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24.01.2017, 14:04 Uhr | chrysantheme
Hallo an alle,

es gibt ein Problem, das mich sehr belastet.

- Wir wohnen in einer Doppelhaushälfte, und die Wände sind sehr dünn.

- unser Sohn (10) leidet an Asperger-Autismus, und bekommt manchmal schreckliche Wutanfälle, bei denen er sehr laut wird (Türen knallen, schreien...)

Unsere Nachbarn haben sich deswegen beschwert.

Unser Sohn würde außerdem extrem laut auf der Treppe trampeln - was wir nicht bestätigen können (ich bin selbst sehr lärmempfindlich und würde dies sofort unterbinden).

Sie haben uns mitgeteilt, dass ab 19:30 absolute Ruhe herrschen solle, weil sie dann zu Abend essen und ihre Kinder um 20:00 ins Bett gingen.

Um das Problem zu lösen haben wir zunächst versucht, auf unseren Sohn mit Gesprächen, Erklärungen, Übungen auf der Treppe ("schau mal: SO sollst du die Treppe benutzen, damit es ganz leise ist") etc. einzuwirken.

Es half nichts, da er es im Moment der Treppenbenutzung wieder alles vergessen hatte und außerdem der Meinung war, er würde schon besonders leise laufen. Wir haben ihn weiter ermahnt, überwacht, mit ihm gesprochen. Wir waren dann auch der Meinung, dass er schon leiser laufen würde.

Ehrlich gesagt konnte ich die Aussage der Nachbarin auch nicht ganz nachvollziehen, er würde wohl offensichtlich mit voller Absicht und maximaler Kraft auf der Treppe herumtrampeln - sie fügte noch hinzu: "mich wundert, dass SIE als Eltern das gar nicht stört!"

Wie gesagt bin ich selbst sehr lärmempfindlich. Bevor ich Kinder hatte, habe ich nie in meinem ganzen Leben eine Beschwerde wegen Lärm erhalten.

Wir haben dann schließlich das Zimmer unseres Sohnes aus dem 1. Stock ins Erdgeschoss verlegt.

Aber bald fing das Schlagen (letztes Mal war es um viertel vor 9 abends) gegen die Wand von drüben wieder an. Die Nachbarin beklagte sich wieder genauso wie am Anfang: lautes Getrampel auf der Treppe, Türenschlagen, etc.

Mein Mann und ich benutzen die Treppe wirklich normal und seit den Beschwerden mit besonderer Rücksicht. Unser Sohn wohnt nun, wie gesagt, unten und benutzt die Treppe gar nicht mehr.

Türenschlagen - das stimmt. Allerdings sind die Wutanfälle, wegen denen das Türenschlagen entsteht, ein Symptom seiner Störung. Trotzdem versuche ich, die Wutanfälle abzuschwächen und rede natürlich mit meinem Sohn darüber. Das Ergebnis ist jedoch nicht ausreichend für die Nachbarn.

Ich weiss nicht mehr, was ich noch tun soll:

Zimmer umräumen, ermahnen, überwachen, ernsthafte Gespräche mit dem Kind führen, außerdem geht er zur Autismus-Therapie, zudem kommt mehrmals wöchentlich eine sozialpädagogische Familienhilfe mit der wir über Erziehungsthemen sprechen, er bekommt Medikamente....

Ich weiss nicht mehr, was ich noch tun soll.

Die Nachbarn haben gedroht, sich mit unserem Vermieter in Verbindung zu setzen und sich zu beschweren.
Wir haben schon einmal eine Wohnung verloren wegen dieser Problematik!

Viele Grüße
chrysantheme
27.01.2017, 10:49 Uhr | chrysantheme
Liebe Serafina,

vielen Dank für das Selbstbewusstsein, dass du mir rüberpostest! Es stimmt, ich muss mich hinter meinen Sohn stellen. Das möchte ich jetzt auch verstärkt tun.

Liebe Wolke40,

es ist wie du sagst: die Wände sind dünn, wir tun, was wir können, aber es ist eben nicht völlig zu verhindern. Vor uns hat eine 80-jährige Dame mit ihrem erwachsenen Sohn in dieser Doppelhaushälfte gelebt - das waren wahrscheinlich traumhafte Verhältnisse für die Nachbarn. Ich denke, dass wir das Pech haben, an diesen Zuständen gemessen zu werden.
Mein Mann hat sich ja jetzt bereiterklärt, den Nachbarn seine handynr zu geben, dann sollen sie sich bei ihm beschweren, statt an die Wand zu hauen.

