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23.08.2017, 08:40 Uhr | Pauliprinzessin
Einfach mal nachgefragt.
Mittlerweile existieren ja seit einigen Jahren diverse Angebote. Gern hervorgehoben werden Ganztagsschulen in gebundenener oder teilgebundener Ausführung. Gemeint sind nicht die Grundschulen, sondern alle weiterführenden Schulzweige.
Wer hat sein Kind auf einer derartigen Schule und wie sind die Erfahrungen mit der tatsächlichen Umsetzung der Erlasse und vollmundigen Versprechungen auf den Homepages der Schulen aber auch im Hinblick auf die Ausführungen des Bundsministeriums und den einzelnen Bundesländern. Was davon findet tatsächlich so statt?

Gibt es zufriedene Schüler und Eltern, wer hat Frust und aus welchen Gründen? Wer hat sich schon mal mit der Schulleitung auseinander gesetzt oder auch noch höher gewendet wenn Frust aufgekommen ist?

Um mal Konkret zu sein
Ich habe gerade ganz großen Frust

- die Ganztagsschule, teilgebunden auf die ich meinen Sohn geschickt habe setzt fast nichts von dem um, was gefordert oder versprochen wird.
-Für manche Schüler beginnt der Unterricht erst zur dritten Stunde und dies an drei Tagen und mehr in der Woche- ein Ersatzangebot existiert nicht
-Für manche Schüler gibt es nur einen nachmittag verpflichtenden Nachmittagsunterricht
- AG gibt es nur einen nachmittag in der Woche- und das in sehr eingeschränktem Maß, von den Angeboten auf der Homepage wird konkret gar nichts angeboten.
- es gibt ausschließlich Unterricht , mal abgesehen vom Mittagessen Angebot über Catering Firma. Eigentlich so wie wir das noch von uns kennen- 4, 6, oder eben 8 Stunden Regelunterricht mit der normalen großen Pause zwischendrin und gut ist. Selbst die neu eingeführte Arbeits und Übungsstunde wird nicht zur freien Verfügung der Schüler gestellt sondern als zusätzlicher Pflichtunterricht für alle missbraucht. Hat man eben das Unterrichtsfach in dem der zuständige Lehrer sowieso unterrichtet.

Wie sieht es aus an der Schulfront bei anderen ?
 
16.09.2017, 20:38 Uhr | AnjaLe
Hallo,

hattest Du schon mal an eine Waldorfschule gedacht? Ich weis jetzt nicht, ob es bei Euch in der Nähe eine gibt, aber die Beiträge sind nach Einkommen gestaffelt und wohl nicht so hoch, wie bei einer klassischen Privarschule oder Internat. Diese Schulen sollen unter Selbstverwaltung der Eltern und Lehrer stehen. Ein engagement bzw. mitwirken der Eltern wird da wohl erwartet.

Ich stimme Die in allem zu. Du hast mehr Mut und Courage bewiesen als viele andere Eltern, die das, was da geboten wird, so akzeptieren, wie es ist. Da das Landesbehörde hier einen Inspektor rausgeschickt hat, der den Vorwürfen vor Ort nachgeht, ist durchaus möglich. Aber letztendlich hat der Schulleiter die Vorgaben, bzw. Erlasse nicht umgesetzt und musste letztendlich damit rechnen, das er sich irgendwann dafür verantworten muss. In der Schule, wo meine Tochter von der 5-10 Klasse war, hatten wir das Problem mit dem Mobbing. Er hat abgestritten, das es so etwas an "seiner" Schule gibt, er wäre über alle Vorgänge informiert!? Als ich Chatprotokolle vorlegte und Emails, aus denen die Urheberin des Mobbings klar hervorging, verwies er mich auf den Zivilklageweg, die Schule sollte aber da raus bleiben. Das wäre ein Problem unter Menschen, welches keinen Bezug zu seiner Schule hätte (nur saßen beide Mädchen in einer Klasse "seiner" Schule)

An der letzten Schule, hatte meine Tochter keine derartigen Probleme, als sie aber einen Aufruf startete, das andere mit zu einer Demo (gegen das Schulsystem) in die Landeshauptstadt fahren sollten, machte auch sie Bekanntschaft mit so einem "schmalspur Despoten". Das rief mich auf den Plan, da einzuschreiten. Die Ansichten dieses Menschen über Grundrechte und Demokratie waren echt erschreckend.

