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21.11.2020, 13:06 Uhr | -Silbermond-
Das Thema Essen führt in meiner Familie ständig zu Streitereien. Ich habe schon länger keinen Appetit mehr, was vermutlich durch mein Antidepressivum kommt. Meine Mutter denkt allerdings ich hätte ein Essproblem, was absolut nicht stimmt. Sie gibt mir immer extra viel zu essen und zwingt mich teilweise, dass dann auch aufzuessen. Fast jeden Tag ist mir dadurch übel. *sick* Ich darf nicht ein Brot weniger am Tag essen. Letztens lag ich schon im Bett und hab geschlafen. Dann kam sie in mein Zimmer, hat das Licht angemacht, sich auf meine Bettkante gesetzt, mir das Brot hingehalten und gesagt: "Ich bleibe hier jetzt so lange sitzen, bis du das aufgegessen hast!" Es ist teilweise echt schlimm...
Sie wiegt schon immer das Essen auf jeden Gramm ab, wir dürfen uns das nicht selber auf den Teller machen, nur wenn Besuch da ist. Da kommen dann aber natürlich auch strenge Blicke, wenn sie mit der Menge nicht zufrieden ist. Eigentlich gibt es keinen Grund zur Sorge. Ich bin normalgewichtig. //Edit: bke-Stephan. Ich habe die genaue Gewichtsangabe rausgenommen. "Normal" ist für viele anders und die genaue Angabe kann triggernd wirken, Grüße//. Oft soll ich mich auf die Waage stellen und sie kontrolliert. Langsam kann das aber alles nicht so weiter gehen. Ich hab schon so oft versucht ihr das klar zu machen, aber sie bleibt bei ihrem Verhalten.
Was kann ich tun?...
Zuletzt editiert am: 22.11.2020, 14:01 Uhr, von: bke-Stephan
Wir sind übern Berg, jetzt geht's bergab.
23.11.2020, 09:08 Uhr | Louise-19
Hallo Silbermond,
ich denke, Du solltest Deine Therapeutin darüber informieren, weil dieses Verhalten Deiner Mutter wahrscheinlich Deine Krankheit beeinflußt. Zweitens ist es auch für Deinen (jüngeren?) Bruder sicher nicht gut. Drittens kannst Du dann mit ihr besprechen, was Du konkret tun kannst.
Alles Gute,
Louise-19
22.11.2020, 19:26 Uhr | bke-Lorenz
Hallo -Silbermond-

ich denke nur, es ist wichtig, dass du nicht alleine bist in deiner Situation. Der Austausch mit anderen in einem für sich guten Maß und mit den richtigen Leuten kann ja neue Ideen erzeugen, meinst du nicht? Du schreibst, über die Essstörung deiner Mutter wird nicht offen gesprochen, du hast davon von anderen erfahren. Kannsrtdu dir vorstellen, deine Mutter darauf anzusprechen? Welche Hürden könnte es da geben? Das soll jetzt keine Aufforderung sein, nur mal so gedacht... Es ist nicht unwahrscheinlich, dass zwischen der früheren Essstörung deiner Mutter und ihrem Verhalten heute was das Essen anbelangt ein Zusammenhang besteht. Aber natürlich ist das nur eine Hypothese, denn letztendlich wissen wir ja nicht viel davon, was sie wirklich erlebt hat. Zumindest ich nicht.

Viele Grüße und einen angenehmen Abend,
*bye* bke-Lorenz
Zuletzt editiert am: 22.11.2020, 19:26 Uhr, von: bke-Lorenz
22.11.2020, 18:55 Uhr | -Silbermond-
Hallo bke-Lorenz,

ja, mein Vater hat sich schon immer da raus gehalten. Die Essstörung meiner Mutter in der Vergangenheit ist schon ein Geheimnis. Sie hat noch nie drüber gesprochen. Hab das nur anders erfahren. Ich kann mit meinen Freunden reden, aber was sollen die machen..?

LG Silbermond
Wir sind übern Berg, jetzt geht's bergab.
22.11.2020, 11:52 Uhr | bke-Lorenz
Hallo Silbermond,

zunächst möchte ich mich marinadiezweite und und Louise-19 anschließen und ermutige dich ebenfalls, einen (erneuten) Versuch zu machen, mit deiner Mutter das Gespräch zu suchen. Ich gehe davon aus, die Essstörung in der Vergangenheit deiner Mutter ist kein Geheimnis. Mir ist klar, dass du schon viel versucht hast, ich denke jedoch, es ist wichtig, immer wieder neue Anläufe zu machen. Das Thema hast sich ja offensichtlich schon lange bei euch in der Familie "festgesetzt". Du schreibst, dein Vater halte sich komplett raus... War das schon immer so?
Sag mal, wen gibt es denn in deiner Umgebung, mit dem du vertrauensvoll über das Verhalten deiner Mutter sprechen kannst, Verwandte, Freunde?

