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25.03.2019, 17:28 Uhr | Albtraumleben
Hallo ihr lieben,

ich hoffe ich treffe hier auf jemanden der die Situation vllt im Ansatz kennt oder einfach nur nen Tipp hat wie ich mit meiner Tochter noch umgehen könnte.
Meine Tochter ist vor wenigen Tagen 18 Jahre geworden, vor 18 Jahren war dies der schönste Tag meines Lebens, dieses Jahr wusste ich nicht ob es nicht der grausamste meines Lebens wird.
Sie ist seit vielen Jahren krank, schwer psychisch krank. Bereits mit 12 habe ich sie das erste mal in die Psychiatrie begleitet, damals mit der Hoffnung eine Schlechte Phase zu schaffen. Dort war sie einige Wochen und danach schien es erstmal gut zu laufen. Mit 15 musste ich die Verantwortung erstmals ans Jugendamt abgeben, ich konnte meiner Tochter nicht mehr gegenüber stehen ohne selbst Angst zu haben. Das Jugendamt hat sie damals sehr schnell in der Psychiatrie und danach in einer Wohngruppe untergebracht, etwa ein Jahr später gelang eine gute Rückführung nach Hause. Wir hatten in der ganzen Zeit immer Kontakt und konnten unseren Kontakt immer üben.
Letztes Jahr hat meine Tochter dann ihren Abschluss geschafft, ich bin mega stolz, sie selbst findet ihn nicht gut. Aber ich habe es realistisch gesehen und mich überhaupt gefreut das ein Schulbesuch wieder möglich war.
Und direkt danach ging es bergab, ihre Ausbildungsstelle verlor sie recht schnell und auch zuhause brach die Stimmung immer wieder ein. Immer öfter kam es zu Selbstverletzung oder Wutausbrüchen. An ihrem Geburtstag fand ich sie im Bad, wenig ansprechbar und teils desorientiert. Der Notarzt hat sofort entschieden das eine Psychiatrie informiert wird. Also begleitete ich meine Tochter ins Krankenhaus, dort wurde sie nach der Wundversorgung auf der Intensiv-Station aufgenommen und bleib dort 24 stunden.
Am Tag darauf ging es in die Psychiatrie und dort wäre ich gerne geblieben um meiner Tochter noch irgendwie zu helfen.
Die Ärzte erklärten sofort das ein Beschluss beantragt wurde, es gab überhaupt nicht mehr die Möglichkeit freiwillig zu bleiben. Ich kann das meiner Tochter überhaupt nicht übel nehmen dort die Fassung zu verlieren.... Doch in all den Jahren hat meine Tochter gelernt und verstanden das sie Hilfe annehmen muss, das ich sie nicht mit nach Hause nehme wenn die Situation zu akut ist, aber das ich es tue wenn sie sich wieder an Absprachen halten kann. Wir haben ein Punktesystem zuhause, wir haben klare Absprache und all dies hat sie auch an ihrem Geburtstag eingehalten. Der Punkt war bei Rot. Sie selbst hat die Karte hingehängt die uns beiden sagt das sie AKUT hilfe braucht, sie selbst hat keine Tür zugeschlossen, sie hat sich im Krankenhaus nicht geweigert und nichts.
Und dann schließt sich in der Klinik die Tür wobei meine Tochter wusste das ich sie mindestens wie besprochen 10 Tage dort lasse.
Als meine Tochter erfuhr das die Tür zubleibt und ihr somit das Recht auf Mitsprache genommen wurde hat sie sich gewehrt, was am Ende am Boden endete und man meine Tochter fixierte. Diese Situation hätte ich uns beiden gerne erspart. An sich sollte ich gehen aber das fiel mir nicht ein, sie haben mein Kind fixiert und sediert, dann ist es ja wohl auch mein Recht als Mutter bei meinem Kind zu bleiben. stunden später hat man sie wieder losgemacht und gemeint das sie ja nun ruhig wäre. Aber zwischen ruhig und sediert liegen ja wohl doch Welten. Mein Kind flehte mich an ihr zu helfen und ich konnte nichts tun. Ich konnte nichts tun was ihr in dieser Situation irgendwie half, denn anders wie sie hatte ich bereits den Unterbringungsbeschluss gelesen.
Innerhalb einer Klinik war es nicht möglich mit der Jugendstation zu sprechen, die Station die meine Tochter doch kannten, wussten das sie wenn sie Absprachen gab sich auch an diese hielt. Aber eins erträgt meine Tochter nicht und das ist es eingesperrt zu sein.