LG
Anja
 
16.09.2017, 09:38 Uhr | Pauliprinzessin
AnjaLe schrieb:
Hallo,

heute habe ich gelesen, das die Ministerpräsidentin von Meckl.-Vorp. ihre Kinder ab der 5 Klasse auf eine Privatschule schickt, angeblich weil die näher ist!? Das löste eine Debatte über den Zustand an den Schulen aus und es hagelte Kritik an der Entscheidung dieser Frau. Ich denke, sie wird ihre Gründe haben, die sie wohl kaum öffentlich äußern wird.

Das Problem ist doch, das die "meckernden Eltern" nicht wirklich einen Spielraum haben. Mal angenommen, alle wären sich einig, würden Unterschriften sammeln, ggf. den Erlass gegenüber dem Schulträger verwaltungsrechtlich durchsetzen. In dem Fall würde dann Personal von anderen Schulen abgezogen, um an der Schule der "Widerständigen" die Mängel abzustellen, die dann woanders aufbrechen. Eltern und Schülervertretungen sind Gremien, die nur existieren, weil es das Schulgesetz so verlangt. Ein Einfluss auf Entscheidungen haben die meines Erachtens nicht. Die Lehrer sind hier denke ich auch gar nicht verantwortlich, sondern die Schulleitung hat dafür zu sorgen, das solche Mängel abgestellt werden.

Ja, ist echt frustrierend. Der Privatschule könnte man den Beitrag kürzen, wenn Stunden ausfallen und Leistungen nicht geboten werden.

VG
Anja


guten morgen,

wenn es nach mir ginge wäre mein Sohn auch auf einer Privatschule....

Für die jetzt betreffende Schule muss ich wohl ganz tief ins Wespennest gestochen haben...
Zumindest hat man in der Koordinationsrunde, welche ausschließlich meinen Sohn betraf, mich persönlich noch mal angegriffen. Was mir einfiele die Landesschulbehörde anzurufen! Zum Glück waren dann in der Runde auch neutrale Personen dabei, die haben erstmal sehr deutlich gemacht, dass natürlich jeder Elternteil das Recht hat sich bei Behörden, auch der Landesschulbehörde zu informieren und das ohne die Genehmigung einer Schulleitung vorab. Ich fürchte, die Schulleitung hat jetzt mächtig Ärger bekommen und wird so einiges ändern müssen oder alternativ wird man den Status Ganztagsschule aberkennen. Daran hängen ja auch Fördergelder und zusätzliches Personal.

