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05.01.2022, 10:59 Uhr | SnigSnog
Guten Morgen,

wir schreiben Sie bzgl. unseres Sohnes an, da wir so langsam keinen Rat mehr wissen.



Aber zunächst hier erstmal ein paar Hintergrundinformationen:

Erstes und einziges Kind (Geburt: Juli 2020)

Alter des Papas bei Geburt: 33

Alter der Mama bei Geburt: 29

Kind wurde bis zum Alter von 6 Monaten voll gestillt und hat sich im Alter von 8 Monaten selbst abgestillt

Wir (Mama und Papa) arbeiten in der IT in unbefristeten Arbeitsverträgen.

Papa arbeitet in Vollzeit, Mama arbeitet in 60% Teilzeit

Wir wohnen in einem Mehrfamilienhaus, wo u.a. auch die Schwiegermutter und die Schwägerin in separaten Wohnungen leben (und uns auch unterstützen).

Die Geburt verlief positiv für das Kind, allerdings hat die Mama einen Dammriss mit Schweregrad 3 erlitten, der genäht werden musste. Ebenfalls hatte sie weiter geblutet, sodass sie auch „ausgeschabt“ werden musste.

Das Kind wurde nach der Geburt auch direkt zum Kangarooing auf den nackten Oberkörper des Papas gelegt, da die Mama sich noch im Narkose-Schlummer befand.

Die ersten drei Monate waren das anstrengendste was wir jemals in unserem Leben erlebt haben. Das Baby hat viel geschrien, ganz besonders abends vor dem Schlafengehen (ca. 2-3 h) und in den Nächten. An Schlaf war nicht wirklich zu denken und das permanente Geschreie machte den Papa dann auch irgendwann aggressiv, sodass er abends die Wohnung immer für einen Spaziergang verließ und die Schwiegermutter zur Unterstützung dazu kam. Handgreiflich wurde der Papa nie, aber verbal musste er sich Luft verschaffen, so als würden die Nerven blank liegen. Bei unseren Reflektionen darüber glauben wir, dass es unter anderem daran liegt, dass wir uns als Eltern hilflos vorkommen, da wir erstens nicht wissen was der Kleine hat (oder will) und zweitens wir ihm aber eigentlich irgendwie helfen wollen. Wenn wir an die Zeit zurückdenken dann ist das schon fast traumatisch. Wir hatten in dieser Zeit auch die Hebamme, Kinderarzt und einen Kinderosteopathen konsultiert, allerdings mit bescheidenem Resultat. (Diese Erfahrung unter anderem hat uns darin bekräftigt, dass es kein weiters Kind mehr geben wird.) Hier haben wir auch viel Tragen im Tragetuch und mit anderen Hilfsmitteln probiert. Interessanterweise durfte hier nur Mama tragen und Papa wurde sowohl im Tragetuch, als auch in anderen Hilfsmitteln abgelehnt.

Die restliche Entwicklung von unserem Kind verlief laut der Kinderärztin entwicklungsgemäß und unauffällig. Das Schreien wurde weniger aber triggert ab und zu noch den Papa. Größe, Gewicht, Zähne und Gesundheit ist alles prima.

Das Kind geht seit Sommer 2021 in die Kinderkrippe und wurde durch den Papa eingewöhnt, hier zeigte sich schon, dass der Abschied zwischen Papa und Kind, dem Kind sehr missfällt. Allerdings zeigte sich schon ca. 2 Wochen vor Beginn der Eingewöhnungsphase in der Krippe, dass das Kind eine Präferenz für den Papa entwickelt.

Nach der Eingewöhnungsphase hatten wir den Eindruck, dass sich unser Kind in der Krippe wohlfühlt und auch dort gerne ist.

Seit etwa Mitte November haben wir den Besuch der Kinderkrippe aufgrund der hohen COVID-19 Inzidenz ausgesetzt. Derzeit findet eine Betreuung durch die Schwiegermutter zu Hause statt.

Seit ca. 8 Monaten schläft das Kind inzwischen in seinem eigenen Kinderzimmer im Kinderbett. Der „Umzug“ in das eigene Zimmer war dadurch bedingt, dass während der Zeit im eigenen Bett im Elternschlafzimmer häufigere Wachzeiten des Kindes entstanden. Wir vermuten, dass es durch unsere „Schlafgeräusche“ (bspw. Drehen etc.) häufiger wach wurde. Die Veränderung wurde vom Kind positiv angenommen und seit dem Umzug wurden die Nächte ruhiger. Es wird jeden Abend in etwa zur gleichen Zeit abwechselnd von Mama und Papa ins Bett gebracht. Dann werden ihm noch 1-2 Geschichten vorgelesen. Sobald das Kind eingeschlafen ist, schleicht sich der entsprechende Elternteil aus dem Kinderzimmer und wir machen das Babyphone an. Sobald er sich dann melden sollte, gehen wir abwechselnd zu ihm und bedienen seine Bedürfnisse (Schnuller rausgefallen, Durst, etc.).

Ansonsten hat das Kind vor ca. 5 Monaten mit dem ersten Laufen angefangen und läuft mittlerweile sicher und frei auf unterschiedlichen Untergründen. Auch längere Strecken Laufen während eines Spaziergangs sind möglich.



