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18.08.2018, 10:25 Uhr | Lilly1976
Hallo,

ich bin eine Mutter (42 Jahre) bin verheiratet und habe 2 Kinder (9 und 7 Jahre).

Mein Mann ist selbständig, kämpft seit Monaten mit Burnout, kann aber nicht weniger machen,
da wir für unsere Firma keinen Ersatz haben, der in der Zeit, wo er sich eine Auszeit gönnen könnte,
einspringen kann.
Hinzu kommen die finanziellen Sorgen unserer Einzelfirma, wir haben vor 4 Jahren eine neue Anlage
gekauft, die durch Mängel mehr Kosten verursacht hat, als geplant war.

Für mich wird alles immer mehr… Die tägliche Unsicherheit, wie der Tag bei meinem Mann über
die Bühne geht, dass er gut über den Tag kommt, dann die finanzielle Sorge, wenn wieder etwas
zu reparieren ist usw. Dann bin ich gereizt und lasse das dann auch an den Kindern aus, in dem ich
schimpfe, ungerecht bin und einfach nur unter Strom stehe, da kann eine Kleinigkeit der Kinder sein,
die mich auf die „Palme“ bringt.

Beruflich habe ich letztes Jahr versucht neben dem Haushalt und der Büroarbeit unserer Firma 2
Vormittag wieder in meinem erlernten Beruf als Steuerfachangestellte zu Arbeiten. Ziel war es
nie diesen Beruf zu erlernen, aber durch meine innere Zerrissenheit und Unruhe die ich schon
immer in mir habe, entschieden meine Eltern, dass ich diesen Beruf ergreifen sollte.

Für unsere Firma ist es super, ich erledige die komplette Büroarbeit.

Um finanziell auch etwas beizusteuern habe ich mich dann durchgerungen an 2 Vormittagen zu arbeiten.
Vor lauter Anspannung und der Unruhe ob zu Hause alles ok ist, bin ich immer schon total unsicher in
die Arbeit gekommen. Ich war und bin immer aufgeregt, wie die Vormittage ablaufen, dass ich ja keine
Fehler mache. Das Team in der Arbeit hat mich super aufgenommen, von allen denke ich werde
ich geschätzt, aber diese Unsicherheit ging einfach nicht weg.

Im Urlaub an Pfingsten habe ich mir einfach so überlegt was anderes zu machen. Ich engagiere mich
sehr gerne, bin gesellig und ich bin jemand, der anderen hilft, ihnen eine Freude machen will,
und genieße es, wenn ich damit erfolgreich bin. Bin gegen Ungerechtigkeit, ertrage es nicht, wenn
man Ausländer für alles verantwortlich macht.

Meinen Haushalt mache ich weil ich ihn machen muss. Gelernt habe ich es nicht wirklich von meiner
Mutter, die meinte immer, das musst du noch dein ganzes Leben machen, dann musst du mir zu Hause
nicht helfen. Durch meine Unruhe empfinde ich es auch als „langweilig“. Mache meinen Haushalt,
denke aber da müsste ich viel mehr machen.

Darum habe ich mich dazu entschlossen ab September in den Studiengang Hauswirtschaft zu gehen.
Da bin ich zweimal in der Woche am Vormittag in xxxx in der Schule und bin dann nach knapp 2 Jahren
Hauswirtschafterin. Der Grund es zu tun ist, dass ich es für mich machen möchte, dass ich hier endlich
mal den Haushalt ordentlich führen kann, dass ich auch wieder Lust und Laune haben tgl. zu kochen
und einfach mehr Freude am Leben habe, wenn ich etwas gelernt habe.

Jetzt habe ich leise Zweifel, in der Zeit verdiene ich kein Geld. Sollte ich es nicht lieber lassen und
stattdessen im Steuerbüro mehr arbeiten? Mehr arbeiten, damit wir einfach mehr Geld zu Hause
haben? Mehr tun und nicht irgendwelchen Träumen hinterherlaufen? Haushalt mochte ich nie
besonders, wie wird das dann wenn ich auf eine solche Schule gehe? Verrenne ich mich da nicht
gerade in etwas?

