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01.10.2019, 21:48 Uhr | bke-Gregor-Grüntal
Liebe Eltern,

angeregt durch den sehr interessanten Thread "and my heard burns only for you....." kommt bei mir die Frage auf: Wie halten Sie es eigentlich mit der religiösen Erziehung Ihrer Kinder? Ist das überhaupt noch ein Thema? Findet relgiöse Erziehung bei Ihnen statt oder überlassen sie das dem Kindergarten und dem Religionsunterricht in der Schule?

Ferner hört man auch immer wieder von jungen Eltern, dass sie ihr Kind ganz explizit nicht taufen lassen wollen. Argument dabei "Die sollen sich selbst entscheiden können, wenn sie alt genug sind" Ich denke dass es schwierig ist sich zu entscheiden, wenn man in keine Konfession hineingewachsen ist und ich kann mir kaum Jugendliche vorstellen, die sich irgendwann hinsetzen und überlegen zu welcher Konfession sie neigen.

Und es hat mich sehr beeindruckt, wie mir mal ein kleines Mädchen die Marienstatue im heimischen Wohnzimmer erklärt hat: "Das ist die heilige Maria und die mag mich auch dann, wenn ich alle genervt habe und alle mit mir schimipfen" Eigentlich ist es doch schön, wenn Kinder durch den Glauben mit einer solchen Gewissheit aufwachsen - oder?

Ich bin gespannt, was Sie dazu meinen!

Herzliche Grüße

bke-Gregor *bye*
07.10.2019, 09:19 Uhr | marinadiezweite
Hallo Pauliprinzessin, ich selbst kenne auch eine Familie, die zu den Siebentagsadventisten gehört. Diese vollziehen meist erst die Taufe, wenn die Kinder sich selbst freiwillig entschliessen, sich taufen zu lassen. Ich gebe dir vollkommen recht, Glauben und Christentum sind nicht das gleiche. Ich würde auch nie gutheißen, was im Namen von einem Glauben an Schaden angerichtet wird. Wegreden kann man das aber auch nicht. Was vermeintlich oder tatsächlich vor 2000 Jahren passiert ist, ist nicht mehr unser Fehler oder unser Verständnis von Glauben. Und man kann glauben und schlimm sein oder nicht glauben und gute gerechte Grundsätze vertreten.
Insbesondere, was ich bei meinen Bekannten erlebt habe, hat mir gar nicht gefallen. Aber es ist auch eine selbstinterpretierte Darlegung ihres Glaubens. Nenn ich das mal so.
Dazu gehört ja auch noch: Nicht rauchen, nicht Alkohol trinken, ich glaube, kein Schweinefleisch essen. Mit den Geburtstagen und Weihnachten gelten da auch besondere Regeln.
Wenn eines der Kinder bei uns zum Essen war, merkte ich die Problematik sehr stark. Das Mädchen ass für ihr Leben gern Bolognesesauce. Da ich normalerweise nicht für irgendwenn extra kochte, hatte sie ein Problem. Ich hätte ja sonst Rinderhack nehmen können. Als ihre Mutter sie abholte, wurde es sehr streng. Ja, du darfst es eigentlich nicht, aber unser Glaube ist ja auch frei. Für Kinder ist das immer sehr schwer, wenn da so sehr unfreiwilliger Zwang dahinter steht. Ich weiß auch, dass die Kinder dann noch heimlicher rauchten, als andere Kinder und Jugendliche das tun. Denn für sie war das mehr als nicht okey, es ist eine ''Sünde'' die sie eigentlich beichten mussten.
Am schwierigsten und strengsten empfand ich, dass ich mich nie mit meiner Freundin am Samstag verabreden konnte. Da sie wie geschrieben, dann mit der gesamten Familie zum Gottesdienst ''müssen''. Dennoch finde ich, dass vieles auch extreme Ausprägungen sind. Aber am wichtigsten finde ich die Freiheit des andersdenkenden. Und in dem Sinne, denkt und glaubt, was ihr möchtet.
04.10.2019, 13:33 Uhr | Pauliprinzessin
Guten Tag Herr Grüntal,

