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13.07.2017, 13:19 Uhr | bke-Ida-Lindt
Liebe Community,

heute wende ich mich nicht mit einem Artikel/Buch an Sie, der/das mir aktuell über den Bildschirm gehüpft ist. Heute teile ich einen Dauerbrenner aus meinem Leben als Beraterin mit Ihnen. Oft (und gefühlt immer häufiger) sitzen Eltern vor mir, die unter einem enormen Druck stehen. Dass Thema der Doppelbelastung ist im Prinzip nicht neu. Häufig kommt es von der Doppel- zur X-fachbelastung wenn Beruf, Ehe, Kinder, Kümmern um Angehörige, Freundeskreispflege … in 24/7 Platz finden sollen/müssen.

Meist lasse ich mir zeigen/aufbauen, was derzeit alles als schwierig erlebt wird. Mit Bauklötzen, die auf eine Waage gelegt werden oder mit Inseln mit Meer, die alle angefahren werden sollen/müssen. Gemeinsam wird dann geschaut, welche Bauklötze auf der einen und welche evtl. auch auf der anderen Waageschale liegen oder womit das Boot betankt werden kann, das alle Inseln befahren soll/muss. Gemeinsam wird überlegt, wie man mehr von dem machen kann, was einem gut tut. Und spätestens da meldet sich oft das Schuldgefühl.

Ich erlebe viele Eltern, die Entlastung nicht genießen oder als solche erleben können, weil sie gleichzeitig von Schuldgefühlen geradezu zernagt werden.

Schließlich kommen wir zu der Frage: Wie kann es sein, dass belastete Eltern auch noch Schuldgefühle haben, wenn sie sich entlasten? Und was kann helfen sich tatsächlich zu entlasten – also auch von Schuldgefühlen?

Ich bin gespannt, ob das auch für Sie ein wichtiges/aktuelles Alltagsthema ist, wie Sie damit umgehen bzw. welche Gedanken Sie dazu haben. Ich freue mich auf den Austausch!

bke-Ida Lindt
 
15.07.2017, 09:16 Uhr | marinadiezweite
Hallo bke Frau Lindt, hallo serafina. Diese enorme Belastung und Überbelastung ist sicher nicht nur ein Problem Alleinerziehender. Auch berufstätige Ehepaar, Frauen, die neben der Kindererziehung die Berufstätigkeit gewählt haben, und und.
Man sollte meinen, wer zu einer Beratung kommt, nimmt jede Hilfe dankbar an. Jedoch, Entlastung bedeutet auch Auffüllen mit neuen Dingen. Ich kann mir Entlastungsmöglichkeiten zeigen lassen. Die Bausteine werden dann Ehepartner, der mal den Einkauf übernimmt. Kantinenessen, weniger häufig saubermachen... . Aber dieses alles gilt es auch auszuhalten. Manche Bausteine, manch Ballast scheint mir auch nicht unwichtig.
Ich will das an einem Beispiel verdeutlichen. Wir haben eine megakleine Küche. Dort wische ich alle zwei drei Tage durch, sonst sieht es aus wie ''Schwein''. Klar, dass gleich der Rest des Erdgeschosses auch durchgewienert wird. Nach einer halben Stunde bin ich schon das erste Mal am Tag richtig erschöpft. Aber wie kann das anders gehen. Solange ich das sehe, dass es nicht sauber ist, hab ich das solange auf dem Schirm, bis ich die Aktion erledigt habe. Gutgemeinte Tipps, ach, einmal die Woche reicht, sind da nicht sinnvoll.
Es ist auch schwer, sich von Gewohnheiten zu verabschieden. Bügeln von Hemden, T-Shirts, nicht alles muss sein. Manches entspringt einem Anspruch an mich.
Zur Ruhe kommen, einfach mal nichts tun, das ist schon schwer.
Man darf nicht vergessen, man wird auch von der Familie anders gesehen in seinem Fleiß. Meine Familie weiß ja wertzuschätzen, was ich tue. Ist es teilweise so gewöhnt und freut sich. Da was wegzulassen, ist schwer. Was abzugeben, das geht schon eher mal.
Vieles dauert seine Zeit, bis es anders wird.
Der eine redet sich dann seine Schuldgefühle vom Gewissen. Der andere hält schweigend Veränderungen aus. Ich glaube, das muss auch sein. Wenn ich immer alles sofort erledigt habe, ist auch die Familie darauf eingestellt. Ein: '' Reicht es, dass du die Sachen bis morgen abend erhälst?'' ist schon schwer über die Lippen zu bringen.
Bei uns und sicher bei vielen anderen Familien kommt noch dazu, dass meist ja alle eingespannt sind.
Ich stell mir das wieder vor wie eine Waage. Nehm ich ein Klötzchen von der einen Seite, schwappt sie ja über. Also muss das Klötzchen woanders hin, auf die andere Seite. Mann, Kinder.
Da hinkt der Vergleich sogar. Ich kann auch eine Belastung wegnehmen, von mir. Die ganz verschwindet. Nicht nur anders verteilen auch manches ganz weg oder manches gemeinsam erledigen.
 