Ich bräuchte einfach jemandem, dem ich meine Zerrissenheit, diese Unsicherheit und innere Unruhe
erklären kann, die mich immer schon begleitet und ich das Gefühl habe daß mein Sohn xxxx auch schon
so Ansätze hat…

Jemanden, der mir diese Angst ein wenig nehmen kann, täglich aufzustehen und nicht zu wissen, wie man
ihn sinnvoll gestaltet.

Ich habe im Moment das Gefühl wie ein kleines Kind zu sein, dass durcheinander ist, könnte ständig Weinen,
kann es gar nicht einordnen Warum.
Laufe ich vor irgendetwas davon, vor Verantwortung? Sollte ich nicht fähig sein, in die Arbeit zu gehen, etwas
Geld zu verdienen und mich um Kinder und Haushalt kümmern und die momentane Situation einfach hinnehmen und
weitersehen, wie sie sich entwickelt.

Warum lass ich den Bürojob sausen, fange diese Schule an? Was bringt sie mir?
Ich weiß es nicht, habe das Gefühl ich verrenne mich gerade in etwas...


Sabine



Zum Schutz Ihrer Anonymität habe ich den Namen der Stadt und den Name Ihres Sohnes gelöscht.

bke-Claire-Diallo
Zuletzt editiert am: 04.12.2018, 14:07 Uhr, von: bke-Claire-Diallo
sabine
07.09.2018, 09:08 Uhr | Pauliprinzessin
Ach Mensch Lilly,
Du bist Steuerfachangestellte, weil deine Eltern meinten du solltest das machen
Du machst jetzt eine Ausbildung zur Hauswirtschafterin, weil Du dich im Haushalt nicht zurecht findest und denkst Du versagst dort.
Du arbeitest im Betrieb deines Mannes, weil man es so erwartet, Du natürlich eine billige Arbeitskraft bist.


UND WAS WILLST DU ??????

Niemand führt seinen Haushalt perfekt und professionell! Ich hab seit über einem Jahr einmal in der Woche eine Haushaltshilfe, sie putzt während ich auf der Arbeit bin ! Hast du noch die Vorstellung aus der Werbung der 50er? Mutti perfekt gestylt serviert Vati ein Menue wenn er von der Arbeit kommt und hat den ganzen Tag nichts anderes zu tun als Essen vorzubereiten zu putzen und die Kinder adrett und nett zu halten? Das war damals schon nur Werbung und in keiner Weise das wirkliche Leben!

Überleg doch mal was Du gern machen möchtest. Ohne Rücksicht auf andere und deren Meinungen und Wünschen.

Eure Familie unterstützen kannst du mit einem Beruf der dir Spaß und Freude bereitet.
Der Haushalt ist vollkommen unwichtig. Der muss nicht perfekt sein- wo kannst du was streichen? Ich bügle schon lange nicht mehr alles z.B. Es gibt einen Plan was an welchem Tag erledigt werden muss / sollte. Und ich kann es ertragen wenn ich mal ein paar Fingerabdrücke auf der Scheibe sehe. Wir leben hier - es ist kein Ausstellungsraum!
24.08.2018, 18:08 Uhr | Matroschka
Hallo Lilly,

ich kann Deine Situation gut nachempfinden, habe ich mich doch auch jahrzehntelang am Limit befunden. Gescheiterte Ehe, Alleinerziehende für vier Kinder, Ausbildung/Umschulung zur Krankenschwester, Vollzeitberufstätig, schwierige Pubertätszeiten der Kinder, usw. Ich kenne diese innere Unruhe und den Drang immer noch mehr leisten zu müssen. Bis zur völligen Verausgabung, dort wo Dein Mann sich zu befinden scheint. Rechtzeitig umzulenken wäre wichtig für Dich und Deine Familie. Vielleicht wäre eine Online-Beratung über die BKE erst einmal sinnvoll, etwas Entlastung zu finden. Woher kommt das Sich-immer-mehr-aufbürden-Wollen? Bist Du sonst nicht gut genug, nicht liebenswert genug? Zeichen, dass Du längst über dem Limit der Belastbarkeit lebst, schilderst Du schon: Weinen bei kleinsten Anlässen, Ungeduld, Ungerechtigkeit bei den Kindern, den Haushalt nicht mehr schaffen...Du arbeitest bereits in der Familienfirma, sicher unbezahlt und willst obendrein neben Haushalt, Familie, Mutter und Ehefrau noch mehr leisten?
Irgendwann hat der Tag dafür nicht mehr genug Stunden und Deine Kräfte sind dann auch aufgezehrt, oder? Wäre eine Mutter-Kind-Kur eine Möglichkeit?