Viele Grüße
chrysantheme
27.01.2017, 08:39 Uhr | Wolke40
Hallo Chrysantheme,


ich habe jetzt nicht alle Antworten gelesen. Also ich muss erstmal erwähnen, dass meine Freundin jahrelang bei ihren Eltern in einer Doppelhaushälfte noch gewohnt hat. Mir ist da selbst aufgefallen, wie hellhörig das ist. Das lässt sich so - wie deine Nachbarn es wünschen - von der Ruhe her nicht herstellen. Selbst ich habe die Nachbarn gehört (wie sie die Treppe runter gehen)....und die waren nicht behindert.

Wenn ihr einen guten Kontakt zum Vermieter habt, dann kann der Nachbar dir ja an sich nichts anhaben. Du hast alles getan, was möglich war. Aber die Doppelhaushälfte wäre erst still, wenn niemand mehr drin wohnen würde.


Auf jeden Fall kannst du nicht dein komplettes Leben nach deinen Nachbarn ausrichten, um zu versuchen, einen Ruhezustand zu erreichen, der nicht erreicht werden kann.



Liebe Grüße


Wolke
26.01.2017, 15:40 Uhr | -serafina-
Hallo Chrysantheme,
ich fürchte, Dein sachlicher Brief kommt bei der Nachbarin nicht so sachlich an, weil die Emotionen in solchen Fällen oftmals zwischen den Zeilen hervorquellen....

Mir tut das total leid für Euch, aber leider gibt es immer wieder solche Leute wie Eure "Gegen-die-Wand-Klopfer-Nachbarn". Schwierig. Spontan hätte ich auch vorgeschlagen, einfach mal unerwartet für die Nachbarn zu reagieren und sie mal einladen. Das kann u.U. ziemlich entwaffnen, weil ein neues Feld des Umgangs ermöglicht wird. Ich weiß aber nicht, wie heftig Dein Groll schon ist.

Die Idee, anstatt gegen die Wand zu bummern Deinen Mann anzurufen und verbal zu kommunizieren, finde ich hervorragend.

Rein vom Gefühl würde ich Dich ermuntern, Dich gut hinter Deinem Sohn zu stellen. Das ist für ihn sicher von unschätzbarem Wert. Eine Mutter, die gegen alle Stürme des Lebens/Autismus/Behinderung felsenfest hinter ihm steht und ihn verteidigt. Das tust Du natürlich sowieso, ich würde Dir nur gerne einen dicken Brocken Selbstbewusstsein dafür rüber posten. Lass Dich nciht ins Boxhorn jagen.

Zudem würde ich, nachdem man einmal gesagt hat, dass es nicht ganz einfach ist wegen des Autismus-Problems, nicht weiterhin auf die Behinderung hinweisen. Auch "normale" Kinder haben Wutanfälle, schlagen Türen und bringen ihre Eltern dann und wann in hilflose Situationen inkl. dem, was die Nachbarn über einen denken *whistle*
Serafina
26.01.2017, 11:41 Uhr | chrysantheme
Hallo,

danke nochmal für eure erneuten Antworten.

Zur abendlichen Nachtruhe: wir sind beim Mieterschutzbund, und ich habe mich erkundigt: 22:00 Uhr ist die Grenze. Dennoch versuche ich alles menschenmögliche, um schon um 19:30 absolute Ruhe herzustellen.


Dazu muss ich meinen Sohn aber lückenlos überwachen und möglichst alles verhindern, was einen Wutanfall provozieren könnte. Dazu gehören jedoch notwendige Sachen wie: sich waschen, Zimmer aufräumen, etc.

Hinzu kommt, dass mein Sohn Schlafstörungen hat, und extrem schlecht einschlafen kann. Vor 21:00 ist es unrealistisch zu erwarten, dass er einschläft. Ich habe alles mögliche probiert: Kurzes Vorlesen, langes Vorlesen, sich unterhalten, sich nicht unterhalten, Einschlafrituale....

