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05.05.2017, 11:38 Uhr | bke-Eddy-Kreuzer
Lieber UserInnen unseres Forums,

Heute treffen sich Psychiater und Psychotherapeuten in Berlin zum Thema Angst. Arno Deister, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie sagte heute im Deutschlandfunk Kultur:“ Soziale Ängste treten im Gegensatz zu klassischen Ängsten vor Höhe oder dem Fliegen hierzulande stärker auf als früher,…“
Auf jeden Fall scheint dieses Thema verstärkt in den Fokus von Therapie zu rücken und hat es immerhin ins Deutschlandradio geschafft.
Wie stehen Sie zu diesem Thema? Haben wir tatsächlich mit vermehrten Problemen im Zusammenhang mit sozialer Angst zu tun? Welche Auswirkungen hat das auf unsere Kinder, den Schulalltag und der Vermittlung von Haltungen und Werten in unseren Familien?
Welche Erfahrungen haben Sie mit diesem Thema gemacht?
Ein angstfreies Wochenende wünscht Ihnen
Bke-Eddy-Kreuzer
 
13.05.2017, 11:15 Uhr | marinadiezweite
Hallo liebe Leutchen, ich finde grundsätzlich die Diskussion um soziale Zwänge und Angst nicht verkehrt. Überlegenswert ist nur, woher aus welchen Richtungen kommen diese sozialen Zwänge. Einfach zu sagen, die sind so von anonym und ganz weit draußen, finde ich platt. Jeder Jugendliche und auch jeder Erwachsene hat eine Freundesclique. Und es hängt viel davon ab, wie da kommuniziert wird. Man muss auch mal überlegen, was da teilweise für Krams gepostet und gesagt wird. Also nicht nur über Medien auch so wird oft der Mut genommen.
Hab gerade so ein negatives Beispiel parat. Aber dazu später mehr.
Jetzt dieses Thema Studien. Dass die sozialen Ängste stärker sind als früher, glaub ich unbesehen. Aber die Analyse, warum ist das so, und wo ist das so. Die gefällt mir nicht komplett. Ein Beispiel ist eine wissenschaftliche Untersuchung zur Bildung der Jugendlichen. Es wurde untersucht, wie groß der Bildungsunterschied zwischen Eltern und Kindern ist. Aus dem Ergebnis wurde geschlossen, welche Länder schlecht ausgebildete Kinder haben und welche gut ausgebildete Kinder haben. Da lach ich mich weg. Deutschland schneidet schlecht ab. Weil die meisten Kinder nicht wesentlich gebildeter sind als ihre Eltern. Es wurde kein IQ- oder anderer Intelligenztest gemacht. Es wurde die Bildung in Bezug auf Hauptschule Realschule Gymnasium verglichen. Ich meine, man kann dieses Ergebnis auch ganz anders lesen. Wenn schon meine G *Lachend* eneration sehr viele Gymnasiasten hervorgebracht hat. Davon ebensoviele studiert haben. Dann können meine Kinder das eigentlich auch nicht mehr signifikant (bedeutsam oder auffallend) toppen beziehungsweise übertreffen..
Nun das negative Beispiel. Ich selbst hab vor drei Jahren nochmal eine Ausbildung gemacht. Bewarb mich dann auf eine Stelle, die mir das Arbeitsamt vermittelt hatte. Klar, muss man ja. Diese Arbeitsstelle war ca 40 Kilometer von meinem Wohnort entfernt. Ich selbst war erstmal glücklich über so eine Chance. Man kann ja klein anfangen und größer werden. Kaum hatte ich das in meiner Clique erzählt, ging es los. Oh Gott, die Fahrtkosten, oh je, dein Auto, das fährst du dir dumm und dämlich. Und der Arbeitgeber erstmal. Jeder hatte da schon mal irgendwie gearbeitet und irgendwie was von gehört. Und das frühe Aufstehen und das Fahren auf einer vielbefahrenen Strecke. Oh je, ich traute mich gar nicht mehr. Erzählte daraufhin auch nichts, als der Tag des Vorstellungstermins nahte. Noch in der Ausbildung und schon abgeworben, Wahnsinn.
Klar, es war ernüchternd. Bei dem Arbeitgeber war nun von Ganztags und so die Rede. Und es passte das Stellenprofil nicht zu meiner Ausbildung.
Nein, es war echt nicht schön. Der Betrieb suchte halt 18-jährige mit 10-jähriger Berufserfahrung, wie man so schön sagt.
Aber ich hab mich dennoch gefreut, dass ich mich da hingetraut hatte. Egal, wie dumm ich mich wohl angestellt hatte. Es war ja weit weg von der Heimat. Selbst wenn die da sich über mich kaputtlachten. Es kam ja hoffentlich nicht als Rückmeldung in unserem kleinen Ort an. Ja, man kann ganz schön ängstlich werden. Und man möchte auch in seiner Clique und in seinem Umfeld ja akzeptiert werden und gelobt und so.
Ich glaube, es ist manchmal ganz gut, wegzuhören und alle Handys und sozialen Ratgeber auszublenden. *Lachend*
Bildung: Ich finde es okey, wenn ein sehr guter Realschüler oder ein Kind mit einer nun-ja-Empfehlung es einfach mal probiert am Gymnasium. Aber ich finde es megawichtig, das dann im Blick zu haben. Wenn es nicht hinhaut, dann ist es doch kein Beinbruch, zurück auf die Realschule. Ich finde es immer noch schade, dass für viele BErufe nun Abitur erwartet wird. Denn Abiturienten sind nicht unbedingt praxisorientierter. Aber sie haben auch paar Vorteile. Zum Beispiel, dass sie schon 18 sind. Führerschein haben die meisten. Einfach zwei Jahre älter, was viel ausmacht.
Da muss sich aber ein guter Realschüler nicht hinter verstecken.
 
