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23.07.2020, 10:17 Uhr | RebeccaL
Ich bin Oma vom 4-Monatlichen Kind.
Seine Eltern haben überhaupt keine Erfahrung in Pflege des Babys, aber das Hilfe von mir, sogar die Beratung wurde abgelehnt. Auch behalten die Eltern das Kind in unhygienische Lebensbedingungen. Seit Anfang von Juli reagiert meine Tochter auf meine Meldungen überhaupt nicht - keine Antworten auf meine Anrufen, keine SMS, keine Antworten auf E-Mail Briefe. Vermutlich wegen Überbelastung und psychischen Druck von ihrem Mann (er verbat jemanden ihr zu helfen) hat sie jetzt Depression oder andere psychischen Störungen. Es finde ich gefährlich nicht nur für Wohlergehen meines Enkels, sondern überhaupt für seine Leben.
Ich habe an Jugendamt Düren gewendet, aber die Mitarbeitern teilen mir nicht, ob die einige Maßnahmen oder Untersuchung ergriffen wurden. Auch weiß ich nicht, wo überhaupt mein Enkel jetzt sich befindet und ob er noch lebt. Ich weiß, dass Jugendamt mit Schweigepflicht sich verbindet, aber erkundige ich jetzt nicht über Erwachsene, sondern über Kind und zwar bei voraussichtliche Unfähigkeit seiner Eltern. Außerdem bin ich nicht fremde Person, sondern nächste Verwandte für das Kind.
Jugendamt antwortet auf alle meine Fragen überhaupt nichts. Vermutlich ist Jugendamt falsche Stelle, wohin ich dafür gewendet habe. Geben Sie mir bitte dann die richtige Adresse des Amtes, wo ich diese Probleme lösen kann.
Vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort und Hilfe.
29.07.2020, 14:24 Uhr | bke-Stephan-Bäcker
Hallo RebeccaL,

wie geht es Ihnen inzwischen? War es Ihnen möglich, einige der Anregungen hier umzusetzen?

Viele Grüße schickt

bke-Stephan-Bäcker
25.07.2020, 09:33 Uhr | Louise-19
Hallo RebeccaL,
die Vorschläge von bke-Hana-Blum finde ich gut:

1. Gehe zu einer normalen Erziehungsberatungsstelle.
Rede offen mit der Beraterin. Lege die Karten auf den Tisch.
Rede nicht nur über die Sorgen, die Du Dir machst,
sondern nenne die Tatsachen in allen Einzelheiten.

Wenn Du den Berater überzeugst, wird er sich an das Jugendamt wenden,
und auf ihn werden sie hören.

2. Schreibe dem Jugendamt einen Brief, am besten per Einschreiben mit Rückbeleg.
Du hast etwas in der Hand, nämlich den Beleg, daß das Einschreiben richtig angekommen ist,
sie müssen es zu den Akten nehmen,
das wird sie motivieren, die junge Familie wenigstens einmal zu besuchen.

Jedoch wirst Du wegen der Schweigepflicht weiterhin keine Auskunft bekommen.

3. Wenn das nicht genügt, gehe zum Anwalt (mgl. Fachanwalt für Familienrecht).
Alles Gute,
Gruß, Louise
24.07.2020, 12:27 Uhr | bke-Hana-Blum
Sehr geehrte RebeccaL,

da Sie derzeit keine Informationen darüber haben wie es Ihrem Enkelkind geht kann ich gut nachvollziehen, dass Sie sich Sorgen machen. Für Sie als Oma ist verständlicher Weise schwierig, so gar nichts mehr von dem Kind mitzubekommen und außen vor zu sein.

Sie haben bereits Meldung beim Jugendamt gemacht und Ihre Besorgnisse dort mitgeteilt. Das Jugendamt darf jedoch nun auch Ihnen als Oma des Kindes keine Informationen geben - unabhängig davon, ob und welche Maßnahmen eingeleitet wurden.

Nochmals möchte ich Sie einladen, sich an eine Beratungsstelle zu wenden. Mit Hilfe einer Fachkraft könnten Sie die Ihnen bekannten und Sie besorgenden Fakten benennen und erfahren, ob die Situation dem Verdacht einer sogenannten Kindeswohlgefährdung entspricht, die das Eingreifen des Jugendamtes in die Familie erforderlich machen würde. Eine weitere Idee wäre ein Brief an das Jugendamt oder dessen Leiter, in dem Sie nochmals ganz konkret Ihre Bedenken äußern.

Auch das Aufsuchen einer Anwältin sehe ich als eine Möglichkeit. In einem anwaltlichen Beratungsgespräch könnten Sie Ihre Rechte als Oma erfahren und auch erfragen, welche Schritte noch möglich wären, um mehr über Ihr Enkelkind zu erfahren.