Nun muss sie aushalten, wir habe Beschwerde eingereicht, es gab bereits 3 Gespräche mit einem Richter. Und doch stehen jetzt alle da und heben die Hände. Sie ist Erwachsen, sie muss für ihr Handeln einstehen.... Welches Kind ist denn bitte mit 18 erwachsen und kann und weiß alles... Das weiß so manch ein Erwachsenen mit 50 nicht mal....

Jetzt gerade ist meine Tochter perfekt angepasst, die Ärzte reden von sie stabilisiert sich.... Was tun als Mutter wenn man weiß das es nicht stimmt. Sie ist nicht stabil.
Meine Tochter hat vor Jahren schlimmste Gewalt erlebt und lebte danach wie das glücklichste Kind. Jeder wusste das sie es nicht ist, sie konnte es nicht sein. Und jetzt ist sie scheinbar glücklich, kann sich an all die Regeln halten, meckert nicht und macht was man ihr sagt. Ihr bleiben noch 3 Wochen und sie sagt mir immer wieder das sie es in 3 Wochen geschafft hat. Wenn ich sie frage wie es zuhause laufen soll dann sagt sie mir das sie aufräumen möchte und dann könnten wir darüber reden....

Es sind die gleichen Worte die sie mir mit 8 gesagt hat, Mama ich räume nur kurz auf dann können reden. Damals war ihr "aufräumen" ein zerstören von vielen Dingen, ein zerstören des Körpers und ein entsorgen ihres selbst.
Sie hat die Diagnose der komplexen Posttraumatischen Belastungsstörung, der Persönlichkeitsstörung von Typ Borderline (seit neuestem), der dissoziativen Identitätsstörung und der schweren Depression. Einen GdB von 70 % ist nachgewiesen.
Tue ich jetzt als Mutter so als hätte ich dies was sie mir sagt nicht gehört... hole sie nach Hause und provoziere einen viel größeren Einbruch oder lasse ich sie in der Klinik.

Ihre Therapeutin telefoniert schon jetzt mit ihr jeden Tag und ist fest der Meinung das meine Tochter gerade aufspaltet um auszuhalten und doch weiß sie nicht was besser ist. Wenn sie nach Hause kommt bedeutet dies das ich 24 stunden aufpassen muss, ich hätte kein Problem die Pflege bei mir zuhause zu haben, doch der Großteil würde eben doch an mir kleben bleiben.... Oder ist man so "egoistisch" und lässt sie in der Klinik, wahrscheinlich gegen ihren Willen weil dort mehr Leute sind die derzeit aber ja nur das Überleben sichern, keinesfalls einen Schritt der "Heilung" gehen....

Meine Tochter selbst ist derzeit so sediert im Alltag das sie recht wenig an morgen denkt. Nur sedieren ist nicht die Lösung, dieses Teufelszeug was sie da nimmt wird sie zuhause nicht lange nehmen...