@marinadiezweite: warum sollen wir denn das mit dem Zimmer rückgängig machen? Dann gibt es doch wieder mehr Ärger?

Also nochmal: als das Problem das erste Mal eskaliert ist, habe ich versucht, es konstruktiv zu lösen. Ich habe 1. der Nachbarin ganz ruhig zum x-ten Mal erklärt, was das Problem ist (Autismus), 2. Verständnis für ihr Problem signalisiert und ihr versichert, dass ich mein Möglichstes tun werde, um die Situation zu ihrer Zufriedenheit zu verändern.
3. ich habe sie gefragt, ab wann sie gerne Ruhe möchte, weil mir das gar nicht klar war. Die Antwort kennt ihr.
4. ich habe ihr angeboten, auszuprobieren, durch welche Art des Treppe-Benutzens sie sich nicht gestört fühlt. Dazu habe ich sie gebeten, in ihr Wohnzimmer zu gehen, und unser Sohn ist die Treppe hochgelaufen. Sie hat gesagt, dass es sie so nicht stören würde.

Dies war dann der "Standard", nach dem ich mich gerichtet habe.

Es ist auch nicht so, dass ich diese Leute von grund auf ablehne. Aber sie setzen unsere Familie extrem unter Druck. Wenn mein Sohn einen Wutanfall hat und mit der Tür knallt (weil ich ihn einmal nicht lückenlos überwacht habe und vorher festgehalten habe), dann wissen wir auch selbst, dass dies laut ist.
Dazu müssen wir nicht zusätzlich durch an die Wand klopfen oder ähnliches drauf aufmerksam gemacht werden.
Denn das bringt noch mehr Druck.

Die Leute drüben sind übrigens Eigentümer ihrer Hälfte. Sie hätten deshalb rein theoretisch nur die Möglichkeit, vor Gericht zu gehen. Dort hätten sie schlechte Karten: ein behindertes Kind, Nachtruhe ab 22:00 wird eingehalten.

Dennoch: die ständigen Beschwerden über mein Kind zermürben mich. Aus der Schule, von den Großeltern, von den Nachbarn.... so dickfellig bin ich leider nicht, dass ich dies einfach ignoriere.

Klar - meine Aktion mit dem Zettel im Briefkasten war nicht toll. Aber gegen die Wand hauen?

Ich habe jetzt einen sachlichen Brief verfasst, in dem ich noch einmal ganz genau erklärt habe, wo die Probleme mit der Behinderung meines Sohnes sind, und wie sie sich manifestieren. Vielleicht ist das ja tatsächlich einfach noch nicht richtig verstanden worden.

Mein Mann wird den Nachbarn außerdem seine handynummer geben - dann soll die Frau bei ihm anrufen, sobald sie etwas stört. So können wir auch genau herausfinden, welche Geräusche es sind - sie behauptet ja, unser Sohn würde auf der Treppe trampeln, obwohl er gar nicht mehr nach oben geht.

Grüße
chrysantheme
26.01.2017, 10:09 Uhr | marinadiezweite
Hallo Chrysamtheme, es ist bestimmt nicht einfach für euch. Ich persönlich hätte wohl auch nicht den Rückzug aus dem Obergeschoss vorgeschlagen. Bedenke aber, dass das deine Idee war. Und diese nun leider nicht den gewünschten Erfolg hat. Könnt ihr das wieder rückgängig machen? Wäre ja zu überlegen. Auf eine Art verstehe ich deine Wut. Andererseits, ich glaube, die Nachbarn haben wirklich sehr lange da sehr ruhig gelebt. Wie alt ist denn das Kind oder die Kinder? Und klar, die Vermieterin meinte, keine Bedenken. Es ist aber megaschwer. Neue Mieter und vorbei die ''Totenstille''. Du magst ihr Leben nicht. Und sie eures nicht. Man kann so reagieren. Nur bringt es was? Vorwürfe, dass sie was gegen BEhinderte hat. Upps. Da würde auch ich erstmal schlucken. DEnn sie wurden ja auch vorher nicht gefragt. Ist das nicht ein bisschen überreagiert? Und auch ein wenig unsachlich? Sie haben was gegen den LÄrm. Beziehungsweise empfinden die von euch als normal empfundenen Geräusche als extrem.
Ich glaube, es ist gut, da ein wenig selbstbewußter hinter Kinderlärm zu stehen. wie schon geschrieben, die meisten Kinder sind nicht immer stets und ständig leise. Und auch mit deinem Mann eine einheitliche Linie anstreben. Er ist da mehr der vermittelnde. Finde ich auch gut. Ich glaube, ihr solltet da ein wenig den Druck rausnehmem bei eurem Sohn.
Mit der Uhrzeit für Ruhe, da bin ich mir nicht sicher. Jetzt wäre es wichtig zu wissen, was ''normal'' ist. Ich meine nämlich dass sowieso ab 20 Uhr Zimmerlautstärke vorgeschrieben ist. Ich glaube, der direkte Kontakt zu den Nachbarn ist am sinnvollsten. Und zwar auch zu der Frau, die ja offensichtlich schneller genervt ist. Ladet euch doch mal gegenseitig ein.
26.01.2017, 00:34 Uhr | AnjaLe
Hallo Chrysantheme,