So und nun zu den eigentlichen Problemen:

Das Kind will sehr oft vom Papa getragen werden und zwar nicht, weil es müde oder hungrig ist. Aber auch nur vom Papa, bei anderen (Mama, Schwiegermutter, Schwägerin) fordert er das nicht ein. Das führt leider dazu, dass der Papa immer mehr an Rücken- und Schulterschmerzen leidet. Wir hatten es auch bereits probiert, seine Forderungen abzulehnen und ihn zu erklären, warum Papa ihn jetzt nicht tragen kann/will. Zusätzlich wurde dem Kind Nähe in Form von Kuscheln und Umarmungen angeboten. Allerdings endet dies immer nur im Geschrei und er hört auch nicht nach 5 Minuten oder so auf, sondern das letzte Mal hatten wir es 45 Minuten lang probiert und da war er dann total aufgelöst (und wusste wahrscheinlich gar nicht mehr, warum er initial mit dem weinen angefangen hat). Hier wissen wir leider überhaupt nicht weiter….

Die Mama wird sobald der Papa anwesend ist offen abgelehnt, ohne dass es dafür in der Vergangenheit einen ersichtlichen Grund gibt. Dieses Verhalten lässt sich bewusst provozieren, sobald Mama und Papa sich im Arm liegen und das Kind es sieht oder auch wenn Papa das Kind trägt und die Mama umarmen will. Dann wird in Richtung der Mama losgeschrien und weggedrückt.

Manchmal schreit er nachts und lässt sich nicht von Mama beruhigen, egal was sie macht. Bspw. Kuscheln, Tragen, Singen, beruhigend Einreden, etc. Aber sobald dann der Papa rüberkommt und das Kind auf die Arme nimmt, ist er mit einem Schlag sofort still und kuschelt sich an Papas Schulter. Dieses Verhalten ist jedoch nicht konsistent, sondern variiert. So gibt es auch Nächte, in denen Mama trösten darf.
06.01.2022, 15:09 Uhr | bke-Ina-Schweizer
Hallo SnigSnog,

vieles Läuft mit Ihrem Sohn schon richtig gut. Er schläft in seinem Bett in seinem eigenen Zimmer, er ging gerne in die Kita und auch die Betreuung durch die Großmutter scheint gut zu funktionieren...

Gerade erleben Sie aber eine schwierige Zeit, weil Ihr Kleiner sehr an Papa hängt (im wortwörtlichen Sinn). Papa ist ( im Moment) sein bevorzugter Elternteil. Das ist für Sie beide als Eltern anstrengend. Für Papa, weil er dauernd belagert wird und schon Rückenschmerzen vom Rumtragen bekommt und für Mama, weil es unheimlich frustrierend sein kann, vom eigenen Kind "abgelehnt" zu werden.

Ich schließe mich Louise an. Es ist durchaus normal, dass Kinder im Alter Ihres Sohnes Mama- oder Papa-Phasen haben. Warum der eine oder andere Elternteil vorgezogen wird, ist dabei meist nicht wirklich nachvollziehbar. Auch wenn es schwierig ist, ist es wichtig, diese Bevorzugung bzw. Ablehnung nicht persönlich zu nehmen, sondern zu versuchen mit dem Kind in einem guten Kontakt zu bleiben. Hilfreich ist, dass der bevorzugte Elternteil dem anderen "Platz lässt", so dass auch dieser dem Kind immer wieder Kontaktangebote machen kann. Dies scheint bei Ihnen ganz gut zu funktionieren, wenn Sie sich mit dem ins Bett bringen etc. und manchmal sogar mit dem nachts Trösten abwechseln können.

Dass das Tragen den Papa mit der Zeit anstrengt, kann ich gut nachvollziehen. Welche Alternativen gäbe es denn? Lässt sich Ihr Sohn in den Kinderwagen, aufs 3-Rad, das Laufrad setzen, wenn Sie unterwegs sind? Wie ist es zuhause? Was passiert, wenn sie in einer "ich will getragen werden Situation" sich zu ihm auf den Boden setzen, damit Sie dort auf Augenhöhe sind? Was tut er gerne, womit könnte er sich ablenken lassen? (Buch, Musik, Lieblingsspielzeug, etwas das Krach macht, etc.).

Ich wünsche Ihnen hier weiterhin einen guten Austausch!

Viele Grüße,
bke-Ina Schweizer
06.01.2022, 08:33 Uhr | SnigSnog
Louise-19 schrieb:
Daß ein Zweijähriges öfter getragen werden will, weil es müde Beinchen hat,
ist ebenfalls völlig normal.


Hallo Louise-19,

zunächst einmal vielen Dank für deine Rückmeldung.

Leider hat das tragen nichts mit müden Beinchen zu tun, außer der kleine Mann wacht mit müden Beinen auf und die bleiben den ganzen Tag über müde...

Dennoch danke bzgl. der Infos wegen den Phasen, das heißt dann wohl "einfach" durchstehen und überleben...
05.01.2022, 13:37 Uhr | Louise-19
Hallo,
das Verhalten ist völlig normal.
Papaphasen und Mamaphasen kommen öfters vor, manche Kinder wechseln,
andere werden reine Papakinder.
Daß ein Zweijähriges öfter getragen werden will, weil es müde Beinchen hat,
ist ebenfalls völlig normal.

Wichtig ist, daß die Mutter nicht eifersüchtig wird.
Zur Entlastung des Vaters schlage ich eine Rückentrage vor.
Schönes neues Jahr, Gruß,
Louise
05.01.2022, 13:20 Uhr | bke-Gregor-Grüntal
Sehr geehrter SnigSnog,

im Namen aller Moderatorinnen und Moderatoren herzlich willkommen im Elternforum!

Ich wünsche Ihnen viel guten Austausch, Anregungen und Antworten auf Ihre Fragen hier.

Ich möchte Sie dazu noch auf unser Projekt "Frühe Hilfen" hinweisen mit einer Reihe sehr interessanter Angebote für Eltern mit Kindern zwischen 0 und 3 Jahren. Diese Angebote erkennen Sie am grünen Symbol hier auf dieser Seite.

Mit freundlichen Grüßen

bke-Gregor-Grüntal *bye*

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