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09.12.2021, 15:34 Uhr | bke-Pia-Loos
Liebe Eltern,

vergangene Woche fand der Expertenchat "Babys Essen im ersten Lebensjahr– wir wollen alles richtig machen" statt. Für alle Eltern, die nicht dabei sein konnten, wollen wir an dieser Stelle die Informationen von unserer Expertin Hebamme Anja Constanca Gaca zur Verfügung stellen:

Ein Thema, das viele Mamas interessiert, ist das Stillen. Fragen gibt es vor allem zur Qualität und zur Menge der Muttermilch:

Unsere Expertin erklärt, dass die Zusammensetzung von Muttermilch bei allen Frauen nahezu gleich ist, gerade in Bezug auf Kalorien und Co, unabhängig davon, wo sie leben und ob sie sich gut oder eher schlecht ernähren können (bis hin zu Unterernährung). Lediglich die Menge der Milch kann bei schlecht mit Nährstoffen versorgten Müttern gering sein.
Wenn sich die Menge (in unseren Breitengraden) reduziert, muss man aufs Stillmanagement schauen: wie oft, wie lange und wie effektiv trinkt das Baby. Im Grunde ist Stillen ein einfaches "Angebot und Nachfrage-Prinzip".

Stress hat Einfluss auf den Milchspendereflex, also das Auslösen des Fließens der Milch - auf die Qualität überhaupt nicht. Die Inhaltsstoffe der Muttermilch können kaum beeinflusst werden, lediglich kleine Aspekte wie die Zusammensetzung der Fettsäure, hingegen aber beispielsweise überhaupt nicht die Fettmenge. Dass Mütter Sahne essen sollen, damit die Muttermilch gehaltvoller ist, ist also ein Ammenmärchen!

Das Stillen führt zu der Ausschüttung von Prolaktin, dem Hormon, das für die Milchbildung zuständig ist. Je häufiger gestillt wird, desto mehr Prolaktin, desto mehr Milch wird gebildet.
Wenn die Milch nicht gut fließt, dann ist es tatsächlich wichtig, den Stress herunterzufahren, weil das Stresshormon Adrenalin das Hormon Oxytocin blockiert, das für den Milchspendereflex sorgt. Oxytocin fließt, wenn wir uns entspannt, sicher, geborgen, geliebt und wohl fühlen! Immer hilfreich sind (Bett-) Ruhe, viel direkter Hautkontakt mit dem Baby, sanfte Massagen...

Hormonstörungen kann es auch geben, sie sind aber seltener. Sie können beispielsweise vorkommen, wenn nach der Geburt ein Stück der Plazenta in der Gebärmutter verblieben ist, oder bei Schilddrüsenproblemen. Auch schwere Nachblutungen nach der Geburt können den Hormonhaushalt verändern.

Viele gestresste Mütter machen viel zu viel - gerade im Wochenbett. Es heißt so schön "Erste Woche im Bett, zweite Woche auf dem Bette, dritte Woche ums Bett herum..."

Unsere Expertin rät, bei jedem Stillproblem zu schauen, was die Ursache ist. Es kann etliche Gründe, sowohl mütterliche als auch kindliche Probleme, geben, die das Stillen erschweren. Oft ist aber ein schlechtes Stillmanagement in den ersten Tagen ein großes Problem. Entweder weil das Kind selten angelegt oder nicht gut angelegt wird, sodass Schmerzen entstehen. Im besten Fall steht den Müttern eine Hebamme oder Stillberaterin schon zu Beginn der Stillbeziehung zur Seite, um einen guten Still-Start zu ermöglichen.

Generell empfiehlt Frau Gaca, das Baby nach der Geburt in einer optimalen Position anzulegen: "Bauch auf Bauch" werden beispielsweise die Stillreflexe am besten aktiviert. Dann sollte in den ersten 24 Std mindestens 6-8 x, am zweiten Lebenstag 8-10 x und am 3. Tag 10-12 x angelegt werden. Oft ist es seltener, weil den Müttern diese Information fehlt.

Und nach dem Stillen? Die Beikostempfehlungen haben sich in den letzten 20 Jahren geändert, so Frau Gaca. Beim Baby Led Weaning (vom Baby gesteuertes Abstillen/ Beikosteinführung) bekommt das Baby statt Brei Fingerfood, z.B. gedünstete Gemüsesticks und bedient sich selbst. Das kann auch mit Brei füttern kombiniert werden...Babys sollen im Rahmen der Beikost ein breites Angebot an Lebensmitteln kennenlernen. "Hauptaufgabe" der Eltern ist viel mehr ein gesundes Angebot zu machen und für eine angenehme Essatmosphäre zu sorgen anstatt eine bestimmte Menge Brei ins Kind zu befördern.

Liebe Eltern, wir hoffen, die ein oder andere Information ist auch für Sie spannend! Wir hoffen, bald wieder ein Chat-Angebot zum Thema Essen im ersten Lebensjahr anbieten zu können!

Es grüßt Sie

bke-Pia-Loos
11.12.2021, 15:07 Uhr | bke-Lorenz-Bauer
Liebe Kollegin bke-Pia,

vielen Dank für diese sehr gute und verständliche Zusammenfassung! Wirklich sehr wertvolle Informationen. Schade, dass diese Chats nur für die Eltern sind *wink*, denn auch mir als Berater tut es gut, für diese Themen immer wieder von neuem "sensibilisiert" zu werden. Großartig! Daumen hoch

Viele Grüße und allen Eltern hier im Forum ein schönes Adventswochenende,
*bye* Kollege bke-Lorenz
Zuletzt editiert am: 11.12.2021, 20:37 Uhr, von: bke-Lorenz-Bauer

Treffer: 2

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