da fehlen einem in der Tat die Worte.

Allerdings sehe ich hier wirklich den Vermierter in der Pflicht. Er muss doch hier klar Stellung beziehen. Mal angenommen, es würde sich um ein Eigenheim handeln, dann würde so eine Auseinandetzung letztendlich vor Gericht landen und wahrscheinlich abgewiesen. Vielleicht solltest Du die Nachbarn komplett ignorieren. Sie können die vermeindliche Störung letztendlich nur gegenüber dem Vermieter als Mangel an der Mietsache reklamieren, ggf. mit einer Mietkürzung drohen. Eigentlich habt ihr da gar nichts mit zu tun. Ich würde die Leute komplett ignorieren und das Gespräch mit dem Vermieter suchen, vielleicht wäre es auch eine Möglichkeit, das ihr Euch beim Vermieter beschwert. Auf gute Nachbarschaft brauchst Du hier nicht mehr zu setzen und Rücksicht habt ihr mehr als genug genommen, also geht zum Vermieter und schafft Fakten. Lärm, der von Kindern ausgeht, ist kein Lärm nach dem Emmissionsschutzgesetz. In so einem Fall liegt auch keine Ruhestörung vor! Aber da gibt es tausende Einzelfallentscheide. Problematisch ist so etwas generell, wenn Privatvermieter im Spiel sind. Den großen Wohnungsgesellschaften kann man da auch schon mal mit der Presse drohen, wenn Behinderte in irgendeiner Weise in ihren Häuser genötigt werden, aber bei den privaten gibt es da schon manch kurioses.

Was den GdB angeht, kannst Du auch 100% bekommen, ist aber auch abhängig von der schwere der sozialen Anpassungsstörung, oder wie der Gutachter das nach Aktenlage sieht bzw. bewertet.

LG
Anja
25.01.2017, 21:41 Uhr | chrysantheme
Vielen Dank an alle für die hilfreichen Antworten. Das verschafft mir wieder etwas Boden unter den Füßen!

Im Einzelnen:

@Anja: Du hast recht, offiziell ist Nachtruhe ab 22:00. Trotzdem halten die Nachbarn es für ihr Recht, ab 19:30 Nachtruhe zu haben.

Ich bin gegenüber der Nachbarin schon offensiv aufgetreten, habe sie sogar der Diskriminierung eines behinderten Kindes bezichtigt. Was meiner Meinung auch der Wahrheit entspricht: Sie beschwert sich über Lärm, der von den Symptomen einer Behinderung herrührt. Anschließend droht sie mir, unseren Vermieter zu benachrichtigen.

Zum Glück ist unser Vermieter sehr nett. Ich habe ihm erzählt, was das Problem ist, und habe ihm gesagt, dass wir ab 22:00 still sind. Da hat er zufrieden gegrinst.

Aber es stimmt: 19:30 ist absolut unrealistisch.
Nur: Was tun? Die Nachbarn halten es für ihr Recht.

Unser Sohn hat noch keinen Behindertenausweis, der Antrag läuft gerade. Aber Autismus wird meist mit GdB 50-80% bewertet.

@marinadiezweite, Frau Diallo: bei der Wohnung vorher war es so: es war ein Einfamilienhaus, in dem wir oben wohnten und im EG die Vermieter. Laurin war damals auch sehr laut, hat bei Wutanfällen gekreischt und mit Türen geknallt.

