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10.12.2017, 19:00 Uhr | Melanie-Z
Hallo,
meine 20jährige Tochter leidet seit nun 4 Jahren an Depressionen. Sie hat bereits verschiedene Antidepressiva genommen, die teilweise eine Zeitlang gewirkt haben, dann aber nicht mehr; aktuell wirken sie auch nicht mehr. Sie war nun einige Zeit in einer Klinik, ist nun wieder zuhause, und es geht ihr gar nicht gut. Sie denkt mittlerweile, dass ihr nicht zu helfen ist und dass sie nie wieder gesund wird. Die verschiedenen Therapien haben auch nicht geholfen. Sie traut sich auch nicht zu, einen Job zu machen und hängt zuhause in ihrem Stimmungen durch. Insgesamt ist die Situation echt schwierig, denn ich weiß auch nicht, was ein guter nächster Schritt wäre..... Ich selbst halte es eigentlich auch kaum mehr aus, schwanke selbst zwischen Verzweiflung und Aggression. Über einen Ratschlag wäre ich sehr dankbar! Vielen herzlichen Dank!
Melanie
 
13.12.2017, 07:52 Uhr | marinadiezweite
Hallo Melanie, du schreibst von deiner Tochter. Und dass ihre Erkrankung fast wie ansteckend auf dich wirkt. Ich glaube, das ist im Grunde auch so. Nicht in dem Sinne, dass du das gleiche bekommst. Sondern dass ihre Grundhaltung auf dich total abfärbt. Und du dich so fühlst, als müsstest du ihr immer, oder immer noch, helfen. Du selbst hast sicher auch viele Freuden des Lebens aufgegeben? Sorgen verändern einen ja sehr.
Es ist eigentlich schade, dass du nicht eingebunden warst in die Therapien. Dass deine Tochter volljährig ist, ist ja kein Grund. Sicher, man kann nicht unbedingt viel tun als Mutter. Aber man kann manches besser verstehen, wenn man ein wenig die Hintergründe kennt. Es gibt ja viele Arten der Depressionen. Zudem wohnt deine Tochter ja noch zu Hause. Da kann man schon auch so manchen Tipp für den Alltag gebrauchen.
Moentan denke ich, dass du ein wenig mehr an dich denken solltest. Dass du dich auf andere Gedanken bringst, wenn deine Tochter ausser Haus ist. Dass du versuchst, dir in kleinen Schritten was Gutes zu tun. Dass du zwischen Aggression und Wut schwankst ist ziemlich normal. Aber es geht eigentlich nicht so weiter. Denn fast leidest du mehr als sie. Sicher gibt es Möglichkeiten. Keiner zwingt dich, dass du auch immer zu hause sitzt. Schau, ob ihr ab und zu zusammen was machen könnte. Hilfe im Haushalt, kleine Einkäufe kann sie sicher leisten.
Schwer ist vor allem, dass die Depression nicht immer Thema ist. Aber sie wird sich zumindest ein kleines Stück nun selbst helfen müssen. Da du nicht immer überlegen kannst, was der nächste Schritt ist.
Es ist nicht verkehrt, ihr Begleitung zu Arbeitsamtsberatungen anzubieten. Jedoch sollte sie da selbst tätig werden, einen Termin machen. Dort sitzen eher die Fachleute für Beratung bei Berufen.
Sie will ja vielleicht oft ihre eigenen Wege gehen. Dann ist es gut, wenn du dich auch schon ein kleines Stück von ihr ''abnabelst'.
Gibt es einen Mann zu dir und wie unterstützt er dich?
Zuletzt editiert am: 13.12.2017, 07:56 Uhr, von: marinadiezweite
 
12.12.2017, 07:33 Uhr | AnjaLe
Hallo Melanie-Z,

ich denke, die Idee mit dem sozialpsychiatrischen Dienst ist gar nicht mal so schlecht.
Wie Du selber schreibst, denkst Du, das die Depression "schon fast" ansteckend ist. Anders würde es Deiner Tochter in einer betreuten Wohngruppe auch nicht gehen. Sicher gibt es solche Angebote, wobei ich mir nicht ganz sicher bin, ob es da nicht eine Altersgrenze gibt, evtl. 21, da hier die Jugendpsychiatrische Betreuung endet. Danach käme dann die Lebenshilfe . Da sind aber nicht nur depressive, sondern Leute mit allen möglichen Krankheitsbildern, insbesondere Sucht (Alkohol, Drogen ...), aber auch suizidgefährdete. Aus meiner Sicht würde das Deine Tochter noch mehr runter ziehen und es ermöglicht keinen Ausbruch aus diesem Kreis. Auch haben solche Angebote keinen therapeutischen Nutzen, da sie, wenn überhaupt, nur von Sozialarbeitern betreut werden, ohne jegliche medizinische oder psychotherapeutische Ansätze zur Heilung.

