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24.01.2019, 12:42 Uhr | bke-Kira-Morgenthal
Guten Tag liebe Eltern,

wir leben in der spannenden Zeit mit viel weniger Freiräumen für uns und unsere Kinder als es mal war. Die Eltern werden heute als kontrollierend und übergriffig und die Kinder als unselbständig und gierig erlebt. Wie kommt das und wie befördern wir als Eltern das Ganze?

Früher musste man keine Verabredungen für sein Kind organisieren, seine Termine jeden Tag managen oder die Hausaufgaben rumschicken, wenn es krank war. Dafür waren soziale Kontakte notwendig: man musste zum Freund hingehen, an der Tür klingeln, selbst sprechen und selbst entscheiden, ob man Kontakt möchte oder nicht.... Auch Schulfeste und Kindergeburtstage haben stattgefunden, ohne dass man dafür eine WhatsAppGruppe bildete.

Spannende Zeit mit neuen Entwicklungen, finden Sie nicht?

Wie geht es Ihnen in dieser Zeit als sogenannte "Helikoptereltern"? Fühlen Sie sich sehr eingespannt oder finden Sie es leichter immer erreichbar zu sein und so das Familienleben zu organisieren?

Wie denken Sie darüber?

Neugierige Grüße

bke-Kira-Morgenthal
Zuletzt editiert am: 25.01.2019, 11:35 Uhr, von: bke-Kira-Morgenthal
19.03.2019, 21:16 Uhr | deta
Hallo,
zu meinem Beispiel mit dem Abholen im Kindergarten: Natürlich sollte nicht jeder die Kinder abholen dürfen. Das muss geregelt sein und ich wollte das auch schriftlich festhalten. Ich habe deshalb eine Woche vorher mit der Erzieherin darüber gesprochen und sie hat mir gesagt, dass laut Gesetzeslage der Abholer mindestens 14 Jahre alt sein muss, und daher der 8-jährige Bruder nicht abholen darf. Ich habe dann darauf hingewiesen, dass Kindergartenkinder mit Einwilligung der Eltern auch selbständig den Heimweg antreten dürften, davon hatte sie allerdings noch nie etwas gehört. Wir haben das dann anders gelöst.