Also nun auf sein Mama Herz hören und jegliche Kraft investieren oder eher den "Profis" den Weg freimachen und zusehen wie das eigene Kind noch überhaupt gar nicht in einer Welt der Erwachsenen angekommen ist.

ich danke euch
14.05.2019, 00:00 Uhr | Albtraumleben
Hallo ihr lieben,

ich denke manchmal ist es besser das System zu hinterfragen. Die Therapeutin meiner Tochter hat alles in ihrer Macht stehende getan und sie dort rausgeholt.
Nun greift eine rechtliche Betreuerin welche sehr viel im Kontakt mit der Therapeutin und meiner Tochter ist und auch nach hause immer wieder den Kontakt sucht. Nach einem Besuch der Therapeutin in der Klinik stand für sie fest das meine Tochter dort raus muss. Ihr geht es keineswegs darum dort mit ihr Gespräche zu führen die belastend sind. Viel mehr geht es ihr um Perspektive, um das Gefühl von "da ist jemand der mich nicht fallen lässt". Und genau das hat ihre Therapeutin gemacht. Meine Tochter wurde am 4.4 entlassen, wird nun durch den Psychiatrischen Pflegedienst betreut, besucht eine Tagesstrukturgruppe und macht 2 mal die Woche ambulante Therapie. Mit etwas glück greift im nächsten Monat eine andere Klinik in die meine Tochter kann, ganz freiwillig.

Ihre Betreuerin hat Klage bei Gericht eingereicht, denn auch ihre Therapeutin und ihre Fachärztin sind sich einig das die Zwangsmaßnahmen zu einer Retraumatisierung geführt haben. Die ersten Tage in denen sie zuhause war wusste ich oft nicht mit welchem anteil ich zu tun habe, denn meiner Tochter gelang es nur sehr schwer im hier und jetzt zu bleiben. dieses Krankheitsbild ist bekannt und nach einigen tagen gelang es ihr sich wieder zurecht zu finden.

erschreckend jedoch bleibt das es meine Tochter als so grausam abgepeichert hat das sie überhaupt kein Zeitgefühl hat wie lange sie in der Klinik war. Ihr fehlen total viele Zeiten und selbst Personen kann sie nicht zuordnen. denn auch an die zwei Gespräche mit ihrer Therapeutin dort kann sie sich nicht erinnern, sehr wohl aber an Gefühle der Ohnmacht. Traurig das dort ein sowieso schon traumatisierter Patient nocheinmal Ohnmacht erleben muss. Ihre Therapeutin zeigte sich dorthingegen bereit vor Gericht auszusagen, diese Zwangsmaßnahme lassen wir nicht auf uns sitzen.

Hilfe ja ist richtig und wichtig, aber ich denke wir müssen alle aufpassen was für eine Form es annimmt. Denn wenn mein Kind kränker von einem Krankenhausaufenthalt zurückkommt, dann hatte es wenig sinn sie dorthin gebracht zu haben. Und ihre neue Klinik ist auch eine geschlossene Abteilung, jedoch mit einem Konzept was nicht nur Sedierung beeinhaltet. es ist genauso eine akutstation wo es um schnelle Hilfe geht und doch arbeiten sie anders. Denn dort gibt es Gespräche und dort erklärte man sich sogar bereit das es gemeinsame Therapeutengespräche geben kann um eine gemeinsame Zielplanung zu erarbeiten. Und das sollte doch möglich sein, das ambulant und stationär zusammen arbeiten....