War sie schon einmal in einer Reha/Fachklinik?

Wenn nein, würde ich hier ansetzen (Antrag bei der Krankenkasse holen) und versuchen, die Reha durchzusetzen. Hier lässt sich dann ggf. durch den Sozialdienst auch ein Antrag auf GdB stellen, je nach Art und schwere der Depression schätze ich mal (sie ist 20, hat Abitur) vlt. 30% (befristet!?). Das würde aber reichen, damit sie beim Jobcenter möglicherweise geleichgestellt wird und so in den Anspruch eines sog. leidengerechten Arbeits oder Ausbildungsplatzes kommt.

Hilfe für Angehörige bieten da oft nur diese Selbsthilfegruppen.

LG
Anja
 
11.12.2017, 22:49 Uhr | Melanie-Z
Ganz vielen herzlichen Dank für die Antworten! Eine Selbsthilfegruppe habe ich noch nicht gefunden und fühle mich sehr alleine und überfordert mit der Situation, da ich ja aufgrund ihrer Volljährigkeit nicht in die Gespräche mit Ärzten und Psychologen eingebunden bin. Es fällt mir schwer, meinen Alltag gut zu gestalten, da diese Sorgen halt schon sehr sehr groß sind und ich täglich damit konfrontiert bin. Manchmal denke ich auch, dass die Depressionen ja schon fast ansteckend sind.

Ein Arbeitsplatz, an dem auf die Erkrankung Rücksicht genommen wird, wäre wunderbar. Ich kann mir vorstellen, dass sie sich darauf einlassen würde. Seit ihrem Abitur vor 2 Jahren hat sie kleine Jobs gemacht, aber zurzeit traut sie sich gar nichts mehr zu. Ich werde mich also mal an einen sozialpsychiatrischen Dienst wenden (oder meiner Tochter die Anregung geben, das zu tun) - vielleicht kann man ihr dort ja diesbezüglich weiter helfen.

Gibt es eigentlich auch eine Art Wohngruppen für junge Erwachsene in einer solchen Situation? Ich denke, dass uns etwas Abstand auch gut tun würde. Es fällt mir zunehmend schwer, Verständnis und ein offenes Ohr für sie aufzubringen. Die Konfrontation mit ihrem Leid kostet mich sehr viel Kraft, es ist schwierig für mich, mich ausreichend abzugrenzen.

Viele Grüße
Melanie
Melanie
 
11.12.2017, 19:19 Uhr | Louise-19
Hallo, Melanie,
bist Du selbst in einer Angehörigengruppe?
Falls es verschiedene gibt, probiere alle aus!
Viele Grüße,
Louise
 
11.12.2017, 15:45 Uhr | bke-Clara-Winzenberg
Hallo Melanie-Z,

als Moderatorin in diesem Unterforum der Virtuellen Beratungsstelle begrüße ich Sie herzlich!

Ihre volljährige Tochter ist seit einigen Jahren psychisch erkrankt und hat große Schwierigkeiten sich in das Alltagsleben einzugliedern.

Ihren Leidensdruck und Ihre Hilflosigkeit kann ich gut verstehen! Trotz verschiedener Behandlungsversuche tritt Ihre Tochter auf der Stelle und Sie fühlen sich in der Pflicht, etwas zu unternehmen. Allerdings denke ich, dass die Hauptaktivitäten von Ihrer Tochter selber kommen müssten und Sie sollten versuchen nach Möglichkeit Ihren Alltag zu leben!

Ihre Tochter sollte sich an die behandelnden Ärzte wenden und auf weiterführende Behandlungen pochen. Wenn es ihr so schlecht geht, könnte an eine Tagesklinik gedacht werden. Zudem gibt es Sozialpsychiatrische Dienste, die Hausbesuche machen und Kontakte zu Selbsthilfegruppen vermitteln können. Für psychisch kranke Menschen gibt es zudem unter Umständen Arbeitsplätze, an denen auf die Erkrankung Rücksicht genommen wird. Es müsste von einem ärztlichen Dienst eingeschätzt werden, inwieweit Ihre Tochter arbeitsfähig ist. Bei Arbeitnehmern, die länger krank waren, werden sogenannte Eingliederungsphasen vereinbart, so dass eine Person stufenweise immer ein wenig länger arbeitet. Solche Angebote gibt es ebenfalls für wenig belastbare Menschen.

Dies sind meine ersten Gedanken zu Ihrem Anliegen. Vielleicht erläutern Sie die Lebenssituation noch konkreter, damit wir uns besser hineinversetzen können.

Herzliche Grüße
bke-Clara-Winzenberg *Lächelnd*
 
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