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15.05.2020, 09:15 Uhr | Junaa
Hallo

Ich hab eine Frage, aber ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich die stellen darf *unsure*
Wenn nicht, kann man es ja einfach wieder löschen, aber ich würde mich über ernstgemeinte Antworten freuen *blushed*

Ehm warum nehmen erwachsene Menschen (die auch schon eigene Kinder haben) ein völlig fremdes und gezeichnetes Kind auf?
Ich bin jetzt ein paar Monate in meiner neuen Pflegefamilie und irgendwie ist es so ganz anders als das, was ich bisher kenne *unsure*... Vorher war ich in einer Pflegefamilie und in mehreren Wohngruppen, aber da bin ich überall rausgeflogen bzw haben die mich wieder weggeschickt. Also nicht, weil ich irgendwie groß Mist gebaut hätte oder mich nicht an die Regeln halten konnte, sondern hm... weil man mit mir nicht umgehen konnte.. dann hat man mich für nen gutes halbes Jahr wieder in eine Klinik gesteckt ( *sick* ) und danach bin ich in eine intensiv therapeutische Wohngruppe gekommen, in der man sich sehr gut mit Trauma auskennt. Naja und dann hat man festgestellt, dass meine Lunge ziemlich im Eimer ist und jetzt auch noch medizinisch eng betreut werden muss - dann bin ich aus der Wohngruppe auch wieder rausgeflogen, weil man es da so nicht sicherstellen konnte... Naja und dann bin ich zu meinen Pflegeeltern gekommen, da wo ich jetzt bin.. und meine Pflegeeltern wussten von all dem.... dass es innerlich bei mir kaum was Heiles gibt und mein Körper auch sehr krank ist und die haben mich trotzdem aufgenommen.. Und wenn ich ihren Worten trauen soll, dann kann auch erst einmal nicht so einfach irgendwas passieren, dass ich hier wieder weg soll und das Jugendamt meinte, dass es erstmal angedacht ist, bis dass ich volljährig bin und wenn möglich, nicht mehr wo anders hin.

Aber ich trau dem Ganzen noch nicht wirklich und bei mir kommt immer wieder die Frage auf, was Menschen bewegt so ein gezeichnetes Kind (bzw. Teenager) wie mich bei sich aufzunehmen. Geht das überhaupt, ohne irgendwelche unguten Hintergedanken? *dizzy*

LG
Juna
Zuletzt editiert am: 15.05.2020, 14:25 Uhr, von: Junaa
It never hurts to keep looking for sunshine ~ Eeyore
07.06.2020, 18:09 Uhr | bke-Claudia-Rohde
Hallo Junaa,
wie kommst du denn bisher mit deinen Pflegeeltern aus?
Was findest du gut? Kannst du dich bisher auf sie verlassen?
Gerade als du jetzt so krank warst, da habt ihr geskypt. Wie war das?
bke-Claudia
07.06.2020, 17:04 Uhr | Junaa
Danke marinadiezweite für die Antwort. Tut mir leid, dass ich erst jetzt wieder antworte. Aber genau darum geht es mir doch- wie erkenne ich denn, ob es gute Absichten waren/sind, von den Pflegeeltern ein Pflegekind bei sich aufzunehmen? *unsure* *woot*

Ich fühl mich im Moment so schlecht und fehl am Platz bei/mit meinen Pflegeeltern. Besonders seit Mama tot ist und ich gar niemanden mehr habe, außer die Pflegeeltern.

Was wenn die mich doch irgendwann auch wieder wegschicken, weil ich zu viel bin?
Was wenn meine Pflegeeltern das alles nur vorspielen um mein vertrauen zu gewinnen und sie dann plötzlich ganz anders werden?