Ich danke euch,
29.03.2019, 09:22 Uhr | marinadiezweite
Hallo Albtraumleben, du schreibst, deine Tochter bittet um Hilfe, doch was ist richtig? Eine große Verunsicherung ist zu spüren. Auch Widersprüchliches. Ich möchte es mal so zusammenfassen. Es soll geholfen werden. Doch das möchte deine Tochter nicht komplett. Es kann sein, dass sie sich in der Klinik sehr herausfordernd verhalten hat, da wird nicht unnötig lange gewartet, bis jemand sich selbst oder andere schädigt. Eine Klinik hat im ersten Moment wenig andere Möglichkeiten. Dann aber, wenn dein Kind, sie ist ja schon erwachsen und kann in der Tat selbst entscheiden, sich wieder beruhigt, muss von diesen Massnahmen wieder Abstand genommen werden.
Ich glaube, es geht hier erstmal nicht um eine dauerhafte Massnahme. Daher meine ich, dass es besser ist, ein wenig Zeit vergehen zu lassen. Es hatte ja einen Grund, dass die Tochter in die Klinik kam. Immer wieder Sorgen, Probleme... . Ich halte es für besser, diese Dinge nun erstmal bis zum 16. April auszuhalten. Es ist bestimmt nicht lustig, wenn man den Kontakt zur Tochter untersagt bekommt. Doch frag ich mal anders herum. Für was ist dieser tägliche Kontakt sinnvoll? So momentan nützt es ja nichts, sie da aufrichten oder trösten zu wollen. Dadurch geht ihr meines Erachtens das Bewußtsein verloren, dass sie Hilfe braucht und Mama ihr leider gar nicht immer helfen kann.
Es darf da nicht so ein Krankenhausfeindbild entstehen. Wie du selbst geschrieben hast, ist deine Tochter nun volljährig. Heißt natürlich nicht, dass man dann erwachsen ist. Aber es tut euch glaub ich nicht gut, wenn ihr alle Hebel gegen die Massnahme in Bewegung setzt. Ehe du dich versiehst, hast du sie wieder zu Hause und der Kreislauf geht von vorn los.
Daher halte ich persönlich das auch nicht für sinnvoll, dass eine Therapeutin in das Krankenhaus geht. Ich stelle mir das so vor, als wenn jemand Medizin bekommt. Und gleichzeitig kommt ein weiterer Doktor und wühlt über Gespräche alles wieder auf, was erstmal medikamentös etwas zur Ruhe kommen soll.
Das fühlt sich glaub ich nicht gut an für euch. Besonders denke ich, dass es deine Tochter weiter verunsichert. In dem Sinne, was ist richtig, würde ich sagen, eines nach dem anderen und dazu stehen.
28.03.2019, 08:56 Uhr | bke-Kira-Morgenthal
Guten Morgen Albtraumleben,

Sie möchten, dass etwas passiert und kämpfen für Ihre Tochter weiter. Das ist bewundernswert.

Aus Ihren Zeilen erfährt man aber auch, dass viel in Bewegung ist und Ihre Tochter bald Hilfe vom Sozialpsychiatrischen Dienst bekommt. Das klingt nach Entlastung. Wie ist es für Sie: glauben Sie, dass Sie sich dann mehr zurücklehnen können und sich mehr um sich kümmern dürfen?

Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Durchhaltevermögen und Momente, wo Sie die Tochter gut abgeben und sie nach und nach loslassen können. Wenn Sie es schaffen, schafft sie es auch!

Stärkende Grüße!

bke-Kira-Morgenthal
27.03.2019, 22:26 Uhr | Albtraumleben
Ich danke euch allen für die Antwort. Echt tausend dank.

Heute habe ich Kontakt zum Sozialpsychiatrischen Dienst hergestellt, derjenige dort hat sich auch gut gekümmert. Es wurde Kontakt zum Betreuungsgericht hergestellt und eine Betreuung meiner Tochter angeregt. Desweiteren hat er sich in der Klinik angemeldet und möchte ein Gespräch mit meiner Tochter und dem behandelnden Arzt. Er hat bereits einen erneuten Einspruch geschrieben, den muss meine Tochter nur unterschreiben ,dann MUSS es einen neuen Termin mit einem Richter geben.