Ich finde es äußerst schade, dass wenn ich Dich lese Anja, genau meine Befürchtungen tatsächlich Realität sind. Wir leben in einer Demokratie. Demokratie fängt ganz unten an, nicht erst bei der Landtags und Bundestagswahl. Wir Bürger dieses Landes sorgen dafür, dass Nachwuchs für Kindergärten und Schulen und spätere zu erledigende Arbeit herangezüchtet wird. Wir Bürger zahlen für das Einkommen von Lehrern, Erziehern etc. Durch Steuern, durch zusätzliche Beiträge. Also haben wir Bürger das natürliche Recht aber auch die Verpflichtung dafür zu sorgen, dass unser Geld und unser Humankapital ordentlich versorgt und verwendet wird. Nehme ich die Schule an der wir zur Zeit sind, so ist dies eine recht kleine ortsnahe Schule. Wenn es in dieser Schule nicht korrekt zugeht, so werden immer weniger Kinder dort angemeldet. Die Lehrer, welche jetzt noch mit dem Fahrrad zum Arbeitsplatz kommen werden dann irgendwann ihre Versetzung erhalten und die Schule wird wegen Unwirtschaftlichkeit geschlossen werden, Es liegt also auch im Interesse von Schulleitung und Personal, dass diese Schule ein Betrieb ist mit zufriedenen Schülern und Eltern mit einem Angebot, welches so attraktiv ist, dass Eltern ihre Kinder dort anmelden und nicht abziehen.Wir haben ja zumindest hier in meiner Region eine große Vielfalt an verschiedenen Beschulungsmöglichkeiten. Für das neue Schuljahr hat diese Schule bei einem sehr großen Einzugsgebiet mit einer Großstadt und drei weiteren Städten lediglich 35 neue Schüler bekommen. zum Vergleich - die anderen Schulen einen Ort davor haben jeweils zwischen 120 und 150 Schüler neu hinzubekommen und bieten dabei die selben Abschlüsse. Halten kann sich diese Schule nur auf Grund einer differenzierten Berechnung- ein Inklusionskind zählt nämlich doppelt :) Ansonsten wäre die Schule schon längst zu, da vollkommen unwirtschaftlich.
Die vorgeschriebenen Gremien sind gewählte Vertreter um Demokratie an der Basis sicher zu stellen. An der Schule an der wir vorher waren gab es derartige Gremien gar nicht. Es gab für die Schüler die Möglichkeit eine Schülerversammlung einzuberufen und dort Beschlüsse zu fassen und zu wählen. Sie konnten natürlich nicht wählen, wir gehen ab heute nicht mehr in die Schule, aber darauf wären sie auch nie gekommen sondern Dinge die sie direkt betrafen. Die Eltern hatten ebenfalls eine vergleichbare Versammlung zwei bis drei mal im Jahr. Zusätzlich zu den Elternabenden. Die Lehrer arbeiteten mit den Eltern zusammen. Dadurch war aber auch immer Unterstützung für die Lehrer möglich. Wenn sie Hilfe benötigten , z.B. eine AG mitgestalten, wenn der Schwimmunterricht nur möglich war, wenn sich eine Begleitperson findet, der Ausflug gefährdet war, weil man nicht genug Aufsichtspersonen hatte, wenn etwas schnell zu reparieren war und das abwarten auf Gelder viel zu lange gedauert hätte, wenn der Hausmeister und gleichzeitig auch Reinigungskraft krank war- dann waren Eltern da!
Ich wäre durchaus bereit die neue Schule ähnlich zu unterstützen, wenn man nicht als Schulleitung ganz klar sagt: "Ich bin das Team"!!!!Also hat jetzt das "Team" die Schulleitung offensichtlich ein riesen Problem mit der Landesschulbehörde sonst würde sie sich nicht mehrfach dermaßen erbost äußern. Wer sich selbst als "Team" mit einziger Entscheidungsvollmacht bezeichnet und das eigentliche Team von Lehrern etc nicht mit ins Boot holt hat denke ich nicht mal mehr was in dieser Position verloren, denn er hat nicht verstanden, das die Zeiten der Allmacht wir früher einmal lange vorbei sind. Nur zufriedene Lehrer sind gute Lehrer , nur zufriedene , ernst genommene Eltern empfehlen die Schule weiter und sichern die Arbeitsplätze.
 
05.09.2017, 20:37 Uhr | AnjaLe
Hallo,

heute habe ich gelesen, das die Ministerpräsidentin von Meckl.-Vorp. ihre Kinder ab der 5 Klasse auf eine Privatschule schickt, angeblich weil die näher ist!? Das löste eine Debatte über den Zustand an den Schulen aus und es hagelte Kritik an der Entscheidung dieser Frau. Ich denke, sie wird ihre Gründe haben, die sie wohl kaum öffentlich äußern wird.

Das Problem ist doch, das die "meckernden Eltern" nicht wirklich einen Spielraum haben. Mal angenommen, alle wären sich einig, würden Unterschriften sammeln, ggf. den Erlass gegenüber dem Schulträger verwaltungsrechtlich durchsetzen. In dem Fall würde dann Personal von anderen Schulen abgezogen, um an der Schule der "Widerständigen" die Mängel abzustellen, die dann woanders aufbrechen. Eltern und Schülervertretungen sind Gremien, die nur existieren, weil es das Schulgesetz so verlangt. Ein Einfluss auf Entscheidungen haben die meines Erachtens nicht. Die Lehrer sind hier denke ich auch gar nicht verantwortlich, sondern die Schulleitung hat dafür zu sorgen, das solche Mängel abgestellt werden.

Ja, ist echt frustrierend. Der Privatschule könnte man den Beitrag kürzen, wenn Stunden ausfallen und Leistungen nicht geboten werden.

