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14.11.2022, 13:47 Uhr | biancaneve
Liebe Forumsmitglieder,

ich weiß nicht mehr weiter und drehe mich nur noch im Kreis.
Mein Sohn ist jetzt 16 Jahre alt. Es gibt eine lange Vorgeschichte mit Problemen über Problemen, die schon im Kindergartenalter anfingen. Ausrasten, in der Grundschule hat er andere Kinder gewürgt.
Ich habe immer versucht, ihm zu helfen. Erst durch meine Initiative kam die Diagnose Autismus zustande. Ich habe mich um Therapien gekümmert, war immer für ihn da, habe ihm auch Grenzen gesetzt (falls jemand denkt, das ganze Problem sei nur durch eine zu laxe Erziehung zustande gekommen). Dann habe ich Erziehungsberatung in Anspruch genommen - sowohl vor Ort als auch seit ca. 10 Jahren hier, habe mich um Hilfe durch das Jugendamt gekümmert (freiwillige Hilfe - SPFH, Einzelfallhilfe, Eingliederungshilfe....).

Ich habe auch versucht, ihn zu Hobbys und Freundschaften zu ermutigen.

Mein Leben bestand nur noch aus Hilfeplan- und Elterngesprächen, Fahrten zu Therapien und zu Hause aus Wutanfällen, Geschrei, Randalieren und Türenknallen. Zwei Mal haben wir deswegen eine Wohnung verloren (ständiges Schreien wie am Spieß, Türenknallen, Streit mit dem Bruder mit blutig gekratzten Gesichtern....) und Gerichtsverfahren über uns ergehen lassen müssen. Aber ich habe das alles gern getan für meinen Sohn und immer gehofft, dass es ihm irgendwann besser geht.

Mein Mann sagte in den letzten Jahren immer: "es ist doch schon viel besser geworden."

Das sagte er, nachdem unser Sohn mich zum ersten Mal körperlich verletzt hatte.

Ein paar Monate später hatte ich zum ersten Mal die Faust meines Sohnes im Gesicht.

Außerdem wurde/werde ich täglich angeschrien, beschimpft (z.B. als "dreckige Schlampe"), geschubst, bedroht. Dinge von mir werden herumgeworfen. Nachts werde ich regelmäßig von Lärm aufgeweckt.

Inwzischen war unser Sohn wegen Suizidalität in der Psychiatrie.

Nun ist regelmäßig die Polizei bei uns zu Besuch.
Zuletzt, als mein Sohn meinen Mann angegriffen hat und ich ihm helfen wollte. Dann wurde ich gewürgt, meine Halskette wurde zerrissen und unser Sohn sagte, dass er uns umbringen wolle.
Danach wurde er auf die Geschlossene eingeliefert.

Schon nach dem ersten Psychiatrieaufenthalt sagte ich, dass ich es besser finden würde, wenn er in eine Wohngruppe käme. Mein Mann war dagegen.

Langsam bin ich an einem Punkt angelangt, wo ich das Ganze unerträglich finde. Vorgestern wurde ich von unserem Sohn bedrängt, beschimpft und schließlich aus dem Haus ausgesperrt.

Gerne würde ich ausziehen, bin aber selber krank und ohne Arbeit. Seit Monaten suche ich eine Wohnung, aber es wird immer ein unbefristeter Arbeitsvertrag verlangt.
Dazu kommt, dass ich aufgrund des Krankseins und der Gewaltsituation nicht genügend Antrieb und Energie habe, Wohnungssuche und Umzug zu stemmen. Ich bin am Ende.

Ich habe meinem Mann vorgeschlagen, dass entweder unser Sohn in ein Internat geht oder er mit unserem Sohn aus der jetzigen gemeinsamen Wohnung auszieht. Das muss ja nicht für immer sein. Aber wenn mein Mann die Energie hat, das Leben mit einem gewalttätigen Sohn durchzuziehen, dann soll er das tun, jedoch ohne mich.

Er weigert sich jedoch, einen der Vorschläge umzusetzen.
Langsam sehe ich wirklich keinen Ausweg mehr für mich, ich bin mit meinem Latein am Ende.

Vielen Dank für´s Lesen.

biancaneve
28.11.2022, 17:22 Uhr | bke-Ina-Schweizer
Hallo biancaneve,

es freut mich zu lesen, dass Sie für Ihren Sohn eine Hilfe bekommen haben. Und noch besser, dass Ihr Sohn mit dieser zurecht kommt und es auch erste positive Auswirkungen zu geben scheint.