Leider gilt, wenn man mit den Vermietern unter einem Dach wohnt, ein Sonderkündigungsrecht, von dem diese dann auch Gebrauch gemacht haben. Die Leute waren auch schon älter und den ganzen Tag zu Hause. Musik haben sie auch nie gehört.

Die jetzigen Nachbarn sind so leise, dass ich mich manchmal frage, ob sie überhaupt noch leben.... es wird weder Musik gehört noch selbst gemacht. Auch sonst hört man nichts, außer dem kleinen Kind, das regelmäßig abends und morgens hin- und herläuft.

Als wir hier eingezogen sind, habe ich mich oft mit der Nachbarin und deren Mutter unterhalten und habe ganz offen gesagt, dass mein Sohn an Asperger leidet, deshalb oft Wutanfälle hat und dabei sehr laut ist. Sie meinte daraufhin, dass sei ja gar nicht schlimm, hauptsache, es wäre dann "irgendwann abends Ruhe". Dieses "irgendwann" habe ich dann als 22:00 interpretiert.

Später, als die Sache dann zum ersten Mal eskalierte, versuchte ich, das Problem konstruktiv zu lösen: ich fragte sie, bis um wieviel Uhr sie denn Ruhe erwarte, ich bot ihr an, in einem Versuch die "optimale" Lautstärke beim Gehen auf der Treppe auszuprobieren. Ich versicherte ihr, dass wir ihre Familie nicht böswillig, aus Nachlässigkeit oder ähnlichem belästigen und dass wir uns Mühe geben wollten, das Problem zu beseitigen.

Dann ging es eine zeitlang.... bis das Geklopfe wieder von Vorne anfing, und das, obwohl mein Mann mit den Leuten ausgemacht hatte, dass sie sich persönlich melden sollten, wenn wieder etwas ist.

@pauliprinzessin: so ist es - der Druck wird an das Kind weitergegeben. Und das Kind steht sowieso schon unter Druck - überall wird er kritisiert, gemaßregelt.... Das mit dem Zimmer war in der Tat ein großes Opfer. Als wir der Nachbarin diese Maßnahme mitteilten, sagte sie nur lau: "mmmh, jaaa... es ist ein bisschen besser geworden."

Ein kleines "Danke" hätte da gut getan... aber an dieser Haltung sieht man, dass diese Frau alles, was sie fordert, für ihr verbrieftes Recht hält. Da ist es nur selbstverständlich, dass wir drüben Kapriolen schlagen, um es ihr recht zu machen.

Das mit dem Tagesplan aufhängen habe ich neulich gemacht, bzw war es ein Plan, wie er sich sein heißgeliebtes Fernsehen verdienen kann. Der Plan wurde von der Wand gerissen und es folgte ein Wutanfall.

Die Wutanfälle kommen immer dann, wenn etwas eingefordert wird, was für normale Kinder ganz selbstverständlich ist: "Zieh dir bitte Socken an." .... eine frische Hose.... wasch dich....

Momentan arbeite ich hart an seiner Körperhygiene - ein häufiges Problem bei Autisten. Die sehen es nicht ein, dass sie sich waschen sollen. Wozu? Neulich, als ich ihn aufforderte, seine Haare zu waschen, sagte er: "Wieso? Gestern hat es geregnet, da sind meine Haare doch gewaschen worden."

Es sind extreme Wiederstände, die da überwunden werden müssen.
Dazu reicht meine Energie nicht immer.

Trotzdem versuche ich das mit dem Verstärkerplan weiter (Fernsehen verdienen).

Übrigens hat mein Mann mit dem Mann der Nachbarin gesprochen, nachdem es zwischen der Nachbarin und mir eskaliert war und sie das Gespräch wütend abgebrochen hat.
Der Nachbar hat durchblicken lassen, dass die Klopferei wohl eher von seiner Frau ausgeht. Außerdem passiere das immer dann, wenn er abends nicht da sei.

Ich habe, nach dem letzten Klopfen etwas gemacht, was mein Mann unmöglich fand: ich habe im Internet eine Seite aus einem Forum für Eltern von behinderten Kindern einen thread ausgedruckt, der von jemandem verfasst wurde, der das gleiche Problem hat wie ich: autistisches, lautes Kind und sich beschwerender Nachbar.