12.05.2017, 23:03 Uhr | AnjaLe
Hallo

Hallo, ich denke, dass die Diskussion um soziale Angst damit zu tun hat, dass immer mehr Druck und soziale Angst im öffentlichen Bereich thematisiert wird. Angst aus allen Richtungen. Höre ich zum Beispiel, wie schlecht die deutschen Schulkinder bei der PISA-Studie abschneiden, frag ich mich, sind die deutschen Kinder, pauschal gesagt, zu dumm? Wird nicht genug gelernt in den Schulen? Fehlt da das Qualitätsmanagement? Oder woran bitte liegt das? Manchmal kommt mir auch der Verdacht auf, dass die Kinder nicht weniger als früher lernen sondern anders und vielleicht sogar das falsche. Keine Ahnung, so sind halt Statistiken und Tests.


Die Frage stelle ich mir auch. Momentan ist Wahlkampf in NRW und wie nach jeder Legislaturperiode wird immer wieder die gleiche Sau durchs Dorf getrieben (G8/G9, Inklusion, Kita, mehr Lehrer). In einer Studie, die für die NRW Landesregierung zum Thema G8 erstellt wurde, stand, das es praktisch keinen Unterschied bei den Schülern zu G9 gibt, auch nicht im Freizeitverhalten. Keinen? Angeblich wurden dabei sogar Stressrezeptoren bei den Probanden gemessen, ohne signifikanten Unterschied. Da frage ich mich, was wurde in dem 13. Jahr in der Schule gemacht. Nichts? Beziehungsweise in Bayern wird es ja wieder eingeführt - was steht auf dem Lehrplan?

Solche Studien braucht kein Mensch - es sind vielmehr Gefälligkeitsgutachten zugunsten der Landesregierung, die damit Fehler in der Bildungspolitik verschleiern will. Nach der Landtagswahl am Sonntag wird da auch nichts weiter passieren. Das Problem wird weiter ausgesessen, denn man wartet auf das Ergebnis des Bürgerbegehrens, welches zur Zeit läuft.

Ja, ich denke auch, das es Aufgabe der Eltern ist, eine angenehme Bildungsatmosphäre für Ihre Kinder zu schaffen. Eine leistungsgerechte Schule und eine Ausbildung nach den Neigungen und Fähigkeiten gehört dazu. Leider lassen sich nur zu viele von dem Hyp um das Abitur anstecken.

