand war.

Tatsächlich benutze ich wann immer es möglich ist, ein anderes Backblech, aber ein eigenes müsste ich mir ja quasi auch leisten müssen und dann irgendwo lagern, in meinem Zimmer. Die Idee mit dem Klebchen ist gut, das habe ich gleich ausprobiert. Der Erfolg lässt noch auf sich warten.

Ehrlich gesagt habe ich keine große Lust, etwas vom Kuchen als Bezahlung für Selbstverständlichkeiten herzugeben. Im Moment bin ich sogar halbwegs zufrieden, wie es läuft, immerhin haben wir ein Abkommen, mit dem alle zufrieden sind. Die Person, die gerne das Bad putzt, macht immer das Bad, ich mache immer die Küche und der dritte im Bunde macht den Flur und bringt den Müll runter. Allerdings klappt es noch nicht, dass die das jede Woche machen, bzw. zum Flur gehört auch im flur das Regal abstauben. Im Gegensatz dazu fege ich in der Küche mindestens zweimal pro Woche.

Es st natürlich noch kein Endzustand, aber im Moment bin ich damit zufrieden, dass wir ein Abkommen haben. Im nächsten Schritt geht es dann um die Einhaltung, anschließend sollte nochmal klar definiert werden, was alles in welchen Verantwortunbgsbereich fällt. Im Zweifelsfall mache ich auch mal einen Handgriff mehr oder akzeptiere das Mindestmaß an Sauberkeit, bevor ich - wie bisher - ständig hinter den anderen herrenne und sie an ihre Aufgaben erinnern muss.

Auf jeden Falll ist die Idee mit dem Klebchen super, denn dann kann derjenige, der es war, einfach sauber machen, ohne sich als Schuldiger outen zu müssen. Der Kuchen ist jetzt einfach verschoben bis morgen.

viele Grüße,
Schäfchen
01.11.2019, 13:44 Uhr | marinadiezweite
Hallo Kleines Schäfchen, das ist natürlich richtig tückisch. Vor allem, weil sich viele Leute einfach immer mehr verkriechen und lügen, wenn man ihnen beweisen kann, dass sie es nur gewesen sein können. Es gibt da bestimmt drei wirksame Methoden: Ein Klebchen auf das Backblech, bitte mach es nachher wieder sauber! ein eigenes Backblech nur für dich. Oder ihm das nochmal sagen, so, ich hab es jetzt sauber gemacht. Wenn du davon überzeugt bist, dass der eine Mitbewohner es war, zeig ihm nicht nur, wo der Fettlöser steht. Sondern lass ihn das Blech auch bitte gleich saubermachen. Ist ja egal, ob er das war, jeder ist mal dran. So könnte man es mit Humor nehmen und sich trotzdem durchsetzen.
Auf jeden Fall könntet ihr ein Team werden, indem du ihm ein Stückchen Kuchen versprichst, wenn er bitte in Zukunft drauf achtet.
Wöchentlich reicht ja manchmal gar nicht. Ich glaub, am besten ist immer zu sagen, diesen Montag du, nächsten ich. Also in der Tat einen bestimmten Tag festlegen. Abwaschen, alles, was derjenige verwendet hat. Egal, ob es nur eine Tasse war. Und zwar gleich, nicht später. Vielleicht kommt ihr ja besser klar, wenn ihr reihum Müll rausbringt und wischt. Oder nach Vorlieben die Arbeit einteilt. Einer liebt Müll rausbringen gar nicht und wischt lieber täglich dafür die Küche.

Treffer: 10

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