Ich wünsche Dir, dass Du Dir professionelle Hilfe holst und von da aus einen guten, Weg in Deinem Maß, ohne Überforderung findest

Matroschka
21.08.2018, 06:10 Uhr | Ruba
Hallo Lilly,
Du magst keine Hausarbeit, willst aber eine Ausbildung zur Hauswirtschafterin machen. Wozu? Damit Du besser Deinen eigenen Haushalt in den Griff bekommst? Da gibt es sicher einfachere Wege.
Eure finanzielle Situation ist angespannt. Dann macht es doch noch weniger Sinn.
Nimm Dir mal eine kleine Auszeit. Fahr ein Wochenende zu einer Freundin und quatsch Dich aus. Bekomm den Kopf frei. Da herrscht zur Zeit Chaos.
Ich persönlich verstehe jedenfalls Deine Gedankengänge nicht wirklich.
Zuletzt editiert am: 04.12.2018, 14:07 Uhr, von: Ruba
18.08.2018, 17:55 Uhr | bke-Claire-Diallo
Hallo Lilly1976,

als eine der Moderatorinnen dieses Forums begrüße ich Sie sehr herzlich und bedanke mich für Ihren Beitrag.

Sie befinden sich derzeit in einer sehr belastenden Situation. Ich habe den Eindruck, dass Ihnen gerade alles über den Kopf wächst und Sie Mühe haben eine klare Entscheidung zu fällen.

Sie schreiben zwar, dass Sie sich für die Hauswirtschaftsschule entschieden haben, so klar scheint diese Entscheidung allerdings nicht zu sein. Inzwischen sind Sie am überlegen, ob es die richtige ist. Insofern finde ich es gut, dass Sie sich die Zeit nehmen, alles noch einmal in Ruhe zu überdenken.
Mir fällt dabei folgendes auf:
Damals haben Ihre Eltern entschieden, dass Steuerfachangestellte das Richtige für Sie sei. Sie selbst hätten sich nicht für diesen Beruf entschieden. Jetzt möchten Sie Hauswirtschafterin werden, obwohl Sie diese Arbeit nicht gerne tun. (Jedenfalls habe ich Sie so verstanden)

Vielleicht können Sie sich 2 Spalten pro und contra machen. Tragen Sie ein, was für die Ausbildung zur Hauswirtschafterin spricht und was dagegen. Eine gute Übung um zu einer Entscheidung zu kommen ist auch, wenn Sie sich in die Zukunft versetzen. Wie würde Ihr Leben dann aussehen, wenn Sie sich für diese Lehre entschieden haben und wie würde sie aussehen, wenn Sie sich dagegen entscheiden.
Um zu einer Klarheit zu gelangen sind auch Gespräche mit Bezugspersonen, wie Familie und Freunde hilfreich.

Neben unserem Forum haben Sie hier noch die Möglichkeiten Einzel- und Gruppenchat, wie auch Einzelberatung in schriftlicher Form, wahrzunehmen.

Jetzt hoffe ich, dass Sie etwas mit meinen Gedanken anfangen können und wünsche Ihnen noch einen hilfreichen Austausch mit anderen Eltern.

Herzliche Grüße
bke-Claire-Diallo
18.08.2018, 16:33 Uhr | Louise-19
Hallo Sabine,
da die Firma an Deinem Mann hängt
und seine gesundheitliche Situation sehr unsicher ist
und ihr Schulden habt

und Du selbst auch nicht weiter belastbar bist,

schlage ich vor,
alles gründlich durchzurechnen, und dann ASAP!!

entweder die Firma zu verkaufen
oder einen Assistenten/Stellvertreter für Deinen Mann einzustellen.
Viele Grüße,
Louise

Treffer: 6

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