na ja, gerade auf Grund der derzeitigen Situation- Diffamierung, Ausgrenzung, tätliche Angriffe, bin ich sehr froh darüber, dass wir alle hier in meiner Familie schon lange nichts mehr mit Religion zu tun haben.
Meine Kinder wurde alle ganz bewusst nicht getauft. Dass sich meine Töchter - auf einem kleinen Dorf lebend- dann doch noch zu Taufe und Konfirmation angemeldet haben- gegen mein ausdrückliches Veto! ist der Tatsache geschuldet worden, dass nun mal alle Kinder sich angemeldet haben und man das eben so macht... Weder glauben Sie daran noch gehen sie irgendwann mal in die Kirche oder sonstwie engagiert.
Mit meinem Sohn haben wir uns mal eine Klosteranlage angesehen- architektonisch sehr reizvoll- seine Reaktion auf die gefolterte Leiche die dort ausgestellt wurde sprach für sich... Was haben die mit dem Mann gemacht????
Wir leben jetzt in der Stadt, hier ist keiner aus seinem Kreis getauft oder konfirmiert, so dass er keinerlei Veranlassung sah sich zum Unterricht anzumelden- er ist jetzt bereits 14 und damit sind wir durch mit diesem Thema.
Für mich sehr krass war ein kürzlich mit meiner Chefin geführte Gespräch. Es ging auch um Einschulung eines ihrer Enkelkinder- eines ihrer beiden Kinder hat auf Grund der Liebe sich den Siebentagesadventisten angeschlossen. Sind auch Christen, jedoch extrem. Sie arbeiten Samstag nicht und gehen statt dessen in den Gottesdienst. Deshalb konnte dieser Teil der Familie nicht an der Einschulung der Nichte bzw Cousine teilnehmen! Und auch die eigene Einschulung der betroffenen Enkel fiel aus für diese. Zwar hat man dann am Sonntag zusammen mit der Familie Ersatz gefeiert- ist jedoch nicht das Selbe wie in der Schule mit kennenlernen der Mitschüler, der Atmosphäre etc.

Die Menschheit hat schon immer geglaubt. Und es gab immer Menschen die sich zu Herrschern und Gottesgleichen berufen gefühlt haben und diese Macht mit Gewalt durchgesetzt haben. Das letzte gute Beispiel ist immer noch die Anmaßung des Vatikans, sich als Gottgesandte zu sehen , einen eigenen Staat zu haben und eigene Regeln. Gut, dass man anfängt sich dagegen zu wehren aus den eigenen katholischen Reihen.

Eigentlich glauben ja alle Menschen auf dieser Erde das Gleiche. Sie nennen es anders, sie halten sich je nachdem wer die Regeln verkündet entsprechend daran. Alles was heute im Namen des jeweiligen Glaubens verkündet und verlangt wird ist einzig den irren Ideen von wenigen entsprungen und hat so überhaupt nichts damit zu tun was ein "Gott" gesagt haben soll- denn einen unsichtbaren Gott gibt es nun mal nicht und auch die Entstehung unserer Erde ist nachgewiesener Maßen nicht auf die Idee eines "Gottes" gegründet noch hat man uns als Menschheit aus Lehm geschaffen ( was schon mal gar nicht möglich wäre, denn bei den vielen unterschiedlichen Hautfarben einer Religion müssten wir uns dann endlich mal entscheiden wer denn davon aus Lehm und wer irgendwie zufällig noch dazu gekommen ist aber eben nicht von dem vielgepriesenen "Gott"