Ich wollte damit vor allem sagen, dass es Eltern, die bewusst nicht "Helikoptern" wollen, schwer gemacht wird.
Auch ich bin besorgt über das Verkehrschaos morgens vor jeder Schule, so dass alle zu Fuß gehenden Kinder (z. B. meine) gefährdet werden. Besonders gefährlich ist das Zurücksetzen, während andere Kinder dazwischen durchgehen.
Ich bin selbst Lehrerin und ärgere mich täglich über Eltern, die unbedingt den Lehrerparkplatz nutzen müssen, um ihre Kinder herauszulassen. Letzte Woche ist ein Vater fast in mich hineingefahren, weil er, nachdem er seine Tochter herausgelassen hatte, einfach losgefahren ist - ohne zu blinken und ohne zu bemerken, dass ich gerade versuchte, an seinem parkendem Auto vorbeizufahren.
Noch schlimmer aber fand ich die Mutter, die ihrem Sohn direkt vor der Schultür noch Vokabeln abhörte... oder den Vater, der extra angereist kam, weil seine Tochter den Kunstraum nicht fand... Kein Wunder, wenn diese Kinder dann im Praktikum völlig hilflos sind.
deta
13.03.2019, 08:56 Uhr | marinadiezweite
Hallo liebe Leutchen, was AnjaLe schreibt, stimmt. Oft geht es um Versicherungsschutz. Aber es gibt einzelne sinnvolle Möglichkeiten, das zu regeln. Beispiel, das Schulkind, das dann noch ein Kindergartenkind, sein Geschwisterkind, abholt. Ich finde es sinnvoll, dass man erst ab einem bestimmten Alter allein geht. Und das mit dem Abholen sollte schon klar geregelt sein. Da wo es häufig gemacht wird, haben sich die Eltern meist auch was sinnvolles überlegt. Was nicht nur der Versicherung sondern auch dem Schutz der Kinder dient. Kann in der Tat nicht einfach jeder kommen, ein Kind abholen. Wobei ich mit jeder wirklich jeder meine. Wenn aber Eltern oder Geschwister spontan sein wollen, dann macht ein Schriftstück immer Sinn.
In den höheren Klassen ist es meines Wissens so, bis ca 14 oder 8. Klasse dürfen die Kinder nicht einfach in die Stadt gehen in Pausen und Freistunden. Danach ist das wohl erlaubt und möglich. Es ist aber nicht so, dass sie dann versichert sind an der Pommesbude oder im Imbiss. Da geht es eher darum, dass ich das meinen Kindern einfach zutraue, in der Stadt sich Pommes zu holen. Was ich irgendwo auch für eine sinnvolle Idee halte. Denn so lernen sie ihren Wohnort kennen.
Ich habe genau so wie du AnjaLe, schon Praktikanten beoachtet, die sehr unselbstständig sind. Dabei meinte ich immer, bei uns, bei meiner Arbeit, wäre es keine besondere Problematik, dass man ein Praktikum macht. Klar, unsere Praktikanten sind überwiegend erst 14 bis 16. Da müssen die Eltern schon bei einigen Dingen mit. Aber was man da erlebt, das macht die Kinder nicht selbstständig. Schauen zum Beispiel zwei Mädels zwei Tage lang nur zu. Am dritten Tag holt die Mutter das eine Mädel ab, die Lehrerin das zweite. Weil ihnen das alles nicht gefällt. In der ganzen Zeit haben sie fast nie Mal den Mund aufgemacht. Man hat sie denn schon gefragt, ob sie mal dieses oder jenes probieren, helfen wollen. Da kommt ein NEIN: das Abholen begründet die Mutter damit, dass das alles viel zu anstrengend für ihr stilles schüchternes Mädchen ist.
Das finde ich schon schade, denn es ist doch nicht schlimm, einem jungen Menschen beizubringen, dass er sich selbst mal äußert.
Das nächste Beispiel war noch markanter, denn einer der beiden Praktikanten versicherte mir, dass der andere gar nicht lesen könnte. LRS halt. Bescheinigung liegt vor. Ich fragte den anderen dann, ob er nicht selbst sprechen und das sagen kann. Ich meine, im späteren Berufsleben müssen sie auch allein auftreten und nachfragen. Na ja, die Antwort will ich hier gar nicht nennen. Aber ich meine einfach, dass da die Eltern dem Kind nichts gutes durchgeboxt hatten. Er wurde in der Schule überall geschont und Mama hat gesagt, er braucht nichts vorlesen.
Ich finde einfach wichtig, dass wir Kindern was zutrauen, dass sie selbst was versuchen zu äußern. ES geht gar nicht um Gefahren es geht auch um Vorbereitung auf die Berufswelt, wo ich auch nicht bei jedem Problem Mama anrufen kann, dass die mich abholt und dann noch für die Kiddys sprechen muss.
12.03.2019, 22:29 Uhr | AnjaLe
Hallo,

ich beobachte kürzlich während einer Mittagspause in der Cafeteria eines Krankenhauses folgendes.
Zu der Zeit waren dort Schülerpraktikanten, die dort auch ein kostenloses Mittagessen bekamen. Während der Pause hatten sich dort eine Gruppe mehrerer Frauen eingefunden, die Mütter der Praktikanten. Sie prüften das Angebot und bedienten die Kinder am Platz. Einige der Kinder waren damit überfordert, sich an dem Buffet selbst zu bedienen. Ich war ehrlich geschockt, da es sich ja durchaus um 14/15 jährige handelte.
In der Presse kursieren Berichte über die sog. Generation Z, die mit dem Arbeitsmarkt überfordert und anscheinend laut Aussage einiger Arbeitgeber auch nicht dafür zu gebrauchen ist. Wie kommt das? Die Frage sollten sich diese Mütter mal stellen?

Ach ja, was ich noch vergessen habe. Die hohen Durchfallquoten in den Fahrschulen werden mit mangelnden Alltagskompetenz in Verbindung gebracht!