Zitat: ... der Anteil der Abiturienten stieg an den allgemeinbildenden Schulen damit von 49,2 Prozent (2012) auf 58,4 Prozent (2016) eines Jahrgangs (in Hamburg). Da bleibt für die anderen (Haupt,-Realschüler u.a) wenig übrig vom Kuchen. Problematisch sind solche Zahlen dahingehend, das sie allen anderen vermitteln, "versagt" zu haben. Das erzeugt Ängste (...was wird aus mir?) Eltern werden hier nun den Druck auf die Kinder weiter erhöhen ... Das ist der Strudel. Alles haben Angst - die Eltern, das aus ihren Kindern nichts wird? Die Kinder, das sie alleine schon aus dem Grund, das sie nicht auf dem Gym. sind, in den Peer Groups ausgeschlossen und gemobbt werden. Ich hatte genau dieses Problem mit meiner Tochter.

VG

Anja
Zuletzt editiert am: 12.05.2017, 23:05 Uhr, von: AnjaLe
 
12.05.2017, 09:00 Uhr | marinadiezweite
Hallo, ich denke, dass die Diskussion um soziale Angst damit zu tun hat, dass immer mehr Druck und soziale Angst im öffentlichen Bereich thematisiert wird. Angst aus allen Richtungen. Höre ich zum Beispiel, wie schlecht die deutschen Schulkinder bei der PISA-Studie abschneiden, frag ich mich, sind die deutschen Kinder, pauschal gesagt, zu dumm? Wird nicht genug gelernt in den Schulen? Fehlt da das Qualitätsmanagement? Oder woran bitte liegt das? Manchmal kommt mir auch der Verdacht auf, dass die Kinder nicht weniger als früher lernen sondern anders und vielleicht sogar das falsche. Keine Ahnung, so sind halt Statistiken und Tests.
Schnell wird jedoch hier abgestempelt und pauschalisiert. Denn durch die vielen Möglichkeiten, öffentlich zu diskutieren, wird auch mehr Meinungsmache betrieben.
Habe den Eindruck, dass die Kinder in den höheren Jahrgängen überfordert werden. Und dieser soziale Druck ist definitiv da. Es wird vielerorts vermittelt, dass nur wer was wird, der mindestens den guten Realschulabschluß hat. Aber noch besser Abi oder wenn das schon nicht, dann wenigstens Fachabi. Dabei steht auch das Bild des ''dummen'' Hauptschülers, der sich freuen kann, wenn er einen Ausbildungsplatz abbekommt. Und schön mucksch und dankbar sein kann, dass er überhaupt eine Lehrstelle bekommt.
Halt, stop!! Sind es nicht auch wir Eltern, die ein Wertebild vermitteln? Der Druck kommt sicherlich von aussen. Viele Lehrherrn jammern über ihre AZUBIS, die bei Mathe und Deutsch anscheinend nicht aufgepasst haben. Ich überlege, ob nicht die Eltern dagegen steuern sollten. Das wichtigste scheint mir nämlich, dass die Eltern zusammen mit ihren Kindern überlegen, wo ist die richtige Schule. Wo kann ich was, wo wäre ich überfordert. Muss man wirklich Abi haben? Muß ein AZUBI gleich alles können, was speziell sein Beruf erfordert?
Das ist sicher nur ein Bereich, wo es Druck gibt. Und Eltern können ihre Kinder nicht überall schützen. Wir können, finde ich, uns blicken lassen in der Schule, bei den Lehrherrn, so dies gewünscht ist. Geben aber auch den Kindern was mit, fragen, ob sie dieses oder jenes allein regeln können.
Klar, es ist oft so, dass die Kinder nicht dazu gehören sollen zu einer Gruppe, *Kichernd* wegen Kleidung, wegen Technik, wegen toller Fahrten, wegen Partys. Ich glaub, die Liste ist beliebig lang. Es ist schon schwer, Kindern zu vermitteln, dass man nicht alles haben kann und muss. Aber auch, dass ein tolles Handy nicht das Lernen für eine Klassenarbeit ersetzen kann.
Die Cliquen werden mit zunehmendem Alter wichtiger als die Eltern, logo. Eine ungute Clique, wo stundenlang Nachrichten und Bilder hin- und hergeschickt werden, wo einige ausgegrenzt werden, teilweise aus irgendeinem nichtigen Grund. Das erlebe ich bei der Arbeit, bei uns sind immer viele AZUBIS. Diese legen soviel Wert darauf, was ihre Freunde von ihnen halten. Da werden dumme Nachrichten und ebensolche Fotos geschickt. Und schon ist der Ausbildungstag teilweise gelaufen. Und Kommentare wie: ''O, du hast das gut, ich muss bei dem schönen Wetter arbeiten''. Da würde ich mir manchmal wünschen, dass die Geräte zu Hause bleiben. Und den jungen Leuten mehr bewußt ist, dass solche Kommentare nicht halbso wichtig sind wie eine Aubbildung, bei der man aufpasst und was lernt.
 