VG
Anja
 
05.09.2017, 18:19 Uhr | Pauliprinzessin
Hallo Frau Lindt,Hallo an alle die sich bislang beteiligt haben,
ich fasse mal kurz zusammen was ich bzw. auch unsere Elternsprecher versucht haben:
Zunächst einmal Informationen von der Landesschulbehörde eingeholt- Das Ergebnis war, dass man dies sofort der Schulleitung gemeldet hat als Beschwerde mit Namensnennung....
Danach Brief an die Schulleitung mit der Frage wie es sich denn nun mit dem Thema Ganztagsschule, verpflichtender Nachmittagsunterricht, Rhythmisierung (also abwechseln von reinem Unterricht zu freien Zeiten der Arbeit innerhalb des Schultages z.B.) , dem fehlen des 2. AG Nachmittagsangebots, dem fehlen des zweiten verpflichtenden Nachmittagsunterrichts für Teile der Klassenstufenschüler usw verhält. Schließlich ist der Erlass dazu einigermaßen deutlich und die vollmundige Versprechung seitens des Kultusministeriums ebenso. Zudem habe ich mir die Mühe gemacht und diverse Veröffentlichungen zum Thema Ganztagsschule und Verteilung im Stundenplan für diverse Schulformen mit Beispielen und Erläuterungen durchgelesen.
Als Antwort kam ein Blabla, es wird überlegt an einem weiteren Nachmittag für die unteren Klassenstufen AG anzubieten. Die Kinder können ja trotzdem schon ab Schulöffnung in die Schule kommen- dann hängen sie eben in der Aula ab oder ähnliches denn Aufsicht oder gar ein Angebot könnte die Schule nicht leisten. Außerdem gäbe es ja Hausaufgabenhilfe und Betreuung am nachmittag. Na ja was nutzt eine Betreuung am nachmittag, wenn die Kiddies dafür erst am späten Vormittag in die Schule gehen???
Für die kommende Woche wird es schon wieder lustig- Mo und Di erst um 9:40 Uhr und auch nur bis 13 Uhr. Mi dafür mal was neues - erste bis sechste Stunde- Donnerstag fällt der verpflichtenden Nachmittagsunterricht ersatzlos aus, Freitag ist ja sowieso nur dritte bis 6 Stunde Unterricht. Das heißt für uns dass in dieser Woche schon mal wieder 6 Stunden Unterricht ausfallen- was natürlich meint wir Eltern müssen dann iwie die Kiddies unterbekommen. Ich kann natürlich auch einfach mal so wieder meinen kompletten Dienstplan umschmeißen, alle Kunden umbestellen und die Ladenöffnungszeiten dem geänderten Stundenplan anpassen. Bin gespannt wie reagiert wird....

Tja, wie weiter. Das Thema wird leider stets auf den einen meckernden Elternteil und dessen Kind runtergebrochen. Jeder für sich der meckert bekommt zur Zeit ein individuelles Angebot, man könne ja das Kind früher schicken und ein FSjler könne aufpassen- das soll aber nur für spezielle Kinder gelten auf gar keinen Fall sollten alle Eltern darüber informiert werden dass es so etwas gäbe oder man könne das Kind mit der Schulbegleitung irgendwo unter bekommen , die macht dann Hausaufgaben oder ähnliches so lange bis der eigentliche Unterricht anfängt, der Rest fällt hinten raus. Viele Eltern sagen nichts und kämpfen sich irgendwie durch. Einigen Eltern scheint gar nicht klar zu sein, dass es sich um eine Ganztagschule handelt sondern sind offensichtlich nur zu bequem gewesen sich etwas auszusuchen und nehmen die Schule vor Ort so hin, weils einfacher ist.
Auch die beiden Elternvertreter unserer Klassenstufe sind verhalten und trauen sich nicht wirklich nachzufassen.
Einen Elternabend gab es bislang noch nicht, der ist längst überfällig wird aber so scheint es mir derzeit bewusst zurückgehalten bis sich die Eltern abgefunden haben und es keinen Gegenwind mehr geben sollte...Als Lehrer will man ja keine unbequemen Fragen haben auf die man nicht wirklich ehrlich antworten kann sonst müsste man etwas zugeben.
Meine Individuallösung für kommende Woche könnte sein, dass unsere Schulbegleitung, ja wir haben das Glück oder auch das Pech dass wir eine haben/benötigen die 6 Fehlstunden so verteilt dass mein Kind dann wenigstens Montag und Dienstag morgen gegen 8 Uhr und an einem nachmittag in der Schule sein kann und sie sich dann mit ihm beschäftigt. Dies muss noch abgeklärt werden ob das versicherungstechnisch abgesichert ist. Die zusätzlichen Betreuungsstunden der Pflegekasse kann ich leider dafür nicht mehr öfters nutzen denn der Träger verlangt mittlerweile 18,50 pro Stunde, bei nur 125 Euro die man hat wird es schnell eng.