Das habe ich den Nachbarn in den Briefkasten geworfen. Mein Mann fand das völlig "unter der Gürtellinie", die Nachbarin auch. Als ob SIE sich so verhalten würde! Das klänge ja so, als ob ich sie bezichtigen würde, Behinderte zu diskriminieren!

Dabei würde sie doch "aus dem sozialen Bereich" kommen" (sie arbeitet als Sekretärin in einer Eheberatungsstelle).
Sie würde ja nur im äußersten Notfall an die Wand klopfen - "eigentlich" hätte sie nämlich andauernd einen Grund dafür, aber netterweise würde sie sich das verkneifen!

Und, so merkte sie noch an: "Bei Ihnen wird ja auch musiziert. Eigentlich könnte ich jeden Nachmittag vor Ihrer Tür stehen!"

Zu allem Überfluss sagte sie noch: "Also - selbst wenn wir mal ausziehen: dann zieht ja hier wieder jemand ein, und dann haben Sie dieses Problem WIEDER!" (ich habe ihr geantwortet, dass das nicht ihr Problem sei.)

Daraus wird vielleicht deutlich, WIE sicher sie sich ist, dass ihre Forderungen völlig berechtigt sind. Und vor allem: dass sie extrem tolerant ist.
Was soll man da noch sagen?

Viele Grüße
chrysantheme
25.01.2017, 11:16 Uhr | bke-Claire-Diallo
Hallo chrisantheme,

Sie sind da echt in einem Dilemma.

Einmal, das Reihenhaus mit den sehr dünnen Wänden. Da ist es ja gar nicht zu vermeiden, dass die Nachbarn Geräusche hören.

Dann die empfindlichen Nachbarn mit ihrer Forderung, dass ab 19.30h absolute Ruhe herrschen soll. Wie meine Vorschreiberinnen, halte auch ich das für nicht zu realisieren.

Schließlich der Asperger-Autismus Ihres Sohnes, wobei diese Wutanfälle Symptome der Störung sind.
Bei all dem, erscheint es mir fast unmöglich zu sein, den Forderungen der Nachbarn gerecht zu werden.

Um das Ganze zu entschärfen, schließe ich mich den Vorschlägen von marinadiezweite an. Haben Sie denn bereits von sich aus das persönliche Gespräch mit den Nachbarn gesucht? Dadurch kämen Sie in eine aktivere Rolle.

Viele herzliche Grüße
bke-Claire-Diallo
Zuletzt editiert am: 25.01.2017, 11:17 Uhr, von: bke-Claire-Diallo
25.01.2017, 10:56 Uhr | Pauliprinzessin
chrysanteme,

super Nachbarn....

Dadurch, dass ihr euch von diesen Leuten unter Druck gesetzt fühlt, gebt ihr diesen Druck jetzt an das Kind weiter, dieser reagiert entsprechend- und er musste auch noch sein Zimmer räumen. Welche fatale Veränderung für einen Autisten!

Seid ihr in der Autismustherapie? Wie werdet ihr als Eltern begleitet? Habt ihr einen Tagesplan, der für alle Familienmitglieder verbindlich ist? Dieser sollte gut sichtbar und strukturiert aufgehängt werden. So lassen sich so einige Ausbrüche des Buben verhindern oder milder gestalten. Auch ein VT Plan- Belohnung für erwünschtes Verhalten kann helfen. Dieser muss ständig überarbeitet werden. Ein Autist kann lernen sich in der Wohnung und außerhalb angemessen zu verhalten auch wenn er vielleicht das eine oder andere nicht versteht.

Der VT Plan könnte erstmal ganz einfach sein - erwünschtes Verhalten erfassen das kann schon ich putze die Zähne nach der ersten Aufforderung- dafür gibt es dann 10 Minuten lang Fernsehen z.B. Er muss sich also Belohnungen erarbeiten.

Und ihr als Eltern müsst zusammen halten. Gelegentlich gegen das Kind, welches versucht euch gegeneinander auszuspielen um sein Ding durchzuziehen und auch gegen die Nachbarn. Die haben auch zwei Kinder? Super, auch diese werden mal schreien, die Treppe runter trampeln usw...