Auch konnte ich die Dame vom Jugendamt bewegen mal 2/3 Worte für einen Richter zu verfassen. Die gute tat sich sehr sehr schwer damit überhaupt etwas gutes zu sehen. Ihrer Meinung nach wäre dies Hilfe.
Es kann keine Hilfe sein wenn rein gar nichts passiert.
Letztendlich hat mir die Fachärztin meiner Tochter versprochen nochmals die Ambulant Psychiatrische Pflege zu verordnen, dort hoffe ich morgen auf Zusage von der Krankenkasse. Dies wäre ein wohl sehr tragendes Argument die derzeitige Unterbringung aufzuheben. Immerhin soll die noch bis zum 16.4 gehen.
Ihre Therapeutin ist entsetzt von der Klinik... sie hat gestern meine Tochter auf Station besucht oder besser besuchen wollen. Aber die Klinik hielt dies nicht für ratsam.... bei einer Therapeutin... echt? Heute gab es dann das Verbot mit ihr weiterhin jeden Tag zu telefonieren. Sie wäre da um zur Ruhe zu kommen und nicht jeden Tag mit ihrer Therapeutin zu reden was sie hochpuscht.
das ist doch krank seitens der Klinik. Ich denke sehr wohl das ihre Therapeutin auf sich und auch auf meine Tochter soweit aufpassen kann und weiß was sie dort tut.

Dies alles habe ich zumindest heute alles in eine Beschwerde ans Gericht geschrieben, morgen soll meine Tochter gegenlesen und unterschreiben damit irgendwas passiert.


Mein Nickname ruft in der Tat viel hervor. Genau die Worte die ich mir immer wieder denke, was für ein Albtraum dieses Leben. Ich liebe meine Tochter und auch wenn es oft verdammt Anstrengend ist würde und könnte ich sie nie alleine lassen.
Denn nicht sie hat mein Leben zum Albtraum gemacht, das waren Menschen die meinten sie dürften meiner Tochter schaden. Danach ein Rechtssystem was mir eigentlich mehr den Täter-Schutz wie den Opfer-schutz zeigte und letztendlich ein Gesundheitssystem was mir deutlich macht wie schwer es ist Hilfe zu bekommen. Denn wenn Hilfe verweigert wird weil Stunden "aufgebraucht" sind dann weiß ich nicht wo dies richtig ist.
Die Therapie zahlen wir als Selbstzahler mit Unterstützung von der Opferhilfe.

Meine Tochter selbst ist manchmal verdammt schwierig und manchmal gibt es kein Weiter. Das sind Momente da wünschte ich ich könnte Zaubern aber dies geht nicht. Wir müssen mit der "erkrankung" meiner Tochter leben und dies lernt man.
Und einmal im Jahr gibt es für uns beide eine Pause. Sie fährt 5 Wochen in die Kurzzeitpflege und ich habe 5 Wochen ganz für mich. Dies ist Luxus, denn das ist Urlaub. Für beide. Denn nichts macht mich glücklicher wie wenn meine Tochter mir schreibt das sie angekommen ist, es mega schön ist und sie sich dann erstmal 4 Wochen nicht meldet. Denn eins tut sie, ist es schwierig kennt sie meine Nummer. Nicht immer die Tageszeit aber gewiss immer meine Nummer. Aber da ist Urlaub. Sie kennt die Leute dort und genießt die Zeit. Und ich, ja ich fahre meist irgendwo hin oder genieße Balkonien zuhause.
Natürlich würde ich vieles gerne wieder machen, aber vieles geht nicht. Vieles geht nicht weil sich mit den Jahren mein Weltbild geändert hat.

Ich danke euch und ich hoffe auf ein baldiges klinikende für alle.
27.03.2019, 14:30 Uhr | bke-Stephan-Bäcker
Hallo Albtraumleben,

es ist wirklich eine schwierige Situation, in der Sie gerade stecken. Ihr erwachsenes Kind ist in der Klinik und darf nicht gehen. Wie soll eine Mutter das gelassen aushalten? Trotz der jahrelangen Erfahrung, die Sie ja auch schon haben.

Es ist gut, wenn Sie sich kümmern. Sich Untertsützung holen um zu prüfen, ob die Klinik und das Gericht angemessen reagiert haben, oder ob sie völlig daneben liegen. Offensichtlich ist, dass Ihre Tochter immer wieder auf professionelle Hilfe angewiesen ist. Sie kennt sich inzwischen gut, kann vieles selbst einschätzen. Und weiß, wann sie Hilfe braucht. Warum die Klinik und das Gericht ihr das jetzt nicht zugestanden haben, ist bestimmt vielschichtig. Eine Möglichkeit ist auch, dass sich die Fachleute vor Ort so große Sorgen um Ihre Tochter gemacht haben, dass sie keine andere Möglichkeit gesehen haben, auch um sich selbst abzusichern.