So das erstmal dazu. Echt frustrierend.
 
29.08.2017, 11:12 Uhr | bke-Ida-Lindt
Hallo Pauliprinzessin,

vielen Dank für Ihren Beitrag im Elternland! Sie schreiben von Ihren ernüchternden und frustrierenden Erfahrungen mit der weiterführenden Ganztagesschule und scheinen damit einen Nerv getroffen zu haben. Ich lese von viel Frust und Resignation wegen wenig nachvollziehbaren, uneinheitlichen Regellungen die sowohl schulintern, als auch politisch getroffen (oder eben nicht getroffen) werden. Das Bild von Schule als Pflichtveranstaltung, die sei wie ein Zirkus mit lahmen und kranken Tieren, fand ich ziemlich eindrücklich. Mit Ihren schlechten Erfahrungen sind Sie also nicht alleine, Pauliprinzessin.

Und... was nun? Ich bin nicht sicher, ob für Sie schon etwas dabei war, was Ihnen bei der Beantwortung Ihrer Frage hilft?

Gegenüber die Idee sich zu beschweren habe ich schon Resignation und Ohnmacht raus gelesen. Am ein oder anderen Ort scheint nichts geholfen zu haben. Ich habe mich gefragt, welche anderen Erfahrungen es in dem Bereich gibt. Vielleicht gibt es auch erfolgreiche Elterninitiativen?

Beim Lesen Ihres Beitrags dachte ich, dass Sie mit Ihrem Frust auf die Schule bestimmt nicht alleine sind. Haben Sie Kontakt zu anderen Eltern, die es ähnlich sehen? Gibt es evtl. einen engagierten (Klassen- Schul- Landes-)Elternbeirat, bei dem Sie sich erkundigen könnten, was ggf. schon geschehen ist um auf die Lücke zwischen Versprechungen und Alltag aufmerksam zu machen und diese weiter zu schließen? Gab es ggf. schon Gespräche mit der Schulleitung oder - eine Stufe weiter - mit dem Schulamt darüber, was für die Umsetzung des Konzeptes fehlt und wie das ausgeglichen werden könnte? Gibt es bei Ihnen im Kreis/Umfeld ein "best practise" Schulmodell, also eine Schule, in der es besser läuft?

Ich wünsche Ihnen allen ... und vor allem Ihren Kindern... starke Nerven für den weiteren Zirkusbesuch!
bke-Ida Lindt
 
27.08.2017, 10:22 Uhr | figuralis
Klar ist auch nicht alles Gold bei uns, aber im großen und ganzen kann ich mich nicht beklagen. Mein Sohn geht auf eine Gesamtschule mit drei langen Tagen und zwei kurzen. Es gibt eine Mischung aus Unterricht und Freiarbeitsstunden, bei denen die Kids sich selbständig organisieren müssen: Was habe ich zu erledigen, gehe ich zu einem Fachlehrer oder zu einem anderen ... Am Anfang dachte ich: Das klappt nie, aber es geht doch, und die Klassenlehrer sind gut im Bild und geben Rückmeldung, wenn es irgendwo hapert. AG-Angebote gab es nicht viele und auch eher für die unteren Klassen, genutzt werden die schon.

Vom Niveau her denke ich schon, dass das nicht so hoch ist, weil einfach viele schwächere Schüler auf der Schule sind - da wird sich mein eher lernfauler Sohn schon noch umgucken, wenn es nächstes Jahr in die Oberstufe geht.

Ah, und Unterrichtsausfall gab es bisher so gut wie nie, wenn zB feststand, dass der Englischlehrer eine Woche auf Klassenfahrt ist, gab es halt entsprechend Material, das eigenständig erarbeitet werden musste. Nur Sport ist eine Katastrophe, aber das war mir vorher bekannt und ist etwas, womit ich gut Leben kann.
Zuletzt editiert am: 27.08.2017, 10:26 Uhr, von: figuralis
 
