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13.10.2020, 18:44 Uhr | bke-Stephan-Bäcker
Liebe Eltern,

heute möchte ich ein etwas heikles Thema ansprechen: Was tun, wenn ein Kindergartenkind sich selbst befriedigt? Ich zitiere mal, was meine Kollegin Dana Mundt hervorragend bei einem Interview für die Westdeutsche Zeitung am 21.08.20 gesagt hat:

„Dass Kinder ihren eigenen Körper entdecken, ist aber völlig normal“, so Mundt. Es fange bereits bei Babys an, die über alle Sinne genießen. Mit rund zwei Jahren wird der eigene Körper nochmals interessanter. Damit gehe einher, dass sich die Kinder überall bewusster anfassen und erkunden, was sich schön anfühlt.


Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Ist es auch in Ihren Augen "normal"?

Weiter sagt Frau Mundt:

„Wenn ich sehe, dass sich ein Kind öffentlich stimuliert, sollte ich es dabei vor Blicken von anderen schützen, damit es nicht etwa noch ausgelacht wird“, erklärt die Erziehungsexpertin. So könnten sich Eltern vor ihr Kind stellen oder es diskret wegdirigieren. Zeitnah sollten Eltern dann mit dem Kind ein ruhiges Vier-Augen-Gespräch führen. Das könnte mit der Frage starten, ob es sich gut angefühlt hat. Dann erklärt man: „Das kannst du gerne machen - aber nicht vor anderen!“
Meiner Meinung nach ist das eine sehr passende Vorgehensweise. Aber vielleicht gibt es noch andere Ideen?

Was schlagen Sie vor, wie mit Kindern über das Thema eigener Körper, eigene Gefühle, Selbstbefriedigung gesprochen werden kann?

Ihnen allen schicke ich viele Grüße und freue mich auf eine Diskussion,

bke-Stephan-Bäcker
17.01.2021, 13:34 Uhr | bke-Stephan-Bäcker
Hallo Mutschekusche,

willkommen im Elternforum der bke. Ich bin bke-Stephan-Bäcker aus dem Moderationsteam.

Ihre Frage beschäftigt sicher viele Eltern. Was tun, wenn ich Kinder bei Doktorspielen überrasche? Meiner Meinung nach sollten Sie fragen: "Alles ok bei Euch?" und dann wieder rausgehen.

Allerdings halte ich es für gut, mit Kindern vorher schon mal zu sprechen. Sie reden dabei nichts herbei. Alle Menschen sind von Geburt an sexuelle Wesen. Mit 3-4 Jahren entdecken viele, dass es Unterschiede gibt. Und diese Unterschiede zu erkunden ist natürlich, angemessen und meiner Meinung nach völlig in Ordnung. Es gibt jedoch einige Dinge, mit denen gerade die kleinen Kinder überfordert sein können (wobei die Beschäftigung, die Sorge, die Lust, die Neugier und die Ängste bzgl. Sexualität eigentlich nie aufhören *wink*). Deshalb wären einige Regeln vorher wichtig. Hier habe ich ein paar Vorschläge:

▸Jedes Kind darf selbst bestimmen was es mag und was nicht.
▸Der Altersabstand zwischen den Kindern ist höchstens 2 Jahre.
▸Nichts in Körperöffnungen stecken.
▸Niemand darf mir weh tun.
▸Ich tue niemand weh.
▸Ich darf selbst entscheiden, wo ich angefasst werden möchte und wo nicht.
▸Erwachsene sind nicht dabei.
▸Alle sind BestimmerInnen, niemand hat das Sagen.
▸Ich darf meinen Eltern alles erzählen.

Sicher gibt es noch andere Regeln, aber ich denke, damit ist das Wichtigste geklärt.

Viele Grüße schickt Ihnen

bke-Stephan-Bäcker
Zuletzt editiert am: 17.01.2021, 13:36 Uhr, von: bke-Stephan-Bäcker
17.01.2021, 12:21 Uhr | Mutschekusche
Hallo,
Meine Tochter (4) befriedigt sich heimlich. Vermute ich. Ich merke es nur weil ihr hin und wieder beim Pipi machen weh tut.
Ich war diesbezüglich schon beim Kinderarzt und sogar beim Frauenarzt. Es scheint so, dass wenn sie sich ruppig streicht, die haut kleine Risse bekomm, die mit Urin beim Pipi machen weh tun. Nichts schlimmes. Ich habe das Thema nicht angesprochen und ich habe das Gefühl das braucht sie (gerade) auch nicht.

Für eine Frage habe ich keine gute Lösung und zwar: wie sollte man reagieren wenn man Kinder beim Doktorspielen erwischt.
Gerade haben die Kinder wenig Kontakte. Wir haben abwechseln Besuch von zwei Freundinnen und ich merke die Kinder sehnen sich nach körperliche Kontakt, Zärtlichkeiten zwischen innen.

