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30.09.2016, 16:49 Uhr | ohne-Ausweg
ich bin alleinerziehende Mutter zweier Kinder im Alter von 10 und 11 Jahren.
Bevor das erste Kind geboren wurde habe ich eine Ausbildung absolviert und für ein paar Monate als Aushilfe in einem anderen Bereich gearbeitet. Dann kamen die Kinder; die Trennung... ca. ein Jahr danach konnte ich eine Elternzeitvertretung für 3 Monate machen, dann war wieder Schluss... seitdem passiert nichts mehr!!! Ich habe zig Bewerbungen auf den Weg geschickt; immer nur Absagen, oder gar keine Reaktionen! Eine Umschulung bekomme ich nicht bewilligt; die entsprechenden Kriterien seinen nicht erfüllt! Jetzt sitze ich zu Hause und weiß nicht mehr weiter!
Vor zwei Jahren war ich zu einer Mutter-Kind-Kur; die auch in der ersten Zeit gut geholfen hat. Doch jetzt bricht wieder alles auf mich ein!
Mittlerweile kann ich schon keine Bewerbungen mehr schreiben! Ich sitze dann vor dem Bildschirm und es kommt nichts; mein Kopf ist leer!!! Die Tränen kullern, aber der Kopf ist einfach leer!!!
Auch im Bereich des Umganges der Kinder bin ich extrem angreifbar geworden. Die Umgänge sind eine Tortur für alle und stellen insbesondere mich tagelang (vorher sowie hinterher) unter Strom, denn ich muss alles kompensieren und auffangen!
Ich habe extrem zugenommen (was ich auch gar nicht schön finde!!!!).
Bei einem Arztbesuch Anfang des Jahres (Routine) bin ich dann seelisch zusammengeknackt und hab total geheult. Er meinte dann nur, dass ich mich doch mal bei xy bewerben solle (tja, war wohl auch ein Griff ins Klo); Antidepressiva verschrieben und fertig.
Ich ärgere mich Tag für Tag mit dem Amt aufs Neue wegen Kleinigkeiten. All das zerrt so an meinen Nerven!!!
Wenn nicht grade Schule ist komme ich nicht aus dem Bett; würde am liebsten den ganzen Tag liegenbleiben. Rausgehen tue ich nur noch zum Einkaufen (oder Termine mit den Kindern).
Therapeuten gibt es hier so gut wie keine; da ich nicht mobil bin kommt es auch nicht in Frage zig Kilometer weiter zu suchen...
Aber was soll ich noch machen?
Ich habe keine Motivation mehr!!!
In meinen erlernten Beruf werde ich auf keinen Fall wieder rein kommen, eine schulische Ausbildung ist aufgrund der finanziellen Lage nicht drin und ansonsten kommen ja nur Absagen.
Welche Möglichkeiten / Mittel hat man denn überhaupt noch, wenn niemand einem eine Chance geben möchte????
Ich bin so verzweifelt!!!
02.10.2016, 08:45 Uhr | marinadiezweite
Hallo ohne Ausweg. Ich glaube, da kann man auch verzweifelt sein. Wenn nichts funktioniert. Ich denke, dir ist nicht geholfen mit theoretischen Tipps und großen Veränderungen. Es sollte erstmal klein anfangen.
Du hast folgende Probleme: Kindesumgang, anscheinend, wenn sie beim Vater sind, läuft nicht gut.
Arbeitssuche läuft nicht gut, Bewerbungen erfolglos, keine oder wenig Therapeuten in deinem Wohnort....
Sicher gibt es noch mehr Probleme, aber diese scheinen mir die hauptsächlichen zu sein. Welches davon ist das größte Problem? Ich denke mal die Arbeit. Da scheint mir auch am meisten Potential für Veränderungen. X Bewerbungen geschrieben, kein Erfolg. Hast du schon mal ein Bewerbungsseminar mitgemacht von der Arge? Oder hast du Freunde, die deine Bewerbung mal checken können. Oft sind die Bewerbungen, die man so als Massenware abschickt, eher 08/15. Da sind bestimmt Verbesserungen drin. Gern wird auch formuliert, dass man alles machen würde, Hauptsache arbeiten. Das kommt bei den meisten Arbeitgebern nicht gut. Aber du hast eine Ausbildung. Ein Arbeitgeber möchte einfach sehen, was dir Spass macht und wo er dich einsetzen kann. Du schreibst, in den erlernten Beruf kommst du nicht mehr rein. Weil es an Beruferfahrung fehlt? Frag dich auch mal schlau bei der Arge, ob es innerhalb deines Berufs Maßnahmen gibt. Es wäre ein kleiner Anfang, da eine Weiterbildung zu machen.
Bleib unbedingt mit dem Arbeitsamt in Kontakt, man kann neben kurzen Maßnahmen auch Betriebspraktika machen. Es geht nicht immer alles sofort und alles super. Oft sind es kleine Schritte. Solange in deinem Beruf Arbeitsplätze vorhanden sind, wirst du wohl keine Umschulung bekommen. Es sei denn, du kannst den Beruf krankheitsbedingt nicht mehr ausführen. Da wäre zum Beispiel eine richtige Begutachtung durch einen Mediziner der LVA in Verbindung mit dem Arbeitamt möglich.
Kein Auto, das sollte zumindest für eine Therapie kein Problem sein. Es wäre sicher wichtig, dass du neben einer Therapie eine kurzfristige medikamentöse Behandlung erhälst. Damit du den Anfang meisterst, aufstehen und wach und munter sein. Ich meine, du bist bestimmt nicht die einzige, die ohne Auto ist unter den Arbeitslosen. Kannst aber sicher einmal die Woche mit dem Zug in die Stadt fahren. Oder Bus, egal. Egal auch, ob eine Selbsthilfegruppe zum Abnehmen oder eine zum Quatschen oder eine ehrenamtliche Tätigkeit. Hauptsache mal andere Gesichter sehen.
Die Aufenthalte der Kinder beim Vater, ich denke, dass du da nicht alles kompensieren musst. Schließlich kannst du auch nichts dafür, dass es Besuche dort gibt, die anscheinend nicht immer gut laufen. Aber es gibt verschiedene Kompensationsmöglichkeiten. Die Kinder können mit dem Vater sprechen. Er weiß vielleicht gar nicht, dass es da belastende Dinge gibt. Oder ihr tobt euch alle zusammen mal aus nach dem Besuchswochenende. Leider kann man nämlich nicht alles endlos diskutieren und beklagen. Es wird davon nicht besser oder anders. Notfalls solltest du dich bei dem Vater der Kinder mal äußern.
Du denkst jetzt vielleicht, die hat gut reden. Oder schreiben. Sicher. Hab ich. Mir fällt natürlich auch auf, dass du dich selbst ''kleinmachst''. : Der Arzt verschreibt dir ''nur'' Antidepressiva. Ja, mehr kann ein Hausarzt vielleicht auch nicht. Aber er kann diese nicht optimal verordnen. Nur ein Facharzt kann über Verordnen und Abgleichen auch feststellen, ob sie wirken. Anscheinend tun sie es ja nicht. Da müssen sicher andere her.
Bewerb dich mal bei xy. Was ist daran schlimm, dass du es getan hast. Was war daran ein Griff ins Klo? Ist doch schön, wenn man einen Tipp erhält. Oder wenn man sogar kurze Zeit arbeitet. Da kann man auch nachfragen, was schiefgelaufen ist. Ist doch kein Weltuntergang.
Zuletzt editiert am: 02.10.2016, 08:52 Uhr, von: marinadiezweite
01.10.2016, 13:11 Uhr | bke-Claire-Diallo
Liebe Userin (ohne-Ausweg),