Ein Kind nicht alleine nach Hause zu schicken hat denke ich etwas damit zu tun, das der Schulweg versichert ist . Soweit ich weis, kann man die Schule schriftlich von der Aufsichtspflicht entbinden. Ähnlich ist das verlassen des Schulgeländes in den Pausen für nicht volljährige Kinder um z.B. zu einem Kiosk zu gehen. Die Gefahr ist allerdings, das man dadurch im Fall der Fälle keinen Versicherungsschutz hat. Selbst wenn eine Bekannte oder Nachbarin darum gebeten wird, das Kind abzuholen, benötigt diese eine Vollmacht! Auch dann, wenn das Kind bestätigt, diese Person zu kennen. Verstehen muss man das nicht, es liegt vielmehr an der Gesetzgebung in diesem Land.

VG
Anja
Zuletzt editiert am: 12.03.2019, 22:31 Uhr, von: AnjaLe
12.03.2019, 10:49 Uhr | marinadiezweite
Ich beobachte täglich helicoptern auf meinem Arbeitsweg. Komme an einer Grundschule vorbei. Meine Beobachtungen haben keinen statistischen Wert. Kann aber sehen, dass sowohl Eltern mit einem Kind als auch Eltern mit mehreren Kindern ihre Kids zur Schule begleiten. Das hängt scheinbar mit dem Weg der Eltern zur Arbeit zusammen. Ist ja ganz praktisch, dann sind die Kinder trockenen Fusses in der Schule und man weiß, dass nicht passiert. Es werden halt auch alle für unfähig gehalten, es gut hinzukriegen, allein zur Schule zu gehen. Autofahrer, Radfahrer, überall drohen Gefahren. Ich will diese nicht verharmlosen. Aber man muss auch mal bedenken, dass man dann ja nachmittags seine Kinder auch nicht allein losgehen lassen könnte. Dan ist das aber problemlos möglich und sie sind stundenlang irgendwo auf der Straße und auf Spielplätzen.
Natürlich sind es nicht nur Eltern auf dem Weg zur Arbeit. Es sind auch Omas, Opas. Deshalb sage ich mal, es geht nicht um praktisch, es geht um Aufpassen und den Kindern nichts zutrauen.
Wenn ich dann beobachte, wie die Eltern oder auch Omas den Kindern irgendwie über den Zebrastreifen helfen, dann kann einem schon Angst und Bange werden. Von los geh schon, die Autos sind doch weit weg, nicht so schnell.... bis begleiten und rüberzerren obwohl die Kinder das mit dem stehenbleiben und Handzeichen, abwarten, bis die Autos halten, sehr gut lernen.
Das mit dem Rückmelden, wenn ein Kind tatsächlich krank ist, finde ich persönlich wichtig. Ein Anruf in der Schule!! Weitergehende Einschränkungen, nun, kann man ein KInd, dem es nicht gut geht, allein nach Hause schicken? Ich weiß es nicht. Eine Rückmeldung finde ich gar nicht so verkehrt. Da ist glaub ich die Schule in der Pflicht. Aber wenn man erlaubt, ja, mein Kind darf allein nach Hause, dann müsste es doch okey sein. Ich persönlich hatte das auch, dass ich gar nicht weg konnte von der Arbeit. Entfernung auch zu weit. Dann muss es doch machbar sein, dass (nicht verunfallte) Kinder eine Weile oder bis zum regulären Ende in der Schule bleiben.
Als meine Kinder in der Stadt zum Gymnasium gingen, erlebte ich noch mehr Helicoptereltern. Diese brachten nicht nur ihre nun schon mindestens 11-jährigen Kids fast bis vor die Klassenzimmertür. Sie regelten teilweise jegliche Konflikte.
Hintergrund war oft, dass man weder der Schule was zutraute und den Lehrern. Noch, dass diese Kinder gute Erfahrungen gemacht hatten. Das fand ich schade, dass Einzelkinder, Scheidungskinder übertrieben bemuttert und bevatert wurden. Ach, die armen.
Es ist schon anstrengend, wenn man seine Kinder abholen muss, weil andere Mamas das auch immer machen. Weil die Busse erst in einer Stunde fahren oder Umwege über die Dörfer nehmen.
06.03.2019, 20:26 Uhr | deta
Hallo,
mir fällt auf, dass auch die Schule "helikoptert". Früher mussten meine Eltern nicht morgen in der Schule anrufen, wenn ich krank war. Eine Entschuldigung nach der Krankheit reichte. Heute wird das verlangt. Begründung der Lehrer auf dem Elternabend: "Wir wollen ja sichergehen, dass dem Kind auf dem Schulweg nichts passiert ist" Meine Frage: was soll denn schon groß passieren? Und wenn ein Unfall passiert ist: Da würde die Benachrichtigung der Schule auch nicht helfen. Da werden doch unnötig Ängste erzeugt! Oder geht es um Kontrolle? Warum? So viele Kinder werden schon nicht schwänzen. Und warum war das früher kein Thema?
Früher konnten Kinder zumindest der Sekundarstufe I, wenn sie sich krank fühlten, einfach nach Hause gelassen werden, ohne zuerst die Eltern zu benachrichtigen. Letzte Woche wurde mein Sohn (11 Jahre, selbständig, im Besitz eines Haustürschlüssels) nicht nach Hause gelassen, obwohl er starke Kopfschmerzen hatte, weil ich nicht erreichbar war. Alles korrekt nach Schulgesetz- aber warum ist das Gesetz so?? Auch hier wird den Kindern signalisiert, dass man ihnen nichts zutraut.