12.05.2017, 00:50 Uhr | AnjaLe
Hallo,

ich würde den Begriff "soziale Ängste" dahingehend einordnen, das die Menschen Angst vor dem sozialen Abstieg haben. Angst davor, in die Mühlen von Harz4 und den Jobcentern zu gelangen. Irgendwie wagt sich keiner mehr im Job, Widerstand zu leisten, z.B. einer Gewerkschaft beizutreten oder anders aufzumucken. Von einigen Unternehmen werden unter Beihilfe von psychologisch gesteuerter Unternehmensberatung solche Ängste gezielt erzeugt, z.B. durch Gerüchte, das Standortschließungen drohen, Umstrukturierungen stattfinden uvm. Die Menschen verzichten auf Lohn und Urlaub und geraten immer mehr in den Strudel dieser Ängste. Hinzu kommt die instabile Arbeitsmarktlage, die längst nicht so rosig ist, wie sie in den Medien und auf dem Wahlplakaten dargestellt wird.

Sicher wirkt sich das auch auf die Familie aus. Auch Kinder geraten in diesen Strudel, nämlich dann, wenn ihnen in der Grundschule schon erklärt wird, das aus ihnen ohne Abi nichts wird. Am Ende wundert man sich dann, wenn die psychischen Erkrankungen bei Kindern immer mehr zunehmen, die dann aus diesen Ängsten eruieren. Hier mit Therapie gegenzusteuern hilft meines Erachtens gar nichts, solange die Ursachen nicht beseitigt werden. Ist ein schwieriges Thema.

Anja
 
11.05.2017, 22:04 Uhr | Comakids
Guten Abend,
die Frage finde ich sehr interessant und ich habe eine ganze Zeit darüber nachgedacht. Es hat mich überrascht zu lesen, dass soziale Ängste heute stärker im Fokus stehen. Vielleicht sind meine Kinder noch zu klein um derlei Probleme mit nach Hause zu bringen. Ich finde es sehr wichtig, den Kindern eine gesunde Portion Selbstvertrauen mit auf den Weg zu geben, ich denke meine Eltern haben das bei mir nicht so ganz geschafft. Der Prozess des Älter werdens bringt aber auch viel bei der eigenen Entwicklung, insofern ist das "Startkapital" nur ein Teil des Ganzen.
Wenn soziale Ängste zunehmen, denke ich vor allem an Mobbing. Aber wurden früher nicht auch Menschen ausgegrenzt, die den Anspruch der Gruppe nicht erfüllten? Ich glaube nicht, dass das so zugenommenen hat. Und ich denke auch heute ist es den meisten Eltern wichtig ihren Kindern soziale Werte mit auf den Weg zu geben. Und andererseits wird es früher auch die gegeben haben, die eben keine bzw. "schlechte" Werte vermittelten.
Für mich persönlich nehmen Ängste mit dem Alter in anderen Bereichen zu, weil man den Horizont erweitert, weiter denkt, nicht mehr nur für sich selbst verantwortlich ist und ähnliches.
Viele Grüße!
CM
 
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