Ich will wieder zu Mama *sad*

LG
Juna
Zuletzt editiert am: 07.06.2020, 17:05 Uhr, von: Junaa
It never hurts to keep looking for sunshine ~ Eeyore
16.05.2020, 10:25 Uhr | marinadiezweite
Hallo Junaa, ich glaube, es gibt nicht die Pflegefamilie, per se. Es scheint so viele Gründe zu geben, warum Pflegeeltern Kinder aufnehmen. Ich habe manchmal den Eindruck, dass diese nicht immer ausreichend geprüft werden. Sonst dürfte einiges, was du erlebt hast, nicht einfach so passieren. Oft wird gesagt, dass man doch froh sein kann, wenn sich Pflegeeltern finden. Und dass man diese doch bitte nicht so genau prüfen sollte, wie das bisher gemacht wird. Ich finde, man sollte sie noch genauer prüfen.
Nun denke ich, dass du die richtige Familie gefunden hast oder sie dich. Du hast Recht, die Motive für eine Aufnahme sind vielfältig. Manche Eltern wollen was gutes tun, manche denken, sie sind tolle Eltern. Und manche halten Pflegekinder für arme Würstchen, die dankbar sein können, dass man ihnen ein Zuhause und Essen und einen Schlafplatz bietet. Ich kann da ganz gut mitreden, da ich selbst ein Pflegekind war.
Ich finde die Qualifikation der Pflegeeltern wichtig. Und Nächstenliebe darf nicht der Hauptgrund sein. Wichtig ist, dass die Eltern wissen, was ein Kind braucht.
Ich musste vor einigen Jahren meine beiden jüngsten Kinder für ca 4 Wochen in eine Pflegefamilie geben. Nicht weil ich unfähig bin, Kinder zu erziehen sondern weil meine älteste Tochter schwer krank war und ich sie zu einem langen Krankenhausaufenthalt begleitete. Ich hatte niemanden, bei dem meine jüngeren Kinder bleiben konnten. Die Verwandtschaft hätte sie auch genommen, das war aber nicht erlaubt und machbar.
Meine Tochter erzählte dann später, dass sie wie eine schwererziehbare behandelt wurde. Und das, obwohl die Pflegeeltern wussten, warum ich die Kinder zu ihnen gebe. Und dass überhaupt nicht in irgendeiner Form auf ihr Dilemma eingegangen wurde. Ich finde, Pflegeeltern sollten wissen, woher die Kinder kommen und warum sie in der Pflege sind. Letztlich können ja wohl die Kinder, also auch du, am wenigsten dafür, dass sie nicht zu Hause aufwachsen.
Natürlich muss eine Pflegefamilie streng sein können, besonders, wenn die Kinder schon viel ''Blödsinn'' gemacht haben. Aber liebevoll und streng und gerecht schließen sich nicht aus. Deine neue Familie kümmert sich sehr und das finde ich gut.
15.05.2020, 20:02 Uhr | bke-Milah-Meggien
Hallo liebe Pflegemama, lieber Pflegepapa, liebe Pflegefamilie,

in meiner beruflichen Tätigkeit habe ich es öfter mit Eltern zu tun, die sich mit dem Gedanken auseinandersetzten, ein Pflegekind aufzunehmen oder eben auch schon aufgenommen haben. So könnte ich Junaa ganz sicher so einiges über die Motivation, ein Pflegekind in die Familie aufzunehmen schreiben.

Jedoch könnte ich mir gut vorstellen, dass Junaa ganz dankbar dafür wäre, wenn Pflegeeltern vielleicht ihre eigenen Erfahrungen mit ihr teilen.
Welche Erfahrungen haben Sie mit Pflegekindern gemacht? Was war Ihre Motivation, einem Pflegekind ein Zuhause zu bieten? Was würden Sie Junaa mit auf dem Weg geben?

Herzliche Grüße
bke-Milah Meggien
15.05.2020, 19:14 Uhr | Junaa
Hallo

Vielen Dank für die Antworten

@bke-Lorenz: Hm... Naja so Sachen wie, wir holen uns ein Pflegekind, binden es an uns um dann XY zu tun... Also entweder dass es dann den Haushalt schmeißt, dazu da ist Aggressionen und Stress los zu werden oder andere noch schlimmere Sachen.. Tut mir leid, hab es geändert und das Wort rausgenommen... Aber eigentlich war es zumindest auf mich ganz zutreffend. *dizzy*