Es ist doch einfach nur schlimm, dass sich Menschen immer noch dazu beauftragt fühlen sich als besserer Glauben aufzuspielen und den anderen ihren Glauben abzusprechen , sie gar zu verletzten, zu töten und so weiter. Sind wir nicht endlich mal in der Lage diesen vollkommen sinnlosen Krieg ein für alle mal zu beenden? Er hat ja nichts wirklich mit Glaube zu tun sondern soll einzig die Machtverhältnisse klären. Dieses Muster endlich durchbrechen, nach tausenden von Jahren , das wäre mein Wunsch
04.10.2019, 10:41 Uhr | marinadiezweite
Hallo Herr Grüntal, ich persönlich bin evangelisch. Meine Kinder alle getauft und auch später konfirmiert. Das ist bei uns einfach so gewesen, da wir auch kirchlich geheiratet haben. Ich finde, die Kinder können bei oder nach der Konfirmation schon noch selbst entscheiden. Wollen sie später mit der Kirche nichts mehr zu tun haben. Egal, weil Kirchensteuer so hoch oder sie den Glauben nicht vertreten wollen oder können. Sie können es später noch ändern. Abgemeldet ist nicht so ein Problem.
Ich finde aber, wie soll ein Kind sich entscheiden, wenn es nirgends etwas vom Glauben erfährt. Alle versuchen, neutral zu bleiben. Obwohl wir uns ja im täglichen Leben sehr nach dem evangelischen oder katholischen Glauben und den Geboten richten. Ich finde es schwierig zu sagen, okey, nicht beeinflussen, freie Wahl. Aber Weihnachten wird trotzdem gefeiert, es wird geschenkt, es ist frei. Inzwischen haben wir schon so viele christliche Feiertage. Soll man diese dann eigentlich nicht mitmachen? Wäre ja ehrlich und frei. Oder sollen die Kinder nicht wenigstens wissen, warum diese Feste gefeiert werden? Schade finde ich, dass auch viele Erwachsene nicht mal minimal den Hintergrund zu Ostern kennen. Das wäre meiner Meinung nach der Sinn einer religiösen Erziehung. Da wir in Deutschland ja innerhalb dieses Themenkreises leben.
Dann schon eher einen Unterricht, der alle Religionen vorstellt. Besonders aber unsere.
Ich finde auch, es spricht nichts dagegen, dass auch nicht getaufte Kinder bei Feiern zu einem Gottesdienst gehen. Dass sie die Möglichkeit haben, bei Konfirmationen mitzugehen. Das kennenzulernen.
Wir haben uns natürlich mit der Taufe so entschieden, weil man die Babys ja noch nicht fragen kann. Das finde ich in Ordnung, dass die Eltern das erstmal entscheiden.
Es gibt auch Religionen, bei denen erst ca mit 18 getauft wird, und dieses aus freiem Willen. Kann man so machen.
Für mich hat aber auch der Zusammenhang in Kindergarten, Schule und teilweise in der Freizeit einen Sinn. Wenn andere zu dem Unterricht gehen, ist finde ich schade, wenn mein Kind davon gar nichts mitbekommt. Wie gesagt, meine Meinung. Ich habe Verwandte, die ihre Kinder nicht getauft haben. Weil der Mann aus Serbien kommt. Dort galten und gelten die Moslemgesetze, was ich gar nicht mal verkehrt finde. Aber die Kinder sind nie dabei gewesen, als andere zum Einschulungsgottesdienst gingen. Auch nicht zu den Konfirmationsgottesdiensten ihrer Nichten und Neffen. Hochzeiten und so. Kamen immer erst später dazu. Das finde ich schon extrem. Und das hat unser evangelischer Glaube gar nicht so vorgesehen.
03.10.2019, 14:44 Uhr | Charlotte90
Hallo Herr Gregor-Grüntal,
mein Mann und ich sind konfessionslos und glauben schlichtweg an nichts - bis auf an die Wissenschaft und an uns selbst.
Meine Kleine ist auch nicht getauft. Wir möchten, dass unsere Kleine unabhängig von der Religion lernt und weiß, was für sie selbst bspw. Nächstenliebe oder Selbstsicherheit bedeutet. Indem wir ihr unsere ganze Liebe und Aufmerksamkeit schenken, auf sie eingehen und achtsam und respektvoll mit ihr umgehen.

Im Kindergarten (Elterneinrichtung) ist Religion so gut wie kein Thema. Die Weihnachtsgeschichte wird zwar vorgelesen, wenn die Kinder es möchten, aber es ist kein Zwang. Sie basteln eher und beschäftigen sich zu Weihnachten eher mit dem Weihnachtsmann und zu Ostern mit dem Osterhase. *wink*

Bei meinem Neffen gibt es gar kein Religionsunterricht in der Grundschule. Das hängt wohl auch damit zusammen, dass es viele unterschiedliche Konfessionen (und Konfessionslose) gibt und die Schule eine Teilung der Klasse nicht vornehmen möchte. Ich würde den Unterricht als Ethikunterricht bezeichnen, in dem aber auch jede Relegion an sich vorgestellt wird (ohne auf jede Kleinigkeit einzugehen).

Gruß, Charlotte90
Zuletzt editiert am: 03.10.2019, 15:14 Uhr, von: Charlotte90

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