Viele Grüße
*bye* bke-Lorenz
22.11.2020, 10:10 Uhr | -Silbermond-
Hey Marina,
ich bin 16 Jahre alt. Das mit dem mangelnden Appetit hab ich abgeklärt. Das sind tatsächlich die Nebenwirkungen. Das mit dem Essen streng kontrollieren und abwiegen hat sie schon immer gemacht. Das macht sie selbst bei meinem Vater. Früher durften mein Bruder und ich nicht mehr essen, obwohl wir nicht satt waren, inzwischen ist es halt andersrum. Mein Vater hält sich da aber komplett raus. Das ist die Sache von meiner Mutter. Ich glaube ich weiß woher ihre Angst kommt. Sie hat da zwar nie drüber gesprochen, aber sie hatte früher Magersucht und hat jetzt vermutlich Angst, dass ich da auch rein rutsche. Verständlich... Ich darf ihr das nicht übel nehmen. Trotzdem ist es natürlich blöd, wenn ich dauernd das Gefühl habe mich zu übergeben. Allerdings habe ich große Zweifel, dass sie damit einverstanden ist, zu einem Berater oder Arzt zu gehen...
Wir sind übern Berg, jetzt geht's bergab.
22.11.2020, 09:53 Uhr | marinadiezweite
Hallo Silbermond, ich wüßte gern mal, wie alt du bist. Oder hab ich das irgendwo überlesen. Sachlich stellt sich mir das Problem so dar. Wenn du etwa 16, 17 bist, ist bei deiner Größe das Gewicht bestimmt normal. Völlig normal. Plus minus paar Kilo. Ich behaupte mal, dass du sogar bei einem Minimum unter 50 Kilo ein Vollfühl- und gesundes Gewicht hast. Du selbst schreibst, dein mangelnder Appetit könnte an deinem Antidepressivum liegen. Das würde ich mal abklären, ob es da Hinweise auf solche Nebenwirkungen gibt.
Aber trotz der Appetitlosigkeit ist ja dein Gewicht okey. Nur die Freude am Essen ist verschüttet gegangen. Da spielt deine Mutter eine ungute Rolle. Ich verstehe eventuell ihre Sorgen. Sie stehen vermutlich im Zusammenhang mit der Tatsache, dass du ein Antidepressivum nimmst. Sie macht sich daher zuviel Sorgen, beobachtet und kontrolliert dich vor Angst sehr streng, zu streng. Das finde ich, geht nicht. Es geht nicht, dass man einer sorgenden Mama zuliebe Dinge und Mengen essen muss, die man nicht essen will. Und dass sie wie eine Diätköchin in einem Krankenhaus Mengen abwiegt und Kalorien ausrechnet. Das kann man in einer Klinik für Essgestörte machen oder im Krankenhaus, aber nicht zu Hause, solange da keine Probleme auftauchen.
Ich denke, es wäre gut, wenn ihr mal gemeinsam zu einer Beratung oder einem guten Arzt geht. Es geht ja nicht nur um dein Gewicht und die Kalorien. Es geht auch um dein Erwachsenwerden und die Selbstbestimmung über Essen. Das Recht darauf, sich selbst Essen aufzutun, fängt eigentlich schon bei Kindern im Kleinkindalter an, damit diese lernen, sich Mengen und Appetit einzuschätzen. Wie sehen dein Vater und deine Geschwister das?
22.11.2020, 09:32 Uhr | Louise-19
Hallo Silbermond,
Du schreibst "wir", heißt das, Du hast noch Geschwister und einen Vater, und deren Essen kontrolliert sie genauso?
Essen auf den Teller geben und dazu zwingen, ihn leerzuessen?

Ich fange an, mir Sorgen um Deine Mutter zu machen.
Sie braucht Hilfe.
Rede mit Deinem Vater, Deiner Therapeutin und anderen Erwachsenen über ihr zwanghaftes, kontrollierendes Verhalten.