Übrigens auch der Kindergarten: Unserem älterem Sohn (damals 8 Jahre) wurde nicht erlaubt, den jüngeren (5 Jahre) abzuholen, obwohl der Weg kurz und beiden gut bekannt war - Sie hatten sich darauf so gefreut und waren stolz, dass sie sich das zutrauten und dann durften sie nicht. Da muss sich die Schule eigentlich nicht über Helikoptereltern beklagen.

deta
25.01.2019, 19:41 Uhr | Pauliprinzessin
Na ja, mal hingeschaut welche Eltern bevorzugt Helikoptern?
Die die schon älter sind und auch nur ein Kind haben. Wer jünger ist und vielleicht auch mehrere Kinder hat gar keine Zeit sich so intensiv um alle und alles zu kümmern.
Ich muss beim Jüngsten zwangsläufig etwas mehr Helikopter Mama in vielen Bereichen sein,auch wenn ich dazu gar keine Lust mehr habe. Ich freue mich über jedes Kind was mal vor unserer Tür steht und mit mal ein oder auch mit viel Glück zwei Stunden das Kind nach draußen holt- so einfach ohne vorherige Absprache.
Aber trotz seiner Handicaps und der Gefahren versuche ich immer wieder ihm mehr abzufordern und selbständig zu erledigen. Er könnte z.B. einen Fahrdienst zur Schule bekommen. Ich schicke ihn mit dem Bus inklusive umsteigen. Klar, geht auch mal so aus, dass er nicht aus dem Bus rauskommt und dann eine halbe Stunde oder mehr später zu hause ist. Er hat ein Mobiltelefon, er kann sich melden wenn er sich dann verfahren hat und nicht weiter weiß.
Bei uns vor der Grundschule wurden Poller, Fahrbahnverengungen mit Übergangsmarkierung installiert. Trotzdem parken die Heli Eltern alles zu inklusive der Gehwege und dem Vorplatz wo die Kinder eigentlich in die Schule gehen müssen- und die Kinder die zu Fuß, mit dem Roller oder sogar mit dem Fahrrad kommen leben ganz schön gefährlich. Fahre ich zur Arbeit vermeide ich dann diese Strecke- man kommt sowieso nicht durch. Und so ist es auch bei der IGS eine Querstraße weiter- die Eltern parken dreireihig damit das Kind ja keinen Meter zu viel laufen muss- zum Kotzen!!!!
25.01.2019, 11:51 Uhr | bke-Claudia-Rohde
Hallo liebe Eltern,
Bke-Kira-Morgenthal hat ein sehr diskutiertes Thema aufgegriffen.
Ich erlebe es immer häufiger, dass Kinder, die einen Schulweg haben, den sie gut allein bewältigen könnten immer noch gefahren werden. Oder sie werden bis ins Schulgebäude hineingebracht, obwohl dort für die Eltern steht "Ab hier schaffen wir es allein".
Kinder signalisieren, dass sie etwas können und dann wollen sie es ausprobieren. Was hindert viele Eltern das zu hören oder zuzulassen?
bke-Claudia Rohde

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