Mir ist bewusst Doktorspielchen und die Entdeckung ist normal und kindlich gerecht nur was mache ich wenn ich sie erwische? Das verbieten? Das würde eine verbotene, falsche Eindruck entstehen lassen. Nichts sagen, ignorieren? Würde es verstärken? Für die Öffentlichkeit es zugänglich machen?
17.12.2020, 14:51 Uhr | Kahlan
Danke für die Antworten.

Ich werde meinem Sohn dies so erklären
All in Love
13.12.2020, 17:00 Uhr | bke-Hana-Blum
Hallo Kahlan,

schön, dass Sie dieses wichtige Thema wieder hochgeholt haben.

Sie haben in Ihrem Beitrag interessante Aspekte angesprochen und darin auch Ihre Haltung zur kindlichen Sexualität und Selbststimulation verdeutlicht. Ihren Kindern, so lese ich aus Ihren Zeilen, bringen Sie entgegen, dass deren Erforschung des eigenen Körpers und die positiven Gefühle beim Berühren des eigenen Geschlechts völlig in Ordnung sind. Gleichzeitig bringen Sie ihrem Sohn nahe, dass es dafür eine Privatsphäre braucht. In der Öffentlichkeit, das weiß er mittlerweile, „ist das nicht gerne gesehen“.

Ihre Tochter, die mit ihren 10 Jahren schon ein deutlich ausgeprägtes Gefühl dafür hat, was in unserer Gesellschaft vorzeigbar ist und was nicht, zeigt, dass sie sich durch das Sehen des Anfassens ihres Bruders gestört fühlt. Sie macht ihre eigene Grenze deutlich, die sie beachtet werden wissen will.

Ich denke, Ihre eigene den Kindern bereits vermittelte Haltung wird da (auch weiterhin) weiterhelfen. So, wie Sie es ihrem Sohn ja bereits versucht haben nahe zu bringen: „Das was du da für dich tust, ist gut, wenn du selbst es schön findest. Dennoch möchten andere das nicht mitbekommen. Das ist dein ganz Eigenes, du darfst das für dich alleine genießen.“
Damit verdeutlichen Sie, dass das Verhalten Ihres Sohnes keinesfalls falsch, aber eben nicht für die Öffentlichkeit (und auch nicht für seine Schwester) geeignet ist.

Schreiben Sie hier im Elternforum gerne weiterhin Ihre Gedanken und Fragen zu diesem Thema auf. Ich wünsche Ihnen viele Antworten und Anregungen dazu und vor allem einen guten und offenen Austausch.

Herzlich
bke-Hana Blum
13.12.2020, 12:17 Uhr | Louise-19
Kahlan schrieb:
Hallo.

Ein sehr interessantes Thema. Schade, dass sich so wenige melden.

Also in der Öffentlichkeit wissen meine Kinder, dass "sich da unten anfassen" nicht gerne gesehen wird. Anders ist es hier zu Hause. Besonders meine Tochter (10) stört es oft, wenn ihr kleiner Bruder (6) mit der Hand in der Hose zu Hause unterwegs ist. Ich habe ihn schon oft versucht zu erklären, dass er sich dort gerne anfassen darf, aber bitte nur, wenn er alleine ist. Dies hat er noch nicht verinnerlicht. Oft scheint es aber so, als wenn er dies gar nicht bewusst macht.

Seine Schwester findet dies "eklig" und motzt ihn dann an.

Grüße

Kahlan


Wenn das Kind lernen konnte, daß es in der Öffentlichkeit nicht onanieren darf, sollte es auch lernen können, daß es nur im eigenen Zimmer onanieren darf.
Ich würde es also jedesmal in sein Zimmer schicken.
Viele Grüße, L-19
11.12.2020, 12:51 Uhr | Kahlan
Hallo.

Ein sehr interessantes Thema. Schade, dass sich so wenige melden.

Also in der Öffentlichkeit wissen meine Kinder, dass "sich da unten anfassen" nicht gerne gesehen wird. Anders ist es hier zu Hause. Besonders meine Tochter (10) stört es oft, wenn ihr kleiner Bruder (6) mit der Hand in der Hose zu Hause unterwegs ist. Ich habe ihn schon oft versucht zu erklären, dass er sich dort gerne anfassen darf, aber bitte nur, wenn er alleine ist. Dies hat er noch nicht verinnerlicht. Oft scheint es aber so, als wenn er dies gar nicht bewusst macht.

Seine Schwester findet dies "eklig" und motzt ihn dann an.

Grüße

Kahlan
All in Love
16.10.2020, 11:58 Uhr | bke-Stephan-Bäcker
Liebe Eltern,

ich kann mir gar nicht wirklich vorstellen, dass dieses Thema niemand interessiert. Deshalb schicke ich es nochmal ein wenig nach oben und lehne mich gespannt zurück.

Viele Grüße,

bke-Stephan-Bäcker

Treffer: 8

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