Bis sie Hilfe bekommt, schlage ich Dir vor, Dich so wenig wie möglich zuhause aufzuhalten.
Außerdem, so oft wie möglich Besuch einzuladen bzw. mitzubringen.
Paß auf Dich auf,
Gruß, L-19
Zuletzt editiert am: 22.11.2020, 09:40 Uhr, von: Louise-19
21.11.2020, 14:22 Uhr | -Silbermond-
Ah okay verstehe... Ja das wäre eine Möglichkeit... Allerdings glaube ich nicht, dass meine Mutter mit mir da hin gehen würde... Aber danke Liasanya, für die idee! *hug*
Wir sind übern Berg, jetzt geht's bergab.
21.11.2020, 13:49 Uhr | Liasanya
Hallo Silbermond,

weißt du manchmal ist es zu sehr verfahren, dass man da gar nicht mehr miteinander sprechen kann. Kenne das von meiner Mutter, wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hat, dann können wir x-mal diskutieren, jedes logische Argument kommt dann nicht mehr durch. Gleiches ist aber auch bei mir, wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe *whistle*
Deswegen hatte ich die Idee mit jemand externes, der sich beide Seiten einmal anhört und dann versuchen kann euch beiden zu helfen. Das könnte deine Therapeutin mal machen oder aber auch wirklich jemand ganz neues, wie jemand aus der Beratungsstelle. Manchmal ist jemand neues noch besser, weil deine Mutter sonst denken könnte, dass deine Therapeutin nur dich unterstützt und für dich Partei ergreift. Daher hatte ich auch erstmal die Beratungsstelle vorgeschlagen, damit deine Mutter vielleicht eher darauf eingeht. Wäre zumindest eine Idee?

lg Liasanya
21.11.2020, 13:37 Uhr | -Silbermond-
Hallo Liasanya,

ich habe schon so oft versucht mit ihr darüber zu reden und sogar meine Thera mit einbezogen. Hilft alles nichts. Ich kann ihre Sorge nicht wirklich verstehen, denn eigentlich esse ich vollkommen normal. Ich finde halt auch irgendwie keine Argumente mehr wie ich sie umstimmen kann oder so... Oder Kompromisse... Eigentlich hatte wir gesagt solange ich nicht unter 50 Kilo komme ist alles gut, aber sie lässt mich einfach nicht in Ruhe. Ich darf ja nicht mal bestimmten WAS ich esse oder zur Schule mitnehme. Obst und Gemüse hat ja viel zu wenig Kalorien... Manchmal wird das Essen auch zum Teil ungenießbar, wenn sie da gefühlt 100 Schichten Butter drauf schmiert... *sick* Wenn ich darüber reden möchte sagt sie: "Es gibt da nichts zu verhandeln. Punkt." In der Schulzeit hab ich öfter meinen Freunden das Essen gegeben, aber das ist jetzt wegen Corona auch schwierig. Und wegschmeißen will ich es auch nicht...
Wir sind übern Berg, jetzt geht's bergab.
21.11.2020, 13:26 Uhr | Liasanya
Hallo Silbermond,

als ich dein Beitrag gelesen habe, kam mir direkt der Gedanke, dass deine Mutter sich sehr große Sorgen um dich und dein Essverhalten machen muss. Wenn sie aufpasst, dass du auch genügend ist oder dich sogar aus dem Bett holt, damit du noch etwas isst, spricht ja schon dafür, dass sie sich Sorgen um dich macht. Es ist ja alles zusätzlicher Stress, den sich niemand macht, wenn er langeweile hat oder jemand ärgern möchte. Spricht schon dafür, dass sich deine Mutter Gedanken macht und dir helfen möchte.
Ob und in wie fern da eine Essstörung dahinter steckt, dass können wir von hier aus nicht beurteilen. Aber ich kann natürlich verstehen, dass es dich ärgert und zum Teil auch stresst, wenn deine Mutter dein Essen so kontrolliert. Du bist kein kleines Kind mehr, möchtest selbst bestimmen und da kommt das Verhalten deiner Mutter natürlich nicht gerade recht.
Aber kannst du verstehen, wieso sie sich Sorgen macht? Habt ihr euch mal hingesetzt und darüber gesprochen? Vielleicht wäre es sinnvoll, dass ihr euch mal einen ruhigen Moment nehmt und darüber sprecht. Eben nicht dann, wenn es gerade ums essen ging oder ihr gerade fertig gegessen habt. Dann ist der Stress meist bei euch beiden schon auf einen Level, wo ihr geraten nicht mehr ruhig miteinander sprechen könnt.
Was natürlich auch eine Idee wäre, die vielleicht auch deine Mutter beruhigen würde, wenn ihr zusammen in eine Beratungsstelle geht. Dann hättet ihr jemanden, der sich das ganze mal von außen anschaut und sich ein Bild machen kann. Der dann wirklich ganz unbeteiligt ist und vielleicht deine Mutter auch beruhigen kann. Das hilft oft viel eher als ein Gespräch unter vier Augen, wenn die Sorgen schon da sind und das sind sie ja. Könnte mir vorstellen, dass es euch beiden gut tun würde!

lg Liasanya

Treffer: 12

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