Ihnen und Ihrer Familie wünsche ich alles Gute!

bke-Hana Blum
24.07.2020, 09:23 Uhr | RebeccaL
Sehr geehrte Frau Blum,
vielen Dank für Ihre ausführliche Erklärung.
Meine Situation ist beschweret damit, dass von eine Seite die Eltern von Kind beide psychischen Störungen haben und nicht sowie sich selber als auch die Bedürfnisse des Kindes adäquat bewerten können, obwohl manchmal alles richtig erzählen. Mit solcher ihren Zustand ist es überhaupt unmöglich, die Oma irgendwo bei Vermittler mit Eltern zu treffen.
Anderseits Mitarbeiter von Jugendamt wollen mich nicht informieren, ob Maßnahme und Interventionen schon eingeleitet werden und wo das Kind jetzt sich befindet, Zuhause oder schon irgendwo in Krankenhaus. Alle meine Anfragen bleiben ohne Antwort und ich weiß nicht, wohin ich weiter melden kann. Vielleich an übergeordnete Behörde, aber mir es unbekannt, wem Jugendamt untersteht.
23.07.2020, 16:43 Uhr | bke-Hana-Blum
Sehr geehrte RebeccaL,

als eine der Moderatorinnen im Elternforum der bke-Onlinberatung begrüße ich Sie herzlich!

Sie sind vor vier Monaten Oma geworden. Bis vor einigen Wochen hatten Sie Kontakt zu der jungen Familie, also auch zu Ihrem Enkelkind. Da die Eltern keine Erfahrungen im Umgang mit Babys haben boten Sie ihnen Beratung und Hilfe an, die die Eltern nicht annahmen. Ihr Eindruck ist nun, dass Kind sei nicht gut bei den Eltern aufgehoben, als Grund führen Sie u.a. eine unhygienische Umgebung an und große psychische Belastungen. Mittlerweile reagieren die Eltern nicht mehr auf Ihre Kontaktversuche und aus Sorge um das Wohl des Kindes haben Sie sich ans zuständige Jugendamt gewandt, dass allerdings an die gesetzliche Schweigepflicht gebunden ist.

Ich gehe davon aus, dass das Jugendamt Ihre Sorgen angehört und intern abgewägt hat, ob Anlass zur Vermutung der sogenannten Kindeswohlgefährdung besteht. In diesem Fall würde und müsste das Amt aktiv werden. Wenn es allerdings, was ich aus der Ferne nicht einschätzen kann, eher um unterschiedliche Vorstellungen von Sauberkeit und Babypflege geht, ohne dass das Kindeswohl gefährdet ist, bleibt es Sache der Eltern zu entscheiden, wie sie Ihr Kind erziehen möchten. Denn vom Grundsatz her ist es so, dass die Eltern eines Kindes den Erziehungsvorrang haben, dass also die Erziehungskompetenz bei den Sorgeberechtigten liegt. Das gilt auch für die Eltern von Erstgeborenen, die ja meist tatsächlich noch keine Erfahrungen haben und unerfahren sind und in ihre Rolle erst einmal hineinwachsen müssen (und dürfen).

Ich möchte Ihnen empfehlen, sich mit Ihren Bedenken an eine Erziehungsberatungsstelle (auf der Forenseite finden Sie eine entsprechende Suchfunktion) in Ihrer Nähe zu wenden. Dort könnten Sie schildern, was genau Ihnen solche gravierende Sorgen bereitet und eine fachliche Meinung dazu erfragen. Allerdings hat eine Erziehungsberatungsstelle nicht die Befugnis, in die familiären Angelegenheiten einzugreifen, diese hat bei begründetem Verdacht auf Kindeswohlgefährdung das Jugendamt, sofern es einen entsprechenden gerichtlichen Beschluss gibt. In solch einer Beratung in einer Erziehungsberatungsstelle könnte es auch darum gehen zu schauen, wie Sie als Großmutter wieder in einen guten Kontakt mit den Eltern und letztlich auch mit Ihrem Enkelkind kommen können. Das wünsche ich ihnen sehr.

Gerne dürfen Sie auch unsere Mailberatung in Anspruch nehmen um die Situation ausführlicher zu besprechen. Und selbstverständlich können Sie auch die Eltern (und vielleicht Großeltern) hier im Forum nach deren Vorstellungen von Kinderpflege, Hygiene und Erziehungsangelegenheiten fragen und so in einen Austausch kommen.

Ihnen herzliche Grüße,
bke-Hana Blum

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