26.08.2017, 09:27 Uhr | marinadiezweite
Hallo Pauliprinzessin, meine Kinder waren nicht auf einer Gesamtschule, ich kann nur die Erfahrungen des Gymnasiums mitteilen. Ws da so teilweise abging, war aber auch sehr ungut. Und zwar sowohl schlulinterne als auch von der Politik gemachte Probleme. Waren zunächst spezielle Kurse notwenig, um in dem Abi in der 12. Klasse alles wichtige zu lernen. Wurde dies kurz vor dem Ende der 10. Klasse bereits wieder geändert. Durch das Zentralabitur waren viele behandelte Stoffe plötzlich überflüssig. Andere waren dummerweise gar nicht gelernt worden. Schnell mussten sich die Lehrer anpassen und zielgerichtet nachholen. Man versprach sich dann viel davon, 11-Klässler und 10-Klässler zusammen zu unterrichten.
Schulintern fielen bereits ab der 7. Klasse so viele Unterrichtsstunden aus, dass es schlimm war. Es hieß dann offiziell, die Kernfächer werden zu 100 % unterrichtet. Hieß auf meine Kinder und deren Fächer gemünzt, es fiel aus: Biologie, Sport, Musik, Kunst. Teilweise wurden die Pflichtkurse von Biologie und Erdkunde ein halbes Jahr nicht gegeben.
Da die Kinder nicht ohne weiteres bei Ausfallstunden nach Hause konnten, blieben sie in der Schule. Betreut oder nicht betreut. Betraut mit Aufgaben, beschäftigt. ...
Manchmal fiel lachhafterweise Sport aus, weil der Biolehrer den Stoff nachholen wollte. Das nur so paar Pannen aus vielen Schuljahren. Als meine Tochter Abi machte, waren die Maßstäbe noch sehr hoch. In dem Jahr sind so viele Abiturienten durch die Prüfungen gefallen wie nie zuvor. Wurden teilweise gar nicht erst zum Abi zugelassen. Was glaub ich in der Statistik gar nicht auftaucht. Denn konnte man vorher in der 11. Klasse sitzenbleiben, in der 13. nochmal. So ging das natürlich nicht in der 11. und 12. Klasse. Also im Abijahr. Okey, wer zweimal sitzenbleibt, hat es vielleicht auch nicht so drauf. Sag ich mal so ernüchternd.
Aber die Jahrgänge danach, die jetzt studieren, da ist das Niveau so heruntergegangen. Man kann es sich eigentlich nicht vorstellen. Aber es scheint, als wenn die Abiturienten nur drauf getrimmt werden, durchzukommen. Und dann beginnen sehr viele einfach erstmal mit Studium, ahnungslos, was da genau auf sie zukommt. Ich glaub schon, dass das Abitur und auch andere Schulen wieder wertvoller werden müssen. Und auch wieder mehr Interessen und Neigungen neben den Grundfähigkeiten berücksichtigen sollen.
Ein Beispiel noch. Wenn man mal irgendwann beim Bruchrechnen nicht aufgepasst hat, Grundschule. Es wird nie wieder richtig wiederholt. Es wird einfach immer drauf aufgebaut. So schleppt man sich locker 8 Jahre mit einer Mathegrundkenntnislücke durch die Schule. Ebenso wie die anderen Lücken. Erdkunde hieß glaub ich mal WUK, Welt- und Umweltkunde in der Grundschule. Später fiel es laufend aus, jedenfalls der Erdkundeteil. Da haben wir uns oft gefragt, ob es gar keine Schüler geben soll, die mal Erdkunde, auch Geografie genannt, studieren wollen. Oder Reiseleiter werden wollen. *Erstaunt*
 
24.08.2017, 09:54 Uhr | Sorglosigkeit
Hallo,

wir wohnen in Hessen. Am Schulthema haben sich die Politiker hier seit Jahren so richtig schön "ausgetobt".

Ich habe meine Kinder trotz Berufstätigkeit über alle Hürden hinweg bis kurz vor's Abitur gebracht.
Mit Neid sehe ich auf meine Bekannten in östlichen Bundesländern wie Sachsen und Thüringen, aber auch in Bayern. Wenn ich höre, wie gut dort durch die Schule auf's Abi vorbereitet wird. Diese Jugendlichen werden sicherlich gut durch's Studium kommen.

Hier ist man doch ziemlich auf sich selbst gestellt. In der weiterführenden Schule fiel bei uns mehrfach über Wochen der Unterricht aus, ohne dass Vertretung durch Fachlehrer stattfand. Stattdessen lauter solch Unsinn wie Entspannungstechniken, damit auch die letzten "Rüpel" und "Unwilligen" begreifen, was sie auf dem Gymnasium eigentlich wollen sollten.