14.07.2017, 08:54 Uhr | -serafina-
Liebe BKE-Ida-Lindt,
ich glaube, es gibt viele Menschen und insbesondere Frauen, deren eigentliches Problem eher unbewusste Schuldgefühle sind und die erst darauf aufbauend in solche Überbelastungssituationen geraten. Als müsse eine "Schuld" abgearbeitet werden, indem man für sich selbst sehr hohe Maßstäbe setzt, mit sich selbst besonders streng und unnachgiebig ist.

Oft beobache ich insbesondere bei Männern (neidvoll), wie sie ihre eigenen Bedürfnisse in den Vordergrund stellen können, selbst wenn andere dadurch zurückstecken. Wenn das in einem vertretbaren Ausmaß geschieht, ist es doch nichts anderes als gesunde Selbstfürsorge. Ähnlich der Regel im Fllugzeug, zunächst sich selbst abzusichern, bevor man (und damit man) dem Kind hilft (helfen kann).

So als bestünde in der Belastung auch eine irrationale Schutzfunktion. Wenn die alleinerziehende Mutter plötzlich Entlastung erfährt und zulässt, dann ist sie verletzlich, lässt Schwäche zu und wird mit ihrem eigenen Schmerz konfrontiert, der durch die Elternschaft/Beruf/Anforderungen/Verpflichtungen zugeschüttet irgendwo in den Tiefen des Selbst vor sich hingammelt. Dann kommen schnell die Schuldgefühle herbeigeeilt wie die Feuerwehr, und lenken die Konzentration wieder nach außen, zurück zu Elternschaft/Beruf/Anforderungen/Verpflichtungen...

Fatalerweise glaube ich, dass die Kinder diese Schuldgefühle dann weitertragen. Weil sie nicht gelernt haben, dass man für sich selbst gut sorgen muss. Sondern, dass man für andere gut sorgen muss, bevor man selbst (niemals) an der Reihe ist.

Ich will damit natürlich nicht die realen Umstände Allleinerziehender bagatellisieren. Ich meine nur, dass eine alleinerziehende und berufstätige Mutter aufgrund dieser Umstände einfach keine so "gute" und perfekte Mutter sein kann und, indem sie sich dies eingesteht, gerade erst zu einer guten Mutter wird? Es gibt in der Psychoanalyse ja den Begriff der "hinreichend guten Mutter", die für das Kind womöglich ergiebiger ist als die perfekte bzw. perfekt-sein-wollende Mutter.

So, jetzt habe ich ein paar steile Thesen aufgestellt *Pfeifend* Es ist das erste Mal, dass ich in dieser Meinungsumfragen-Rubrik "anbeiße" wie ein Fisch, der einem farbig schillernden Köder dann doch nicht widerstehen kann (-:
Serafina
 
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