Trotzdem geht es Ihnen persönlich noch nicht besser und es scheint gerade auch keine Aussicht auf Besserung zu geben. Sie haben schon den Vorschlag erhalten eine Reha zu machen, stehen dieser aber kritisch gegenüber. Es stimmt natürlich, dass eine Reha erstmal nichts an der Situation daheim ändert. Sie kann Ihnen aber eine Auszeit bieten und im besten Fall bekommen Sie ein paar hilfreiche Strategien an die Hand, um mit der Situation daheim umgehen zu können.

Wenn die Reha für Sie gar keine Option ist, gibt es vielleicht auch andere Möglichkeiten für Sie, wieder etwas zu Kräften zu kommen? Wo können Sie sich im Alltag Auszeiten gönnen/einplanen? Was tut Ihnen gut, was machen Sie gerne?

Ich wünsche Ihnen, dass Sie eine für sich passende Möglichkeit finden, gut für sich zu sorgen!

Viele Grüße,
bke-Ina-Schweizer
28.11.2022, 14:04 Uhr | biancaneve
Vielen Dank für die Antworten.
Inzwischen kommt eine Einzelfallhilfe vom Jugendamt, und er kommt mit ihr gut zurecht. Seine Stimmung ist auch besser geworden. Vielleicht hilft das ja. Einen Therapieplatz haben wir immer noch nicht.
Ich habe momentan das Gefühl, mich gar nicht mehr erholen zu können. Mir wird oft vorgeschlagen, eine Reha zu machen - aber wenn ich wieder nach Hause komme, ist ja doch wieder alles beim Alten. Das habe ich schon ein Mal so erlebt.
Ich finde auch, dass die Zeit mit Lockdown, die ganze Corona-Krise bei vielen Menschen tiefe Spuren hinterlassen hat, besonders bei Kindern und Jugendlichen - wie bei meinem Sohn, aber eben auch bei mir. Man fühlt sich irgendwie völlig aus der Bahn geworfen.
Grüße
biancaneve
16.11.2022, 12:20 Uhr | Louise-19
Hallo Biancaneve,
geh ins Frauenhaus!!
Oder besuche erstmal mit dem andren Sohn Deine Verwandten oder Freunde ,
nur für ein paar Tage.
Dann kannst Du in Ruhe überlegen, wie Du weiter vorgehst,

und wer weiß, wenn Dein Mann erstmal alleine verantwortlich ist,
erkennt er viel leichter, daß der Sohn professionelle Hilfe / ein Internat / eine Wohngruppe braucht.

Ich stimme Dir zu, das geht so nicht weiter.
Du mußt da raus.
Paß auf Dich auf,
Gruß, Louise
14.11.2022, 19:53 Uhr | bke-Zita-Finke
Hallo biancaneve,
mein Name ist bke-Zita-Finke, ich heiße Sie im Namen des Moderator*innenteams hier im bke-Elternforum herzlich willkommen.

Sie beschreiben eine sehr konflikthafte familiäre Situation - mit einer langen Vorgeschichte. Einer Vorgeschichte mit schwierigen, aggressiven Verhaltensweisen Ihres Sohnes, einer Vorgeschichte mit vielen Anläufen von Beratung, Jugendhilfemaßnahmen, Psychiatrieaufenthalten.
Während Ihr Mann meint(e) - es sei schon viel besser geworden, erleben Sie das Zusammenleben anders. Erleben keine Verbesserung, sondern haben das Gefühl, sich trotz aller Bemühungen im Kreis zu drehen und schreiben - Sie wissen nicht mehr weiter.
Ich kann gut verstehen, dass Sie sich fragen, ob ein weiteres Zusammenleben unter einem Dach noch gut und sinnvoll sein kann. Ich kann nachvollziehen, dass Sie sich vor weiteren Übergriffen schützen möchten. Mir kommt zudem der Gedanke, dass Sie sich erneut ans Jugendamt wenden könnten - um nach weiteren oder anderen Unterstützungsmöglichkeiten zu suchen, um in der Situation als Mutter bzw. als Familie nicht allein zu bleiben.

Hier im Forum wünsche ich Ihnen einen Ihnen wohltuenden Austausch .
Und: fühlen Sie sich darüberhinaus eingeladen, auch die weiteren Angebote hier bei der bke-Onlineberatung für sich nutzen.

Herzliche Grüße
bke-Zita-Finke

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