Um im Bundesdurschnitt nicht so schlecht dazustehen, wird dann eben mal schnell das Niveau abgesenkt. Hessen rühmt sich ja auch, dass hier so viele das Abitur schaffen. Vielleicht sollte man dann auch schauen, wieviel Studienabbrecher von hier kommen.
Böse Zungen sprechen auch von einem "weichgespülten" Abitur, das hier quasi so manchem "hinterhergetragen" wird. Im Gymnasium meiner Kinder gab es noch bis zur 7. Klasse Deutschförderunterricht (aber nicht für Legastheniker, sondern Kinder mit allgemeinen Defiziten in Deutsch). Das muss man sich mal vorstellen! Zukünftige Abiturienten, die "dass" und "das" nicht richtig anwenden können und schreiben, ich "weis"! es besser.

Meine Kinder haben es bald "geschafft" und ich bin echt froh darüber.

Gott sei Dank, wollen sie kein NC-Fach studieren. Denn dann würde ihnen der Studienplatz unter Umständen streitig gemacht werden durch einen Anwärter, der auf der naheliegenden Gesamtschule locker ein 1,0-Abitur gepackt hat. Denn das kommt hier noch dazu - wer das Gymnasium nicht packt, ist plötzlich auf der Gesamtschule um zwei bis drei Noten besser!

So - Ihr seht, auch ich bin ganz schön frustriert. Ich hoffe, dass meine Kinder vielleicht in einem östlichen Bundesland studieren.

LG
Sorglosigkeit
 
24.08.2017, 00:56 Uhr | AnjaLe
Hallo Pauliprinzessin,

mal angenommen, jemand der das deutsche Schulsystem nicht kennt, jemand aus dem Ausland, der sich über Bildung in Deutschland informieren will, was denkt der, wenn er das liest? Ist es nicht viel mehr so, das die Betreiber einer Paukschule in Korea oder Japan vor dem deutschen Schulsystem in Ehrfurcht erstarren, wenn sie das lesen?? Dahinter steckt meiner Meinung nach Absicht, es ist ein Blender oder eine Mogelpackung. Es wird nach außen eine schöne, heile Welt vorgegaukelt. Die Wahrheit schreckt doch Investoren ab und interessiert keinen! Die Probleme zu beseitigen würde Milliarden kosten und ist letztendlich Ländersache. Mir fällt kein einziges Land ein, wo jedes Bundesland, jede Provinz oder was auch immer eigene Schulsysteme betreibt, mit völlig differenzierten Lerinhalten und Anforderungen beim Abitur oder vergleichbarem Abschluss? In Deutschland ist das so und ich glaube, irgendwo gelesen zu haben, das die meisten Beschwerden oder Eingaben beim Bundespräsident sich um dieses Thema drehen. Im Oktober entscheidet das BVG über die Vergabepraxis/NC, weil sich die Klagen bei den Verwaltungsgerichten häufen - Grund ist eine Wettbewerbsverzerrung am Studienmarkt durch die 1er Abiturientenschwemme aus einigen Ost-Bundesländern.

Es wird Zeit, das der Bund den Ländern die Bildung aus der Hand nimmt! Ein Bundesabitur scheitert daran, das kein gemeinsamer Termin gefunden werden kann *Kichernd* Warum macht man es nicht wie in RLP, da sind die Abiturienten am 31.03. raus. Je tiefer man da gräbt, desto mehr ärgert man sich.

Die Frage, ob es zufriedene Schüler gibt (und Eltern) - klar gibt es die. Warum auch nicht? Weil Beschwerden sowieso nichts nützen, Schule ist eine staatliche Pflichtveranstaltung, ein Zirkus mit lahmen und kranken Tieren, da hat sich keiner zu beschweren. Das ist ja auch der Grund, warum sich immer mehr Eltern juristische Hilfe holen, um sich so Gehör zu verschaffen. Erreichen tun die auch nichts.

Meine Tochter ist da seit einem Jahr und irgendwie immer noch traumatisiert. Das System ist einfach kaputt und krank, da ändert keiner was dran. Augen zu und durch, aber aufpassen, das die Kinder darunter keinen Schaden erleiden.

VG
Anja
 
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