als eine der ModeratorInnen dieses Elternforums begrüße ich Sie sehr herzlich und bedanke mich für Ihren Beitrag.

Normalerweise spreche ich die Eltern, die hier schreiben, mit dem Usernamen an, den Sie angeben haben. Bei Ihnen habe ich gezögert, Sie „ohne-Ausweg“ zu nennen. Ich habe dabei das Gefühl, dazu beizutragen einen Zustand als endgültig festzuschreiben.

Sehen Sie das denn so, dass es keinen Ausweg gibt? Alleine, dass Sie sich mit Ihrem Problem an uns wenden, zeigt doch, dass Sie dabei sind nach einer Lösung zu suchen und das finde ich sehr gut und einen ersten wichtigen Schritt.

Dabei will ich nicht herunterspielen, dass Sie sich in einer verzweifelten Situation befinden. Nach allen Bemühungen und Fehlschlägen scheint Ihnen nun irgendwie die Luft auszugehen. Sie fühlen sich derzeit kraft- und hoffnungslos. Der leere Bildschirm verstärkt dieses Gefühl, deshalb würde ich hier bewusst eine Pause einlegen. Was hat gerade Priorität in Ihrem Leben? Ich glaube, dass der nächste Schritt sein müsste, dass Sie sich professionelle Hilfe vor Ort suchen. Sie schreiben, dass es so gut wie keine Therapeuten in Ihrer Gegend gibt. Wenn Sie auf unserer Startseite, am linken Rand ganz unten, „Beratungsstellensuche“ anklicken, dann finden Sie Adressen von psychologischen Beratungsstellen (Erziehungs-Familienberatung) in Ihrer Nähe. Dort würde ich zunächst einen Termin vereinbaren. Die KollegInnen dort werden Ihnen helfen erst einmal zu sortieren und gegebenenfalls eine passende therapeutische Anlaufstelle zu finden.

Ich wünsche Ihnen Mut und Kraft und einen hilfreichen Austausch mit anderen Eltern.

Herzliche Grüße
bke-Claire-Diallo

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