Ich muss zugeben ich hab mich wahnsinnig gefreut- meine Nachbarin machte mich auch ständig an. Und dann kam der Tag an dem ihr eigenes Kind in der Nacht anfing zu brüllen und zu toben und die Eltern irgendwann das Kind angebrüllt haben sie solle endlich ruhig sein. Von dem Tag an haben sie nichts mehr zu mir gesagt.
25.01.2017, 08:12 Uhr | marinadiezweite
Hallo chrysamtheme, ihr habt schon einmal eine Wohnung verloren, deswegen. Hat euer Sohn da Lärm gemacht oder war es da auch so, dass die Nachbarn sehr empfindlich waren. Ich denke mal, du solltest deinen Sohn nicht so extrem einschränken und belehren. In einem gewissen Rahmen machen ja alle Kinder Geräusche. Wir wohnen in einer Doppelhaushälfte, wo wir morgens und abends den Hund von der Nachbarin hören. Leute, die viel zu Hause sind, keine Musik hören, bekommen auch mehr mit. Ich meine, sprecht nochmal mit den Nachbarn. Besonders, wenn sie an die Wand bollern. Was ich fast frech finde. Schließlich macht ihr keine Partys zu nachtschlafener Zeit. Wie ist es umgedreht. Hört ihr die Nachbarn auch, wenn dort die Kinder ins Bett gebracht werden?
MIt dem Vermieter zu drohen, finde ich persönlich schon sehr hart. Vielleicht solltet ihr zuerst mit ihm sprechen. Und ihm schildern, dass ihr euch große Mühe geht, nicht allzu laut zu sein. Ein wenig Selbstbewußtsein schadet aber auch nicht. Denn Kinder machen nun mal Geräusche. Ich glaube nämlich, dass es für euren Sohn auch nicht einfach ist, sehr oft, also täglich belehrt zu werden. Ab19.30 Uhr absolute Ruhe, die kann es gar nicht geben. Denn dann dürftet ihr ja nicht mal Fernsehen oder so.
Noch ein Problem ist, wenn die Wände sehr dünn sind.
Das Türenschlagen, das scheint mir ein größeres Problem zu sein. Ich glaube nicht, dass die Nachbarn da Verständnis für haben. Du schreibst, der Sohn kann das nicht ändern. Kann er Wut anders ausdrücken? Kann man die Türen etwas ''abmildern?''
Zuletzt editiert am: 25.01.2017, 08:15 Uhr, von: marinadiezweite
24.01.2017, 21:05 Uhr | Louise-19
Hallo, Chrysantheme,
Die Nachbarin beschwert sich, daß Euer Sohn auf der Treppe trampelt.
Euer Sohn benutzt die Treppe nachweislich nicht.
Offensichtlich lügt die Nachbarin.
Viele Grüße,
Louise
24.01.2017, 20:45 Uhr | AnjaLe
Hallo Chrysantheme,

ich glaube, das Problem ist hier die Nachbarin und das Haus. Ich hörte mal, das jemand in so einem Reihenhaus einen Treppenlift einbauen wolte, leider war die Wand im Treppenhaus so dünn, das sich dieser nicht montieren ließ.

Zwar gibt es gesetzliche Ruhezeiten, an denen sich irgendwie auch die Mietverträge bzw. Hausordnungen orientieren, aber mal ehrlich, wer hält sich daran? Bis 22.00 haben heute noch einige Geschäfte geöffnet und die Leute kommen nach Hause, duschen und erzeugen so eine normale Lärmemission. Zuschlagen von Autotüren, Garagen usw. Vielleicht fragst Du mal bei einem Mieterverein oder Anwalt, soweit ich weis, sollte ab 22.00 Uhr Ruhe herrschen. Wegen "Lärm", der von einem behinderten Kind ausgeht, wird es auch der Vermieter schwer haben, Euch zu kündigen. Das Verhalten ist ja eine Eigenschaft dieser Krankheit und lässt sich daher auch attestieren. Vielleicht solltest Du gegenüber der Nachbarin auch offensiver auftreten und die Konfrontation nicht scheuen - ab 19.30 Uhr Ruhe einzufordern ist unrealistisch. Wer das verlangt, muß auf einen Bauernhof.

Welchen GdB hat Euer Sohn?

LG
Anja

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