@schuelerin: In der letzten Wohngruppe hieß es auch, ich darf da jetzt ankommen und bleiben. Und was war? Quark mit Soße - ich musste wieder weg *sad* Das ist schon öfter passiert. Den Worten alleine kann ich nicht mehr vertrauen. Ja, wir sprechen immer wieder über meine Angst, dass ich wieder weg muss und sie mich wegschicken (besonders jetzt, da meine Pflegeschwester schwanger ist). Aber zu fragen, warum die jemanden wir mich zu sich lassen, hm.. das trau ich mich nich so *unsure*

LG
Juna
It never hurts to keep looking for sunshine ~ Eeyore
15.05.2020, 09:48 Uhr | schuelerin
Hallo Juna,

ich denke, durch deine Erfahrungen, die du bis jetzt mit dem betreuten Wohnen oder in der Pflegefamilie gemacht hast, sind deine Gedanken und das Gefühl von Unsicherheit ganz normal.
Zwar bin ich keine erwachsene Person und habe auch keine Pflegekinder aufgenommen, würde es aber tun, um den Kindern ein zu Hause zu geben, in dem sie geliebt und akzeptiert werden und sein dürfen, wie sie sind. Mit einer bestimmten Offenheit würde ich an die Sache ran gehen und dem Kind eine Chance geben. Es kann ja nichts dafür, was da alles "kaputt" ist. Aber ich kann versuchen, ihm zu zeigen, dass es auch gutes auf der Welt gibt, dafür sorgen, dass es nicht weiter kaputt geht und vllt wird es ja sogar etwas stabiler durch ein festes und sicheres Umfeld.
Wenn ich mir nicht sicher wäre, mit dem Kind umgehen zu können oder vor hätte, es "wegzugeben", würde ich ihm auf keinen Fall sagen, dass es voraussichtlich dauerhaft bei mir bleiben darf, denn das würde das Vertrauen stören. Wenn ich Unterstützung bräuchte, weil ich z.b mit einem Trauma oder einer Krankheit nicht umgehen könnte, würde ich mir diese von entsprechendem Fachpersonal holen, aber nicht das Kind darunter leiden lassen. Denn dieses würde ich schon längst zu lieben gelernt haben und es nicht als mein Pflegekind sondern als mein Kind ansehen. Um sich für die Aufnahme eines Kindes zu entscheiden, muss man sich vorher sicher sein. Vorher sich seine Gedanken gemacht haben und prüfen, ob man im Stande dazu ist. Natürlich kann es anders kommen, deshalb kommt es oft genug vor, dass die Kinder doch wieder aus der Familie raus müssen, aber es gibt auch viele Eltern, die es schaffen und bei ihrem Wort bleiben. Und nach meinem Eindruck, darfst du deinen Pflegeeltern vertrauen. Du scheinst schon mit ihnen darüber geredet zu haben? Das finde ich super. Vllt kannst du sie auch selbst fragen, warum sie sich für dich entschieden haben?

Ganz liebe Grüße.
Zuletzt editiert am: 15.05.2020, 09:51 Uhr, von: schuelerin
Jeder Lauf hat ein Ziel, auch wenn du es noch nicht siehst.
15.05.2020, 09:46 Uhr | bke-Lorenz-Bauer
Liebe Juna,

klar kannst du deine Frage hier stellen, gerne würde ich jedoch eine kleine Änderung vorschlagen- Schreib bitte nicht "gestört". Das ist abwertend. Dir selbst und anderen gegenüber.
Du fragst weiter, ob das überhaupt ohne Hintergedanken geht. Was meinst du denn mit "Hintergedanken"?

Ich habe den Eindruck, du kannst dein Glück aufgrund deiner bisherigen Erfahrungen einfach nicht glauben, kann das sein? Es kann einfach nicht wahr sein, dass sich etwas wirklich gut für dich zu fügen scheint?

Auch das Vertrauen, dass etwas gut werden kann, muss gelernt sein; denke du bist auf dem besten Weg *smiling*.

Antworten erwünscht!

Viele Grüße
*bye* bke-Lorenz (Bauer)

Treffer: 8

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