So ein Gerichtsbeschluss gilt ja aber zu Glück nicht für immer. Wann muss denn überprüft werden, ob die Voraussetzung für die zwangsweise Unterbringung noch gegeben ist? Und wen könnten Sie sich dann zur Unterstützung dazu holen?

Ihr Nickname ruft in mir das Bedürfnis hervor, auch noch an eine andere Stelle zu schauen: Was läuft denn in Ihrem Leben gut? Wo sind Sie zufrieden mit sich? Was gibt Ihnen Kraft? Und was müssten Sie unbedingt mal wieder tun, um ein wenig Freude zu finden?

Ich schicke Ihnen viele stärkende Grüße,

bke-Stephan-Bäcker
26.03.2019, 21:02 Uhr | AnjaLe
Hallo Albtraumleben,

mit "Profis" hast Du es in dieser Klinik sicher nicht zu tun. Eine Therapie findet offensichtlich nicht statt. Die Krankheiten sind nicht "heilbar", lassen sich aber durch Psychotherapie und medikamentöser Unterstützung im Griff halten. Eine Alternative bietet auch eine Tagesklinik, Selbsthilfe,- oder Wohngruppe.

Also hör auf Dein Mama Herz und setze alle Hebel in Bewegung, um sie da rauszuholen. Am besten nimm Dir einen Anwalt, der sich mit den Beschlüssen befasst, den Richtern auf den Zahn fühlt und ggf. einen externen Gutachter bestellt. Da es sich hierbei um einen Einschnitt in Grundrechte handelt, muss es gute Gründe dafür geben, die es nachzuprüfen gilt. Also leiste maximalen Widerstand und bestell Deiner Tochter einen Rechtsbeistand.

Danach regel das mit der Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht, wie Louise-19 schrieb.

LG
Anja
25.03.2019, 18:55 Uhr | bke-Zita-Finke
Hallo Albtraumleben,

Mein Name ist bke-Zita-Finke, als eine der Moderator*innen hier im bke-bke-Elternforum möchte ich Sie herzlich willkommen heißen.

Sie schreiben, dass die Geburt Ihrer Tochter vor gut 18 Jahren der schönste Tag Ihres Lebens war. Dass dann aber viel passiert ist und Ihre Tochter schlimme Gewalterfahrungen gemacht hat.
Es ist sehr spürbar beim Lesen Ihrer Worte, dass Ihnen Ihre Tochter sehr sehr am Herzen liegt. Und dass die momentane Situation, in der Ihre Tochter - da sie nunmehr volljährig ist - erstmals in der Erwachsenenpsychiatrie ist, Sie sehr mitnimmt. Sie ringen mit sich, was ein für Ihre Tochter und für Sie als Mutter guter Weg sein könnte.

Ich wünsche Ihnen hier im Forum einen für Sie unterstützenden und hilfreichen Austausch. Zudem können Sie gerne auch eine Mailberatung beginnen, um dort in vertraulicherem Rahmen vielleicht manches noch zu vertiefen.

Viele Grüße
bke-Zita-Finke
25.03.2019, 18:46 Uhr | Louise-19
Hallo,
ich denke, die Tochter sollte so schnell wie möglich aus dem Krankenhaus raus, wo sie jetzt ist.

Aber Du kannst sie nicht für länger nehmen.

Suche ihr ein anderes Krankenhaus.

Außerdem soll sie sofort, wenn sie draußen ist, eine Patientenverfügung aufsetzen,
damit sowas nicht nochmal passiert.
(M.W: Wie ein Testament, handschriftlich, Datum, Ort, Unterschrift, ...
Es gibt aber wohl auch Vordrucke.)
GLG,
Louise

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